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Abschied von Generalfeldmarschall von Hindenburg.

Samstag, 4. August 193$

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten)

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Die Standarte des Reichspräsidenten auf Schloß Neudeck sank auf Halbmast.

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Als Hindenburg zum letztenmal das Tannenberg-Denkmal auffuchte.

Eine Aufnahme von der vorjährigen Tannenberg-Feier, die sich zu einer großartigen Ehrung für den greifen Feldmarschall gestaltete. Hinter dem Marschall Reichskanzler Adolf Hitler.

Das Arbeitszimmer des Verewigten im Trauerschmuck.

Auf dem Sessel des Reichspräsidenten liegt ein großer Lorbeerkranz. Der Kronleuchter ist mit Trauerflor umwunden.

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Um sich in die Beileidslisten einzutragen, die im Reichspräsidentenpalais ausliegen, stehen unübersehbare Scharen von Menschen aus allen Bevölkerungsschichten vor der einstigen Wirkungsstätte Hindenburgs.

Tannenberg.

Dem Andenken des Generalfeldmarschalls von Hindenburg.

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Von Generalleutnant <l O. von Mehsch.

Trauerandacht für den entschlafenen Reichspräsidenten im Berliner Dom.

Der Aufbau der Organisation der deutschen Wirtschaft.

Berlin, 3. Aug. (DNB.) Der Ausbau der O r= ganisation der deutschen Wirtschaft- ist, wie nach den vor etwa drei Wochen abgegebe­nen Erklärungen des Stellvertreters des Führers der Wirtschaft, Staatsrat Graf von der Goltz, zu erwarten war, im wesentlichen vollendet. In zehn Treuhänderbezirken sind die Bezirksführer der Gesamtwirtschaft und die Bezirkshauptgruppenfüh­rer mit geringen Ausnahmen gestern ernannt wor­den. Die Ernennungen auch für die übrigen Treu­händerbezirke stehen bevor. Ebenso sind jetzt auch die 51 fachlichen Handwerksführer ernannt. Für nahezu sämtliche Wirtjchaftsgruppen liegen dem

Ist denn noch etwas Neues über diesen gewal­tigen Sieg einer deutschen Minderheit über russi­sche Uebermacht zu sagen? Gibt es nicht schon Bü­cher und Broschüren in Menge, welche die beispiel­lose Kühnheit des Führerwillens Hindenburgs und die überlegene Tüchtigkeit der tapferen Truppe hinreichend aufklären? Sind nicht auch alle die Krisen und Reibungen, die unvermeidlich zu einer derartigen mehrtägigen Riesenschlacht gehören, schon oft eingehend erörtert worden, ohne die un­sterbliche Größe der soldatischen Leistung zu schmä­lern? Wissen wir nicht ebenfalls vom Russen, daß er sich ebenso gut geschlagen hat, wie er schlecht geführt worden ist?

Gewiß, dies alles ist zu bejahen, nur mit dem Zusatze, daß es für die heutige Bedeutung die­ses deutschen Sieges, der vor zwanzig Jahren er­fochten wurde, nicht darauf ankommt, etwas Neues an feinem täglichen und stündlichen Werden zu entdecken, sondern darauf, was er der neuen Generation zu geben imstande ist, und was der Name Hindenburgs, der mit diesem Siege un­löslich verbunden ist, dem heutigen Solda­tentum bedeutet. Die neue Generation will keinen Krieg. Sie will den Frieden. Sie haßt den nutzlosen Krieg nicht weniger, als den ehrlosen Frieden. Und 'doch muß sie wissen, daß sich das heutige Deutschland, überfallen, einer noch größeren Uebermacht gegenübersehen würde, als die deutsche 8. Armee vor zwei Jahrzehnten bei Tannenberg.

Es muß also unser Ehrgeiz sein, mit ihrer sol- datischen Tüchtigkeit zu wetteifern. Es muß Dogma für uns sein, daß auch der Schwächste sich nur zu verteidigen vermag, wenn er den Eindring­ling anzugreifen versteht. Es muß uns im Fleisch und Blut sitzen, daß fast immer der kühnere Ent­schluß der bessere, der zähere Wille der siegreiche und das Selbstvertrauen die erste Vorbedingung zur Selbstbehauptung ist. Freilich gilt das auch vom Vertrauen der Truppe in die Führung und von derem Vertrauen in die Truppe. Beides war bei Tannenberg unbegrenzt. Beides ging gestärkt aus dem unerhört schweren Kampfe hervor. Beides hat auf unzähligen Schlachtfeldern des Weltkrieges zu neuen Erfolgen geführt.

Niemand kann Vertrauen befehlen, wenig­stens nicht mit Erfolg. Aber so heißt es ge­wöhnlich jeder kann sich Vertrauen verdienen durch den Erfolg. Das trifft auch zu für den Krieg. Im Frieden jedoch find es keine Siege, keine Tro­phäen, die das Vertrauen schaffen. Im Frieden muß das Vertrauen auf anderen Grundlagen wachsen, wenn es am Feinde bestehen soll.

Das deutsche Vertrauen im Heere zwischen Füh­rern und Geführten war gewachsen in einem Men- chenalter der soldatischen Pflicht. Es hatte sich ge­formt und gefestigt in Jahrzehnten einer Frie-

densarbeit, deren Sorgfalt nicht bestritten, deren Richtigkeit durch den scharfen Schuß nicht erschüt­tert werden konnte. Das Vertrauen umschlang den ersten Patrouillenreiter mit dem letzten Kolonnen­fahrer, die eine Nachbartruppe mit der anderen, den Untergebenen mit dem Vorgesetzten, den Ge­hilfen mit dem Führer, es umschlang damals Hin­denburg und die ganze Armee. Diese wohlverdiente Unbedingtheit des Vertrauens fand bei Tannenberg ihren ersten, im Zusammenbruche Rußlands, fast drei Jahre später, ihren letzten Lohn.

Denn darüber kann ein Zweifel nicht mehr sein: Die Vernichtung der Armee Samsonow zerrüttete zugleich die Moral des russischen Heeres, das Selbstvertrauen seiner militärischen Führung und das Vertrauen der politischen Köpfe in die kriege­rische Leistungsfähigkeit des Landes. Nach Tan­nenberg brachte uns zwar kein russischer General den Degen des Zaren, wie der französische Gene­ral Reille den Degen Napoleons nach dem Fall von Sedan. Nach Tannenberg waren noch fast drei Jahre, nach Sedan nur noch Monate nötig, um zum Frieden zu kommen. Allein der russische Glaube an einen Sieg aus eigener Kraft war seit der Niederlage von Tannenberg tot. Nach Sedan lebte er in Frankreich noch einmal, wenn auch ver­geblich, auf. Es s ch e i n t die Wirkung des deutschen Westsieges von 1870 größer. Sie war es aber nur relativ. Es w a r die nachhaltige Fernwirkung des deutschen Ostsieges von 1914 großer, und zwar war sie absolut. Das ist durch viele russische Zeugnisse hinreichend belegt.

Aber dieses russische Unterlegenheitsgesühl war eine Folge von Tannenberg nur für den Russen. Für uns dagegen war das deutsche lieber» legenheitsgefühl eine Folge angestreng­tester Friedensschulung, eine Folge der strategischen Vorarbeit des späteren Generalfeldmarschalls. Die Leistung von Tannenberg ist kein Geschenk des launenhaften Schlachtenglücks. Sie ist das Fazit strenger Pflichtjahre, eine Prüfung, die bestanden werden mußte, nicht eine Fügung, die nur hinge­nommen zu werden brauchte. Hier siegte ein Führertum, das der besten Truppe der Welt würdig war. Hier bewährte sich eine Truppe, die beanspruchen konnte, so geführt zu werden, wie sie geführt worden ist. Hier wurde geerntet, was aus Exerzierplätzen und Manöverfeldern, in langen Fristen straffer Zucht und in langen Nächten gei­stiger Arbeit gesät worden war unter dem Leit­gedanken: Alles für Deutschland.

Und noch ein anderes möchte bei Tannenberg nie vergessen werden: Es war keineswegs eine frische Truppe, die Hindenburg führte und die wohl­gemut und leichten Herzens zum Siege schritt. Seit Wochen in harten Grenzschutzdienst mit oder ohne

Reichswirtschaftsministerium die Anträge auf Aner- fpnniinn ausschließlicher Vertretung ihres Wirt- chas^weiqes und aus Zwangsmitgliedschaft vor, bie für eine Reihe oon Wirtschaftsgruppen auch be- reits ausgesprochen worden ist.

fachlichen und Bezirksfuhrer der Wirt- ,chasts7rqani,ati°n sind auf den 10. August 1934 zu einer Ar b e i t s t a q u n q nach Berlin geladen wo de/um auf den Führer Adolf Hitler ver­nichtet und in ihre Aufgabengebiete emgesuhrt zu werden Um den Willen zu engster Verbundenheit . Bewegung bei der Durch uhrung eines na. Hnna *S"n Ausbaues der deutschen Wirt. NN be anders zum Ausdruck zu bringen, find auch ft auleüe ? der NSDAP. und maßgebende Führer der Deutschen Arbeitsfront als Gäste geladen.