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Kinder aufs Land!

hastet.

Kreis Alsfeld

niemand zu sorgen!

Preußen

kennen und lieben

Oberheffen

* Münchholzhausen, 10. Aug. Der 65

mißglückte. Nach monatelangem Krankenlager wurde ; Z^°wirt Diedrich Dreuth von hier Ruef heute der großen Strafkammer aus der Unter- gg« °"e Landw rt Fnedr ch D reutl) non Yrer S-LLLSÄW -

L. * St r . ctx . >________ t- k.t, ; t, x;« cR*l!

DiUkreis. ,

Roth (Dillkreis), 10. Aug. (LPD.) Der Blitz

andere Gebäude.

und

r

der Stadt besuchen! Können sie Natur unserer Heimat in all

sehen!

Um das Erleben braucht

Landes, unserer Landschaft?

Laßt sie sehen, wie unsere Bauern arbeiten müssen, wie sie dem Boden danken für seine Gaben, wie sie um die Ernte ringen, wie sie sich freuen, wenn alles wohlsteht. Dann werden die

Kinder das Brot achten und lieben lernen!

Zeigt ihnen die Tiere auf der Weide, wie sie in Freiheit freudig leben, und die Liebe zur Kreatur wird in ihnen erwachen. Dann geht mit ihnen aufs Land, in den Wald, wo er frei und hoch wächst, geht mit ihnen durch die Kornfelder, wenn der Wind darüber hinweht, laßt sie Seen und Teiche, Berge und Täler, Sonne und Sterne wirklich

][ Marburg, 10. Aug. Als Anfang November v. Js. die Marburger Bank in finanzielle Schwierig­keiten geriet und eine Sanierung durch Reichszu- chuß vorgenommen werden mußte, stellte der mit dieser Aufgabe betraute neue Bankdirektor fest, daß die Geschäftsführung dieser Bank in vieler Hinsicht Mängel aufwies. Besonders auffällig erschien ihm der hohe Kredit an die hiesige Ortsgruppe des Va­terländischen Frauenvereins. Bei näheren Nachprü­fungen ergab sich, daß der seit vielen Jahren an der Bank tätige Bankdirektor Ruef, der nebenbei noch die Kasse des Vaterländischen Frauenvereins ver­waltete, diese Kasse und mehrere Privatpersonen durch schwere Verfehlungen mit einem Betrag von etwa 50 000 Mark geschädigt hatte. Kurz bevor er einer Kommission Rede und Antwort stehen sollte, brachte sich Ruef in selbstmörderischer Absicht mit seinem Jagdgewehr zwei Schüsse in die Herzgegend bei. Der beabsichtigte Selbstmord

Oie Wählerliste einsehen

muß jeder, der am 19. August bei der Volks­abstimmung wahlberechtigt, d. h. im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte und 20 Jahre alt ist. Wer nicht in der Wählerliste steht oder un­richtig eingetragen ist, hat kein Stimmrecht! Diesen Nachteil müssen alle Stimmberechtigten verhüten! Nur die richtige Eintragung in die Wählerliste

sichert das Stimmrecht!

die aufopfernde Löscharbeit der Wehren verhinderte das Uebergreifen des Feuers auf das Wohnhaus

5 Zähre Zuchthaus für ungetreuen Bankdirektor.

50 000 Mark veruntreut.

Wie tief wird jedes Kindes Herz erfüllt sein von dem Geschehen, seine Seele, stets offen, wird alles Neue, Schöne doppelt gierig aufnehmen! Laßt es ruhig zwischen fremden Menschen leben, sie werden ihm bald nicht mehr fremd sein. Es wird sie lieben, um ihrer Einfachheit und Naturnähe willen, weil es selbst noch einfach und naturnah ist, es wird ihre Arbeit kennenlernen und sie ehren.

Ihm selbst unbewußt wird die Liebe zur Hei­mat, zum Vaterland doppelt stark erwachsen, die Bindung zwischen ihm und dem Mutter­boden wird unzerreißbar fest werden. Ihr könnt es dann ruhig wieder in die Stadt tun, denn die Erinnerung wird bleiben, tief wird sich das Erlebnis eingegraben haben in die Seele des Kindes.

In ihm wird die Sehnsucht nach dem Erlebnis wiedererwachen, es wird dieses Erleben suchen und finden, es wird immer wieder danach streben und die Freude wird in ihm bleiben. Das Kind ist nicht nur äußerlich, es ist innerlich gesund, blühend, stark geworden.

Seht euch die Augen des Kindes an, das dieses Erlebnis hatte, und ein Teil der Freude, die es selbst empfindet, wird euch geschenkt!

Willi H a i n b a ch , Kreispropagandawart der NS.-Volkswohlfahrt.

ein festes Hindernis und die Kreis« säge. Dabei wurde ihm das Bein fast völlig durchgeschnitten. Nachdem dem bedauerns­werten Mann erste ärztliche Hilfe zuteil geworden war, mußte er sofort in das Mathildenhospital nach Büdingen gebracht werden. Wie wir hören, ist sein Befinden den Umständen entsprechend gut.

* Dauernheim, 10. August. Auf dem Schleiselder Hof kam es gestern zwischen zwei dort bediensteten Knechten zu einem hef­tigen Streit, der in Tätlichkeiten ausartete. Der Karl Schmidt stieß dabei dem Tagelöhner Otto Wolf mit einer dreizinkigen Mistgabel in den Rücken, so daß dieser schwer ver­letz t zusammenbrach. Er mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht werden. Einer der Stiche v e r l e tz t e d i e L u n g e. Der bedauernswerte Mann liegt in bedenklichem Zu­stande darnieder. Karl Schmidt wurde Der-

Seht euch die Kinder der Großstadt an! Mitten im Verkehr, im Gehaste und Gerase, im Lärm und Getöse der Straße, haben sich die Kinder die eigene Welt erhalten, und wenn sie auch noch so oft ge­zwungen sind, ihr Spiel zu unterbrechen, wenn sie auch noch so oft gerufen, gewarnt, gescholten wer­den, die Straße gehört ihnen, ist ihr Reich! Dort haben sie ihre Rollergaragen in den Häuserein­gängen, in den dunklen Hinterhöfen, wo die Sonne nicht hinkommt, sitzen sie auf den Treppen und tauschen die Bilder. Die Mädchen spielen Ball an den Häuserwänden, malen sich Himmel und Hölle auf den Asphalt, die Jungen exerzieren, üben den Paradeschritt, verhauen sich. Im Sommer, wenn der Staub dick auf der Straße liegt, im Winter, wenn der Schnee schmutzig zerfließend an den Rinnsteinen klebt, immer sind sie da, spielen ihre Spiele, vom Morgen bis zum Abend, um dann in wer weiß für welche Hinterhäuser, kleine, sonnen­lose, freudenlose Wohnungen zu verschwinden.

Seht sie euch an, diese Kinder! Wir klein und schmal sie sind, wie blaß! Denn sie wachsen ohne Sonne auf. Weil sie Kinder sind, sind sie zufrieden, auch kennen sie es nicht anders, sie wissen selbst nicht, wie schwach sie sind. Ihre Welt ist begrenzt von roten Ziegelmauern, von hohen Häuserwän­den, ihr Leben spielt sich ab zwischen den Rinn­steinen der Straße, auf den Höfen der Aermsten.

Laßt sie einen Blick tun in die Well, die dem Kinde eigentlich zukommt, laßt sie ein Leben kennenlernen, das sie froh und glück­lich macht, vor allem aber ein Leben, das sie stark, gesund und fest werden läßt! Das in ihnen die Liebe zu Heimat, Vaterland weckt, daß sie schon als Kinder Verbundenheit fühlen mit dem Boden der Heimat!

Die nationalsozialistische Regierung schickt jähr­

lich Tausende von Stadtkindern auf das Land, zu unseren Bauern, damit sie ein neues, schönes Leben kennen und lieben lernen. Es darf nicht so sein, daß ein Kind eine Kuh nur aus dem Bilderbuch kennt, daß es eine Getreideart nur in den Natur­kundebüchern sieht, daß es den Wald, die Berge, Felder und Wiesen nur auf Landschaftsbildern fin­det. Was heißt es schon, wenn die Eltern ab und zu, oh, so selten, die Ausflugsorte der Umgebung, der allernächsten Umgebung, die Parks, Anlagen

kaufend Meter Breite ebene Stoppelfeld. Aus dem Granatfeuer waren wir heraus. So kamen wir mit verhältnismäßig geringen Verlusten bis an unsere Schützenlinie in Deckung heran. Vor uns i [aa ein tiefes Terrain mit See und Bach. Nur ein l Landweg führte hindurch. Drüben war die stark be- < feftiate russische Stellung. Im Bau von Befestlgun- ' gen 9 Deckungen und in der Anlage von Schutzen- ' ständen und Schützengräben haben sich die Russen i als Meister bewiesen.

Die Landstraße war für uns das Einbruchstor in die russische Stellung. Hier stauten sich die Züge aller Regimenter. Unterstützt von dem Feuer aus unseren Deckungen gingen die Züge durch die Schlucht vor. Es war ein Höllentor, das von russi­schem Artillerie- und Maschinengewehrfeuer gedeckt wurde. ,

Entsetzlicher Anblick: Geschichtet zu Haufen lagen hier unsere braven Kameraden, alles Land­wehrmänner ... v

Nicht zur Seite sehen die Augen nach dem Feind marsch, marsch!"

Und im Laufschritt ging es auf den Engpaß zu. Kein Aufenthalt. Im schnellsten Tempo durch bis an die schützende Höhe.

Noch einmal, trotz aller Hitze, der Schweiß floß in Strömen, lief ein Frösteln über meinen Rücken da war ich drüben; ich lebte noch; ich konnte es nicht fassen; und doch war es so. Ich sah mich um. Unsere Reihen waren gelichtet, stark gelichtet und noch war es nicht zu Ende.

Wir mußten uns eine halbe Stunde in der Deckung verschnaufen. Jeder von uns war durch den Lauf erschöpft, zu Tode ermattet. Nach einer halben Stunde führte ich den Rest meines Zuges an die Höhe heran, um freies Schußfeld zu haben. Neues Grauen mußten wir schauen. Mann an Mann lagen die Stürmer, die das Höllentor glücklich pas­siert hatten, auf dem Gesicht. Die Erde sog ihr kostbares Blut auf. Nur Kopf- und Schulterschüsse. Das konnten nur Maschinengewehre ge­wesen fein.

Wir konnten nicht weiter, ehe die Feste an der Landstraße, eine aus Feldsteinen erbaute Feld­scheune, an die sich zehn bis zwölf Meter hohe und fünfundzwanzig Meter breite Erdwälle anschlosfen, erreicht war. Hier waren vier Maschinengewehre und ungefähr fünfzig Scharfschützen eingegraben, die den Höhenrand der Schlucht dauernd bestrichen. Wir blieben liegen, bis die Erlösung nahte.

Die schwere Artillerie rettete uns.

Nach drei wohlgezielten Schüssen flog die Stel­lung in die Luft.

Jetzt ging's vorwärts. Unter dauerndem Feuer unserer Artillerie stürmten wir immer näher an die

feit unter den Kameraden herrschte und dabei keine Zeit zum Nörgeln gewesen sei. So wie damals, sagte er, wollen wir weiterkämpfen, unseren jünge­ren Kameraden als wahre Nationalsozialisten zum Vorbild. Die Erziehung der jüngeren Kameraden zu Nationalsozialisten sei eine der wichtigsten Auf­gaben, denn diese sollten ebenfalls treue Mitkämpfer werden in restlosem Vertrauen auf den Führer. Mit einem Gelöbnis der Treue zum Führer, mit einemSieg- und Kampf-Heil!" beschloß der Red­ner seine eindringlichen Worte.

Sodann sprach Sturmführer H o r n (Gießen), der seine Verbundenheit mit den alten Kameraden zum Ausdruck brachte. Mit Blut, so sagte er, seien dieAlten" zusammengeschweißt.

Eine besondere Freude wurde den alten Kämp­fern zuteil, als plötzlich und sehr unerwartet der Gaupresseleiter Pg. W o w e r i e s im Saal erschien, der in der Umgebung gewesen war und davon ge­hört hatte, daß die Kameraden des Sturmes 54 Wiedersehen feierten. Pg. o m e r t e s , Der auch in der hiesigen Gegend gekämpft hatteund zu den Nednerkanonen" zählte, wurde herzlich begrüßt. Sturmführer Becker forderte ihn zu einer kurzen Ansprache heraus. Der Gaupresseleiter Pg. W o w e- ries führte u. a. aus, daß die Zeit der großen Reden vorbei fei. Heute werde gehandelt mitge- arbeitet an der Großtat des Führers an der Be­seitigung der Arbeitslosigkeit. Unser deutsches Vater­land stehe mit diesem Willen zur Bekämpfung der

# Ober-Ohmen, 10. Aug. Gestern wurde hier das F r Ü h o b st von den Gemeindebäumen d e r ft e i g e r t. Infolge geringer Nachfrage blieben die Preise äußerst niedrig; der Korb Aepfel stellte sich durchschnittlich auf noch nicht eine Mark. Birnen waren noch billiger.

# Vom Vogelsberg, 10. Aug. Eine begrü­ßenswerte Maßnahme stellt der behördliche Erlaß zurDefeitigunglängstüberholterPla- k a t e dar. Diese sehr oft in Fetzen herunterhangen- den, von Regen und Sonne gebleichten Papierreste, boten tatsächlich kein erfreuliches Bild. Damit aber keine fjalbe Arbeit geleistet wird, muß dafür Sorge getragen werden, daß auch an Zäunen und Wän­den die alten Reklameplakate verschwinden, die nicht weniger die Landschaft verschandeln. Die Ge­meinden sollten große Tafeln aufstellen, an denen gegen Gebühr Plakate für eine bestimmte Zeit auf» gehängt werden können. Dann verschwindet von selbst das unschöne Bild, das Scheunen- oder Hof­tore häufig bieten.

die ihnen allen heiß in Sie Herzen gefahren seien. Ortsgruppenleiter Wenzel (Lang-Göns) gedachte im weiteren Verlaufe der Feier mit den Kame­raden des verstorbenen Gauleiters Peter Gemein- der. Kamerad Wehrum (Butzbach) versetzte die Kameraden mit humorvoll dargestellten Erinnerun­gen in die frühere Zeit zurück und unterhielt da­mit vortrefflich. Ein Kamerad aus Gießen ver­schönte mit einigen Gedichtvorträgen die Feier. Gemeinsam gesungene Kampflieder halfen das Band der Kameradschaft erneut festigen. Der Abend wird

* Lorbach, 10. Aug. In unserem Orte ereigt nete sich am Donnerstag ein schwerer Unfall« Der 34jährige Karl Schäfer von hier, der einS Kreissäge fuhr, geriet aus bisher noch nicht völlig geklärte Weife mit einem Bein zwischen

Kameradschastsabend

des ehemaligen Sturmes 54/116.

Z Großen-Linden, 9. Aug. Der ehemalige Sturm 54/116, Standort Großen-Linden, der in den Jahren 1930 bis 1932 in der Umgebung von Greßen-Linden tätig war, veranstaltete eine Wieder­sehensfeier im ehemaligen SturmlokalZur Linde" in Großen-Linden. Der Sturm war einer der ältesten Stürme Oberhessens. Ungefähr 50 Kame­raden hatten sich zu diesem Wiedersehen zusammen­gefunden und nur einzelne, die durch Krankheit oder durch berufliche Inanspruchnahme verhindert waren, feylten. Mit Händedruck und großer Freude begrüßten sich dieAlten", so, als ob sie sich Jahre hindurch nicht mehr gesehen hätten. Sie arbeiten heute ja auch getrennt in der großen Bewegung. Einige sind zur SS. übergegangen, andere wieder haben führende Stellungen in der PO. inne. Aber auch heute kennen sie keinen Unterschied unter sich, sondern fühlen sich zusammengehörig in einer Be­wegung, im Deutschland Adolf Hitlers. Sie fühlen sich in Not und Tod zusammengeschweißt.

Der ehemalige Sturmführer Becker begrüßte die alten Kameraden als Parteigenossen, denn früher, so führte er u. a. aus, habe es ja nichts anderes gegeben, als daß der SA.-Mann gleich­zeitig auch Parteigenosse war. Er erinnerte an die Tage gemeinsamen schweren Kampfes, sprach da­von, wie der Sturm zusammengehalten habe, Einig-

der Ueberfluß des Bornes der Wetter zu.

Gegenwärtig ist Dr. Müller mit Hilfe von Arbeitsfreiwilligen, die ihm vom Denkmalspfleger für Oberheffen, Herrn Dr. Richter (Gießen), be- reitwilligft aus dem Lager Glauburg zur Ver­fügung gestellt wurden, damit beschäftigt, die zu den früher gefundenen Abfallgruben gehörigen Wohngruben durch Grabungen zu suchen, eine Ar­beit, die aufs neue den Beweis erbringen soll, da unsere Wetterau ihrer Fruchtbarkeit wegen lang vor Christi Geburt (2000 bis 3000 Jahre) reich be­siedelt gewesen ist.

Dankenswerter Weise haben sich mehrere Fami­lien unserer Stadt bereitfinden lassen, die Ver­pflegung der Arbeitsfreiwilligen kostenlos zu über­nehmen, während die Stadt die geringen Kosten der Unterbringung trägt.

Interessenten ist es jederzeit gestattet, den Gra­bungen beizuwohnen. Es märe erfreulich, wenn recht viele Bewohner unseres Städtchens Gebrauch davon machen wollten, um auf diese Weise einmal ihre Anteilnahme an der Arbeit zu bezeugen, bann aber auch um die Schwierigkeiten und die Vorsicht kennenzulernen, mit der die Ausschachtungen zur Wiedererweckung vergangener Kulturen vorgenom­men werden müssen und endlich, um auf solche

ihnen dort die ihrer Schönheit zeigen, offenbart sich ihnen dort die Stille und Einsamkeit die mannigfaltige Herrlichkeit unseres

ArbettskosigkeU an Ber Spitze Ser Volker. An Ben' alten Kameraden liege es, die neuen Kameraden so zu erziehen, daß sie für den Führer brauchbare Kämpfer würden. Nicht nur der fei Führer, der Litzen und Sterne trage, sondern ein jeder einzelne der alten Kämpfer sei Führer.

Sturmführer Becker dankte für diese Worte, - - " - tz;? Herzen gefahren feien.

z e l (Lang-Göns) gedachte

russischen' Schützenlinien heran. Das Infanterie- euer tat uns nur wenig. Die Rusien schossen schlecht, > lauernd zu hoch. Vereinzelt bekamen wir aus der , Flanke und im Rücken Feuer. Sanitätsleute, die die Kranken transportierten, wurden erschossen. Nach genauer Beobachtung bemerkte ich, daß diese Schüsse aus den Kronen der Chausseebäume kamen. Wir feuerten gruppenweise auf die Bäume; siehe da, von jedem Baum fielen ein bis zwei Mann herunter.

Mittlerweile war es drei Uhr geworden. Die Sonne brannte unerträglich. Wasser hatten wir nicht mehr in der Feldflasche. Wir waren der Er­schöpfung nahe. Unsere schwere Artillerie hatte die ganze feindliche Schützenlinie unter Feuer genommen. In bestimmten Abschnitten schlugen die gefürchteten Granaten ein, und überall sah man die Russen aus den Deckungen herauskriechen und da­vonlaufen.

Da plötzlich stieg eine ungeheure Staubwolke hin­ter zwei gewaltigen Strohdiemen auf der Höhe auf. Die russische Kavallerie wollte uns attackieren Aber unsere Artillerie, obwohl vier Kilometer entfernt, batte ein wachsames Auge. Ehe der Aufmarsch be­endet war, war die Kavallerie ein Trümmerhaufen von Menschen und Pferden. Da erschienen auf den Schützengräben weiße Flaggen:

Oie Russen ergeben sich!

Es wirdHalt!" geblasen. Ein brausendes Hurra!" zieht über das Schlachtfeld hinweg. Das Seitengewehr wird aufgepflanzt, und im Schritt geht es auf die Stellungen zu. In Scharen kommen fie angelaufen mit hocherhobenen Händen und bitten und flehen, daß uns wahrhaftiges Mitleid in die Adern gejagt wird ...

Zu Haufen und Scharen und unübersehbaren Kolonnen werden die Gefangenen schnell geordnet und zum Bahnhof Mühlen gebracht. Unterdessen versuchen die Russen nach »allen Seiten zu ent­weichen. Ueberall ereilt sie das gleiche Schicksal: Zerschmettert oder gefangen ...

Als die Nacht ihre Fittiche über das Blutfeld senkte, da lagen wir uns weinend in den Armen, Ja, mir schluchzten, und unsere Tränen vermischten sich mit dem Blut unserer erstarrten Kameraden, auf die der Mond fein fahles Licht ergoß.

,,Wir treten zum Beten...:

Nun danket alle Gott!"

So beschloß die Landwehr den Bluttag von Müh- - len, Neidenburg und Hohenstein, beschloß die Schick­salsschlacht bei Tannenberg

(Schluß folgt.)

allen Kameraden lang in Erinnerung bleiben.

Neolithe Siedlung bei Lich festgestellt.

* Lich, 10. Aug. Trotz feiner fast 79 Lebens­jahre ist der feit 1911 im Ruhestand lebende Fürst­lich Pfenburg-Büdingische Forstmeister und spätere Kammerdirektor Dr. K. Th. Chr. Müller als eifriger Straßen- und Bodensorscher bekannt, un­ermüdlich für Wissenschaft und Volksbildung tätig. Schon vor vier Jahren brachte er uns im hiesigen Volksbildungsoerein einen aufklärenden Vortrag mit Lichtbildern über die Ergebnisse seiner For­schungen in der hiesigen Gemarkung. Durch vor - genommene Grabungen und gestützt auf alte Arnsburger Urkunden, vor­nehmlich die von 1239, konnte er verschiedene vor- und frühgeschichtliche Straßenzüge, insbesondere aber auch die Lage des ausgegangenen Dörfchens und Festungsoorwerkes W e st w i g unzweifelhaft feststellen. Dabei kam zutage, daß an der Stelle dieses wichtigen Beobachtungspostens sogar schon lange vor Christi Geburt menschliche Siedlungen bestanden haben.

Vorgefundene Scherben aus Abfallgruben er­gaben eine neolithische Niederlassung an der Südostseite und eine Hallstattsied- I u n g an der Nordseite des Hügels unmittelbar über dem verlassenen Steinbruch an der Butzbach- Licher Eisenbahn unweit Colnhausen. Und zur Be­stätigung, daß Menschen hier gewohnt haben, fand sich unmittelbar vor dem sogenannten Forellenteich im Frankenrit" ein gemauertes Brünnchen, dem schon in alter Zeit durch handgeformte konische Tonröhren das aus der Hardt absickernde Wasser zugeführt wurde. In alten Urkunden Acker­büchern und Grenzbeschreibungen wird dieses den Waldarbeitern schon lange bekannte Brünnchen, das gegenwärtig wegen der das Wasser abnehmen­den, den Bahnkörper begleitenden Gräben trocken liegt,der beschlossen Born" genannt. Vorrichtun­gen zur Aufnahme eines Deckels sind vorhanden. Vor dem Bau der oben erwähnten Eisenbahn ging

Mit dem Motorrad in den Tod.

LPD. Alzey, 10. August. Ein folgenschwerer Motorradunfall ereignete sich auf der Straße zwi­schen Steeten und Flomborn. Der 45jährige Uhr« macher Jakob Kampf aus Albisheim a. d. Pfrimm, der die 36jährige Frau Sophie Becker auf dem Soziussitz mitfuhrte, stürzte mit seinem Motorrad, wobei er selbst einen Knöchelbruch erlitt Frau Becker stürzte so unglücklich auf die Straße, daß sie mehrere schwere Schädelbrüche erlitt, an deren Folgen sie bald daraus verstarb.

lung verkündete das Gericht, Dem Antrag der Staatsanwalt entsprechend, folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen erschwerter Untreue in zwei Fällen und Betrugs in einem Falle z u fünf Jahren Zuchthaus, 4000 Mark Geldstrafe oder 100 Tage Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Von der Untersuchungshaft kommen vier Monate in Anrechnung. Strafmildernd war nur die seit­herige Straffreiheit des Angeklagten.

Neunjähriger Zunge beim Spielen

1 tödlich verunglückt.

LPD. N e u e n t) a i n (Taunus), 10. August. Bei dem Spiel mehrerer Jungen ereignete sich hier ein schwerer Unglücksfall. Die Jungen hatten auf dem Rummelplatz der augenblicklich stattfinden- den Kirchweih einen Boxkampf veranstaltet. Dabei erhielt der neunjährige Josef Dreiser plötz­lich einen so unglücklichen Schlag, daß er bewußtlos zusammenbrach und bereits nach drei Minuten t o t war.

Kreis Wetzlar.

führen zu können, erfüllten sich nicht.

Der Angeklagte betonte, daß man sämtliche feh­lenden Gelder hätte abdecken können, wenn der Selbstmord geglückt wäre. In diesem Falle hätte seine Lebensversicherung in Höhe von 85 000 Mk. ausgezahlt werden müssen. Die zweifelhaften Ma­nipulationen waren nur möglich, weil man Ruef unbeschränktes Vertrauen schenkte und die Kassen- reoifionen nur oberflächlich handhabte. Die Mar­burger Bank gedenkt einen Teil des Schadens da­durch zu decken, daß sie die Lebensversicherung für Ruej aufrechterhält. Nach sechsstündiger Vechand-

Weste Immer mefn? mit der Geschichte und Vok* geschichte ihres Heimatdorfes bekannt zu werden^

Landkreis Gießen.

* Annerod, 10. Aug. In unserem Orte ereig* nete sich heute ein Unfall. Der 38 Jahre alte Metz­ger Otto Loofen geriet mit der linken Hand in die Dreschmaschine und mußte mit einer schweren Verletzung der Hand in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.

* Steinbach, 10. Aug. Unser bisheriger Bür­germeister Jakob Krämer wurde mit Wirkung vom 1. August durch seinen Nachfolger, Bürger­meister Rink, abgelöst. Der bisherige Bürger­meister Jakob Krämer hatte das Amt 23 Jahre lang inne.

Kreis Büdingen. '

sters. Er genoß größtes Vertrauen, so daß ihm die

Vereinsvorsitzende Vollmacht darüber ausstellte, x-------- x. r

über das Vermögen des Vereins frei verfügen zu schlug am Donnerstag gegen 14 Uhr in das An­können. Ruef ist feit 1920 auch Kassierer der hiesigen, wesen des Landwirtes Hermann Georg ein. VDA.-Ortsgruppe, welche um 900 Mk. geschädigt Schnell verbreitete sich das Feuer, so daß bald die wurde. Der Angeklagte gab seine Veruntreuungen Scheune des Anwesens in lichten Flammen stand, im Wesentlichen zu und führte als Ursache ver- Trotz der Anstrengungen der sofort erschienenen fehlte Wertfpekulationen an. Durch den Feuerwehren brannte d i e Scheune voll­gewaltigen Sturz der Wertpapiere habe er etwa kommen aus, auch der Dachstuhl wurde ein 60 000 Mark verloren. Er deckte die Verluste durch Raub der Flammen. Die starken Brandmauern und wiederholte Abhebungen von den Kassenbüchern des' r r v ... <».l------

Vaterländischen Frauenvereins in den Jahren 1925 bis 1932. Seine Hoffnungen, bei wiederansteigenden Kurswerten der Papiere einen Ausgleich herbei-