Imker hielten am Sonntag im „Tannhauser eine Versammlung ab, die einen überaus starken Besuch aufzuweisen hatte. Insbesondere waren neben vielen Jungimkern auch die neu eingetretenen Mitglieder erschienen. Nach der Begrüßung sprach der Ortsgruppenführer Bodenbender - Gießen über das Thema: „Wie erreicht man zur rechten Zeit tarke Völker und wie verhütet man in der Höhe des Jahres Kraftzersplitterung?" Er führte dabei u. a., aus, daß die nun eintretende Höchstvolkstarke ausschließlich der Honigsammlung dienstbar gemacht und alles darangesetzt werden müsse, das Schwärmen zu verhindern. Wenn schon der Schwarmtrieb erwacht sei, so solle er in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Er sprach weiter über den Wert des Baurähmchens, als dem „Barometer des Bienen- tocks" und hob den Wert der Wahlzucht von Edel- königinnen hervor. In Zukunft müsse jede Schwarmkönigin durch Edelzucht im Ausleseoersah- ren und unter Berücksichtigung hochwertiger Dater- tiere (Drohnen) ersetzt werden. Nicht auf die Zahl der Völker, sondern auf den Höchstertrag der Volker komme es jetzt an. Um gerade die jungen Imker in die Praxis der Kömginzucht einführen zu können, sollen am Stande Des Vortragenden in nächster Zeit Lehrgänge veranstaltet werden. Weitere Behandlungspunkte betrafen das Einheitsglas und die dazu gehörenden Gewährftreifen, die Regelung von Schadensfällen durch den Verficherungs- verein deutscher Imker bei Feuer-, Einbruch- und Frevelschäden, sowie die Erledigung von Haft- Pflichtschäden. Zur Unterstützung erwerbsloser Bienenzüchter und vor allem zur Erhaltung ihrer Mitgliedschaft in der Reichsfachschaft wurde eine Sammlung durchgeführt, die ein gutes Ergebnis brachte. Weiter machte der Ortsgruppenführer Mitteilung über die Verhältnisse auf der Königinbelegstation im Krofdorfer Forst, und er könnte dabei bekanntgeben, daß im ersten Drittel des Juni dort zwei hochwertige Dröhnerige Der Stämme Sklenar und Ried aufgestellt würden. Aus der Versammlung heraus wurde dringend angeraten, ein sorgsames Augenmerk auf seuchenverdächtige Völker zu haben, um die Verbreitung der in anderen Bezirken austreten- Den Faulbrut zu verhindern. Nachdem noch ein Film „Die Bienenzucht" vorgeführt worden war, der die Entwicklung der Imkerei von ihren An
fängen bis zur Jetztzeit behandelt, wurde die Tagung in üblicher Weise geschlossen.
** D e r Reichsbund „Volkstum und Heimat", Ortsring Gießen, veranstaltete am Sonntag vormittag einen Gang durch die Flora des Schiffenberger Waldes. Der Führer des Lehrganges, Rektor i. R. Helwig, konnte an dem Sammelplatz bei Der Universitätsbibliothek über 20 Teilnehmer begrüßen und führte dabei u. a. folgendes aus: Der Muttertag sei gerade dazu geeignet, bei strahlendem Sonnenschein und herrlichem Vogel- gesang einen Gang durch die im schönsten Hochzeltskleide prangende Ällmutter Natur zu machen, aus Der wir in allen Lebenslagen Kraft unb Hoffnung unb Lebensmut zu schöpfen vermögen. Seiber bestehe Die große Gefahr, Daß wir Den nachfolgenden Geschlechtern ein Trümmerfeld auf dem Gebiet der heimischen Pflanzenwelt überlassen, wenn nicht m letzter Stunde Maßnahmen au ihrer Erhaltung getroffen und durchgeführt werden. Allein in der nächsten und näheren Umgebung seien in den letzten fünf Jahrzehnten über 180 verschiedene Pflanzenarten ausgerottet worden. Auch die besten gesetzgeberischen Maßnahmen blieben ohne Erfolg, wenn sie nicht durch Unterstützende Mithilfe weiterer Bevölkerungskreise gefördert würden. Darum gelte es, die Jugend in Liebe zur Natur zu erziehen, die Schulsäle Dürften nicht zu Leichenhallen für Pflanzen unD Pflanzenteile werDen, fonDern Der lebensvolle unD lebensnahe NaturkunDe- und Heimat- kunDeunterricht gehöre in Den „Garten Gottes", an Die Wuchsstätte Der Pflanzen. In mehrstündigem Marsche wurDen Dann Die Pflanzenschönheiten unD Seltenheiten Des Schiffenberger Waldes aufgesucht, Die Lebensverhältnisse Der in Betracht kommenden WalDblumen kennengelernt, Der Name mit irgenD einer Eigenart erklärt unD, wo es anging, Der Volksmund, z. B. Teufelsbiß und Blutwurz, spre- chen lassen. Besonderen Eindruck auf die Teilnehmer machte eine in weiß leuchtende Bärenlauchwiese. An den Steinbrüchen bei dem Schiffenberg fand der Lehrgang sein Ende. Nachdem noch dem Führer der Dank der Teilnehmer zum Ausdruck gebracht worden war, wurde in der Höhe Des Mittags Der Rückweg angetreten. Dem allseits geäußerten Wunsche, noch mehr solcher WanDerungen zu veranstalten, soll im Laufe Des Jahres entsprochen werden.
AG.-Hago, Ortsgruppe Süd.
Bereinigung betraut war, einstimmig zum Vereinsführer gewählt. Dieser dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und betonte, daß er sich der Schwierigkeit der übernommenen Aufgabe bewußt sei, er hoffe aber auf die tatkräftige Mitarbeit der Mitglieder, die er wünsche, dann sei es auch möglich, Die Vereinigung auf der Höhe zu erhalten und darüber hinaus noch aufzubauen. Es fei aber für die Folge unmöglich, für einen Beitrag von monatlich 10 Pf. ein Sterbegeld von 100 Mark zur Auszahlung zu bringen, besonders wenn man berücksichtige, daß in 50 Jahren nur 60 Mark Beitrag gezahlt würden. Die Aus,Zahlung eines Sterbegeldes von 100 Mark sei seither nur möglich gewesen, weil hierzu teilweise die Gelder der Vereinigung selbst verwendet worden seien. Die Mit- glieDerbeiträge der Vereinigung müßten für an- dere Zwecke Verwendung finden.
Bei der Beratung der Satzungen der Sterbehilfe wies Verwaltungsamtmann Schüller mann Darauf hin, Daß Die Einnahmen Der Sterbehilfe in Den Jahren 1928 bis 1933 insgesamt 3650,00 RM. betrugen, Die Ausgaben 3436,00 RM. Es seien also in Den 6 Jahren nur 214 RM. Dem Reserve- fonDs Der Sterbehilfe zugeführt worDen. Der aus Mitteln her Vereinigung ftammenhe ReservefonDs, Der bei Der GrünDung Der Sterbehilfe 2322,37 RM. betragen habe, sei in Der Hauptsache Durch Zinsen unu Zuwendungen aus Mitteln Der Männer- und Frauenvereinigung gespeist worden. Dadurch sei ab-'r die eigentliche Arbeit der Vereinigung gehemmt worden. Wenn für die derzeitigen Mitglieder der Sterbehilfe ein Sterbegeld von 100 RM. -us^zahlt werden solle, müßten 45 000 RM. aufgebracht werden. Der Reservefonds betrage heute kaum 10 000 RM. Es sei unmöglich, die fehlenden 35 000 RM. aus Beiträgen unb Zinsen aus- zubringen. Es sei daher unmöglich, bas Sterbe- gelb in der seitherigen Höhe zu belassen. Auch die Satzungen ber Sterbehilfe würben entsprechen!) ben Vorschlägen ber zur Vorbereitung eingesetzten Kommission einstimmig angenommen, mit ber Aende- rung, baß ein Sterbegelb von minbeftens 50 RM. (bie" Kommission hatte vorgeschlagen: in ber Regel 50 RM.) zur Auszahlung gelangt.
Die Voranschläge ber Männer- unb Frauenver- einigung, in Einnahme unb Ausgabe mit 1500 RM. abschließend unb ber Sterbehilfe mit 890 RM. würben genehmigt.
Im weiteren Verlaufe ber Verhanblungen be« stimmte ber Vereinsführer Pg. Reinholb Kirch- n e r zum Rechner ber Vereinigung unb ber Sterbe- Hilfe. Außer biefem würben in ben Führerrat berufen bie Herren Neuenhagen, Schüller- mann, Simon, sowie ber jeweilige Pfarrer Der MatthäusgemeinDe (z. Zt. Pfarrvikar Balz). Als Rechnungsprüfer wurDen gewählt Die Herren Schüllermann unD B e n D e r.
Der Dereinsführer teilte noch mit, Daß Der Helferdienst neu organisiert werden solle. Er hoffe auf weitgehende Mitarbeit ber Mitglieber. Weiter soll im Lause bes Sommers ein Gemeinbetag abgehalten werben.
Am Schluß ber Verhanblungen brachte ber Vereinsführer ein breifaches Sieg-Heil auf unseren Führer unb Dolkskanzler Aböls Hitler aus.
Bezirksbesprechung der ländlichen Kreditgenossenschaften.
Die Kreisstelle Oberhesseu West im Ländlichen Genossenschaftsoerband Rhein - Main - Neckar hatte für Samstag ins Hotel Hopfelb in Gießen zu einer Rechner-Besprechung ber ländlichen Kreditgenossenschaften im Kreise Gießen eingelaben. Zahlreich war man der Einladung gefolgt.
Oberrevisor Hartmann (Gießen) schilderte in seinem einleitenden Vortrag die Umorganisierung der ländlichen Genossenschaften. Der neue Kreis- derbanb (Kreisbauernschaft) Friedberg bestehe aus den Kreisen Friedberg, Gießen, Bübingen und Usingen unb zähle ungefähr 500 Genossenschaften. Der Vortragende empfahl gutes Einvernehmen zwischen der Führung der örtlichen Genossenschaften und ber politischen Leitung und besprach bann in längeren Ausführungen die zukünftige Durchführung ber Revisionen. Eine eifrige Werbetätigkeit habe überall einzusetzen. Der Kleinsparoerkehr sei befonbers zu pflegen. Enge Verbindung zwischen örtlichen Kredit- und Warengenossenschaften sei unbedingt notwendig und stets nutzbringend. Mündelgeld könne jetzt ebenfalls bei jeher Dorfgenossenschaft eingelegt werden, da die Deutschlandkasse hierfür die Bürgschaft übernehme. Für tüchtige und befähigte Genossenschaftler, die keine Kaution stellen könnten, sei jetzt die Uebernahme eines Rechneramtes in der Dorfgenossenschaft möglich. Mit der Versicherungsgesellschaft Regeno sei nämlich ein Abkommen geschlossen worden, wonach diese Kautionsversicherungen abschließe. Zuletzt behandelte der Vortragende noch die landwirtschaftliche Entschuldung und die Zinspolitik.
Dem Vortrag folgte eine rege Aussprache, an ber sich Kreisbauernsührer Dörrschuck und mehrere Sparkassenrechner beteiligten. Mit einem kurzen Schlußwort wurde bann bie anregend verlaufene Versammlung geschlossen.
Giesrcner Wochenmarktpreisc
* Gießen, 15. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: ßanbbutter, bas Pfunb 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), Klasse S 10^, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, Wirsing (grün, frisch) das Pfund 20, Spinat 10, Spargel 30 bis 50, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln (neue) 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln Pf., ber Zentner 3,20 bis 3,30 Mark, Aepfel, bas Pfund 20 bis 25 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 15, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf.
Vornotizen.
—Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis 22,30 Uhr „Die Förfterchriftl". — Stabtkirche, 20,15 Uhr, Orgelkonzert von Martin Günther Förstemann. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Spione am Werk". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung.
— Aus dem Stabt theaterbureau. Morgen, Mittwoch, 19.30 Uhr, bas Trauerspiel „Fiesco" von Schiller als 4. Aufführung ber Oberhessischen Kulturwoche. (Siehe heutige Anzeige.)
— E i n Lichtbilbervortraa über m o - berne Kleinphotographie fmbet am morgigen Mittwoch, 20 Uhr, in ber Aula ber Universität statt. Dr. Wolter (München) spricht dabei über bie „Contax"-Kamera. (Siehe gestrige Anzeige.)
* * Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf ber Provinzialstraßenstrecke Ortsdurchfahrt Beuern ist wieder aufgehoben.
* * Die Bienenzüchter ber Ortsgruppe Gießen der Reichsfachschaft deutscher
Gestern abend sand im Saale des Gasthauses Hindenburg eine Versammlung der N S. - Hago, Ortsgruppe Gießen-Süd, statt. Im Gegensatz zu den letzten NS.-Hago-Dersamm- lungen, die immer nur schwach besucht waren, zeigte die gestrige Versammlung ein ganz anderes Bild: sie war überfüllt, die Versammlungsteilnehmer saßen sogar bis in die vorderen Gastzimmer hinein. Zur Bereicherung des Abends brachten Mitglieder der SA.-Reseroe-Kapelle 1/116 gute Musik zu Gehör, die von den Besuchern mit dankbarem Beifall ausgenommen wurde.
Ortsgruppenleiter Franz S o l d a n gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Genugtuung über den sehr guten Besuch der Versammlung Ausdruck und betonte Dabei, wie früher schon, erneut die drin- Denhe Notwendigkeit, in Handel, Handwerk unb Gewerbe e n gste Tuchfühlung zu halten und gute Kameradschaft im Geiste Des Nationalsozialismus zu pflegen, um das Zusammen- geHörigkeitsgefühl stets wachzuhalten.
Sodann berichtete der NS.,Hago-Führer und Vorsitzende ber Handwerkskammernebenstelle für Oberhessen, Ludwig Stühler, über die Vorbereitungen zu ber
großen Saarkundgebung der NS.-hago in Mainz,
bie Dort am 2. Pfingstfeiertag stattfindet. Er betonte bie starke moralische Verpflichtung aller NS.-Hago-Mitglieder, an dieser Treuekundgebung für bas deutsche Saarland teilzunehmen, insbesondere machte er auch allen Mitgliedern der NS.- Hago, bie Kraftwagen besitzen, bie Beteiligung an Der gemeinsamen Fahrt nach Mainz unD an ber gewaltigen Kundgebung zur Pflicht. Aus allen Teilen des Reiches ist bereits eine riesige Beteiligung gemeldet, so daß voraussichtlich mit etwa 250 000 deutschen Volksgenossen zu rechnen ist, bie an Der Kundgebung auf dem Kleinen Sanb in Mainz teilnehmen werben. Pg. Stühler teilte mit, daß bei der Kundgebung Reichsinnenminister Dr. Frick, der Reichsamtsleiter Dr. von R e n t e l n, der Führer Der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley, der Leiter von der Saar Simon, Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, falls er bis dahin von seiner Erkrankung genesen ist, und vielleicht sogar ber Führer selbst sprechen werben. Die Kundgebung solle und werde ein gewaltiges Bekenntnis bes nationalsozialistischen Deutschland zu dem deutschen Saarland unb zu seinen beutschen Bewohnern werben.
lieber Einzelheiten der gemeinsamen Fahrt von Gießen nach Mainz und über bie Dispositionen für ben Dortigen Aufenthalt werben wir noch näher berichten, heute sei nur schon besonders Darauf hingewiesen, Daß
die kraftwagenbesiher unter den RS.-hago-Mitgliedern noch heute ihre Beteiligung an ber Fahrt bei ben Blockwarten anzumelden haben,
weil die Fahrtleitung bis morgen mittag der vorgesetzten Dienststelle Meldung zu erstatten hat, bei Der unser Heimatgau vor ben Gauen Ost- und Nord- deutschlands usw. nicht zurückstehen barf. Don Pg. Stühler wurde betont, daß den Autobesitzern Die Unkosten für Brennstoff unD Oel bei dieser Autofahrt aus den Mitteln des allgemeinen Unkostenbeitrages voll ersetzt würden. Jeder Autobesitzer müsse sich verpflichtet fühlen, an dieser Fahrt teilzunehmen.
Im Anschluß an die mit starkem Interesse aufgenommenen Mitteilungen über Die Saar-Kunb- gebung sprach bann Ortsgruppenleiter Franz Sol- b a n über
aktuelle Aufgaben der NS.-hago.
Er bezeichnete es einleitend als unerläßliche Pflicht aller NS.- Hago - Mitglieder, den Nationalsozialismus in die Tat umzusetzen nach dem Leitwort: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Für jeden deutschen Volksgenossen, insbesondere auch für die Angehörigen des Mittelstandes, müsse dieses Leitwort immer die maßgebende Richtschnur für das Handeln sein, weil nur auf diesem Wege ber Wieberausbau bes beutschen Daterlanbes in gebeihlicher Weise erfolgen könne.
Sobann beschäftigte sich ber Rebner eingehenb mit ber Jubenfrage, wobei er hervorhob, baß ber Nationalsozialismus bie Juben nicht bekämpfe aus Haß gegen bie silbische Rasse, fonbern weil er bas Jubentum als Feinb bes Deutschtums ansehe. 3n dem überwundenen politischen System habe sich
bas Jubentum eingebilbet, Das bevorzugte Volk her Welt unb Deutschlanbs zu sein, unb es habe ich in bem Deutschlanb bes Weimarer Systems eine Rolle in ber Staatsführung unb im politischen Leben überhaupt verschafft, bie ihm in keiner Weise gebührte unb Seren Beseitigung ber Nationalsozia- ismus mit aller Kraft unb schließlich auch erfolgreich angestrebt habe. Der Rebner las sobann Zitate aus bem neuen Buche „Juben sehen bich an" vor, erner wies er auf bie starke aktive Beteiligung jübischer Emigranten an ber Greuelpropaganba gegen bas neue Deutschlanb, sowie auf bie Tätigkeit jübischer Führer in ber Arbeiterbewegung Der Vorkriegszeit unD Des marxistischen Zwischenreiches hin. Er machte Dabei Den Vorkriegsregierungen, wie auch Dem Bürgertum, Der Intelligenz überhaupt, Den Vorwurf, Daß sie es nicht oerftanDen unD zum großen Teil aus Klassenhaß auch nicht beabsichtigt hätten, Den Deutschen Arbeiter zu seinem Deutschen Staate heranzuziehen unb ihn als gleichwertiges Glieb Der Deutschen Volksgemeinschaft anzuerkennen. DaDurch sei Der Keim zur Zerreißung Der Volksgemeinschastsbanbe aller Deutschen gelegt worDen, zugleich habe DaDurch Das JuDenturn die Möglichkeit erhalten, den deutschen Arbeiter mit dem Gift bes Marxismus zu Durchsetzen unD ihn gegen Die Volksgemeinschaft aufzuhetzen. Erst Der genialen Führung ADolf Hitlers unD seiner machtvollen nationalsozialistischen Bewegung sei es gelungen, Den Deutschen Arbeiter wieher zur deutschen Volksgemeinschaft zurückzuführen, den Gedanken der Volksgemeinschaft zum herrschenden Gesetz zu machen unb baburch unser beutsches Vater- lanb vor bem Chaos bes Bolschewismus zu bewahren. Abolf Hitler habe unser Volk wieher zum klar erkannten unb bewußten Deutschtums- empfinben zurückgeführt, unb er werbe auch weiterhin alle seine Kraft einsetzen, um bem Deutschtum überall zum Siege zu verhelfen. Dazu gehöre aber auch, baß alle beutschen Volksgenossen zusammen- ftünben, um niemals wieher das Jubentum zur Herrschaft über Deutsche kommen zu lassen.
Der Redner machte sodann seinen Hörern den Gedanken der deutschen Volksgemeinschaft eindringlich klar, der keine Wertung nach Geburt, sozialer Stellung oder Besitz zuläht, sondern bei dem als einziger Wertmaßstab nur ber Charakter, die Persönlichkeit und ihre Leistung gilt. Von dieser Grundlage aus fei jeder deutsche Volksgenosse, ganz gleich welchen Berufs ober welcher Geburt, als gleichwertig anzusehen, solange er sich selbst auf dieser Grundlage der Volksgemeinschaft würdig erweise.
Zum Schlüsse seiner eindrucksvollen Ansprache wandte sich der Redner energisch gegen bas Mies- machertum und bie Tätigkeit der Wühlmäuse, zu deren scharfer Bekämpfung er alle deutschen Volksgenossen aufforberte. Er betonte dabei, baß der Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler schon im ersten Jahre seiner Regierung zur Genüge bewiesen habe, wie unermüdlich und erfolgreich er zum Wohle des deutschen Volkes und zum Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes arbeite. Angesichts dieser Sachlage habe der Spießer, der die üble Hinterlassenschaft des früheren Systems anscheinend schon vergessen habe, kein Recht und auch keinen Anlaß zur Kritik. Es gelte vielmehr, mit unerschütterlichem Vertrauen dem Führer zu folgen, ben schwungvollen revolutionären Geist ber nationalsozialistischen Erhebung zu bewahren, wie er in der SA. sorglich gepflegt werde, um für unser deutsches Volk die Früchte bes Dritten Reiches sicherzustellen. (Lebhafter Beifall.)
Anschließend wurden zur strafferen Durchgliederung der Ortsgruppe innerhalb der Zellen
Blockwarte
bestimmt. In Zelle 1 sind von jetzt ab Blockwarte: O. Hochstä11er, Erich Reuter, Karl Reuß; in Zelle 2: Reh, Ebelstraße, Herrmann, Wil- helmstraße, Klingelmeyer, Ludwigstraße, Link, Wilsonstraße; in Zelle 3: Bäckermeister Schilling, Schneidermeister Karpf und Bäckermeister W e nz.
Ortsgruppenleiter Soldan richtete in seinem Schlußwort den ernsten Appell an die Versammlung, bei Einkäufen und Arbeiten nur die deutschen Geschäfte, die deutschen Handwerker unb die deutschen Gewerbetreibenden zu unterstützen, damit jeher deutsche Volksgenosse seinen Anteil zur Stärkung des anderen deutschen Volksgenossen beitrage. Ueberaü müsse nach dem Bibelwort „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" der Egoismus bekämp t und allez nach denk großes Vorbild dez Führerz
unb Volkskanzlers Adolf Hitler eingerichtet unb getan werden. Der Redner brachte zum Schluß dreimalige Sieg-Heil-Rufe auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler aus, die von der Versammlung mit Begeisterung aufgenommen wurden. Mit dem gemeinsamen Gesang ber ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes chloß der Abend.
Tagung der Kirchengesang- vereine in Gießen.
Schon seit dem Jahre 1910 besteht die schöne Sitte, daß sich die K i r ch e n g e s a n g v e r e i n e des Dekanats Gießen alljährlich einmal zu einem größeren Fest treffen. Da die Zahl der Vereine von Jahr zu Jahr zunahm und jetzt auf 19 gestiegen ist, so war in den letzten Jahren die Abhaltung des Festes an einem Ort nicht mehr möglich, weil es in den Festorten vielfach an größeren Räumen fehlte, um die Sänger alle unter- zubringen. Die Vereine waren deshalb in drei Gruppen eingeteilt worden, die an drei verschiedenen Orten ihr Fest feierten. In diesem Jahre war von dieser Regelung Abstand genommen und das Fest für alle Vereine des Dekanats nach Gießen gelegt worden.
Die Waldbühne war der geeignete Platz für den weihevollen
Gottesdienst,
der am Sonntagnachmittag das Fest einleitete. Der Posaunenchor von Klein-Linden spielte zu Beginn. Gewaltig erklang danach Der von etwa 2000 Festteilnehmern gesungene Choral „Ich finge Dir mit Herz und Mund ..." Durch Den weiten WalDes-
Spenden für die NSV.
werden eingezahtt auf Konto Nr. 4513 bei der Bezirkssparkasse Gießen.
Dom. Pfarrer Trapp von Der Petrusgemeinde baute feine PreDigt auf Das Pauluswort Epheser 5, Vers 19 bis 20 „Rebet untereinander ..." auf. Er sprach von Dem Singen als einem göttlichen Werk, ferner von Dem schönen Erbe an Gottes- liebem, bie wir Luther, Paul Gerharbt unb anderen Gottesmännern zu banken haben. Viel sei für bas Lieb gekämpft worben, unb wir alle hätten bie Pflicht, Gott au bitten, baß uns bas Lieb erhalten bleibe, benn Lieb unb Wort müßten sich ergänzen zum gemeinsamen Danken gegen Gott. Den er- hebenben Gottesbienst verschönten ein Massenchor ber gemischten Chöre „Komm heiliger Geist", geleitet von Lehrer Römer (Großen-Linben), unb ein Choral ber vereinigten Frauenchöre, von Finanzbeamten Sommer (Watzenborn-Steinberg) geleitet. Das gemeinsam gesungene Lieb „Ach bleib mit beiner ©nabe" beendete ben Festgottesdienst, der mit einem Nachspiel des Posaunenchors von Johann Sebastian Bach einen passenden Abschluß fand. Die recht ansehnliche Kollekte kommt der Sache der Kirchengesangoereine zugute.
Sodann marschierte die große Festgemeinde zurück zur Stadt, wo in der Liebigshöhe die
Nachversammlung
tattfand. Leider erwies sich der große Saal noch als zu klein, um die Festteilnehmer alle aufnehmen zu können, so daß viele mit einem Platz außerhalb des Saales vorlieb nehmen mußten.
Der Vertrauensmann her Kirchengesangvereine Pfarrer Staubach (Watzenborn-Steinberg), begrüßte bie Gäste aus nah unb fern unb widmete bem am Freitag verstorbenen Mitarbeiter an ber guten Sache ber Kirchengesangvereine, Oberstubien- rat i. R., Prof. Dr. Weimar, einen herzlichen Nachruf. Die Festteilnehmer ehrten ben Verstorbe- nen in üblicher Weise, währenb ber Posaunenchor ben Choral „Wie sie jo sanft ruhn" spielte. Pfarrer S t a u b a ch überbrachte noch bie Grüße des Propstes von Oberhessen, Pfarrer Knodt, ferner grüßte er herzlich Oberkirchenrat D. Wagner und Dekan G u ß m a n n (Lollar-Kirchberg) und dankte namentlich dem ersteren für sein warmherziges Eintreten für die Kirchengesangvereinssache, ber er auch jetzt noch als aktiver Sänger seine Kraft wibme. Sein Gruß galt auch bem neu in ben Dekanatsverband aufgenommenen Frauenchor Klein-Linden, ber zum erstenmal am Fest teilnahm, unb dem Verein von Lich, der nun schon einigemale als Gastverein beim Fest mitwirkte.
Dekan G u ß m a n n gab bann einen Rückblick auf die Geschichte der Dekanatsvereine, die vor nun 24 Jahren zum erstenmal, damals in Beuern, feierten. Die Angerung zum Zusammenschluß sei damals von Pfarrer Dr. Schlosser (Gießen) ausgegangen. Die Zahl der Vereine habe sich ständig gehoben, heute stände das Dekanat Gießen mit 19 Vereinen mit an der Spitze von ganz Hessen. Allenthalben sei in ben Vereinen ein Aufwärtsstreben zu beobachten. Sein Wunsch gehe dahin, baß bie Vereine innerlich geschlossen als ein festgefügtes Organ in unserer evangelischen Kirche ftünben.
Pfarrer Ausfelb grüßte im Auftrag des hiesigen Gesamtkirchenvorstandes unb wünschte, baß die Vereine den Geist Gottes in Treue in unsere Gemeinden hineintragen möchten.
An dem Singen ber Einzelvereine beteiligen sich alle Chöre, mit nur einer Ausnahme. Die Leistungen standen auf beachtlicher Höhe und gaben Zeugnis von ber gewissenhaften Arbeit der Dirigenten und Sänger. Man hörte geistliche Lieder mancherlei Art, aber auch schöne Volks- unb Daterlanbslieber aus unserem unerschöpflichen beutschen Lieberschatz erfreuten die Zuhörer. Nachfolgend seien bie teilnehmenden Vereine angeführt: Allendorf a. b. Lahn (Dirigent: Lehrer Kimmel), Alten-Buseck (Musiker Schreiner), Beuern (Musiker Schorn- b e r), Durkharbsfelben (Steinhauer Alba ch) Gro- ßen-Buseck (Pfarrer Müller) Großen-Linben (Lehrer Römer), Hausen (Finanzbeamter Som- m e r), Heuchelheim (Rektor K n a b), Klein-Linben (Kreisbaumwart Germer), Leihgestern (Lehrer R ö m e r^, Lich (Lehrer Stein), Oppenrob (Lehrer I l g e), Steinbach (Musiker Schleuse), Treis a. d. Lumda (Lehrer Walter), Watzenborn-Steinberg (Finanzbeamter Sommer), Gießen, Gesamtge- meinde, (Lehrer L i n b e n st r u t h), Gießen, Luther- gemeinbe (Lehrer Roth) und Gießen, Petrusge- meinde (Lehrer Kröll).
Pfarrer <5 taub a d) dankte zum Schluß allen Festteilnehmern, ermahnte in begeisternden Worten, unserem Führer, unserm Volk und unserer evangelischen Kirche die Treue zu halten und bat um Gottes Segen für unser Volk. Das Bekenntnis der Treue zu Volk und Führer fand in dem gemeinsam gelungenen Deutschlandlied und dem HocAWessel- Lieb seinen, Ausdruck,


