Neue Wege der -euischen Rundfunk -Industrie.
Alle drei Minuten
ein Volksempfänger!
_ , _ » e wird er auf Rollen aufaespult. Die Drahtfäden von
Don unserem Äerllner I. K.«Berlchferftaner. sollen, die in zwei Kreisen angeordnet sind, seilt
(Nachdruck verboten!)
Röhrenarten und damit allerlei kleine Verbesserungen.
limeter dicken Draht auf einen Durchmesser von 0,06 Millimeter — das ist dünner als ein Frauenhaar. Nachdem der feine Draht in dem Lackdrahtofen mit einem Lacküberzug versehen worden ist,
die Klöppelmaschine zu der Litze zusammen. Die Maschine arbeitet unbedingt zuverlässig: reißt auch nur ein Faden, dann stockt der Prozeß sofort, und der Schaden wird ausgebessert. Am gleichen Stand werden die feinen Drahte mit Seide, Baumwolle oder Papier umsponnen und in kunstvollen Wicklungen auf Spulen gebracht, die, durch Isolatoren getrennt, aneinandermontiert und elektrisch geprüft
Die „G r o ß e D e u t s ch e F u n k a u s st e l l u n g Berlin 19 34" will keine Schau sein, bei der hübsch nebeneinander aufgereiht die Erzeugnisse der deutschen Funkindustrie zu sehen sind, sie will vielmehr den Besuchern einen Einblick in das Jndustrie- schaffen selber geben. Don der Bearbeitung der Einzelteile bis zum Aufbau des ganzen Gerätes verfolgen wir an zahlreichen Werktischen und Maschinen die Entstehung der einzelnen Erzeugnisse.
Ein großartiges Bild dieses Arbeitsganges bietet die riesige Halle, die dem Volksempfänger (V E 3 01) gewidmet ist. Dieses immer volkstümlicher werdende Funkgerät wird von mehreren Firmen in Gemeinschaftsarbeit hergestellt — ein schönes Zeugnis für ein Zusammenwirken im Interesse der Allgemeinheit.
Das Jahr 1933 hat uns viele neue Röhren gebracht, die verschiedenen „Oden", z. B. die Diode, den Einweggleichrichter, die Duodiode, den Doppelweggleichrichter, die Binode, den Einweggleichrichter, der zugleich Verstärker ist, weiter die Triode, die Tetrode, die Pentode, die Hexode mit vier Gittern und die Oktode mit sechs Gittern. Bei den auf der letzten Funkausstellung ausgestellten Empfängern hatten die Vorteile dieser Röhren noch nicht voll ausgeschöpft werden können, weil es natürlich einige Zeit dauert, bis man sie im Zusammenwirken mit den übrigen Teilen eingehend versucht hat. Man hat deshalb für 1934 ein Röhrenfeierjahr festgesetzt, also keine neuen Röhren ■ herausgebracht, damit das Versäumte nachHeholt * ’-*) man also sehen: Die er-
Das neue Kunkjahr.
Technische Betrachtungen zur Großen Berliner Funlausstellung.
Don Max Fischer.
dem Laden der Sammler verbunden sind, msbe- und Herschleppen der schwe-
.... Sammlerbatterien. Bei täglich zweistündiger Benutzung halten die Heizelemente ein Jahr. Eben- olang hält die Anodenbatterie, da durch einen be- onderen Kunstgriff erreicht worden ist, daß sich der ilnodenstrom der Lautstärke anpaßt, so daß sehr gespart wird, wenn nur leise Töne oder gar keine Töne ankommen: die Anodenbatterie wird also nur bei großen Lautstärken, die aber verhältnismäßig selten sind, voll beansprucht.
Da die von allen Volksaenossen zu hörenden Darbietungen häufig in die Arbeitszeit fallen oder aus anderen Gründen einen Gemeinschaftsempfang nötig oder wünschenswert machen, hat es sich als notwendig erwiesen, Gemeinschastsemp- f ä n g e r zu entwickeln, die nicht allzuviel kosten. Dies ist durch eine hohe Endstufe unv durch Verbesserung der Lautsprecher erreicht worden; die Trichter haben eine Gestalt erhalten, daß sie nicht mehr in sich schwingen können, sondern ganz steif sind, die Magnete sind besser und der Luftspalt zwischen Magnet und Anker ist kleiner geworden.
Die billigen Einkreisempfänger des letzten Jahres haben sich als nicht trennscharf genug erwiesen. Man hat deshalb die sogenannte Reflexschaltung wieder ausgegraben, bei der eine Röhre doppelt ausgenutzt wird, und hofft so, diesem Uebel- stand abzuhelfen. Die Schaltung heißt jetzt Wende» schaltung. Ob sie ihre früheren großen Mangel abgelegt haben wird, muß die Erfahrung lehren.
Bei den Empfängern der mittleren Preislage tobte im letzten Jahre der Kampf zwischen dem Ueberlagerungsempfänaer und dem Geradeausempfänger. Mit dem Ueberlagerungsempfanger ist es ja so: Wenn man z. B. vom Sender 1 Million Hertz, also 1 Million Schwingungen in der Sekunde bekommt, so erzeugt der Empfänger selbst eine Welle, die immer um den gleichen Betrag von dieser Welle, beispielsweise um 100 000 Hertz, abweicht; diese Welle von 900 000 Hertz wird nun der Welle von 1 Million Hertz überlagert, so daß man als Ergebnis immer eine Welle von 100 000 Hertz erhält, ganz einerlei, mit welcher Welle der Sender sendet. Wenn nun eine Störwelle von 1010 000 Hertz ankommt, also eine, die nur um 1 v. H. von der Senderwelle abweicht, so kann man diese beiden Wellen schwer trennen, denn 1 v. H. Unterschied ist sehr wenig. Nach der Ueberlagerung wird aber die Störwelle in eine von 110 000 Hertz um- gewandelt, also in eine Welle, die sich um 10 v. H. von der Welle von 100 000 Hertz unterscheidet, so daß man sie leicht aussieben kann, denn 10 v. H. Unterschied ist eine ganze Menge. Die Bandfilter werden dabei sehr einfach, da sie nur für die eine Welle, in unserem Beispiel also für 100 000 Hertz,
Eine mächtige Presse zieht zunächst die Aufmerksamkeit des Besuchers auf sich. Hier wird das Prehstoffgehäuse zum VE 301 hergestellt. Wir erfahren von dem Schöpfer des Volksempfängers, G r i e ß i n g, der selber hier den Führer spielt, daß Preßstoff ein rein deutsches Erzeugnis ist, ein Kunstharz, das unter einer hydraulichen Presse von 400 000 Kilogramm in eine elektrisch beheizte Form gepreßt wird. Entgratungsarbeiten, Gewindeschnei- ben und Polieren folgen, und nach einer Schlußkontrolle kann das Gehäuse zur Fertigfabrikation gebracht werden.
Ein anderer Stand zeigt den Werdegang der Chassis. Das Chassisblech geht von Maschine au Maschine, wird gelocht, zur Form gebogen, die Ecken werden aneinandergeschweißt und die Gewinde zur Befestigung an der Rückwand eingeschnitten.
Neben der Entstehung dieser größeren Baustücke des Volksempfängers sehen wir die unendlich feine und verzweigte Arbeit bei der Herstellung winziger Einzelteile. Aus Aluminiumblech werden die Lamellen des Kondensators gestanzt und herausgebrochen, und in einer Presse zu den Kondensatorpaketen zusammengefügt. Kondensator-Wanne, Ro- tor und Stator werden einzeln bearbeitet und
werden. v „
Der mechanische Aufbau der Verstar- kungsröhren geht am laufenden Bande vor ich Mit Pinzette, kleinen Punktschweißmaschinen und Lupe werden die Heizfäden, Gitter und Anoden auf den Haltedrähten befestigt. Aus der Einschmelzmaschine wird der Glasballon über den fertigen Fuß gestülpt, und beide wandern dann automatisch durch verschiedene Gasflammen, die den Fuß in die Glasglocke einschmelzen. In einem Pumpautomaten wird die Glocke entgast und mit dem Sockel verbunden. Ein Vergnügen ist es, der automatischen Einrichtung zuzuschauen, die die fertigen Röhren auf die Sicherheit der verschiedenen Isolierungen, auf Steilheit, Vakuum usw. prüft. Jede Röhre durchläuft die Maschine;
Das letzte Jahr bat uns den D o l k s e m p f ä n - g e r gebracht. Dieser Empfänger ist in den Netzanschlußgeräten unverändert geblieben, aber der Batterie-Volksempfänger ist ganz wesentlich verbessert worden; das ist auch nötig, denn zwei Fünftel der deutschen Haushaltungen haben noch keinen elektrischen Anschluß; das sind natürlich gerade die Haushaltungen der Minderbemittelten, für die der Volksempfänger in der Hauptsache in Frage kommt. Die Verbesserungen bestehen darin, daß man — trotz dem Röhrenfeierjahr — neue Röhren für 2 Volt Heizspannung geschaffen hat, die so wenig Heizstrom erfordern, daß man keine Sammler mehr braucht, sondern den Heizstrom aus Trockenelementen entnehmen kann. Damit fallen m V‘,rT
alle Unbequemlichkeiten und Kosten weg, die mit eingerichtet zu sein brauchen.
versagt sie bei irgendeiner der Prüfungen, bann bem Laben ber Sami wird sie an der betreffenden Stelle ausgeworfen. | sondere auch das Hin-
Am laufenden Band werden dann die Ein- ren Sammlerbatterien zelteile zum fertigen Gerät zusam- mengefügt. Röhrenfassungen, Steckerleisten, Antriebsachsen und Skalenscheiben wandern von Hand zu Hand. An einer Stelle hat eine Arbeiterin sie- ben verschiedene Arbeitsgänge zu bewältigen, wobei sie auf einem Räderstuhl in einer Schiene hin und zurück gleitet. Zunächst werden die Hauptteile auf Den Grundplatten aufmontiert, die Verbindungsleitungen werden eingelegt und angelötet. Die Lautsprecherbespannung wird eingeklebt und gebügelt, und zwischendurch werden immer wieder mechanische und elektrische Prüfungen vorgenommen. Mit Hilfe eines eigenen kleinen Senders, der am Ende des „Wandertisches" angebracht ist, wird Klangstärke und -reinheit kontrolliert. Noch am gleichen Tisch bekommt das Gerät seine Fabrikationsnummer und wird fertig zum Versand eingepackt. Alle drei Minuten verläßt ein Volksempfänger den Betrieb — eine phantastische Leistung, wenn man bedenkt, wieviel peinlich ausgeführte Handarbeit, wieviel Kontrollen zur Fertigstellung des Gerätes nötig sind.
Ein eindrucksvolles Bild deutschen Schaffens. Don einem Arbeitswillen geleitet, greift hier ein Rad ins andere und bringt in präzis ausgeführter Qualitätsarbeit ein Wunderwerk deutscher Technik hervor.
schließlich zusammengebaut.
Durch viele Arbeiterinnenhände gehen auch die Teile zum Netz- und zum Niederfrequenzform a t o r. Wicklungen aus Drähten verschiedener Stärke werden hergestellt, die Drahtenden verlötet, die Kernbleche wandern in die Spulen, der Transformator wird „geschachtelt" und schließlich der Kern durch Rohrnieten zusammengepreßt. I Yerausgebracht, Damit oa
Sehr interessant ist die Erzeugung der Hochfre- werden konnte. Das wird .
yuenzlitze. Eine Ziehmaschine verfeinert 0,6 Mil- * höhte Anpassung der Empfänger an diese neuen
Eine
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