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Der Tag -er Trauer in Gießen

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Die deutschen Frontkämpfer sind stolz und be-

nramicye ^rontkampser-Kapelle Milwaukee Ameri- glückt, daß endlich ihre eindring icke Friebensnmb. can em und wird nun eine Konzert-Tournee durch nunq gehört mu4e unb m Htw

ieutfälanb durchführen. Dem Besuch der amerika-Ider Empfang der amerikanischen ^Frontkämpfer in nn&o9»°htfClmpfer Eommt eine große außen- Deutschland überall dort, wo sie hin kommen noch politische Bedeutung zu. DieAmerican-Legwn" ist herzlicher sein wird, als ihr Abschied in Amerika!

sind nur wenige ihm es lebte eine Ahnunc

Fahnen und Matrosenräten, deren Sendlinge all­abendlich in den Quartieren herumsaßen, das neue Reich verhießen und die Auflösung predigten. Und dann folgten die schlimmen Tage vor Weihnachten 1918, als das Bataillon in den Dörfern des Spes­sart herumlag und auf den Abtransport wartete: an jedem Morgen wurde das Verschwinden von einigen Fahrern oder Kanonieren gemeldet, so daß nicht mehr abzusehen war, wie Fahrzeuge und Pferde in die Garnison gebracht werden sollten; hinter dem neuen Evangelium schien die Gestalt des Führers zu verblassen.

Pfarrer Bechtolsheimer hielt die Predigt: Der Tag des Kriegsausbruches vor 20 Jahren sei schwer und schicksalhaft über das deutsche Volk her­eingebrochen. Auch damals, an jenem ereignisreichen Sonntag, sei das Lied gesungen worden:Ein feste Burg", das Lied, das nicht nur ein religiöses, svn-

Äm 31. Juli 1934 traf in Bremerhaven die ame­rikanische Frontkämpfer-Kapelle Milwaukee Ameri-

Gießener Reichswehrkapelle und Mlwaukee American Legion Vand konzertieren gemeinsam

aufrufen zu heiliger Verpflichtung für das Kom­mende. Das Schicksal unseres deutschen Volkes ent­scheidet sich in seinem Verhältnis zu seinem Gott.

Feierlich klingt als die Antwort und das ein­mütigeJa" zu den Worten des Predigers das Be­kenntnislied unseres Dr. Martin Luther auf, indem es den Hauptgedanken der Feierstunde noch einmal aufgreift und zugleich zu einem Höhepunkt führt.

In stillem Gebet gedachte die Gemeinde unter Glockengeläute der gefallenen Brüder und des Heim­gegangenen Reichspräsidenten.

Zwei Sologesänge von Frl. Elisabeth Weeg bereicherten die Feier. Gebet und Segen schlossen die erhebende Gedenkstunde.

Zn der ZohanneSkirche.

Aus Anlaß des 20. Jahrestages des Kriegsaus­bruchs und gleichzeitig aus Anlaß des Todes unse­res allverehrten greifen Reichspräsidenten von Hindenburg fand auch in der Johanneskirche ein Gedenk- und Trauergottesdienst statt, der einen eindrucksvollen Verlauf nahm. Die Kirche war nahezu bis auf den letzten Platz besetzt. Der feier­liche Charakter der Stunde wurde erhöht durch die Teilnahme der Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine einschließlich des National­sozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahl­helm), deren Vereine mit ihren Fahnen erschienen waren. Auch die Mitglieder der Freiwilligen Sani­tätskolonne nahmen geschlossen in Uniform teil. Ker­zenschimmer umfloß die Fahnen. Weihevolle Stim­mung herrschte im Raum. Nachdem das volle Ge­läute der Glocken verklungen war, leitete ein großes ernstes Orgelvorspiel den Gottesdienst ein. Gemeinsam wurde dann das LiedEin feste Burg ist unser Gott" gesungen.

Male von Angesicht zu Angesicht sehen, denn im »luge gleiten noch einmal die Kriegsjahre vorüber, sie standen alle im Zeichen seiner Persönlichkeit, alle waren sie von seinem Geiste erfüllt. Er stand immer fest auf der Erde, und war doch immer von bem Gedanken erfüllt, dem Ganzen zu dienen, eine Vereinigung von ruhiger Tatkraft und großer Idee.

Weser, selbstsüchtigen Zeit bas Symbol der Ent­sagung, der Führer, der niemals etwas für sich gefordert hatte.

Hindenburg hat die denkbar ungünstigsten Vor­bedingungen vor^efunden, als er den Feldherrnstab iqi7 ' UÄrßS als sei die Lage vom August 1914 vorbestlmmend für sein weiteres Leben ge­worden: er wurde immer berufen, wenn die taktische und strategische Situation gefährlich und verwor­ren war, immer war er ausersehen, eine Wende herbeizufuhren. Von den Millionen seiner Soldaten sind nur wenige ihm von Angesicht begegnet, aber es lebte eine Ahnung in allen, daß es seine Be- stlmmung war in die Bresche zu springen. Daß er sich dieser Aufgabe niemals entzog, daß er zur dienenden Bemühung um das Ganze immer bereit mar Er war während dieser Jahre gewachsen, wie selten ein Mensch zu seinen Lebzeiten, er war Nnho * »^worden, Sinnbild der unerschütterlichen Ruhe, der lauteren Selbstlosigkeit, der Stete, der Unw°nd°lb-rk°it So hat er damals in den Herzen nTS; -

Oft glaubensstarken Worten legte Pfarrer Becker Zeugnis ab von dem Denken und Fühlen in dieser schicksalsschweren Stunde. Unser Blick wurde zu- ruckgelenkt auf den Beginn jenes großen Ringens Des deutschen Volkes gegen eine Welt von Feinden. Wie gar manchmal erklang da in diesen schi D^ten^ spontan angestimmt, das trutzige Luther-

Nach einem geistlichen Lied, nach Vaterunser und Gebet, verharrten die Teilnehmer der Feier fünf Minuten lang im Gedenken an den verstorbenen Herrn Reichspräsidenten und an die Gefallenen . . , ..bes Weltkrieges. Vom Turme läuteten während-

dem auch em Kampflied fei. Der Jubel und die dem die Glocken. Der geistliche Segen beschloß die Begeisterung der ausziehenden Truppen und der, Feierstunde.

Oer Soldat des großen Krieges.

Ein Mann, der als einer der ersten das mit teib und Seele durchgekämpfte Erlebnis des Krie. ges zur Dichtung gestaltet hat: Hans Henning Frei- n m Vt?e ^iIborMu Beginn des Augustheftes von Velhagen & Klasings Monatshef- den Soldaten von 1914, wie er sich in den Materialschlachten der Folgezeit seltsam, unheimlich geändert hat.Ein neuer Mensch war über Nacht erwachsen, er schritt nicht auf Kothurnen daher, be- saß auch kein schimmerndes Gewand, sondern war vielmehr anzusehen wie ein Höhlenbewohner der in Dreck und Schlamm gekleidet. Wenn sich ber Feuerzone ber Schlachten J$nurte er vorsichtig voran wie ber Fuchs, der die Beute wittert, alle Wege, Straßen, Walder der einsame Baum, ber mit bem zerschossenen Stumpf wie m Anklage zum Himmel emporblickte, alles, alles hatte für ihn geheimnisvolle Bebeutung, bie ^Önung ihm vermit- teile. Ob biefer Mensch aus Stabt ober Lanb tammte, ber erjtere später, ber anbere früher unb bnbr olie gemeinsam roieber sehr nahe dem göttlichen Ursprung, ber Mutter Erbe, ber Natur TLSinnen schritt er jetzt durch die Hölle nho,^6110 Warum er, ohne daß Befehl

oder sicheres Wissen es ihn geheißen hätte, gerade eindlickon c ' crz Der genau so von

einbhdjen Granaten aufgewühlt war wie ber an- nnhe,ft*r -TAba3Ur Marschzeit verkürzte er einmal Rechenschaft barüber, unb eben jefet heulte es an, Salven von feindlichen Lagen dreier unb l-ichier Kaliber: sie suchten den am unb steten alles auf ihm, was dort sich befinden mochte, Zufall? Nur dann, wenn ÄJ0?' ba& Bogel ihr Nest, das wohl- Ä^e, plotzllch m Eile verlassen, und bald danach chlagt der Blitz m den Baurn, ber bas wohnliche 1916abU 1Q1R ®nfe-r neue Mensch, ber Soldat von oho 91£' lft ,ener moderne Typus des kärnp- enden Menschen geworden, ber ber Allgewalt ber aIJ fte schon alles Menschliche triurnphie- rend zuschanden zu machen bestimmt schien, wieder als Herr entgegentrat. Er kennt nur eine Gemein- x u r ^«Lbas Schicksal Deutschlands bis auf den heutigen Tag bestimmt."

bas Bekenntnis: Gottes Güte und Barmherzigkeit ist alle Morgen neu.

3n diese Gedenkstunde hinein fällt Wehmut, nicht nur im Gedenken der vielen gefallenen Brüder, die draußen ihr Leben zum Opfer gaben, Wehmut durch bis Nachricht von der Abberufung unseres Reichspräsidenten zur großen Armee. Seine Gestalt hat für uns fast mythische Größe angenommen. 4ber auch in diesem Augenblick danken wir Gott, daß er seine Güte und Barmherzigkeit in diesem Menschen uns geschenkt hat. Wir bekennen uns zu Dem Gott, der uns draußen während der Kriegszeit geführt hat, wir bekennen uns zu dem Gott, der uns durch die furchtbare Nachkriegszeit hindurchqe- leitet hat und der uns den Führer geschenkt hat.

Das einfache fchlichte Gottvertrauen ist es, bas unser greiser Feldmarschall verkörperte. Er wie auch der Führer des neuen Reiches, wußten immer bas eine: über aller Sinnlosigkeit dieses Menschen­lebens liegt ein göttlicher Sinn. In aller Ver­worrenheit ber Menschenwege liegt ein Gotteswal- kl-ar zu Tage. Gott vertraute er sich unb bas Schicksal seines Volkes an. Aus ber großen Zeit grüßt uns bas Wissen um Gottes Führung, -auch mitten in ber Sinnlosigkeit menschlichen Lebens und Sterbens und Verderbens. Wir wissen, bas Ster­ben unserer Brüder war Saat für die Zukunft Saat, an deren Ernte wir nach dem Willen unseres Gottes mitarbeiten sollen. Wir können alles bange FragenWozu? Warum?" nicht besser beantwor­ten, als wie es uns Walter Flex kündet als bie Antwort über bem großen Sterben:

Ein Führer, der nichts von Fieber und Ungeduld wußte, der die Entwicklung abwarten konnte ob­wohl ihm nur wenige Tage zur Verfügung standen, obwohl er an Zahl der Truppen bem Gegner weit unterlegen war. Er hatte wohl den Vorteil'der inne­ren Stellung, aber er wußte auch, daß sich dieser Vorteil jeden Augenblick in Nachteil verkehren und ihm zur Todesfälle werden konnte, und gleichwohl Durste er nicht eher ausholen, als bis ihm Sam­sonows Armee griffgerecht gegenüberstand. In die­sen bedrängten Tagen bewährte Hindenburg Du menschlichen Eigenschaften des wahren Führers: die tiefe Ruhe, die Zuversicht, die Unerfchütterlich- feit, die immer von feiner Gestalt ausgegangen und. Als die Ostpreußen eine Woche später fein m den Zeitungen sahen, das Bild dieses ganz unbekannten Paul von Beneckendorff und Hinden- burg, hatte die Geschichte die Frage: wer ist das? schon beantwortet: ber Sieger von Tannenberg!

Winter 1918.

eine ausgesprochene amerikanische Frontkämpfer- Vereinigung. Die Mitglieber ber Milwaukee Ameri- can Legion Band sind fast durchweg deutschen Stammes und haben zum Teil sogar der amerika­nischen Besatzungsarmee im Rheinland angehört. Die 65 Mann starke Kapelle ist wohl überhaupt zur Zeit die beste amerikanische Kapelle und wurde bereits in Amerika viermal mit den höchsten Prei­sen ausgezeichnet.

Es ist bekannt, daß diese amerikanischen Front- kämpfer mit großer Begeisterung an der Heimat ihrer Vater hangen und sich freuen, die während der Besatzungszeit angeknüpften Beziehungen mit Deutschland wieder auffrischen zu können. Sie haben den eindringlichen Ruf unseres Reichs- mtntfiers Rudolf Heß gehört und in sich aufge­nommen. Jetzt wollen sie über die Köpfe vieler mißgünstiger Politiker vieler Staaten hinweg ge- rade als amerikanische Frontkämpfer mit dem Volk eine friedliche Verständigung finden, gegen bas sie früher als Gegner gestanben haben.

Welch ungeheure Begeisterung der Entschluß die- ser Kapelle in Amerika auslöste, geht daraus her* vor, daß ihr mehr als 50 000 Amerikaner nach ihrem letzten Konzert auf der Weltausstellung in Chikago bei ihrer Abreise das Geleit zur Bahn gaben. 7

gezogen. An deren Stelle sind Einreichsmarkstücke aus Nickel geprägt in den Verkehr gebracht. Diese neuen Nickelstücke sowie auch die im Zahlungsver­kehr befindlichen 50-Psennig-Stücke bestehen aus «iner Nickel-Legierung und ziehen magnetisch an. Don diesen neuen Nickel-Markstücken ist im Zah­lungsverkehr eine Fälschung festgestellt worden. Die Fälschung sieht dem echten Stück wohl ähnlich, ist aber nicht magnetisch, da die Stücke aus einer Zinn- Legierung bestehen. Es fehlt ihnen auch auf dem Rande die bet den echten Stücken eingeprägten Randzeichen (Arabesken), außerdem greifen sie sich fettig an und haben ein poröses, etwas gelblich schimmerndes Aussehen. Beim Aufwerfen klingen sie dumpf. Sie tragen das Prägezeichen D/1934. Bei den falschen Zweimarkstücken, auf die bereits mehrfach hingewiesen worden ist, handelt es sich gleichfalls um Gußstücke aus einer Weichmetall- Legierung. Durch ihren schlechten dumpfen Klang sind sie den echten Stücken gegenüber leicht erkenn­bar. Sie greifen sich ebenfalls fettig an und haben vielfach ein graues schmutziges Aussehen.

Bei den falschen Zweimarkstücken gibt es auch Fälschungen, deren Kern aus einer Messingplatte besteht und versilbert ist. Der Klang dieser Falschstücke ist ein höherer, ein sogenannter Messing­klang, die echten Stücke haben dagegen einen Silber­klang. Die Versilberung dieser Falschstücke greift sich in der Regel sehr schnell ab, und sie haben dann < eine durchschimmernde gelbliche Farbe. Bei Fest-

Bevölkerung fei nicht das alleinige Kennzeichen des Kriegsausbruches gewesen, sondern vielmehr noch der Abschiedsschmerz hinter Tür und Tor, in ber Familie, in fast jeder Familie.

Der Jahrestag der Wiederkehr des Kriegsaus- bruches fei für uns ein Tag großen Ernstes, ein Tag, dessen Bedeutung vertieft werde durch die Kunde, daß des deutschen Volkes getreuer Eckart in Die Ewigkeit berufen worden fei.

1914 habe uns der Glaube an den Sieg erfüllt. Es fei anders gekommen. So, wie es Gott wollte! Immer schwerer sei in jenen ereignisreichen Kriegs« jähren der Strom gegen das deutsche Volk ange­braust, bis es den Boden unter den Füßen verlieren mußte. In die Familien seien die Hiobsposten des Todes ihrer Angehörigen gebrochen; das ganze deutsche Volk habe geblutet in Flandern, an ber Somme unb vor Verbun. Manche harte Prüfung habe uns bie Zeit nach bem Kriege gebracht, man­cher unserer Volksgenossen fei ber Veryweiflung anheimgefallen. Der Krieg unb alles Leib ber Nach­kriegszeit fei über uns gekommen, nach göttlichem Ratschluß; weil Gott wollte, baß wir ihm wieber begegneten, weil er wollte, baß wir uns wieber auf Volk unb Vaterlanb besännen.

Der Frontsolbat habe ritterlich gekämpft im Be- wußtsein bes Kampfes um bie Erhaltung ber Ehre, ber beutsche Offizier fei bem Kämpfer stets Vorbilb gewesen. Aller Kampf um Ehre unb Vater­lanb fei im Sinne bes Erlösers. So wie er in ber Stunbe seines tiefsten Leibes ben Glauben an feinen Gott unb Vater nicht verlor, fo bürsten wir nicht ben Glauben an Volk und Vaterland verlieren. In chwerer Zeit müßten wir unserem Vaterlande bie Treue halten, fo wie sie ber Führer Abolf Hitler als Vorbilb immer bem beutschen Volke gehalten habe unb stets halte. Dann werbe alles Leib über­wunden.

Königsberg 19 24.

Die Königsberger haben ihren Befreier erst fpä- ter gesehen als er auf einer ostpreußifchen Reise i>ie Stadt besuchte. Er ist in bie Loge bes Staats- tbcaters getreten, über der noch bas königliche Wappen schwebt, und alle erheben sich von ihren ^bst steht, groß auf feinen Säbel ge- S b.eren9e- Er ist in diesen Jahren I1? r?caI.te.rA °uch 'darin ein Sinnbild der Un- Rube^ der Unerschütterlichkeit und steten

bem iIe- beu Retter chrer Heimat zum ersten

Dreimal Hindenburg.

Von Peter Warmund.

August 1914.

Noch niemals hatte Ostpreußen das Gefühl der tiefen Vereinsamung so erlebt wie im August 1914, als sich langsamer als im europäischen Westen, rl -öo^ang oor dem ungeheuren Raum des öst- uchen Kriegsschauplatzes erhob; die heißen Sommer­tage waren von harten und unerträglichen Span­nungen erfüllt... b J p

We"n der große Ansturm ber Russen auch zu- nachst unterblieben war, so wußten bie Ostpreußen ihr^rm? ÖCn 9fro?£ti9ften Truppenbewegungen an ihrer Grenze die schon vor den Kriegserklärungen begonnen hatten, sie hatten sehr klare Vorstellun- Ottihprff00 h' xaLbS ^en bestimmt waren, jeden Widerstanb durch die Massen ihrer Millionenheere S h16 Königsberger mußten erleben, daß

tiert murh n rl5 mU5 bcn Kasernen abtranspor- nowi ?U bxnk b>?$ Flinte und Bürger die Stadt verließen, daß die Festung jetzt jetzt erst mit mürbe moberner Befestigungen umgeben SJShf'r?*« iman ? mit einer Belagerung ber Stabt rechnete, und das bedeutete, daß die Vro- vmz vom Feinde überschwemmt wurde vielleicht oUt^äBnr11^^^06 ?stpr°ußen russisch werden sollte. War es schon so wert? Sollte in diesem Sommer ein neuer Abschnitt in der Geschichte Ost­deutschlands beginnen? Man hörte von den fabel­haften Siegen im Westen, von den grandiosen ShoFhh-rh ber xCUen Zweiundvierziger-Geschütze, faf) Abbilchingen der zerstörten Forts von Namur h(frr7" ober 'n Königsberg vernahm man in Diesen stillen Nachten den Kanonendonner der von der nahen Deime herüberkam: man sah in den Straßen die Wagenzüge der Flüchtlinge, die sich ouf den Platzen zu ganzen Wagenburgen flauten erlebte Bilder der Verzweiflung und tiefer Hoff­nungslosigkeit, horte, daß alle landeinwärts füh- renden Straßen von Flüchtigen bedeckt waren, daß bie Vertriebenen vor bem Schrecken ber Kosaken- horben in breiter Welle westwärts zurückfluteten unb bie Verwunbeten berichteten von bem Riesen- aufmarsch ber Russen, ber sich in ber Mitte bes August m ber ganzen Breite ber östlichen Grenze vollzogen hatte. Dazu bie Nachricht, baß bie Züge nach Berlin für bie Personenbeförberung gesperrt feien hatten bie Russen bie Stadt schön von Süden her umschlossen, war Königsberg schon eine umzingelte Festung?

So wenig wie die Welt ahnte Ostpreußen in Marienburg, daß am Sonntag, 23. August 1914 em unbekannter General über den Karten saß und km Geiste bie Befreiungsschlacht für ben beutschen Osten schlug, bie größte Vernichtungsschlacht, bie bie Kriegsgeschichte bis auf biefen Tag gesehen hat '

stellung solcher Falschstücke ist die nächste Polizei­dienststelle zu benachrichtigen. Entsprechende Mit­teilungen werden auf Wunsch auch vertraulich be­handelt.

Aus parteiamtlichen Bekanntmachungen

Die Berufsgemeinschaft der Techniker in der Deutschen Angestelltenschaft teilt mit, daß der für Samstag, 4. August vorgesehene Kamerad­schafts- und Heimatabend auf der Burg Staufenberg bis auf weiteres verschoben wird.

Bornotizen.

Tage skatender für Freitag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Einmal eine große Dame sein!" VHC.: 20.30 Uhr, Monatsoersammlung.

*

** Probealarm ber Feuersirenen. Am morgigen Samstag, 15 Uhr, werben probeweise bie Feueralarmsirenen in Betrieb gesetzt. Zur Beun­ruhigung liegt kein Anlaß vor.

** Fahrrabmarber bei ber Arbeit. In ber Nacht zum Mittwoch würbe aus ber Waschküche im $aufe Bückingstraß 5 ein Fahrrad gestohlen. Beschreibung des Rades: Ballonreifen grau, schwar­zer Rahmen, schwarze Felgen, schwarzer Kindersat­tel an der Querstange, Boschlampe mit Bosch- ömamo, Marke Goldberg, Fabriknummer BGC. 50106. Sachdienliche Mitteilungen erbittet bas Po­lizeiamt Gießen.

Damals, an einem biefer schneeburchwirbelten, feuchtkalten Wintertage ließ ber Kommandeur dieses Bataillons die Leute im Rechteck antreten und hielt eine kurze Ansprache, bie zunächst spöttisch angehört unb von Murren begleitet würbe, bis ber Name Hindenburg fiel, als der Hauptmann die einsame Gestalt bes Felbherrn ben Horben entgegenstellte bie jetzt als verkappte Matrosen burch bie Straß?n zogen. Als er an bie Pflichttreue erinnerte, bie Hmbenburg immer bewiesen habe, bie vorbilblich für ben letzten Solbaten fei; als er fragte: von welcher Seite sie bas Heil erwarteten, von der geschloffenen Persönlichkeit, von ber vollbrachten ßeiftung ober von ben Schreiern, ben sinnlosen ^°rten unb leeren Versprechungen? Damals fielen Ichon die Worte, die wir dem Sinne nach kürzlich wieder im Reichstag hörten:Deutschland wird untergehen, wenn wir das Gefühl für die gefchicht- uch gewordenen Verdienste der großen Persönlichkeit verlieren." Dieses Wort stand so ergreifend in Diesem schneedurchwirbelten Vormittag, daß kein Widerspruch mehr laut wurde; es blieb während Der nächsten Mocken so stark in den Köpfen wirk­sam, daß kein Fall von Fahnenflucht mehr gemeldet wurde. Nur eine kleine Episode aus ben schweren Tagen bes Rückzugs, über besten Straßen noch ein­mal bie Gestalt Hinbenburgs erschien, ber wieber bas Jdjmerfte übernommen hatte, ein Symbol der Pflichterfüllung, ber Treue unb Selbstüberwinbuna, eine Gewähr aller Tugenben, burch bie Deut chland roieber erstarken konnte.

war auch ein Artilleriebataillon, bas in lan- nnch h»rrU<? Cn Marscken von ber Verbun-Front nad) ber Heimat marschierte, burch bas feinblirh- ?anSck^/ h^Ä"' T bie Bewohner plötzlich belgische unb amerikanische Fahnen an L^er.gesteckt hatten unb höhnisch ben R^ 3ug ber Fembe beobachteten; bann kam Lurem- burg mo die Bewohner in den Quartieren von b7n fI^CIlöen Etappenmassen erzählten, den joh" lenden Scharen, Die auf Lastkraftwagen mit roten Mnen durch die Städte gerast roaren, wo man ben stillen und geordneten Rückzug der Frontsoldaten wunderte, über dem die Gestalt Hindenburgs wachte in allem chaotischen Verfall ein Sinnbild des Zusammenhalts und ber Treue unb bann kam Deutschlanb mit roten

"Wir sanken hin für Deutschlands Glanz, blüh, Deutschland, uns als Totenkranz! Blüh, Deutschland, überm Grabe mein, jung, stark und schön als Heldenhain!" Was war es, das diese Männer so stark gemacht hat, was war die Quelle jener Kraft, die da offen­bar wurde? Sie wußten: Wir sind alle miteinander verbunden mit der großen Kraftquelle, mit dem gütigen Walten unseres Vaterlandes im Himmel.

21 ber, fo führte Pfarrer Becker weiter aus, sol­ches Gedenken ist ein Angefprochenfein im Schauen auf die Zukunft. Wir find aufgerufen, Mann für Mann, in heiliger Gemeinschaft zu stehen. Und wir

Am kommenden Montag, 6. August, wird, ver­anstaltet von ber Reichsmusikerschaft Berlin (Kon­zertabteilung), auf bem Festhallengelänbe zu Frank­furt a. M., im Freien ober in ber Halle, ein großes Konzert ftattfinben. An ber Ausführung biefes Konzertes rft auch bas Musikkorps bes I. Hessischen Grenabier-Bataillons 15. Infanterie-Regiment Gie­ßen unter ber Leitung von Obermusikmeister Ernst K r a u ß e beteiligt. Die große Veranstaltung finbet aus Anlaß ber Reichstagung bes NSLB. statt unb stellt ein Doppelkonzert bar. Die Gießener Reichs­wehrkapelle wirb gemeinsam mit ber Milwaukee Arnerican Legion Banb musizieren. Das Musikkorps unseres hiesigen Bataillons wirb burch bieses Konzert ben guten Ruf, ben es in unserer Heimat genießt, auf unser ganzes Vaterlanb ver­breiten können, benn von bem Konzert, bas ein großes Erlebnis zu werben verspricht, werben alle Zuhörer, bie zur Tagung bes NSLB. aus dem ganzen Reiche kommen, gerne erzählen.

Das Orchester amerikanischer Front­soldaten in Deutschland.

Zu dem Gastspiel ber Milwaukee American Legion Banb in Deutschlanb unb bem Auftreten dieses Orchesters in Frankfurt erhalten wir folgende näheren Informationen:

Die Kunde vom Tode unseres allverehrten Herrn Reichspräsidenten hat auch in unserer Stadt ihr würdiges Echo gefunden. Bald nach dem Bekannt­werden des Todes des Reichspräsidenten von Hin­denburg wurden an den Häusern unserer Stadt sofort die Flaggen auf Halbmast gehißt unb viele Flaggen außerbem mit einem Trauerflor ver­sehen. Bereits um bie Mittagsstunbe waren fast alle Häuser beflaggt. Allenthalben verbreitete sich eine ernste Stimmung, benn wenn auch bie Nach­richt vom Tobe bes Reichspräsibenten erwartet wer­den mußte, so war sie bvch nicht weniger schmerz­lich. Viele Volksgenossen legten zum äußeren Zeichen der Anteilnahme Trauerflor an. Zur Mittagsstunbe läuteten bie Glocken unserer Kirchen eine Viertel- ftunbe lang.

Am Abenb fanden sowohl in ber Stabtkirche, wie auch in ber Johanniskirche (Bebenffeiern zum Tage ber 20. Wiederkehr bes Tages bes Kriegsaus­bruches unb gleichzeitig auch Trauerfeiern aus An­laß des Todes bes Herrn Reichspräsibenten statt. Zu Beginn ber (Bottesbienfte läuteten bie Glocken ebenfalls längere Zeit. In vielen Familien wurde die Trauer um den Verstorbenen dadurch zum Aus­druck gebracht, daß die Bilder des Herrn Reichs­präsidenten mit Kränzen und Trauerfloren um­geben wurden.

Nachstehend fei über den Verlauf der Feiern in den beiden Kirchen berichtet.

Oie Feier in der Eiadtkirche.

Das große Geschehen, das vor 20 Jahren feinen Anfang nahm, und der Heimgang unseres ehrwür- Digen Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg standen im Mittelpunkt der Feier. Es war ein Bekenntnis unserer evangelischen Gemeinde zu chrem Gott und zu ihrem Vaterland.