Freitag, 4 Mai 1954
184. Jahrgang
llr. 105 Erster Blatt
Gießener Anzeiger
Der Wahabitenkönig Ibn Saud.
in
gen der Yementrupven ein- n Lines der wenigen Pemen-Flugzeuge t
Verstärkun
angehöriger.
13.MAI 1934
MUTTERTAG
Saub dieses Gleichgewicht störe, dann werde England vielleicht seine Politik einer Revision unterziehen müssen.
getroffen sind. Eines wurde dort abgeschossen.
Rechte der Mutter an die Ihrigen von doppelt hoher Bedeutung.
Es soll aber noch in anderer Hinsicht der Muttertag betont werden und bewußt etwas Neues bringen. Wir haben nämlich unter uns Volksgenossen nicht nur solche Mütter, die von ihren Lieben umgeben den Muttertag feiern können. Zahllos find die, die Kinder groß zogen und jetzt einsam leben. Zahlreich sind sicher auch die Mütter, die wohl unter vielleicht schwersten Sorgen und Entbehrungen eine Kinderschar ernähren konnten, die aber jetzt in Alter und Not von diesen längst ihrem Heim entwachsenen Kindern womöglich nicht mehr ernährt werden können. Solche alten, einsamen Mütter aufzuspüren, das wird mit zu den wichtigsten und notwendigsten Aufgaben der in der
In Vemen soll infolge der militärischen Niederlage eine Revolution ausgebrochen sein. Der Imam ist, wie das Gerücht behauptet, o o n seinen eigenen Untertanen getötet worden, nachdem sein Palast in Sana von den Aufständischen gestürmt worden war. Eine amtliche Bestätigung über den Tod des Imam ist bisher
Regierungsgebäude in Sana, der Hauptstadt von Jemen. — Im Kreise: Der Thronfolger von Jemen.
London, 4. Mai. (DJIB. Funkspruch.) „Daily Telegraph- weist darauf hin, daß die Beherrschung des Gebiets an der Küste des Roten Meeres durch König Ibn Saud eine Lage schaffe, die vielleicht Iräume oon einem n o d) größeren ata- blfchen Reich auslösen würden. „Morning Post- führt dem unglückseligen Versuch des Imam von Demen, mit feinem mächtigen Nachbarn handel anzufangen, auf ausländischen Einfluß zurück. Vor etwa einem Monat seien bestimmt auftretende Gerüchte im Umlauf gewesen, daß der Imam in feiner herausfordernden Haltung durch europäische Agenten, die wahrscheinlich für eine gewisse europäische Macht (gemeint ist vermutlich Italien) tätig waren, ermutigt roor den sei. Line Meldung, daß unter den bei den letzten Kämpfen gefangengenommenen Kriegern des Demen mehrere Europäer waren, scheint diese Darstellung zu bestätigen. Die fragliche Macht habe ganz bestimmte Ansichten über ihre eigene koloniale Zukunft und betrachte Arabien als besonders geeignet für eine Politik in dieser Richtung. Das klassische Verfahren In einem sol- chen Falle sei, einen eingeborenen Herrscher aus- zunuhen, der durch Versprechungen künftiger Gröhe leicht beeinflußt werden könne und ihn zu einer Angriffspolitik zu überreden in der Hoffnung, daß seine Erfolge dann ausgebeulet werden könnten. In dem vorliegenden Falle allerdings scheine man auf das verkehrte Pferd gesetzt zu haben. Anscheinend ergebe die Unbesonnenheit des Imam eine Konsolidierung der Macht Ibn Sauds. Bisher hätte Großbritannien danach ge- ffrebt, das Mächtegleichgewicht zwischen den arabischen Herrschern aufrecht zu erhalten, weil dies in seine Politik am besten passe, wenn Ibn
in dem arabischen Streitfall ein. Der König G a f i vom Irak bot telegraphisch seine Vermittlung an, ebenso der Präsident des Islamischen Kongresses in Jerusalem und die Arabische Union in Kairo. Der Depeschenwechsel zwischen diesen Stellen einerseits und König Ibn Saud und Imam Jachja andererseits hatte schließlich dazu geführt, daß der Islamische Kongreß eine Delegation nach Mekka entsenden sollte, aber die Vermittlungs- aktion und der Appell an das islamische Gewissen der streitenden Parteien scheinen keinen praktischen Erfolg gehabt zu haben.
Zbu Saud in unaufhörlichem Vordringen.
Revolution in Jemen.
London, 3. Mai. (DNB.) Nach Berichten aus Aden haben die Wahabiten des Königs Ibn Saud auf ihrem Vormarsch gegen Hodeida bereits drei kleinere Städte im Tehama-Gebiet
Ehrentag der deutschen Mutter stillschweigend übergangen würde.
Aber diesmal soll es als rechter Muttertag ein F a m i l i e n t a g werden. An diesem Tag gehört die Mutter in den Kreis ihrer Familie und überall soll dafür gesorgt werden, daß dienstliche Obliegenheiten, die sonst auch an diesem Sonntag den Mann, den erwachsenen Sohn oder die Tochter dem Hause fernhalten, für die Männer und Kinder von Muttern ausfallen. Gerade in der Uebergangszeit, in der wir leben, und die trotz aller Betonung des hohen Wertes der Familie noch so gewaltige Anforderungen an den einzelnen Mann stellt, daß manchmal das Familienleben darüber zu kurz zu kommen droht, ist ein solcher Tag der B e - sinnung auf die Familie und auf die
beiderseitigen Wünsche und der beiderseitigen Eifersucht, ist das zwischen beiden Ländern liegende Gebiet von Assir, dessen Zugehörigkeit noch ungeklärt ist. (Auf unserer Karte ein Küstenstreifen zwischen Hodeida und Mekka.) Auf der Konferenz von Abha, die alle sonstigen zwischen beiden Herrschern „schwebenden Fragen" zu einer befriedigenden Lösung gebracht hat, konnte man sich über Assir nicht einigen und hat daher die Erledigung dieser heiklen Angelegenheit auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, allerdings mit dem Zusatz, daß sie in freundschaftlicher Form erfolgen müsse. Es ist fraglich, ob einer von beiden Teilen an die reibungslose Durchführbarkeit dieser letzten Bestimmung geglaubt hat.
Der Wiederausbruch der Kämpfe und ihre offensichtlich ernsthafte Natur hat auf die ganze arabische Welt stark beunruhigend gewirkt. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der arabischen Welt, das besonders in der Intelligenz in den letzten Jahren immer mehr an Boden gewonnen hat und immer deutlicher fühlbar geworden ist, wurde plötzlich zur Aktivität aufgerufen. Man fühlte sich für eine möglichst baldige, rasche und friedliche Beilegung dieses Streitfalles „im eigenen Hause" verantwortlich. Man empfand den Konflikt nicht etwa als einen Kampf zweier auswärtiger Mächte, sondern als einen inneren Z w i st, der die nach außen hin notwendige Geschlossenheit zerstörte oder mindestens gefährdete. Trotz aller politischen Grenzen, trotz der staatlichen Zerstückelung und der Verschiedenheit der Beziehungen zu Europa bilden die arabischen Staaten heute' eben doch eine Welt für sich, in der das Gefühl einer inneren Gemeinsamkeit, ja sogar einer langsam wachsenden gemeinsamen Front st ellung gegenüber Europa spürbar ist.
Von allen Seiten setzten die Vermittlungsversuche
... London noch nicht eingegangen. Es wird aber dem Bericht volle Glaubwürdigkeit beigemessen. Tausende oon Jemeniten fliehen vor dem unaufhaltsamen Vormarsch der Truppen Ibn Sauds, die bereits die Hafen st a d t Hodeida erobert haben sollen. Auf der Insel KamaraM im Roten Meer stehen die oon Aden eingetroffenen acht englischen Kriegsflugzeuge bereit, um das britische Kanonenboot „Penzance" im Notfall zu unterstützen. In Hodeida, das 33 000 Einwohner zählt, befindet sich englisches Eigentum sowie eine große Anzahl englischer Staats-
Oer Anlaß.
Von unserem v. H.-Verichierstaiier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Kairo, April 1934.
Trotz des soeben auf einer Konferenz in Abha abgeschlossenen zwanzigjährigen Freundschaftsvertrages ist es nun doch zu kriegerischen Auseinander- etzungen zwischen dem Wahabitenkönig Ibn Saud von Hedschas und dem Imam I a cf) j a von Jemen gekommen. Der Streitfall ist diesmal gerade wegen dieses Freundschaftsoertrages um so ernsterer Natur, als jeder seinen Gegner der Verräterei und des böswilligen Vertragsbruches bezichtigt. Die Meldungen aus dem Hedschas besagen, daß der Imam Beduinenstämme an der übrigens noch keineswegs festliegenden Grenze zum Einfall in das Gebiet des Königs Ibn Saud gerade während der Vertragsoerhandlungen in Abha zu bewegen verstanden hat und daß sich der König daraufhin gezwungen gesehen habe, mit bewaffneter Macht die Eindringlinge wieder über die Grenze zu jagen. Der Imam bestritt diese Darstellung und betonte seine feste Absicht, Frieden zu halten. Wer nun tatsächlich die Schuld daran trägt und wer tatsächlich den Streit wieder vom Zaun gebrochen hat, läßt sich vorerst schwer ermitteln.
Das eigentliche Streitobjekt zwischen den beiden arabischen Herrschern, der Gegenstand der
Warm doch Muttertag?
In den öffentlichen Diskussionen über unsere Bevölkerungspolitik, insbesondere über die Fragen des Geburtenrückganges, spielen wirtschaftliche ® e ö a n f e n g ä n g e eine ungebührlich große Rolle. Zwar kann man die Behauptung, der Geburtenrückgang habe seine Hauptursache in Wirt- chaftsnot, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit, spielend leicht widerlegen, denn nach dieser Theorie müßten alle reichen Länder kinderreich, alle armen Länder kinderarm sein. Die Beispiele Frankreichs jtnb Schwedens, wo überdurchschnittlich hoher Volkswohlstand herrscht, würden das ebenso widerlegen wie ein Blick auf unsere östlichen Nachbarn, die i'rotz zum Teil drückender Armut weitester Volks-
Eine europäische Kolonialmacht hinter den Kulissen?
Englische Vermutungen.
Bruderkrieg in Arabien.
fernen und Hedschas im Kampf um Assir. — Wer ist der Drahtzieher?
kreise erheblich höhere Geburtenüberschüsse haben, ganz zu schweigen oon den ostasiatischen Ländern. Auch die Tatsache, daß der Geburtenrückgang in Deutschland einsetzte in Zeiten höchster wirtschaftlicher Blüte und gerade in den wohlhabendsten Kreisen, widerlegt die These von der Wirtschaftsnot cals auslösendem Moment der Geburtenbeschränkung. Selbst für unsere jetzige Krisenzeit ist es bezeichnend, daß die höchsten Prozente der Kinder- crmen, Kinderlosen und Unverheirateten bei denen zu suchen sind, bei denen oon Wirtschastsnot und «drückender Finanzlage nicht gerade geredet werden Sann.
Wenn man den Verfechtern der Theorie oon der wirtschaftlichen Begründung unserer Kinderlosigkeit die Tatsache vorhält, daß unser Geburtenrückgang am meisten Schuld ist an unserer Arbeitslosigkeit, so trifft man aus f fassungsloses Unverständnis. Aber auch der im rem . materiellen Denken Erzogene wird folgender Rech- , rtung zustimmen müssen: In der Vorkriegszeit , hatte Deutschland zwei Millionen Geburten jährlich, in der Nachkriegszeit eine Million und darunter. , Jährlich sind also eine Million Menschen , m i d) t geboren worden. Ich der Summe der Jahre ergibt sich also eine vielfältige Mil- kionenzahl fehlender Konsumenten. : Denn alle diese Säuglinge und Kleinkinder, alle diese Schulkinder und Heranwachsenden Jugendlichen wären in den Produktionsprozeß noch nicht einge- { chattet. Hunderttausende, ja Millionen von deut- chen Volksgenossen könnten für sie Windeln, Hemden, Kleider und Stiefel machen, deutsche Bauern müßten für sie Milch, Eier, Brot, Kartoffeln und «Gemüse liefern, deutsche Lehrer und Erzieher, Buchdrucker, Buchbinder, Buchhändler und sonstige geistige Arbeiter dürften für sie schaffen und wirken.
Diese wirtschaftlichen Fragen mußten zur Klärung vorangestellt werden, wenn man auf die tbeellen Gedanken der Bevölkerungspolitik em- qehen will. Eine fundamentale Grundlage unserer Bevölkerungspolitik, wie wir sie aus einer inneren Wandlung und aus einer seelischen Umgestaltung Des deutschen Menschen der Zukunft erhoffen, ist Die Achtung und die Ehrung der Mutter fchaft. Zu dem Zeitpunkt, zu dem im deutschen Volke die Mutter, und insbesondere die kinderreiche Mutter in der erbgesunden Familie, in der Volksgemeinschaft wieder den hoch überragenden Platz «nnimmt, den sie einst zu Zetten unserer Großeltern hatte, ist der größte Sieg in dem Kampf gegen den Geburtenrückgang errungen. Mutter und Kind find das Unterp and für die Unsterblichkeit eines Volkes! Dieses Motto hat Dr. Goebbels dem Hilfswerk „Mutter und Kind" auf Den Weg gegeben.
Der Muttertag ist eine feit langen Jahren eingeführte Einrichtung, die bisher gewifjermaßen privatim von einer Anzahl karitativer Verbände und mit lebhafter Unterstützung besternter Wirt- schaftskreife durchgeführt wurde- Man. hat eine reitlang geschwankt, ob man diese Einrichtung aufrecht erhalten solle, ob es lohne, neuen Wem in alte Schläuche zu gießen. Und man hat es doch getan. Nicht nur, weil ohne Mitwirkung von Staat unb «Partei ber längst in allen Kalenbern gewstser. maßen als Volksfeiertag emgefuhrte Muttertag schon vermerkt steht und weil viele ihn auch ohne behördliche Förderung und mithin ohne neue Sinngebung gefeiert hätten. Es wäre ja sinnlos, wenn iim nationalsozialistischen Staat, der der.Mutter wieder den ihr gebührenden Ehrenplatz in Bott mnb Familie zuweist, dieser bereits fest verankerte
zwischen Medid unb Hodeida erobert. (Die Ent- ernung zwischen beiden Städten beträgt ungefähr 170 Kilometer.) Der Imam des fernen hat die Räumung von Hodeida befohlen. Der leichte britische Kreuzer „Penzance und ber britische Dampfer „Ayamonte" (845 Tonnen) befördern Flüchtlinge nach der Insel Kamaran. Die Truppen vom fernen sollen infolge Mangels an Solb und Material zu denWahabiten übergehen. Ein hervorragender Führer der Pementruppen, Ibn Haig, soll getötet worben sein. Die Wahabiten sinb mit Panzerwagen und Funkapparaten ausgerüstet.
Nach Melbungen aus Djedah ist ber Fall von Hodeida jeden Augenblick zu erwarten. Dagegen sollen bei Sabe (ungefähr 120 Kilometer östlich von Medid unb 160 Kilometer nörblich von Sana) heftige Kämpfe im Gange sein, nachdem bort erhebliche
inUcKvILvl ZllKtlUvl sss
von einzelnen Nummern Stellen- , Vereins- , gern em«
WZ General-Anzeiger für Gberheffen WZZ
richten. Anzeiger Bietzen Vereins- u.Tageskalenber
5ranttu?/?m Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche UniverfilatsVuch- und Steindruckerei V. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 im Textteil 12 Rpf. je mm
NS.-D olks Wohlfahrt versinnbildlichten Volksgemeinschaft des nationalsozialistischen Deutschlands gehören.
Dr. Goebbels
dankt den Helfern vom 4. Mai.
Berlin, 3. Mai. (DNB.) Reichsminister Dk. Goebbels hatte die Vertreter aller an der Dor« bereitung ber Maifeiern in Berlin beteiligten Stellen in bas Reichsministerium für Volksaufklärung unb Propaganba geloben, um ihnen ben besonderen Dank d e s Führers und der Reichsregierung für ihre Arbeit auszudrücken. Dr. Goebbels führte u. a. aus: Ich will davon absehen, einzelne Gruppen oder Be-
OlF
"dH irnA
ßereida o WAHABITEN oMekka |
lodeida
jSana
= O7.EAN
MW
i WM


