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Ur. 184 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Donnerstag, 9. August M4

Hindenburgs Beisetzung im Tannenberg-Denkmal.

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Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler bei seiner Gedenkrede für den Heimgegangenen Reichspräsidenten im Tannenberg-Denkmal.

Links oben: Die Familienangehörigen des Heimgegangenen Reichspräsidenten beim Betreten des Tannenberg-Denkmals.

Links unten: Am Ende der Fahrt: Der Trauerzug kurz vor dem Tannenberg-Denkmal.

erste B e r a t u n

Propaganoa au, 1 » Atmosphäre geschaffen, die Verleugnung eines privaten Interesses von lym losgelassen und oaou a) bie Dauer friedlich gefordert werden muß.

in der die Welt unmofli - Die inneren Aufgaben, die der kommende Winter

wird atmen können. jft M - ^Selt ist bringt, werden dieselben oder noch größere! An-

Deutschlands Stellung mm Selbst- forderungen an den Gemeinsinn und d.e Opfer-

Nutung, der Wahrung seiner Freiheit und Ehre Willigkeit des einzelnen sur das Ganz- stellen. Der

>en Begründung dieser gefahr- Ausland mit nur wenigen dem Kriege her

einige innerliche Hemmnisse zu uberwlnoen: man weiß nicht viel von den neuen Männern; dazu wurde der General Prittwitz auf etwas sehr schroffe Art abberufen; das färbt ab. Und die neuen Männer verlangen Unngeheures von den

im Werden, manches anzugreifen, zu erproben und dann zu entscheiden. Ein- ung-h-urLast der beit und der Verantwortung g erschwert

und '-in°n der" in?rnatio^nalen^Po>iLk in

durch den Verlaus .rn2, nllpn Leuanens

dieser Absicht n^cht «noers 11^ einer Gin= laßt, denn als emen neu 1^ DQn ^ünd- kreisung Deutschlan ch . Vereinbarungen nissen und Vertragen, Pläne

sur den Krngsf n Charakter einer ständigen der Veneralftabe den yur Rechtferti-

®engÄ ang-Ä-n '»--ünduna dieser «esahr- rEmlich^n^Ausn^ahmen^^den^aus^^^^ Pr°^°^°>us --ts^and und seine Führung

Die Schitksalsschlachl bei Tannenberg.

Genie gegen Masse. - Rätsel und Wunder. - Spieler und Gegenspieler.

Von Alfred H. Troß.

bekräftigt und beglaubigt!

Rach dieser Bekundung der Einigkeit und des aeschlossenen nationalen Willens aber muß die Parole heißen:A n d i e Arbeit!" Auf allen Gebieten des Staatslebens steht Deutschland vor schwierigen und für die Zukunft entscheidenden Auf­gaben Von den vier Jahren, die sich der Führer und Kanzler beim Antritt seiner Regierung an Zl'it ausbedungen hat, qpi die Grundlagen eines neuen und glücklicheren ^Deutschland zu legen, ist kaum mehr als ein Jahr vergangen. Vieles ist m dieser Zeit schon geschehen, vieles erreicht, einiges

kann nur mit äußerster Ruhe und Nervenkraft fest­gehalten werden. Diese Voraussetzungen sind in unserer heutigen Führung gewährleistet. Die Ge­samtheit des Volkes kann fie nur dadurch unter­stützen, daß sie dem Ausland das Bild einer eini­gen mit der Regierung fest verbundenen Nation bietet, die jeden Eingriff in ihre heiligen Lebens­rechte auch bei Ungleichheit der Kräfte zu einem gefährlichen Wagnis macht. Das Ausland muß wissen, daß die Zeiten der Spekulation auf die historische Uneinigkeit der Deutschen vorbei sind. Dazu kann jeder Volksgenosse in seinem Verhalten täglich und in seiner Stellung zu allen Dingen des öffentlichen Lebens beitragen, nicht durch kluges oder überkluges Mitreden in den äußerst kompli­zierten Fragen der auswärtigen Politik, sondern einfach durch Erfüllung jeder nationalen Pflicht und durch Bewahrung der Disziplin auch dort, wo die Verleugnung eines privaten Interesses von ihm

(Urheberrecht: Dammert-Pressedienste, Berlin W 35) 2. Fortsetzung.

General Samsonow.

Rennenkamps und Samsonow sind seit altersher Rivalen und Todfeinde. Zu Beginn des Krieges hatten sie beide einige Anwartschaft aus den Oberbefehl der gesamten russischen Streitkräfte. Diesen Oberbefehl erhielt ein anderer, ein völlig Unfähiger, aber immerhin ein Onkel des Zaren. Den beiden Generälen wurde sogar noch die Sphinx Shilinski übergeordnet. Damit hatte man sich abzufinden. Und Samsonow fand sich beschei­den ab; Bescheidenheit war der Grundzug seiner Natur im Gegensatz zu dem BramarbasRemlen- kampf, der seine öffentliche Geltung durch Bluff und sein ständig wachsendes Vermögen durch Rie- senschiebungen bezog. Der Grund zu dnstr scheidenheit lag in der Tatsache, daß Samsonow sehr wohl wußte, wie verhaßt er in den Kreisen seiner Standesgenossen war, weil er Blut in seinen Adern rollen hatte. Da war Vor­sicht und Zurückgezogenheit am -Platz. ,

Während des mandschurischen F°ldzugs hatten sich di- beiden Rivalen Samsonow und Rennen kamps einmal um -in Haar in to,°.nfkhr feit aebackpseist. Samsonow muhte bei Lmuyang angeblich vor den Japanernzuruckwe.chen weil Rennenkamps ihm nicht zu Hstse -üte. obgleich der Schlachtplan das vor,ah. Als st- s^ d°nn °ist einem Bahnhof trafen, wollte Samsonow dem Zauderer an die Gurgel; gottlob ^^Sckrecküchste jutant dazwischen und verhinderte das Schrecklichste. Aber die beiderseitige Zuneigung wurde durch die

sen Vorfall nicht gefördert, wenn sich die alten Gegner auch bei Kriegsausbruch auf Befehl des Großfürsten offiziell versöhnen mußten.

Samsonow führte nun die russische Südostarmee, die Richtung hierbei vom deutschen Standpunkt aus gesehen. Er befand sich im Anmarsch gegen Johannisburg und Lyck mit dem Willen, die Seenplatte um Lötzen zu erreichen diese Seenplatte, die alsbald sein Verderben sah und darüber hinaus gegen Königsberg zu rücken und der Armee Rennenkampf zur festen Vereini­gung die Hand zu reichen. Seine Truppen kämpf­ten sich durch böses Sandgelände bis zur Grenze, waren schon vor der Erreichung der Grenze zu Tode erschöpft, aber unerbittliche Befehle aus Pe­tersburg und aus Baranowitschi, wo der jähzornige Großfürst Nikolai Nikolajewitsch sein Hauptquartier aufgeschlaaen, hetzten sie unablässig weiter in Tod und Vernichtung hinein:

Denn inzwischen schmiedeten Hindenburg und Ludendorff an der Riesenzange, die, an­gesetzt und zugedrückt, der gesamten Armee Sam­sonow den Garaus machen sollte.

Hauptquartier: Marienburg.

Truppen sowohl von den nördlich Stehenden wie von den rückwärtigen Verbänden: Es heißt nun marschieren, marschieren und abermals mar­schieren!:

Wir werden das letzte Bataillon und jede schwere Batterie, die irgendwie entbehrlich ist, von Norden her und aus den Weichselfestungen nehmen, um der 2. russischen Armee Samsonow! einen vernichtenden Schlag beizubringen. Wir sind entschlossen, alles zu wagen und östlich der Weichsel zu bleiben, auch wenn dieser Schlag gegen die Russen mißlingt. Der feindliche Plan der Um­gehung und der Vereinigung beider Armeen scheint weniger gefährlich durch seine Kühnheit, mit der er erdacht ist, als durch die Stärke, mit der er aus- geführt werden kann. Es handelt sich insgesamt um 500 000 Russen, meine Herren; wir wer- den insgesamt nur 200 000 Mann stark sein. Also dürfen wir dem Gegner keine Zeit mehr lassen. Bis zum 26. August muh alles aufmarschiert sein. Das ist die denkbar schnellste Leistung, die von den Truppen verlangt werden kann. Und sie wird verlangt! Wir persönlich, meine Herren, bitten um letztes Vertrauen!"

Die Korpsführer erkennen den eisernen Willen, der die beiden neuen Männer beseelt, und erahnen den genialen Plan, der sich hier zu ent- wickeln beginnt. Das Vertrauen ist da; Hindenburg und Ludendorff haben durch die Macht ihrer Per­sönlichkeit den ersten Sieg errungen!

Sie sehen allerdings auch die schwere Gefahr, die den Deutschen bei diesem Plan droht: werden die Truppen nach Süden geworfen gegen Samso­now und marschiert Rennenkampf im Norden wei­ter, so kann man den Gegner in den Rücken be­kommen und selbst umklammert werden, statt zu umklammern. Also: schärfstes Tempo! Marschie­ren, marschieren, marschieren!

Man kommt sich näher.

Trotz der Gigantenarbeit, die nun jede Stunde erfordert, wurden im Hauptquartier die persön-

An die Arbeit!

Der Schmerz und die Trauer um das Hinscheiden des Reichspräsidenten Generalfeldmarschalls von Hindenburg hat den politischen Atem nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Welt ganze Tage lang festgehalten. Es war, wie wenn eine Blutstockung plötzlich die normale Funktion der Be­ziehungen und Gegensätze unter den Völkern unter­brochen hätte und alles Geschehen und Denken un­willkürlich an dem noch offenen Sarge des großen Mannes Haltmachte. Die Haßwelle, die Deutschland in den letzten Wochen wie nie seit den Tagen des Weltkrieges umbrandet hatte, ebbte zurück, wie von einer Naturgewalt angezogen durch den Ablauf eines Lebens, in dessen Betrachtung auch die ge­schickteste und skrupelloseste Propaganda in scheue Verehrung umschlug.

Das deutsche Volk hat die Kundgebungen des ausländischen Mitgefühls und die Anerkennung der großen deutschen Eigenschaften, die der Tote ver­körperte, mit der schuldigen Dankbarkeit entgegen­genommen und in dieser letzten Ausstrahlung einer Heldengröße das Vermächtnis gesehen, bae Hinden­burg seinem Volke noch durch seinen Tod geben konnte. Aber eine Täuschung darüber ist nicht am Platze, daß, wenn sich der Sarg geschlossen hat, diese loyale Stimmung der Trauer bald verfliegen wird und daß wir wenig Bereitschaft erwarten dürfen, die großen Eigenschaften des deutschen Vor­bildes auch dann verstanden und gewürdigt zu sehen, wenn das lebende Volk und seine Führer sie in ihrer Politik zur Wiederaufrichtung Deutschlands, zur Wiederherstellung seiner Freiheit und Gleich­berechtigung zu bestätigen und fortzusetzen ver­suchen. Die lärmende Musik der Verhetzung und der Verkennung aller guten und ehrlichen Absichten der deutschen Politik, die uns in den letzten Wochen besonders grell und mißtönend an die Ohren schlug, wird bald wieder an die Stelle der gedämpften Töne der Trauerparade treten, an der sich soeben die ganze Welt beteiligt hat.

Die Lehre dieser illusionsfreien Erkenntnis fuhrt zum festen und unerschütterlichen Vorsatz, das be­gonnene Werk der deutschen Erneuerung, auf dem der Segen und die Billigung Hindenburgs ruht, fortzusetzen und durch die Geschlossenheit und den zähen Willen des einzelnen und des ganzen Volkes gegen alle Widerstände zum guten Ende zu brin­gen. Das äußere politische Zeichen dieses Gelöb­nisses, mit dem jeder gute Deutsche das Gedächt­nis Hindenburgs in sich beschließen soll, ist die A b - stimmung am 19. August. Dem Ausland gilt es zu zeigen, daß die ganze Nation die im Gesetz getroffene Regelung der Nachfolge Hindenburgs mit einem lauten und einmütigen:So sei es!"

Pünktlich am Nachmittag des 23. August treffen Hindenburg und Ludendorff in Marienburg em. Die Korpschefs sind versammelt. Man tritt m die

- "Beratung der Lage ein. Noch sind innerliche Hemmnisse zu überwinden: man

Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, dieses Grundübel und die tiefste Ursache des moralischen und politi- scheu Zerfalls der Nachkriegsjahre, geht weiter. Er kann erst als beendet und gewonnen angesehen werden, wenn die Decke der Arbeit sich wieder über alle Volksgenossen gleichmäßig erstreckt. Die Hoffnung, daß dieser Prozeß durch eine schnelle Auflockerung der wirtschaftlichen Weltdepression be­schleunigt wird, ist vorläufig noch nicht gerecht- fertigt. Deutschland muß sich, so gut es geht, selbst helfen, und so muß jeder, derzween Rocke hat, dem geben, der keinen hat", jeder an seinem Platz etwas rücken, daß der andere auch noch Platz findet.

Wir wissen, daß die Augen der ganzen Welt auf uns gerichtet sind. Die meisten nut dem gierigen Ausdruck, den ihnen die Hoffnung auf das Der- sagen der deutschen Kraft und des deutschen Men­schen verleiht. Sie wollen es immer noch nicht glauben, daß es bei uns feit Adolf Hitlers Regie­rungsantritt anders geworden ist. Sie haben sich bereitgefunden, die großen deutschen Eigenschaften in Hindenburg anzuerkennen, weil sie glauben, daß sie mit ihm gestorben seien. Zeigen wir ihnen, daß Hindenburg in uns lebt!