Nr. 197 Erstes Blaff
IH Jahrgang
5reifag,2§.Augiist 1954
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Rom,
23. Aug. (DRV.) Die schon kurz milge-.dem Italienischen und Englischen beson- fügung des britischen Gouverneurs von ders auf dem Lande vorwiegend maltesisch ge
teilte Verfügung des britischen Gouverneurs von
sprachen, ein mit Wörtern aus allen Mittelmeer>
heute diese ungerechte Beleidigung zu.'
.Das
die Folgen zu tragen haben. Die Habsburaer haben immer nur regieren können, indem sie sich
in Florenz zum Nachwird er als E r st e r
Malta, die maltesische Sprache anstelle des Italienischen zur Gerichtssprache zu machen, wurde in Italien zunächst infolge des Schuschnigg-Besuches nicht öffentlich zur Sprache gebracht. Jetzt aber äuhern sich die Blätter so deutlich, wie man das aus dem schon lange dauernden Geplänkel zu Gunsten der italienischen Kultur Maltas bisher nicht gewohnt war. „Piccolo" nennt die Verfügung kulturlos und wahrhaft b a b a r i s ch, wobei er hinzufügt: Das fei uns offen zu sagen gestattet. „Teuere“ spricht von gehässigen Zwangsmaßnahmen der britischen Regierung. Der „Messaggero“ nennt die Verfügung einen Anschlag auf das geistige Erbgut Maltas. Man dürfe ohne unnötige Rücksichtnahme offen aussprechen, daß diese Maßnahmen nicht nur gegen die moralischen Gesetze handeln, die jede Kullurnation zu achten habe, sondern auch gegen die einfach st en Anstandspflichten verstoßen und der Freundschaft Mit Italien zuwiderlaufen. „Popolo di Roma“ sagt, es sei des britischen Imperiums unwürdig, stark und ungerecht gegen die Schwachen und schwach gegen die Starken zu sein. Außerdem handele es sich um eine Beleidigung von Italien. Rach einem Hinweis auf den Weltkrieg, in dem beide Länder Schulter an Schulter gekämpft hätten und in dem die Freundschaft mit Blut besiegelt wurde, sagt das Blatt: Erinnern sich unsere englischen Freunde noch daran? Sie fügen uns
Ungarn- stützen. Heute würde dasselbe der sein, sie würden wie einst dahin kommen. Unter st ützung Berlins zu suchen, also wäre der Nutzen Mussolinis? Ueberdies
tische Entscheidung der man so viel spricht.
Wenn Mussolini sich geben hat bewegen lassen,
lischen zu geben. Der Konflikt zwischen der maltesischen Regierung und dem Gouverneur spitzte sich im nächsten Jahre so zu, daß der Gouverneur zur Entlassung der Regierung, Auflösung des Parlaments und Suspendierung der Verfassung schritt.
Die ganzen Ereignisse in Malta haben in Italien ein außerordentlich lebhaftes Echo gefunden. Die Maßnahmen des britischen Gouverneurs sind von der italienischen Oeffentlichkeit mit ungewöhnlich scharfer Kritik begleitet worden, was bei dem seit der Gründung des italienischen Staates traditionell freundschaftlichen Verhältnis zu England besonders bemerkenswert ist. Der neuerliche Erlaß des Gouverneurs, der an die Stelle des Italienischen das Maltesische als Gerichtssprache Hinsetzt, hat denn auch in der italienischen Presse erneut Stürme der Entrüstung hervorgerufen.
also ist die liberale Politik, die das hochliberale England, das Land aller Freiheiten, in Malta an- wendet, in einem italienischen Land, das italienisch bleiben wird, auch nach noch zehn anderen Dekreten dieser Art“, schreibt die „Gazzetta del Popolo“ und die „Stampa“ sagt: „Wir sind sicher, daß das Volk von Malta auch diesem neuen Sturm standhält und die Sprache Dantes weiter pflegen wird. Alle Italiener werden mit ihren maltesischen Brüdern solidarsch fein in ihren heiligen Idealen und gerechtem Kampfe.“
der Plan auf den Widerstand der Kleinen Entente, die sogar den Anschluß einer solchen Lösung vorzieht. Die Tschechoslowakei hat wiederholt erklärt, daß die Wiederherstellung der Monarchie ein Casus belli wäre. Will man den Krieg? So bleibt um die Florenzer Besprechungen ein Element der Unruhe bestehen. Die italienische Politik ist, selbst wenn sie sich gegen den Pan- germanismus zur Wehr setzt, nicht so beschaffen, daß man ihr die völlige Handlungsfreiheit lassen könnte, die sie seit einem Jahr genossen und etwas mißbraucht hat.
In italienischen Kreisen halte man es für notwendig, daß Frankreich und England Abessinien zu verstehen geben, es wäre zu seinem Vorteil, sich mit der europäischen Macht zu verständigen, deren Interessen sich mit denen Abessiniens am b este n in Einklang bringen ließen. Da man politische und diplomatische Schwierigkeiten vermeiden müsse — Abessinien ist Mitglied des Völkerbundes — könne es sich für Italien nur um eine friedlich- wirtschaftliche Durchdringung Abessiniens handeln.
In hiesigen französischen Kreisen ist eine Bestätigung dieser Gerüchte vorläufig nicht zu erlangen, doch weist man bereits darauf hin, daß ein Verzicht auf den Hafen Djibuti im Französisch- Somali-Land kaum in Frage komme, da dieser Hafen für Frankreichs Seeverbindungen nach feinen Besitzungen in Oslasien und nach Madagaskar dieselbe Bedeutung habe, wie Aden für England.
vorbereitet, von
Ohr schlecht. Er gibt dann immer wie ein Halbtauber eine gar nicht zur Frage passende Antwort, die so ähnlich wie Tunis klingt.
Im Gegensatz zum deutschen „Panthersprung", der ein so trauriges Ende fand, hat sich Italien zäh und beherrlich, ungeachtet aller Rückschläge, an der „Völkertränke" häuslich eingerichtet und erntet nun die Früchte. Es denkt afrikanisch, in Rom spricht man im Gegensatz zu „Eurasien" — das ist die Verschmelzung von Europa mit Asien — von „Eurafrika" als einem natürlichen Gebilde. Man müsse es verwirklichen, zum Leben erwecken, bevor
Afrika sei die große Reserve Europas, nicht Asien. Alles, was uns im ausgenützten Europa fehle, biete der früher dunkel gewesene, jetzt erschlossene Erdteil. Und Italien, wird stolz hinzu- gefügt, stehe in den Einwanderungslisten bereits an fünfter, bald aber an vierter Stelle, obwohl ihm die anderen Nationen zeitlich weit voraus seien. In der Tat zählt man in Gesamtafrika heute 1 100 000 Buren, 950 000 Engländer, 900 000 Franzosen, 300 000 Spanier und 250 000 Italiener (Griechen, Portugiesen und Belgier zusammen 175 000 — die Deutschen fehlen in dieser italienischen Statistik). Bereits ist ein Buch unter dem
Titel „Euraafrica" erschienen, in dem sich der Verfasser D'Agostino Orsini di Camerota leidenschaftlich für die erträumte Landverschmelzung einsetzt, wobei er eine Menge von Beweggründen anführt.
Es fragt sich nur, ob die politische Eifersucht der Afrika bereits beherrschenden Mächte dem großzügigen Gedanken Neuroms nicht den Weg versperren wird. Aus einer Statistik läßt sich schließlich auch „nachweisen", daß die vierte Großmacht, Deutschland, in Afrika nicht vorhanden ist: aber wer glaubt im Ernst, daß es sozusagen auf Lebenszeit auf seine Kolonien verzichten werde? Eurafrika, ja, aber nicht bloß für die beati possidentes.
Scharfe Zuspitzung des britisch-italienischen Sprachenstreits auf Malta Lebhafte Entrüstung der römischen Preffe über den neuesten britischen Sprachenerlaß.
sprachen stark gemischtes arabisches Idiom. Die englische Regierung hatte nun das Englische als die einzige Fremdsprache in den unteren Schulen eingeführt, und damit das Italienische als zweite Fremdsprache zu beseitigen begonnen. Der Bericht einer königlichen Kommission hatte erklärt, daß die Kinder weder die englische noch die italienische Sprache richtig lernten und auch das Maltesische nicht genügend beherrschten. So müsse der bisherige Zustand des Nebeneinanders dreier Sprachen beseitigt werden. Da das Italienische nur von 14 v. H. der Bevölkerung gesprochen werde, sei es notwendig, denjenigen Maltesern, die nach anderen Teilen des britischen Weltreiches auswandern wollten, die Möglichkeit zur gründlichen Erlernung des Eng-
Paris, 24. Aug. (DNB.-Fuukspruch.) „Journal des Debals“ meldet aus Rom, daß in italienischen Kreisen die Möglichkeit eines ilalienisch-französisch- englischen Kolonialabkommens lebhaft erörtert werde. Es handele sich nicht etwa um die Frage einer Grenzberichtigung südwestlich der Lyren a i k a, der nordafrikanischen Kolonie Italiens, die bei dem allgemeinen französisch - italienischen Meinungsaustausch eine Rolle spielen dürfte, sondern um einen viel weitergehenden Plan, der das politisch-koloniale Schwergewicht im östlichen Afrika zu verlagern geeignet sei. Angeblich sollen Frankreich und England bereit sein, Italien in Abessinien und dem Somali- Land, an der Südküste des Golfs von Aden, freie Hand zu lassen. England hoffe, der japanischen Einwanderung nach Abessinien auf diese Weise einen Riegel vorschieben zu können und Frankreich glaube, daß damit der italienische Druck in Richtung des Tschad-Sees, also auf das französische West- asrika, abgele nkt werden könne.
Italiens Kolonialansprüche sollen auf Aethiopien abgelenki werden.
Wiemansich inparisundLondondieEinlösungdesDersprechensvonr91St>entt
„Florenz, ein Element der Unruhe."
Nervosität in Frankreich.-Was wollte Schuschnigg an der Riviera ?- Sie Habsburgerfrage.
säumen, um die französischen Staatsmänner für die Sache Ottos zu gewinnen.
Die Erklärung Schuschniggs, daß die Habsburger Frage nicht aktuell sei, aber Oesterreich an die Z u- r ü ck e r st a t t u n g des beschlagnahmten kaiserlichen Besitzes denke, veranlaßt „Echo de Pari s" zu folgenden Betrachtungen: Die Rückerstattung des Habsburgischen Besitzes sollte besser später und durch einen anderen erfolgen, denn wenn Schuschnigg sie vornimmt, darf man mit Recht fragen, ob sie nicht d i e polt»
Malta ist eine britische Kronkolonie, die neben der Hauptinsel Malta mit der Hauptstadt La Valetta aus einer Reihe anderer zum Teil auch unbewohnter Eilande besteht. Von den 240 000 Einwohnern sind rund 200 000 Italiener, 10 000 Engländer und der Rest Araber. Die Inselgruppe war nacheinander im Besitz der Phönizier, der Griechen, Karthager, Römer, Vandalen, Ostgoten, Byzantiner, Araber und Normannen. Kaiser Karl V. belehnte 1530 den Johanniterorden mit den Inseln. 1798 besetzte sie Bonaparte, doch mußte sich die französische Garnison 1800 an die Engländer ergeben, in deren Besitz Malta seitdem geblieben ist. Die Insel ist der Mittelpunkt der englischen Schiffahrt im Mittelmeer und strategisch von besonderer Bedeutung, da die Engländer durch sie und die Festung Gibraltar das Mittelmeer beherrschen. Die Bewohner der außerordentlich felsigen Eilande nähren sich von der Verfertigung baumwollener und seidener Stoffe, von Filigranarbeiten und Zigarrenherstellung. Man bricht dort ferner Marmor und Alabaster und gewinnt auch Seesalz. Die Flora ist außerordentlich üppig.
Seitdem der Faschismus das italienische Selbstbewußtsein außerordentlich gestärkt hat, ist die Stellung der Engländer auf Malta zusehends chwieriger geworden. Die 1887 verliehene Ver- assung wurde 1920 aufgehoben und eine neue Verfassung 1930 ebenfalls suspendiert. Das Kabinett des Lords Strickland geriet mit dem Vatikan in einen Konflikt über die politische Tätigkeit italienischer Geistlicher auf den Inseln. Ende 1928 kam es zur Ausweisung italienischer Mönche und im Mai 1930 zu einem Attentat auf den Ministerpräsidenten. Erst im Juni 1932 wurde der Konflikt beigelegt, die Bischöfe von Malta versprachen stärkere politische Zurückhaltung der ihnen unterstellten Geistlichen.
Die Parlamentswahlen im gleichen Monat ergaben 21 italienfreundliche Nationalisten gegenüber 10 zu England neigenden Konstitutionalisten und einen Arbeiter-Abgeordneten. Unter der durch den Nationalisten Mifsud gebildeten neuen Regierung kam es sehr bald zu einem Konflikt zwischen ihr und dem englischen Gouverneur in der opra» chenfrage. Auf den Inseln wird nämlich neben
in Afrika, am „vierten Ufer".
Es fehlt also nicht viel und das Königreich hat einen zusammenhängenden Kolonialbesitz, der durch das rasch aufblühende Rhodos im Osten bis nach Kleinasien reicht. Ueber eine Mandatsabtretung in Palästina zugunsten Italiens wird zuweilen gesprochen, und das wäre vernünftiger als die törichten Lockungen mit Deutsch-Kamerun, die jedesmal in Paris aufgewärmt werden, wenn es dringend notwendig scheint, Italien mit Deutschland zu--------- , ... „ K £
verfeinden. Mussolini hört aber auf diesem'das „Afrika den Afrikanern Bedeutung gewinne.
3falien als Kolonialmacht.
Von unserem römischen E-Korrespondenfen.
Wie den Deutschen, ist auch den Italienern von den Satten vorgeworfen worden, so oft es aus politischen Gründen zweckmäßig schien, sie könnten nicht kolonisieren und hätten daher gar kein Recht auf Kolonien. Praktisch sah das für den Reisenden zum Beispiel folgendermaßen aus: Man fuhr in Algier — ich spreche nur aus eigenem Erlebnis — aufs Geratewohl ins Land hinein und geriet plötzlich an einen Wegweiser, auf dem zu lesen stand: „A Zurich". Nach Zürich? Also nichts wie hin. Und man gerät in ein Dorf, das gebaut ist wie ein Dorf im Süden Frankreichs, winzige Rentnergärtchen vor den Häusern. Nur daß die Zaunpfosten aus zugestutzten antiken Säulen bestehen.
Dann sucht man das alte Cäsarea und findet schließlich auch das Mausoleum Jubas, das die Franzosen fälschlich „Grab der Christin" getauft haben, weil sie sich durch scheinbare Kreuze an den Türen der riesigen Trommel, auf der ein pyramidenmächtiger Kegel sitzt, täuschen ließen. Diese Trommel ist ringsum mit Säulen verziert, aber wo blieben denn nur deren Kapitelle? Nun, mit einiger Geduld entdeckt man sie beim „Wächter" des Grabes, der sie zur Einfassung seines Misthaufens verwertet hat.
Algier ist seit hundert Jahren an Frankreich angegliedert. Im alten Rom war Cäsarea so prachtvoll ausgebaut, daß die Regierung schließlich verbot, es als Verbannungsort zu wählen, da man dort „doch nur von einem Rom ins andere komme".
Dann fährt man durch Tripolitanien, das die Italiener erst 1912 halb eroberten, um während des Weltkrieges wieder bis an den Küstensaum zurückgedrängt zu werden. Erst nach Friedensschluß erweiterten sie aufs neue den Stacheldrahtgürtel der Kanonenschußweite, erst unter Mussolini drangen sie ins Innere vor, erst in der jüngsten Zeit berührten sie die südlichen Grenzen des riesigen Wüstenreiches. Aber in Tripolis ans Land gestiegen, kann man sich in einen Autobus setzen und nach Leptis Magna fahren, der im Sand versunkenen Märchenstadt, die italienischer Kultursinn über Nacht wieder hervorgezaubert hat, eine Wirklichkeit gewordene Fata Morgana. Wir fahren, die Kamelreiter in den Sand verweisend, auf trefflichen Autostraßen den Dschebel Garian hinaus, wo Urjuden ihre blitzsauberen Höhlenwohnungen tief unter der Erde haben, ganz nach dem Vorbild der Maulwurfsvillen gebaut. Wir rasen in die tief, tief drunten im schwarzen Erdteil gelegenen Oasen und fürchten nichts. Der Arm Mussolinis reicht his nach Kufra und — tuscheln die koloniesatten Nachbarn — wird bald bis zum Tsadsee reichen.
Warum sollten auch die Nachkommen der Römer nich7 den Bod-m ihrer Ahnen kolonisieren können? Sie bringen schließlich etwas mit dafür. Und übrigens erkennen die Franzosen, wenn sie ehrlich sind, was auch vorkommt, wenn es aus politischen Gründen zweckmäßig scheint, durchaus an, daß Tunis von Italienern „gemacht" wurde.
„Wir sind ein Volk von Bauern und Seeleuten!" rief Mussolini kürzlich durch den Sender nach Afrika und Asien hinüber, und wir wollen die Arme regen. Afrika und Asien — nicht lieber» fee. Dort trachten die Italiener nicht nach Kolonien und darin unterscheiden sie sich grundsätzlich von dem Volk von Seeleuten und Händlern, den Engländern. Ihrem Expansionsdrang liegt — vielleicht antikes Erbe — eine gewisse kontinentale Beschränkung zugrunde; sie wollen nicht gleich weiter wie echte Eroberer, sondern das neugewonnene Land sofort unter den Pflug nehmen. Ein Charakterzug, der sich in Libyen auf Schritt und Tritt verrät. Was ist, alles in zehn Jahren, aus der „Sandkiste" geworden, wie noch Nitti spottete! Die Wanderdünen sieht man durch netzartige Anpflanzungen festgelegt, der Wein blüht, Rosen wuchern wie in Schiras, und als ich nach Rom zurückkehrte und dem Duce gegenüberstand, war seine verblüffende erste Frage: „Nun, und wie sieht es jetzt dort unten aus? Ist alles grün? Es m u ß alles grün fein!" Sv spricht nur felsenfeste Zuversicht. Dabei waren wir, wie schon angedeutet, noch durch Stacheldrahtverhaue gefahren und Schrapnellscherben.
Die Kolonie ist 1,5 Millionen Quadratkilometer groß, fünfmal- könnte man das Mutterland hineinstellen. Da bleibt noch für ungezählte Generationen Arbeit. Das Wasser? Vielleicht ist es wahr, daß große Teile der Wüste zur Römerzeit üppige Gärten waren, denn unter dem Sand hat man nun das Wasser gefunden. Man erbohrte zuerst eine ungenügende Schicht, aber als auch diese kühn durchstoßen wurde, brachen die Sonden in eine zweite, derart mächtige, daß der Wasserstrahl von selber die obere Schicht durchschlägt und köstliche Bäche bildet. Die Eingeborenenzahl beträgt rund eine Million, eingewandert sind bisher kaum mehr Italiener, als sie eine kleine Stadt daheim aufweist. Welche Möglichkeiten!
Die Kolonie Eritrea an der Westküste des Roten Meeres und das italienifcbe Somali- 1 and am Indischen Ozean umfassen zusammen ungefähr ein Drittel des Besitzes am Mittelmeer, , masten sich aber schon stark im Einfuhrhaushalt bemerkbar. Die Bananen waren'so lange in Italien verboten, bis es „einheimische" gab, von drüben
Paris, 24. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Ueber die wahren Gründe der Reise des österreichischen Bundeskanzlers an die französische Riviera will der „Quotidien" Aufschluß geben können. Das Blatt hält es für merkwürdig, daß ein ermüdeter Regierungschef das Bedürfnis verspüre, eine so weite Reise zu machen, um sich nur zwei Tage auszuruhen, wo es doch herrliche Gegenden zwischen Florenz und Wien gebe. Aber Schuschnigg sei nach Frankreich gekommen, um s i ch über zwei Fragen z u unterrichten, Die ihn besonders beschäftigen:
1. die finanzielle und wirtschaftliche Hilfe für Oesterreich,
2. die Wiedereinsetzung der Habsburger.
Er habe sich zunächst politische Direktiven in Italien geholt und wende sich jetzt an Frankreich wegen einer geldlichen Beihilfe. Dollfuß habe in Genf eine Anleihe von 300 Mill. Schilling erhalten, an der Frankreich beteiligt sei. Mit diesem (Selbe, das Frankreich gegen das Versprechen geliehen habe, daß die Verfassung geachtet werden würde, habe das Kabinett Dollfuß-Starhemberg eine vonRom diktierte Politik betrieben. Schuschnigg sei gekommen, um vor der Genfer Sitzung, in der die Frage einer neuen Anleihe aufgeworfen werde, „den Puls des französischen Sparers zu fühlen". Andererseits sei er ein überzeugter Legitimist, wie übrigens alle Mitglieder seines Kabinetts. Er arbeite für bie Wieber - Herstellung ber Habsburger. Wohloer- ftanben: er werbe bas natürlich nicht offen zu- geben, solange er wisse, baß Frankreich in bieser Frage mit ber Kleinen Entente foliba» risch sei. Aber er werbe keine Gelegenheit ver-
gegen bie Slaroen auf bie ben Kern ber Doppelmonarchie bilbenben D eutschen und .......... Fall b i e Wo stößt


