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die Welt setzen, die am Abend vor ihren Türen sitzen und rauchen, am Sonntag in den Grotto gehen und Boccia spielen, und in den Gemeinde- rat gewählt werden. Alle diese Häuser und Hütten gehöret irgend jemandem, jemand wohnt darin, ißt und schläft und sieht die Kinder heranwachsen, ver­dient Geld oder macht Schulden. Und auch alle die Gärtchen und jeder Baum und jede Wiese, jeder Weinberg und Lorbeerstrauch gehört irgend jeman­dem, wird verkauft, wird geerbt, macht Freuden, macht Sorgen. In das große neue Schulhaus geht die Jugend, lernt das Notwendigste, hat im Som­mer drei Monate Ferien und geht dann tapfer und hungrig aufs Leben los, baut, heiratet, reißt Mau­ern ein, macht Schulden, schickt neue Kinder ins Schulhaus.

Was diese Menschen in chren Häusern und Gärten sehen, das sehe ich nicht, oder sehr wenig davon. Daß hier Wasser im Keller ist und der Speicher voll Ratten, daß dort der Kamin nicht zieht und daß im Garten die Bohnen zu viel Schat­ten haben, das und tausend ähnliche Dinge sehe ich nicht, es freut mich nicht, noch macht es mir Sor- aen. Aber das, was meine Augen hier im Dorfe sehen, das sehen nun wieder die meisten Dorfleute nicht. Keiner sieht, wie die bleiche, bröcklige Kalk­wand dort hinten den Ton des Blau aus dem Him­mel herüberzieht und auf Erden weiterschwingen macht. Keiner sieht, wie sanft und warm das ver­schossene Rosa jenes Giebels zwischen dem wehen­den Grün der Mimosen lächelt, wie feist und prall das dunkle Ockergelb am Haus der Adamini vor dem schweren Blau des Berges steht, und wie witzig die Wellingtonie im Garten des Sindaco das Laubgekräusel der Obstbäume überschneidet. Keiner sieht, daß die Musik dieser Farben gerade in dieser Abendstunde ihre reinste, bestgespannte Stimmung hat, daß das Spiel der Töne, die Stufenfolge der Helligkeiten, der Kampf der Schatten in dieser dei­nen Welt zu keiner Stunde dieselben sind. Keiner sieht, wie unten in der bläulichen Muschel des Tales der abendliche Goldrauch einen dünnen Streifen zieht und die jenseitigen Berge tiefer in den Raum zurücktreibt. Und wenn es Menschen geben muß, welche Häuser bauen, Häußer einreißen, Wälder pflan­zen, Wälder abhauen, Fensterläden anstreichen und Gärten einzäunen, dann wird es wohl auch einen Menschen geben müssen, der dies alles sieht, der all diesem Tun und Treiben ein Zuschauer ist, der diese Mauern und Dächer, ihre Farben und Schatten in sein Auge und Herz einläßt, der sie liebt, der sie zu malen versucht.

Ich bin kein sehr guter Maler, ich bin ein Di­lettant; aber es gibt keinen einzigen Menschen, der in diesem weiten Tal hier die Gesichter der Jahres­zeiten, der Tage und Stunden, der die Falten des

Nr. 186 Dritter Blaff

geerntet sind und der Wind ungehindert über die

Kinder nicht statt Kordel Draht verwenden, der für

Stoppeln fährt, zieht die Jugend nun wieder mit den elektrischen Strom als Leitung wirkt und zu ihren selbstgefertigten Drachen hinaus, um sie steigen schweren Unfällen der Anlaß sein rann.

zu lassen. Dieses kindliche und harmlose Spiel ist

SJL-tfpoti

Kleines Idyll: Auf dem hochbeladenen Erntewagen.

Linie, und Fläche mir so lang und genau bekannt

Bilder von der Arbeit des Bauern in unserer obe die letzten Garben geborgen. Rechts oben: D> Eine Garbe nach de

reise nach Brasilien.

** Die Zeit der Drachen Vorsicht Hochspannung! Nachdem nun die Felder ab­

manchmal abek nicht ganz ungefährlich, insbeson­dere, wenn sich Kinder mit ihren Drachen in der Nähe von Hochspannungsleitungen aufhalten. Dor allem müssen Eltern mit darauf achten, daß die

Ich ging denn also am Spätnachmittag aus, den Rucksack mit dem Malzeug auf dem Rücken, den kleinen Klappstuhl in der Hand, und suchte den Platz auf, den ich mir am Nachmittag gemerkt hatte. Es ist ein steiler Abhang über unserem Tessiner Dorfe, früher von dichtem Kastanienwald bedeckt, im letzten Winter aber kahl geschlagen. Dort zwi­schen den noch ein wenig duftenden Baumstrünken hatte ich schon mehrmals gemalt. Don hier aus sah man die Ostseite unseres Dorfes, lauter dunkle, alte Dächer aus Hohlziegel, auch ein paar hellrote neue ein Gewinkel von nackten Steinmauern, überall

schneiden müssen. Lmie, und Fläche mir so lang uno genau oeianni

Nun aber ist der größte Teil der Arbeit geschafft, ist: Formen, welche ich schon so oft mit dem Auge Nur noch vereinzelt stehen Weizen und Hafer in studiert, mit dem Stift nachgezeichnet .habe. Em kleinen Stücken auf den Feldern. In den höheren großes Dach, früher dunkelbraun mirELpur Lagen unserer oberhessischen Heimat hat die Ernte mortuum zu malen, war neugedeckt. es war das etwas später eingesetzt; sie ist aber nun auch in Haus von Giovanni, mit den breiten, offenen ^en- vollstem Gange. In den tiefer gelegenen Gebieten sterbögen unterm Dach, wo im tferbft Die; goltenen wird das Bild der Getreidehausten immer seltener. Maiskolben aufgehängt werden. Da hat er;nun sein Dafür erwächst dem Bauern nun eine andere, nicht großes Dach neu decken lassen! Vor Mo-

weniqer wichtige Arbeit, denn der Kreislauf von naten ist sein Vater gestorben der älteste Mann 6aat9unb Ernte muß von neuem beginnen. Schon im Dorf, nun hat er geerbt und ist r«ch und^legt werden die Stoppeln umgebrochen. Nach einem be- sich insZeug, verbessert und und malt,

kannten bäuerlichen Sprichwort heißt es ja, daß und weiter hinten im Dorf das huschen des klei- an den Erntewagen der Pflug angehängt sein nen Cavadini ift neu Sematt, ®enigftens auf einer soll. So sieht man jetzt, wägend9 bie Ernte" Seite will heiraten, ^ kleine ^rh und gegen wagen beladen heimwärts schwanken, den Bau-den Garten hat er eine Tur her usgebrochen.

em ober den Knecht mit Kühen ober Pfer- Natürlich muß es Leute geben, welche Hauser den unb mit dem Pflug an ber Arbeit, beim bauen und besitzen, welche heiraten unb Kinder m

Bau

daraus werben kleine mönchische Bilderhandschrif­ten, die ich manchmal an Freunbe verschenke ober die manchmal von Liebhabern aparter Dinge bei mir bestellt werden. Häufig sind diese Bestellungen nicht, das muß ich zugeben, man weiß ja, wie die Leute sind! Sie suchen, sammeln und überzahlen diese Sachen dann eine Weile nach unserem Tode. Lebende Künstler, daran haben sie keinen Spaß. Uebrigens habe ich, um zu zeigen, daß mir das Malen mehr am Herzen liegt als die Literatur, sogar zweimal die Bücher anderer Autoren als Illustrator mit Bildern geschmückt. Diel schöner aber als alle diese Arbeiten ist das sommerliche Malen draußen vor der Natur, in der Sonne und im Winde.

Rodriguez in den Kurzstrecken. Die erstmalig star­tenden Jugendlichen Huppert, Möll, Nies, Weber, Rinn, Laubon unb Schneiber können ebenfalls zu Erfolgen kommen, wenn sie es fertig bringen, tm Wettkampf ihre Ttainingsleistungen zu erreichen.

Das 13. Schwimmfest der Deutschen Turnerschast.

In Brunn (Dogtlanb) wurden am vergangenen Freitag, am Samstag unb am Sonntag große schwimmsportliche Wettbewerbe ber Deutschen Tur­nerschaff burchgeführt, an der sich auch verschobene Schwimmer bes Gaues XII (Norbhessen) beteilig­ten. Nachstehenb sei ein Ueberblick über die Erfolge ber Schwimmer unb Schwimmerinnen bes Gaues XII (Norbhessen) gegeben:

Im schwimmerischen Mehrkampf ber Tur­nerinnen (Neunkampf), dem am höchsten be­werteten Wettkampf, wurde Frida Henkel vom Turn- und Sportverein Marburg mit 156,8 Punk­ten 1. Siegerin vor der Meisterin Anni Kapp (Frankfurt a. M.) mit 154,10 Punkten. Den 5. Sieg im gleichen Wettbewerb erhielt die Turne­rin Emmi Steinens vom Tv. Eschwege.

Im Mehrkampf ber Turner (Zwölf­kampf) mit 116,2 Punkten erhielt ben 5. Sieg Wilh. Schäfer, Tgm. Friedberg, unb ben 8. Sieg Fritz Werner, To. 18 4 6 Gießen, mit 105,65 Punkten.

Im 50-Meter-Bru st schwimmen und im Streckentauchen ber Jahresklasse über 40 Jahre konnte der Turner Renz (Kassel) jeweils den 2. Platz belegen.

Die guten Springer G 0 etsch (Marburg) unb <51 ü b e r e r (Wetzlar) konnten sich im Kunstsprin­gen leider nicht durchsetzen, da sie in ber neuen Sprungart noch feine Wettkampferfahrungen be­saßen.

Vor dem Ausklang in Hamburg.

Gottfried von (Tramm und Lilly Äußern siegen.

Bei den internationalen Tennismei­sterschaften von Deutschland in Hamburg geht es jetzt den Entscheidungen entgegen. In den beiden Einzelspielen wurden bereits die Teilnehmer ber Enbrunben ermittelt, im Damenboppel steht bereits eine Mannschaft für bie Enbrunbe fest, im Herren- boppel finb Die Spiele bis zur Dorschlußrunbe ge­bieten, unb im Gemischten Doppel wirb auch ber Samstag bie letzten Vorentscheibungen bringen. Im Herreneinzel sicherte sich Gottsrieb von (Tramm nach einem Fünfsatzkampf mit 6:2, 3:6, 6:3, 3:6, 6:3 über ben Australier Quist ben Eintritt in bie Schlußrunbe. Der Deutsche trifft hier auf ben Amerikaner Burwell, ber nach seinem Sieg über Henkel II nun auch ben Italiener Sertorio 7:9, 6:2, 6:3, 6:3 ausschaltete. Im Enb- kamps erwartet man nun einen klaren Sieg bes Deutschen, ba roeber Burwell noch Sertorio in ihrem Können an von Gramm ober Quist heranrei­chen.

Bei ben Damen gab es einen erfreulichen Sieg von Cilly Äußern über bie junge Engländerin Peggy Scriven. Die Kölnerin lieferte ein sehr gu­tes Spiel und gewann verdient 6:1, 3:6, 6:3. Ihre Gegnerin in der Schlußrunde ist die frühere deut­sche Spitzenspielerin unb jetzige Dänin Frau Sper­ling, bie über bie Schweizer Meisterin Payot 6:4, 6:3 klarer als das Ergebnis besagt, trium­phierte.

Im Herrenboppel steht unser Nachwuchs­paar Henkel-Denker unter benletzten Vier". Die jungen Deutschen hatten einen schweren Strauß

Reichsminister Dr. Frick dankt dem Reichssportführer.

Der Reichsminister bes Inneren Dr. Frick hat am 9. August an ben Reichssportführer von Tschammer unb D ft e n ben nachstehenben Brief gerichtet:

Sehr geehrter Herr Reichssportführer!

Im Frühsommer bes vorigen Jahres habe ich als ber für bie Betreuung bes beutschen Sports Auftänbiae Reichsminister Sie mit ber Führung ber beutschen Turn- unb Sportbewegung beauftragt unb Sie gleichzeitig mit ber Ausgabe betraut, bie vor ber Machtübernahme bestehenbe nachteilige Zer­splitterung in ber Organisation ber Leibesübungen burch einen einheitlichen Aufbau im ganzen Reichs­gebiet zu überroinben.

Der erfolgreiche Verlauf ber Deutschen Kampf­spiele 1934 hat nach ber grunbsätzlichen Seite ge­zeigt, daß die von Ihnen geleistete deutsche Turn- und Sportbewegung bie ihr im neuen Staat ob- liegenbe Hauptaufgabe erfüllt, im Geist bes Dritten Reiches in ber Kraft unseres Volkes eine bauernbe Grunblage zu schaffen. Die bei ben Kampsspielen erzielten Leistungen haben erwiesen, baß bie vom Nationalsozialismus in ben Dorbergrunb gerückten Wege bes Gemeinschaftsgebankens bie auf bem Ge­biete bes Sports unentbehrliche Erzielung guter Einzelleistungen in keiner Weise hindert. Der im Namen ber Kampfspiele von Ihnen einberufene erste Kongreß bes Reichsbunbes für Leibesübungen hat bie Grundlage dafür geschaffen, bei aller Be­tonung einer einheitlichen straffen Führung durch entsprechende fachliche unb räumliche Gliederung eine organische Entwicklung der deutschen Turn- unb Sportbewegung im Sinne bes neuen Staates zu sichern.

Ich nehme ben erfolgreichen Abschluß ber Deut­schen Kampfspiele 1934 zum Anlaß, um Ihnen meine befonbere Anerkennung für bie bisher ge­leistete Arbeit auszusprechen.

Gez. Dr. Frick."

Oer Sport am Abstimmungstag.

Line Verfügung des Reichssportführers.

Anläßlich ber Volksabstimmung müssen auch sämtliche Turner unb Sportler ihrer Wahlpflicht genügen. Deshalb muß ber Zeitpunkt aller Veran­staltungen so gelegt werben, baß bie Teilnehmer ausreichenb Gelegenheit zur Abstimmung haben. Er- forberlichensalls haben sie sich rechtzeitig vorher mit Stimmscheinen zu versehen. Für bie Befolgung bie- ser Anorbnung mache ich bie Vereins- unb Mann- schaftsführer verantwortlich."

i. V. gez. Breitmeyer.

DfB.-Reichsbahn-Leichtathletik.

Start in Frankfurt a. 7N.

Die VfB.-Reichsbahner starten am tommenben Sonntag beim großen Treffen ber Reichsbahn- Turn- unb Sportvereine in Frankfurt a. M. Ver­anstalter ist ber bekannte Verein Rot-Weiß-Reichs- bahn Frankfurt a. M. Der Veranstaltung kommt erhöhte Bebeutung zu, ba gleichzeitig bie Deutsche unb Kampfspielmeisterschaft im 20-Kilometer-Bahn- gehen ausgetragen wirb. Die Gießener stehen also roieber einmal erstklassiger Konkurrenz gegenüber. Hoffentlich flackert ber Kampfgeist an diesem Tage noch einmal auf, um auch bei dieser Groß-Veran­staltung zu Erfolgen zu kommen. Besondere Aus­sichten haben Luh im Kugelstoßen, Pieh im Speer­werfen, Sobezak unb Pfaff über 1500 Meter,

1. l dringend junge deutsche Mädchen vor einer Aus- ks reife nach Brasilien.

Die vergangenen Wochen waren für unsere Bauern ausgefüllt mit Arbeit vom frühen Morgen bis zum späten Abenb. Es galt, die Ernte zu bergen, bie in biesem Jahre früher einsetzte, als sonst. Das heiße Wetter hatte die Reife bes Kornes zunächst sehr beschleunigt, unb ber Bauer mußte, wenn er nicht eines Teiles seiner Ernte verlustig gehen wollte, rasch bei ber Hanb sein. Die Arbeit wurde ihm in diesem Jahre aber sehr erleichtert, denn fast nirgends gab e^ Lagerfrucht. Es war überall möglich, bie Erntemaschinen einzusetzen. So ratterten in ben letzten Wochen bie Mähmaschinen Über bie Felber, schnitten bas (Betreibe unb legten es in gleichmäßigen Haufen aus. Unter ben Strah­len einer manchmal allzu üebensroürbigen Sonne trockneten bie Halme unb bie Aehren halb vollenbs, so baß im Zeitraum von zwei Tagen bas Korn eingebracht sein konnte. Wer in biefen Tagen über d°- F-ld ging, (ab bie Oetreibetjauften in langen säumeurtl3ärt*enba3mii<ben, ba und dort hing Reihen stehen, leuchtend m ihrem betten Selb,,fSe ®äfd)e an ber Luft, ten in ber Sonne, bie Männer hatten bie Hemb- Nun hatte ich gegen zwei Stunden Zeit wahrend ärmel aufgestülpt unb schafften im Schweiße ihres die Sonne langsam sank und das Eicht lang.)am Angesichts. Doppelt schwer würbe aber bie Arbeit jwarmer unb tiefer wurde. Ehe ich 3"^ ich nen be- für biejenigen Bauern, bie noch nicht im Besitze!gann, überblickte ich eine Weile das vielfa tigeTal einer Mähmaschine finb unb bie mit ber Sense,bis zum See hinab, und dann betrachtete ich ur^er unb zum Teil auch mit ber Sichel bas (Betreibe Dorf, dieses kleine, warme Geniste, ®*jnn jeae

WZ

1 legen dis Engländer Toöper-Hare zu bestehen, ehe ie mit 3:6, 6:4, 6:3, 2:6, 6:4 Sieger waren. In »er Dorschlußrunbe treffen Henkel-Denker auf bie Sieger ber noch nicht beenbeten Begegnung Maier- Quist gegen Kleinschroth-Lund. In ber oberen Hälfte stehen Hebba-Pallaba unb Vobicka-Easka in ber Dorschlußrunbe. Im Damenboppel finb sämt­liche Deutschen ausgeschieben. Hier scheint es ein rein englisches Finale zu geben, nachbem Dearman- Lyle in ber Dorschlußrunbe über Sperling-Horn 6:2, 7:5 siegten.Unten" treffen bie Englänberin- nen Scriven-Harbwieck auf bas ftanzösisch-hollän- bifche Paar Abamoff-Couquerque.

6. Bayrischer Gegelflugwettbewerb.

Auf dem Hesselberg beginnt am morgigen Sonn­tag der 6. Bayrische Segelflugwettbewerb 1934, zu dem bisher 50 Flugzeuge und 2 5 0 Segel­flieger gemeldet wurden. Vier Flugzeughallen, ein Unterkunftshaus unb ein Flugzeugzelt bieten Fliegern unb Flugzeugen Unterkunft für die Dauer bes Wettbewerbs. Der Wettbewerb besteht aus einem Schulungs - unb einem Uebungs» Wettbewerb. Für beibe stehen schöne unb wert­volle Preise zur Verfügung, außerdem erhalten die teilnehmenden Flugzeuge Erinnerungsplaketten. Für bie Teilnahme am Schulungswettbewerb genügt bie Qualifikation als A« unb 8-Flieaer, am Uebungsroettberoerb bürfen Inhaber bes Segelflie­gerausweises C teilnehmen.

Deutscher Sieg

aus dem Dubliner Reitturnier.

In ber internationalen Springkonkurrenz um ben Wcmberpreis Aga Khans auf ber Military in Dublin gelang es ber beutschen Mannschaft am Freitag einen einbrucksvollen Sieg zu erringen. Deutschland würbe mit 31 Fehlern Erster vor Frankreich mit 55 Fehlern unb Jrlanb mit 60 Fehlern.

Auftakt zu den Ruderer-Europa- meisterschasten.

Don den deutschen Teilnehmern an ben Ruberer- Europameisterschaften in Luzern griffen am Frei- tag die beiden Vierer-Mannschaften, ber Achter und ber Einer in die Ereignisse ein. Im Einer konnte ber deutsche Meister Gustav S ch ä fe r - Dresben einen Dorlauf sicher gewinnen und sich für die Ent- . cheidung am Sonntag qualifizieren. Auch der deut­sche Meister im Viererohne", ber Würzbur - ger R D., setzte sich erfolgreich burch unb nimmt am Enblauk teil. Dagegen mußte ber Berliner Hellas- Ächter in feinem Vorlauf mit einem Dritten Platze vorlieb nehmen; das gleiche Schicksal hatte im Vierermit" ber deutsche Meister Sturmvogel Spindlersfeld. Beide Mannschaften können jetzt nur noch auf dem Um­weg über einen Sieg im Hoffnungslauf in die Ent­scheidung gelangen.

Kurze Sportnotizen.

Der Frankfurter G 0 sewich errang bei einem internationalen Tennis-Turnier in Klosters einen weiteren schönen Erfolg. Im Endspiel des Herren-Einzels schlug er den Stuttgarter Klein- 10 g e l, der allerdings beim Stande von 3:6, 5:2 aufgab. Im Herren-Doppel triumphierten Gosewich- Kleinlogel über Fabbricotti-Genser 6:2, 6:3, 6:4.

Beim Kongreß des Internationalen Ruder- Verbandes in Luzern wurde Deutschland ohne Widerspruch in die FJSA. ausgenommen. Zugleich wurde Deutschland bie Ausrichtung ber Ruber- Europa-Meisterschaften 1935 übertragen.

Georg von Opel nimmt am Wochenende in Baltimore an den amerikanischen Ruder-Meister­schaften teil. Damit startet erstmals ein deutscher Ruberer auf einer amerikanischen Meisterschafts- Regatta. Der Rüsselsheimer hat noch ein letztes Training durch den bekannten Altmeister Phelps erhalten.

Geländes, die Formen der Ufer, die launigen Fuß­wege im Grünen so kennt und liebt und beobachtet unb Jahr um Jahr neu sieht und im Herzen hegt wie ich, der so mit ihnen lebt. Dazu bin ich da, dies ist meine kleine Rolle in der Weltgeschichte die- fes Seetals. Ich bin der Maler mit dem Strohhut, mit bem Rucksack und dem kleinen Klappstuhl, der zu allen Jahreszeiten diese Weinberge unb Walb- ränber abftreift unb belauert, über den die Schul­kinder oft ein wenig lachen, unb der die andern Leute zuweilen um ihre Häuser und (Bärten, Frauen unb Kinder, Freuden und Sorgen beneidet.

Ich habe ein paar Bleistiftstriche auf mein wei­ßes Blatt gemacht, habe die Palette herausgeholt unb Wasser eingeschenkt. Und nun setze ich mit einem Pinsel voll Wasser und wenig Neapelgelb den hellsten Fleck meines Bildchens hin; es ist ber bestrahlte Giebel dort zuhinterst über dem fetten saftigen Feigenbäum. Unb jetzt weiß ich nichts mehr von Giovanni und nichts mehr von Maria Ea- vabini und beneide sie nicht und kümmere mich um ihre Sorgen und Freuden so wenig, wie sie sich um bie meinigen, sondern kämpfe mich gespannt unb angestrengt durch bas Grün, durch das (Brau, wische naß über ben fernen Monte Br6, tupfe Rot zwischen das grüne Laub, tupfe Blau dazwischen, sorge mich sehr um ben Schatten unter Maries rotem Dad), mühe mich um das Goldgrün des runden Maulbeerbaumes über ber schattigen Mauer. Für diese kurze Abendstunde, für diese stille glü­hende Malstunbe bin ich unserm Dorf und dem Leben der andern kein Zuschauer und Beobachter mehr, beneide es nicht, beurteile es nicht, weiß nichts von ihm, sondern bin in mein Tun verbissen und in mein Spiel verliebt, genau so hungrig, genau so kindlich, genau so dumm, so heroisch und so tapfer wie die andern in das ihre.

Hochschulnacyricktten.

Der Rektor ber Universität Marburg, Pro­fessor Dr. Baur, hat ben an ihn ergangenen Ruf auf ben Lehrstuhl für Pharmakologie an ber Uni­versität Frankfurt abgelehnt.

Professor Dr. Hans Nauj 0 ks an ber Univer­sität Marburg hat ben an ihn ergangenen Ruf auf ben Lehrstuhl für Geburtshilfe unb Gynäkologie an ber Universität Köln zum Oktober b. I. an­genommen.

Professor Dr. Walther Platzhoff, ber nach bem Weggang bes früheren Rektors Professor Dr. Ernst Krieck nach Heibelberg bas Rektorat an ber Universität Frankfurt als stellvertretenber Rektor geführt hat, ist jetzt zum Rektor ernannt worben. Professor Platzhoff gehört schon seit 1923 bem Lehrkörper ber Universität als Dozent für mittlere unb neuere Geschichte an.