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Kleine Strafkammer Gießen.

Deutschland!

Oberhessen

Nachdruck verboten!

5. Fortsetzung.

daheim jemand. Habe ich

gnädige Frau! Mich er- Sie mit! Es wird sehr

Führer und Volk dieser ungeheuren mutz getragen werden bis in die letzte deuticye Schule und damit bis zum letzten deutschen Kind. Es werden sprechen:

k. Sch. in R. Daß sich Ihr Nachbar in sein Fenster legt und daß er sämtliche Fenster nach Ihrer Seite hin öffnet, können Sie nicht hindern. Gegen Belästigungen, Beleidigungen und Be- schimpfungen können Sie natürlich vorgehen. Es empfiehlt sich, den Beleidiger zunächst unter wört­licher Anführung des Vorgefallenen zur Rück­nahme der Beleidigung aufzufordern oder ihn zu verwarnen. Führt dies zu keinem Erfolg, so können Sie die notwendigen Beweismittel (Zeugen usw). vorausgesetzt Privatklage erheben. Ver­breitet der Nachbar der Wahrheit zuwider Be­hauptungen, die geeignet sind, Sie in Ihrem Er­werb zu schädigen, so können Sie auch Schadens­ersatz verlangen und einklagen.

Stimme:

-Mer ist da?" ...

Ah, lieber Minkert! Guten Abend! Hier ist Nora Nordström, die Schwester des gnädigen Herrn!"

recht, Herr Doktor?" Ja! Sie haben recht, wartet niemand."

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

K.G. in L. Nach der hessischen Verordnung zum Schutze des Waldes vom 20. Juni 1934 bedürfen Sie zum Zelten am Walde die Genehmigung der Forstpolizeibehörde. Im Reichsjagdgesetz steht dar-

Erzieher!

Unter diesem Zeichen steht die große 3. Re i ch s- taqung des NSLB. in Frankfurt a. M. vom 3. bis 5. Ernting 1934. Rund 30 000 Erzieher treten in Reih und Glied an, um diesen Willen vor ~ '* gu dokumentieren. Der Geist

Willenskundgebung wird uyb die letzte deutsche

Oberarmbruch und mußte in die Chirurgische Klinik gebracht werden.

* Steinbach, 3. Aug. Die 14jährige Tochter des Monteurs Schütz von hier kam unglücklich zu Fall und mußte mit einer schweren Verlet­zung an einem Ellenbogen in die Chirur­gische Klinik eingeliefert werden.

Kreis Lauterbach.

* Stockhausen, 3. Aug. In einem Holz­schuppen des hiesigen Landwirts Heinrich Breu- n i n g brach heute nacht Feuer aus. Die Flammen fanden in den Holzvorräten reiche Nahrung, so daß der Schuppen bald lichterloh brannte. Die Feuer­wehr von Stockhausen vermochte jedoch bald das Feuer auf feinen Herd zu beschränken und zu löschen. Der entstandene Schaden beläuft sich auf etwa 2500 Mark. Die Ursache des Feuers ist noch nicht völlig geklärt.

Kreis Alsfeld.

# Ober-Ohmen, 2. Aug. Am Dienstag­abend fand im SaaleZur Krone" eine Ver- sammlung der NSBO. und der Deut-

Wirtschaft.

Der Reichsbankstatus Ultimo Juli.

Nur noch wenige Tage trennen uns von der Reichstagung des NS.-Lehrerbundes. Dom 3. bis 5 August werden nicht weniger als 30 000 Lehrer aus allen Gauen Deutschlands in Frankfurt a. M versammelt sein, um ein gewaltiges Bekenntnis zur deutschen Jugenderziehung im natlonalsoziaU- stischen Geiste abzulegen. Die Vorbereitungen für die große Tagung sind nunmehr abgeschlossen.

Mit der Frankfurter Reichstagung des NSLB. ist eine .

große Saarkundgebung unter Teilnahme der Saar-Lehrerschaft

verbunden. Die Kundgebung findet im Rahmen des Begrüßungsabends am Freitag statt. Als Redner find vorgesehen Gauleiter Staatsrat S t - mon. der Führer des Bundes der Saaroereme, Prof. Suchenwirth, der Führer des NSLB. in Oesterreich und Minister S ch e m m.

In einer großen Lehrmittelschau, bie eine Fläche von 1400 Quabratmeter bebeckt, zeigen rund 200 Firmen ihre für den Erzieher wichtigsten Er­zeugnisse. Besonders stark sind die Lehrbuch- und Zeitschriftenverlage vertreten. Eine Anzahl Firmen hat Schulmöbel ausgestellt. Auch die bedeutendsten optischen Firmin sind mit lehrreichen Ausstellungs­objekten vertreten.

Wir glauben an das ewige Deutschland!

Bekenntnis der 300 000 deutschen Erzieher im NSLB.

Don Lehrer Kräh, Darmstadt, Gaupropagandawart des NSLB.

Zeit des Vorjahres.

Festsetzungen von Devisennotie­rungen. Anläßlich des Hinscheidens des Herrn Reichspräsidenten fällt am 2. und 3. August die Börse in Berlin aus. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, finden, um der Wirtschaft trotzdem die Möglichkeit zur Erfüllung ihrer laufenden Ver­pflichtungen zu geben, an diesen beiden Tagen Devisennotierungen in der Reichsbank statt.

* Frankfurter Börse bis zum Wochen­ende geschlossen. Aus Anlaß des Ablebens des Herrn Reichspräsidenten bleiben zum Zeichen der Trauer die Börsenräume am Donnerstag, Freitag und Samstag für jeden Verkehr geschlossen.

* Reichsbeauftragter für die Rege­lung des Absatzes von Kartoffeln. Auf Grund der Verordnung des Reichsernährungsmim- sters über die Regelung des Absatzes von Kartof­feln vom 31. Juli 1934 werden die Befugnisse des Reichsnährstandes einem Reichsbeauftragten über­tragen. Zum Reichsbeauftragten ist Joh. Bütt­ner, Berlin, ernannt worden. Für bestimmte Ge­biete können Gebietsbeauftragte, für bestimmte Be­zirke Bezirksbeauftragte und für eine ober mehrere

Di- Sorge um bas Werben Deutfchlanbs, die Zukunft unseres Volkes, hat zu allen Zeiten die beiten unb wertvollsten Männer zu ernstem Han­deln an bie Front gefordert Der fanatische Glaube an ben hohen Eigenwert unb bie schicksalhafte Be­stimmung unseres Volkes war unb ist )a letzten Endes Lebensinhalt des wahren Erzieherda,eins! Der deutsche Erzieher des Dritten Reiches glaubt an das ewige Deutschland - denn er glaub an Deutschlands ewige Jugend, denMa, unseres Volkes".

Weaaefegt wie ein böser Spuk sinb alle jene Verfallserscheinungen, bie em entartetes System kolaerichtig ba erzeugte, wo man bie Seele eines Volkes am wirksamsten trifft, auf allen Gebieten des kulturellen Lebens.

Den Lehrer und Erzieher wieder zum freudig- bejahenden, verantwortlichen Träger des staat­lichen Erziehungs- und Kulturwillens gemacht zu haben, ist das Verdienst unseres großen Führers Adolf Hitler.

Marschrichtung und Ziel nationalsozialistischer Er­ziehung sind klar vorgezeichnet: Durch das Bekennt­nis zu Rasse, Wehr, Führertum und Religion zum körperlich und geistig gesunden Volksgenossen, der im Handeln ein edler Charakter, im Herzen ein fanatischer Deutscher ist. Unsere Parole heißt: Adolf Hitler, Deutschlands größter

Na das kann ja gut werden! Vielleicht fahre ich gleich nach Berlin. Aber heute bleibe ich doch wohl am besten hier. Das ist ja wirklich großartig. Ich komme aus Berlin hier an, und Bruder und Schwägerin haben sich inzwischen in Berlin häus- lich niedergelassen. Eine nette Ueberraschung. Also, Minkert, ich nehme Ihr freundliches Anerbieten an! Wir feiern hier noch ein bißchen Weihnachten.

Ja ich hole dann gleich noch den Weihnachts- bäum ins Wohnzimmer? Er steht noch in der Diele, wo die CeuQ beschert bekamen. Und meine Frau wird die Mine gleich auf den Trab bringen.

Großartig, Minkert! Nun machen Sie das Tot ganz auf, damit ich herein kann!"

Langsam fuhr der Wagen vor die Schloßrampe.

Na Herr Doktor? Nun lassen Sie mich doch nicht allein? Bitte, seien Sie mein Gast!"

Wenn die Dame des Hauses nicht anwesend ist? Ich weiß nicht so recht" , ..

Ich bin hier daheim. Und wenn meine Schwä­gerin nicht anwesend ist, dann bin ich hier die Hausfrau, das haben Sie ja wohl bereits genügend an unserem Hausgeist hier gemerkt?" Allerdings!" gab er zu.

Sehen Sie! Und nun kommen Sie mit! Es muh ein gemütlicher Abend werden. Ich will nicht um mein Weihnachten kommen."

' (Fortsetzung folgt.)

in dieses geheimnisvolle Blau gehüllt. Und aus all den verstreut liegenden kleinen Hausern diese helle Lichterpracht.

Am Walde drüben standen Rehe!

Ein ganzes Rudel.

Näher kamen sie heran. Dort in der Nahe waren die Futterkrippen, die die Schulkinder für das Wild unterhielten. Es mochten kleine, gütige Hande be­sonders reichlich gestreut haben.

Farnhorst schritt weiter. Immer weiter. Er kam an der breiten Fahrstraße an. Wollte umkehren. Blieb plötzlich stehen. .

Dort auf der Landstraße stand em Auto!

Hatten die Fahrer eine Panne? Oder fanden sie den Weg nicht? Hatten sie sich verfahren?

Plötzlich hörte er sich angerufen. Eine helle Frauenstimme war es!

Farnhorst schritt auf den Wagen zu.

Ein schöner, wertvoller, moderner Wagen war es. Und neben diesem Wagen stand eine Frau!

Hell be chien der Mond diese schlanke Frau.

Einen eleganten Ledermantel trug sie und eme weiße Kappe mit Riemen. Blondes Haar quoll unter dieser Kappe in die Stirn. fr . ...

Ich habe eine Panne unb komme allein nicht zurecht. Würden Sie die Güte haben, Mir ein biß. d,e"®efrn!en®eftatten: Doktor Farnhorst von den Steinbruchwerken drüben. Ich bin dort Betriebs- lelte<nora Nordstrom. Ich bin auf dem Wege zu dem Gut meines Bruders." Eine tiefe Verbeugung.

Der Oberhessische Provinzialfeuerwehr­tag verlegt.

= Bad-Nauheim, 2. Aug. Der für den 4. unb 5. August vorbereitete Oberhessische Feuerwehr- taq wirb aus Anlaß bes Ablebens bes Herrn Reichspräsidenten auf einen späteren Termin ver­legt. Voraussichtlich finbet bie Veranstaltung am18. unb 19. August statt, unb zwar in dem gleichen Rahmen, wie er für ben 4. unb 5. August ge­plant war. _

Landkreis (ließen.

<£ Reiskirchen, 2. Aug. Durch bie hiesige Gendarmeriestation wurde heute im benachbarten Ho gut Winnerod ein dort beschäftigter Schweizer festgenommen, da er den Anschlag der Richtlinien des Führers für die SA. von der Anschlagtafel ab­gerissen hatte und unberechtigterweise ein NSBO.- Adzeichen trug. Der Täter wurde in Haft genom­men und dem Amtsgericht zugeführt.

* Rüddingshausen, 3. Aug. Die 47 Jahre alte Ehefrau des Landwirts Scholl von hier er­litt gestern durch einen unglücklichen Sturz einen

Bekanntmachung derNG-Sememfchast Krast durch Freude".

Mit Rücksicht auf die Dolkstrauer aus Anlaß der Ablebens des Reichspräsidenten und ©eneraltelD- rnarschalls von Hindenburg fallen alle J3er* anstaltungen der NS.-GerneinschaftKraft durch Freude", soweit sie nicht ernster Kunst gewidmet sind, bis zum 15. August aus. Infolge der Dolks­trauer wird das Landestreffen der Deutschen Ar­beitsfront Hessen-Nassau vom 11. und 12. ds. Mts. auf einen späteren Tag verlegt.

(gez.) Willy Becker, M. d. R., Landesobmann der NSBO. und Bezirkswalter der DAF.

Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Juli hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in der Berichtswoche um 355 auf 4254 Millionen Mark erhöht. Die Beanspruchung ist als normal zu be- zeichnen. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 282 auf 3408, an Reichsschatzwechseln um 19 auf 24, an Lombard­forderungen um 50 auf 109, an deckungsfähigen Wertpapieren um 4 auf 390 und an sonstigen Wert­papieren um 0,3 auf 323,8 Mill. Mark ^genom­men. Die sonstigen Aktiva haben sich um 60 auf 654 Mill. Mark erhöht, da der Betriebskredit des Reiches in der Berichtswoche wieder etwas stärker in Anspruch genommen worden ist. Der Notenum­lauf erhöhte sich um 296,1 Mill. Mark, und zwar der an Reichsbanknoten um 296,3 auf 3768,5 Mill. Mark, während der Umlauf an Rentenbankscheinen um 0,2 auf 325 Mill. Mark vermindert ist. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 76 auf 1445 Millionen Mark zu. Die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen haben sich auf 83,9 Mill. Mark erhöht, die an Scheidemünzen unter Berück­sichtigung von 11,8 Mill. Mark neu ausgeprägten unb 3,1 Mill. Mark roieber eingezogenen auf 226 Mill. Mark ermäßigt. Die fremben Gelber zeigen mit 649 eine Zunahme um 29 Mill. Mark, wobei roieberum bie öffentlichen abgenommen, bie pri­vaten ^genommen haben. Die Bestänbe an Gold und deckungsfähigen Devisen haben wiederum eme Erhöhung um 0,1 auf 78,0 Mill. Mark erfahren. Im einzelnen haben die Goldbestände um 165 000 Mark auf 74,9 Mill. Mark zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 21000 , Mark auf 3,1 Mill. Mark abgenommen. Der ge- samte Zahlungsmittelumlauf betrug zu Ende Juli t 5712 gegen 5334 in der Vorwoche, 5781 am Ende l des Vormonats und 5537 Mill. Mark zur gleichen

Reichsleiter Staalsminister S ch e m m. 'Reichserziehungsminister R u ff.

Der NSLB. Gau Hessen-Nassau, gegründet, auf- gebaut und geführt von Pg. Gauobmann R t n g s - hausen, heißt alle Teilnehmer m herzlicher Kameradschaft in der schönen Metropole des Rhem- Main-Gebietes willkommen.

sch en Arbeitsfront statt. NSBO.-Kasienwart Stock wies auf das Landestreffen der Deutschen Arbeitsfront und NSBO. in Wiesbaden hin und regte zur Teilnahme an. Für die Mitglieder der NSBO. werde für die Folge kein gesonderter Bei­trag mehr erhoben. Die Mitglieder bis zur Mit- gliedsnummer 320 000 würden weiter als NSBO.- Mitglieder geführt; alle Mitglieder mit einer hohe- Nummer würden gestrichen. Letzteren sei die Möglichkeit gegeben, Einzelmitglieder der Deut- scheu Arbeitsfront zu werden.

Unsere 1. Reichstagung im Berliner Sportpalast war getragen von dem entschlösse- neu Widerstandswillen zukunftsfreudiger Erzieher gegen den bestehenden Staat, die 2. Reichs- t a gun g in Leipzig wurde zumPotsdam der deutschen Erziehung", die 3. Reichstagung in Frankfurt a. M. möge werden:

Das bedingungslose Bekenntnis zum national­sozialistischen Erziehungsideal, zum Führer und einem Volk! Dem Gründer und unentwegten Bannerträger des NSLB., unserem Reichsamts­leiter Kultusminister Schemm aber mag der Appell der Lehrerschaft zur stolzen Gewißheit wer­den, daß sein Lebenswerk,

die geeinte Erzieherschaff unter der Fahne Adolf Hitlers,

Geschichte geworden ist.

Die deutschen Erzieher glauben an Deutschlands ewige Jugend und an unser herrliches, ewiges

über nichts.

A. R. in G. Ihre Rechte ergeben sich zunächst aus dem mit dem Käufer mündlich oder schriftlich abgeschlossenen Kaufvertrag; enthält dieser Bestim­mungen in der angefragten Richtung nicht, so können Sie auf Herausgabe der verkauften Sachen und Zahlung des Restkaufpreises klagen und nach Erwirkung des Schuldtitels die verkauften Gegen­stände durch ben Gerichtsvollzieher herausholen unb für Ihre Restforberung nebst Zinsen unb Kosten pfänben lassen. Am besten bebtenen Sie sich im Fragefall ber Hilfe eines Anwalts.

Ein bißchen erstaunt sah sie ihm nach, ber sie immer sreunblich grüßte. Wo mochte er benn noch hingehen? Spazieren vielleicht? Gott ba war nun solch junges Blut immer so allein! Unb bie Mäbels im Ort, bie sahen ihn alle gern. Aber es war auch gut vom Herrn Farnhorst, baß er ba nichts anfing. Heiraten konnte er doch keine. Das heißt: bie Grete Postler, bie hätte er eigentlich nehmen können. Das war ein orbentliches Mäbel unb wollte ihn gern. Unb ihr Vater war Steuer­einnehmer. Unb sie, Frau Müllner, machte dort bie Aufwartung, unb die Frau Postler fragt sie manch­mal ein bißchen nach bem Doktor Farnhorst aus. Aber was sollte sie, bie Müllnern- benn weiter erzählen, als baß ber junge Doktor sehr solib sei unb fast nie fortginge? Freilich, er fahre leben Monat einmal in bie Stabt. Aber nun sei boch der junge Ches da. Nun erübrige sich bie Stabtfahrerei. Nun würbe ber Doktor feinen Vortrag in ber Villa Feller halten. r , ,

Unb ba hatte bie Frau Postler aufgeatmet.

Einen Doktor! ..

Herrgott, wenn es boch bloß glücken wurde!

Ihr Mann sagte zwar immer, sie wolle viel zu hoch hinaus, und das Mädel, die Grete, die solle froh sein, wenn sie einen ordentlichen kleinen Be­amten bekomme. Der Herr Doktor Farnhorst bekleide so gut wie einen Direktorposten, und der werde sich schon eine andere Frau holen, wenn er es

Ein erschrockener Laut wurde hörbar, dann sagte Minkert:

Ich komme sofort, gnädige Frau!

Nach einer Weile flammte es hell am Eingang auf. Am Schloß wurden die großen Lampen hell, die die weiße breite Treppe beleuchteten. Eiligst kam ein weißhaariger alter Mann den Weg heran zum Tor. Mit zitternden Händen öffnete er es.

Verbeugte sich tief, tief.

Gnädige Frau, es hat niemand eine Ahnung gehabt! Die Herrschaften sind in Berlin bei unserem gnädigen Onkel Admiral. Der Herr Admiral wollte noch einmal Weihnachten im Kreise aller Lieben feiern. Unb er hat boch unser gnäbiges Frauchen immer sehr lieb gehabt. Es ist seine einzige Der- roanbte. Unb bie Frau Abmiral bat im Briefe so sehr, boch zu kommen. Die Herrschaften wollten gern hierbleiben. Unb für bie gnäbige Frau ist s wohl auch eine Anstrengung, weil wir boch ein Kinbchen haben werben. Nun sinb bie Herrschaften aber boch noch gereift, unb meine Frau hat bem Personal gegen fünf Uhr beschert. Die Leute sind alle aus ber Gegenb unb ba habe ich sie alle beurlaubt. Sie freuten sich sehr, frei zu fein am Heiligabenb. Aber wollen gnäbige Frau nicht naher treten. Ich mache sofort im Wohnzimmer im Kamin Feuer, unb meine Frau wirb gleich zur Bebienung ba sein. Was bie Mine ist, bie Köchin, bie sitzt noch über einem Roman. Sie kann noch etwas zu essen zurechtmachen. Gnäbige Frau bleiben boch hier? Die Herrschaften wollten am 3. Januar zurück

Ja bann fahren schon in Tobern sein." .

Farnhorst half ihr beim Gmftetgen, trotzbem sie feine Hilfe gewiß nicht gebraucht hatte, so jung und elastisch wie sie war. Nun saßen sie nebeneinander. Und der Mann fühlte die Wärme der Frau dicht neben sich. Ein herbes, diskretes Parfum ent­strömte ihrer Kleidung, schmeichelte sich m sein Hirn.

Und Fritz Farnhorst, der kühle stolze Fritz Farnhorst, spürte, wie das heiße Blut sehnsüchtig durch die Adern rauschte.

Ad und zu wechselten sie ein paar Worte. Dann war es wieder still. Sie kamen durch die nächste kleine Stadt. Sie durchfuhren eine ganze Menge kleiner Dörfer. Dann kamen sie nach Tobern.

Ein großes, schönes Schloß!

Ringsum ein verschneiter Park.

Ein Wintermärchen!

Nora Nordstrom lenkte den Wagen von ber Lanbstraße weg bie schmalere Straße hin. Diese führte birekt zum Schloß.

Plötzlich hielt ber Wagen mit einem Ruck.

Nora Norbström sagte leise:

Alles bunteO Ober irre ich mich, Herr Doktor?

Nein! Es ist wirklich alles still unb bunkel, gnäbige Frau!"

Ja was ist bas nur?"

Der Wagen fuhr weiter. Bis vor das schöne, große, schmiebeeiserne Tor, auf besten golbenen Kuppen bicke Schneehauben saßen.

Nora Norbström sprang heraus, klingelte.

Nach längerer Zeit erklang eine brummige

Ahnung, baß ich ankomme. Aber ich wollte bei ihm deutsches Weihnachten feiern. Und da ich gerade von Amerika zurückkam, so paßte das so gut 3a, Ihre Begleitung wäre mir sehr erwünscht. Ader dann müssen Sie gleich mit nach Tobern kommen. Und die Festtage über mit bleiben. Mein Bruder Erik ist sehr nett und gastfreundlich, und seine liebe, deutsche Frau ist ein Engel! Wirklich. Sie lernten sich in Italien kennen, und da meine kleine Schwägerin von ihren Eltern das schöne Gut Tobern geerbt hatte, so gingen sie bann miteinanber dorthin. Ich war schon zweimal bort. Es ist sehr schön, bas alte Gut. Also wollen wir?"

Gnäbige Frau, ich würbe zurückfahren. Hat man feine Bahnverbinbung?"

Doch! Aber ich bitte Sie! Wir kommen heute Adenb an. In Tobern wirb man fröhlich sein. Unb ba läßt man Sie ja boch nicht roieber fort. Das heißt werben Sie baheim erwartet? Aber wer am Heiligabenb so allein burch bie Nacht schreitet, ben erwartet wohl kaum

VWMKMM.

Vornan von Gert Gothberg.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)

Die A. R. unb bie E. K. aus Gießen würben wegen Beleibigung unb Hausfriebensbruches vom Amtsgericht Friebderg zu einer Gesamtstrafe von je 6 Wochen Gefängnis unb in bie Kosten bes Ver­fahrens verurteilt. Gegen dieses Urteil verfolgten die Angeklagten das Rechtsmittel der Berufung. Die Berufungsverhandlung ergab folgendes Bild: Die Tochter der Angeklagten befand sich zunächst in einer Fürsorgeerziehungsanstalt und kam dann zu einem Bauern in Reichelsheim in Dienst. Dort be­suchten sie beide Angeklagten und ergingen sich in schweren Beleidigungen gegen einen Beamten des Stadtjugendamtes in Gießen und gegen den Dienst­herrn. Letzterer forderte die Angeklagten danach auf, das Haus zu verlassen. Dieser Aufforderung tarnen sie jedoch nicht nach. Auf Grund der Beweisauf­nahme wies das Gericht die Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil kostenpflichtig zurück.

Wegen Beleidigung eines Försters wurde der Karl G. aus Nieder-Mockstadt vom Amtsgericht in Friedberg zu 30 Mark Geldstrafe und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Die gegen dieses Urteil eingelegte Berufung führte zum F r e i s p r u ch des Angeklagten von Kosten und Strafe. Der An­geklagte warf dem Förster vor, dieser habe seinem Bruder vor längeren Jahren Bauholz geliefert und dieses nicht ordnungsmäßig in Rechnung gestellt. An Hand der Bücher wurde jedoch festgestellt, daß sich der Forster in dieser Beziehung nichts hatte zuschulden kommen lassen. Jedoch nahm das Gericht an, daß dem Angeklagten bei Abgabe der beleidi­genden Erklärungen das Bewußtsein der Rechts­widrigkeit fehlte und kam deshalb zur Freisprechung.

an der Zeit hielte.

Da gab es bann immer Tränen im Steuer­einnehmerhause; aber hinterher nahm sich Gretes Mutter vor, boch alles baranzusetzen, biesen Schwie­gersohn zu bekommen. Unb bamit sie immer auf dem laufenden blieb, nahm sie sich, die sonst so sparsam war und den Haushalt allein besorgt hatte, die Frau Müllner, damit sie wenigstens immer alles über Doktor Farnhorst erfuhr.

Unb die Müllnern war auch dafür, daß der Doktor die Grete nähme. Und sie hatte sich schon unzählige Male vorgenommen, wenn sie ihn das nächste Mal träfe, dann wollte sie ihm doch einmal was von Steuereinnehmers Grete erzählen. Aber wenn er bann so sreunblich unb boch so zurück- haltenb grüßte, bann war sie mutlos. Aber es würbe schon noch einmal passen.

Frau Müllner stieg langsam bie Treppe empor.

Fritz Farnhorst aber schritt braufjen auf bem hartgefrorenen Schnee dahin. Seine Brust dehnte sich. Ringsum war blaue, Helle Dämmerung. Un­zählige Sterne blinkten am Himmel. Und ringsum Die Hügel und weiter hinten die Perge waren alle

"®aae58iftStooUn richtig! Aber ich bin geschieden. Und sonst ersinge ich mir ein bißchen meinen Unter­halt fürs Leben. Darum möchte ich mich nicht noch lönaer erkälten und danke at|o meinem freundlichen

Hang munter, harmlos, fröhlich

Er abe? fühlte sich wie Dor ben Kopf geschlagen. rim7°°nAren GchM

si° .ihre

Hüfe, und sie -achte leise auf, als er sich erhob und aufatmend sagte:

So - das wäre getan! Aber, gnädige Frau, m'a tiirhf ein Wagnis, so allem mitten in der Nacht aus einsamen Landstraßen dahinzufahren? °^3a,ebasUftam?mir selber auch so vor!" sagte sie aUfDarf8id) Sie noch ein Stückchen begleiten, gnä­dige Frau? Und wie weit ist eigentlich der Weg ""rotteraut Tobern liegt noch eine gute Fähr­st,von hier. Und dabei wollte ich meine Ver- wandtet Überrafchen. Mem Bruder hat ferne