Donnerstag, 2. August 1954
Netzen« Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesten)
Üt. (78 Zweites Blatt
Bodenseestadt Lindau auf und zeigte uns
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Aus der Provinzialhauptstadt
Gießener Teilnehmer der Fahrt an der bayerischen Grenze
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Von Oaidemar Bonsels.
und löste die Hand vom Pfahl, ohne sich zu rühren, so daß der Fluß den Kahn langsam vom Steg abtrieb. Er sah ihre Gestalt gegen den Himmel, unbeweglich und doch auf stiller Wanderschaft, wie zuvor die Wolke im Blau. So entfernte sie sich lautlos mehr und mehr von ihm, aber sie lächelte ihn an, als käme sie ihm entgegen.
„Komm doch wieder", sagte er und trat vom Steg zurück.
Da sie sah, wie er sich an seinem alten Platz ins Gras sinken ließ und daß kein Zeichen von Groll in seinem Gesicht zu finden war, tauchte sie das Ruder ein und stieß den Kahn gegen die Flut, bis ihre Hand wieder den im Wasser schwankenden
wir gingen mit dem Gebet im Herzen: „Wir schreiten ernst im Sturm der Zeiten Und lauschen still,
Ob nicht der Sinn der Ewigkeiten Aufklingen will.
Und hören, wie im Trümmergang Ein Bauer schlägt und hämmert: Das ist der Gottheit Arbeitsklang Vom Morgengraun umdämmert.
Gib Hämmer auch in unsre Hände, Herrgott, und Kraft zum Schlag, Daß sich durch uns vollende, Dein Werk am Wendetag."
„Wir schreiten ernst im Sturm der Zeiten."
Von W G. Eckewart.
„Es geht die Zeit, sie geht einen Riesenschritt, Heiliges Wollen da draußen reißt alle mit."
A. Brunnemann.
Zn diesen Tagen denken wir alle in Deutschland, aufs neue tief davon ergriffen, der schicksalsschweren Ereignisse, die vor nunmehr zwanzig Jahren über unser Volk hereinbrachen und an deren verhängnisvollen Auswirkungen wir immer noch zu tragen haben. v
Niemand nahm die Dinge leicht, die damals unserem Volke auferlegt wurden. Wer in der Hauptstadt des Reiches dabei war, als vor dem Schloß dem Volke der Kriegszustand bekanntgegeben wurde, der weiß, daß die nach hunderttausend zählenden Menschenmengen in diesem Augenblick entblößten Hauptes das deutsche Schutz- und Trutzlied sangen: „Ein feste Burg ist unsesr @ott, ein gute Wehr und Waffe!" und daß sie, als der Kaiser auf dem Balkon des Schlosses erschien und mit kurzen Worten erklärte, daß wir nun hingehen müßten, unsere deutsche Erde zu schützen und zu verteidigen, eines Herzens und eines Sinnes einstimmten in die heilige Volkshymne: „Deutschland, Deutschland über alles!"
Pflichterfüllt und voll religiöser Weihe griff das deutsche Volk zum Schwert. Himmelwärts richtete es Augen und Herzen, als es in Feindesland zog. Es ging nicht auf Eroberungen aus! Was sollte es erobern wollen? Uni) wenn auch nur der geringste Makel an seinem Schwert, an seinem Schild gewesen wäre, dann hätten sich die verhetzten Marxisten in jener Stunde gewiß nicht freien Willens in die Schar der feldgrauen Krieger eingereiht.
Wir waren stolz darauf, daß in jener Stunde, als sich die Welt zusammenschloß, um unser Deutschland zu vernichten, alles Parteigezänk in Deutschland verstummte und daß sich erfüllte, was wir solange ersehnten: die Volkwerdung der Deut-
gehen.
Die letzten Tage der Woche boten uns eine herrliche
Dampferrundfahrt auf dem Bodensee, wobei wir auf der Insel Mainau die südländische Flora, Zitronenbäume mit reifenden Früchten usw. bewunderten, und im alten Meersburg ließen wir uns die berühmten Bodenseeforellen gut schmecken und tranken dazu ein Glas edlen „Weiß- Herbst" oder „Ruländer", der dann auf der Heimreise eine ungeahnt selige Stimmung unter uns aufkommen ließ.
Und bann ging's hinein in die Allgäuer Alpen: auf mühseligem Alpenpfad hinauf zum 1833 Meter hohen Hochgral mit Heber* nachtung im Stroh der Sennhütte;________
„Einmal eine große Dame sein "
Rach der Europa die Ufa, nach dem „kleinen Mann" die „große Dame", nach dem sozialen Volksstück die Ausitattungsoperette, oder, wie der Film sich ausdrückt: das moderne Märchen vom Glück — mit Musik. Sie werden es ja schon erraten haben: die große Dame ist in Wirklichkeit bloß Stenotypistin bei einer Autofirma, aber da kommt eines schönen Tages und eines unbewachten Augenblicks der bekannte, irrsinnig reiche Onkel aus" Amerika (oder Baumwollkönig aus Melbourne, pielt ja keine Rolle) uni) die Kleine verkauft ihm den schönen Zwölfzylinder für 40 000 Mark. Schon sitzt sie selbst am Steuer — bloß um den Wagen emzufahren — und los geht die hochstaplensche Fahrt ins Glück; man denkt einen Moment an die „Gräfin von Monte Christo", aber so ernst war es gar nicht gemeint, wir befinden uns unwiberrufncy in der Operette, und also geht der Traum von der großen Dame zuletzt mit einem heftigen happy end wirklich in Erfüllung. Die Spielleitung hat Gerhard Lamprecht, dem für die kostspielige Aufmachung sehr erhebliche Mittel zur Verfügung gestanden haben müssen. Er läßt alle Minen springen und gewinnt mit geschickten Ueberblenbungen allerlei effektvolle Wirkungen.Käthe v. Nagy singt mit einem ganz hohen Sopran die von Franz D o e l l e -gefällig instrumentierte Leitmelodie und gibt sich den märchenhaften Verwandlungen ihrer Rolle mit großem Vergnügen hin. Gustav Waldau, scharmanter Bonvivant der alten Schule, repräsentiert zusammen mit Ida W ü st die Familie derer von Wolfenstein. Die beiden jungen Kavaliere: Albach-Retty und Fuetterer; Han- von Zedlitz und Gretl Theimer geben die von keiner Wirtschaftskrise angekränkelten Ausländer auf dem Europatrip. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Aus dem Beiprogramm nennen wir die aktuellen Aufnahmen vom Juli 1914 in der Wochenschau, den Vorspann zum „Schloß tm Süden", eine Ballett- s.zcne mit Marianne Winkelstern und einen tnter- essanten Bildbericht vom Balkan.
dod)fd>ulnocbrid>tett
Der Chemiker Professor Dr. Arnold Reißert an der Universität Marburg feierte in den letzten Tagen fein goldenes Doktor-Jubi- (ä u m Die Berliner philosophische Fakultät, von der er vor 50 Jahren zum Dr. Phil, promoviert worden war, erneuerte ihm zu diesem Ehrentage sein Doktordiplom.
reges Hafenleben.
In später Nachmittagsstunde langten wir Röthenbach im westlichen Allgäu an, wo wir die Dörfer Scheidegg, Ellhofen u. a. verteilt wurden. Der herzliche Empfang mit Musik, Begrüßungsreden und die flotte Abwicklung der Unterbringungsmaßnahmen sicherten von vornherein ein gutes Einvernehmen zwischen Gast-
irS.-Gemeiuschaft„Krast durch Freude" Wo fahren wir hin?
11. bis 19. August: Nordseeküste (Ziel- ftation Norderney; auf der Hinfahrt Besichtigung
In den ersten Wochentagen erwanderte man ter Führung von Einheimischen die nächste Umgebung seines neuen Heimatortes und lernte da eine ' Musterlandschaft eiszeitlicher Vergletscherung mit Findlingen und Gletschermühlen (ciinen. In Ellhofen stellte sich der Ortspfarrer als „verkehrsamtlich autorisierter Fremdenführer ohne Portefeuille" gern zur Verfügung und gab aus feinem reichen heimatkundlichen Wissen wertvolle Aufschlüsse aus der Geolo- gie und Geschichte seiner Heimat. Bei diesen Wanderungen hatte es natürlich besonderen Reiz, auch einmal bis an die Reichsgrenzpfähle zu
mit der Schwebebahn hinauf aufs 2230 Meter hohe Nebelhorn, das allerdings feinem Namen alle Ehre machte, denn von Aussicht war keine Spur; und dann hinein in die einzigartige Breitach- klamm, deren tosende Felswasser uns noch in den Ohren brausen. Oft nur in drei bis fünf Meter Abstand streben die Felswände bis zu 150 Meter entrecht empor, in die ein schmaler Pfad einge- jauen ist.
Die Erinnerung an diese Naturfchönheiten wird nie in uns verblassen; viele von uns haben sich Andenken wie Kuhglocken, Edelweiß und Sepplhüte mitgebracht, das billigste Andenken hat sich aber Freund Theo B. geleistet: er hat es in der Brei- tachklamm nicht für nötig gehalten, sich tief genug zu bücken und hat daher unliebsame Bekanntschaft mit einem überhängenden Felsen gemacht: er hat sich in der Breitachklamm ein „Nebelhörnchen" geholt und konnte sich des ungeteilten „Beileids" seiner Wandergenosfen erfreuen.
Denselben prächtigen Eindruck wie das Allgäuer Land hinterlieh in uns das 211 g ä u e r Volk. Gerade im kleinen Dorf kommt man in engste Berührung mit dem Mann aus dem Volk, und so hatten wir die beste Gelegenheit, dieses von Herzen kommende und zu Herzen gehende Wesen des Allgäuers kennenzulernen. Wir wurden von ihnen ausgenommen in ihre Hausgemeinschaft, erlebten mit ihnen die tägliche Arbeit der Weidewirtschaft, sahen in der Sennerei vor unseren Augen aus 1200 Liter Milch einen zwei Zentner schweren Emmentaler Käse entstehen — schade, daß wir keinen mitnehmen konnten —, wir sahen den Strohhutarbeiter und den Holzpantoffelmacher an der Arbeit.
Und abends faßen wir bis spät in die Nacht hinein zusammen mit diesem biederen Völkchen
hüllte, und das reiche Haar, das in einem nachlässigen Knoten in dem gebräunten Nacken hing. Es war von einem seltsamen farblosen Blond, als hätten Sonne und Regen ihm seinen Glanz genommen, und doch lag ein matter Schein daraus, von betörender Lebenswärme.
Dicht bei seinem Ruheplatz sah er nun einen Holzsteg im Sumpf, der auf morschen Pfahlen em wenig in den Fluß hineinragte, zwischen dem Schilf. Als das Mädchen den Kahn an die Bretter antreiben ließ und ihn befestigen wollte, erblickte sie den Vagabunden und sah ihn mit großen, bellen Augen starr und erschrocken an. Die Strömung drehte langsam den Kahn, das Mädchen hielt einen Pfahl mit der Hand fest, beugte sich vor und staunte, bis die Züge dieses fremden Manner- gesichtes ein ratloses Lächeln in ihrem Angesich hervorbrachten. ri . .
„Was liegst du dort? Woher kommst du? fragte
«un sind wir wieder daheim wir, mehr als m an der Zahl, die aus Hessen und Hessen- tarau an der Allgäu-Fahrt teilgenommen haben; U wir sind nur erst körperlich zu Hause, seelisch int wir noch ganz im schönen Allgau verankert, ii linieren Ohren klingt noch das melodische Kuh- ■[ofengeläute, und immer wieder ertappen wir diesen Tagen dabei, daß unsere Gedanken ]U1 luu)t bei der Arbeit sind, sie weilen doch noch
>u gern im romantischen Allgäu, das uns samt tm &d>en ans Herz gewachsen ist: ..Mein ist im Hochland!"
One Woche voll der erhebendsten Eindrücke, wie 5'aaum einer der Teilnehmer früher schon einmal
Uls der Vagabund das von Erlen und Weiden- , cedüsch bewachsene Ufer des Flusses erreicht hatte, mrf er sich ins Gras nieder, das in der feuchten, Wien Erde so hoch stand, daß es ihn wie eine fühle Flut aufnahm und überschlug. Es war so M umher, daß man. die Flügel der Libellen m iei Lust des warmen Mittages hörte und die ge- ieiinnisoollen Stimmen des träge dahinziehenden Dissers. Die Rohrspatzen schrien im Schilf m einer liegen Sumpfniederung, in der das tote Wasser zwischen den hohlen Halmen in der Sonne glitzerte. 2cr Ruhende dachte an das heiße Leidensband der Landstraße wie an eine überstandene schmerzhafte Krankheit, trocknete seine Stirn und atmete tief, o($ tränte er seine Genesung in diesem Frieden.
Oer sanfte Wind bewegte über seinen Augen öie Holme, sie schaukelten im Himmel. Eine Biene zog dcher, summte sorgenvoll und ließ sich ani Ranv le- Kelches einer Sommerblume nieder, Die sich mit ihr neigte. Das kleine Tier zog in die farbige Helligkeit der Blüte ein, in den strahlenden Son- neitempel, in dessen reiner Halle das lieben em» an?)er suchte und begegnete, in den einfältigen Wandern der Natur. Langsam zog eine kleine miße Wolke hoch am Himmel dahm, leuchtete, toenberte und zerging im Blau. Wenn die Wipfel Lei Erlen von einem Windhauch bewegt wurden, ie-tann für eine Weile ein geschäftiger Eifer m den Blattern, ein silberner Strom floß um sie, Der Die Sh gen lockte. Die Düfte, die vom durchwärmten Wasser und aus dem feuchten Grund der Ufer finmten, schläferten ein und führten merfrourbige Erinnerungen aus ben Tagen ber Kindheit mit fid>, die zugleich wach und vergessen waren, wie em' oon Traumen befangener Blick.
Oer Vagabund ließ die Stunden dahmstreichen, ah habe er sich viel um andere Dinge gekümmert, ch-r in den Zügen seines Gesichtes lag em aus bei Tiefe des Herzens dringender Lichtschimmer, oh habe Gott sich um ihn gekümmert
WIs die Gnadenbahn ber Sonne ihren Hohe- ivnkt längst überschritten hatte, vernahm ber henbe ein gebämpftes hölzernes Poltern unb cir Plätschern bes Wassers, bas nicht von ber Strömung tommen tonnte. Gr richte Men Kops empor unb [ah auf ber Gilberle.fte des Flusses einen Kahn hinabtreiben, m bem ein Mabchen flortb, das mit einem grasten fftuber fteuerte unb auf bas Ufer zuhieit. an dem er lag Er betrachtete Öre vorn Licht umfloffene Gestalt ihre jungen Si eber die das durstige Sommerkleid taum-ner-
beim Glase bunklen Bieres unb lauschten den volkstümlichen Darbietungen der Dorfkapelle und den heimischen Weisen des Gesangvereins. Und das Zoblerquartett hob sich in seinen schlichten Vor- trägen so vorteilhaft von mancher bei uns gastie- renoen „Salonjodlertruppe" ab; schließlich erlebten wir die Schuhplattler, und wenn auch beim anschließenden Fremdenplatteln manch komische Figur zu sehen war, so wurden die mutigen Plattler und Plattlerinnen aus unseren Reihen doch von den Allgäuern mit Preisen bedacht. Den lieber« schwang der Gefühle des lustigen Bergvolks stellte der Spaßmacher Wirt aus Jsny dar, genannt das „Urviech"; bei seinen komischen Darbietungen unter Begleitung einer unglaublich langen Ziehharmonika erreichte die Fröhlichkeit ihren Höhepunkt.
Schnell waren Die acht Urlaubstage verflossen, ein Abschiedsabend
versammelte noch einmal Einheimische und Gäste, wobei der Dank für die herzliche Aufnahme zum Ausdruck kam und das Gefühl der Zusammengehörigkeit von Nord unb Süb im Reich neu gestärkt mürbe.
Vor allem aber gebührt unser Dank ber N S. - Gemeinschaft „Kraft burch Freube", bie in biefen Tagen Taufenben von Volksgenossen burch ihre mustergültige Organisation bie Möglichkeit gewährt, zu leicht erschwinglichen Preisen ihren Urlaub in einem fremben Heimatgau zu verbringen. Wer wie wir „Allgäuer" eine solch herrliche Fahrt hinter sich hat, ber sehnt schon jetzt ben nächsten Sommer herbei, wo es lieber fortgehen soll mit „Kraft burch Freube" ms Lanb ber Freube!
Aus Gießen unb Umgebung nahmen etwa 100 Volksgenossen teil.
M ber ASG. „Straft durch Freude" im Allgäu
Äolksgenoffen aus Gießen unb Umgebung auf froher Fahrt.
schen! Dies große Erlebnis gab unserem Geiste hohen Flug, b i e s große Erlebnis gab uns Sie- gestohlen unb Glaubenskraft, aus b i e f e m großen Erlebnis heraus konnten unsere Kämpfer ben Dpfertob für bas Vaterlanb mit Liebern auf ben Lippen sterben!
Die Feinbe Deutschlanbs haben in ihrer unge« heuren Uebermacht unb mit Mitteln, bie außerhalb der Kämpfe auf dem Schlachtfelde brutal und keineswegs ehrenhaft in Anwendung gebracht mürben, uns schließlich bas Diktat von Versailles auf- gezmungen. Sie haben uns bann, in materieller Überlegenheit ben Krieg fortsetzenb, keine politische Demütigung erspart unb keine mirtschaftliche Er- holung gegönnt. Wir missen, baß auch nach unserer nationalsozialistischen Erhebung immer noch ber politische Himmel für uns ummölkt ist, und daß immer noch Stürme über Europa dahinbrausen. Aber an »der Gesinnung, mit ber mir ins Felb zogen, an bem Geist, aus bem heraus mir zur Waffe griffen, lassen mir nicht rühren!" Wir gingen, meil mir gehen muhten! Weil uns ein Krieg, ben kein Deutscher trollte unb mollen konnte, von außen ausgezmungen mar!
|)ote, liegt hinter uns. Schon auf ber Hinfahrt ijkte uns ber Schmarzmalb feine Wunber. In engen Kinzigtal mit seinen zahlreichen Eisen- bht ntunnels träumten bie schmucken Schwarzwald- ^01 schen in ben Sonntagmorgen hinein. Unb als |»j der Triberg-Steige endlich ber höchste Punkt er- xjjcht mar, ba erwachte bie Morgensonne unb sichte bie Schwarzwalbberge unb -täler mit ihren flh Fen Wassern in hellen Sonnenschein.
| tm Hohentwiel vorbei ging's burch bie Kalklanb- fd) ft bes Schmäbischen Juras hinab ins Donautal, un> kurze Zeit Darauf erreichten wir bet Radolfzell bei Bodensee.
Die viele von uns durften ba zum erstenmal jix ihrem Leben den maiestätifchen Anblick der Schweizer Alpen drüben auf dem anderen Vodenseeufer genießen!
z,n Friedrichshafen besichtigten wir Den tm Bau handlichen Zeppelin, er ist noch nicht mit seiner Mle überzogen und gewährt daher einen recht auf- schLißreichen' Einblick in die technischen Jnnenein- rk tungen, die hier in jahrelanger mühsamer Arber geschaffen werden. Der neue Zeppelin ist 248 ÜR ter lang und fast 200 000 Kubikmeter Gas, bas i,ft eine Menge, bie einen vierflammigen Gasherb
Jahre lang ununterbrochen Tag unb Nacht speiset würbe
Inb bann nahm uns nach kurzer Fahrt bie
gebern unb Gästen.
Unsere Allgäuer Woche war keine Ruhewoche im eigentlichen Sinn, schlafen hätten wir ja auch l zu Hause können, biese Woche galt vielmehr bem I Studium von Land und Leuten im Allgäu.
Pfahl erreicht hatte.
„Was wolltest bu hier tun?" fragte er.
„Zn ber Bachrnünbung liegt bie Fischreuse."
Sie erschrak, ba sie ben Ort verraten hatte, an Dem ihr Gerät lag, benn er hätte vorn Ufer aus dorthin gelangen können, unb ein Lanbstreicher war es allemal, wenn auch...
„Woher kommst bu?" fragte sie rasch, um ihn abzulenken, aber es schien, als habe er nichts von ber Reuse gehört, benn er suchte roeber nach ihr noch antwortete er. r . .
Sie sah mit Befangenheit in feine Augen und ungewiß war ihr, als ob es eine glückliche Traurigkeit geben müsse. Sie wagte nicht mehr zu sprechen, sie empfanb, als habe sie ihm Unrecht getan, er hatte nicht sie gewollt, sonbern viel mehr, unb ihre Unsicherheit wuchs. Da löste sie bie Hanb, ohne es recht zu wollen, unb schlug bie Augen nieber, ba- mit bie fonberbare Frage seiner Blicke sie nicht erreichen konnte. Die willkommene Strömung faßte wieber ben Kahn, brehte ihn langsam unb nahm ihn lautlos mit sich fort. Erst als schon bie Schllf- roänbe sie beckten, hob sie bie Hanb unb winkte schüchtern ins Grüne, Weite hinein ...
Erst vereinzelt, bann in Gemeinschaft erklangen nun wieber bie Stimmen ber Rohrspatzen, unb eine Libelle mit bunfelblauen Flügeln ließ sich auf einen Schilfhalm, dicht vor dem Ruhenden, nieder.
Als die Sonne mehr und mehr sank, wehte es kühler vom Wasser her. Der Sonnenschein umher bekam auf allen Blättern, auf dem Wiesengrund unb in ber Weite am Saum bes Walbes jenen Golbglanz ohne Frische, wie er bie Sommernach- Mittage so klar unb so fonberbar macht, in ihrer Stille. Die Fische begannen zu springen, ein bichter Schwarm kleiner, weihgeflügelter Insekten fpiene über bem toten Wasserarm in ber reinen Luft unö sah sich tausenbfach im Spiegel seiner Lebenswelt, ein blanker, bunkler Abgrunb mit dem Bild bes Himmels, Wiege und Grab.
sie mit tiefer Altstimme.
Sie zögerte, ben Kahn zu befestigen unb ben Steg zu betreten, ber Frembe schien es mit Der Antwort nicht eilig zu haben. Enblich fügte er unb erhob sich halb, wobei es schien, «ls drucke der schwere goldene Sonnenmantel auf feine Glieder
„Ich ruhe und fchaue das Licht, die Punzen, den Himmel unb bas Waffer an, unb nun auch ^Irgendetwas m seiner Art verwirrte sie leicht, sie empfanb, baß sich mit ihm nicht auf reden ließ wie sie es mit Leuten ihrer GegenD konnte. Aber ihr war, in einehmff^^^n ^audj als sollte sie noch vor ihm bestehen können, auch war bie heimliche Sorge, bie sie beschlich, ohne Angst, sie war frei unb rounberbar.
Du bist mübe, vielleicht hungrig ober lange
war, als «noanbdte ।ihm ««g« in dem das dauere galt Blumen und ^w7stF Gewalt 7m°:rh°b M und trat auf bC"s®m,früher zu mir“, sagte er, „ich werde bi@eelanntaortete nicht, sah ihn voll und ruhig an
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