Einzelbild herunterladen

Schande, den 98ent aus Darmstadt, die neben den Stuttgarter Kickers über das beste süddeutsche Mit­telstreckler-Material verfügen, zu unterliegen.

4X100-Meter für Frauen: Hier holten sich die 1900erinnen den Wanderpreis. Im Rennen war noch eine gemischte Staffel (Bonner FV. und Mto. Gießen).

KurtStöpel-OeutscherStraßenmeister

Mit dem StraßenrennenRund um Berlin" wurden die zwölf Meisterschaftsläufe der deutschen Berufs-Straßenfahrer abgeschlossen. Sieger dieser über 230 Kilometer führenden Fernfahrt wurde der Berliner Kurt S t ö p e l, der damit auch auf Grund seiner vorangegangenen Erfolge in den übrigen Rennen den Titel eines Deutschen Straßen- Meisters errang.

Wanderlust-Frankfurt Bezirksmeister im Rasenradball.

In Frankfurt a. M. gelangte am Sonntag die Frankfurter Bezirksmeisterschaft im Rasenradball zum Austrag. Dieser Meisterschaft kam deswegen eine besondere Bedeutung zu, als Wanderlust und Oberrad zu den besten deutschen Mannschaften zählen und am kommenden Sonntag in Leipzig an der deutschen Meisterschaft teilnehmen. Wahr­scheinlich wird aus diesen beiden Mannschaften auch die Nationalmannschaft gebildet, die an den Welt­meisterschaftskämpfen teilnimmt. Wanderlust Frank­

furt zeigte sich feinen Gegnern klar überlegen und schlug Oberrad überraschend hoch.

Ergebnisse: Germania WanderlustRVC. Oberrad 7:1; WanderlustOpel Rüsselsheim 5:1; OberradOpel Rüsselsheim 2:1.

Gesamtergebnis: 1. Wanderlust 4 Punkte, 2. RBC. Oberrad 2 Punkte, 3. Opel Rüsselsheim 0 Punkte.

Deutsche Erfolge beim Clausenpaß-Hermen.

Eine der wichtigsten Sport-Veranstaltungen des Sonntags ging im Ausland vor sich, erfreulicher­weise gab es hier schöne deutsche Erfolge. Beim internationalen (Haufenrennen in der Schweiz fielen die beiden ersten Plätze in der schwe­ren Rennwagenklasse an deutsche Fahrer. Rudolf C a r a c c i o l a vermochte den vor zwei Jahren beim gleichen Rennen aufgestellten Rekord zu verbessern und hinter ihm blieb Hans Stuck ebenfalls unter der alten Rekordzeit. Caracciola fuhr auf feinem Mercedes-Benz mit 15:22,4 Min. (83,930 Stundenkilometer) einen absoluten Strecken­rekord, Hans Stuck auf Auto-Union erzielte mit 15:25,4 Min. (83,580 Stdkm.) die zweitbeste Lei­stung des Tages. Auch er Überbot damit den alten Rekord Caracciolas, der auf 15:50 Min. (81,450 Stdkm.) stand. Die Veranstaltung brachte auch in den übrigen Klassen der Wagen und bei den Mo­torrädern einige schöne deutsche Erfolge.

11.-19. August: Curopa- Gchwimmeisterschasteu in Magdeburg.

Der Schauplatz der Europa-Schwimmeisterschaften.

<

Oie letzten Tage der XV. Rhön.

Samstag ein ruhiger Tag.

Am 14. Wettbewerbslage des XV. Rhön-Segel- flug-Wettbewerbes fand auf der Wasserkuppe in­folge der regnerischen Witterung keinerlei Wett­bewerbs-Tätigkeit statt. Der Führer des Deutschen Luftsport - Verbandes, Fliegerkommodore Bruno Loerzer, traf am Nachmittag im Fliegerlager ein, wo er die Wettbewerbs-Teilnehmer und Segel­flieger begrüßte und ihnen für ihre glänzenden Leistungen dankte.

Glanzvolier Abschluß.

Mit einem großen Flugtag, dessen Ge- famtftrerfenfumme diejenige der bisherigen Wett­bewerbstage übertrifft, fand dann am Sonntag der 15. Rhön-Segelflugwettbewerb einen glänzenden Ab­schluß. Wieder waren große Zuschauermassen Zeuge eines unentwegten Wettbewerbs-Betriebes mit herr­lichen Flugbildern. In Anwesenheit des Führers des Deutschen Luftsportverbandes, Cornrnodore Loerzer, setzte der Flugbetrieb an zwei Start­plätzen um 11 Uhr ein.

3n ketten- und Alleinflügen ging die TNehr- Zahl der Wettbewerbsteilnehmer, die nach den beiden Vortagen wieder vollzählig am Start erscheinen konnten, nach schönem höhengewinn sofort zu Ueberlandflügen über, die in der bis seht vorliegenden Endsumme eine Gesamtstrecke von 2200 Kilometer zeitigten. Insgesamt rour- 34 Streckenflüge ausgeführt, darunter 22 Flüge bis zu 50 Kilometer.

Die Nachwuchs-Piloten waren hieran stark beteiligt. Aber auch eine Reihe der Jung-Segelflieger wartete mit Glanzleistungen auf, fo der Württemberger Siegfried Holzbauer-Stuttgart, der mit dem Musterte" 52 Kilometer bis nach Sohl zurücklegte und damit die letzte Bedingung zum Leiftungs- ab Zeichen erflog und mit 18 Jahren der jüngste Träger dieses Abzeichens wird. Der Bremer C a r i u s flog auf derGünther Grönhoff" 70 Kilometer und landete wie auch Fischer- Darmstadt, der 75 Kilometer mit feinemWind­spiel" zurücklegte, in der Nähe von Koburq. Bauer- Stuttgart aufFledermius" flog 61 Kilo­meter bis Waldau und P e r n t h a l e r' 95 Kilo­meter bis in die Nähe von Kulmbach. Der Ber- liner Philipp aufKlettermaxe" verbesserte seine Gesamtstreckensumme erneut durch einen 125-Kilo- meter-Flug. Hahn- Gelsenkirchen legte erstmalig mit einem Fluge von 118 Kilometern bis Langen­bach einen größeren Ueberlanbflug zurück. Unter den Streckenfliegern mit größerer Entfernung be« finden sich auch wieder U t e ch - Darmstadt mit 147 Kilometern bis Bayreuth und Wiegmeyer- Darmstadt, der auf dem Flugplatz Hof i. B. lan­dete und damit 140 Kilometer zurücklegte.

Die überragendste Leistung vollbrachte der Mannheimer Pilot Ludwig Hoffmann, der einen batten Flug über die deutsche Reichs­

grenze und einen zweiten Flug nach der Tsche­choslowakei ausführte. Hoffmann landete in der Rahe von Marienbad und bewältigte eine Strecke von 190 Kilometern.

Große Beachtung fand der erste Start des schwanzlosen Segelflugzeuges der Ge­brüder Horten (Bonn), deren Neukonstruktion vorzügliche Flugeigenschaften bewies.

Die heute ausgeführten Starts werden die Zahl 100 erreichen. Sämtliche Maschinen flogen anläß­lich des Ablebens des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg mit schwarzem Trauerflor an den Trag­flächen.

Punkt 18.30 Uhr verkündete die Sirene des Flie­gerlagers Wasserkuppe den Schluß des Jubi­läums-Wettbewerbs und der größten Segelflugveranstaltung der Welt.

Mit Rücksicht auf die Leistungen des Sonntags, die das Gesamtergebnis der einzelnen Piloten noch zum Teil wesentlich verschieben, findet die Preis­verteilung erst Montag vormittag statt.

Kurze Sportnotizen.

15 Nationen haben zu den Frauen-Weltspie- len, die am 9. und 11. August in London stattfin­den, ihre Meldungen abgegeben. Neben Deutsch­land haben England, Südafrika, Italien, Holland, Kanada, Tschechoslowakei, Oesterreich, Japan, Pa­lästina, Polen, Schweden, Belgien, USA. und Ungarn gemeldet.

*

Fußballspiele kamen am Wochenende im Hochschwarzwald zum Austrag. In Villingen un­terlag der einheimische FC. 08 dem roürttembergü scheu Gaumeister Union Böckingen mit 2:4 (1:1), die Böckinger wurden dann im zweiten Spiele von dem badischen Gaumeister Waldhof mit 2:1 (0:0) geschlagen. Die Spvg. Schramberg verlor gegen den Freiburger Fußball-Club mit 1:7 (0:1).

B e i der Polizei-Sternfahrt trafen 1300 Teilnehmer mit 1000 Motorrädern und 300 Wagen am Ziel in Nürnberg ein. Die Teilneh­mer der Fahrt, die zum Teil feit Donnerstag un­terwegs waren, hatten sehr unter dem schlechten Wetter zu leiden und vollbrachten glänzende Lei­stungen.

*

Das StraßenrennenRund um Stuttgart" über 150 Kilometer gewann der Stuttgarter Stütz in 4:25:50 Stunden vor dem Schweinfurter Heller und den Stuttgartern Kie- daich, Koch, Lähr und Deck.

Steherrennen wurden nach langer Pause am Sonntag vor 2000 Zuschauern im Frankfurter Stadion ausgetragen. Im Gesamtergebnis des Ren­nens über 80 Kilometer siegte der Frankfurter Schäfer, der beide Läufe gewann, überlegen vor seinen Landsleuten Sieh! und Zaun und dem Krefelder Damerow.

Die Frankfurter Regatta.

Regen beelnlrächttgl den ersten Tag.

Die 43. Frankfurter Ruder-Regatta hatte nicht die Bedeutung ihrer Vorgänger gefunden. Der spät gewählte Termin nach Der deutschen Meister- schaftsregatta führte dazu, daß die Meldeziffern früherer Jahre nicht erreicht wurden. Auch quali­tativ stand die Regatta hinter den früheren zurück. Das regnerische Wetter führte noch dazu, daß nur wenige Zuschauer erschienen waren. Von den 17 für den ersten Tag vorgesehenen Rennen kamen 14 zum Austrag. Es gab dabei auch einige Über­raschungen, so den Sieg des Frankfurter Ruder- oereins von 1865 über den Mainzer Ruderverein im Ersten Achter. Die Frankfurter lieferten den be­rühmten Mainzern einen sehr harten Kampf und gewannen mit einem Vorsprung von dreiviertel Längen. Die Mainzer hatten auch im Ersten Vierer einen schweren Kamps zu bestehen, hier war die FrankfurterGermania" der Gegner, der aber zum Schluß doch niedergerungen wurde. Das erwartete nochmalige Zusammentreffen zwischen dem Frank­furter Germania-Doppelzweier P a u l/H ü l l i n g - hoff mit dem vorjährigen deutschen Meisterpaar Gebrüder Arenz-Godesberg kam leider nicht zu­stande, da die Rheinländer ihre Meldung zurückge­zogen hatten. Paul sand auch im Ersten Einer keinen Gegner. Von den Gästen aus dem Reich konnte sich der Bremer RV. im Viererohne" aus- zeichnen, während die Norddeutschen im Zweier ohne" dem Mannheimer Paar Eichhorn/Zahn nicht gewachsen waren. Der Berliner Skuller Futh gewann den Zweiten Einer und wurde im Junior-Einer Zweiter. Im Gastvierer gab es einen harten Bord an Bord-Kamps zwischen Saar" Saarbrücken und dem Limburger Club, den die Saarländer im Ziel für sich entscheiden konnten.

Spannende Kämpfe am zweiten Tag.

Die Rennen des zweiten Tages der Frankfurter Regatta wurden bei wesentlich besserem Wetter als am Samstag und bei leichtem Gegenwind ausge­fahren. Der Besuch war gleichfalls besser, leider gab es aber zahlreiche Abmeldungen, so daß einige Rennen in Alleingängen entschieden wurden. Im Ersten Vierer gewann der Mainzer) nach har­tem Kampfe gegen die Limburger Rudergesellschaft. Im Ersten Vierer ohne Steuermann lag nur eine Meldung vor, hier ging noch der Bremer RV., der am ersten Tage den Zweiten Viererohne" ge­wonnen hatte, an den Start. Die Norddeutschen fuhren ein feines Rennen und verwiesen die Frank­furter Germania auf den zweiten Platz. Im Ju­nior-Einer holte sich der Berliner F ü t h nach sei­nem guten Abschneiden vom Samstag einen wei­teren Sieg. Im Einer lag der Frankfurter Paul

bald nach Beginn hinter dem Mainzer Hoffmans Paul gab dann mehrfach auf, ruderte wieder wei­ter und streckte kurz vor dem Ziel endgültig bie Waffen. Im Ersten Achter gab es eine Wieder­holung des (Samstagsrennens zwischen dem Main­zer RV. und Frankfurter RV., das diesmal bie Mainzer gewannen. Bis 1500 Meter führte Frank­furt, dann holte Mainz auf und gewann mit einer Länge. Der Bremer RV. holte sich im Zweiten Achter einen zweiten Preis.

Gießener Zungruderer erfolgreich.

Wie schon berichtet, starteten die Jungruderer ber GRG 1877 unb ber Renngemoinschaft GRG. 1877- Verein Rubersport 1913 auf ber Frankfurter Re^ gatta.

Bei bem ersten Start, bem II. Jungmanna vierer, mußte bie Mannschaft ohne ihren etats­mäßigen Steuermann antreten, trotzbem qualifi­zierte sich bie Mannschaft ins Hauptrennen, aber hier gab bie Mannschaft infolge öfteren Kollabieren* bas für sie aussichtsreiche Rennen auf.

Im III. Achter (Preis vom Fischerfelb) gab es vom Start ab ein erbittertes Rennen, aus bem bie erfahrenen Senioren bes Offenbacher Rubervereins sich langsam in Führung schoben. Um ben zweiten Platz kämpften Renngemeinschaft Gießen unb Frank­furter Rubergesellschaft Fechenheim. Bei 1200 Meter setzte Gießen zum Mittelspurt an unb ging an Fechenheim vorbei, bas gleich barauf abstoppte. Leider brach darauf 200 Meter vorm Ziel den Gießenern auf Nr. 6 bie Stellschraube am Fußbreit unb stoppte bie Mannschaft.

Im Preis von Sachsenhausen siegten bie starken Kasteler Junioren. Als zweites Boot folgte Frankfurter Ruberverein. Luftkastenlänge zurück Gießen.

Im Preis vom Müllermain, zu bem 13 Boote gemelbet waren, qualifizierten sich Mainz- Kastel, Frankfurter Ruberverein, Renngemein- schäft Gießen unb Rudergesellschaft Speyer zum Hauptlauf. Nachdem Mainz-Kastel durch Sieg ausschieb, lagen drei Boote am Start. Nach dem Startkommando übernahm zuerst Frankfurter RV. und dann Speyer bie Führung. Das sollte aber nicht von langer Dauer fein. Ein plötzlicher Vorstoß ber Gießener brachte biefe eine halbe Länge in Front unb bie Mannschaft ließ sich bie Führung trotz ver­zweifelter Anstrengung ber beiden anderen Boote nicht nehmen unb vergrößerte ftänbig ben Abstand.

Die Mannschaft ber Renngemeinschaft (Hans Rübsamen, Heinrich Seipp, Julius Justin, Kurt Münch, Steuer Heinz Loh) siegte mit VA Boots­längen gegen Rubergesellschaft Speyer unb weiteren zwei Längen vor Frankfurter RV.

3m Zeichen der fünf Ringe.

Olympia-Umschau.

Oie Aufgabe des Sports in der Welt.

Man wirb begreifen müssen, baß bie Olympi­schen Spiele nicht eigens für eine kleine Gruppe ausgelesener, hochgezüchteter Athleten geschaffen finb, bamit sie eine Gelegenheit haben. Die Welt burch ihr Können in Erstaunen zu setzen. Die Höchstleistung ist einer ber Götzen unserer heutigen Zivilisation. Es ist höchste Zeit, zur Breiten­leistung zurückzufinben. Mit Hilfe ber Behörben, ber internationalen Sportverbänbe unb ber natio­nalen Olympischen Komitees müssen wir uns be­mühen, ben Spielen ihren erzieherischen Charakter zu bewahren, auch bann, wenn biesem Jbeal Re- korbe geopfert werben müssen unb auf bie Teil­nahme solcher verzichtet werben muß, bie mehr von ber Sucht zu siegen als von ber Liebe zum Sport angezogen werben.

Neue Anstrengungen werben neue Erfolge brin­gen, unb ber von Coubertin neu belebte Olympis­mus wirb ben kurzen Waffenstillftanb, ber wäh- renb ber Feier ber Olympischen Spiele bes Alter­tums Regel war, in eine lange Friebenszeit ver- roanbeln. Die junge Generation, von unseren Grunbsätzen burchbrungen, wirb ihrerseits dazu beitragen, unter ben Völkern jene Atmosphäre von Herzlichkeit unb Ritterlichkeit zu schaffen, bie unter ben olympischen Mannschaften herrscht.

Unter ber Aegibe bes Olympismus hat ber Sport bie ihm von ber Welt gestellte Aufgabe erfüllt unb wirb sie weiter erfüllen."

(Aus ber Rebe bes Präsibenten bes Internatio­nalen Olympischen Komitees, bes Grafen Bail- let-Latour, bei ber Feier bes vierzigjährigen Bestehens ber mobernen Olympischen Spiele, am 20. Mai 1934 im Stabion zu Athen.)

Oer Zeppelin als olympischer Herold.

Wenn im alten Hellas bie Zeit ber Festspiele von Olympia herannahte, so pflegten bfe Eleer, in deren Stammesgebiet der Festplatz der Spiele lag, Herolde durch bie griechischen Gaue zu fenben unb den heiligen Monat verkünden unb alle freien Griechen zu ben Spielen einlaben zu lassen. Man benke sich biefe Art ber griechischen Einlabung auf bie mobernen Verhältnisse übertragen: unsere olym­pischen Herolbe müßten Ozeane unb Kontinente überqueren. Wir sind prosaischer und senden die Einladung als eingeschriebene Drucksache mit der Post. Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele von Los Angeles hat darüber hinaus auf seinem offiziellen Werbeplakat einen jugendlichen Herold barstellen lassen, ber mit einem Lorbeer- gewinbe in ben Hänben die Welt zu den Spielen aufruft. Deutschland hat für 1936 statt dessen das Symbol einer Glocke mit der Inschrift gewählt: Ich rufe die Jugend der Welt! Außerdem hat aber das Berliner Drganifationstomitee jüngst die einzigartige Gelegenheit gehabt, aus der Luft über bem Sübatlantik von Borb bes Zeppelins an­läßlich einer Rundfunkübertragung während einer der regelmäßigen Postfahrten nach Südamerika die Einladung für die Schwesterrepubliken dieses Kon­tinents zu erneuern. Herr Direktor Schmidt von der Radio Prieto in Buenos Aires veranstaltete diese Uebertragung, in deren Rahmen er eine kurze Botschaft des olympischen Organisationskomitees übermittelte, einen kurzen Ueoerblick über das Programm gab und von bem geplanten Fackellauf OlympiaBerlin, von bem Welttreffen ber Jugenb, der Tagung der Sportschulen usw. erzählte. Die Sendung soll von den Hörern in Südamerika mit Begeisterung ausgenommen worben sein. Wir aber halten einen Augenblick im Tagesgeschehen inne unb empfinben bas Wunberbare ber Gegenüber­stellung über zweitausenb Jahre hinweg: bie Senb- boten von (Eüs unb ber Zeppelin als Derkünber bes olympischen Friebens unb Ruser zu bem Wett­kampf.

Oie Afghanen kommen?

Der Ehrensekretär bes Afghanischen Olympischen Komitees, Colonel Sardar Abbul Wahib Khan in Kabul, hat bem Organisationskomitee für bie XI. Olympiabe mitgefeilt, baß fein Lanb bie (Einlabung annehme unb eine Mannschaft für Hockey unb Leichtathletik zu ben Spielen senden werbe.

Afghanistan, bieses an ben Pamir, basDach ber Welt" angelernte Berglanb, bas umschlossen wirb im ©üben unb Osten von Britisch-Jndien unb Bri- tisch-Belutschistan, im Westen von Persien unb im Norben von ben russischen Republiken Turkmenistan unb Usbekistan, gehört zu ben Neulingen in ber olympischen Welt. Sein olympisches Debüt, wenn man so sagen barf, gab es anläßlich ber ersten Westasiatischen Spiele, bie am 2. unb 3. März bes Jahres im Irwin Amphitheater zu Neu-Delhi unter bem Patronat bes Internationalen Olympi­schen Komitees unb nach bem olympischen Zere­moniell ftattfanben. Weitaus bie meisten Siege auf biefen Spielen fielen Indien zu, und neben Indien erscheint in der Siegerliste nur noch Ceylon. Es ist doch aber sehr bemerkenswert, daß die in­dische Hockeymannschaft, deren überragendes Rön­nen durch ihre hohen Siege über bie besten euro­päischen Mannschaften bekannt geworben ist, kein besseres Ergebnis als 5:0 gegen bie afghanische Hockeymannschaft erzielen konnte. Das beutet bar­auf, baß auf jeden Fall im Hockeyturnier Afghani­stan 1936 ein sehr ernsthafter Konkurrent fein wirb.

Oie Olympischen fünf Jtingc unter gesetzlichem Schutz.

Olympische Spiele sollen als Weltfest bes Sportes bie von der Jugend der ganzen Welt anerkannten Ideale zum Ausdruck bringen: Kameradschaft, Kampfesfreude, Ritterlichkeit, Vaterlandsliebe. Als ein Fest ber Jbeale bürfen sie nicht zum Objekt hänblerischer Interessen gemacht werben. Um eine Kontrolle darüber zu behalten, daß das Symbol ber Olympischen Spiele nicht in einer bem Sinn ber Spiele roiberftreitenben Weise von ber Jnbustrie verwanbt wirb, hat ber Präsibent bes Werberats ber beutfchen Wirtschaft folgenbe Verorbnung er­lassen, bie mit bem Datum vom 28. Juni 1934 im Reichs- unb Staatsanzeiger Nr. 148 veröffent­licht ist:

Das Zeichen ber Olympischen Spiele (fünf mein- anbergreifenbe Ringe, vom Beschauer aus von links nach rechts in ben Farben blau, gelb, schwarz, grün unb rot) barf zur Wirtschaftswerbung mehrfarbig ober einfarbig nur mit ausbrücklicher unb schrift­licher Einwilligung bes Propaganbaausschusses für bie XI. Olympischen Spiele, Berlin W 9, Doßstr. 9, ober einer von biesem bestimmten Stelle verwenbei werden. Das gilt auch für Personen »der Gesell­schaften, denen die Verwendung dieses Zeichens in mehrfarbiger ober einfarbiger Ausführung geschützt ist. Gegenstänbe, bie vor Veröffentlichung biefer Be­stimmung zum Zwecke ber Wirtschastswerbung mit bem Zeichen ber Olympischen Spiele versehen wor­ben finb, können noch ohne bie erforberliche Ein­willigung bis zum 31. Dezember 1934 zur Wirt- schaftswerbung verwenbet, insbefonbere in Ver­kehr gebracht werben."

Die Sportwelt wirb bem Werberat ber beutschen Wirtschaft bafür bantbar sein, baß er burch bie geschilberte Verorbnung bem Mißbrauch bes Olym­pischen Symbols für kommerzielle Zwecke einen Riegel vorgeschoben hat. Es wäre zu wünschen, baß auch in anderen ßänbern ähnliche Maßnahmen er­griffen würben, bamit bas Symbol ber Spiele nicht nur in Deutschland fonbern auf ber ganzen Wett vor Mißbrauch geschützt ift