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Englands Aufrüstung in der Lust

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Pan Meyer zu 20 Jahren Zwangs, arbeit. Das Urteil an Wurnig ist kurz nach 20 Uhr vollzogen worden.

Die beiden Verurteilten waren beschuldigt wor« den, am 25. Juli den Polizeistabshauptmann Hickel von der Innsbrucker Sicherheitswache auf der Straße erschossen zu haben. Die Verurtel« lung Meyers erfolgte wegen Mittäterschaft.

Eine Richtigstellung des ORD.

Das DNB. bittet die deutsche Presse um die Auf. nähme folgender Richtigstellung: Durch ein Uebermittlungsoersehen wurde in einem Telegramm aus Rom eine besonders gehässige Stimme gegen Deutschland zu den österreichischen Vorgängen teil, weise in den deutschen Zeitungen als imPopolo d'Jtalia" enthalten, wiedergegeben. Es wird Wert auf die Feststellung gelegt, daß es sich bei der er- wähnten Pressestimme nicht um das Organ MussolinisPopolo -'Italia", fonoi um das römische MorgenblattPopolo R o ma " gehandelt hat.

Oie neue Wacht am Rhein."

London, 2. Aug. (DNB Funkspruch.) Unter der UeberschriftDie neue Wacht am R h e in" veröffentlicht der liberaleNews Chronicle" einen Aufsatz, der dieunbesonnene Rede" Bald­wins erörtert. U. a. wird ausgeführt:

Soll die Behauptung, der Rhein bilde die Grenze Englands, bedeuten, daß die britischen Minister im voraus beschlossen haben, im näch­sten Krieg sei unser Feind unbedingt Deutsch­land?

Soll sie ferner bedeuten, daß das Kriegsamt und das Luftfahrtministerium mit den Franzosen Pläne verabreden nach dem Vorbild von 1914, Pläne, die sich auf Operationen auf franzö- sischem Gebiet gegen den gemeinsamen Feind be­ziehen? Das Beifallsgeschrei, mit dem Baldwins Erklärung in Frankreich ausgenommen ist, deutet sicher auf diese sehr unheimliche Aus­legung hin. Aber die Freude Frankreichs wird nicht größer sein, als die Verblüffung in Deutschland. Eine solche Erklärung abgeben, heißt Deutschland zu unserem Feinde machen. Nichts könnte offenkundiger dazu beitragen, Deutschland in seiner Ueberzeugung zu be­kräftigen, daß es eingekreist und unter- d r ü ck t wird und daß es gezwungen sein wird, für seinen Fortbestand zu kämpfen.

Die jetzige englische Generation hat die Deut­schen einmal bekämpft. Sie beabsichtigt nicht, es noch einmal zu tun. Dir haben die eine Dacht am Rhein beendet und beabsichtigen nicht, eine neue zu begehen.

Wir haben keinen Streit mit dem deutschen Volke, I und das deutsche Volk hat keinen Streit mit uns. I

Maffenverhastungen in Oesterreich

Mitteilungen der Polizei über den putsch am 25. Juli.

kaufen. Nach einer weiteren Meldung sind auf der Linie MarburgDrauburg allein 700 Oesterreicher nach Südslawien geflüchtet.

Bor einer Romreise Schuschniggs?

Wien, 1. Aug. (DNB.) Wie das sehr gut in­formierte christlich-sozialeNeuigkeitsweltblatt" mit­teilt, dürfte sich Bundeskanzler Dr. Schuschnigg schon in allernächster Zeit nach R o m zu einem Be­such Mussolinis begeben. Vizekanzler Star- Hemberg wird den Bundeskanzler auf dieser Reise begleiten.

Zum Requiem für Dollfuß in Berlin.

Berlin, 1. Aua. (DNB.) Bei dem feierlichen Requiem aus Anlaß des Todes des österreichi- fchen Bundeskanzlers Dr. Dollfuß hat der Reichskanzler den Vizekanzler von Papen mit seiner Vertretung beauftragt.

Oer Heimwehr-Terror.

Berlin, 1. August (DNB.) In der Nacht zum Mittwoch drangen bewaffnete Heimweyr- l e ute in die Wohnung des DNB.° Vertreters in Wien, Dr. v o n Hahn, ein, und forderten unter Drohungen Auskunft über seine Tätigkeit. Erst nach längerer Auseinandersetzung gelang es Dr. von Hahn, die Heimwehrleute zum Verlassen der Wohnung zu bewegen. Die deutsche Ge­sandtschaft hat sofort bei der österreichischen Regierung die erforderlichen Schritte getan und dabei gegen das Verhalten der Heimwehrleute energischen Protest eingelegt. Die öster­reichische Regierung hat die umgehende Unter­suchung des Vorfalles zugesagt.

Englischer Bericht.

London, 2. Aug. (DNB. Funkspruch.)Daily Expreß" läßt sich aus Wien berichten, dort werde mit einem neuen Aufruhr im Sep­tember gerechnet. Der Berichterstatter des Blat­tes will zn dem Eindruck gelangt sein, daß alle Gegner dec Regierung, gleichgültig in wel­chem Lager sie stehen, dann gemeinsame Sache machen würden, und behauptet im Zusam­menhang damit, daß der marxistische Schutzbund noch Zweidrittel seiner früheren Bestände an Ge­wehren, Maschinengewehren und Revolvern im Be­sitz habe. Weiter beschäftigt sich der Korrespondent mit der Zahl von Verhaftungen hoher Regierungsbeamter, Richter und Polizeipräsidenten und sonstiger Staats­angestellter. Dies zeige, daß die National- s o z i a i i st e n allenthalben zu finden seien.

Tausende von Personen seien ins Gefängnis oder ins Konzentrationslager geschleppt wor­den. 3n den Provinzen laufe die heimwehr Amok, und die gewöhnlichen Polizeiorgane

seien außerstande, ihnen Einhalt zu tun. ]

Wien, 1. Aug. (DNB.) Die polizeiliche Unter­suchung des P u t s ch e s vom 25. Juli hat er­geben, daß die Aufständischen in Wien ihre Waffen und Uniformen auf einem Holzlagerplatz im 20. Bezirk verborgen hatten. Erst am Mittwochoor- mittag wurden diese Gegenstände in die Turnhalle im 7. Bezirk gebracht. Ferner wurde festgestellt, daß die Führer der fünf Kraftwagen, die bei dem Ueberfall verwendet wurden, vollkommen unschuldig sind. Sie wurden vormittags von einer unbe­kannten Person angerufen, sich zu einem großen Transport, in die Siebensterngasse zu be­geben, wobei ihnen bedeutet worden war, daß es sich um einen staatlichen Auftrag handele. Das ganze Manöver war so geschickt eingefädelt worden, daß keiner der Kraftwagenführer, noch der Kraftwagenbesitzer irgendeinen Verdacht schöpfte, zumal das bekanntgegebene Fahrtziel, Bundes­kanzleramt, überhaupt dazu angetan war, jeden weiteren Zweifel zu zerstreuen. Außer den Hingerichteten beiden Führern der Aufständischen wurden noch weitere 20 Anführer beim Ueberfall auf das Bundeskanzleramt ermittelt.

In das Welser Kreisgericht sind 2 0 0 Personen wegen Teilnahme an dem Aufstand eingeliefert worden. Es befinden sich darunter zahl­reiche Intellektuelle und Staatsbeamte. Voraus­sichtlich dürfte für Wels ein eigener Militärgerichts­senat bestellt werden.

In Graz sind bisher 1400 Strafanzei­gen eingelaufen. Bemerkenswert ist die berufs­mäßige Schichtung der unter Anklage gestellten Juli-Putschisten in der Provinz. Nach einer Mel­dung desNeuigkeitsweltblattes" rekrutiert sich die überwiegende Zahl der Beschuldigten aus rein bäuerlichen Kreisen. Der Rest sind fast ausschließ­lich Intellektuelle, wie Amtsräte, Postdirektoren, Lehrer, Zollbeamte, Aerzte und Rechtsanwälte. Da alle diese Leute ihre Posten und ihre Aemter ver­lieren, kann geradezu von einer Dezimierung der nationalen Beamtenschaft in Kärn­ten und Steiermark gesprochen werden.

Der Wiener Landesgerichtsrat Dr. Wen­ger wurde wegen angeblicher hochverräterischer Betätigung verhaftet und dem Landesgericht eingeliefert.

3000 Flüchtlinge in Südslawien.

Wien, 1. Aug. (DNB.) Nach einer Belgrader Meldung derStunde" sind bisher 3 0 0 0 A u f - ständische auf südslawisches Gebiet übergetreten. In W a r a s d i n ist Dienstag ein neuer Transport von 60 Flüchtlingen einge­froren, darunter befinden sich auch zwei Frauen und fünf Kinder. Den Flüchtlin­gen wurden die Waffen abgenommen. In den ersten Tagen nach der Flucht befanden sich die Flüchtlinge in großer Not, doch verfügen sie heute, wie die südslawischen Blätter melden, über gewisse Geldsummen und können Nahrungsmittel ein-

Unfer der Helmwehr herrsche Mißstim­mung, weil nicht ihr Führer Fürst S t a r Hem­de r g, sondern Dr. Schuschnigg zum Bundes­kanzler ernannt worden sei. Infolgedessen seien viele Heimwehrsoldaten in den letzten Tagen ganz disziplinlos geworden. Ein Bei­spiel hierfür sei der brutale Ueberfall, der in der Nacht zum Mittwoch auf den Vertreter des DNB., Baron v. Hahn, ausgeführt wurde.

E v e n i n g Standard" berichtet aus Wien ebenfalls über Uneinigkeit in der Heim­weh r. Verzweifelte Anstrengungen würden ge­macht, um den Frieden in ihren Reihen herzu- stellen. Es gebe Offiziere, die mit der Ernen­nung Schuschniggs zum Kanzler unzu­frieden feien. Verschiedene dieser Offiziere seien aus der Heimwehr ausgetreten. Eine Anzahl von Heimwehroffizieren habe Wien verlassen.

Reue Hinrichtung in Wien.

Wien, 1. Aug. (DNB.) Das Standgericht verurteilte am Mittwoch den Angeklagten Friedrich Wurnig zum Tode und den Angeklagten Chri-1

Amerika nicht überrascht.

London, 1. Aug. (DNB.) Wie Reuter aus Washington berichtet, hat dort die Erklärung Baldwins über die Luftpolitik Englands keine besondere Ueberraschung ausgelöst. Man erklärte in Washington, daß Baldwin lediglich offen ausgesprochen habe, was in der englischen B e- oölkerung sowohl, wie auch außerhalb Großbri­tanniens schon seit langem gedacht werde-

3n politischen Kreisen Washingtons hört man jetzt, daß schon gelegentlich der Weltwirtfchafts- konferenz in London Staatssekretär hüll über die englischen Auffassungen unterrichtet worden sei. Schon damals sei ihm mitgeteilt worden, daß England den Wunsch habe, in Belgien und in den Niederlanden neutrale Zonen ge­schaffen zu sehen, deren Vorhandensein einen Luftangriff auf die 3nfeln verhindern wurde.

Holland winkt ab.

Haag, 2. Aug. (DNB.) Einer Reuter-Meldung aus Washington zufolge hat man dort die von Baldwin im Unterhaus abgegebene Erklärung zur Luftfahrtpolitik in dem Sinne ausge­legt, das England die Einrichtung neutraler Luftzonen in den Niederlanden und in Belgien plane.

hierzu wird in Haager amtlichen Kreisen Wert auf die Erklärung gelegt, daß hier von einem folchen plan nicht das mindeste bekannt fei.

Wer auch nur einigermaßen, so wird weiter erklärt, über die Einstellung der niederländischen Regierung unterrichtet sei, werde bereits die Unmöglich, k e i t der Unterstellung begreifen, daß zugunsten der militärischen Verteidigung eines anderen Staates einfach über holländisches Ge- b i e t verfügt werden könne.

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Gießen, den 1. August 1934.

Städtisches Hoch- und Tiefbauamt: G r a v e r t.

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Die hessische Landesbank Staatsbank zu Darmstadt wird zur Entschuldungsstelle ernannt.

Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre An- spruche bis dum 15. September 1934 bei dem unter­zeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren fanden befindlichen Schuldurkunden dem Gericht ^K^elchen bei Meidung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachtsile.

Gießen, den 30. Juli 1934. 44740

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