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Aber der suchende Verstand der Fremden war sicher lebendig. Ihre wandernden Gedanken schlugen viel­leicht eine falsche Richtung ein. Sie mögen gestutzt haben, als das Lied des erwachten Volkes so inbrünstig wie noch nie gen Himmel scholl: Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der W e l t". Sie mögen be* troffen gewesen fein, als sie hörten, daß dieses Volk ein Herrenvolk sei, vom letzten noch Arbeitslosen bis aum Lenker des Staates. «sie mögen sich gewundert haben, als sie vernahmen, daß dieses Volk nur Arbeiter kenne, Führer oder Gefolgschaft, aber niemals Unternehmer und Arbeitnehmer.

Aber eins werden die vielgereisten Männer über die Grenzen nach Hause berichten können: daß hier ein Volk in seiner Gesamtheit den unerschütterlichen Willen hat, zu arbeiten und in Frieden zu leben mit seinen Nachbarn. Wir ver­langen von den Beobachtern unserer nationalen Entwicklung nicht Glaube und Liebe zu Deutschland, weil das allein Inhalt unseres Lebens sein kann. Aber wir wünschen, daß allmählich das Be­greifen kommt, bei jenen, die die öffentliche Mei­nung ihres Landes leiten und bestimmen:Deutsch­land über alles" heißt nicht herrschen über fremdes Land, sondern Dien st am eigenen Land; Herrenvolk" sein heißt nicht Beherrschung fremder Völker, sondern Ueberroinbung und B e ° herrschung des eigenen kleinen I ch; Arbeiter" sein heißt nicht Lohn empfangen, son­dern Kultur schaffen. So ist Adolf Hitler der erste und größte Arbeiter seines Volkes.

Wer sich aber unter unseren Gästen von gewoll­ten Mißdeutungen nicht trennen kann, den weisen wir darauf hin, daß es gerade jetzt unter unseren Nachbarn einflußreiche Kreise gibt, die zwar recht viel vornFrieden" sprechen, aber mit dem Krieg drohen, die die Deutschen fälschlich derAufrüstung" bezichtigen, aber selber nicht abrüften, die von der Freiheit der Persönlichkeit reden, aber sich am 1. Mai vor dem Zorn der eigenen Volksgenossen schützen mußten, die im Namen Gottes eine neue Verfassung verkünden, nachdem sie die Liebe des Volkes mit Granaten und Bajonetten vernichtet haben. Das deutsche Volk aber marschiert in einzig­artiger Geschlossenheit, unbekümmert um Haß oder Liebe, um Mißdeutung oder Anerkennung, in eine neue Epoche seiner Geschichte' Es gräbt mit Ham­mer und Spaten neue Züge in das Antlitz unserer alten Erde. Werden die anderen Völker es ver­stehen, in diesem klaren, offenen, ehrlichen Gesicht zu lesen? Werden sie den Gruß erwidern, der ihnen aus den Augen des jungen Siegfried entgegenleuchtet?

Der 1. Mai im Gaargebiet.

Das Ehrenbürgerrecht Saarbrückens für den Reichspräsidenten und den Führer. Saarbrücken, 2: Mai. (DNB.) In strahlen­dem Sonnenschein leuchteten die Fahnen des neuen Deutschland über einer vieltausendköpfigen Menschen­menge, die die Straßen füllte, von deren Häuser­fassaden vor Fahnen und Blumenschmuck fast nichts mehr zu erblicken ist. Sähe man es nicht an dem ungeschmückten Grau der staatlichen Gebäude, daß das Saargebiet unter frem­der Oberhoheit steht, so würde man sich in einer Stadt mitten im Herzen Deutschlands wähnen. Sämtliche Läden waren geschloffen. Auf den Gruden, in den Hütten und Fabriken ruhte die Arbeit. Wenn auch Umzüge und Feiern unter sichern Himmel verboten waren und es den Leh­rerin und Schülern untersagt war, ihrer Ver­bundenheit mit dem Deutschland Adolf Hitlers öffentlich Ausdruck zu geben, um fo inniger fühlt sich die deutsche Saarbevölkerung zu Deutschland ge­hörig. Die als Höhepunkt des Tages gedachte E i n- weihung eines Denkmals für die Opfer der Arbeit in Saarbrücken mußte u n - ter bleiben, da die Verordnungen der Regie- rungskommi'fsion eine solche Feier zu sehr eingeengt hätten. Stattdessen fanden in allen Orten des Saar­gebietes geschlossene Feiern statt, an denen die Mit­glieder der Deutschen Front zahlreich teilnahmen.

Die Stadt Saarbrücken hatte zu dem 25- jährigen Gedenktag des Zusammenschlusses der drei Saarstädte zur Großstadt Saarbrücken eingeladen. In dem Stadtverordnetensitzungssaal hielt Oberbür­germeister Dr. N e i k e s die Gedenkrede, um dann im Treppenhaus die Enthüllung einer Büste des Freiherrn vom Stein und des Saarbrückener Bürgermeisters B ö ck i n g vorzuneh­men, dem es mit zu verdanken ist, daß das Saar­gebiet 1815 zu Preußen kam. Den Höhepunkt des Festaktes bildete die Verleihung der Ehren­bürgerschaft an den Reichspräsiden­ten und den Reichskanzler. Ihnen wurde die Ehrung durch Huldigungstelegramme mitgeteilt.

Glückwünsche aus aller Welt zum nationalen Feiertag.

Berlin, 2. Mai (DNB.) Aus Anlaß des gestrigen nationalen Feiertages haben zahlreiche fremde Staatsoberhäupter dem Reichspräsidenten ihre Glückwünsche übersandt. Als erstes ging ein Telegramm des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Roosevelt, ein. Ferner sind dem Reichspräsidenten in großer Zahl Kundgebungen von Deutschen im Auslande, nament- au? Ueberfee, zugegangen, die sich, in der Regel unter dem Vorsitz des Gesandten oder Konsuls, zu vaterländischen Kundgebungen ver­einigt hatten und in ähnlicher Weise wie in der Heimat den Tag der nationalen Arbeit begingen.

Die Arbeiterschaft der AEG. dankt ihrem Kameraden Göring.

Berlin, 2. Mai. (DNB.) Die Arbeiterschaft der AEG. hat an den Ministerpräsidenten Göring fol­gendes Telegramm gerichtet:Die in dem AEG -Ka- nleradschastsheim, im Map und in Oberschönemeide versammelten Mitglieder der A E G. - B e- triebe, insbesondere der Zentralverwaltung der Fabriken Brunenstraße und Ackerstraße sowie der Ortsgruppe Humboldt der NSBO. fühlen sich durch Ähre Beteiligung an dem Marsch auf das Tempelhofer Feld hoch geehrt und danken Ihnen, Herr Ministerpräsident, als den Kameraden Göring aufrichtig."

Das Goldene Abzeichen des Reichs- berufswettkampfes für den Führer.

Berlin, 3. Mai (DNB.) DerVölkische Be- obachter" meldet: Beim Empfang der Sieger im Relchsberufswettkampf der deutschen Jugend in der Reichskanzlei überreichte der Reichsjugend­führer Baldur von Schirach dem Führer das Goldene Abzeichen des Reichsberufs­wettkampfes. Jeder Teilnehmer am Reichsberufs­wettkampf erhielt das gleiche Abzeichen in B r o n z e. Die Sieger erhielten es in Silber. Die Pforz­heimer Goldschmiede haben eigens für den Führer

Ächt und Sonne für den deuWenArbeiter.

Der erste Spatenstich zu einer Bergarbeitersiedlung bei Aachen.

Aachen, 2. Mai. (DNB.) Auf der Kuppe eines Hügels mit dem Blick auf Mariadorf ist am Mitt­woch von Staatsrat Dr. Ley der erste Spatenstich zu einer großzügigen Bergarbeiterfied- lung aetan worden. Dabei führte Dr. Ley u. a. aus: Ich kenne besonders gut die Not des deutschen Bergmannes und habe mir zur Aufgabe gestellt: Alles, was den Lohn, den Urlaub und die Stellung im öffentlichen und politischen Leben betrifft, muß unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, was der Mensch lei st et und was der Mensch opfert. In diesem Sinne müssen auch die Wirt­schaftsführer Menschenführer sein und dürfen nicht an ihren reinen Rentabilitätsrechnungen hän­gen bleiben. Wir wollen mit dieser Siedlung den Anfang machen, aus den Bergleuten ein ge­sundes, zufriedenes Volk zu machen, dessen Frei­zeit zu einer Freizeit des Lichtes und der Sonne merbert soll.

Als Dr. Ley den Spaten entgegennahm, bat er noch um Platz für die Siedler und richtete an sie, die mit ihren Frauen und Kindern gekommen waren, folgende Worte:Ungeheuer viel wird von euch verlangt werden. Ihr werdet viel Hartes er­leben. Das Paradies kann ich euch nicht geben. Eure Gemeinschaft, eure Treue unterein­ander wird darüber entscheiden, ob dieses Werk gelingt. Wir können euch nur beraten und euch den Plan und auch den Willen geben. Aber t h r müßt das Werk vollbringen, auch wenn es hart und mühsam ist und das ganze Leben hin­durch währt. Aber wenn das Leben, wie es gestern noch zum 1. Mai gesagt wurde, in Treue, in Kame­radschaft, in Gemeinschaft gelebt wird, dann ist es schön und herrlich. So fangen wir an,

und wir siedeln und bauen auch Häuser und Heim­stätten. Aber ihr helft mit. Heil Hitler!

Die Pläne zu der Siedlung sind von dem Leiter des Heimstättenamtes der Deutschen Arbeitsfront Dr.-Jng. Ludovici und Professor Schmitt- Henner entworfen worden.

Oie Grundsteinlegung der Roer-Talsperre.

Köln, 2. Mai. (DNB.) Zum größten Bauvor­haben Westdeutschlands, der Roer-Talsperre in der Eifel, wurde von Staatsrat Dr. Ley der Grundstein gelegt. Durch den Bau werden etwa 1 6 0 0 Arbeiter drei Jahre lang b e - s ch ä f t i g t, wobei Erdbewegungen im Umfang von zwei Millionen Kubikmeter ausgeführt werden. Das gesamte Baumaterial wird in nächster Nähe gewon­nen. Ein aufgeschütteter Erddamm wird das Tal absperren. Der höchste Punkt des Dammes ist 5 2 e t e r über ber Talsohle unb 10,5 Meter breit. Der Damm ist mit einer Fahr­straße versehen. Der Fuß des Dammes ist 30 0 Meter breit; ber burch ben Damm entstehenbe Stausee wirb 465 Hektar Wasserfläche unb 100 Millionen Kubikmeter Wasser enthalten. Die Ge- famtkosten sinb 13 Millionen Mark.

Staatsrat Dr. Ley führte bei der Grunbstein- legung u. a. aus: Wir zeigen heute, was ein Staat vermag, wenn er das Volk geschloffen hinter sich hat. Dieser Staat nützt bie Zusammenballung der Kraft und Disziplin des deutschen Volkes zur Schaf­fung großer Werte. Dieses große Werk können wir nur vollenden aus dem Willen zur Einheit heraus. Wir setzen-Hamit der Nachwelt Denkmäler, die dem Volke nützen.

Ein Volksgerichtshof für

von Hoch- vnd Landesverrat

Berlin, 2. Mai. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt wird jetzt das Gesetz zur Aenderung von Vorschrif­ten des Strafrechts und des Strafverfahrens vom 24. April 1934 veröffentlicht, über das schon kurz vor Ostern Mitteilungen gemacht worden find. Das Gesetz dient dem Zwecke, die Strafvorschrif­ten gegen Hochverrat und Landesver­rat, die in verschiedenen Gesetzen und Verord­nungen verstreut sind, übersichtlich zusammen- z u f a s s e n und noch wirksamer zu gestalten. Das vergangene Jahr hatte auf diesem Gebiete bereits diejenigen gesetzlichen Aenderungen eingeleitet, die dem Erstarken des Staatsgedankens und der Wer­tung entsprechen, die im neuen Reich schwere Vergehen gegen bie Volksgemein­schaft finden. Aus diesem Gesichtspunkt waren insbesondere durch zwei Verordnungen vom 28. Februar unb durch Gesetz vom 26. Mai und 13. Oktober 1933 bieStrafbrohungen e r - höht und für schwere Staatsverbre­chen auch die Todes st rafe angedroht worden. Das neue Gesetz spricht es noch' deutlicher aus, daß derjenige, der seinem Volke die Treue bricht und den Bestand der Volks- aemcinschaft durch Verrat gefährdet, fein Leben verwirkt.

Gleichzeitig mit der Neuregelung der Strafvor- schriften werden die Bestimmungen über das Verfahren in Hochverrats- und Landesverrats­

sachen neu gefaßt. Dabei wird eine Schwierigkeit beseitigt, die sich bisher daraus ergab, daß das Reichsgericht nach den früheren Vorschriften zwei völlig verschiedene Aufgaben in sich vereinigen mußte, nämlich die des Hüters der Rechtseinheit durch seine Tätigkeit als höchstes Reoisionsgericht und die eines erstinstanzlich urteilenden Gerichts­hofes für die Staatsverbrechen. Beide Aufgaben hatten nur wenige Berührungspunkte. Sie werden deshalb künftig zwei verschiede­nen Gerichtshöfen zugewiesen.

Für die bisher dem Reichsgericht obliegende erst­instanzliche Tätigkeit, die Aburteilung von Hoch­verrat unb Lanbesverrat, wirb ein befonberes oberes Gericht in Gestalt eines Volksge­richtshofes geschaffen unb bas Reichsgericht wirb ganz seiner ber Finbung unb ber Fortbilbung bes Reichsrechts bienenben Aufgabe als Reoisions­gericht zurückgegeben. Der Volksgerichtshof wirb teils mit juristisch g e b i l b e t e n Rich­tern unb teils mit solchen Mitgliebern besetzt, bie über befonbere Erfahrungen auf bem Gebiete ber Abwehr staatsfeinblicher Angriffe ver­fügen. Seine Mitglieber werben vom Reichs­kanzler auf Vorschlag bes Reichsministers ber Justiz ernannt. Der Zeitpunkt, zu bem ber neue Volksgerichtshof Zusammentritt, wirb noch bekannt- gegeben werben.

ein goldenes Abzeichen hergestellt. Das Abzeichen zeigt das Symbol ber HI. unb bie Aufschrift Reichsberufswettkampf ber beutschen Jugenb 1934".

Ein Lahr Reichsstaiihatter in Hessen.

Am kommenden Samstag, 5. Mal, jährt sich zum ersten Male die Einsetzung des Gauleiters Sprenger als Reichs ft att- halter in Hessen. Aus diesem Anlaß werden, wie das Gaupresseamt mitteilt, an dem genannten Tage die Schulen in Hessen geschlossen bleiben. Die Kundgebung selbst findet zentral in D a r m st a d t statt, an welcher die Leiter und Füh­rer der Partei und ihrer Gliederungen, die Spitzen der Behörden, Wirtschaft, Kultur und Sport aus ganz Hessen teilnehmen werden. Rach einer An­sprache im Sitzungssaal des hessischen Landtags­gebäudes wird um 20 Uhr auf dem Markt­platz eine Kundgebung ftattfinden. An­schließend hieran erfolgt eine Festaufführung der Wagnerschen OperRheingold" zu verbilligten Preisen. Am Rachmittag des 5. Mai wird der Reichsstatthalter mit seinen oben erwähn­ten Gästen die Freilichtaufführungen im Fürstenlager zu Auerbach besuchen, die um 15.30 Uhr beginnen. Auch zu dieser Ver­anstaltung wird die hessische Bevölkerung und vor allem die Jugend herzlich eingeladen. Um die Mittagszeit veranstalten die Kapellen der SA., SS., HI. und Polizei Platzkonzerte, während die Lichtspieltheater ganz Hessens ihre Abendveranstaltungen zu verbilligten Prei- s e n durchführen und dabei auch den Film der vorjährigen Reichs st atthalterfahrt bringen. Es ist vorgesehen, am 5. Mai einer Anzahl von bedürftigen Volksgenosfen eine Unterstützung zukommen zu lassen.

Die erste Sitzung des Handwerker- beirais.

Berlin, 2. Mai (DNB.) Unter dem Vorsitz oes Reichswirtschaftsministers Dr.'Sch mitt hielt der von ihm zur persönlichen Beratung in Hand- roerfsfragen berufene Handwerkerbeirat lerne erste Sitzung ab. Der Beirat war mit sechs o st.ow erksmeistern unb vier Gesellen vollzählig erschienen. Auch ber Reichshanbwerks- ln>; wohnte ber Sitzung bei. Der

Uiinifter stellte ben Entwurf einer Ausführungsver- 2U"9 3um Hanbwerkergesetz vom 29. November iyd-5, ber bie allgemeine Pflichtinnung, ^^-»^'bhanbwerker schäften unb bie chtsb ar keit für Snnunqsmitglie- ber enthalt zur Aussprache. Die cingehcnbe Bera­tung ergab nur geringe Abänberunqen, so baß Mlimn bie ^gültige Saflung

Gegen die Miesmacher.

Eine große Propagandaaktion der NSDAP, zur Vernichtung der Saboteure und Hetzer.

Berlin, 3. Mai. (DRD. Funkspruch.) DieRSK. meldet: Die Reichspropagandaleitung der R S D A P. hat im Anschluß an die gewal­tigen Demonstrationen des 1. Mai, an dem sich noch klarer als im Vorjahre die Gemeinschaft aller ehr­lich Schaffenden dokumentiert hat, eine umfas­sende Ver s a m mlungs- und Propa­gandaaktion angeordnet, die sich insbe­sondere gegen die Miesmacher undkri- t i t a ft e r, gegen die Gerüchtemacher und Richtskönner, gegen Saboteure und Hetzer richten wird, die immer noch glauben, die klare Aufbauarbeit des Rationalsozialismus stören zu können. Beginnend mit den ersten Maitagen bis zum 30. Juni sollen Versammlungen, Demon­strationen und Kundgebungen gleich einem Trommelfeuer das Volk aufrütteln gegen diese Landplage, die ein für allemal ver­schwinden muß. Rach dem in Kampfzeiten geübten Methoden werden die Versammlungen alle erfassen bis ins letzte Dorf hinein, mit jeder Woche in ihrem Tempo ftärker.in der Unerbittlichkeit der Forderungen härter, an Durch­schlagskraft und Erfolg alle bisher durchgeführten Aktionen in den Schatten stellend.

Verhaftung eines der Tat Verdächtigen in Augsburg.

Augsburgs. Mai. (DNB.) Die polizeilichen (Ermittlungen über ben Branb in ber 21 u g s = burger (Sanger!) alle führten am Mittwoch- frul) zur Fe st nähme eines vor einiger Zeit nach Augsburg zugereisten kommuni st ischenFunk- t i o n ä r s. Er steht im bringenden Ser­ba d) t ben Branb gelegt zu haben. Die Festnahme e.mes Helfershelfers bes mutmaßlichen Tä­ters ist bereits m bie Wege geleitet.

Das Verbot der »Grünen post".

. ,® = rI.in- M.April. (DNB.) Die im Berlage Hilft em erscheinend ZeitungDie Grüne P o st" ist auf bie Dauer von brei Mona­ten wegen bes ArtikelsHerr Reichsminister, ein Wort bitte" von Thomas Trimm in ber Aus­gabe vom 29. April 1934 verboten worben

Hierzu wirb von zuständiger Stelle erklärt-, daß dieses Verbot notwendig gewesen sei, um bie Auto- ntat ber nationalsozialistischen Regierung zu wah­ren. Außerbem solle burch biefes Verbot bie ehr­liche Arbeit ber deutschen Schriftlei- t e r um die Hebung der deutschen Presse vor Schädlingen des Berufs st andes ae- schützt werden. Der Artikel stelle eine einzige ver­antwortungslose Verunglimpfung der Ab­sichten des e i 4 s p t o p a n b a mi n i =

fters Dr. Goebbels dar, die Gleichförmigkeit in der deutschen Presse aufzulockern. In keiner Zeile zeige der Verfasser den Willen, das Seine zu die« fern angestrebten Ziele beizutragen, wie das zahl, reiche andere Schriftleiter durch Artikel zum Thema getan hätten, die im Ton maßvoll, manchmal- so- gar scharf, aber im Inhalt ihrer Ausführungen ein aufrichtiges Ringen um bie Probleme hätten erkennen lassen. Der Verfasser bes Artikels sei zu feige, mit feinem wahren Namen an bie Öffentlichkeit zu treten. Er gebrauchte ein Pseu- bonym, bas schon im Gleichklang der Anfangs­buchstaben an die üblen Zeiten der Peter-Panter-, Theobald-Tiger - Journalistik erinnere. Der wahre Name des Verfassers sei E h m Welk. Dieser Mann sei Hauptschriftleiter einer Zeitung, die in erster Linie für das Landvolk bestimmt sei. Durch gekün- stelle Wortbildungen versuche er in diesem Artikel nationalsozialistische Begriffe, die heute jedem deutschen Bauern heilig seien, zu ver­drehen und lächerlich zu machen. Darüber hinaus wage es dieser Mann, ein Ministerium, bas stolz barauf fei, in befonberem Maße volks­tümlich zu sein, in der Öffentlichkeit dadurch herabzusetzen, daß er es so darstelle, als ob d i e direkte Verbindung zwischen Volk und Ministerium nicht möglich sei. Anstatt dazu beizutragen, diesem nur für das Wohl des Volkes Tag und Nacht arbeitenden Ministerium und feinen Beamten die Arbeit zu erleichtern und aufklärend dahin zu wirken, daß es eben ohne eine gewisse Ordnung nicht gehe, spreche dieser Mann in seinem Artikel vontausend Zimmern und tausend Vorzimmern", um damit dem Reichsministerium artfremden Bürokratismus zu unterstellen. Das Verbot fei weiter dadurch gerechtfertigt, daß auch nach Erlaß des Schriftleitergesetzes die Verlage durch zweckbewußte Personalpolitik bie Pflicht hät­ten, am nationalsozialistischen Ausbau mitzuarbei­ten. Der Verlag Ullstein sei bieser Aufgabe nicht nachgekommen, als er einen Mann wie Ehm Welk zum Hauptschriftleiter ausgerechnet einer Landzeitung bestellte.

Gruppenführer-Besprechung der SA.

München, 2. Mai. (DNB.) Das Presseamt Der Obersten SA.-Führung teilt mit: Am Mittwoch fand am Sitz der Obersten SA.-Führung in Mün­chen eine SA.-Führerbesprechung statt, an der neben den Amtschefs der Obersten SA.-Führung sämtliche Obergruppen- und Grup­penführer teilnahmen. Die Besprechung stand unter, der Leitung des Stabschefs Röhm. Ebenso waren die Obergruppen- und Gruppen­führer der SS. mit ihrem Reichsführer Himmler an der -Spitze anwesend. Die Tagung diente der Klärung wichtiger Fragen bezüglich der Neuregelung des SA.-Dienstes. Stabs­chef Röhm appellierte in einer längeren Ansprache an die bewährte innere Geschlossenheit der SA.- und SS.-Führerkorps. Die Disziplin und der kame­radschaftliche Geist, die dies Führerkorps auszeich­nen, seien die Garanten dafür, daß die SA. jede Aufgabe, die ihr von ihrem Führer Adolf Hitler gestellt werde, re st los und vorbildlich er­fülle. Die Tagung wird Donnerstag mit einer Besichtigung der Einrichtungen der bayrischen poli­tischen Polizei beendet.

Oie Pause im Ahrüstuugs- gesprä'ch.

Barthous Liebeswerben um Sowjetrußland

Paris, 3. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die außen­politische Berichterstatterin desOeuvre" hält es für wahrscheinlich, daß sich die französische Regierung vor der Eröffnung der Genfer Besprechungen mit keinerlei neuen Maßnahmen in der Abrüstungsfrage beschäftigen werde. Sie werde cs vorziehen, d i e Ereignisse auf sich zukommen zu las- s e n. Barthou lege nach wie vor großen Wert auf die MitarbeitRußlands und habe in difem Zusammenhang am Mittwoch erneut ben rus­sischen Geschäftsträger in Paris emp­fangen, um ihn barüber zu unterrichten, wie sich nach bem Besuch in Warschau diese Mitarbeit am besten gestalten könnte. Er habe dem russischen Ge­schäftsträger gleichzeitig die Ansicht seiner Regierung über die Mitwirkung Rußlands an der Organisie­rung der Sicherheit Dorgetragen. Rußland, so er­klärt dasOeuvre", sei außer der Kleinen Entente das einzige Lund Europas, dessen Auffassung in der Außenpolitik mit Frank­reich ü herein stimme, weil die Politik aller anderen Länder auf die eine oder andere Weise gegen die gebietsmäßige Einheit der Sowjetrepublik gerichtet sei. Hier phantasiert das Blatt von einer deutsch-japanischen Zusammenarbeit gegen Ruß­land, die die Aufmerksamkeit der europäischen Staatsmänner verdiene. Es weift jedoch gleich­zeitig darauf hin, daß Rußland im Laufe ber letzten Monate feine Stellung an der manbschurlfchen Front wesentlich verbessert habe, und deshalb mit Ruhe ben fommenben Ereignissen im Fernen Osten ent­gegensehen könne.

Am Schauplatz der pariser Giraßeuschlacht. Paris, 2. Mai. (DNB.) Nach bem Kampf um die (Eite Scanne b'Arc bietet ber Block bieser Ar­beiterhäuser ein wüstes Bilb. Auf ben Straßen lie­gen bie Wurfgeschosse, barunter Bettstellen, ein Herb, Pflastersteine, Mülleimer unb ihr Inhalt herum. Die Wohnungen selbst sinb in größtem Maße unhygienisch, starren vor Schmutz unb haben roeber fließenbes Wasser noch Gas, noch elektrisches Licht. Dort wohnen 4000 Personen. Für ein von mehreren Personen bewohntes Zimmer von einigen Quabratmeter Größe wirb ein wöchentlicher Miet­preis von acht Francs bezahlt. In bieser Atmo­sphäre sand ber Kommunismus für feine Propaganba guten Nährboben. Auf ben Treppen unb an ben Wänden findet man revo­lutionäre Aufschriften.

Der Polizeipräfekt von Paris, der die Belage­rung des Häuserblocks leitete, hatte seine Beamten angewiesen, mit Rücksicht auf die Familienangehöri­gen von ihren Waffen nicht Gebrauch zu machen. Der Platz wurde schließlich beim vierten Sturm durch Polizeibeamte, die mit Tränen- piftolen und Bru st panzern vorgingen, ein­genommen. Gleich beim ersten Sturm wurden zwei Rädelsführer, die sich offen rühmten, auf die Polizei geschossen zu haben, verhaftet. Im ganzen wurden dort neun Arbeiter im Alter von 20 bis 30 Jahren festgenommen.

Am Mittwochabend hielten die Kommunisten im Aufruhrviertel in der Cits Scanne d'Arc eine Versammlung ab, die von der Polizei streng überwacht wurde. Trotzdem versuchte eine Gruppe der Kommunisten nach Bendigung der Versamm­lung Barrikaden in ben Straßen zu errich­ten. Ein starkes Polizeiaufgebot griff rechtzeitig ein uni) trieb die Kommunisten auseinander.