persönlichen Verfügung gestellt wurden. Die Ausgabe dieser Summe sei von der Preußenkasse auf das Konto einer Genossenschaft gebucht worden, die agr nicht bestanden habe. Hierzu erklärte der Angeklagte, daß dies deshalb geschehen sei, weil man vor der Oeftentlichkeit verschleiern wollte, daß die Preußenkasse eine so große Summe gezahlt habe. Der Vorsitzende wies dann darauf hin, daß in einem Protokoll einer Vorstandssitzung der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft auf die Zahlung einer R e st- summe gedrängt wird, weil mit dem Weggang des damaligen Präsidenten der Preußenkasse, Klepper, zu rechnen sei und dann ein parlamentarischer Untersuchungsschuß eingesetzt werden könnte. Die Furcht vor einem drohenden Untersuchungsausschuß versuchte der Angeklagte Hermes damit zu erklären, daß er behauptete, die Regensburger Genossenschaft hätte die Zuteilung von IV2 Millionen dringend gefordert. Er habe sich nun bemüht, diese Summe, die er für zu hoch hielt, herabzudrücken und um die Regensburger trotzdem zu halten, habe er sie durch den Hinweis auf einen drohenden Untersuchungsausschuß, an den er selbst nicht geglaubt haben will, gefügig machen wollen.
Großes Treffen der dänischen Nationalsozialisten.
Kopenhagen, 14. Mai. (DRV.) Am Sonntag fand in Slagelsee der Gautag der dänischen nationalsozialistischen Arbeiterpar- t e i (DNSAP.) Gau Seeland statt, an der auch die Bewegung „Boden, Arbeit, Kapital" und die ' LS.-Bewegung (Zusammenschluß der Landwirte) teilnahmen. Aus allen Teilen des Landes hatten sich zahlreiche Teilnehmer ein- gefunden, die sich aus allen Schichten der Bevölkerung und allen Altersstufen zusammensetzten. Man schätzt die Zahl der Anwesenoen auf 4—5000. Die Veranstaltung begann mit einem Feldgottesdienst, den Pastor 'M a l l i n g aus Nordschleswig hielt. Anschließend marschierten die Rätionalsozlalisten, mit zahlreichen Fahnen, die weiße Hakenkreuze auf rotem Grunde zeigten, in mustergültiger Ordnung durch die Straßen zu einer öffentlichen Versammlung. Hier sprach Dr. Fritz Clausen, der Führer der dänischen Nationalsozialisten. Don der Grundlage der Rasse ausgehend bekennen sich, so sagte er, die Nationalsozialisten zu einem kräftigen nationalen Idealismus, der auf dem alten Gedanken der B l u t s g e m e i n- schäft aufbaue. Die Schaffung einer Volksgemeinschaft und die Erneuerung des Volkes seien die Ziele. — Ein Arbeiter teilte mit, daß man Unterschriften für eine Adresse an den König sammeln wolle, in der die Auflösung des Folketings verlangt, werde.
für
Kleine politische Nachrichten.
Alle Rundfunkteilnehmer werden besonders auf die am M i t t w 0 ch , 16. Mai, erfolgende Reichssendung aufmerksam gemacht, die diesmal unter dem Leitwort erfolgt: „Unsere Saar. — Den W e g frei zur Verständigung!"
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Der Reichsführer der Deutschen Studentenschaft, Dr.-Äng. Oskar Staebel, ist von dem Führer des VDA., Dr. Steinacher, in den Reichsführerrat des'Volksbundes für das Deutschtum im Auslande berufen worden.
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Eine Abordnung der p 0 l n i s ch e n L a n d w irisch a f t traf in der Reichshauptstadt ein. Die Führer der Abordnung wurden im Reichsernährungs- miuifterium vom Reichsminister D a r r 6, Staatssekretär Backe und Ministerialdirektor Dr. Köhler empfangen. Im Anschluß an diese Begrüßung machten die Herren dem Führer des Stabsamtes des Reichsbauernführers Dr. R e i f ch l e und Reichshauptabteilungsleiter Dr. Winter einen kurzen Besuch.
Die Gesandten Estlands und Lettlands über- reichten der litauischen Regierung die Antwort auf deren Denkschrift über eine engere Zusammenarbeit der baltischen Staaten. Beide Regierungen nahmen den litauischen Vorschlag als Unterlage f weitere diplomatische Verhandlungen an.
Kunst und Wiffenschaft.
Die 5. Schachpartie remis.
Die 15. Partie im Schach-Weltmeister- s ch a f t s k a m p f, die letzte Münchener, wurde am Samstag beendet. Bogoljubow, der bei Abbruch der Partie eine'recht ungünstige Stellung hatte, verstand es durch zähes Spiel, die Gewinnversuche des Weltmeisters A l j e ch i n zu durchkreuzen. Nach dem 70. Zuge wurde die interessante Partie auf Vorschlag Aljechins remis gegeben. Die 16. Partie wird in Bayreuth gespielt. Stand des Kampfes: 9:6 bei 10 Remisen für Dr. Aljechin. Zum ersten Male im Verlaufe des Wettkampfes wurde am Sonntag in Bayreuth der Königsb-auer gezogen. Es kam zu einer spanischen Partie, die recht verwickelt wurde. Weltmeister Dr. Aljechin opferte, wie schon oft, einen Bauern auf Angriff. Der deutsche Meister Bogoljubow gab ihn zurück, um Gegenspiel zu erlangen. Der Weltmeister jedoch kam zum Zuge und stellte durch eine Reche feiner Opfer seinen Vorteil sicher. Die Partie wurde im 40 Zuge abgebrochen; der Weltmeister dürfte jedenfalls das Spiel für sich entscheiden.
Reichstagung der Nordischen Gesellschaft.
Vom 1 bis 2. Juni findet in Lübeck unter Dor- sitz von Reichsstatthalter Hildebrandt d.e erste Reichstagung der Nordischen G- ell- l ch a s t statt, zu der die Vorsitzenden und Vorstande der Kontor- und Sektionen der G-sellschast mit den Mitgliedern des Großen Rates zusammenkommen werden, um die Richtlinien für die weitere Arbeit der Gesellschaft zu beraten. Reichsleiter Alfred Rosenberg wird auf einer Kundgebung auf bem Marktplatz sprechen. Sachreferate sind vorgesehen von Gesandten Werner D aitz - Berlin, Pro estör Dr Sven H e l a n d e r - Nürnberg, Relchsge- schäftsführer Dr. T i m m - Lübeck. Am Abend des ersten Tages wird ein Mitternachtskonzert m der angestrahlten Marienkirche unter Mitwirkung von Frau Bergliot Ibsen-B j 0 r n f 0 n und Domorganist Raasted stattfinden.
Die ,,Tschetjuskin“-Vesahung auf der ^imreife
Der Dampfer „Smolensk", der aus Wladiwostok nach der Providence-Bucht entsandt worden war, um die geretteten „Tschelju f k i n.-Leute aufzunehmen, ist am Montag nach vielwochigem Kampf mit den Eismassen in der Lawrence-Bucht emge- troffen. Dem Dampfer ist es gelungen, sämtliche „Tscheljuskin"-Leute an Bord zu nehmen. Die „Smolensk" kehrt nunmehr nach Wladiwostok zurück.
Den amenkamschenMnschenrä'ubem entronnen.
Millionär Gettle und Zune Robbles überraschend freigeloffen. Wilde Schießerei mit einer Straßenräuberbande.
Neuy 0 rk, 14. 2TlaL (DJIB.) Der Versuch eines Vertreters der Familie Getute, die Verbindung mit den Entführern des Oelmagnaten Herzutellen und einen Betrag von 60 000 Dollars a l s Lösegeld auszuzahlen, ist, wie aus Los Angeles gemeldet wird, unter aufsehenerregenden Umständen gescheitert. Als der Vertreter nach Empfang verschiedener, offenbar von den Entführern lammenden Zettet, die Anweisungen über die Auszahlung des Lösegeldes enthielten, an dem angegebenen Treffpunkt angelangt war, bemerkte er, daß mehrere Kraftwagen ihn einzufchliehen versuchten. 3n der lleberzeugung, daß die Insassen der Kraftwagen nicht die Entführer, sondern andere Banditen waren, die ihm das Lösegeld entreißen wollten, schoß der Vertreter auf die Kraftwagen und entkam nach lebhaftem Kugelwechsel den Banditen, die sofort seine Verfolgung ausgenommen hatten. Die Polizei sperrte sofort nach der Schießerei das ganze Gebiet ab und »nahm zwei verdächtige Personen fest.
Einem Funkspruch aus Neuyork zufolge haben die Menschenräuber am Montagabend zwei ihrer Opfer freigelafsen. Es handelt sich um den Petroleummagnaten William Gettle, der in seinem heim bei Los Angeles überfallen und zum Mitgehen gezwungen worden war, ferner ist die sechs Jahre alte June Robbles auf freien Fuß gesetzt worden, die schon vorher entführt worden war.
N e u y 0 r k,'15. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie zu der Freilassung des Petroleummagnaten Gettle und der sechsjährigen June Robbles bekannt
wird, sind beide von den Menschenräubern ohne jedes Lösegeld auf freien Fuß gesetzt worden, und zwar fast gleichzeitig. Gettle wurde mit zweien seiner Entführer in einem Haus des bei Los Angeles liegenden Ortes Glendale aufgefunden. Die kleine June Robbles entdeckte man etwa 15 Kilometer von Tucfon im Staate Arizona in einer grabartigen Höhle. Sie war sehr erschöpft. Die Auffindung der June Robbles war nur dadurch möglich, daß anscheinend die Entführer selb st den Gouverneur des Staates Arizona durch einen Luftpostbrief, der in Chikago aufgegeben war, mitteilten, daß die Kleine 150 Schritte nördlich einer einsamen Landstraße in der Umgebung Tucsons in einer Höhle versteckt sei. Sofort wurden vom Gouverneur Nachforschungen angestellt, und man fand dabei tatsächlich in einem verdeckten Loch, das nur etwa zwei Meter lang, etwa 85 Zentimeter breit und ein Meter tief war, das kleine Mädchen auf. Die Füße des Kindes waren gefesselt. Neben ihm stand ein Krug und lag etwas vertrocknetes Obst und einige Drangen. Das Kind starrte vor Schmutz und Ungeziefer. Es war so schwach, daß die Höhle tatsächlich bald sein Grab geworden wäre.
Die Befreiung Gettles ist wohl darauf zurückzu- führen, daß man nach dem U e b e r f a l l auf den Vertreter der Familie Gettle, der den Entführern, wie gemeldet, 60 000 Dollar als Lösegeld überbringen sollte, die Spur eines Mannes verfolgt hat, der neue Verhandlungen mit den Angehörigen Gettles aufnehmen sollte. Man überraschte ihn beim Telephonieren und ging ihm dann nach. Dabei entdeckte man, daß er in dem Hause verschwand, in dem man Gettle und zwei seiner Entführer auffand.
Großmütterchens Vrauttleid erregt Aussehen.
Oer Kamps um die schlankste Taille der Welt.
In England werden, wie bei uns, von Zeit zu Zeit Modeschauen veranstaltet, die aber dort „Modenkavalkaden" heißen. Bei einer solchen Modenkavalkade ereignete sich ein sehr amüsanter Vorfall. Die Leiter der Modeveranstaltung hatten für ihre Besucher eine besonders reizvolle Überraschung vorbereitet. Neben den modernen Modeschöpfungen sollte als sensationelles Glanzstück der guten alten Zeit ein prachtvoll gearbeitetes Brautkleid oor- geführt werden, das vor siebzig Jahren von einer jungen Dame getragen worden war. Die Vorführung dieses Brautkleides aus Großmutters Tagen war als Höhepunkt der Modenkavalkade gedacht. Niemand von den Veranstaltern hatte sich jedoch träumen lassen, daß sich dabei unerwartete Schwierigkeiten einstellen würden.
Als der Augenblick gekommen war, da ein junges schlankes Mannequin in das Brautkleid schlüpfen sollte, stellten die Herren Direktoren zu ihrer maßlosen Verwunderung fest, daß das Kleid in der Taille viel zu schmal war. Die Taille hatte einen Umfang von nur 40 Zentimetern. Während die versammelten Besucher ungeduldig den großen Augenblick herbeisehnten, befanden sich die Leiter der Modenschau in größter Verlegenheit. Nun, da sie mit einem riesenhaften Reklameaufwand für Das alte Brautkleid Propaganda gemacht hatten, blieb ihnen nichts anderes übrig, als ein geeignetes Mädchen mit der notwendigen schlanken Taille ausfindig zu machen. Im Nu waren sämtliche verfügbaren Mannequins, lauter junge Damen mit über- fchlanker Figur, zufammengetrommelt. Eine nach
der andern mußte das Brautkleid aus dem vorigen Jahrhundert anprobieren, aber keine war schlank genug. Die Vorführung dieses Prunkstückes mußte dahev auf unbestimmte Zeit verschoben werden.
Es erhob sich die Frage: gibt es überhaupt in England ein Mädchen, das einen Taillenumfang von nur 40 Zentimetern hatte? Waren .mfcre Großmütter schlanker als es die Mädchen von heute sind? Darüber konnte nur ein Inserat in einer großen Londoner Zeitung Aufschluß geben. Dieses Inserat war von verblüffender Wirkung. Aus allen Gegenden des Landes meldeten sich junge Mädchen, die sich einbildeten, die s ch l a n k st e Taille der Welt zu haben. Unzählige Male mußte das Brautkleid der unbekannten Großmutter angezogen und wieder ausgewogen werden.
Als die Hoffnung schon aufgegeben war, meldete sich die 17jährige Miß Angela B 0 0 t h , ein zartes Geschöpf von einer geradezu überirdischen Schlankheit. Unter atemloser Spannung versuchte das Mädchen in das Kleid zu schlüpfen, und siehe da — es paßte ihr wie angegossen. Das Mädchen mit der Wundertaille wurde gebührend bewundert und zahllose Male von begeisterten Anhängern der schlanken Mode geknipst. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Miß Angela Booth auf diese sonderbare Weise ihren Weg machen wird. Vielleicht erhält sie ein verlockendes Filmengagement ober ein Schlankheitsfanatiker bewirbt sich um ihre Hand. Die schlanke Miß wird sicher für das sensationelle Hochzeitskleid recht bald Verwendung haben.
Aus aller Well.
Riesenfeuer in Unterfranken. —
16 Wohnhäuser und 22 Scheunen eingeäschert.
In der unterfränkischen Gemeinde Poppenroth wütete ein verheerendes Großfeuer, dem nicht weniger als 16 Wohnhäuser und 22 Scheunen zum Opfer fielen. Das Feuer, das in einer Scheune ausgebrochen war, verbreitete sich, vom Wind begünstigt, in rasender Eile über die ganze Häuserreihe. Bei dem Wassermangel erwiesen sich die ersten Bekämpfungsmaßnahmen als völlig unzureichend. Erst als die Feuerwehren von Bad Kiffingen, Hammelburg, Schweinfurt und zwei anderen Orten mit ihren Motorspritzen eingreifen konnten, gelang es, dem Feuer Einhalt zu gebieten. Der Ort bietet ein Bild der Zerstörung. Der Schaden ist noch gar nicht abausehen. Das Unglück trifft die Bevölkerung um so härter, als es sich meist um minderbemittelte Leute handelt. Durch den Brand sind über 100 Einwohner obdachlos geworden. Durchs einstürzendes Mauerwerk und Balken wurden zahlreiche Bewohner verletzt, so daß in fast 30 Fällen die Sanitäter Hilfe leisten mußten. Sofort nach Benachrichtigung von der Katastrophe eilte der Gauleiter Dr. Hellmuth an Ort und Stelle, um helfend einzugreifen.
Verheerende Feuersbrunst in einer bulgarischen Stadt.
In einer der letzten Nächte brach im Geschäftsviertel der nordbulgarischen Stadt Plewen ein Großfeuer aus, das 14 Geschäftshäuser und zahlreiche Wohnhäuser bis auf die Grundmauern einäscherte. Im Kellerraum eines Geschäftshauses befand sich ein Spreng st offlager, das mit lautem Getöse in die Luft flog. Sechs Personen, darunter der Kommandant der Feuerwehr, wurden, zum Teil schwer, verletzt; ein Verletzter ist bald Darauf g e ft 0 r b e n. Die Löscharbeiten gestalteten sich infolge des starken Windes äußerst schwierig. 15 Feuerwehrleute erlitten schwere Rauchvergiftungen. Erst in den späten Morgenstunden konnte das Feuer gelöscht werden. Heber 100, meist arme Familien, haben ihr Obdach verloren. Der Sachschaden ist sehr groß.
Das Urteil gegen den kommunistischen Kindesmörder Schutz aufgehoben.
Wegen durchgreifender Bedenken verfahrens- wie fachlich-rechtlicher Art hob das Reichsgericht das am 15. Februar d. I. ergangene, wegen Mordes auf Todesstrafe lautende Urteil des Schwurgerichts Schweidnitz gegen den 35jährigen früheren kommunistischen Landtagsabgeordneten Richard Schulz aus Dittersbach (Kreis Waldenburg m Schlesien) auf und verwies die Sache zur n 0 ch - maligen Verhandlung an das Schweid- nitzer Gericht zurück. Das Schwurgericht hatte während der neuntätigen Hauptverhandlung bei Aus
schluß der Oeffentlichkeit, bet der Behandlung der Beweisanträge und in einigen anderen Punkten prozessuale Verstöße begangen, die einen sog. absoluten Revisionsgrund abgaben und daher zwangsläufig zur Aufhebung des angefochtenen Urteils führten. Aber auch in fachlicher Hinsicht waren nach Auffassung des Reichsgerichts keine ausreichenden Feststellungen über die Ueberlegung des Angeklagten bei Ausführung der Tat getroffen worden. Schulz, der bereits am 20. September 1932 wegen Mißhandlung feines älterem Sohnes Werner au vier Jahren Gefängnis verurteilt worden war, hat feinen feit den Sommerferien 1932 verschwundenen jüngeren Sohn Horst umgebracht und die Leiche dann in die Weistritztalsperre bei Breitenhain geworfen, wo sie später geborgen wurde. Der Beweggrund zur Tat soll die Absicht gewesen sein, sich an seiner geschiedenen ersten Frau durch Beseitigung ihres Lieblingssohnes zu rächen und zugleich einen unbequemen Zeugen im Ehescheidungsverfahren aus dem Wege zu räumen.
Vater und Sohn tödlich verunglückt.
Aus Wiesbaden wird gemeldet: An der Bahnunterführung an der Armenruhmühle auf der Mainzer Landstraße ereignete sich ein schweres Motor- radunglück. Der Gastwirt Volland aus Biebrich kam mit seinem elfjährigen Sohn auf dem Motorrad aus Erbenheim den steilen Erbenheimer Weg herunter und prallte unten an der Biegung in großer Geschwindigkeit mit der Maschine gegen d i e Mauer der Unterführung. Mit schweren Verletzungen kamen Vater und Sohn ins Biebricher Krankenhaus, wo sie kurz nacheinander gestorben sind.
Verhängnisvoller Treppensturz zweier Kinder.
In Eschwege stürzten zwei kleine Kinder im Alter von IV2 und 6 Jahren eine Treppe hinunter, wobei das jüngere so schwere Verletzungen erlitt, daß es bald darauf ft a r b. Das zweite Kind liegt in bedenklichem Zustand darnieder.
Die Toten vom Schlepper „Hierfür“ noch nicht geborgen.
Vom Norddeutschen Lloyd Bremen erfahren wir zu dem Unglück des Schleppers „Merkur" noch folgende Einzecheiten: Die angestrengtesten Versuche, die in dem kieloben treibenden Schlepper eingeschlossenen Besatzungsmitglieder zu retten, mußten seioer erfolglos bleiben, da bei Niedrigwasser nur ein ganz kleines Bodenstück des vorderen Schlepperteiles nicht vom Wasser überflutet roar. Es wurden verzweifelte Versuche unternommen, durch Sauer st offgebläfe Zugang zum Innern zu erhalten. Die Arbeiten wurden vor allem durch die starke Strömung außerordentlich erschwert. Die nach dem Ab-sinken des Schleppers „Merkur" noch eine zeitlang gehörten Klopf
zeichen waren schon stundenlang verstummt, als man schließlich die Rettungsversuche aufgeben mußte. Nur schweren Herzens entschlossen sich die an der Unfallstelle anwesenden Sachverständigen zur Aufgabe der Rettungsarbeiten, da sie erkennen mußten, daß diese Arbeiten unter den obwaltenden Umständen gänzlich aussichtslos waren. Die Bergung des Wracks durch die Hebeschiffe „Straft" und „Wille" wird im Auftrage der Reichs- stromverwaltung vorgenommen. Die Leichen werden aller Voraussicht nach erst geborgen werden können, wenn der Schiffskörper gehoben ist.
Zwei hitlerjungen beim Baden im Rhein ertrunken.
Drei Hitlerjungen, die oberhalb Rodenkirchens im Rhein badeten, gerieten in einen Strudel. Nur einer der Jungen konnte gerettet werden. Die beiden anderen, die 17 Jahre alt waren, fanden den Tod im Rhein.
Mord an einem SA.- Mann. — Der Täter richtet sich selbst.
Die Kriminalpolizei Lünen (Westfalen) teilt mit: Am Sonntagmorgen fand ein Anwohner, als er feine Kühe in den Wald trieb, in Lünen-Horstmar eine männliche Leiche und rief die Polizei. Kurze Zeit danach fand ein anderer Fußgänger, »etwa einen Kilometer von genannter Stelle entfernt, eine weitere männliche Leiche. Beide Leichen wiesen Schußverletzungen auf. Nachts waren von Anwohnern mehrere Schüsse vernommen worden. Es handelt sich bei den beiden Toten um den SA - Mann Erich Teßmer aus Lünen-Horstmar und um einen gewissen Karl Fröhlich, ebenfalls aus Lünen-Horstmar. Die Ermittlungen zur Aufklärung der Bluttat haben ergeben, daß SA.-Mann Erich Teßmer von dem früheren KPD.-Angehörigen Fröhlich durch fünf Schüsse in den Rücken getötet worden ist. Der Mörder hat sich nach der Tat entfernt und dann felbft gerichtet. Bei der Leiche des Fröhlich wurden zwei Pistolen und eine Menge Munition gefunden.
Verheerender Wolkenbruch in Palästina. — 21 Todesopfer.
In der Altstadt von Tiberias am Genezareth-See ging plötzlich ein gewaltiger Wolkenbruch nieder. Zahlreiche Häuser sind e i n g e ft ü r 5 t. Aus den eingestürzten Häusern find bis jetzt 21 Todesopfer geborgen worden. Viele Personen werden noch vermißt. Die Zahl der Obdachlosen ist sehr groß. Besonders schwer gelitten hat das Zentrum des Ortes mit dem Markt. Viele Häuser wurden durch Steinlawinen zerstört. Der Regen war so heftig, daß das Wasser in einzelnen Straßen zwei Meter hoch stand. Militär und Polizei sind zur Hilfeleistung eingesetzt. Nach oberflächlicher Schätzung beträgt der Schaden mindestens 30 000 Pfund Sterling.
Deutscher Substratosphärenballon „Bartsch von Sigsseld“ überfällig.
Bis Montagmittag war in Bitterfeld keine Landungsmeldung von der Mannschaft des Subftratofphärenballons „Bartsch von Sigs- f e l b" eingetroffen, der am Sonntag früh kurz nach 8 Uhr auf dem Bitterfelder Ballonfüllplatz aufgeftiegen ist. Man befürchtet deshalb das schlimmste. Da in großer Höhe aber stärkste Luftgeschwindigkeiten herrschen, ist es auch möglich, daß der Ballon sehr weit, vielleicht nach Polen, Rußland oder auch auf die hohe See abgetrieben worden ist. Das Auswärtige Amt ist von der Sachlage unterrichtet worden, damit den Balloninsaffen bei einer etwaigen Notlandung im Auslande jede mögliche Unterstützung zuteil wird. Der Ballon ist der größte deutsche Freiballon. Er faßt 9500 Kubikmeter. Die Führung hatte Dr. Jng. S ch r e n cf (Berlin).
Die deutsche Flagge an zweiter Stelle im Suez-Kanalverkehr.
Am 4. Juni findet, wie aus Paris gemeldet wird, die Hauptversammlung der Suez-Kanal - A G. statt. Der hierzu vom Verwaltungsrat ausgearbeitete Bericht weist für das Jahr 1933 folgende Ziffern aus: Die Zahl der Schiffe, die den Kanal durchfuhren, betrug 5423 mit einem Nettotonneninhalt von 30 677 000. Diese Ziffern bleiben um 8,3 v. H. hinter dem Rekordverkehrsjahr 1929 zurück, bedeuten aber gegenüber dem Jahre 1932 eine Steigerung um 8,2 v. H. Die Zahl der durch den Suez-Kanal beförderten Passagiere blieb mit 253 940 um 7834 hinter der des Jahres 1932 zurück. Großbritannien stellte den größten Teil der Schiffe, nämlich 54,5 v, H. An zweiter Stelle behauptet sich die deutsche Flagge, deren Tonnageziffer gegenüber 1932 um 254 000 Tonnen gestiegen ist. Dann folgen der Reihe nach die Niederlande, Frankreich, Italien, Norwegen und Japan.
Wettervoraussage.
Noch immer fließt an der Rückseite der nördöst- lichen Störung Kaltluft südwärts und gestaltet unseren WitLerungscharakter wechselhaft und kühl, wobei vereinzelt auch leichtere Schauer auftreten dürften. Stellenweise gehen in der Nacht die Temperaturen bis in die Gefrierpunktnähe zurück. Mit dem Herannahen einer neuen Störung vom Atlantik her wird die Kallluftzufuhr abgeschnitten, so daß später wieder Temperaturanstieg zu erwarten ist.
Aussichten für Mittwoch: Wechselndbewölkt mit Aufheiterung, noch kühl, vereinzelt leichtere Schauer.
Aussichten für Donnerstag: Etwas wärmeres, aber noch kein beständiges Wetter.
Lufttemperaturen am 14. Mai: mittags 16 Grad Celsius, abends 8,7 Grad; am 15. Mai: morgens 6 Grad. Maximum 16,5 Grad, Minimum 2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Mai: abends 17,3 Grad, am 15. Mai: morgens 12,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9 Stunden. — Niederschläge 1,5 Millimeter.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11200. Druck uno Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.
Zum Sonnenbad stets
Leckrem


