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Vor Schloß Neudeck
steht ein Doppelposten der vom Roichsheer gestellten Ehrenwache. Rechts und links russische Geschütze, die in der Schlacht bei Tannenberg erbeutet und später dem Marschall geschenkt wurden.
Der Ginn -es Arbeits-ienfies.
Von Staatssekretär Konstantin Hierl, Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst.
Die Ernennung des Reichsarbeitsführers zum Reichskommissar für den Arbeitsdienst läßt die nachstehenden Darlegungen besonders bemerkenswert erscheinen, die wir mit Genehmigung zuständiger Stellen der soeben im Verlag „Der nationale Aufbau", Leipzig, herauskommende Schrift „Arbeitsdienst ist Dienst am Volke", entnehmen.
Der Arbeitsdienst ist nicht dazu berufen, den deutschen Boden zu bearbeiten, auf daß zwei Halme sprießen, wo vorher einer wuchs, der Arbeitsdienst soll auch den jungen deutschen Menschen bearbeiten, so daß in dieser Jugend alle guten Anlagen des deutschen Wesens entwickelt und gepflegt werden, damit auch dieser lebendige Acker doppelt reiche Frucht trägt. Für uns bedeutet Arbeit den Inhalt des Lebens. In der Arbeit erkennen wir eine Schwester des Kampfes. Ein Dasein ohne Arbeit und Lebenskampf erscheint uns als eine dumpfe Krankenstube. Liberalistische Auffassung wertete die Arbeit nach dem, was sie für den einzelnen eintrug, wir schätzen die Arbeit nach ihrem Werte für die Volksgemeinschaft.
Der überhebliche Intellektualismus des liberalen Zeitalters sah mit Hochmut auf die Handarbeit herab. „Rur ein Arbeiter" war der Ausdruck bürgerlichen Denkens. Wir wollen dem deutschen Arbeiter seine Ehre geben, sie ist ihm unentbehrlicher als Tariflöhne, weil er ein Deutscher ist. Wir wollen das Wort „Arbeiter" zum Ehrentitel für jeden Deutschen machen, deshalb soll jeder junge Deutsche eine gewisse Zeit seines
Lebens als Handarbeiter Ehrendienst tu'n für fein Volk. Gegenüber reaktionären Denken sei mit aller Entschiedenheit betont, daß es nicht nur einen Ehrendienst mit den Waffen, sondern auch mit dem Werkzeug gibt. Jeder uneigennützige Dienst am Volk ist Ehrenpflicht.
Wir kennen auch nur eine Standesehre für alle Stände, sie steht und fällt mit der pflichtgetreuen Erfüllung der Standespflichten. Die persönliche Achtung, die dem einzelnen gebührt, hängt nicht davon ab, was einer arbeitet, sondern wie er seine Pflicht tut. Der materialistische Händlergeist des liberalistischen Zeitalters betrachtet alles als „Ware", auch den arbeitenden Menschen und den Heimatboden. Für uns ist der arbeitende Mensch die Krone der Schöpfung, und der Heimatboden ist uns etwas Heiliges, er ist uns Vaterland. Der Geist, den wir im Arbeitsdienst pflegen wollen, ist jener Geist, den unser Führer im deutschen Volk wiedererweckt, mit Hilfe dessen er die nationalsozialistische Bewegung ins Leben gerufen hat. Es ist der deutsche Geist, der aus den Urtiefen deutschen Wesens wieder in das Leben unseres Volkes durchgebrochen ist.
Deutsch sein heißt eine Sache um ihrer selbst willen tun — ein bekannter Ausspruch, der vom Liberalismus bespöttelt wurde, weil seiner um das Ich kreisenden Weltanschauung eine solche Auffassung unverständlich blieb. Eine Sache um ihrer selbst willen, d. h. um der mit der Sache verbundenen Idee willen tun — das ist deutscher Idealismus. Idealismus ist mehr als schwärmerische I Stimmung oder rasch aufflammende Begeisterung.
M.MittieSeiM
Vornan von Gert Gothberg.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)
7. Fortsetzung. Nachdruck oerbotcnl
„Wir? Wirklich? Aber weshalb denn auf einmal?" „Ich habe geschäftlich dort zu tun. Dann muß ich noch nach Frankfurt am Main. Stuttgart können wir crud) mitnehmen. Du siehst also, langweilig wird diese Reise bestimmt nicht sein."
„Sicherlich nicht!"
Sie sagte es hastig und wußte doch schon jetzt, daß sie diese Reise nicht mitmachen, sondern hierbleiben würde.
Sie liebte Fritz Farnhorst!
Jetzt wußte sie es!
Und sie wollte ihr Abenteuer mit ihm haben. Jawohl! Das wollte sie. Besiegen wollte sie ihn. Denn sie wußte ja, daß er ihr noch immer als Feind gegenüberstand.
Eine Braut?
Lächerlich! Fritz Farnhorst hatte keine Braut! Der wollte nur nicht Öfter, als unbedingt nötig war in das Haus seines Chefs kommen. Das war es!
Doris dehnte ihre schöne Gestalt, die in letzter Zeit etwas üppiger geworden war.
Sie würde krank sein und nicht mitreisen!
Dieser Entschluß war fertig!
Berlin!
Natürlich! Nach Berlin konnten sie zum Silvester gehen. Da wurde es nett. Mochte hier der Dickkops dieser Fritz Farnhorst, ruhig allein sitzen.
Vielleicht — liebte er sie und wollte den Wea versperren zu ihr?
Wenn es das wäre?!
Das lebhafte Mienenspiel verriet, daß sie über etwas Besonderes nachdachte. Und ihr Mann beobachtete sie scharf, aber nach außen hin mit einer gleichgültigen Miene.
Doris wandte sich ihren Sachen wieder zu.
Dann ist's gut, daß ich mir diese Kleider schicken ließ!" sagte sie leichthin.
' Er hatte sich gesetzt, während sie noch immer mit dem Karton beschäftigt war.
Er sah ihr zu. Und etwas wie Haß kam in seine Augen. Warum war diese Frau nicht zufrieden, einen schützenden Hafen gefunden zu habend Einen Mann, der sie mit seiner Person und seinem ehrenhaften Namen gegen die Vergangenheit schützte?
Er wußte alles?
Ein geschicktes Auskunftsbüro hatte ihm alles berichtet. Es hatte ihn zuerst tief getroffen. Aber er liebte sie so sehr, daß er sie trotzdem diese Ver- aangenheit nicht fühlen ließ und darüber schwieg, daß er alles wußte?
Und die Frau dankte es ihm so, daß sie nunmehr ständig Ausschau hielt nach einem Abenteuer. Ihr Vater hatte seinen guten Ruf und seinen Namen
beschmutzt, indem er Gelder unterschlug und sonstige Betrügereien verübte. Wollte seine Tochter sich nun auch um Namen und Stellung bringen? Wenn auch auf eine andere Art als ihr Vater? Aber ganz gewiß war diese Art nicht weniger gemein!
Daß sie Fritz Farnhorst von früher her kannte, wußte er nicht. Er wußte auch nicht, daß sie ein frühreifes Mädel gewesen war, das ein Verhältnis mit einem jungen Menschen gehabt hatte. Er wußte nur alles haargenau, was ihr Vater sich hatte zuschulden kommen lassen. Seine Eltern hätten diese Heirat niemals gebilligt, wenn sie auch nur eine Ahnung gehabt hätten, wessen Tochter Doris war!
Das hatte er ganz allein mit sich abgemacht. Hatte es sie nicht entgelten lassen, daß sie ihm das alles verschwiegen hatte.
Und nun dankte sie es ihm so, daß sie nunmehr darauf sann, sich in irgendein Abenteuer zu stürzen, das ihr Stellung und Namen ruinieren mußte.
Fritz Farnhorst?
Der gefiel ihr! Den hatte sie sich ausgesucht! Und der war anständig und ehrenhaft genug, sich darauf nicht einzulassen.
Richard Feller übersah ganz klar die Lage. Und er dachte auch ganz ruhig und sachlich über die Zukunft nach.
Wenn seine Eltern nicht mehr waren, dann wollte er ohne jedes Aufsehen die Trennung seiner Ehe herbeiführen. Nur ihnen wollte er all das ersparen und ließ sie bei dem Glauben, daß seine Ehe glücklich sei.
Er selbst war innerlich fertig mit dieser Frau, die so schön und oberflächlich und leichtsinnig war.
„Wo willst du in Berlin wohnen, Doris?" „Im ,Kaiserhost! Ich denke, daß man da schon Geselligkeit haben wird."
„Gut! Dann werde ich also im ,Kaiserhost Zimmer für uns bestellen."
"Ich freue mich sehr auf Berlin."
„Das ist gut, Doris!"
Sie sprach nun mit dem Gatten, trat dann auch 3u ihm, küßte ihn, strich ihm über die Stirn.
"Was machst du da für häßliche Falten? Hu — weg damit? Ich mag das nicht."
.R'chard Feller riß sie plötzlich an sich. Küßte sie wie toll. Dachte:
Sie gehört mir ja vorläufig noch, und ihre Liebe ist berauschend. Ein verächtlicher Geselle bin ich- ab2 ,d)x .fa™ w'ch dem Bann dieser Frau noch nicht entziehen. Vorläufig wenigstens noch nicht!
Dons Feller aber preßte die Lippen ganz fest ?hrQSTen rUnr-^Ie A"gen schloß sie auch, während hr Mann sie küßte. Sie sah im Geiste einen jungen, VE" Menschen, der sie heiß und leiden- lchaftlich küßte.
Fritz Farnhorst!
Ihr Feind!
Ihr Geliebter!
Siegerin würde sie sein über ihn!
Silvester war noch ein einziger, unirdischer Traum gewesen! Aber nun sprach Nora Nordström davon, daß sie noch die Ankunft von Bruder und
Idealismus ist tiefe, nachhaltige Glut, ist volle, selbstlose Hingabe an eine Idee. Diesen Idealismus wollen und brauchen wir im Arbeitsdienst, diesen Geist der Hingabe an den Arbeitsdienst als Ehrendienst am deutschen Volke. Aus solcher idealistischen Hingabe an eine Aufgabe entspringt d i e Treue zur Pflicht. Wir wollen im Arbeitsdienst dem deutschen Volke pflichttreue Menschen erziehen. Die Männer, die im Frieden ihrem Volke mit dem Spaten, der Waffe des Friedens dienen, sind seelisch auch bereit, zum Schutze der Friedensarbeit und der Ehre ihres Volkes ihr Leben einzusetzen.
Wer die eigene Ehre hoch hält, der wird auch die Ehre der Kameraden nicht böswillia oder leichtfertig antasten. So kommt die Erziehung zum Ehrgefühl auch der Kameradschaft zugute, die eine weitere Aeußerung des Geistes ist, den wir im Arbeitsdienst pflegen wollen. Die Kameradschaft, die wir im Arbeitsdienst erstreben, ist etwas anderes als sentimentale Brüderlichkeit, als Brüderschaft bei Wein und Becherklang. Wir meinen damit d i e gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme und Hilfeleistung im gemeinsamen Lagerleben und bei der gemeinsamen Arbeit, wir verstehen unter Kameradschaft jenes Zusammengehörigkeitsbewußtsein, das sich für das Gelingen des gemeinsamen Werkes verantwortlich fühlt, jenen Korpsgeist, der über die Ehre der Gemeinschaft wacht.
Eine solche Gemeinschaft bedeutet Einordnung in eine Arbeitsgemeinschaft unter Zurückstellung der rein persönlichen Belange, eine solche Kameradschaft ist wesensgleich mit Sozialismus. Diese Kameradschaft verbindet Führer und Gefolgschaft, sie verpflichtet gegenseitig. Der Führer sieht in seinen Untergebenen nicht das „Menschenmaterial" — wie jener abscheuliche Ausdruck heißt — mit dem er arbeitet wie mit einer toten Maschine, sondern Mitarbeiter am gleichen Werke und Pflegebefohlene, für deren Wohl er nach Kräften sorgt. Der Untergebene sieht im Führer nicht einen fremden Interessen dienenden Fronvogt, sondern den Führerkameraden, dem er feine ver
antwortungsvolle Aufgabe im Di-nst d-r p^mein» famen Sache nach Kräften erleichtert. So soll der Arbeitsdienst eine durch Kameradschaft verbundene große Arbeitsgemeinschaft darstellen.
Fragebogen für die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront.
Das Presse- und Propaganda-Amt der Deutschen Arbeitsfront teilt mit:
Bis zum 1. Oktober wird die Deutsche Arbeitsfront entsprechend dem Vorbild der Partei neu gegliedert werden, und zwar in Blocks, Zellen, Ortsgruppen ufw.
Bis zum 1. Oktober wird auch die Organisation der Verwaltungsstellen der DAF. vollendet fein. Um den Umbau der Deutschen Arbeitsfront durchführen zu können, wird in diesen Tagen allen Mitgliedern der Deutschen Arbeitsfront über die Organisation der NSBO., über die Reichsbetriebsgemeinschaften, über die Reichshauptberufsgruppen und über den GHG. ein Fragebogen zugestellt werden.
Wir bitten diese Mitglieder, die schwierige Arbeit der Amtswalter der Deutschen Arbeitsfront dadurch zu unterstützen, daß sie diesen Fragebogen in allen Teilen sorgfältig ausfüUen.- Sollte den Mitgliedern die Ausfüllung des Fragebogens Schwierigkeiten bereiten, so ist die Dienststelle, die dem Mitglied den Fragebogen zugestellt hat, gern bereit, fyas Mitglied bei dieser Arbeit zu unterstützen. Die ausgefüllten Fragebogen sind möglichst umgehend dem zuständigen Betriebswalter oder, wenn ein solcher für das Mitglied nicht in Frage kommt, der zuständigen Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront einzureichen.
Jedes Mitglied erhält für den abgegebenen Fragebogen von feinem Betriebswalter bzw. der zuständigen Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront eine Quittung. Diese Quittung ist dem Beitragskassierer bei der nächsten Beitragszahlung zu übergeben.
Der letzte Gruß der Flotte an den abgeschiedenen obersten Befehlshaber der Wehrmacht. Der Kreuzer „Leipzig" feuerte — wie alle salutfähigen Schiffe der Reichsmarine — am 3. August einen Trauersalut von 21 Schuß.
Schwägerin abwarten und dann noch zwei Tage bleiben würde, die den Verwandten gehören mußten. Sie selbst hatte am 10. Januar in Oslo ein großes Konzert zu geben. Sie mußte rechtzeitig dort eintreffen, um frisch zu fein.
„Und ich?"
Fritz Farnhorst faßte die schmalen, weißen Frauenhände, stellte diese Frage mit leidenschaftlicher Bitterkeit.
Nora lächelte versonnen.
Leise sagte sie nach einer Weile:
„Ein Traum, Fritz! Ein Weihnachtstraum! Nimm es als bas!"
„Ich kann nicht von dir lassen, Nora!"
In ihren Augen stand das ganze, große, herrliche Glück der letzten Tage. Plötzlich küßte sie ihn.
„Hast du nie an eine Trennung gedacht?"
„Doch! Ich habe es gewußt, daß dein Weg fernab dem meinen geht. Und meine Stellung — was kann sie dir gelten? Zudem —"
Er schwieg!
Seine Stellung!
Die konnte jeden Tag verlorengehen. Wenn Doris Feller sich nicht endlich beherrschen lernte.
Trotzdem!
Was war es, selbst wenn er seinen Posten behielt.
Er hatte den unerhörten Luxus gesehen, der die berühmte Diva umgab. Und dieser Luxus befremdete nicht, gehörte einfach zu ihr! Zu ihrer strahlenden, blonden Persönlichkeit. Aber dieser Luxus kostete Geld! Viel, viel Geld. Niemals würde sich diese schöne Frau in einer einfachen, bürgerlichen Umgebung wohlfühlen können.
Er sah das ein. Wußte das alles längst. Hatte es sich ja auch tausendmal gesagt!
Dennoch!
Die Trennung war unmöglich? Es durfte nicht fein. Sein Leben war wertlos, wenn dieser schöne, strahlende Stern daraus entwich.
Aber wo gab es einen Weg?
Noras wohllautende, klare Stimme klang dicht neben ihm:
„Könntest du diese Stunden je verwünschen?"
„Nora!"
„Dann denke daran wie an etwas Köstliches! Ich werde auch einsam fein. Aber ich habe meine Kunst. Die ist meine Freundin. Meine Trösterin."
„Ich habe auch meine Arbeit. Und ich werde immer an dich denken. Wann kommst du wieder, Nora?"
„Meine Gastspielreise dauert zwei Jahre. Dann komme ich wieder."
Grau, trübe, endlos war die Straße, die er vor sich sah, und auf der er allein fein würde. So lange allein! Aber Nora kam ja wieder. Kam wieder hierher.
Plötzlich riß er sie in feine Arme.
„Nora, wenn es eine Trennung für ewig wäre?! Wenn du niemals wiederkämst?! Nora, dann — ich weiß nicht, was dann geschieht, Nora!"
„Du wirst an mich denken. Und ich werde dich nie vergessen Und morgen hast du einen Brief, der öir klarstellt, wie ich mir unsere Zukunft denke.
Ganz klar und ruhig wird es dann in dir fein.
Ich will mir heute nicht diese letzte Stunde mit Erklärungen und Besprechungen über die Zukunft stehlen. Kannst du mich verstehen, Fritz?"
„Ja, ja, ich verstehe dich!" *
In dieser Nacht ging Fritz Farnhvrst mit langsamen, schweren Schritten feiner Wohnung zu. Er schlief nicht. Er dachte nur immer:
Nora, Nora, du mußt wiederkommen! Was soll denn werden, wenn du nicht wiederkommst?!
Am anderen Tage hielt er ihren Bries in den Händen.
Nora war schon fort! War nöch in der Nacht abgereift. Und er hatte es nicht gewußt! Hatte sie noch in feiner Nähe gewähnt für die nächsten Tage. Und nun war sie fort! Traf sich mit ihren Angehörigen in Berlin! Sie hatte das alles vorbereitet, hatte alles- klar und umsichtig erwogen. Und dann —
„Fritz! Lieber, trotziger, stolzer Junge!
Was soll Dir eine Frau, die vierundvierzig Jahre alt ist? Nun weißt du, weshalb ich die Frage nach meinem Alter überging!
Das steht zwischen uns!
Das allein!
Ich hätte auf Ruhm und Luxus und Geld verzichten können? Aber ich kann es nicht ungeschehen machen, daß ich achtzehn Jahre älter bin als Du?
Und nun sei vernünftig!
Ein Zufall führte uns zusammen. Zwei Einsame am Weihnachtsabend! Und es war doch nur eine logische Folge, daß wir uns finden mußten.
Ich war restlos glücklich.
Treu, stark, ehrenhaft! Das bist Du? Und ich habe Dich geliebt, habe Dich lieben müssen, weil mein Mann, der weltberühmte Rennfahrer und vergötterte Liebling der Frauen, mir nicht eine Minute fang treu war!
3n dieser Tatsache lag mein Schicksal!
Und nun fand ich Dich! Und hätten wir im Alter zusammengepaßt: nichts hätte mich je veranlassen können, von Dir zu gehen.
Und Du, Fritz?
Du nimmst Dir eines Tages ein junges Weib, bas Dich liebt, und dem Deine starke, treue Liebe vuch gilt. Glaube mir, der Tag kommt? Und dann wirst Du nur noch mit stiller Wehmut an rnid) denken? Ich bete jeden Abend für Dich! Denn Du warst noch einmal Jugend, Liebe und Erleben für mich! Nun kommt der Herbst! Darin wird nur meine Kunst die Sonne sein!
Für Dich aber kommt das Leben! Der Frühling, der schöne, heiße Sommer! Leb wohl, Fritz Farnhorst! Nora Nordström."
Regungslos saß Fritz Farnhorst vor diesem Brief? Waren es Minuten, waren es Stunden? Er mußte es nicht, als er endlich aufstand.
^R.vra — ich liebe dich! Nora — ich..."
Fritz Farnhorst ging zum Ruhebett, warf sich darauf. Sein Körper zuckte.
Fritz Farnhorst weinte. (Fortsetzung folgt!)


