Oberhessen
Hessen ist wohl der Teil sich noch viele Würzkräuter
Deutschlands, in dem erhalten haben. Doch sehr bereichern. Alle
auf und den be-
Wildkümmel. Durch die Römer wurden noch viele Kräuter eingeführt. Davon zeugen die römischen und griechischen Namen, die sehr viele von ihnen haben. Später sorgten die Klöster für die weitere Verbreitung, und im Mittelalter finden wir auf den Burgen besondere „Würzgärtlein". Aber auch jeder Bauerngarten hatte eine Ecke für die Gewürzpflanzen.'Kräuterbücher aus dieser Zeit berichten uns von ihrer vielseitigen Verwendung. Alte Kräuterweiber verstanden die Kunst des Mischens und brauten Tränke für die verschiedensten Krankheiten. Noch heute finden viele Kräuter bei der Zusammensetzung von Heilmitteln Verwendung.
Dann kam eine Zeit, in der den ausländischen scharfen Gewürzen der Vorzug gegeben wurde, und erst der Rohkostbewegung gelang es, die vielen würzigen Kräutlein zu Ehren zu bringen. Alle grünen Kräuter sind, wie die Blattgemüse, sehr vitaminreich. Viele von ihnen, z. B. Sauerampfer, Kerbel, Dill und Gundermann, haben blutreinigende Wirkung. Zwiebel, Knoblauch und Schnittlauch wirken bakterientötend. Alle Retticharten sind drüsenanregend, Meerrettich auch rachenreinigend. Während wir von Petersilie und Sellerie das Grün als Würze, besonders für Kartoffelsuppe, schätzen, soll die Sellerieknolle ein gutes Mittel gegen Arterienverkalkung sein, die Wurzel der Petersilie aber wird, als Tee bei Blasenerkältungen getrunken, gute Wirkungen tun. Brunnen- und Gartenkresse, die sowohl
Seidelbast und Ingwer.
Wir schätzen Wermut heute noch, ebenso wie Pfefferminze als magenstärkend. Die Beeren von Wacholder sind köstlich an Wildragout, Rehbraten oder Sauerkraut. Ihnen sagt man nierenreinigende Wirkung zu.
'Ganz abgesehen von der Heilwirkung der einzelnen Kräuter sind uns diese würzigen Kinder der Natur eine wertvolle Hilfe, jedem einzelnen Gericht einen besonderen Geschmack zu geben. Die Hausfrau hat durch sie noch viel Gelegenheit, neue Rezepte zu entdecken. Sie können uns die ausländischen Gewürze ganz ersetzen. Auch der Kochsalzgenuß kann durch ihre Verwendung stark eingeschränkt werden.
Wir sind in Hessen in der glücklichen Lage, fertige Kräuterbündel kaufen zu können. Leider enthalten die Bündel aber zum größten Teil Sauerampfer und nur wenige Kräuter. Sauerampfer ist vorzüglich als Beigabe zu Salat und Spinat. Die eigentliche Würze geben den Gerichten aber Dill, Estragon, Thymian, Boretsch, Schnittlauch, Peter- sllie, Melisse, Basilikum, Pimpinelle, Tripmadam, Portulak, Pfefferminze und Salbei. Natürlich dürfen diese Kräuter nicht alle auf einmal verarbeitet werden. Durch die richtige Zusammenstellung
kann man ihre Zahl noch , , Würzkräuter sind ursprünglich Heilkräuter, und einige von ihnen waren schon im germanischen Altertum bekannt, so die Zwiebel, der Porre und der
als Salat, als auch klein gehackt vorzüglich Butterbrot schmecken, sind wie Löffelkraut Meerrettich ein altberühmtes Mittel gegen
.Skorbut. Schon Hildegard von Bingen, eine rühmte Nonne, gibt in ihrem Buch „Causae et curae“ Weisungen, aus denen wir ersehen, welche Bedeutung sie den Kräutern zuspricht. So gibt sie an gegen Zahnschmerzen Eisenkraut und Wermut, gegen schlechte Verdauung Pimpinelle, Hohlwurz,
Preußen.
Kreis Wetzlar.
♦ Krofdorf, 14. Mai. Durch Sturz mit dem Motorrad verunglückten gestern nacht der 29 Jahre alte Bautechniker Karl Drescher und der 37 Jahre alte Handlungsgehilfe Fritz Bremer von hier. Beide erlitten bei dem Sturz erhebliche Kopfverletzungen, die ihre Ueberführung in die Chirurgische Klinik zu Gießen erforderlich machten. Blutvergiftung durch einen Splitter.
LPD. Frankfurt a. M., 12. Mai. Daß auch kleine, durch Splitter verursachte Wunden nicht unbeachtet bleiben dürfen, beweist ein Vorgang, der sich im Frankfurter Stadtteil Niederrad zugetragen hat. Ein Arbeiter riß sich einen Splitter in'die Hand und beachtete die Wunde weiter nicht. Es trat eine Blutvergiftung ein, die die Am- putation des Armes notwendig machte. Trotzdem ist der Mann später gestorben.
verbracht wurde, wo er unmittelbar nach der Ein- lieferung verstarb. Der Verstorbene, der einen schweren Schädelbruch erlitten hatte, stand im 43. Lebensjahre und ist Vater zweier Knaben im Alter von 9 und 14 Jahren.
O Kesselbach, 12.Mai. Gestern gegen Abend ereignete sich auf der Straße Rüddingshausen— Kesselbach ein Unglücksfall, da zwei Rad- fahrer zusammen stießen. Ein SA.-Mann aus Odenhausen stieß mit einem entgegenkommenden Fahrer aus Kesselbach zusammen, beide kamen zu Fall und erlitten Verletzungen. Sie wurden der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt, wo sich glücklicherweise ergab, daß die Verletzungen nicht lebensgefährlich sind. Der eine erlitt einen Nasen- beinbrüch, der andere einen Schlüsselbeinbruch und einige Hautabschürfungen.
Schwere Bluttat in Homberg.
H o m b e rg a. d. Ohm, 12. Mai. (LPD.) Heute früh ereignete sich hier eine schwere Bluttat. Der Forstmeister Georg Wagner gab mehrere Schüsse auf seine Frau ab. Bei dem Handgemenge, das sich anschließend entspann, wurde auch eine Tochter durch einen Schuß leicht verletzt. Die Frau, die schwere Verletzungen erlitten hat, wurde nach Marburg in die Klinik übergeführt. Der Forstmeister begab sich nach der Tat in sein Dienststmmer und brachte sich selbst drei Schüsse bei, an deren Folgen er g e st o r b en ist.
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 13. Mai. Anläßlich des M u tter t a g e s hatten unsere Schulen in den Hof der Schule Gießener Straße am Samstag früh zu einer Feier eingeladen, der auch viele Mütter gefolgt waren. Nach dem Gesang der Chorschule unter Leitung von Lehrer Schneider und Gedichten von Kindern ergriff der Ortsaeistliche, Pfarrer Sattler, das Wort zu einer längeren Ansprache über den Sinn des Muttertages im neuen Reich, in der er daran erinnerte, wie unser Führer uns vom altbösen Feind des Bolschewismus, der in Rußland Gott und die Familie vernichten will, rettete. Und nach dem Willen und Ausspruch Hitlers ist die deutsche Mutter die wich- tiaste Staatsbürgerin in seinem Reich. Der Redner wies sodann auf die großen Männer unserer Geschichte hin, die alle ihre Mutter hoch in Ehren gehalten haben. Der Jugend selbstverständliche Aufgabe sei es, in Gehorsam die Mutter zu ehren und an Opferfreudigkeit ihr nachzustreben. Groß und gewaltig war das Opfer der deutschen Mutter im Kriege, und das letzte Wort „Mutter" unserer sterbenden Helden draußen im Felde bewies oftmals die große Liebe und den festen Halt, den die deutsche Frau und Mutter ihren Söhnen und damit unserem Volke gibt. Anschließend ergriff Rektor Petri das Wort zu einer Würdigung der Mutter in Ärieg und Nachkriegszeit und schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Das Horst- Wessel-Lied und das Lied der Deutschen beendete die eindrucksvolle Feierstunde.
— s — Großen-Linden, 12. Mai. Heute feierten sämtliche Klassen unserer Volksschule Den Muttertag. Eingeleitet wurde die Feier durch einen dreistimmigen Chor unter Leitung des Lehrers Reinheimer, woran sich eine Ansprache der Lehrerin, Frl. Müller, schloß. Sie wies die zahlreich erschienenen Mütter und die Schüler auf die Bedeutung dieses Tages hin. Aus jeder Klasse wurde ein Gedicht vorgetragen. In einem Sprechchor gelobten alsdann die Kinder, allzeit ihre Eltern zu lieben und zu ehren und sangen darnach das Lied „Das treue Herz". An das letzte der Gedichte „Horst Wessels Mutter" schloß sich das gemeinsam gesungene Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied. Hiermit fand der erste Teil der Veranstaltung seinen Abschluß. Unter Führung von Rektor Siegfried konnten dann die Mütter eine Ausstellung in der Mädchenberufsschule besichtigen. Die ausgestelltn Handarbeiten sowohl wie die praktischen Vorführungen im Kochen, Bügeln, Reinigen und in der Säuglingspflege fanden höchste Anerkennung bei den Besucherinnen und zeigten, in welch mustergültiger Weise es die Leiterin Frl. Schultheiß versteht, die Mädchen auf ihren Beruf als Hausfrau und Mutter vorzubereiten. Freilich dürfte auch so leicht keine zweite Schule zu finden sein, die derartig mustergültige Räume und Einrichtungen für diesen Zweck aufzuweisen hat wie unsere kürzlich eingeweihte neue Volksschule.
)( Lich, 12. Mai. Vom schönsten Wetter begünstigt und unter großer Beteiligung von hier und aus der ganzen Umgebung fand am Himmel- fabrts-Nachmittag in der „Meilbach" unser M i s -
s i o n s f e st statt. Nach einer liturgischen Einleitung der Licher Konfirmanden unter Leitung von Stiftspfarrer D r a u d t und einer Ansprache von Stifts- dechant Kahn über das Himmelfahrtsevangelium sprach der neuernannte Heimatinspektor der Baseler Mission, Pfarrer H a n n i ch aus Basel (früher Nekarelz in Baden) über die Missionsaufgaben der Heimatgemeinde. Der Posaunenchor Lich hatte es sich auch in diesem Jahre nicht nehmen lassen, das Fest durch den Vortrag einiger Chöre musikalisch zu bereichern und die Choräle der Gemeinde zu begleiten. So war es ein herrlicher Gottesdienst, den die vielen Hunderte von Missionsfreunden im schönen Waldesdom feiern konnten. In dankenswerter Weise hatte die Brauerei Jhring-Melchior wieder die Bänke unentgeltlich zur Verfügung gestellt und die Fürstliche Forstoerwaltung Platz und Waldkanzel Herrichten lassen. Eine Kollekte von 48 RM. konnte der Baseler Mission überwiesen werden. Am Vormittag hielt der Festredner bereits in unserer Marienstiftskirche Gottesdienst und Kindergottesdienst, und er hatte dabei 24 RM. Kollekte erhalten. — Am dritten Pfingsttag wird das Jahresfest des Erziehungsheims Arnsburg in üblicher Weise gefeiert werden. Die Ansprachen werden von Pfarrer Kornmann (Laubach) und Baurat Kissel (Büdingen) übernommen.
f Treis a. d. L d a. /12. Mai. In der Scheune des Landwirts G. Schmidt dahier ereignete sich heute ein schwerer Unglücksfall. Beim Einstecken von Ziegeln stürzte der Maurer Peter R a - b e n a u dahier aus unaufgeklärter Ursache ab und fiel so unglücklich, daß der bedauernswerte Mann auf Rat des sofort herbeigerufenen Arztes mit Sanitätsauto in die Chirurgische Klinik nach Gießen
Ltnsere deutschen Würzkräuter
Von Johanna Kalbfleisch-Gießen.
mtrb dem Gericht die Note gegeben. Besonders das würzige Basilikum, die nach Zitronen riechende Melisse, der etwas strenge Estragon, der starke Thymian, Pfefferminze und Salbei dürfen nur in kleinen Mengen beigegeben werden. Alle angeführten Kräuter sind verwendbar an Fleisch- und Fisch« tunken, Ragout, Salate und nicht zuletzt an die köstliche grüne Soße. Unsere Bratentunken erhalten auch eine wertvolle Bereicherung durch Zugabe von Kräutern. So wird Kalbsbraten vorzüglich schmecken, wenn wir etwas Salbei und Liebstöckel beifügen. An Gänse- oder Schweinebraten empfiehlt es sich, Beifuß hinzuzufügen, und Ma- joran und Thymian schmecken herrlich zu gekoch- tem Hammel- und Kalbfleischfrikassee. Ragout fm aber mundet ausgezeichnet mit Estragon, Thymian und Basilikum. u ,
Zum Schluß sei noch das Pfeffer- oder Bohnen- kraut an Bohnengemüse und Kartoffelsuppe und eine Zusammenstellung von Dill, Schnittlauch, Basilikum, Pimpinelle, Boretsch und Petersilie zum Herstellen von Kräuterbutter genannt.
Eine Schwierigkeit besteht allerdings für viele Hausfrauen bei Verwendung all dieser Kräuter, nämlich, sie zu bekommen. Wer glücklicher Besitzer eines Gartens ist, kann dem leicht abhelfen. Die Hausfrau, die keine Kräuterecke im Garten haben kann, muß sich mit Blumenkästen und Töpfen helfen.
Alle Jtäber drehen sich.
Wie sprach der Führer? „Wenn sich aber 40 Millionen erwachsener Menschen einem einzigen Willen verschreiben und einen Entschluß zur Tat werden lassen, dann kann aus dieser unermeßlichen Kraft nichts anderes als der Erfolg kommen".
Fühlen wir jetzt nicht als stärkste Triebkraft unseres Volkes den Glauben an unseren Führer, an sein grandioses Werk und an unsere Einigkeit? Und gehen wir nicht aus diesem Grunde alle einmütig mit höchster seelischer Spannkraft an die Arbeit?
Allen Deutschen wird und muß das Arbeitsglück sich offenbaren! Alle Räder drehen sich!
Und nun ein Rad des großen Wirtschaftsmecha- nismus, die dritte nationalsozialistische Arbeitsbe- schaffungslotterie! Sie hat es sich nun zur hehren Aufgabe gesetzt, für die Arbeitsbeschaffung im ganzen Volke zu werben und neue Mittel hierzu zu beschaffen. Sie gibt wie früher Lose zu einer Mark heraus, aber sie bietet diesmal eine weitaus größere Gewinnaussicht. Dem wahren nationalsozialistischen Empfinden gemäß hat heuer die Arbeitsbeschaffungslotterie von einem übermäßig hohen Hauptgewinn abgesehen, um dafür viele mittlere und kleine Gewinne zu bieten.
Rundfunkprogramm.
Dienstag, 15.2Hai.
5.50 Uhr: Gymnastik. 6.25: Gymnastik. 6.55: Frühkonzert (Schallplatten), Frühlingsgrüße. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10.10: Schulfunk. Französisch für die Unterstufe. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I „Ehrt eure deutschen Meister!" Robert Schumann (1810—1856), (Schallplatten). 13.20: Mittagskonzert II. 14: Mittagskonzert III. 14.40: Stunde der Frau: Annette vonDroste- Hülshoff. Eine deutsche Dichterin. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Philharmonischen Orchesters. 17.30: Zwei vom Schiff, Novelle von Hans Mensler. 17.45: Tanzsuite von Heins Schroeter. 18.15: „Aus Wirtschaft und Arbeit". 18.25: Italienischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht! (Soziale Funkberichte). 19: Französische Opernmusik. 19.30: Die fünf Dragoner, Hörfolge. 20.15 von Frankfurt a. M.: Reichssendung: Stunde der Nation: Unbekanntes von Lanner und Strauß. 21: „Die Barberina tanzt", Hörspiel von Charlotte Schulz-Ewerth. 22.50: Oktett für zwei Violinen, Viola, Violoncell, Kontrabaß, Klarinette, Horn und Fagott in F=Dur, op. 166, von Franz Schubert. 24: Nachtmusik. Szenen aus „Der fliegende Holländer" von Wagner.
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