Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft ,^rast durch Freude", Schanzenstraße 18, melden.
Die Fahrt geht wieder von Gießen nach Mainz- Kastell, von dort mit dem Schiff nach Rüdesheim. Dort drei Stunden Aufenthalt. Dann von Rüdes- heim weiter mit dem Dampfer nach Koblenz, wo wir um 17 Uhr eintreffen. Gegen 20 Uhr Rückfahrt von Koblenz nach Gießen. Eintreffen in Gießen gegen 22 Uhr.
Preis der Fahrt: Erwachsene mit Mittagessen 5,50 Mark, Kinder mit Mittagessen 3,05 Mark, Er-
Nimmer wird das Reich vergehen. Wenn Ihr einig seid und treu. Einstimmig Ja!
wachsens ohne Mittagessen 4,90 Mark, Kinder ohne Mittagessen 2,45 Mark. Zahnradbahn auf den Niederwald 70 Pf.
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Die Teilnehmer an der S ck l e s w i g - H ölst e i n - F a h r t vom 18. bis 26. August wollen die Kosten von 40 Mark sofort auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, einzahlen. Für die Abstimmung am Sonntag sind unbedingt Stimmscheine zu besorgen.
Reichsbund Volkstum und Heimat.
Ortsring Gießen.
Heute, Donnerstag, 20.15 Uhr, Besprechung der Fachamtsleiter und Vertrauensleute im „Brau- ftübl", Wolkengasse 26.
Bestellungen auf den Heimatfreund-Kalender 1935, sowie Zahlungen hierfür dürfen nicht unmittelbar an die Geschäftsstelle Darmstadt gerichtet werden. Wir verweisen die Ortsringführer und Schulen darum nochmals auf die Bestimmungen, die ihnen hierüber vom Obmann des NSLB. zugegangen sind.
Ebenso müssen alle Zahlungen für den Reichsbund „Volkstum und Heimat" über das Konto 198 58, Postscheckkonto Frankfurt a. M. laufen.
(Hlcstencr Wochenmarttp reise
* Gießen, 16. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter 1,45 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse 2 10%, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing (grün) 15 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 18 bis 25, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen grün) 25, (gelb) 25, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 18 bis 20, Zwiebeln 12, Kartoffeln (neue) 5 bis 5% Pf., der Zentner 5,— bis 5,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 12 bis 25 Pf., Falläpfel 5, Pfirsiche 25 bis 45, Brombeeren 30 bis 35, Preißel- beeren 30 bis 35, Birnen 15 vis 25, Zwetschen 10 bis 12, Mirabellen 15 bis 20, Reineclauden 15, junge Hähne 80, Suppenhühner 60 bis 70, Tauben das Stück 50, Blumenkohl 10 bis 70, Salat 10 bis 12, Salatgurken 15 bis 25, Einmachgurken 1% bis 2%, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5, Lauch 5 bis 7, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bund 10 Pf.
Vornotlzen.
— Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gern hab' ich die Frau'n geküßt". — Oberhessisches Damenheim: 18 Uhr, Lukassaal, Mitgliederversammlung.
** Von der Landesunlversität. Die Kanzlistin bei der Frauenklinik der Landesuniversität Gießen, Wilhelmine Vogt, geb. Rehnelt, wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1934, auf Nachsuchen und unter Anerkennung ihrer dem Staat geleisteten Dienste entlassen.
** Justizpersonalien. Das Personalamt des Hess. Staatsministeriums teilt mit: Die Kanz-
ASDW. (Stahlhelm), Landesverband Hessen.
Zur Volksabstimmung am 19. August.
Kameraden!
Unser Bundesführer hat als erster dazu aufgerufen, dem Führer und Kanzler am 19. August bei der von ihm selbst angeordneten Abstimmung ein freudiges „I a" zu geben. Adolf Hitler, der nach dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen Feldmarschall-Reichspräsidenten nunmehr die Last und Verantwortung für das Schicksal des Dritten Reiches allein trägt, muß für dieses schwere Amt des voll st en Vertrauens des gesamten deutschen Volkes sicher sein.
Das Frontkämpfergeschlecht, aus dessen Erleben heraus Adolf Hitler die Idee des Rationalfozla- lismus geschaffen hat, ist verpflichtet, wie immer, wenn es um deutsches Schicksal geht, in vorderster Linie zu stehen. Dir sind es unserer Soldatenehre und dem Vermächtnis des großen Entschlafenen schuldig bis zum letzten Mann mit einem freudigen „3a“ zu stimmen.
Aber darüber hinaus ist es unsere Pflicht, auf die Volksgenossen, die noch immer auf die alten Frontsoldaten als richtunggebend blicken, mit heißem Her- zen dahin einzuwirken, daß sie unserem Beispiel folgen. Der 19. August muß dem Ausland erneut einen überwältigenden Beweis von der Geschlossenheit der deutschen Nation geben und von ihrem unbesiegbaren Willen, im Geiste des Feldmarschalls dem Führer in bedingungsloser Gefolgschaftstreue auf allen Wegen zu folgen, die er uns weist.
Jeder Kamerad des NSDFB. (Stahlhelm) trägt am 19. August sein graues Ehrenkleid, um darzutun, daß die Stimmabgabe für den Führer uns eine Ehrensache ist.
Frontheil Hitler!
Der kommissarische Landesführer von Hessen: gez. von Mayer.
leiassistenten Friedr. Hammel (Amtsgericht Homberg), Peter Hildebrand (Landeszuchthaus Marienschloß), Friedrich H o f (Amtsgericht Gießen) und Heinrich Vater (Amtsgericht Lich) wurden zu Justizsekretären ernannt, der Kanzlist Karl Helf- r i ch (Amtsgericht Altenstadt, z. Z. Vilbel) wurde ebenfalls zum Justizsekretär ernannt.
** 2 5 jähr. Dienstjubiläum. Am 15. Aug. konnte Frl. Marie ©paar, wohnhaft Frankfurter Straße 13, auf eyie 25jährige Tätigkeit als Büglerin in der Zentralwaschanstalt der Universitäts-Kliniken zurückblicken. Die Jubilarin, deren Arbeitsplatz mit Blumen reich geschmückt war, wurde von ihren Mitarbeiterinnen, sowie den Beamten und Angestellten der Verwaltung knit schönen Geschenken bedacht. Sie erfreute sich während ihrer 25jährigen Tätigkeit in ihrem Wirkungskreise großer Beliebtheit wegen ihrer treuen, hingebungsvollen Arbeit, was aus den anerkennenden Worten eines Vertreters des Verwaltungsdirektors, sowie einiger weiterer Herren zum Ausdruck kam.
** Eine Achtundsiebzigjährige. Frau Franziska Hammel Wwe., Schiffenberger Weg 30, kann am morgigen Freitag ihren 78. Geburtstag in völlig geistiger und körperlicher Frische begehen. Die yochbetagte Frau ist treue Leserin des des Gießener Anzeigers.
** Promenadenkonzert des Stadttheater-Orchesters. Heute von 19.30 bis 20.30 Uhr unter Leitung von Konzertmeister Ker- z i s n i k Promenadenkonzert. „Flotte Husaren", Marsch-Ouvertüre zur Oper „Euryanthe", C. M. v. Weber; „Die Romantiker", Walzer von I. Lanner; Melodien aus der Oper „Der Troubadour"; zwei spanische Tänze von Moskowski; Potpourri aus der Operette „Der fidele Bauer".
** Waffenappell der deutschenFeld- a rti ll eri e. Vom 31. August bis 2. September findet in Köln — wie man uns schreibt — der Waffenappell der gesamten deutschen Feldartillerie statt. Aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes werden die ehemaligen Schwarzkragen in Köln zusammenkommen. Bei dieser Gelegenheit findet auch das Regimentstreffen der Kameraden des 2. Oberelsässischen Feldartillerie-Regiments Nr. 51 und dessen Kriegsformationen, der Reserve-Feld-Artille- rie-Regimenter Nr. 57, 239 und 271, der Artillerie-Munitionskolonne 3, Munitions-Kolonne 1355, 1356, 1357, Jnfanterie-Munitionskolonne 2, Leichte Munitionskolonne 938, 1326, 1327 in Köln statt. Dem Verein noch fernstehende Kameraden wollen ihre Adresse an den Vereinsführer Zollinspektor Hermann Schmidt, Düsseldorf, Aderstraße 53, einsenden.
** Neuerungen im Po st gutverkehr. Von der Nachrichtenstelle des Reichspostministeriums wird mitgeteilt: Vom 1. Oktober 1934 ab wird Postgut bei allen Postanstalten des Deutschen Reichs schon bet gleichzeitiger Einlieferung von 3 (bisher 5) Kleingutsendungen (Postgütern und Paketen) für
denselben Bestimmungsort angenommen. Weiterhin wird das Verlangen der Eilzustellung und die Einlieferung sperriger Postgüter zugelassen. Den Postgütern muß künftig eine besondere Postgutkarte beigegeben sein, die in drei Formen auf grünem Papier ausgegeben wird, und zwar als gewöhnliche Postgutkarte, als Nachnahmepostgutkarte mit anhängender Postanweisung und als Nachnahmepostgutkarte mit anhängender Zahlkarte. Für eine Uebergangszeit bis zum 30. November 1934 sind Paketkarten noch als Postgutkarten zugelassen. Postgüter und Pakete für denselben Empfänger müssen entweder sämtlich zugestellt oder sämtlich abgeholt werden. Eine Abholvergütung für abgeholte Postgüter wird nicht gezahlt.
** Grummetgrasversteigerungen der Stadt Gießen finden am Montag und Dienstag nächster Woche statt. Näheres in der heutigen Bekanntmachung.
Oderheffen.
Landkreis (tiicfcen.
£ Wieseck, 15. Aug. Unsere Mitbürgerin Marie Sommer lad, geb. Pausa;, wurde am heutigen Donnerstag 85 Jahre alt. Frau Sommerlad erfreut sich noch bester Gesundheit.
* Alten-Buseck, 15. Aug. Am vergangenen Dienstagabend fand in Großen-Buseck ein Gruppenappell der BdM. - Gruppe Alten- Buseck unter Leitung der Gauführerin des Gaues 4/13 Oberhessen, Else Staab, statt. Nachdem sie am Nachmittag der JM.-Gruppe Annerod die Mit- gliedskarten überreicht hatte, sprach sie am Abend in eindringlichen Worten über die Pflichten und das Verhalten der jungen Generation im werdenden Dritten Reich. Besonders machte sie auf die sportliche Betätigung und die Neugestaltung der Schulungsarbeit aufmerksam und betonte beim Hinweis auf das neue BdM.-Heim der Schar Großen-Buseck, wie nötig BdM.-Heime zu gemeinsamer Arbeit und Kameradschaft wären. Leider sind noch viele Scharen aezwungen, in großen Wirtschaftssälen, die für Diesen Zweck sehr ungeeignet sind, ihre Heimabende abzuhalten. Der Appell der Gauführerin fand mit dem Lied „Unsere Fahne flattert uns voran" seinen Abschluß. Anschließend besichtigten die auswärtigen Mädelscharen das trauliche Heim, das BdM.-Scharführerin Erika Adler in so netter Weise hergerichtet hat. Unter frohem Gesang zogen die einzelnen Scharen nach Hause.
* Watzenborn-Steinberg, 16. Aug. Unser Mitbürger Balthasar Heß, Bahnhofstraße 25, 87 Jahre alt, und seine Ehefrau Christine Heß, geb. Schmandt, 84 Jahre, feiern heute das F e st der diamantenen Hochzeit. Der Jubilar ist der einzige noch lebende Gründer des hiesigen im Jahre 1868 gegründeten Gesangvereins „Germania". Auch heute ist er noch ein großer Freund des deutschen
Männergesangs. Er nimmt immer noch regen An- teil an dem Werdegang des Vereins, lieber 40 Jahre war er Rechner des hiesigen Kriegeroereins und versah das Amt in mustergültiger Weise. Im- mer von echter vaterländischer Gesinnung beseelt, bedeutete es für ihn eine Genugtuung, die Zeit des Umbruchs noch erlebt zu haben.
> Holzheim, 14. Aug. Am Montagabend fand hier im Saale von Pg. Gg. Games eine Tonfilmvorführung durch die Gaufilmstelle statt. Gezeigt wurde der Tonfilm „Das Ringen um Verdun", der von allen Besuchern mit großem Interesse ausgenommen wurde. Ortsgruppenleiter Wenzel- Lang-Göns sprach das Schlußwort, wobei er auf die Bedeutung des Filmes hinwies. Er ermahnte alle, am kommenden Sonntag ihre Pflicht zu tun und ihre Stimme für unseren Führer Adolf Hitler zu geben. Am Nachmittag fand eine Kindervorstellung statt.
Ärei* Schotten.
# Vom Vogelsberg, 15. Aug. Neben dem Anbau von Senf, Wicken, Erbsen usw. als Ausgleich für die F u t t e r m i t t e l k n a p p h e i t bei Klee und Gras, werden in diesem Herbst fast von allen Bauern die sogenannten Stoppel- r ü b e n angebaut. Der Bedarf an Rübensamen ist mancherorts so groß, daß manche Geschäfte schon seit einigen Zeit ihren vorhandenen Samen ausverkauft haben und zu Neubestellungen schreiten müssen. Infolge der ausgiebigen Regengüsse in den letzten Tagen weisen die Wiesen in den Tälern einen durchweg erfreulichen Grasansatz auf, so daß bei einigermaßen günstiger Witterung noch mit etwas Grummet gerechnet werden kann, soweit die Wiesen nicht als Hutweiden in Benutzung sind. Don allen Kartoffelarten hat sich in diesem Jahr die späte Odenwälder Blaue am besten über das trockene Wetter hinweggesetzt; die ansehnlichen Knollen beweisen dies. Bei den übrigen späteren Sorten sind die vorhandenen Knollen noch ziemlich klein.
Mreie merelö.
st. Kirtorf, 15. Aug. Dieser Tage sand im Saale der Gastwirtschaft Becker eine gut besuchte Versammlung der NSDAP, zur Volksabstimmung am 19. August statt. Pg. Schmidt (Steinheim) führte u. a. etwa folgendes aus: Die kommende Volksabstimmung sei keine Wahlhandlung im früheren Sinne, sei keine rein innerpolitische Angelegenheit, denn sie solle der Welt vor Augen führen, daß das deutsche Volk in Einheit zu seinem Führer steht: „Das Deutsche Reich ein Volk und ein Führer". Der Redner gedachte noch des verblichenen Reichspräsidenten. In seinen weiteren Ausführungen zeichnete er ein klares Bild vom Lebensweg des Führers und behandelte das Führerprinzip des Nationalsozialismus in Verpflichtung und Derant- wortungsbewußtfein.
# Aus dem Ohmtal, 15. Aug. Ein Bild von dem Minderertrag der diesjährigen Getreideernte kann man sich am besten machen, wenn man die diesjährige Druschzeit auf den Bauernhöfen mit der vorjährigen vergleicht. Wo sonst zwei Scheunen an einem Tage bewältigt wurden, sind es diesmal deren drei. Dabei wird es abends mit der Arbeit nicht so spät, wie sonst allgemein beim Dreschen.
Starkenburg.
Versuchter Raubüberfall.
LPD. Darmstadt, 15. Aug. In der Nacht zum Montag kam ein Motorradfahrer auf der Mainzsr- Landstraße zwischen Groß-Gerau und Darmstadt kurz vor der Griesheimer Landstraße, also ganz in der Nähe von Darmstadt durch ein quer über d i e Straße gespanntes Drahtseil zu Fall, Der Fahrer erlitt nur leichte Verletzun- Se n, die Maschine wurde kaum beschädigt. Nur dem mstand, daß der Gestürzte die Geschwindigkeit auf 25 Stundenkilometer herabgemindert hatte, ist es zu verdanken, daß ein größeres Unglück verhütet wurde. Ein Personenkraftwagen, der etwa 200 Meter vor dem Motorradfahrer die fragliche Stelle passierte, hatte noch nichts von dem Hindernis bemerkt. Der Motorradfahrer selbst sah kurz vor seinem Sturz eine dunkle Gestalt über d i e
Das Geheimnis von Loch Neß
Von unserem englischen 6 -Berichterstatter.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
London, im August.
Die Julihitze über England ist einer empfind- lidjen Kühle gewichen — nach der monatelangen Trockenheit bringt jeder Tag jetzt die für die britannischen Inseln typischen Regenschauer — man fann also beim besten Willen nicht mehr von „Hundstagen" sprechen wie im vorigen Monat, als die ersten alarmierenden Nachrichten über das geheimnisvolle „Loch Ness-Monster“ durch die Presse gingen. Damals haben die „ernsthaften" Leute und die Zeitungen, die ihre Reputation in der City aufs Spiel zu setzen hatten, von dem „Monster“ keinerlei Notiz genommen. Das „Monster“ existierte für sie nicht, obwohl mehr als vierzig Personen es un vorigen Monat gesehen hatten — obwohl fast täglich neue Meldungen darüber kamen. Jetzt ist das plötzlich anders geworden. Ein City-Mann nämlich, der einen der größten Versicherungskon- zerne des britischen Weltreiches kontrolliert, hat es zu seinem „Spleen“ gemacht (alle erfolgreichen City-Manner haben ihren „Spleen“!), dem Geheimnis des schottischen Fjord-Sees auf den Grund zu gehen. Mit dem Ergebnis, daß jetzt auf einmal ge« rabe die City-Presse die Existenz eines geheimnisvollen Ungeheuers in dem schottischen See mcht mehr anzuzweifeln noch zu verschweigen wagt — und den Lesern das Ungeheuer — ober vielmehr das, was von ihm auf die photographische Platte gebannt werben konnte — jo gar im Bilde vorführt. Und so hat Großbritannien eine neue Sensation zu den aufregenden Ereignissen der letzten zwei Monate. Und wenn auch niemand bis- her auch nur andeutungsweise zu wissen glaubt, um was es sich bei dem geheimnisvollen Seebewohner handeln mag — soviel steht jedenfalls fest: es wird heute niemand mehr wagen, seine Existenz ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Damit ist man schon ein gutes Stück weiter gekommen auf dem Wege zur Erforschung des Geheimnisses von Loch Nest
Der Mann, dem dies zu verdanken, ist Sir Edward Mountain, „Chairman“ der „Eagle, Star and British Dominions Assurance Company“. Also eine Persönlichkeit, die überall wohl bekannt ist — und deren Ernsthaftigkeit von niemandem ohne eigenen Nachteil in Zweifel gezogen werden könnte. Sir Edward ist nun nicht nur ein smarter Geschäftsmann, sondern im „Nebenberuf" sozusagen auch Naturforscher, der sich auch auf diesem Gebiet schon mehrfach erfolgreich/betätigt hat. Er ist in der beneidenswerten Lage, sich seine Lieb
habereien und Privatstudien ein Stück Geld kosten lassen zu können — und tat dies auch in bezug auf das Ungeheuer von Loch Neß. Es hatte ihn geärgert und auch gleichzeitig seinen Forscher- wie persönlichen Ehrgeiz angestachelt, daß vor etwa anderthalb Jahren bas englische Parlament es ab- gelehnt hatte (unb damit gleichzeitig dem „Monster“ zu seiner internationalen Berühmtheit verhalf!), eine Fliegerexpedition zur Erforschung bes Sees auszurüsten. Im Parlament waren bem An- tragsteller dazumal ein paar ebenso witzige wie persönlich nicht gerade schmeichelhafte Erklärungen zur Antwort gegeben worden.
Trotzdem wollten die Meldungen über das Vorhandensein des Bewohners von Loch Neß nicht verstummen. Und so ging Sir Edward ans Werk. Zielbewußt und schweigend, wie sich das für einen Briten und Citymann gehört. Er suchte sich zunächst selbst ein Urteil zu bilden über die Wahrscheinlich- feit der Existenz des Ungeheuers und beauftragte dazu nicht nur eine Zeitungsausschnittagentur, sondern las auch selbst, was bisher an Literatur über diesen und ähnliche Fälle erschienen war. Sir Edward wurde sozusagen „Spezialist" in See- schlangen und Meeresungeheuern. Mit dem Ergebnis, daß er die Wahrscheinlichkeit des Monsters durchaus nicht mehr in Zweifel zog. Er mietete sich daraufhin — wie gesagt, er braucht sich nicht um Nahrunassorgen zu kümmern! — das in der Nähe des Loch gelegene Schloß Beaufort Castle für die- fen Sommer, stellte vierzig Mann in feinen Dienst, bie unter Leitung unb Oberaufsicht eines früheren Offiziers im Hauptmannsrang Wachtdienst zu versehen unb jede einzelne Beobachtung sofort zu melden hatten. Alle acht Tage, wenn bie Ablösung der Wachen vorgenommen würbe, erfolgte eine Art Bulletin — unb schon nach den ersten vierzehn Tagen, als der erste Turnus von Wächtern sein Werk vollendet hatte, war Sir Ebwarb mehr als nachbenklich geworben. Das geheimnisvolle Wassertier war beinahe jeden Tag gesehen worden — und ic.r^.r ^pselne Mann beschrieb sein Aussehen fast völlig übereinstimmend: schwarz, mit kleinem Kopf, zwei Hockern auf dem Rücken, sechs bis acht Meter lang und meist einen halben Meter aus dem Wasser ragend. Stets aber konnte das Tier nur einen Augenblick wahrgenommen werden — meist verschwand es mit Gedankenschnelle in einem schäumenden Wasserstrudel: Nun wurde jedem Wächter eine ansehnliche Belohnung ausgesetzt, der das „Beast“ tot, nach Möglichkeit aber lebendig diegfest mache.
Aber dagegen scheint die Familie derer von „Mac Neß" — „alle" Schotten heißen bekanntlich „Mac" und offenbar handelt es sich nicht um ein einzelnes Lebewesen sondern um eine ganze „Brut"
— eine im übrigen nicht ganz unbegreifliche Antipathie zu haben. Das — ober vielmehr: die Ungeheuer ziehen es vor, blitzschnell zu erscheinen unb ebensvschnell wieder von der Bild- bzw. Seefläche zu verschwinden. Ja, sie sind sogar ausgesprochen unfreundlich, wenn man zu starkes Interesse für sie zeigt — und sind in manchen Fällen plötzlich Der» schwanden und bann einige hunbert Meter seit- wärts — unb gewöhnlich in einer Richtung, in ber man sie am wenigsten vermutete, wieder oufae- taucht. Harmlosen Zeitgenossen aber sollen sie sich ebenso harmlos wiederholt gezeigt haben. So hat der eine Mac Neß offenbar eine ausgesprochene Sympathie für den alten Piermaster von Glen- Urquhart namens Alexander Roß, der sich rüh- men kann, das Ungeheuer öfter gesehen zu haben denn sonst eine Menschenseele. Am 17. Juli, gerade an seinem 80. Geburtstag, ist ihm das Ungeheuer zum 15. Male erschienen — und zwar in unmittelbarer Nähe seines Hauses am Seeufer, gleichsam als ob es seinem ältesten Bekannten unter dem Menschengeschlecht einen Geburtstagsbesuch hätte abstatten wollen.
„Ich saß gerade am Fenster meines Hauses", so berichtet der Alte dem Berichterstatter der „Daily Mail“, „und freute mich über den warmen Sonnenschein — da sah ich plötzlich den schwarzen Rücken des „Beast“ aus dem Wasser auftauchen. Ganz so wie bisher — nur war es diesmal wohl noch ein Stückchen weiter aus dem Wasser, so daß ich den Ansatz der beiden großen schwarzen Höcker seines Rückens erkennen konnte. Ein paar Sekunden verharrte es so fast unbeweglich, dann tauchte es in einem riesigen Wellenberg unter." Ein Wal ober gar ein riesiger Hai sei es bestimmt nicht gewesen, versicherte der Alte dem ungläubigen Berichterstatter — dazu habe er sich zulange den Wind aller Weltmeere um die Nase wehen lassen, um das nicht mit Sicherheit behaupten zu können. „Konnte ich nur einen guten Photographen bei mir haben!", rief er seufzend aus, als am Schluß immer noch Zweifel im Gesicht des Berichterstatters standen ...
Aber dieser Reporter mußte doch als „Paulus", bekehrt zu der Ueberzeugung von der Existenz der Fabelwesen an die Themse zurückkehren. Denn in drei Tagen hatte er nicht weniger als 10 Wächter unb 21 Straßen- bzw. Waldarbeiter gesprochen, die alle unabhängig voneinander und übereinstimmend die gleichen Aussagen über die Ungeheuer machten. Der Geburtstagsbesuch war demnach also doch keine Einbildung des alten Piermasters gewesen — und der Berichterstatter hat seinen Anpfiff über feinen ersten Bericht zu Unrecht bezogen. Denn zu gleicher Zeit tarnen auch noch Meldungen über bas Auftauchen ganz ähnlicher Meerestiere an ber Küste, nahe der Stelle, wo der Wasserarm mündet.
der Loch Neß mit dem offenen Meere verbindet. Auch das galt zunächst als Bluff. Fassungslos aber wurde man, als von einem englischen Kriegsschiff die Meldung bestätigt wurde. Ausdrücklich wurde festegestellt, daß Aussehen und Verhalten der Lebewesen ganz den Beobachtern der Loch Neß-Wächter entsprochen habe. Nun stand man vor einem Rätsel, das noch schwieriger geworden ist, als Sir Edward jetzt seinen Monatsbericht über die Erfolge seiner Versuche, das Loch Neß-Geheimnis zu entschleiern, veröffentlichte.
Alle Zeitungen haben, wie gesagt, den Bericht dieses angesehenen Mannes gebracht und nicht gewagt, irgendwelche Zweifel zu äußern. Der Wachtdienst soll nun noch eine Woche fortgesetzt werden — und die „Monster“ verhelfen auf diese Weise 40 arbeitslosen Familien für weitere acht Tage zu Brot und Verdienst. Aber vielleicht wird das noch ein Weilchen anhalten — denn inzwischen soll beraten werden, welche Maßnahmen zu treffen sind, um eines der Tiere zu fangen. Insbesondere wird sich jetzt Herausstellen müssen, ob die englische Re- gierung auf ihrem Standpunkt beharrt — oder ob sie jetzt großzügig die Mittel zu einer Wissenschaft- liehen Expedition gewähren wird.
Denn — nun ist das „Monster“ — das bisher nur ein Scheindasein im Verborgenen des Innenministeriums führte — in dessen Listen plötzlich ein neuer „Beruf" für Arbeitslose aufgetaucht war: Wächter für das Loch Neß-Monster! — also: nun ist das Monster auch in ber Öffentlichkeit „anerkannt" — gewissermaßen mit Paß und Wohnberechtigung versehen worden — und da wird es höchste Zeit, daß es auch nach „Aussehen und Berufs registriert wird! Insbesondere werden feine verwandtschaftlichen Beziehungen feftgeftettt wer- den müssen. Wal, Haifisch ober „Seeschlange" — bas ist jetzt die Frage. Vielleicht ist Mac Neß ein Detter von einem der drei. Oder etwa von allen zusammen —? Das würde seinem Renomms wohl am besten entsprechen!
Sochschulnachrichtea.
Einer der bedeutendsten amerikanischen Landschaftsmaler, der aus Barmen gebürtige und seit 1904 in Kalifornien wirkende Professor an der Kunstabteilung der kalifornischen Staatsuniversität Berkeley, Eugen Neuhaus, wurde von der Philosophischen Fakultät der Universität Marburg zum Ehrendoktor ernannt. In der Ernennungsurkunde wird Neuhaus als der Erzieher der amerikanischen Jugend zu Kunstfreude und Kunstverständnis und als Vertreter deutschen Geistes jenseits des Weltmeeres gefeiert.


