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tag trafen sich Die Jubilars noch einmal ln der Gastwirtschaft von Sern, um gemeinsam mit ihrem alten Lehrer Erinnerungen auszutauschen. Pfarrer R e u s ch hielt eine Ansprache. Von den ehemals 23 Konfirmierten sind noch 13 am Leben.

ckd Langsdorf, 23. Mai. Heute wurde die älteste Einwohnerin unseres Dorfes begraben, Frau Elisabeth Schmidt, geb. Som­mer. Sie war am 31. Dezember 1842 zu Griedel geboren, starb also im 9 2. Lebensjahre. In ihrer Jugend hatte sie in Gießen den Hebammen­beruf erlernt, den sie 36 Jahre lang ausübte. Noch vor kurzem erzählte sie anschaulich von ihrer Lehr­zeit bei Professor von Ritgen, wohl einem Bruder des bekannten Wartburg- und Gleiberg- erbauers Hugo von Ritgen. Die alte Frau war bis in ihr höchstes Alter hinein von großer Geistes­frische. Am nationalen Geschehen des vorigen Jahres nahm sie lebhaften Anteil. Unter dem Dorf­namendie Aeller" erfreute sie sich bei jung und alt großer Verehrung um ihres fast sagenhaften Al­ters willen.

Kreis Schotten.

ch Groß-Eichen, 23. Mai. Der hiesige Db ft* bauoer ein hielt gestern abend bei Mitglied Ed. Rahn seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Obmann Gartner Bork begrüßte zunächst die Versammlung und gedachte des verstorbenen Mitglieds Rud. B ä r in der üblichen Weife. Als­dann wurde der Jahres- und Kassenbericht erstattet. Zwei neue Mitglieder konnten gewonnen werden, während ein Mitglied leider ausgeschieden ist. Der Obmann berichtete über die Pflege und Spritzung der Obstbäume im vergangenen Jahre. Der Kassen-

Oi- 7!^. ruft!

Kämpfe mit für Mutter und Kind!

bericht ergab einen kleinen Ueberschuß. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Obmann die Versammlung.

Wieder ein Rasseschänder in Schuhhast

LPD. D a r m st a d t, 23. Mai. Das Staats­presseamt teilt mit: Der 25jährige Jude Erich Scheier aus Mainz unterhielt schon längere Zeit geschlechtliche Beziehungen mit Mädchen arischer Abstammung. Kurz vor Pfingsten wurde er be­obachtet, als er in der Wohnung feines Vaters ein 17jähriges arisches Mädchen mißbrauchte. Der Mainzer Bevölkerung bemächtigte sich eine der­artige Empörung gegen den Rasseschänder, daß er sich freiwillig in Schutzhaft begab. Scheier wurde auf vier Wochen in das Konzentrations­lager Osthofen verbracht.

Neuer Kreisleiier in Dillenburg.

Dillenburg, 24. Mai (LPD.) Pg. Josef Schimmel in Frankfurt a. M.-Höchst ist zum kommissarischen Kreisleiter der NSDAP, des Dillkr^ises bestellt worden. Der bisherige Kreisleiter Thiele wird künftig nur noch den Kreis Biedenkopf betreuen. Kreisleiter Schimmel ist gleichzeitig zum neuen Bürgermeister der Stadt Dillenburg in Aussicht genommen.

Eröffnung der Hochschule für Lehrerbildung in Friedberg.

Friedberg, 24. Mai. Heute vormittag fand hier im Saale des Hotel Trapp die feierliche Eröff­nung der Hochschule für Lehrerbil­dung in Anwesenheit von Ministerialrat Rings­hausen statt. Nach dem gemeinsamen Gesang des LiedesVolk ans Gewehr" sprach der Rektor der neuen Hochschule,

Oberstudiendirektor Faber.

Seinen Ausführungen entnehmen wir folgendes: Es ist eine bedeutungsvolle Stunde: der Beginn des ersten Semesters der Hochschule für Lehrerbil­dung und die feierliche Verpflichtung der Studie­renden.

Die nationalsozialistische Revolution hat den Grund bereitet, auf dem wir bauen sollen; sie hat auch den Weg frei gemacht zur deutschen

Seele.

Jahrhunderte hindurch war echtes deutsches Volks­tum verschüttet durch fremdes Wesen und fremdes Wollen. Unsere Kunst und Dichtung entstand aus fremder, ausländischer Kunstauffassung heraus. Die größten Werte deutschen Geisteslebens waren dem Volke fremd. Es ging ein Riß durch unser Volk zwischen Gelehrten und Ungelehrten, zwischen Hand und Kopf. Und beide verstanden gegenseitig nicht mehr ihre Sprache. E i n e m ist es gelungen, unser Volk wachzurütteln: Adolf Hitler. Durch ihn

wissen wir, daß nur durch die Reinerhaltung des Volkstums unsere Kraft bedingt ist.

Darum hat sich jeder Volksgenosse den Gebo­ten des Volkstums zu unterwerfen. Alle Stände des Volkes, deren jeder feine eigene Art behalten möge und behalten soll, bilden doch eine Volksgemeinschaft, weil in jedem ein­zelnen die gleiche Seele lebendig ist mit grund­sätzlich gleichgerichtetem Denken und Handeln.

An der Erziehung in diesem Sinne hat die natio­nalsozialistische Schule einen großen Anteil. Wir freuen uns, daß unser Ministerialrat Rings- h aus en trotz seiner vielen Arbeit es sich möglich gemacht hat, heute zu uns zu kommen, und wir geloben alles zu tun, daß sein Plan der neuen Lehrerbildung Wirklichkeit werde. In dem Begriff der Heimat sch ule liegt alles eingeschlossen. Höchste Aufgabe des Staates ist die Entfaltung aller Kräfte, die im Volkstum lebendig sind. Jeder einzelne muß zur Mitarbeit am Staat er­zogen werden.

Körper- und Versiandeskräfle sind in der Schule so auszubilden, daß der Wensch dienendes Glied am Ganzen wird.

Das muß das Ziel aller Erziehung sein, denn in diesem Ziele eingeschlossen ist der O p f e r g e d a n k e und auch alle religiöse Erzieh u n g. Es kann

nicht mehr Glück und Wohlfahrt des einzelnen das Ziel sein, sondern die Wohlfahrt des Gan - z e n. Aus dieser Zielsetzung heraus ergeben sich die Richtlinien für die Ausbildung des Lehrers. Alles was nicht notwendig ist, hat dabei auszuscheiden, alles was er für seine Tätigkeit in der Gemeinde braucht, muß er mitbekommen. Er muß angeregt werden, selbst heimatkundliche Forschungen vorzu­nehmen und muß auch über die Grundzüge des deutschen Rechtes unterrichtet sein. Unterrichtsfüh­rungen sollen ihn mit allen Gebieten des Lebens vertraut machen. -

Die Hauptsache bleibt die Lehrer Persön­lichkeit. Denn alles Wissen kann die Wärme eines Erziehers nicht ersehen.

Was in Jahrhunderten nicht erreicht wurde und nicht erreicht werden konnte, das will jetzt Wirklich­keit werden: die deutsche Volksgemein­schaft! _ ,

Sodann sprach der Führer der M a i n z e r Stü­de n t e n s ch a f t vom vergangenen Semester,

Kamerad W-ppstein.

Wir haben uns nicht leichten Herzens von Mainz getrennt, führte er u. a. aus. Wenn wir von dem Drusussturm die Blicke schweifen ließen über das 2000jährige Mainz, dann stieg deutsche Vergangen­heit herauf, und die Geschichte sprach in gewaltigen Denkmälern zu uns. Er sei der Uebergeugung, daß die Studentenschaft sich auch in Friedberg mit seinen Altertümern des Taunus, des Vogelsberges und der Wetterau bald heimisch fühlen werde. Es habe früher nur einen Weg der Wissenschaft ge­geben, und dieser habe zwar zu einem göttlichen Tempel geführt, aber durch ein Labyrinth, in dessen Gängen sich mancher verirrt habe und statt zu dem Tempel zu irgendeinem Götzenbild gelangt sei. Jetzt gebe es zwei Wege: Wissenschaft und Erziehung. An diesem zweiten Wege sei die Studentenschaft selbst beteiligt. Jugend solle durch Jugend geführt werden. Dieser Satz war ein Kern- sutz des Nationalsozialismus, den bezeichnender- roeufe die Reaktion nicht verstanden habe und auch nie verstehen werde.

Oberstudiendirektor Faber nahm sodann die feierliche Verpflichtung durch Handschlag der etwa 250 Studenten und Studentinnen der neuen Hoch­schule vor. Hierauf ergriff, mit stürmischen Beifall begrüßt,

Ministerialrat Ringshausen

das Wort. Er sagte u. a.: Wenn ich mich in dieser Stunde an die deutsche Jugend wende, so deshalb, weil sie aus freier Entschließung einen Weg gehe, der freiwillig übernommenen Pflicht, der sie zu ihrer Lebensaufgabe führen solle.

Wir muffen heute Deutschland so formen, daß es Jahrhunderte und Jahrtausende zu bestehen vermöge.

Ihr, deutsche Jugend, werdet das Ergebnis Eurer Arbeit nicht von heute auf morgen vor Euch sehen, und was Ihr heute schafft, das wird sich erst in sei­nem Werte zeigen, wenn die junge Generation groß geworden und Träger des deutschen Schicksals ist. Deshalb muß der deutsche Erzieher die größte Freude haben an seinem Wirken und seiner Pflicht­erfüllung. Diese aber kann nur bestehen, wenn in dem Menschen selbst von Natur aus bestimmte Vor­aussetzungen vorhanden sind. Der Erzieher muß sich lösen von liberalem Geist und marxistischer Ein­stellung, denn was er gestaltet, ist die Ge-

staltung des gesamten künftigen Dob k e 5. Jeder andere Berus gestaltet auf dem oder jenem Gebiet. Der deutsche Erzieher aber gestal­tet den' Menschen, und diese Erziehung wird sich einmal auswirken auf allen Lebensgebieten.

Der deutsche Erzieher fett vor allen Dingen Erzieher fein und sich lösen von der Ein­stellung, daß er nur Lehrer fei.

Der deutsche Erzieher in der vergangenen Zeit war leider nur Lehrer und kein Erzieher. So mußte es geschehen, daß der BegriffSchulmeister" zu etwas Erniedrigendem wurde. Niemand aber wird lächerlich gemacht, der nicht selbst etwas Lächerliches an sich hat. Wir wollen einen Erziehertyp, dem mit allem, was er tut, zwei Begriffe stets vor Augen stehen: Volk und Vaterland. Nicht nur Schü- ler, sondern alle Menschen soll der Erzieher formen, nicht nur Stunden- und Lehrpläne hat er zu ersul- len: der größte Lehrplan ist für ihn die Pflicht- erfüllung gegenüber Volk und Vaterland.

Wer Erzieher fein will, muh selber das fein, wozu er andere erziehen soll: ein ganzer Kerl. Wer das nicht in sich trägt, kann nie Erzieher sein.

Wir haben hier an dieser Hochschule keine haar- spaltenden Methodereien zu treiben, sondern um den inner ften Kräften unserer Seele zum Durchbruch zu verhelfen, wollen wir uns in gemeinsamer Arbeit zusammenfinden. Ihr sollt Euch stets als K a m e r a d e n fühlen und als Glie­der eines Ganzen. Die größte Kameradschaft wurde geboren im Schützengraben der Front, und echte Kameradschaft wird sich stets zeigen in Notzei- ten eines Volkes. Wir hatten in den letzten 15 Jahren kein Vaterland und keinen Glauben mehr.

Darum wollen wir einen Erziehertyp, der zu­gleich der Typ eines politischen Soldaten ist.

Wer diese Kräfte in sich auswirken läßt, der ist im wahren Sinne des Wortes revolutionär. Wir wol­len eine deutsche revolutionäre Ju- g e n b schaffen, und gebe Gott, sie bleibe immer revolutionär. Denn diese Kräfte echten Volkstums müssen ewig sprudeln, und wenn sie nicht mehr sprudeln, bann formt sich nicht mehr der Wille zur Tat. Weber berfeine Herr", noch derKrawallmacher", fonbern ber politische Mensch ist bas Erziehungsziel bes Drit­ten Reiches. Es kommt nicht barauf an, baß ein Lehrer alles formgerecht erfüllt hat, fonbern wie er es erfüllt hat, barauf kommt es an. Denn bie Saat, bie ber Erzieher in bie Herzen ber jungen Menschen legt, kommt nie aus bem Wissen, fonbern immer nur aus tiefftem Herze n. Ihr» jungen Stubenten sollt bie Plattform bilben, auf welcher ein neues beutsches Wollen entstehen kann.

Unser Führer hat bie Quellen neu aufgeschlos­sen. Wir müssen jetzt dafür sorgen, daß sie weiter sprudeln können.

Ich gebe mich ber Hoffnung hin, baß ihr bie Trä­ger biefes neuen Erziehungsgebankens werbet, baß ihr stark unb aufrecht unb gerabe burch das Leben geht unb als euer höchstes Hanbeln fühlt euern Dienst am Volk!

Nach bem Deutfchlanblieb unb bem Horst-Wessel­lieb unb bem breifachen Sieg-Heil auf ben Führer, womit bie Eröffnungsfeier ihr Enbe erreicht hatte, marschierte bie Stubentenschaft geschlossen zum Dorlesungsgebäube 'zur Flaggenhissung.

Danksagung.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Anna Weimar, geb. Koch

Gießen, den 25. Mal 1934.

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Für die wohltuenden Beweise der Teilnahme an un­serem schweren Verlust danken wir herzlich.

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