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Adolf Hitler, die Kriegsschuld und die Gleichberechtigung.

Oer Führer will den Frieden, er wird seinen Weg unbeirrt weitergehen.

Berlin, 17. Aug. (DNB.) Der Beauftragte der Reichsregierung für Abrüstungsfragen von Ribbentrop äußert fick zur Volksabstimmung am 19. August überAdolf Hitler, die Kriegsschuld und die Gleichberechtigung". Er sagt u. a.:

Jahre hatte Adolf Hitler gekämpft und das deutsche Volk aufgerüttelt, bis die ganze Nation ihm zujubelte im Kampfe um Deutschlands Ehre.

Diese Ehre des neuen Deutschland ist aber un­trennbar verknüpft mit den Begriffen der Ab­lehnung der Kriegsschuld, dem Bestehen auf

Zeder Volksgenosse muß wählen!

Laßt Euch nicht von Saboteuren irreführen I

Berlin , 16. August. (DBB.) Entgegen Gerüch­ten, die systematisch von Saboteuren ausge­streut werden, wird nochmals darauf hingewiesen, daß selbstverständlich jeder Volksgenosse zur Wahlurne gehen muh, und dah nicht abgegebene Stimmen nicht etwa als Ia-Stimmen gewertet werden, sondern dem großen Bekenntnis für den Führer am 19. August verloren gehen.

Gleichberechtigung und Sicherheit und dem Wunsche nach einem wahren Völkerfrieden.

Es ist eine feststehende Tatsache, daß selbst die g e - hässigsten Forscher von einer deutschen Schuld am Kriege nicht mehr sprechen. Die Unhaltbarkeit dieser These hat sich erwiesen. Man könnte damit das unheilvolle Kapitel Kriegs­schuld schließen, wenn nicht die folgen dieser falschen Schuldthese die 'Frage immer von neuem aufrollten. Diese Folgen sind, daß auf der These der deutschen Kriegsschuld

1. der Begriff der noch immer propagierten Sicherheit vor einem angeblich aggressi­ven Deutschland aufgebaut ist und damit zusammenhängend die eigene Richtab- rüstung und Verweigerung der Rüstungsgleichheit für Deutschland und

2. die neuerdings da und dort wieder auf­tauchende Propaganda im Auslande gegen den in Deutschland angeblich herrschenden Geist der Gewalt".

Man hört da vom Auslande Stimmen, die sagen, Deutschland habe 1914 angegriffen, also müsse man erwarten, daß es eines Tages wieder anareifen wolle. Jeder deutsche Soldat sei daher eine Gefahr für die Welt, jeder eigene eine Friedenssicherung, lieber die riesigen Armeen und Rüstungen der anderen wird nicht gesprochen. Oder: Wenn in Deutschland im braunen Hemd marschiert wird, wenn Deutschland mit eisernem Fleiß seine Menschenmassen organisiert, um sie geistig und körperlich in Ordnung und Disziplin zu halten, da­mit sie dem zerstörenden Bazillus des Kommunis­mus nicht erliegen, so ist dies Militarismus. Dah der Kanzler den rein politischen Charak- t e r dieser Formationen klar festgelegt hat, wird verschwiegen.

Wit dem Wegfall der Schuldthese verliert die seltsame These der einseitigen Sicherheit ihre Berechtigung. Deutschland muh das primitivste Recht eines Volkes auch für sich in Anspruch nehmen, das für es wegen der exponierten Lage im Herzen Europas viel entscheidendere Bedeutung hat als für irgendeinen anderen Staat. Da die Sicherheit eines Volkes aber letz­ten Endes nur in feiner Wehrfähigkeit im Ver­gleich zu anderen Ländern liegt, kann man Deutschland die Rüstungsgleichheit, die ihm durch die Gleichberechtigungserklärung der Dächte vom Dezember 1932 garantiert wurde, auf die Dauer nicht vorenthaltent

Deutschland hat große Probleme vor sich. Sein Führer wird sie meistern. Aber keines derselben kann durch Gewalt gelöst werden. Das kommuni st ische Chaos in Europa würde unabänderlich am Ende einer sol­chen Entwicklung stehen.

Adolf Hitler hat gesagt, daß die Zukunft des deutschen Volkes und damit auch Europas nur im Frieden und in der Gleichberechtigung aller liegen kann. Er will seinem Volke eine bes­sere Zukunft schaffen, und er weiß, daß diese

nur in friedlicher Zusammenarbeit mit den Völkern Europas

segensreich gestaltet werden kann. Er hat sich mit Polen geeinigt. Er hat seine Bereitschaft zur freundschaftlichen Verständigung mit unseren anderen Nachbarn erklärt. Er hat aber auch erklärt, daß das höchste Gut eines Volkes seine Freiheit und seine Ehre ist, die Führer und Volk jederzeit über alles stellen und bedingungslos bis zum letzten Atemzug verteidigen müssen. Unbeirrt durch alle Verleumdungen und Widerstände von draußen wird Adolf Hitler auf diesem Wege weiterschreiten.

Frankreichs Blick über den Rhein.

Paris rechnet mit einem ganz außerordentlichen Erfolg Hitlers.

Paris, 17. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Das In­teresse der französischen Presse und der Oeffentlichkeit ist nach wie vor auf die V o l k s a b - stimmung in Deutschland gerichtet. Die Blätter geben den verschiedenen Reden und Erklä- rungc«rt führender Persönlichkeiten breitesten Raum und führen in einem bisher kaum beobachteten Um­fange die Stimmen der deutschen Presse an, die das Volk auffordern, sich geschlossen hinter den Führer zu stellen. Mit spaltenlangen Arti­keln bringen die Blätter Abbildungen des

Ein Volk, ein Wille, einSo"!

Führers und anderer politischer Persönlichkeiten Deutschlands. Der allgemeine Eindruck verstärkt sich, daß Hitler am kommenden Sonntag einen noch nie dagewesenen Erfolg zu verzeichnen haben wird.

DasPetit Journal" wirft deshalb die Frage auf, ob dieser Erfolg als wahrhaft ehrlich anzusehen sei. Das Blatt kommt dabei zu der Schlußfolgerung, daß sich wohl kaum ein Deut­scher seiner Wahlpflicht entziehen könnte. Mit dem Augenblick aber, wo er die Wahlzelle betreten habe, sei er vollkommen frei, denn die Wahl sei geheim und niemand wisse, ob er für oder gegen den Führer gestimmt habe. Der ganze Vor­gang dauere nur wenige Sekunden, aber diese weni­gen Sekunden würden sich 45 Millionen Mal wie- verholen und Hitler die unbegrenzte Macht über 60 Millionen Deutsche ver­leihen.

Auch die anderen Blätter sind davon überzeugt, daß der Führer eine noch nie dagewesene Mehrheit auf sich vereinigen wird.

Petit P a r i s i e n" hält es für sehr wahr­scheinlich, daß Hitler 100 Prozent der Stimmen erhält. Man könne keinen Augenblick daran zweifeln, daß er in einer von ihm geforderten Volksabstimmung die einhellige Z u st i m - m u n g des Volkes erhalten werde.

Schmutzige pariser Verleumdungen zum Testament Hindenburgs.

Paris, 17. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Der- öffntlichung des T e st a m e n t e s des verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg wird im Zusammenhang mit der bevorstehenden Volks- ab stimmung eingehend besprochen. Die Mei- nungen der Blätter gehen dabei nach wie vor weit auseinander.

WährendI o u r n a l" erklärt, daß das Schrift­stück zweifellos e ch t sei,wenn es vielleicht auch nicht restlos von der Hand des Reichspräsidenten geschrieben sei" (?), stellt dasE ch o de Paris" in einer taktlos und schmutzigen Form die unverfrorene Behauptung auf, daß es ge­fälscht sei. (!)

DasO e u v r e" wundert sich über diespäte Veröffentlichung" des Testamentes.

Um die Oeffentlichkeit noch mehr zu beeindrucken und sie von den an den Haaren herbeigezogenen Zweifeln zu überzeugen, geben einige Blatter auch vorsichtig ausgesuchte Stimmen des Auslandes, ins-

besondere Englands wieder, wo ein allerdings nur verschwindend aeringer Teil der Presse ähnliche Bedenken brachte. Das Manöver ist zu durchsichtig, nachdem man sich wohl überall hat davon überzeu­gen müssen, daß das deutsche Volk einig und geschlossen hinter dem Führer stehen wird, wenn jetzt versucht wird, das Wahl- ergebnis vom Sonntag schon im voraus zu schmä­lern, indem man in der Oeffentlichkeit den Eindruck zu erwecken versucht, als ob 'dieses Ergebnis mit Hilfe eines gefälschten (!) Schriftstückes erzielt wor­den sei. Einem Teil der französischen Presse ist eben jedes Mittel gerade gut genug, was ihr nur geeignet erscheint, um Deutschland in den Augen der Oeffentlichkeit herabzusetzen. Der beste Beweis für die h i n t e r l i st i g e und u n - faire Art, mit der hiesige Blätter internationale Politik machen wollen, liegt schon darin, daß einige Blätter behaupten, daß Testament sei gefälscht und solle dem Wahlfeldzug von Nutzen sein, während beispielsweiseI o u r n a l", das, wie oben erwähnt, an der Echtheit des Testamentes nicht zweifelt, fest- stellen muß, daß die nationalsozialistische Propa­ganda von diesem Testament nur sehr wenig Gebrauch gemacht habe.

Gegen Lüge und Verrat.

Die saarländischen Katholiken im Abstimmungskampf.

Saarbrücken, 17. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Der hier sehr bekannte katholische Pfarrer Wil­helm aus Werden sprach auf einer K u n d g e - bung geaenLüge undVerrat in einer viel- beachteten Rede über die Stellung des saarlän­dischen Katholizismus im Ab st im- mungskampf. Dabei ging Pfarrer Wilhelm besonders auf die Jnttigen der separatistischen Zeitungen ein, besonders derNeuen Saar- p o st", die unter dem Christenkreuz die gemeinsten Lügen in das Saarvolk trage. Ein solches Tun werde niemals von Gott aebilligt werden, denn was er zusammenge­fügt habe, könne von uns nicht getrennt werden. Der Katholik an der Saar müsse am 13. Ja­nuar beweisen, daß er nicht seine Kraft am Aufbau des Reiches zurückziehe, sondern daß er gewillt sei mitzuarbeiten.

Pfarrer Wilhelm betonte dann, daß der auf- rechte Deutsche der neuen Regierung unter allen Umständen das Vertrauen ent- aegenbringen müsse, das zum Arbeiten notwendig ser. Besonders die Katholiken, von denen einige heute sagten, es sei ihnen vor ihrem Gewissen nicht erlaubt, für die Rückkehr nach Deutschland zu stimmen, müßten es als Gewissenspflichk betrachten, zurückzukehren, denn alles andere gehe gegen den Willen Gottes.

Neuer päpstlicher Beauftragter für das Saargebiet.

Saarbrücken, 16. Aug. Wie dieKatholi che Korrespondenz" mitteilt, wurde an Stelle von Msgr. Testa der Prager päpstliche Geschäftsträger M gr. Giovanni Panico zum päpstlichen Beauftragten für das Saargebiet ernannt. Msgr. Panico begibt sich zum Empfang nötiger Instruktionen am 16. August über München nach Rom, von wo er baldigst nach Saarbrücken abreisen wird.

Der Wille des Volkes:

Das Reich der nationalen Ehre und sozialen Gerechtigkeit.

Don Hans BiallaS, Amtsleiier bei der Obersten Leitung der PO. der NSDAP.

Als Adolf Hitler den Entschluß faßte, das deutsche Volk wieder aus Schmach und Knechtschaft zu Frecheit und Ansehen in der Welt zu führen, war er geleitet vom Vertrauen an die unzerstörbaren Urkräfte der deutschen Nation. Darauf hat er die nationalsozialistische Bewegung aufgebaut, und dar­an sind auch alle Widerstände der mächtigen Geo- ner eines freien und starken Deutschland zerschellt. Diese wußten nichts von dem gesunden Instinkt, den sich das deutsche Volk trotz einer tausendjährigen Zersplitterung und trotz der immer wieder erneuten geistigen Vergiftung bewahrt hatte.

Das deutsche Volk hat in Wirklichkeit niemals die Uneinigkeit und Zersplitterung gewollt. Das beweisen schon jene uralten deutschen Dolkssagen, die immer jene Uneinigkeit als ein Uebel darstellten. Die geistige Haltung eines Volkes ist immer be­stimmt durch seine rassische Zusammensetzung. Nicht parlamentarischer Kuhhandel oder sich Taktik nen­nende Diplomatie sind der Ausdruck des Volks- willens. Der Wille des Volkes ist bestimmt durch sein Blut, und er ist immer der gleiche, so lange dieses Volk besteht. Er verändert sich nie. Menschen gleichen Blutes und gleicher Rasse werden auch immer die gleiche Weltanschauung haben. Das war nie anders und wird auch nie anders fein. Bei dem deutschen Volke nordischer Rasse war zu allen Zeiten der heldische Gedanke vorherrschend. Alle Taten dieses Volkes, die die Folge eines Auf­flammens seines Urinstinkts waren, hatten immer das gleiche Ziel. Was uns die alten germanischen Heldensagen lehren, ist unser höchstes Ideal noch heute und wird auch stets das hohe Ideal unserer Jugend sein. Freiheit, Ehre und Gerechtigkeit müssen immer die Wahrzeichen der deutschen Staatsform und die Grundlagen jener Regierungsmaßnahme sein. War dies nicht der Fall, so hat zu allen Zeiten das Volk rebelliert, weil sein gesunder Instinkt sich gegen eine von fremdem Geiste be­seelte Diplomatie gewehrt hat. Mögen wir zurück- gehen in die Jahrtausende, wir finden stets das gleiche Bild. Der germanische Befreiungskampf

unter Hermann, dem Cherusker, ebenso wie unter Wittukind, sind Zeichen des Durchbruchs echten deutschen Dolkswillens. Die Erhebung des deutschen Bauerntums zur Zeit der Reformation atmet im Grunde genommen den gleichen Geist wie der nationalsozialistische Befreiungskampf. In der Be­seitigung der Fremdherrschaft 1813 findet der Wille des Volkes den gleichen Ausdruck wie in der jubelnden Begrüßung der Reichsgründung im Jahre 1871.

Allein s o ist der Siegeszug der nationalsoziatisti- fchen Bewegung zu erklären, denn sie hatte hinter sich den Willen des Volkes und der Sprecher dieses Volkes war: Adolf Hitler.

Die NSDAP, hat oft in Wahlkämpfen gestunden. Sie hat zuerst nur einen kleinen Teil der Stimmen des Volkes auf sich vereint. Nicht etwa deshalb, weil damals das Volk, ü. h. das deutsche Arbeiter- und Bauerntum etwas anderes gewollt hätte, als es heute will, sondern einfach deshalb, weil man dem Volke niemals eine klare und eindeutige Frage, auf die es nur ein Ja oder Nein gibt, vorgelegt hatte. Hätte doch das alte System es einmal wagen sollen, das Volk wirklich zu befragen. Hätten sie doch ein­mal eine Wahl ausgeschrieben ohne fünfzig verschie­dene Parteien, sondern hätten sie gefragt: Bist du mit unserer Regierung zufrieden oder nicht? Diese Antwort wäre fast 100prozentig mit Nein ausge- fallen, so wie heute das Volk dem Führer jubelnd mit Ja die Zustimmung zu seiner Regierungstätig­keit gibt. Man hatte nicht den Mut, eine Frage ohne Hörner und Klauen" zu stellen. Man gab wohl vor, das Volk zu befragen. In Wirklichkeit er­zielte man nur das eine, daß man auf eine dumme Frage auch eine dumme Antwort erhielt. Und die Antwort des Volkes, das nicht wußte, was man eigentlich von ihm wollte, waren jene zahllosen Gruppen und Grüppchen. Parteien und Parteichen.

Am 19. August befragt der Führer wieder einmal das Volt. Die Frage ist klar und eindeutig, und wir wissen, daß sie vom gesamten deutschen Volk in allen seinen Schichten mitJa" beantwortet wird.

Antrittsbesuch von papens in Wien.

Beiderseits der Wille zu guter Zusammenarbeit.

Vien, 16. Aug. (DRV.) Amtlich wird tnifge- teilt: Der neuernannte deutsche Gesandte Franz von Papen ist Donnerstag um 12 Uhr in Be­gleitung des diplomatischen Personals der Gesandt­schaft beim Bundespräsidenten Viklas erschienen, um ihm sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Der Gesandte wurde vom Kabinettskommissär Dr. Galli feierlich eingeholt. Eine Ehrenkompanie leistete bei der An- und Abfahrt unter den Klängen des Generalmarsches die Ehrenbezeugung. Bei der Ueberreichung des Beglaubigungsschreiben», die nach Austausch freundschaftlicher Ansprachen stattfand, waren Vundesminister Dr. Berger-Walden- e g g und Kabinettsdirektor K l a st e r s k y an­wesend.

Bei der Ueberreichung des Beglaubigungsschrei, bens hielt

Gesandter von Papen

folgende Ansprache:

Herr Bundespräsident! Dom Herrn deutschen Reichskanzler als außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister in besonderer Mis- sion nach Wien entsandt, habe ich die Ehre, Ew. Exzellenz mein Beglaubigungsschreiben zu überreichen, das zugleich von der Abberufung mei- nes Herrn Amtsvorgängers Mitteilung macht.

Indem ich das ehrenvolle Amt übernehme, die deutsche Regierung bei der österreichischen Regie- rung zu vertreten, bin ich mir der hohen Bedeu- tung und Verantwortung der Aufgaden bewußt, die dieses Amt gerade unter den gegenwärttgen Ver- hältnissen in sich schließt.

Es ist der Wunsch der Reichsregierung und zu­gleich das letzte Vermächtnis des verewigten Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall v. Hin­denburg an mich, dah dar leider getrübte Ver­hältnis zwischen Deutschland und Oesterreich wieder in normale und freundschaftliche Bahnen geleitet werde. Wein vornehmstes Bestreben wird es daher sein, meine ganze Kraft für die Verwirklichung dieses Wunsches einzusehen und so dazu beizutragen, daß sich in unseren staat­lichen Beziehungen die Gefühle der Freund­schaft wieder Herstellen, wie sie unserer tausend­jährigen Stammes- und Kulturgemeinschaft entsprechen.

Ich trete an diese große Aufgabe voll Zuver­sicht heran, weil ich des festen Glaubens bin, daß die auf Blutsverwandtschaft und g e - mein'ferner Geschichte beruhenden Bande zwischen unseren beiden Ländern unzerstörbar sind, und weil ferner eine Zusammenarbeit auf gei­stigem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet für den europäischen Wiederaufbau unerläßlich ist. Deshalb hege ich die Hoffnung, daß ich bei meiner Tätigkeit auf die hohe Unterstützung Ew. Exzellenz und die unentbehrliche Mitwirkung der österreichischen Regierung rechnen kann."

Auf diese Ansprache des Gesandten von Papen antwortete

Bundespräsident Miklas:

Herr Gesandter! Mit Vergnügen nehme ich aus Ihren Händen das Schreiben entgegen, durch das Sie S. Exzellenz der Herr deutsche Reichskanzler als außerordentlichen Gesandten und bevollmäch- tigten Minister des Deutschen Reiches in Wien beglaubigt.

Gleichzeitig übernehme ich das Abberufungs­schreiben betreffenb Ihren Vorgänger den Herrn Gesandten Dr. Kurt Rieth.

Vit Genugtuung habe ich Ihren Dorten ent­nommen, dah Ew. Exzellenz in erster Linie mit der besonderen Vission betraut sind, im Sinne Ihres nun in Gott ruhenden grohen Reichspräsidenten Generalfeldmarfchalls von Hindenburg das Verhältnis zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich wieder zu einem normalen zu gestalten. Ich bitte Ew. Exzellenz, die Versicherung entgegenzunehmen, dah es

auch mein aufrichtiger Wunsch ist, unseren Be­ziehungen von Staat zu Staat wieder jenen freundschaftlichen Charakter zu geben, der den geschichtlichen Gegebenheiten und so vielen Ge­meinsamkeiten in Sprache und Kultur unserer beiden Staaten entspricht. In dem Bestreben nach Durchführung dieser Aufgabe werden Ew. Exzellenz bei mir und der Bundesregierung jederzeit die vollste Unterstützung finden.

In diesem Zusammenhang drängt es mich, auch der Hoffnung und zuversichtlichen Erwartung Aus­druck zu verleihen, daß auch auf wirtschaft­lichem Gebiet die zwischen unseren beiden Staaten bestehenden Störungen beseitigt werden, und daß es uns vergönnt sein wird, in wirtschaftlicher Zusammenarbeit mit den anderen Ländern Europas zur Ueberwindung der allgemeinen Wirtschaftskrise und zur Förderung des Wohlstandes der Völker beizutragen.

Indem ich Ew. Exzellenz aufrichtig bitte, in diesem Sinne auf meine Mitwirkung zu rechnen, heiße ich Sie, Herr Gesandter, in Oesterreich freund­lich willkommen."

Daran knüpfte sich eine in Herzlicken Worten gehaltene Unterredung zwischen dem Bun­despräsidenten und dem Gesandten von Papen.

Rücksendung von (Stimm* scheinen nach der Wahl.

Berlin, 16. Aug. (DRV.) ver Reichsminister des Innern Hal die Landesregierungen ersucht, die Gemeindebehörden anzuweifen, die am Abslim- mungrtage vor dem Dahlvorstand ordnungs- mäßigabgebenen Stimmscheine bi» zum 22. August an die Gemeindebehörden de» Ausstellungsortes zu übersenden.

Diejenigen Wahlberechtigten, die von ihren Stimm­scheinen aus irgendwelchen Gründen keinen Ge­brauch gemacht haben, werden in ihrem eige­nen Interesse aufgefordert, die nicht benutz­ten Stimmscheine bis zum gleichen Zeitpunkt an die Gemeindebehörden des Ausstellungsorte» zurückzusenden.

Neuer litauischer Gewaltakt im Memelgebiet.

Memel, 16. Aug. (DNB.) Das Direkto- rtum d e s Memelgebietes hat angeordnet, daß allen Angestellten der autonomen öffentlichen Einrichtungen, der Selbst- Verwaltungen und der öffentlich-rechtlichen Körper- schäften bis zum 15. August d. I. der D i e n st ge­kündigt fein muß. Den Landräten wurde besoh­len, auch die Angestellten des Kreises im Namen des Direktoriums zu kündigen.

Die Kündigungen sollen, wie es in dem Beschluß des Direktoriums heißt, den Zweck haben, die Ent­lohnung und die Zahl der Angestellten nachzuprü­fen und wenn notwendig zu verkleinern. Außerdem sollen die Angestellten, welche der litauischen Sprache nicht mächtig sind,antistaatlichen" Parteien angehörten, oderstaatsfeindlich" sich be­tätigten, endgültig aus dem Dienst aus- scheiden.

3n Wießlichkeit handelt es sich wieder um einen versuch, mÜglich st alle Deutschen aus öen Ülmts ft eilen des Memelgebiets z u entfernen. Die drei Parteien, die in dem Er­laß gemeint sind, wurden ja erst nachträglich als staatsfeindlich bezeichnet. Ihnen anAugepören stellte keine illegale Handlung dar. In­folgedessen hat diesen Parteien ja die Mehrzahl der Memeldeutschen angehört. Wo aber dieser Vorgang doch nicht herhalten kann, will man jetzt anscheinend die betreffenden deutschen Behördenangestellten über die Sprachenprüfung straucheln lasten. Eine Norm zur Beurteilung der litauischen Sprachkennt­nisse gibt es vorläufig nicht. Es kann daher jedem vorgeworfen werden, daß er die litauische Kvrache nicht beherrsche.