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184. Jahrgang
Nr. 102 Erster Statt 184. Jahrgang Donnerstag, Z. Mai 1934
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General-Anzeiger für Oberhessen MW
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Die Legitimierung des Dollfußkurfes in Oesterreich Ein Aufruf der Reichsrcgierung.
” *■* Berlin, 3.Mai. (DBB.) Die Reidjstegie*
Die neue ständisch-autoritäre Verfassung und der Abschluß des Konkordats mit Rom
über
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Südslawische Journalisten als Gäste in Berlin
Oie Vaterländische Krönt einVerbandöffentlichenVechts
geleistet. Als die Lage sich jedoch infolge des Verhaltens der Heimwehrleute zuzuspitzen drohte, wurde von den Festteilnehmern die Sicherheitspoli- z e i herbeigerufen. Nach einiger Zeit traf ein größeres Polizeikommando ein, das die Heimwehrleute veranlaßte, sich zu entfernen. Aus das Ersuchen des deutschen Generalkonsuls wurden die Fahnen und das Bild des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers unter polizeilichem Schutz in das Leut >sche General konsulatgebracht. Von deutscher Seite ist unverzüglich ein Bericht an den Sicherheitsdirektor von Innsbruck über diesen Vorfall erstattet worden.
Deutsche Vorstellungen in Wien.
Vien. 2.Mai. (DRV.) Der deutsche Gesandte in Wien, Dr. Rieth, hatte am Mittwochabend
kanzler Dollfuß im Bundeskanzleramt. Er brachte hierbei die Vorfälle in Innsbruck
Reichskanzlers herunterzureißen drohten, so daß diese von der Polizei in Sicherheit gebracht
steht noch nicht fest; fällig ist die Volksabstimmung vom 10. Januar 1935 ab.
Abstimmungsberechtigt ist ohne Unterschied des Geschlechts, wer am Tage der Unterzeichnung des Versailler Vertrages, d. h. a m 2 8. I u n i 19 19, im Saargebiet gewohnt Hal und am Abstimmungstag wenig st ens 20 Jahre a l t ist.
An alle im Reich, außerhalb des Saargebiets wohnhaften Personen, die am 2 8. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben und vor dem 11. Januar 19 15 geboren sind, ergeht die Aufforderung, sich in der Zeit von Donnerstag, den 3. Mai, bis Samstag, den 12. Mai, bei ihrer Gemeinde- b e h ö r d e (Einwohnermeldeamt), in den Städten auf den Polizeirevieren ihres jetzigen Wohnsitzes zu melden. Das gilt auch für Personen, die sich schon früher als Saarabstimmungsberechtigte gemeldet haben. Personalausweise und, soweit möglich, Rach- weise über den Wohnsitz am 2 8. Junl 1919 (An- und Abmeldebescheinigungen, Veschäf- tigungszeugnisse usw.) sind mitzubringen. Do und zu welchen Tageszeiten die Meldungen entgegengenommen werden, wird durch jede Gemeinde rechtzeitig besonders bekanntgegeben.
W i e n, 2. Mai. (DNB.) Bei der von der, .Innsbrucker deutschen Kolonie am Dienstag veranstalteten Feier der nationalen Arbeit ist es zu einem ernsten Zwischenfall gekommen. Von den Veranstaltern der Feier, an der etwa 600 Personen teilnahmen, war an die Teilnehmer die ausdrückliche dringende Bitte ergangen, den Festsaal erst dann zu verlassen, wenn die Mitteilung von dem Abschluß der offiziellen Feierlichkeiten der österreichischen Behörden, die zur gleichen Zeit in der Stadt stattfanden, eingegangen sei, um von vornherein jeglichen Schwierigkeiten aus dem
Tag der Gemeinschaft.
Der 1. Mai stand unter dem großen leuchtenden Zeichen der Volksgemeinschaft. Die Jugend hat den Tag eröffnet, mit freudigen Herzen und offenem Sinne. In den Dörfern sammelten sich die Bauern mit den Handwerkern und Landarbeitern in gemeinsamer Front. In den Städten marschierten die Hunderttausende der Werktätigen in geschlossenen riesigen Aufzügen, Unternehmer und Gefolg- schaftschaften im gleichen Schritt und Tritt, in Berlin der Ministerpräsident Göring mitten ihnen. Die geistigen Berufe sammelten sich in der Reichshaupt- stadt zu einer besonderen Feier, um bann auf dem Tempelhofer Feld mit allen Volksgenossen diesen nationalen Feiertag zu begehen. Altes deutsches Brauchtum wurde in den Darstellungen zahlreicher Gruppen lebendig gestaltet, das Grün des Maientages mischte sich in die leuchtenden Fahnen des Festes. Soldaten der Reichswehr, Männer aller Berufe und Angehörige des Arbeitsdienstes standen in einer Front, neben ihnen die Abordnungen des Saarlandes, Zeugen deutscher Hoffnungen für die Einheit aller Glieder der Nation. Glatt und reibungslos war der Aufmarsch von rund zwei Millionen in der Reichshauptstadt, ein Meisterstück organisatorischer Leistung, in seiner glänzenden Vollendung aber nur möglich, weil das Riesenheer der Arbeit von einem einzigen Geiste er-
eine Unterredung m i f dem Bundes-
Wien, 2. Mai. (DNB.) Die erste auf Grund des neuen Ermächtigungsgesetzes erlassene Verordnung regelt die zukünftige politische Stellung der Vaterländischen Front, die zu einem V e r- bandöffentlichenRechts erhoben wird. § 2 der Verordnung erklärt, der Zweck der Vaterländischen Front fei, Trägerdesösterreichlschen Staatsgedankens zu fein. Das Ziel der Vaterländischen Front fei die politische Zusammenfassung aller Staatsangehörigen, die auf dem Boden eines selbständigen, christlichen, deutschen, berufsständisch gegliederten Bundesstaates Oesterreich stehen und sich dem derzeitigen Führer der Vaterländischen Front oder dem von diesen bestimmten Nachfolger unterstellen. Bund es führ er der Vaterländischen Front ist Bundeskanzler Dr. D o l l -
Begrüßung durch Vizekanzler von Popen.
Starker Eindruck vom 1. Mai.
Berlin, 2. Mai. Die hier zu Besuch weilenden südslawischen Journalisten veranstalteten am Mittwochoormittag eine eindrucksvolle G e - denkfeier sür die im Weltkrieg gefallenen deutschen Krieger am Ehrenmal Unter den Linden. Der Chefredakteur des Belgrader Blattes „Vreme", Stanislaus von Kr a k o w , hielt
Die neue Verfassung, die gleichzeitig dem Nationalrat vorgelegt wurde, rühmt sich, die „ch r i ft • lich st e" aller in der Welt bestehenden Derfassun- gen zu sein. Sie beginnt mit der Einleitungsformel: „Im Namen Gottes, des Allmächtigen, von dem alles Recht ausgeht, erhält das österreichische Bundesvolk zur ständischen Gliederung in seinem auf den Ländern aufgebauten christlichen deutschen Bundesstaate diese Verfassung". Der sich unmittelbar an diese Formel anschließende Artikel I erklärt Oesterreich zum „Bundesstaat", der „stä nd is ch gell r d n e t ist und aus der bundesunmittelbaren Stadt Wien und den Ländern besteht". Der entsprechende Artikel in der alten Verfassung hatte geheißen: „Oesterreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus". Beide in dieser These -um Ausdruck kommenden Anschauungen sind aus den neuen Verfassungsformeln ausgemerzt) aus der „demokratischen Republik Oesterreich" ist der „Bundesstaat Oesterreich" geworden und an die Stelle des Volkes als Rechtsttäger tritt die christlich-römische Anschauungswelt.
Im übrigen ist der Verfassungsaufbau denkbar einfach. Das entscheidende gesetzgebende und allen anderen Körperschaften übergeordnete Organ ist der „B u n d e s t a g", in der die sogenannten „vorberatenden Körperschaften" neunundfünfzig „Abgeordnete" entsenden. Diese „vorberatenden Körperschaften" sind der „Staatsrat", der „Bundeskulturrat", der „Bundeswirtschaftsrat" und der
Vertreter im Auftrag der Reichsregierung und des Führers herzlich willkommen zu heißen. Die südslawischen Journalisten betreten Deutschland in einem schönen Augenblick, der ihnen ein gutes Bild des neuen Deutschland und feines tiefen Friedenswillens vermittle. Die Reichsregierung fei sich dessen bewußt, daß auch die Neuordnung der wirtschaftlichen Fragen zur Sicherung des europäischen Friedens nötig sei und daß das mitteleuropäische Problem das Kernproblem der wirtschaftpolitischen Fragen Europas fei. Die Reichsregierung begrüße es daher besonders, daß der neue deutsch-südslawische Handelsvertrag gerade am 1. Mai, dem Nationalfeiertag des deutschen Volkes, habe in Belgrad unterzeichnet werden können.
Für die südslawischen Journalisten erwiderte Chefredakteur H o r v a t aus Agram mit einem Trinkspruch auf ben Reichspräsiben- ten unb ben Führer. Er schilberte in berebten Worten ben tiefen Einbruck, ben die Feier auf bem Tempelhofer Felb auf bie fübslawischen Jourali- ften gemacht habe. Die fübslawischen Journalisten seien sich durchaus bewußt, baß ber Führer hier nicht nur für Deutschland sonbern für ganz Europa kämpfte. Dabei hanbele es sich um bie Front ber Arbeit unb Arbeit bebeute Frieben. Voll tiefer Bewunberung sei festzustellen gewesen, baß es in Deutschlanb gelungen fei, ben nervenzerreißenben Kampf zwischen Arbeitgeber unb Arbeitnehmer zu überroinben, es habe alle wie ein Wunber angemutet, baß beibeHanb in Hanb sich zu bem großen Volksfest am 1. Mai zufammengefunden hätten. Das fei eine Leistung, bie man nur bewunbern könne.
r u n g erläßt folgenden Aufruf:
Der Zeitpunkt, an dem bie SaarbeoöHe- r u n g nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages im Wege ber Volksabstimmung I... ihr künftiges Schicksal ent- scheiben soll, rückt heran. Der genaue Zeitpunkt
Wege zu gehen.
Während der Feier der deutschen Kolonie drangen jedoch plötzlich zehn bis zwölf Heim- wehrleute in den Festsaal und schickten sich an, Zerstörungen an den Fahnen und Bildern vorzunehmen. Diese Heimwehrleute sollen der berüchtigten Penz- Platte angehören, die auch an der seinerzeitigen Ermordung des Reichswehr- folda'ten Schuhmacher beteiligt war.
Ein sofort von ben Veranstaltern des Festes her- beigerufener Polizeibeamter erwies sich als machtlos. Mit Unterstützung zahlreicher Festteilnehmer richtete der deutsche Generalkonsul Geheimrat S all er an die Versammlung die dringende Bitte, die Ruhe unter allen Umständen zu, -
wahren. Diesem Ersuchen wurde allgemein Folge! werden mußten.
Heimwehrleule stören das Fest der deutschen Kolonie in Innsbruck.
Sicherheitspolizei muß die deutschen Fahnen und Bilder vor Zerstörung schützen.
„Länderrat". Die Aufgabe des Bundestages ist es bann, die verschiedenen von der Bundesregierung ausgearbeiteten und eingereichten Gesetzesvorlagen positiv ober negativ zu entscheiden. Eine eigentliche Volksbefragung, wie mir sie im als so „diktatorisch" verschrienen nationalsozialistischen Deutsch- laftb haben, findet also nicht mehr statt. Der Bundestag setzt sich ruzcht aus vom Volke unmittelbar gewählten Mitgliedern zusammen, sondern aus Delegierten", die aus den vier in ihrer Zusammensetzung zum größten Teil von der Bundesregierung „ernannten" als Vertreter entsendet werden. Der Bundestag kann darum, einfach seiner Zusammensetzung wegen, nichts anderes als ein willkürliches Werkzeug der Regie- rungspolitik fein. Es ist keine Frage, daß mit bem Beschluß bes Nationalrats sechzig Jahre Parlamentarismus ihr Ende gefunben haben Dem antidemokratischen Zuge unserer Zeit folgend hat nun auch Oesterreich seine Demokratie üguibiert. Die antidemokratische Entscheidung wird darum auch ihre geschichtliche Gültigkeit behalten. Ob allerdings bie formen bes Dollfußschen „Ständestaates ebenso gültig bleiben werden, steht freilich aus einem andern Blatt.
Die neue Berfaffung trat nach dem Abschluß der parlamentarischen Komödie im IReftbeftanb ö es Wiener Nationalrats (Großbeutsche unb ßanbbunb« ler hatten ihre Mitwirkung Der jagt) am 1. Mai, nachts um 12 Uhr, in Straft. Fünf Minuten fpater fand ber Austausch ber Ratifikationsurkunden über das zwischen Oesterreich unb bem Datiian abge« schlaf ene Konkorbat zwischen bem Bunbespra- sibenten unb bem apostolischen Nuntius in Wien statt. Ein Konkorbat mit bem Vatikan soll bie Be- reiche ber Kirche und bes Staates ab grenzen. Bei bem Konkordat aber, das nunmehr zwischen Oesterreich unb bem Vatikan abgeschlossen würbe, handelt es sich um weit mehr; es hanbelt sich um eine Machterweiterung der katholischen
Kirche in stärkstem Ausmaße. Das Bezeichnende ist, baß bie Abmachungen eigentlich schon am 5. Juni vorigen Jahres zwischen ber österreichischen Regierung unb bem Vatikan getroffen würben. Man hat sie aber bisher wohlweislich streng geheimgehalten. Erst jetzt erfuhren bie Oester- reicher, baß sie nunmehr ein ausgesprochen katholischer Staat geworben sinb, baß sich weit über bas normale Maß hinaus bie Staatshoheit vieler Rechte begeben unb biefe ber Kirche überantwortet hat. Die ganze Welt weiß heute, baß Dollfuß gegen ben Willen bes Volkes regiert. Jnfolgebeffen tragt auch bie sogenannte Legitimation zum Abschluß bieses Konkorbats einen recht zweifelhaften Charakter. Klüger wäre es vom Heiligen Stuhl gewesen, erst Herrn Dollfuß zu veranlassen, f r e i e W a h l e n auszuschreiben unb bann auf Grunb biefer Volksbefragung ein Staatswesen aufzubauen, bas auf einem ganz anberen Funbament ruhen würbe als bas jetzt geschaffene Gebilbe. Rom wäre bann zu einem Konkorbat gekommen, bas mit ben Vertretern eines im Ausbruck feines politischen Willens freien Volkes abgeschlossen wäre. Heute muß jeher unbefangene Beobachter bie Feststellung treffen, baß auch biefer Kirchenvertrag über ben Kopf ber Oefterreicher hinweg abgeschlossen würbe, er also zu ben Zwangsmaßnahmen ber Regierung gehört, gegen bie sich bas geknechtete Volk immer roieber in unmißverstänblicher Weife menbet. Doch bem Vatikan scheint es gleichgültig gewesen zu fern, wie bas österreichische Volk über bie Regierung Dollfuß benft unb wie sich bie Verhältnisse in Oesterreich zwangsläufig weiter entwickeln müssen.
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Nach bem § 8 ber Verordnung erhalten ber Bun- bessührer, sein Stellvertreter unb bie Lanbesleitung das Recht, bei ben Behörben bes Bunbes unb ber ©emeinben zu intervenieren. Diese waren verpflichtet, Eingaben ber Leiter der Vaterländischen Front ohne Aufschub zu erledigen. Die Mitgliederverzeichnisse der Vaterländischen Front sind alljährlich zweimal von ben ©emeinben zur allgemeinen Einsicht auszulegen. Hierburch soll offensichtlich festgestellt werben, welche Personen ber Daterlänbischen Front nicht beige- treten sinb.
Der politisch-geschichtliche Sinn ber in diesen Tagen zum Gesetz erhobenen neuen österreichischen Verfassung ist kaum ein anderer als der, ben auto- ritär-diktatorischen Kurs ber Dollfuß-Regierung staatsrechtlich unb verfassungsrechtlich zu legalisieren unb zu verankern. Es ist bekannt, baß bie Politik ber Dollfuß-Diktatur sich, nachdem sie nicht mehr ben Mut einer offenen Volksbefragung aufbrachte, auf bas kriegswirtschaftliche Ermächtigungsgesetz vom 24. Juli 1917 berief, bas von ben Wienern nicht nur im Kriege, sonbern auch heute als sogenannte „Kartoffel- verorbnuntz" verspottet unb ironisiert wirb. Aber immerhin war Dollfuß einsichtig genug, um zu erkennen, baß mit biefem Kriegsgesetz keine Politik auf lange Sicht getrieben werben konnte. So berief er benn ben früheren Bundes- kanzler unb jetzigen Lanbeshauptmann von Vorarlberg, Dr. Enber, als Minister ohne Amtsbereich in bie Regierung unb beauftragte ihn mit den Vorarbeiten für eine neue ben biftaturpoliti- scheu Maßnahmen bes Dollfuß-Regimes in jeher Hinsicht gerecht roerbenbe Verfassung.
Das Grunbmotiv ber Dersassungsibeologie würbe von Dollfuß selbst angegeben. Ziel sei ein Staat „auf ständischer ©runblage unter starker autoritärer Führung". Das war zunächst alles, was von ben Absichten unb Zielen her Derfassungsreform bekannt würbe. Im übrigen schien es mit ben Dorbereitungs- arbeiten nur langsam vorwärts zu gehen. Enblich jeboch im März bieses Jahres, fünbigte Dollfuß an, baß bie Vorarbeiten am Werke ber Verfassungsreform nunmehr abgeschlossen seien, unb baß Oesterreich in ben nächsten Wochen eine neue, auf ben Berufsstänben aufgebaute Verfassung bekommen
werbe. Dieser Ankünbigung folgte bie Tat. Am 30. April würbe vom österreichischen Nationalrat das Ermächtigungsgesetz angenommen, das bie Rechte bes Parlaments an bie Regierung überträgt unb es ihr ermöglicht, bie Verfassung in Kraft zu setzen. Damit ist bie Diktatur durch Parlamentsbeschluß legitimiert unb bie verfassungsrechtliche Erneuerung eingeleitet.
eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Auf ihrer ersten Reise durch bas neue Deutschland erweisen bie südslawischen Journalisten, die s e l b st größtenteils Kriegsteilnehmer sind, durch dich, gefallener deutscher Krieger, allen gefallenen deutschen Soldaten die erste Ehrend ezeugung. Wenn uns der Krieg aegen- einanber stehen liefe, waren wir bamals Gegner, aber nicht Feinbe. Zum Zeichen her tiefen Achtung, bie mir in biesen Tagen für dich unb für dein Volk empfinden gelernt haben, grüfeen wir dich, gefallener deutscher Krieger, in Ehrerbietung unb mit Schweigen." Krakow legte bar auf einen großen Lorbeerkranz mit einer Schleife in ben süd- slawischen Farben unb mit ber Aufschrift „Den gefallenen deutschen Kriegern — Die südslawischen Journalisten" am Ehrenmal nieder.
Im Anschluß an eine Präsidialsitzung bes Europäischen Wirtschaftstages anläßlich ber Anwesenheit ber fübslawischen Journalisten in Berlin vereinigten sich bie Teilnehmer zu einem Frühstück. — Während bes Essens brachte Vizekanzler von P a p e n auf ben König von Südslawien einen Trinkspruch aus, in bem er u. a. ausführte,, baß er ben Auftrag habe, bie südslawischen Presse» 1
füllt unb burdjbrungen war.
Dieser Geist sprach aus allen Reden des denkwürdigen Tages. Der Führer selbst unb seine Mitarbeiter haben immer von neuem ben Grund- gehonten hervorgekehrt: burch Achtung vor jeher ehrlichen Arbeit einen neuen Gemeinschaftsgeist zu schaffen, eine wahre unb wirkliche Volksgemeinschaft zu prägen unb bamit einen bauernben Aufstieg ber Nation zu Ehre unb Freiheit zu erringen. Wie schon früher, so roanbte sich Abolf Hitler auch jetzt gegen bie nur oerneinenhe, alles zersetzenbe Kritik unb setzte seine' Erwartung auf eine neue Erziehung bes Volkes unb deshalb auf bie Jugend. Mit Stolz konnte ber Reichskanzler auf bie Erfolge bes ersten Jahres im Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit Hinweisen, als ein Zeichen bafür, bafe her Wille stärker sein kann, als bie Not. Das beutsche Volk hat so an feinem neuen Nationalfeiertag für sein Lebensrecht unb seinen Lebenswillen in noch nie erlebter Einhringlichkeit Zeugnis abgelegt. Es will in feinem Innern soziale Gerechtigkeit unb frieblidje Arbeit, es will mit ben anberen Völkern eine ehrenvolle Verständigung auf bem Boben ber Gleichberechtigung. Die Zeiten sind gewiß nicht leicht unb ber Hinhernisse viele vor- handen, bieses Maifest aber wirb bie Gewißheit ber Nation stärken, baß Deutschlanb einen neuen Weg mit Erfolg beschritten hat.
Viele auslänbische Diplomaten, hunbert Vertreter frember Zeitungen unb taufenb Angehörige anherer Völker saßen auf ben Tribünen bes Tempelhofer gelbes. Sie sahen mit ben Augen ihres Lanbes bas ergreifenbfte, einbrucksvollste, großartigste Schauspiel, bas bie beutsche Geschichte ber Gegenwart ihnen bieten kann. Sie hörten mit ben Sinnen! ihrer Heimat die einfache unb große Deutung, bis her Gestalter bes beutschen Schicksals biefem Geschehen gab. Sie erkannten mit bem Geist ihres Volkes: es war ber Feiertag einer Nation, bie ein Bekenntnis zu ihren eroigen ybealen ablegte: Ehre — Friebe — Arbeit. Wir wissen nicht, was in her Seele biefer Menschen auf frembem Land vor sich ging, als sie diese Manifestation bes endlich geeinten deutschen Volkes sahen, wir wissen nicht, ob es auf ben Grunb ihres Bewußtseins drang, daß hier in ben Worten bes Führers ein Volk in feinen tiefsten liefen sich felbft erlebte-
zur Sprache, wo heimwehrleute in die Feftver- fammlung der Reichsdeutschen Kolonie eindrangen und die Bilder des Reichspräsidenten und des


