Ion den LeichiMeiik-Weltmeisterschaflen der Frauen.
Der Einmarsch der deutschen Teilnehmerinnen in das White-City-Stadion (London), wo die Wettbewerbe ausgetragen werden.
Deutschland stellte die Hochsprung-Siegerin.
Die Bremerin G r i e m e, die mit 1,54 Meter im Hochsprung siegte.
Ein Gang durch das Niersteiner Unwettergebiet.
Oppenheim, 10. Aug. (LPD.) Das gestrige, von einem wolkenbruchartigen Regen begleitete Gewitter, über das wir bereits berichteten, ist über das Niersteiner Gebiet hereingebrochen, als die Schäden, die das Unwetter oom 22. Juli angerichtet hatte, noch nicht beseligt waren.
Ein Gang durch Das Unglücksgebiet zeigt, welche Verheerungen durch das Unwetter angerichtet sind. In Oppenheim stiegen die Wassermassen in den Straßen mit großer Geschwindigkeit. Wertvolle rote
Weinbergerde, Steine von erstaunlicher Größe und anderes Geröll führten sie mit sich. Besonders heftig war die Ueberschwemmung an der Ecke Wormser-Hasenbrunnengasse, wo sich die Wasser stauten. Hier griff auch der Freiwillige Arbeitsdienst bei den Aufräumungsarbeiten ein.
In N i e r st e i n selbst wüteten die Naturgewalten mit unerhörter Heftigkeit. Von den Lagen „Brüdersberg", „Rehbachersteig", „Von der Kehr" und oom „Peppental" stürzten die Wassermassen herunter und rissen hier auch ein Weinberghäuschen mit sich, das die Bahnlinie erheblich gefährdete. Züge, die von
beiden Seiten gemeldet waren, konnten jedoch noch rechtzeitig angehalten werden. Auch hier beteiligten sich neben der Feuerwehr und dem Freiwilligen Arbeitsdienst zahlreiche hilfsbereite Einwohner an den Rettungs- und Aufräumungsarbeiten. In den Weinbergen sind Gräben von 1 Meter Tiefe, 2 Meter Breite und 25 bis 30 Meter Länge keine Seltenheit.
Von anderen Orten sind besonders noch Guntersblum, Ludwigshöhe, Gehlheim, Neckenheim und Schwarzburg durch das Unwetter heimgesucht worden. Was zahlreiche kleine Weinbauern hier in monatelanger, ja jahrelanger Arbeit mühselig geschaffen haben, ist gestern in wenigen Minuten vernichtet worden.
Amtsgericht Gießen.
Zu vier Monaten und zwei Wochen Gefängnis sowie zu den Kosten des Verfahrens wurde der Jakob H. aus Gießen verurteilt. Der Angeklagte entwendete in mehreren Fällen in Gießen und der Umgegend Fahrräder. Seinem Dienstherrn unterschlug er ein Paar Gamaschen. Schließ, lich trug der Angeklagte unberechtigterweise das Parteiabzeichen. Auf Grund der Beweisaufnahme fällte das Gericht das obige Urteil. Der Antrag des Vertreters der Anklage lautete entsprechend.
Von der Anklage der Untreue wurde der Angeklagte P., über den wir bereits berichteten, freigesprochen.
Rundfunkprogramm.
Sonntag, 12. August.
6.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Morgengymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein: 10.15: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Rudolf G. Binding liest aus seinem Gedichtband „Stolz und Trauer". 12: Mittagskonzert I. 13: Mittagskonzert II. 14: Europaschwimmeisterschaften 1934 in Magdeburg. 14.30: Kinderstunde. 15: Stunde des Landes. 16: Nachmittagskonzert. 18: Von Kassel: Das erste Dampfschiff der Welt auf der Fulda. Papin der Entdecker der Dampfkraft in Kassel. 18.35: Konzert. 19: Heldenmette. Eine Hörfolge. 20.15: Abendkonzert. 22: Radweltmeisterschaften 1934. Funkbericht vom Endkampf der Flieger. 22.20: Nachrichten. 22.30: Funkbericht von den internationalen deutschen Tennismeisterschaften. 23: Nachtkonzert. 24 bis 2: Lucia di Lammermoor. Oper.
Montag, 13. August:
5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II. Deutsche Volkslieder. 13.50: Nachrichten. 14.40: Stunde des Liedes. Hessische Volkslieder. 15.35: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Eike von Repkow, der Künder deutschen Rechtsempfindens. Zwiegespräch. 17.45: Mandolinen- ,und Gitarrenmusik. 18: Stunde der Jugend. 18.45: Wetterbericht, Zeitangabe. 18.50: Das Leben spricht! Soziales Funkbild. IN Balladen von Carl Loewe. 19.30: Saar-Umschau. 19.40: „Die Grubensicherheit im Sargebiet". Gespräch mit einem Saar- kumpel. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert 22.20: Nachrichten. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, 12. August. 11. nach Trinitatis.
Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mar- kusgemeinde; 9.30: Pfarrvikar Balz; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrvikar Balz. — Johanneskirche. 8 Uhr: Fällt aus; 9.30: Pfr.
Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Johannes« saal; Pfarrvikar Balz. — Kapelle des alten Fried-« Hofs. 9.30 Uhr: Pfr. Anthes; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmirten der Luthergemeinde. —» Petruskapelle. 9.30 Uhr: Kandidat Geißler. —* Dieseck: 9.30: Gottesdienst; Kollekte. — Altena Buseck. 14: Festgottesdienst aus Anlaß des Gustav« Adolf-Festes; Pfr. Heinz, Mainz-Kastel; 16: Nachversammlung. — Grohen-Buseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; 9.30: Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche (obere Abteilung); 13: Kinderkirche (untere Abteilung). — Treis a. b. £Da. 10: Hauptgottesdienst; Pfr. Walter, Gadernheim; Kollekte. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden.
Baldur von Schirach
spricht am 1./2. September am „Tag der hunderttausend- in Frankfurt am Main.
HI. marschiert — HI. stellt aus HI. treibt Sport — HI. spielt am 1./2. September in Frankfurt am Main.
Besucht die Ausstellung der Hitler-Jugend auf dem Frankfurter Meffegelände vom 19. August bis 5. September.
9: Gottesdienst und Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn- Steinberg. 10: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Albach. 8.15: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. — Garbenteich. 10.30: Gottesdienst. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Wirberg. Missionsfest; 13: Festgottesdienst, Missionar Walther, Gießen; 15: Nachfeier auf dem Sandgarten. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst; 11.10: Christenlehre. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14.10: Christenlehre; 14.30: Kindergottesdienst; 19.30: Abendgottesdienst, Gedächtnis der im August 1914 gefallenen Helden.
katholische Gemeinden. Samstag, 11. August.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, 12. August. 12. Sonntag nach Pfingsten.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht; 15: Jungfrauenkongregation; 20: Trauerfeier wegen des Hinscheidens des Herrn Reichspräsidenten Paul v. Hindenburg. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.
Montag, 13. August.
Laubach. 7.30: Messe.
Oessentlicher Sonntagsdienst.
Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01.
Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02.
Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.
Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr.
Sanitätskolonne: Telefon 2500.
Aerzte: Dr. Geyer, Dr. Schäffer. Zahnarzt: Dr. Adam.
Apotheke: Engelapotheke.
VM.WRMM
Noman von Gert Nothberg.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)
12. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Dicht an diesem alten Schuppen vorbei führte der schmale Weg. Der wurde meist nur von Holzsammlern benutzt. Und er führte direkt an dem schönen alten Park vorüber, der zu der Fellerschen Villa gehörte.
Fritz Farnhorst ging weiter. Und der nasse, trostlose Wald mit den feuchten Stämmen, dem herabgefallenen Holz war um ihn. Von drüben hörte er das Klopfen und Hämmern der Arbeiter in den Brüchen.
Er lief so bis zum Bahnhof, der an der anderen Seite des Waldes lag und zum Nachbarort gehörte. Er hörte, wie ein Zug in die Halle einfuhr. Flüchtig wandte er sich um, sah hinüber. Aber ohne jedes Interesse schritt er dann weiter. Um die Brüche herum, wieder seiner Wohnung zu.
Um wieder zu warten, bis sein Schicksal sich erfülle.
Es mochte gegen sieben Uhr abends fein, als es klopfte. Fritsch war es, der Vorarbeiter von drüben.
„Guten Abend, Herr Doktor! Herr Doktor, es ist was passiert."
Farnhorst sah den Mann erstaunt an. Was wollte der von ihm? Fritsch war furchtbar aufgeregt, was Farnhorst erst jetzt bemerkte.
„Herr Doktor, Herr Feller ist erschlagen worden. Er liegt in dem alten Geräteschuppen. Drüben beim kleinen Steinbruch, der jetzt brachliegt. Mit einem Stein ist die Tat verübt worden. PZir haben die Gendarmerie benachrichtigt. Aber vielleicht ist's besser, wenn Herr Doktor sich nun drum kümmern?"
Die Leute wußten noch nichts von seiner Entlassung. Vielleicht mochten sie gedacht haben, er sei daheimgeblieben, um hier eine wichtige Sache zu bearbeiten. Nun wandten sie sich an ihn. Mit dieser furchtbaren Nachricht wandten sie sich an ihn. Was sollte das heißen? Wer hatte das getan? Wer hatte ein Interesse daran gehabt, Richard Feller nach dem Leben zu trachten?
Doris?
Die Gedanken jagten sich. Was sollte er dem Manne sagen, der ihn verwundert, ja, fast ein bißchen mißtrauisch anstarrte. Er, der entlassene Direktor, der an Ort und Stelle entlassene Beamte hatte doch kein Recht, sich noch um etwas zu kümmern? Wiederum aber rechtfertigte doch die ganze Situation die Tatsache, daß er sich restlos zur Verfügung stellte.
„Ich komme, Fritsch. Hat man eine Spur von den Tätern?"
„Nein! Aber man hat eine überraschende Ent
deckung gemacht. Dort im Schuppen muß längere Zeit ein Mensch gehaust haben."
„Dann wäre es doch möglich, daß..."
„Ja, das dachte auch der Brigadier gleich."
Sie schritten jetzt nebeneinander auf Der Straße hin. Aus jedem Fenster sah jemand heraus. Wie ein Lauffeuer hatte sich verbreitet, was geschehen war.
„Raubmord", sagte der Oberwachtmeister.'
„Vielleicht! Das ist noch nicht sicher. Manchmal wird so ein Raub auch nur vorgetäuscht. Aber in diesem Falle dürsten Sie recht haben", sagte der Kommissar.
Er machte sich eifrig Notizen.
Fritz Farnhorst aber blickte auf den Mann, der still dalag. Jäh aus dem Leben gerissen. Und er, Farnhorst, hatte dieses Leben schützen wollen! Schonen! Weil es auf jeden Fall erhalten bleiben mußte. ,
Es war anders beschlossen worden! Richard Feller war tot.
War seine Mörderin die eigene Frau? Oder hatte sie jemanden dazu angestiftet?
Wie furchtbar, daß er ihr solch eine entsetzliche Tat zutraute! Und wie froh er sein würde, wenn sich alles geklärt haben würde und Doris ohne Schuld dastand!
In dieser Tragödie ohne Schuld.
Er wünschte es ihr! Wünschte ihr, daß sie sich nicht diese schwerste Schuld aufgeladen!
Der Kommissar wandte sich an ihn:
„Sie sind doch der Herr Direktor von drüben?" „Bis vor kurzem. Ich habe meinen Dienst bereits verlassen und blieb nur noch hier, weil ich eine private Angelegenheit erledigen muß. Auch meinen Haushalt muß ich auflösen."
Die Erklärung war knapp, genügte aber eigentlich. Die Beamten sahen sich so eigen an. Aber er bemerkte es nicht. Er sah nur immerfort auf Richard Feller, der im Zorn und mit Verachtung von ihm geschieden war. In einem furchtbaren Irrtum war er befangen gewesen, als die harten Worte fielen. Nun war es nie mehr möglich, ihm die ganze Wahrheit zu enthüllen.
Wer hätte diese ganze Wahrheit enthüllen sollen? Doch nur Doris! Und die tat das niemals. Die log und trog!
Die Herren von der Staatsanwaltschaft trafen eine halbe Stunde später auch ein. Nochmals eine ganj gründliche Untersuchung. Peinigende Fragen! Fritz Farnhorst spürte die Feindschaft gegen sich. Er sah die scheue Verachtung in den Augen des Vorarbeiters Fritsch. Und dann wunderte er sich nicht mehr!
Es war ja ganz natürlich, daß der Verdacht auf ü)n faüen mußte, weil er doch entlassen worden war!
Für ihn, der seine eigenen Gedanken ja genau fannte, war dieser Verdacht lächerlich. Für die Beamten aber war er naheliegend!
llnö — war er selbst nicht hier an diesem alten
Schuppen oorübergegangen? Verschwor sich alles gegen ihn? Baute ein tückischer Zufall die Brücken zu dem Mordverdacht?
„Würden Sie uns sagen, Herr Doktor Farnhorst, weshalb Sie entlassen wurden, nachdem d"ch zuerst Herr Feller Sie zu seinem Direktor machte und damit ein großes Vertrauen bewies, denn Sie sind noch jung?'
„Darüber muh ich schweigen!"
Die Antwort mußte ihm schaden, aber er konnte nicht anders handeln. Auf Kosten der Frau dort drüben in der schönen Villa wollte er sich nicht reinwaschen! Er wollte mit dieser Frau nichts mehr zu tun haben!
„Herr Doktor Farnhorst, es ist — — es wird mir nicht leicht, aber bis der Fall geklärt ist--
Sie werden verstehen! Und da zwischen Ihnen und dem Chef eine Differenz bestand, die Ihre Entlassung nach sich zog — so..."
„Ich verstehe vollkommen."
Fritz Farnhorst lächelte ein seltsames, verlorenes Lächeln. Und dann schritt er zwischen zwei Beamten davon. Aber es sah aus, als unterhielten sich die drei Herren und schritten nebeneinander hin.
Einer der Beamten in Uniform war mit feinem Schäferhund eingetroffen. Einern großen, schönen, schwarz und gelb gefleckten Tier. Der Hund suchte eine Spur. Fand sie vielleicht auf diesem nassen fiebrigen Boden nur schwer.
„Was sagen Sie zu Farnhorst?" fragte der eine der Herren in Zivil einen anderen, der noch immer eifrig im Schuppen umhersuchte.
Der zuckte die Schultern, knurrte unfreundlich: „Was soll man da groß sagen? Mir sieht's viel lieber nach einer endlosen Tragödie aus, in die ein Mensch hineinkommt. Dieser Farnhorst ist im ganzen Leben kein Raubmörder und auch kein Anstifter, so viel steht für mich fest."
Der fragende Kollege war sprachlos.
Mit welcher Sicherheit sprach denn da wieder der alte Thieme? Und es war rein zum Totärgern: Der hatte immer recht! Dem seine Nase war die richtige polizeiliche Witterung! Also konnte man sich jetzt damit zufrieden geben, daß der „Schnüffler" bereits eine Fährte hatte und den Ruhm allein einheimsen würde.
Doris Feller schrie nicht auf, als man ihr Die Nachricht vom Tode ihres Mannes brachte. Sie wurde nur ganz blaß und hatte Mühe, sich auf den Füßen zu halten. Aber Da war auch schon Der belebende Gedanke in ihr:
Ich bin frei! Seine Eifersucht war furchtbar! Keiner weiß, was hier zwischen Den Männern vor- ging, unD Daß ich Die Ursache war, Daß Farnhorst entlassen wurDe. Denn Die Mitwisserin, Diese gefähr- liche Marie, ist fort unD kommt nicht wieder. Nun kann alles gut rocrDen. Es braucht keiner zu wissen, daß Farnhorst nicht mehr Direktor war! Jetzt kann er hierbleiden. Ich bin Die alleinige Herrin unD
roerDe tun unD lassen, was mir beliebt. Und — Farnhorst ist auch noch frei! Er wird hierbleiben! Jetzt kann er bleiben. —
„Gnädige Frau, Ihr Herr Gemahl wurde ermordet. Erschlagen. In einem alten Geräteschuppen am Bahnhofssteig. Der Verdacht ist auf den entlassenen Direktor gefallen."
Doris Feller blickte Den schlanken Mann mit Dem ernsten Gesicht unD Den kühl blicfenDen, prüfenDen Augen an. Ihre Lippen bewegten sich, aber kein Ton wurDe hörbar. Doris sank in Den Sessel, Der hinter ihr ftanD. Sank ganz in sich zusammen. Wild kreisten Die GeDanken.
Farnhorst? Er? Ja, Das war Doch nicht möglich? Rachsüchtig war Doch Farnhorst nicht? Wer wüßte Denn Das besser als sie?
Doris wußte nicht. Daß sie Dem kühl abroägenDen Blick Des Beamten ein BilD Der SchulD bot.
„GnäDige Frau, ist Ihnen bekannt, weshalb Doktor Farnhorst entlassen wurde?"
Doris hob den Kopf. In ihren Augen lag Entsetzen. Was sollte sie antworten? Wenn nun Farnhorst schon alles gesagt hatte?
„Darf ich bitten, gnädige Frau?"
„Doktor Farnhorst wurde entlassen, weil mein Mann eifersüchtig auf ihn war!"
„So! Ich danke Ihnen!"
Ein wissendes Lächeln lag um Den Mund des Herrn.
Doris wollte sich erheben, sank aber im nächsten Augenblick ohnmächtig zusammen.
Der Beamte dachte: Komödie! Aber bann sah er die bläulichen Schatten unter den Augen Der Frau. Er sah den schmerzlich verzogenen Mund.
Da öffnete er die Tür, rief nach der Dienerschaft. Ein Diener und ein ältliches weibliches Wesen kamen gelaufen.
„Ihre Herrin ist ohnmächtig. Rufen Sie Den Arzt! Und jemand muß bei ihr bleiben, sie darf keine Minute allein sein."
Dann ging er. Aber kurz danach tarnen schon Zwei andere Herren. Der eine setzte sich ins Nebenzimmer, und der andere bewachte draußen Das Haus.
Siebentes Kapitel.
Alle Welt war aufgeregt. Ueberall war matt entrüstet über Diesen jungen Mann, Der so jung schon solch eine gute Stellung erhalten unD Dafür feinen Chef erschlagen hatte. Die ÜmgegenD war voll von Dieser unerhörten Sensation. UnD alle Die, Die Den Doktor einst vergeblich in ihr Haus zu ziehen versucht hatten, Die konnten sich nicht genug tun, Daß dieser Farnhorst schon immer etwas Unheimliches an sich gehabt hätte.
Im Hause, wo er gewohnt hatte, schüttelten sie zwar Die Köpfe, unD feine Aufwartefrau tippte sich an Die Stirn:
„Mein Herr Doktor, unD so was getan? Ausgeschlossen! Vollkommen ausgeschlossen!"
(Fortsetzung folgt.)


