Nr. M Erster vlatt
18<. Jahrgang
vienrtag,15.Mai 1934
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Innere Kolonisation.
Die Siedlungspolitik hat einen kraftvollen Anstoß erhalten. Sie richtet sich nach zwei Seiten: die i n d u st r i e l l e Siedlung will im Raume der Großstadt und der Jndustriebezirke eine Form der Bebauung schaffen, die den Strukturumwandlungen unserer Hell Rechnung trägt. Staatssekretär Feder hat darüber instruktive Ausführungen gemacht, die die verschiedenen Probleme berührten und Ziele aufstellten: Sanierung der Altstädte, Schaffung von vorstädtischen Arbeitersiedlungen, Landesplanung mit Bildung neuer Mittelpunkte von nicht zu großem Umfange, alles das im Zusammenhang mit den damit verbundenen Notwendigkeiten für die Gestaltung des Verkehrs und der Dezentralisation der Wirtschaft. Reichsminister Dr. Darrs hat in seinen Reden in Pommern und Schlesien das Gebiet der Agrarsiedluna aufgerollt und in großen Zügen umrissen. Der deutsche Osten soll wieder Bauernland werden, ohne den Großgrundbesitz allgemein zu zerschlagen. Er hat auf die westdeutschen Verhältnisse hingewiesen, die eine „gesunde Mischung" der Betriebsgrößen aufweisen, die stellenweise sogar eine zu große Zersplitterung zeigen, während im Osten der umgekehrte Zustand dominiert.
Das Problem der inneren Kolonisation ist nicht neu, und der Streit um die Ursachen der heutigen Besitzgrößen ist ebenfalls ältesten Datums. Der Gegensatz zwischen Großgrundbesitz und Bauerntum ist, wie Reichsminister Darrs ausführte, am stärksten in Mecklenburg und gewissen Teilen Pommerns, also solchen Gebieten, die sich des Bauernschutzes der preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich des Großen nicht zu erfreuen hatten. Wenn dort die Ausdehnung des Großgrundbesitzes auf Kosten des Bauernlandes vor sich ging, so waren das die Auswüchse des Feudalismus und des Grundherrentums. Im Südwesten Deutschlands hatte der Bauernkrieg mit seinem unglücklichen Ende den Bauernstand tief hinabgedrückt und ihn zum großen Teil in die Erbuntertänigkeit gebracht. Der Dreißigjährige Krieg hatte bann die Besitzverhältnisse verdunkelt und große Teile des Bauerntums vernichtet. In weiten Gebieten des Ostens zog der Großgrundbesitz daher das Bauernland an sich. Hier hat das „Bauernlegen" begonnen, von dem so viel gesprochen worden ist. In Preußen siel die Erbuntertänigkeit durch die Gesetzgebung von 1810. Damit aber hörte auch der Schutz des Königtums auf, und der privatrechtliche Erwerb von Bauernstellen durch den leistungsfähigen Großgrundbesitz nahm seinen Lauf. Die bäuerlichen Dienste und Abgaben wurden abgelöst, entweder durch die staatlichen Rentenbanken 'oder durch die Abtretung von Grundbesitz an den Gutsherrn. Dadurch erlitten im damaligen Preußen die Bauern einen Gesamtverlust von rund 800 000 Morgen, das sind etwa 3 v. H. der früheren Fläche. Durch die gleichzeitig stattfindende Aufteilung von gemeinsam benutzten Flächen ist allerdings ein Zuwachs für den .Privatbesitz entstanden, der diesen Verlust wieder aufwog. Seit jener Zeit ist aber das Gemeindeeigentum des Bauerndorfes — Wälder, Wiesen usw. — im Osten fast ganz verschwunden. Dazu trat die Entwicklung des 19. Jahrhunderts, die Deutschland zu einem Getreideaus- fuhrland'machte. Daraus entstand ein Uebergewicht zu Gunsten des Großbetriebs, bis Ende der siebziger Jahre die Ausfuhr nachließ und der Ruf nach Schutzzöllen erhoben wurde.
Die neue Bauernpolitik will den Großgrundbesitz einschränken und dasBauerndorf wieder zum Mittelpunkt der ostdeutschen Wirtschaft machen. Nicht überall wird der Gutshof der Siedlung weichen müssen, denn verdiente Geschlechter sollen für ihren Besitz das Recht des Erbhofbauern erhalten, auch ist nicht jeder Boden für die intensive Wirtschaft des Bauernbettiebes geeignet. Die verschuldeten Großbetriebe werden vielfach nur durch Landabgäbe ihrer Lasten lebig werden. Damit wächst der Land- vorrat für die Bauernsiedlung. Die Landarbeiterfamilien, soweit sie dafür geeignet sind, sollen Dauernstellen erhalten. Die zweiten und dritten Söhne der Bauernfamilien, für die auf dem heimischen Erbhof kein Platz mehr ist, können sich eine neue Heimat .schaffen. Das alte Ideal ber inneren Kolonisation gewinnt Aussicht auf Erfüllung: Bauernhof an Bauernhof entlang der ganzen Ost- arenze, ein Wall deutschen Bauerntums soll entstehen.
SA. und Nationalsozialistischer Frontkämpserbund (Stahlhelm).
Ein Erlaß des Stabschefs.
Berlin, 14. Mai. (DNB.) Das Presseamt d e r O b e r st e n S A. - F üh r u n g teilt mit:
Bei der Obersten SA.-Führung sind aus allen Gruppenbereichen Beschwerden eingelaufen, wonach die Aufstellung des NSDFB. (Stahlhelm) dem Sinn und dem Wortlaut der Gr un- dungsverfassung nicht entspricht. Danach ift versucht worden, NSDFB.-Manner vom Eintritt in die SA. R. I a b z u h a l t e n und soweit sie schon SA.-Männer waren, wieder^ zu m Austritt zu bewegen. Vielfach ist der N-vDFB. als die Vereinigung dargestellt worden, die allein berechtigt wäre, Frontkämpfer zu erfassen und ihren Geist zu vertteten. „ . ,r
Stabschef Röhm hat infolgedessen einen Befehl erlassen, in dem er sich gegen diese Methoden wendet. Trotz der unfreundlichen Haltung des NSDFB. (Stahlhelm) verbietet jedoch der Stabs- che-f den SA.-Einheiten, mit Einzelaktionen gegen den NSDFB. vorzugehen. Er weift aber ausdruck- lid) darauf hin, daß sich Hunderttausende von Frontkämpfern der SA. ange- schlossen haben, weil sie den staatlichen Willen der Frontkämpfer und das geistige Erbe der
Regierungskommission und Franzosen über den Bericht des Gaarausschuffes verärgert.
Oie erste Ratssitzung.
Die Saarfrage
im Mittelpunkt des Interesses.
Gens, 14. Mai. (DNB.) Zur Tagung des Döl- kerbundsrates sind die Abordnungen der 15 im Rate vertretenen Länder schon ziemlich vollständig eingetroffen. In der Wandelhalle des Völkerbundes, die feit vielen Wochen verödet war, sah man heute zum ersten Male wieder ein lebhafteres Bild. Die Saar frage ist in den letzten Wochen schnell in den Vordergrund der europäischen Politik gerückt. Die an dieser Frage besonders interessierten Kreise sind daher hier durch Abordnungen oder Beobachter vertreten. Die Abgesandten der Deutschen Front werden noch im Laufe dieses Tages vollzählig hier eintreffen. Neben den alten Führern der Saarbevölkerung, unter denen Kommerzienrat Röchling besonders bekannt ist, wird diesmal auch der Führer der Deutschen Front, Pirro, in Gens anwesend sein. Im Gegensatz zu früheren Tagungen ist diesmal auch die Regierungskommisfion des Saargebietes vollständig eingetroffen. Präsident Knox, das saarländische Mitglied C o ß - mann und der südslawische Vertreter Zori - tschitsch weilen schon in Genf. Das französische Mitglied Morize wird heute ankommen und der Vertreter Finnlands in der Regierungskommission, von Ehrnrooth, wird Mitte dieser Woche in Genf erwartet.
Der französische Außenminister Barth ou, der ja in Genf neu ist, wurde bei seinem Eintreffen im Völkerbundspalast natürlich besonders beachtet. England ist durch den Lordsiegelbewahrer Eden, Italien durch Baron A l o i s i vertreten. Um 11.30 Uhr wurde die öffentliche Sitzung des Dölkerbunds- rates eröffnet. Der Rat erledigte im Eiltempo einige kleinere Fragen. Die Berichte fanden einstimmige Annahme. Die nächste Sitzung des Döl- kerbundsrates findet morgen statt.
Knox vor dem Dreier-Ausschuß.
Frankreichs Kampf
um die internationale Polizeitrnppe.
Genf, 14. 211 ai. (DRV.) In einer gemeinsamen Beratung des Dreierausschusses für die Saarabstimmung mit den vier in Genf weilenden Mitgliedern der Regierungskommisfion hat Präsident Knox seinen Standpunkt in der bekannten Weise vertreten, während das saarländische Mitglied der Regierungskommission, Lohmann, eine abweichende Meinung zum Ausdruck brachte. Die Beratung soll sich im übrigen noch nicht auf die eigentlichen politischen Fragen erstreckt haben. Man habe sich darauf beschrankt, über die technischen Probleme der Saarabstimmung zu sprechen.
Französische Sonderberichterstatter wollen wissen, dah die ausländischen Mitglieder der Regierungskommission über den Bericht des Dreierausschufses verärgert seien, weil er angeblich den Forderungen von Knox und seinen Mitarbeitern nicht genügend Rechnung trage. Der französische Vertreter des Regierungsausschusses, M o r i; e, soll sogar seinen Rücktritt angekündigt haben.
Die Regierungskommission des Saargebiets beklage sich vor allem darüber, dah der Dreierausschuh seinen Bericht ohne eine engere Fühlungnahme mit den Mitgliedern des Regierungsausschusses ausgearbeitet habe. Frankreich fordere die Besetzung des Saargebietes durch eine internationale Streitmacht. (!) Die Außenpolitikerin des „Oeuvre“ will sogar wissen, dah die französische Regierung mit dem Austritt aus demVölkerbund drohen würde, wenn sie keine Genugtuung erhielte. Durch einen Beschluß des völkerbundsrakes aus dem Jahre
1926 sei die Besetzung des Saargebiets durch fran« zösische Truppen vorgesehen, falls sich die Mächt« nicht über die Entsendung einer internationalen Streitmacht einigen könnten. Französischerseits scheine man aber wenig Neigung für eine derartige Mahnahme zu haben, weil man befürchte, dah eine solche Herausforderung das Abstimmungsergebnis noch mehr zugunsten Deutschlands be« e i n f l u H e n würde. Varthou werde deshalb bemüht sein, eine oder mehrere Mächte für diese Auffassung zu gewinnen.
Oie Antwort an Knox.
Eine Denkschrift der »Deutschen Sronf1' für den Völkerbundsrat.
Saarbrücken, 14. Mai. (DNB.) Die Deutsche Front im Saargebiet hat dem Völkerbundsrat eine Denkschrift übersandt, in der der Standpunkt des deutschen Volkes an der Saar zur Frage der Abstimmung und der Zukunft des Saargebietes noch einmal zusammenfassend dargelegt wird. Die Denkschrift, die die Unterschriften des Leiters der Deutschen Front, Pirro, sowie der Führer der Fraktion .Deutsche Front" des Saarländischen Landesrates, Levacher, Röchling, Kiefer trägt, erklärt u. a.:
Die Zahl der Mitglieder der „Deutschen Front" beträgt j e tz t s ch o n ü b e r 4 5 5 0 0 0. Die in der „Deutschen Front" zusammengefaßten Abstimmungsberechtigten machen mehr als 93 v. H. der gesamten stimmberechtigten Bevölkerung im Saargebiet aus. Die Führung der „Deutschen Front" hat damit den unumstößlichen Beweis erbracht, daß sie allein berechtigt ist, im Namen der Saarbevölkerung zu sprechen.
Die Deutschen des Saargebiets haben, wie dies bei allen Völkern der Fall ist, über ihre völkische Zugehörigkeit in dem Augenblick schon entschieden, da sie als Kinder ihrer deutschen Mütter das Licht der Welt erblickt haben. Eine Volksabstimmung darüber, ob die Saarländer zu Deutschland oder nicht zu Deutschland wollen, bedeutet an sich eine Mißachtung und Geringschätzung des Saarvolkes. Die „Deutsche Front“ und somit die Deutschen an der Saar wollen sich einer Volksabstimmung gewih nicht entziehen. Sie hätten aber gewünscht, dah das Angebot des deutschen Reichskanzlers, die Saarfrage auf friedlichem Wege zu lösen, von der Gegenseite angenommen worden wäre. Durch diesen friedlichen Akt hätte der Weg sreigernachk werden können zu einer endlichen Aussöhnung der beiden grohen Nachbarvölker.
Die Denkschrift geht sodann auf die Berichte des Präsidenten der Saarregierung Knox ein, in denen von „Terrormaßnahmen der Deutschen Front" und „Putschplänen" gesprochen wird. Die „Deutsche Front" weist darauf hin,
daß Präsident Knox Mittel und Wege sucht, die Notwendigkeit internationaler Hilfspolizei zu beweisen. Zu dieser Beweisführung wären Terrorakte die geeignetsten Mittel. Die „Deutsche Front" lehne jedoch jeden Terror ab und.verlange von ihren Mitgliedern strengste Disziplin, insbesondere die genaueste Beobachtung der saarländischen Gesetze.
Die Denkschrift erinnert daran, daß die Saarbevölkerung in den vergangenen 15 Jahren unter den allerschwierigsten Verhältnissen Ordnung und Ruhe bewahrt habe, obwohl sie in den Jahren 1918 bis 1924 13 Todesopfer durch das französische Militär zu beklagen gehabt habe.
Es wird dann auf einen Ausspruch des Präsidenten Stephens hingewiesen, in dem festgestellt wird, dah die aus der Bevölkerung rekrutierte örtliche Gendarmerie des Saargebietes mustergültig sei. Diese vorzügliche Polizeitruppe habe die von dem Präsidenten der Regierungskommission Knox geleitete Abteilung des Innern mit aus Deutschland geflüchteten Emigranten durchsetzt. Die „Deutsche Front“ sieht, wie in der Denkschrift ausgeführt wird, in der Einstellung solcher Leute in die saarländische Polizei eine Provokation gegenüber der Saarbevölkerung und glaubt an- nehmen zu können, dah viele der Beschwerden, die die Regierungskommission an den Völkerbundsrat gerichtet hat, von diesen unsauberen Elementen herrühren.
Die angeblichen „Putschpläne" werden mit der Bemerkung zurückgewiesen, daß die Mitglieder der „Deutschen Front" nicht so töricht seien, ihre sichere Rückkehr zum Deutschen Reich Anfang 1935 dadurch z u gefährden, daß sie wenige Monate vor diesem Termin einen lächerlichen Putsch in Szene setzen. Zum Schluß der Denkschrift wird darauf hingewiesen, daß die Saar- regierung 3 2 Organe der „Deutschen Front" auf insgesamt 367 Tage verboten habe, während in der gleichen Zeit — seit Mai 1933 — nur drei Separatistenblätter auf zusammen 30 Tage verboten wurden.
Schützengrabenfront in der SA. am besten verkörpert untbin ihr vertreten wissen. Männer aller^ dings, die sich bereden ließen, nicht in die SA. R. I einzutreten, oder den Austritt aus ihr zu vollziehen, feien für die SA. nicht zu gebrauchen. Sie sollen ausfcheiden. Aber es sei auch gleichzeitig dafür Vorsorge zu treffen, daß sie nie wieder in die SA. aufgenommen werden.
Der SA.-feindlichen Haltung des NSDFB. stellt Stabschef Röhm die Haltung des Kyffhäuser- bundes entgegen, der sich nicht nur durch die Pflege alter kameradschaftlicher Sol- datentradltion bewährt habe, sondern der auch in seinem gesamten Verhalten, in seiner rest- losen Mitarbeit an den Aufgaben der S A. R. II eine Kameradschaft der Frontkämpfer bildet, die dem nationalsozialistischen Staat wertvolle Dienste zu leisten verspricht. Der Stabschef befiehlt daher der SA., den Kyffhäuserbund in jeder Weise zu unterstützen.
Die Landeshandwerksfübrer ernannt.
Berlin, 14. Mai. DNB. Auf Grund des Reichsgefetzes über den vorläufigen Aufbau der Organisationen des deutschen Handwerks ist im Februar 1934 ber Reichshandwerksführer durch den Reichswirtschaftsminister und den Reichsarbeits- minifter ernannt worden. Für die weitere Durchführung des Aufbaues einer geschlossenen Organisation des Handwerks, die sowohl geeignet ist, die Wirtschaftsführung als auch die Menschenführung im Sinne ber nationalsozialistischen Volksgemeinschaft zu garantieren, sind nunmehr durch den Reichshandwerksführer nach vorheriger Zustimmung des Reichswirtschaftsministers Landeshandwerksführer ernannt worben und zwar für den Treuhänderbezirk Hessen Elektromeister Pg. Garner, Worms, Vorsitzender des Reichs- verbanbes des Elektro-Jnstallateur-Gewerbes, und für den Treuhänderbezirk Rh einland Elektro- und Klempnermeister Pg. R ö d i n g, Koblenz.
Vornehmste Aufgabe der Landeshandwerksführer
ist es, für ein reibungsloses Arbeiten der Handwerksorganisationen in den Treuhänderbezirken Sorge zu tragen, bei der Durchführung des Führerprinzips in engster Verbindung mit der zuständigen PO.-Leitung die nationalsozialistischen Handwerksmeister und Handwerksgesellen auszuwählen, welche als Führer von Handwerkerorganisationen geeignet sind und alle Fragen der Handwerkerbewegung und der Handwerkswirtschaft innerhalb ihres Gebietes im Sinne einer nationalsozialistischen Volksgemeinschaft zu ordnen.
Oie Aufgaben des Reichs- kultusministeriums.
Die neue Ressortteilung mit dem Reichsinnenministerium.
Berlin, 14. Mai (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler hat am 11. Mai einen Erlaß über die vom Reichsministerium des Innern an das Reichs- minifterium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung abzugebenden Aufgabengebiete unterzeichnet. In der Neuregelung wird bestimmt, daß aus dem Geschäftsbereich des Reichsministeriums des Innern folgende Angelegenheiten in das Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung übergehen:
1. Wissenschaft:
Allgemeine Angelegenheiten der Wissenschaft, auch in ihren Beziehungen zum Auslande, Physikalisch- Technische Reichsanstalt, Chemisch-Technische Reichsanstalt, Reichsanstalt für Erdbedenforschung, reichswichtige wissenschaftliche Anstalten des In- und Auslandes, wissenschaftliches Büchereiwesen, Volkskunde, Archäologisches Institut;
2. Erziehung und Unterricht:
Hochschulangelegenheiten, Studentenhilfe, Reichsfachschaftsführer der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen, allgemeine Schulangelegen
heiten, Volksschulen, Höhere Schulen, Privatschulen, Berufs- und Fachschulen, deutsches Schulwesen im Auslande, Auslandsschulen;
3. Jugendverbände;
4. Erwachsenenbildung:
In dem Erlaß heißt es dann weiter: Auf den bezeichneten Gebieten ist der Reichsmini st er für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung für alle Ausgaben einschließlich der Gesetzgebung federführend. Für die Beteiligung der übrigen Reichsminister gelten die allgemeinen Grundsätze.
Oie Habsburger regen sich wieder.
Basel, 14. Mai. (DNB.) Otto von Habsburg, der Sohn des verstorbenen Exkaisers Karl, der nut seiner Mutter, der Exkaiserin Zita, in Belgien lebt, traf in Basel ein, wo er während zweier Tage als Gast des Erzherzogs Eugen im Hotel „Drei Könige" weilte. Otto von Habsburg hatte mit seinem Verwandten eine Besprechung über die gegenwärtigen politischen Verhältnisse in Oesterreich sowie auch über die Möglichkeit der Rückkehr der früheren Kaiferfami1 ie nach Oesterreich. Bekanntlich hat Erzherzog Eugen kürzlich die Ermächtigung erhalten, in Oesterreich zu leben.
Wieder ein Innsbrucker llniversitäts- profeffor seines Amtes entboben.
Innsbruck, 14. Mai. (DNB.) Außer Professor Dr. B e l b o k ist auch der Professor für Geographie Dr. Friedrich Metz seines Amtes enthoben worden. Metz war im Februar in das Lager Wöllersdorf eingeliefert und vor einigen Wochen daraus wieder entlassen worden. Professor Metz ist Vorsitzender der Zentralkommission für wissenschaftliche Landeskunde von Deutschland und hat sich vor allem um das zahlreiche Schrifttum über das Grenzlanddeutschtum verdient gemacht. Er hat bereits eine ehrenvoll- Berufung an die Universität Erlangen erhallen«


