Nr. |09 viertes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Samstag, 12. Mai (934
SJlxfport
Deutsche Mütter in Turnen und Sport.
Der Berrlf der Mutter ist ewig und von Anbeginn bis heute unwandelbar den gleichen Pflichten, dem gleichen Aufgabenkreis zugewandt. Die Frau ist als Mutter aus allen Streitfragen, die die Frau als zeitgebundenen Typ betreffen, herausgehoben kraft ihres Muttertums, das ihr ein Reich erschließt, das seinen eigenen Gesetzen gehorcht. So sehen wlr, daß der Begriff der „modernen Frau" über die Jahrhunderte hinweg stetigen Wandlungen unterworfen ist. Bald war es das „ewig Weibliche" der Goethezeit, bald die geistig gebildete Frau der Romantiker, dann wieder war es die Emanzipierte,
messen. Aber ist es nicht schon unendlich viel, zu wissen, daß eine Mutter freudig mitmacht, nicht um auch noch anzufangen, sondern, weil sie es von Jugend an nicht anders gewohnt ist, und es mit ihren Kindern in derselben Weise halten will? Das ist das große, das herrliche Verdienst der Leibesübungen um die deutsche Frau und Mutter.
—Bkn—
Ein großer Tag der Boxer.
Das Ereignis des morgigen Tages für die Boxer ist: Schmeling — Paolino inBarcelona. Der Kampf ist unseres Exweltmeisters letzte, aber auch wirklich allerletzte Chance, sich noch einmal in den Vordergrund zu stellen. Ein Sieg über den bas
kischen Holzfäller ist unbedingt nötig. Ein Schmeling in gewohnter Verfassung ist auch jederzeit imstande, einen Erfolg herauszuholen. Paolino darf aber keinesfalls unterschätzt werden. Der Spanier hat trotz seines Alters nicht nur seine unheimliche Schlagkraft behalten, er ist auch heute noch ein famoser Techniker und unheimlich schneller Mann. Max Schmeling wird in der mit 100 000 Menschen gefüllten Stierkampfarena von Barcelona wirklich wie ein Stier kämpfen müssen, um die Naturkraft des Basken zu brechen.
Neuer deutscher Schwimmrekord.
Im Rahmen der Olympiavorbereitungen der Düsseldorfer Schwimmer unternahmen Anni Stolte (Düsseldorf) und Christel R u p k e einen Angriff aus den deutschen Rekord im 100 - Meter - Rückenschwimmen. Anni Stolte gewann das Rennen sicher in der neuen Bestzeit von 1:22,6, die um eine Zehntelsekunde besser ist, als die jüngste Bestleistung der Charlottenburger „Nixe" Gisela Arend.
und die bewegten Jahre der Nachkriegszeit kannten die versachlichte, die vermännlichte Frau; sie kannten das Sportmädel und den „Flapper".
Aber auch ein anderer Typ reifte in dieser Zeit heran, das waren die Mädel, die aus der Jugendbewegung hervorgingen, die mit der Aufgeschlossenheit für geistige Fragen einen tapferen Wirklichkeitssinn verbanden, die turnten, wanderten und Sport trieben und doch im Grunde sehr weiblich blieben, niemals jene Harmonie von Anmut und Würde zerstörten, von der Schiller sagt, daß es dem Menschen aufgegeben sei, eine innige Uebereinstimmung zwi- sch-n diesen beiden Naturen zu stiften und mit seiner vollstimmigen, ganzen Menschheit zu handeln. Für diese Generation junger Mädels war die Bildung nicht nur eine Sache, die man notgedrungen absitzen mußte, wie die U-ebungsstunden am unvermeidlichen Klavier, nein, für diese Mädels, die heute zur Frau und zur Mutter herangereift sind, war Bildung, auch die körperliche Biloung, Sache der Persönlichkeit, ihr eigenster, lebendigster, täglich neu zu erobernder Besitz. Dieser Frauentyp unserer Zeit ist bestimmt, den Gegensatz der unruhvollen und suchenden Nachkriegsjahre: hie Versachlichung hie — Mütterlichkeit, aufzulösen zu einer Einheit, aus der die Fähigkeit entspringt, das Leben in seiner Tiefe und Schicksalshaftigkeit zu sehen und zu formen und doch nicht jene jahrtausendalten Züge echter Weiblichkeit vermissen zu lassen, aus der die besten Kräfte'der Frau, ihr ureigenstes Wesen Gestalt gewinnen.
Für diese Mädels, die heute junge Mütter sind, ist die Leibesübung, das Tummeln und Stählen des Körpers in frohem Spiel, bei Tanz und Gymnastik, durch Schwimmen und Skilaufen, durch Rudern und Wandern, keine Sache mehr, die zwar unleugbar große Vorteile hat und Schönheiten des Lebens erschließt, denen man gern teilhaftig würde, roenn---ja, wenn man eben früher damit
begonnen hätte, nein, für diese Generation sind Turnen und Sport Dinge, die zum Leben gehören, einfach nicht wegzudenken sind.
Damit rühren wir an das Problem des Generationswechsels, das sich vor allem in bezug auf die Stellung zur Leibesübung mit unterscheidender Deutlichkeit bemerkbar macht. Es ist doch so: unsere Mütter kamen mit Turnen und Sport in den überwiegend häufigeren Fällen nur indirekt, durch ihre Söhne und Töchter, in Berührung. Ihre Verdienste sollen darum nicht im geringsten geschmälert werden. Im Gegenteil! Wer je in seiner Jugend geturnt und Sport getrieben hat, wer Sonntag für Sonntag auf den Fußball-, Hockey- oder Handballplatz zog und oft verdreckt, müde und mit einem Wolfshunger wiederkam, der wird seiner Mutter Dank wissen für all die Arbeit, die sie mit stolzem Eifer für ihr „tüchtiges Mädel", für ihren „fabelhaften Jungen" verrichtete. Sie wusch unermüdlich all das Sportzeug, plättete und besserte aus, sorgte für die nötige Leibesstärkung, packte den Rucksack, legte in aller Herrgottsfrühe die Butterbrote zurecht, begeisterte sich als Zuschauerin an den Schwimmerfolgen ihrer Tochter, an den turnerischen und sportlichen Siegen ihres Sohnes und war überhaupt einzigartig und in keiner Weise zu entbehren. Nur sie selbst glaubte, für diesen „modernen Kram" keine Zeit zu haben, ihr Gymastiksaal waren Küche und Keller, ihr Sportgerät Besen und Kochtopf. Um schwimmen zu lernen, dafür war man „wirklich schon zu alt". Man lagerte sich gemütlich am Rande der Seen und Flüsse und schaute zu, wie die Jugend sich tummelte, oft mit einem kleinen Seufzer des Neides und der entsagenden Bemerkung: „Ja, wenn wir das damals auch gedurft hätten!" Aber eine ganze Anzahl unserer Mütter — und sie darf eher zu hoch als zu niedrig bemessen werden — fand den Weg von dem unermüdlichen und unentbehrlichen Helfer und dem beschaulichen Zuschauer doch in die Reihen derer, die «ktdv durch Turnen und Sport ihrem Körper Gutes antaten. Und siehe da, aus dem nur widerstrebend Folge geleisteten Zwang — „die Kinder lassen mir ja keine Ruhe" — wurde oft begeistertes Mittun. und schnell kam die Erkenntnis, daß man sich üicht eine Mehrarbeit aufgebürdet, sondern sich einen Quell der Freude und des ewigen Jungseins geöffnet hatte, der nie versiegte. Diese Mütter übersprangen die Grenze, die zwei Generationen trennt, und sie wissen ihren Kindern heute Dank dafür, daß sie den Helfer zu einem Mitstreiter gewonnen haben.
Die junge Generation, die Mutter, die in den Nachkriegsjahren als frische Sportmädels sich das weite Feld der Leibesübungen eroberten, haben diesen inneren Umschwung, dieses Aufraffen nicht mehr nötig, sie wissen oft gar nicht daß es überhaupt einmal anders war. Zwar ist es beileibe nickt so daß nun Worte verloren gegangen waren, die wir mit dem Wort Mütterlichkeit bezeichnen. Nein, diese Mädels der heutigen Generation und die der Nachkriegszeit haben an Natürlichkeit nichts verloren, bas Wissen um ihre naturgegebene Auf. gäbe ist aerobe heute, gestärkt durch den National- sozialismus, größer denn je, auch bas Verlangen, diese Aufgabe zu erfüllen. Aber s.e haben sich den elastischen Sinn für die Schönheit und Anmut eines kräftigen, sonnengebräunten und abgehärteten Körpers bewahrt. Sie haben die herrliche Aufgabe bekommen, kraft ihres eigenen lebensvollen Seins ihren Kindern Vorbild zu fein, als Hüter und Mitstreiter auf dem Weg der Leibeserziehung zu stehen, lii einer Front. Diese Kinder werden ihren Muttern doppelt Dank wissen dafür, denn diese Mutter sind nicht nur Helfer und Förderer, sie nehmen ihren Jungens und Mädels nicht nur die uemen Sorgen ab, sie stehen gleichberechtigt neben ihnen, ic sind aus dem gleichen Holz, tragen dieselbe C3e* innung. Selbstverständlich darf es nicht so aufgesaßt ein, daß Mütter und Kinder sich im Wettstreit
Der Welterfolg unserer Segelflieger.
prof. Georgii über das Ergebnis der Südamerika-Reise.
Professor Georgii, der Leiter der deutschen Segelflugexpedition nach Südamerika und Führer der Gesamtabteilung Segelflug im Deutschen Luftsportverband, gewährte unfereffi Hamburger Mitarbeiter eine Unteredung, in der er sich ausführlich über die Ergebnisse der Expedition äußerte. Prof. Georgii erklärte, die Fahrt nach Südamerika könne von drei Seiten ausgewertet werden: einer sportlichen, einer wissenschaftlichen und einer für das Deutschtum werbenden. Man sei hinausgegangen mit der Absicht, den thermischen Segelflug in der eigentlichen Heimat der thermischen Aufwinde, den Tropen, zu erproben, und man sei nach Südbrasilien gegangen, um die Unterstützung des Condor- Syndikats in Anspruch nehmen zu können, das dort die Grundlage für die segelfliegerische Forschungsarbeit stellte. Maßgebend für die Reise sei auch der Gedanke gewesen, den jüngsten Zweig des deutschen Luftsports, den Segelflug, dort zu zeigen, wo das Condor - Syndikat und der Zeppelin die ersten Schrittmacherdienste für Deutschland geleistet hätten.
3n sportlicher Hinsicht, sagte Professor Georgii. wurden unsere Hoffnungen erfüllt: wir haben die Rekorde im Segelflug, die Deutschland bereits besaß, dort so seftigen können, daß sie uns in absehbarer Zeit nicht entrissen werden dürften. Der neue wellhühenrekord über 4800 Meter, den der noch in Brasilien weilende Ditt-
mar aufgeslellt Hal, kann in Eurpa niemals überboten werden, da er nur beim Jhig in den Wolken erreicht werden kann, wo in Europa bereits die Vereisung der Flugzeuge eintritt.
Was das wissenschaftliche Ergebnis betrifft, so betonte Professor Georgii, so sind hier Probleme g e l ö st worden, die nicht nur dem Segelflug, sondern auch dem Luftverkehr in den Trope n dienen werden. Bei der Auswertung des Ergebnisses wird sich zeigen, daß wir dem Luftverkehr in den Tropen sehr wesentliche Richtlinien auch hinsichtlich der Sicherheit werden geben können, Richtlinien, wie sie nur durch von Segelflugzeugen aus Dorgenommene Messungen gewonnen werden konnten. Schließlich war auch das für Deutschland werbende Moment ein sehr bedeutendes.
Unsere Expedition, so sagte prof. Georgii, war unseren deutschen Volksgenossen in Brasilien und Argentinien ein Symbol und ein Gruß des neuen Deutschland und den Ausländern die Erkenntnis, daß die deutsche Fliegerei niemals aus der Welt geschafft werden kann.
Diese Werbung hat sich mit zu i>em größten Erfolg der Expedition ausgewirkt, denn während unserer Anwesenheit in Südamerika war die deutsche Luftfahrt dort das Tagesgespräch: Und auch der Abschied hat uns gezeigt, wie stark wir dort die Herzen gewonnen haben.
Um die Meisterschaften.
Entscheidende Fußball-Meisterschafts- kämpfe.
Im Fußball müssen am morgigen letzten Spieltag der vier Gaugruppen noch drei Erste feftge» stellt werden.
Die Gruppe O ft, in der Viktoria Berlin gegen Preußen Danzig und Beuthen 09 gegen Viktoria Stolp antreten, hat ihren Sieger schon in Viktoria Berlin.
In der Gruppe S ü d w e st steht der Meister im SV. Waldhof auch schon fast mit Sicherheit fest, er muß sich feine Bestätigung nur noch formell im Spiel gegen Union Bückingen holen. Selbst wenn Waldhof diesen Kampf verlieren sollte, können die Offenbacher Kickers die den Mülheimer SV. auf dem Platze des FSV. Frankfurt zum Gegner haben, das Torverhältnis der Waldhöfer nicht mehr einholen.
Offen ist die Lage noch in der Gruppe Mitte. Hier genügt dem 1. FC. Nürnberg gegen den Dresdener SC. schon ein l:0-Sieg, um Meister zu werden. Die Möglichkeit für die Nürnberger, im Dresdener Ostragehege zu gewinnen, ist aber sehr gering. Dem DSC. genügt außerdem schon ein Untenschieden zum Gruppensieg. Borussia Fulda empfängt zuhause Wacker Halle und dürfte einen knappen Sieg davontragen.
VfL. Benrath — Schalke 04 heißt der Entscheidungskampf der Gruppe N o r d w e st, der am Sonntag ganz Westdeutschland in Atem halten wird.
Das Spiel findet in Duisburg statt und ist völlig offen. Im zweiten Spiel, Werder Bremen — TV. Eimsbüttel, sollten die Hamburger für die im Vorspiel erlittene Niederlage Revanche nehmen.
Zwischenrundenspiele
um die Handball-Meisterschaft.
Das Hauptinteresse konzentriert sich im Handball auf die Zwischenrundenspiele um die deutsche Handball-Meisterschaft der Frauen und Männer.
Bei den Männern find folgende vier Spiele an- gesetzt: Spvgg. Fürth — SV. Waldhof, Polizei Darmstadt — Tura Barmen, ATV. Berlin — Polizei Hamburg, Sportfreunde Leipzig — Polizei Magdeburg. Sämtliche Spiele sind im Grunde genommen offen, am meisten der Kampf in Fürth, wo es der deutsche Meister SV. Waldhof sehr schwer haben wird, sich gegen die Spieloereinigung zu behaupten. Die Darmstädter Polizisten kann man wohl als Sieger über Tura Barmen erwarten, ebenso den Askanischen Turnverein Berlin über die Hamburger Polizei. Im Leipziger Spiel haben die Magdeburger die etwas besseren Siegeschancen.
Die Handballerinnen haben folgendes Programm vor: Spgg. Fürth — VfR. Mannheim, Hessen- Preußen Kassel — Mülheimer SV., SC. Charlotten- burg — TD. Eimsbüttel, Fortuna Leipzig — Frauen SC. Magdeburg. Als Sieger und Teilnehmer an der Vorschlußrunde kann man nur die Mannheimer und Leipziger Damen bezeichnen, bei den anderen zwei Spielen ist eine Vorhersage unmöglich.
Leichtathletischer Großkampftag auf dem -1900-Gportptatz.
235 Meldungen zu den XII. Nationalen Wettkämpfen.
Eine alle Erwartungen und auch die die seitherigen Kämpfe übersteigende Beteiligung haben die XII. Nationalen Wettkämpfe der Spieloereinigung 1900 Gießen am morgigen Sonntag gefunden. Quantität und Qualität der Meldungen find auf glückliche Art gepaart. Wenden wir uns zunächst der
Leistungsklasse I
zu, die durch den Start der zahlreichen Spitzenkönner diesmal eine gang besondere Bedeutung gewinnt. Ueber 100 und 200 Meter, wo Dor- und evtl, auch Zwischenläufe notwendig find, muß man Chancen für die Entscheidung einräumen: Mähr- lein und Geerling (beide Eintracht Frankfurt), Kurz (BSC. 99 Offenbach), Kersch (Allianz Frankfurt), Stein (VfB. Kurh. Marburg, früher Kurh. Kassel), K r ü ck und Knappe (Hess.-Pr. Kassel).
Ein feines Rennen dürfte der 800-Meter- ß au f werden. Von bekannten Mittelstrecklern treffen hier aufeinander: Danz und Wilhelm (Hess.-Pr. Kassel), Stepp (ASC. Darmstadt), Linke (Eintracht Frankfurt). Man muß darauf gespannt sein, wie sich die beiden 1900er Beppe r l i n g und Peters in diesem Feld schlagen.
Erbitterte Kämpfe dürften sich beim 10 0 0 0- Meter-Lauf entwickeln. Wird es Gerhardt (1900) schaffen, oder können ihm ebenfalls erprobte Kämpen wie Siegel (Post Frankfurt), Herrmann (VfB. Kurh. Marburg, ehern. Heeresmeister), Obe lode und Adorf (VfB. Wissen) den Rang ablaufen? Neide! (Heuchelheim,und Holzapfel (Mto. Gießen) dürften ebenfalls nicht zu unterschätzen sein
Im Stabhochsprung haben 8 Mann ihre Meldung abgegeben. Hoffentlich kann Jung (1900) in dieser Disziplin wieder einmal mehr die Ehre für die Gießener retten. Leicht werden dies ihm die Nachwuchsleute nicht machen.
Den Clou der Veranstaltung machen zweifellos die Wurfwettbewerbe aus. Hier werden schon international gültige Leistungen erzielt werden müssen, um unter den drei Ersten zu sein. So gut wie unbestrittener Favoritt in allen drei Wurfwettbewerben (Kugel, Diskus, Speer) ist unser Zehnkampfmeister und Weltrekordmann Hans Heinz Sievert, der sich bereits in ausgezeichneter Form befindet. Im Kugelstoßen dürsten ihm am nächsten kommen der süddeutsche Meister Berg (JG.- Sporto. Frankfurt), dessen Vereinskamerad Maier, Schneider (Polizei Darmstadt), sowie Gugel (Gießen 1900) und Luh (OSC. Gießen).
Im Diskuswerfen dürfte es an Kilo (Gießen 1900) liegen, zu verhindern, daß der Abstand gegenüber dem deutschen Rekordmann Sievert nicht allzu kraß wird. Schneider (Darmstadt) hat auch schon schöne Würfe herausgebracht.
Guter Sport wird auch im Speerwerfen geboten werden. An Sieverts Fersen, eventuell recht dicht, dürften sich heften Dr. Ebner (Eintracht Frankfurt) und Hanebuth (Marburg), der Dritte beim letzten Deutschen Turnfest. Neff (1900) wird auch zu beachten sein.
Für die 4X100-Meter°Staffel einen Tipp abzugeben, fällt reichlich schwer. Das Ende dürfte zwischen einem der Frankfurter Vereine (Eintracht, Postsportv., JG.-Sportv.) und Hessen- Preußen Kassel liegen.
Vorzüglich besetzt ist auch die
Klasse IL
Hier werden eine ganze Anzahl heimischer Leichtathleten mit dem mainischen Nachwuchs in Wettbewerb treten. So über 200 Meter (Rodri - g u e z (OSC. Gießen), F. K o ch (1900 Gießen) und Seyb (Mto. Gießen).
Ueber 15 00 Meter wird Baumstieger (1900) einen schweren Stand haben, da er zum Teil routinierte Mittelstreckler (Kaufmann, Frankfurt usw.) gegen sich hat.
Ein starkes Feld (25 Mann) haben die 3000 Meter au verzeichnen. Nicht minder stark sind H o ch - sprung und Kugelstoßen besetzt. Hart ge- kämpft um den Sieg wird bei der 4 X 400 = 2Re» ter - Staffel werden müssen. Favorit ist hier der JG.-Sportv. Frankfurt mit seinem vorzüglichen Material.
Massenfelder weist die Klasse III auf.
Zum 100-Meter-Lauf haben hier nicht weniger als 45 Mann gemeldet! Ueber 400 M e - t e r yehen 22 Leichtathleten an den Start, meist talentierte Nachwuchsleute. Die Beteiligung am 1000-Meter-Lauf ist so stark, daß evtl, in zwei Abteilungen gestartet werden muß. 34 Leichtathleten wollen weitspringen, während in der 4X100-Meter-Stasfel 9 Mannschaften um die Siegespalme kämpfen. Erfreulicherweise sind auch in der Klasse für Vereins- und Verbandslose Meldungen eingegangen, und zwar durch das hiesige Arbeitsdienstlager.
Den Entscheidungskämpfen voran geht ein Einmarsch sämtlicher Teilnehmer. *
Aus dem 8.Turukreis Lahn-Dill.
Lehrgang und Meisterschaftsspiele im Faustball.
Zur Förderung des Faustballspieles, das einen großen Aufschwung in diesem Jahre genommen hat, veranstaltet die Kreisspielleitung am kommenden Sonntag einen Lehrgang in Gießen. Allen Vereinen, die mit diesem Spiel neu begonnen haben, wird Gelegenheit gegeben, sich gründlich in Theorie und Praxis damit bekannt zu machen, den Kennern aber ihre Kenntnisse zu erweitern. Da die besten Spieler des Kreises als Lehrkräfte zur Verfügung stehen, wird dem Lehrgang ein voller Erfolg beschieden fein, zumal auch die Meldungen aus allen Teilen — Alsfeld, Gießen, Butzbach, Wetzlar und Herborn — gut eingegangen find. Am Nachmittag werden die Lehrgangsteilnehmer noch Gelegenheit haben, die Rückrunde um die Kreismeisterschaftsspiele zu sehen, die zwischen Herborn, Gießen und Holzheim ausgetragen wird.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
1900 Gießen (Liga) — Alsfeld 06 (Liga).
Am kommenden Sonntag herrscht in Gießen auf allen Fußballplätzen Ruhe. Denn auch die Fußballer wollen dabei fein, wenn Weltrekordmann Hans Heinrich Sievert — Deutschlands bester Leichtathlet — in Gießen erstmals an den Start geht.
Bereits für den Samstagabend hat sich deshalb die Ligamannschaft der Blauweißen einen Gegner zum Gesellschaftsspiel verschrieben. Der Sportverein 06 Alsfeld absolviert in Gießen ein noch ausstehendes Rückspiel aus der vorigen Saison. Die Gäste spielen in der gleichen Klasse wie 1900 und befinden sich, nach den letzten Ergebnissen zu urteilen, zur Zeit in bester Verfassung. Im Vorspiel in Alsfeld unterlag 1900 mit 2:1 recht knapp. Wenn der eigene Platz einen Vorteil bedeuten sollte, so wäre das mit einem knappen Sieg der Gießener Blauweißen gleichbedeutend. In der Mannschaftsaufstellung hat man im Gießener Lager auf das bewährte Schlußdreieck Wittmann, Zeiler, Lippert und die Außenläufer Langsdorf und Heinbach zurückgegriffen. Die Besetzung des Mittelläufer- poftens steht noch in Frage. Vielleicht sieht man auf diesem Platze eine neue Kraft. Im Angriff wirken Luft und Roth wieder mit. Dadurch wird er wieder einen Führer und mehr Durchschlagskraft erhalten, wenn man auch Heilmann vorläufig noch allzu sehr vermissen wird.
VsB.-Reichsbahn Gießen.
Am Sonntag pausieren die Mannschaften bis auf die zweite, die in Lollar ein Spiel gegen die dortige zweite Mannschaft austrägt. Der Ausgang des Spieles ist offen.
Am Himmelfahrtstag mußte die zweite Mannschaft in Leihgestern eine in der Höhe von 4:0 Toren unverdiente Niederlage hinnehmen. Der Sturm der Grün-Weißen konnte sich gegen die stabile Hintermannschaft des Gastgebers trotz zwingender Torchancen nicht durchsetzen.
Sportabieilung des Tv. Wieseck.
Für den kommenden Sonntag hat sich die Sportabteilung des Turnvereins Wieseck die erste und zweite Mannschaft des FC. Grünberg zu Freundschaftsspielen verpflichtet. Der Gegner spielt auch in der 1. Kreisklasse und nimmt in der Tabelle einen guten Platz ein. Wieseck wird auch für dieses Spiel noch kein festes Mannschaftsgefüge auf den Platz bringen und wiederum mit Ersatz antreten. Trotzdem dürfte Wieseck seinem Gegner ein ebenbürtiges Spiel liefern und sollte auch bei gutem Willen als Sieger aus dem Spiel hervorgehen.
Im Spiel der zweiten Mannschaften sollte Wieseck die bessere Elf stellen und Sieger werden.
Die Jugend trägt in Heuchelheim das letzte Pflichtspiel aus. Nach den letzten Erfolgen sollte sie imstande sein, das Spiel zu gewinnen.
Sportverein 1920 Heuchelheim.
Die 1. Mannschaft fährt am kommenden Sonntag zum Aufstiegspiel nach Bissenberg. Die dortige Platzmannschaft ist auf eigenem Platze schwer zu schlagen. Wenn die Hiesigen mit etwas mehr Selbst- vertrauen wie gegen Naunheim kämpfen, dürfte der Sieg im Bereiche des Möglichen liegen.
Die 1. Jugend tritt hier gegen die gleiche von Wieseck an.
Die 2. Jugend spielt in Watzenborn-Steinberg.
Fußballklub 1926 Großen-Buseck.
Für den nächsten Sonntag ist die 1. Mannschaft von Lollar nach Großen-Buseck verpflichtet. Sollten die Bufecker mit demselben Geist das Spiel bestreiten wie am letzten Sonntag, so liegt ein Sieg im Bereich des Möglichen.
Gpielvereinigung 1926 Leihgestern.
Am vorigen Sonntag war die erste Mannschaft von Aßlar Gast der Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Die Aßlarer mußten eine durchaus Der»


