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Montag, 20. August 1954

184. Jahrgang

Nr. 195 Erster Blatt

Druck und Verlag: vrühl'sche UniorrsitStr-vuch- und Steindruckerei R. Lange in Si-tzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraher

Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8>/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70mm Breits 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger L>atz 25°/0 mehr

Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein- spaltige Eelegenheitsanzei» gen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B

Metzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Das Ja des Volkes.

Deutschland bekennt sich mit »er »olkaabstimmung vom 19. August in -in»rncksv°»-e Seschloffenh-ü zn seinem Führer

Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle

Monats-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Gießen

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Der Sieg der Treue

Zu dem Ergebnis der Volksabstimmung -reibt der H a u p t s ch r i f t l e i t e r im

Am l^!f L « feine. « abgaL ««nifter

3 201 623

45 473 635

38 362 760

4 294 654

42 657 414

872 296

43 529 710

Insgesamt.........................

Ja-Stimmen.......................

Ilein-Etimmen.....................

Zusammen........................

Üngültige Stimmen------------------

Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen

Das Ergebnis.

Don Astred Zngemar Berndt.

stimmte von feinem Gut Leinfelden in Württem­berg aus ab. Der Reichsverkehrs- und Postmimster Freiherr von Eltz-Rübenach, der sich zur Zeit auf der Insel Juist aufhält, ging dort zur Wahl, während Reichserziehungsminister R u st, der im Anschluß an seine Wahlreise einen kurzen Erholungsurlaub angetraten hat, in der Provinz abstimmte. Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der augenblicklich die Geschäfte des erkrankten Reichs- wirtschaftsminifters Dr. Schmitt führt, weilte auf seinem Gute Gühlen in der Nähe von Rheinsberg,

Nie Wahlbeteiligung beträgt 95,7 v. £». Don den abgegebenen Stimmen entfallen 89,9 v. H. auf Ia-Stimmen, 10,1 v. £>. auf Nein-Stimmen.

ihnen werden sich hunderttausende von Volksge-! noffen aus dem ganzen Deutschen Reiche, vor allem alle deutschen Saarvereine gesellen. Schon heute steht es fest, daß mehr als 400 000 Per­sonen nach Koblenz kommen werden, um den Führer bei der großen Saar-Treuekundgebung zu sehen und zu hören.

Auch an euch Volksgenossen aus dem Gau Hessen-Nassau ergeht der Ruf des Füh­rers! Wie immer wird Hessen-Nassau seine Treue beweisen und zum 26. August Jehntausende seiner Volksgenossen zur Saar-Treuekund- gebung nach Koblenz entsenden.

Der Führer ruft! Wir folgen!

gez. Sprenger.

Treue dem Führer - Treue der Saar!

Ein Aufruf des Reichsstatthalters zur Saarkundgebung am 26. August.

Das vorläufige amtliche Abstimmungsergebnis

Berlin, 20. August (D7iB). Auf Grund der noch nachträglich eingelaufenen Wahlergebnisse veröffentlicht der Reichswahlleiter um 3.15 Uhr früh folgendes vorläufiges Endergebnis der Volksbefragung:

schreibt der S) a u p t f cf) r i f 11 e 11 e r i m Deutschen Nachrichtenbüro Alfred Jngemar Berndt in der Korrespondenz Thema der Woche" u. a.:

Nunmehr liegt das vorläufige Endergebnis der Volksabstimmung vom 19. August vor. Die es Er- qebnis zeigt ein überwältigendes und geschlossenes Bekenntnis der Nation zu ihrem Führer Adolf Hitler, ein Bekenntnis, wie es wohl in dieser Form noch kein Mann in der Welt von einem Volk er­halten hat. Die Volksabstimmung vom 19. August hat alles in den Schatten gestellt, was auf diesem Gebiet bisher zu verzeichnen ist. lieber 95 v. H. der Wahlberechtigten haben sich an der Volksabstim­mung beteiligt. 90 v. H. der Abstimmenden haben ich für Adolf Hitler entschieden und nur 10 v. H. zu seiner FrageNein" gesagt. Diese Nein- Sa q e r rekrutieren sich im wesentlichen aus jenen Kreisen, die zu allen Zeiten abseits standen, die zu keiner aufbauenden Arbeit fähig find, und deren Aktivität sich lediglich in Nörgeleien und zerstören­der Kritik erschöpft. Wenn man die Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise betrachtet, dann wird man auch feststellen können, daß dort, wo aus bestimm­ten Gründen der Rückgang der Arbeitslosigkeit prozentual mit dem in anderen Teilen des Reiches nicht Schritt halten konnte, die Zahl der Nein- Stimmen vielleicht etwas höher ist als anderswo. Man wird aber auch die sehr interessante Fest­stellung machen, daß in Provinzen und Bezirken, die der Segnungen des nationalsozialistischen Regi­mes besonders teilhaftig geworden sind, auch die Zahl der Nein-Stimmen ganz besonders niedrig ist Damit ist bewiesen, daß der Nationalsozialis­mus auch die Abseits stehenden allmählich durchLei st ungen gewonnen hat und über­zeugt. Eine höhere Zahl von Nein-Stimmen haben nur einige Industrie- und Hafenstädte, in erster Linie solche, deren Wirtschaftsorganismus vom Außenhandel und der Exportindustrie abhängig ist.

Es ist schwer, passende Vergleichszahlen für die Volksabstimmung vom 19. August heran­zuziehen, weil jede der in den lebten Jahren in Deutschland durchgeführten Wahlen andere Grund­lagen hatte. Die Volksabstimmung vom 12 November 1933 war rein außen­politischer Natur. Es war selbstverständlich, daß die Nation damals für den Frieden geschlossen I zusammenftand. Das Ergebnis der Volksabstimmung vom 12. November bedeutete deshalb noch keine bedingungslose Zustimmung zum Nationalsozialis­mus und zum Werke des Führers. Eher konnte man schon das Ergebnis der Reichstags­wahlen zum Vergleich heranziehen, Die gleich­zeitig mit der Volksabstimmung vom 12. November stattfanden. Dabei muß man allerdings berück- sichtigen, daß auf der Reichstagswahllrste der NSDAP. 40 Personen standen, die der NSDAP, nicht angehörten, eigene Meinungen und eigene Programme vertraten und ihren Anhang ^m Volke zur Stimmabgabe für die Liste der NSDAP, ver­anlaßten. Die NSDAP, erhielt damals 39 665 224 Stimmen, von denen etwa 2,4 Millionen auf Die 40 Außenseiter entfielen. Die NSDAP, konnte also etwa 37,2 Millionen Stimmen für sich selbst Der-

Zahl der Stimmberechtigten auf Grund der Stimmlisten 42272 012

Stimmberechtigte aus Grund von Stimmscheinen

Wo die Minister wählten.

B e r l i n, 19. Aug. (DNB.) Die Reichshauptstadt stand bereits in den frühen Margen­tun d e n im Zeichen der großen Volksbefragung. Schon von 6 Uhr an zogen di- Kolonnen der SA. und S)3. mit ihren Kapellen Ssnelmannszugen und Fanfarenbläsern durch die Straßen der Stadt, um auf Plätzen und an Straßenkreuzungen durch Sprechchöre die Volksgenoffen an ihre Wahlpflicht -u erinnern. Die Wahlhandlung wickelte sich allgemein ä u h e r ft d i f z i p l i n i e r t und r u h , g ab, fo daß niemand längere Zeit zu warten br$ö?hie kaum ein Abftimmungslokal war fo um­lagert wie das Cafe Rudloff in der Kano- n i e r ft r a ß e, das fchon feit Jahren den in Berlin anwefenden Reichsministern zum Wahllokal dient. Kurz nach 8 Uhr erschien Reichsmmist-r Dr. Goebbels, mit stürmischen Hellrufen begrüßt.

Am Abstimmungstage wurde die Reichskanzlei von einer ri« Kanzlei aus dankte, deren stürmische Ovationen der Führer von einem Fen,ter

Umgeben von einigen ihn begleitenden SE.-Man- nein gab Der Reichsminister nach dem Aufruf seines Stimmscheines Nr. 16 den Briefumschlag ab. Mit einem dreifachen Sieg-Heil verabschiedeten sich der Wahlvorstand und die im Lokal anwesenden Volksgenossen vorn Minister. Die gleiche stürmische Begrüßung wurde auch dem Reichsinnenmlmster Dr. Frick zuteil, der in Begleitung seiner Gattin gegen 10.30 Uhr ebenfalls im Cafö Rudloff er­schien und seine Stimme abgab.

Der Stellvertreter des Führers,

Am 19. August rief der Führer. Das ganze deutsche Volk nahm diesen Rus aus und ze^te der Wett, daß Adolf Hitler und Deutschland heute und für alle Zeiten eins md.

Wieder ruft der Führer! Diesmal will er in einer Demonstration, wie sie Deutschland und die Welt noch nicht gesehen hat, zeigen, daß das Saar­land deutsches Land und die Saarlän­der Deutsche sind.

Am 26. August soll sich das ganze deutsche Volk in einer nie gesehenen Kundgebung auf e r Feste Ehrenbreitstein bei Koblenz zu sei­nem Saarland bekennen. Zehntausende und aber Zehnlausende unserer saardeulschen Volksgenossen werden an diesem Tag nach Koblenz kommen. Zu

Der ©taube, der Berge versetzt, hat auch den 1 Sieg des gestrigen Wahlsonntags zustandegebracht. Der Ruf, der am Freitag von Hamburg aus durch alle deutschen Gaue ging, fand einen gewaltigen Widerhall. Das Bekenntnis des Führers, daß fein ganzes Leben nur der Gedanke an Deutschland beherrsche, verwandelte sich in einen millionenfachen Ruf des deutschen Volkes: Unsere Sache heißt Deutschland, Deutschland heißt Hitler.

Die innere Teilnahme, mit der das deutsche Volk seit dem Tage der nationalsozialistischen Erhebung alle Maßnahmen der Regierung Adolf Hitlers be­gleitete, ist aufs neue in einer gewaltigen Kuno- gebung bestätigt worden. Denn die Zustimmung zu dem Gesetz über die Vereinigung des Amtes des Reichspräsidenten mit dem Reichskanzler in der Person Adolf Hitlers, die in dem Bekenntnis der Volksabstimmung vom 19. August 1934 zum Aus­druck kommt, ist mehr als nur der Beifall zu dieser oder jener innen- oder außenpolitischen Maßnahme geworden; es ist vielmehr der vollgültige und un­umstrittene Beweis dafür erbracht worden daß das deutsche Volk bewußt und stolz sich zu dem von Adolf Hitler geschaffenen F ü h r e r st a a t bekannte.

Wohl niemals ist einem Staatsoberhaupt eine herzlichere Huldigung dargebracht worden als am gestrigen Wahlsonntag in den Städten und Dör­fern des Deutschen Reiches. Es ist ja nicht nur die tote Zahl, die eindeutig der Welt den Sieg der Treue zum Führer und des Glaubens an Adolf Hitler vor Augen führt. Es ist vielmehr die Art und Weise, wie in Stadt und Land sich das deutsche Volk zum Führer bekannte, die den gestrigen Tag zu einem einzigartigen Erlebnis machte. Man brauchte nur einmal durch die verschiedenen Wahl­lokale und die mit Fahnen geschmückten Straßen gegangen zu sein, um zu erkennen daß dasJa au der Tiefe der Volksseele gesprochen wurde

Deutschland hat eine freie und geheime Wahl hinter sich, niemand hat die wählenden Staatsbür­ger unter Druck gesetzt. Die Tatsache, daß auch eine Anzahl Nein-Stimmen abgegeben wurde, straft am wirksamsten die Hetze der Auslandpresse Lugen, daß bestraft würde oder bestraft werden konnte, wer in Deutschland nein sagt. Das neue Deutschland wird auch diese letzten Zweifler durch Leistungen bekehren und überwinden.

Vor dem Minister-Wahllokal in der Kanonierstraße. Links: Gesandter von Papen, der von Wien nach Berlin eilte, um hier seiner AbMimnungspflicht zu - Rechts. Reichs-

von -mien U 'Dr. Frick und ferne Gattin verlassen das Wahllokal.