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Kr. U9 Drittes Blaff Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vverheffen)Zreitag, 25. Mai 1934

Oberbürgermeister Ritter und Beigeordneter Bartholomäus vom Gießener Stadtrat einstimmig gewählt.

Feierliche Einführung und Vereidigung der neuen Männer in der Gießener Stadtverwaltung.

Gießen, 24. Mai 1934.

Der Gießener Stadtrat traf heute zu einer denk­würdigen Sitzung zusammen. Seine Aufgabe war es, in dieser Sitzung den neuen Oberbürger­meister und den Beigeordneten der Stadt Gießen zu wählen. Der großen Bedeu­tung der Stunde entsprach in würdiger Weise der äußere Rahmen, in dem sich der Wahlakt vollzog. Der Sitzungssaal war festlich mit den Fahnen der nationalsozialistischen Revolution geschmückt, über den Plätzen der Mitglieder der Stadtverwaltung iah man die Bilder des Reichspräsidenten von Hindenburg und des Führers und Dolkskanz- lers Adolf Hitler, ferner gab reicher Schmuck des Saales mit Blumen und Blattpflanzen dem Gesamtbild eine schöne Bereicherung. Eine sehr große Menschenmenge im Zuhörerraum und zum Teil auch in dem für die Stadtratsmitglieder vor­behaltenen Teile des Saales nahm starken Anteil an dem Verlauf der Sitzung.

Nachdem die NS.-Fraktion gegen 16 Uhr eine kurze nichtöffentliche Beratung abgehalten hatte, die der bevorstehenden Wahl galt, wurde die öffentliche Sitzung gegen 16.15 Uhr von dem Kreisleiter und Kreisdirektor K l o st e r m a n n als Vertreter der Aufsichtsbehörde eröffnet. Zunächst nahm er die Einführung eines neuen Stadtrats­mitgliedes vor, dann gab er Kenntnis von drei Mandatsverzichten, nach denen unser Stadtrat nun­mehr rein nationalsozialistisch zusammengesetzt ist, hierauf folgte der feierliche Wahlakt. Die Wahl der

neuen Mitglieder unserer Stadtverwaltung erfolgte e i n st i m m i g und brachte die Geschlossenheit zum Ausdruck, mit der die Gießener Bevölkerung sich in voller Bereitschaft zur Mitarbeit dem neuen Oberbürgermeister unserer Stadt zur Verfügung stellt. An die Feststellung des Wahlergebnisses schloß Kreisleiter und Kreisdirektor Klostermann eine kurze Ansprache an, in der er auf die Größe der von den neuen Männern zu lösenden Auf­gaben hinwies, die bisherige Führung unserer Stadtverwaltung mit anerkennenden Worten wür­digte und unsere Stadt zur Wahl der beiden neuen Männer beglückwünschte. Oberbürgermeister R i t - t e r brachte im Anschluß an die Vereidigung in kurzen und eindrucksvollen Worten seine Gedan­ken in dieser Stunde und seine Vorsätze für die Führung der Verwaltung zum Ausdruck. Zn die­sen Worten offenbarte sich in sehr sympathischer Weise der Standpunkt einer starken Persönlichkeit, mit der unsere Bürgerschaft eins sein wird in dem Streben, nach dem Willen des Führers der Ge­samtheit unserer Stadt und damit auch dem Wohl­ergehen unseres deutschen Vaterlandes zu dienen. Wir glauben im Sinne unserer Mitbürger zu han­deln, wenn wir an dieser Stelle den neuen Män­nern unserer Stadtverwaltung herzliche Glück­wünsche zu ihrer Wahl darbringen und dabei der Bereitwilligkeit Ausdruck geben, zu jeder Zeit ge­meinsam mit ihnen auf den Wegen zu marschie­ren und zu arbeiten, auf denen unser Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler voranschreitet.

Oer Verlauf der Sitzung.

Kreisleiter und Kreisdirektor Klostermann

eröffnet, nachdem ein Quartett von Stadttheater­musikern mit einer Komposition von Mozart die denkwürdige Stunde eingeleitet, die ordentliche Sitzung des Stadtrats und weist auf die ordnungs­gemäße Einladung zu der Sitzung hin. Nach Be­nennung der Urkundspersonen (Stadtratsmitglieder Wagner und Blum) nimmt er zunächst

die Einführung des neuen Sladtratsmitglieds Dentist Scheffer in den Sfadfraf

vor, der als Nachfolger des vor einiger Zeit vom Mandat zurückgetretenen Oberingenieurs Kurz in den Stadtrat eingetreten ist. Kreisleiter und Kreis­direktor Klo st er mann macht das neue Stadt­ratsmitglied Scheiter darauf aufmerksam, daß er sich niemals von persönlichen Gründen und per­sönlichen Erwägungen leiten lassen dürfe, vielmehr bei seinen Entschließungen immer nur das Wohl

der Stadt Gießen im Auge haben müsse. Seine Entscheidungen habe er stets nach rein sachlichen Gesichtspunkten zu treffen und sich dabei der Größe seiner Verantwortung bewußt zu sein. Er wünscht ihm, daß er bei der Arbeit im Stadtrat stets mit Ernst und Verantwortungsgefühl, aber auch mit Verantwortungsfreudigkeit an seine Aufgaben Heran­gehen möchte. Hieraus erfolgt die Verpflichtung des neuen Stadtratsmitglieds.

Nachdem der Kreisleiter und Kreisdirektor die Beschlußfähigkeit des Hauses festgestellt hat, macht er Mitteilung von

drei Wandalsniederlegungen.

Ihre Stadtratsmandate haben niebergelegl Prof. Brüning, der als deutschnationaler Vertreter in den Stadtrat eingezogen war, Postassistent i. R. North (Christlich-Sozial), ferner hat Prof. Brü- ning mitgeteilt, daß auch Rechtsanwalt Zimmer, der ebenfalls als Deutschnationaler in den Stadt­rat berufen worden war, sein Mandat niederlege. Hierauf folgt die

Wahl des Oberbürgermeisters und des Beigeordneten.

Vorher verlassen Oberbürgermeister Ritter und Beigeordneter Bartholomäus den Sitzungs- saal.

7lS. -Fraktionsführer Kaufmann Sudheimer leitet die Wahl mit einer Ansprache an das Haus ein, in der er sagt: Durch das Vertrauen unseres ReichsstattlMers Gauleiters Sprenger sind Oberbürgermeister Ritter und Beigeordneter Bartholomäus kommissarisch in unsere Stadt­verwaltung berufen worden. Heute steht nun die Wahl unseres Oberbürgermeisters und des Bei­geordneten auf der Tagesordnung.

Der Sfadfraf haf vorhin in nichtöffentlicher Sitzung die Wahl dieser beiden Herren ein­stimmig befchtosfen.

Oberbürgermeister Ritter ist uns allen als alter Kämpfer und als ein Mann bekannt, der voll und ganz für unsere Sache und für die Belange her Stadt Gießen eintreten wird. Wir werden in Oberbürgermeister Ritter einen Mann haben, auf den wir stolz sein können. Seine bisherige ßaufbahn ist uns zur Genüge bekannt, wir wissen auch' daß er seine ganze Kraft bisher immer zum Wohle seines Vaterlandes und seiner früheren Gemeinde Gau-Obernheim eingesetzt hat.

Beigeordneter Bartholomäus ist uns eben­falls zur Genüge bekannt Auch er hat in den letz­en Jahren seine ganze Kraft dafür eingesetzt, für die nationalsozialistische Idee zu wirken,und den Endsieg erringen zu helfen. Auch er ist ein Wann auf de9n wir voll vertrauen können, daß er seine ganze Kraft einsetzen wird zum Wohle der Stadt

Ich "kann Ihnen nur empfehlen, die beiden Her­ren zu wählen.

Ohne Aussprache werden hieraus die beiden Herren einstimmig ,um oberbürgermeister b,w. ,um Beigeordneten unserer Stadt gewählt.

Nachdem Oberbürgermeister Ritter und Bei- geordneter Bartholomäus den Sitzungssaal wieder betreten haben, richtet

Kreisleiter und Kreisdirekior Klostermann

eine Ansprache an sie, in der.er sagt: Sie sind so­eben von Stadtrat einstimmig zum Ob-rbur- eoeil uuii qeorbneten der

Ö G eben gewählt worden. Ich beglück- wünsche Ne zu dieser Wahl herzlich. Sie waren bisher toon berufen durch das Vertrauen unseres Gauleiters und das Vertrauen des Staats- wialüers Jung, die Geschäfte als Oberbürger­meister bzw. Beigeordneter der Stadt Sieben wahr- zunehmen.

Die Sfabf Gießen iff eine Sfabf, wie wir sie in Hessen ein zweites Wal nicht vorfinden, nämlich eine Universitats - unb (Barni- f o n ff a b t. Die Aufgaben, bie Ihrer hier har­ren, jinb groß unb gewaltig. Ls muh hier fest- gestellt werben, bah Gießen bisher richtig unb gut geführt würbe. Trohbem wirb bie Stabt Ihrer ganzen Kraft bebürfen, um bie Schaben, bie trotz bes guten Willens bnrch die Zeit und die Umstände auch hier geschlagen wurden, auszubessern, weiterhin aufzu­bauen unb biese aufwärtsstrebenbe Sfabf in richtigen Bahnen zu lenken, bamif Sie Befrie­digung dabei haben, die Bevölkerung zu­frieden i ff unnb Sie Ihren Teil dazu bei­tragen, auf diesem herrlichen Stückchen Lrde nationalsozialistische Gedanken durchzuführen, den Rationalsozialismus hier zu verkörpern und vorzuleben.

Ich freue mich über diese Wahl auch besonders deshalb, weil hier ein Oberbürgermeister herkommt, den wir mit Stolz zur alten Garde des Gaues Hessen-Nassau zählen, daß wir auf diesem Posten einen Mann sehen, der als der e r st e n a tl o n a l s o z i a l i st i s ch e Bür- germeifter in Hessen bekannt ist und der wäh­rend des Ruhrkampfes im besetzten Gebiet voll und ganz seinen Mann stand, den wir als unseren Kommunalpolitiker in Hessen bezeich­net haben. Wenn der Gauleiter und der Staats­minister diesen Mann als Oberbürgermeister hier­her schicken, dann ist daraus zu entnehmen, daß man an diesen Stellen der Tätigkeit dieses Man­nes die größte Bedeutung beimitzt.

Ich heiße die beiden Männer in ihren Aemtern willkommen b eglückwünsche die Stadt Gie­ßen zur Wahl dieser Männer und nehme ihnen den Eid ab mit der Verpflichtung, alles Per- sönliche beiseite zu schieben, nur nach ihrem natio­nalsozialistischen Gewissen zu arbeiten und zu kämp­fen für die Stadt Gießen und damit an dieser Stelle auch für das deutsche Volk.

Hierauf nimmt der Kreisleiter und Kreisdirek­tor die feierliche V e r e i d i g u n g des Ober­bürgermeisters Ritter und des Beigeordneten Bji rtholomäus vor.

Oberbürgermeister Ritter wendet sich in feiner Ansprache zunächst nur an den Stadtrat und sagt: Ich danke den Stadtrats­mitgliedern auch im Namen des Beigeordneten Bartholomäus für das Vertrauen, das Sie uns beiden schenken. Wir werden uns bemühen, uns dieses Vertrauens würdig zu erweisen, indem wir mit aller Kraft mit Ihnen zusammen an bie Geschicke bleser Stabt gehen unb nur im Inter­esse ber Bevölkerung arbeiten.

Ar wendet sich dann zugleich an die große Der- Sammlung der Zuhörer mit einer Ansprache, in der

er erklärt: Sie wissen, daß ich kein Neuling mehr in Gießen bin, wenn ich auch aus einer anderen Gegend Hessens komme, aus der herrlichsten Ge­gend des deutschen Vaterlandes, vom deutschen Rhein. Dort hatte ich zu arbeiten unter einer Be­völkerung, die nicht so rasch zum Führer kam wie hier, weil sie dort durch alle möglichen Mittel immer wieder ferngehalten wurde und dort das Gift gegen die nationalsozialistische Idee verspritzt wurde wie selten. Dort ist es mir gelungen, die Einheitlichkeit in der Bevölkerung zu schaffen und im Vertrauen mit diesen Men­schen z u [ a m m e n 3 u a r b e i t e n. Ich bin nur schweren Herzens dort weggegangen, weil mir nicht allein dort die Menschen lieb geworden find, son­dern auch die Heimatgegend ans Herz gewachsen ist. Ich bin aber gern hierher gegangen, weil ich weiß, daß in Oberhessen die Menschen schon

kameradschaftlich mit den Beamten zusammenzuarbeiten und dabei eng zu - s a rn in e n z u g e h e n mit der Fraktion.

heil unb Sieg bem beufschen Daterlaube, nichts für uns, alles für unser Volk!

Die eindrucksvollen Worte des neuen Oberbürger­meisters finden allenthalben eine sehr warme und sympathische Aufnahme.

Nach einer weiteren musikalischen Darbietung des Quartetts schließt Kreisleiter und Kreisdirektor Klostermann die Sitzung mit dreimaligem, von der großen Versammlung mit Begeisterung aufgenommenen Sieg-Heil-Rufen auf die Stadt Gießen, das deutsche Vaterland und un­seren Führer und Volkskanzler Adolf Hitler, öknieinfam wird als Abschluß der erste Vers des Horst-Wessel-Lied gesungen.

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Kreisleiter unb Kreisbirektor Klostermann vereidigt bk Gewählten: von rechts nach links Kreisleiter und Kreisdirektor Klo st ermann, Oberbürgermeister Ritter, Beigeordneter Bartholomäus. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

immer national eingestellt waren und früher zum Führer kamen, daß sie in unserer Linie dachten und erzogen waren. Wenn ich auch als Rheinhesse hierher komme, so bin ich doch davon überzeugt, daß wir uns gut verstehen werden.

Ich habe den guten Willen, mit allen zusammenzuarbeilen. Ich fasse meine Aufgabe so auf, daß ich handele, wie es der Führer gelan Hal, daß ich nicht nach Reden frage und nicht nach dem, was eine Waste will. Es ist doch so, daß die Waste des Volkes nur anständig regiert sein will. Run haben wir den' Sieg erfochten, und da will ich durch meine Tätigkeit dazu beitragen, daß das Volk versteht, was der Füh­rer will. Der Führer aber will nur eins, nämlich das Wohl des deutschen Volkes. Wil Gottverlranen wollen wir gemeinsam an die Arbeit gehen, in blindem Gehorsam und in blindem Vertrauen zu dem Führer, geleitet von heißer Liebe zu unserem deut­schen Vaterlande. So wollen wir alles tun, was unserem Vaterlands und dem deutschen Volke nützt.

Ich freue mich, daß ich hier bessere 93er- hältniffe vorfinde, als sie in anderen Städten find. Wo.der Marxismus gearbeitet hat, dort sehen wir ein Chaos. Hier dagegen haben wir den Be­weis, daß nationale Kräfte am Werke waren, und hier habe ich auch eine Beam­tenschaft oorgefunden, die treu und z u - verlässig ist. Als meine Aufgabe sehe ich es an,

Oberbürgermeister Ritter und Beigeordneter Bartholomäus mit den Stadtratsmitgliedern beim Verlassen des Stadthauses. An der Spitze links im Vordergrund Oberbürgermeister Ritter, rechts daneben Beigeordneter Bartholomäus, in der zweiten Reihe links Bürgermeister Dr. Hamm, daneben NS.-Fraktionsführer Sudheimer, da- hinter die Mitglieder ber nationalsozialistischen Stabt- ratsfraftion. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

Daten aus dem Leben des neuen Oberbürgermeisters

Oberbürgermeister Ritter ist schon seit 1923 in der nationalsozialistischen Bewegung tätig. Er hatte bereits 1924 in seiner Heimatgemeinbe (Bau- Obernheim eine Stimmenzahl von rund 15 0. H. der Wählerstimmen für die NSDAP, zu ver­zeichnen. Mit seiner Wahl im Jahre 1929 zum ersten nationalsozialistischen Bürgermeister in Hessen wurde die marxistische Hochburg endgültig gebro­chen. Er war Ortsgruppenführer in Gau-Obernheim bis 1932, gleichzeitig Provinzleiter unb Gauinfpek- kur für Rheinhessen und zeitweise Kreisleiter in Mainz. Seit dem Jahre 1931 gehörte er der NSDAP.-Fraktion des Hessischen Landtags an, wurde als Mitglied des Deutschen Gemeinbetags im Frühjahr 1933 berufen und gleichzeitig mit der Führung des Hessischen Gemeinbetags beauftragt. Seit 1. Juli 1933 war er Bürgermeister in ber Kreisstadt Bingen und vom 1. Oktober 1933 bis Mai 1934 Kreisleiter unb gleichzeitig Kreisdirektor in Bingen. Mit dem 16. Mai 1934 übernahm er bie Geschäfte 'ber Stabt Gießen, zu welchem Amte er am 1. April von dem Gauleiter als Oberbürger­meister berufen wurde.

Erläuterungen zum Arbeitsdienst- Erlaß des Gauleiters.

LPD. Mainz, 24. Mai. Bekanntlich hat (Bau­leiter und Reichsftatthalter Sprenger vor kur- zem in einem Erlaß gefordert, daß alle 17- bis 25jährigen ihre Arbeitsplätze zugunsten älterer arbeitsloser Arbeitskräfte räumen und selbst in den Freiwilligen Arbeitsdienst gehen. Zur Durchführung dieses Erlasses fand gestern bei ber Handelskammer Mainz eine vorbereitende Bespi^chung statt, an der auch Vertreter der Ver­waltungsbehörden und ber Wirtschaft teilnahmen. In seinem Bericht wies ber Direktor bes Arbeits­amtes Mainz, Dr. Mörschel, zunächst darauf hin, daß im Verlauf der Arbeitsschlacht von den 30 000 Mainzer Arbeitslosen bereits 20 000 wieder in Arbeit unb Brot gebracht morden seien. Die neueinzuleitenbe Aktion wolle nicht so sehr neue Arbeitsplätze schaffen, als die vorhandenen anders verteilen. Außerdem fei nicht be­absichtigt, alle Berufstätigen von 17 bis 25 Jah­ren ausnahmslos aus den Betrieben herauszuholen. Ausgenommen feien von vornherein Spezialkräfte, Verheiratete und solche, die bereits im Arbeitsdienst gestanden hätten. Für die Einstellung in die Ar­beitsplätze kämen vor. allem in Betracht die Amts­walter, die Parteimitglieder mit einer Mitglieds­nummer bis zu 500 000 und die Angehörigen der Wehrverbände. Die Aktion werde von den Arbeits­ämtern burchgeführt werden. Sie solle erfolgen in voller Uebereinftimmung mit den Betriebsführern auf ber Grundlage der Freiwilligkeit. Im Vordergrund stehe aller­dings das soziale Interesse. Für diejeni­gen, bie ben Arbeitsdienst wieder verlassen hätten, sei auf alle Fälle mit einer Neueinstellung zu rech­nen. Jedenfalls aber bekämen sie bis zur Wieder­einstellung erhöhte Unterstützung. Für weibliche Arbeitskräfte werde die Umschichtung nicht durch­geführt. Es sei unbedingt notwendig, bei ber ge­planten Umschichtungsaktion soziale, wirtschaftliche unb private Interessen in Uebereinftimmung zu bringen.