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Aus der Provinzialhauptstadt
Otto Behaghel.
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vierten,befand sich auch der deutsche Oblt. Mo mm fischer (Deutschland). In der Lander auf Baccarat. Sieger wurde jedoch der italienifche I Deutschland hinter Schweden (12) Major Lequio auf Pagaeso, der mit einer Zeit l (8 Punkte) mit fünf Punkten den i
dritten Platz.
Keldbergfest-Turntag
Die Arbeit im SchuluiWlager Gleiberg
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wirkungsvolle Bühnenbild.
Mit'dem Bericht von Hugo Pfaff über das 8 0. Feldbergfest 1933 trat der Turntag in den geschäftlichen Teil ein. Der Redner behandelte eingehend die Schaffung des eigenen Turnplatzes auf der Bergeshöhe.
Der Oberturnwart im Feldberg-Festausschuh, Gauoberturnwart E. K r a m b - Bad Kreuznach, ergänzte den Bericht des Vorsitzenden nach der technischen Seite hin.
Kassenführer Krönung- Rödelheim erstattete den Kassenbericht und fand für seine gewissenhafte Geschäftsführung einstimmig Entlastung .
Hugo Pfaff machte dann mit den Plänen für die Ausgestaltung des 81. Feldberg- festes am 16. und 17. Juni bekannt. Es soll im Zeichen treuen Gedenkens an unsere Brüder an der Saar stehen und seine besondere Rote erhalten durch ein Festspiel, das — ein Beispiel neudeutschen Laiensviels — Turnbruder Oberstudiendrrek- tor Wilhelm Philipps-Friedberg zum Verfasser hat. Das Spiel kommt Samstagabend auf dem Berge zur Uraufführung. Der Sonntag beginnt in der Frühe mit einer Morgenfeier, für die als Redner Prof. Keller (Friedberg) gewonnen ist. Nach Schluß der vielgestaltigen Wettkämpfe wird die Bergeshöhe am Nachmittag eine große Saarkund- gebüng mit Reichsdietwart Kurt Münch-Berlin als Redner sehen.
Eine andächtige Zuhörergemeinde fand Oberstudiendirektor Phlipps mit einem fesselnden, tiefschürfenden Vortrag über die Nibelungensage und über den Aufbau seines Festspiels „Das V ö l junge n h 0 r n". Es läßt die in der Nibelungendichtung des Mittelalters verarbeiteten und die um die Feldberghöhe und den Brunhildisstein webenden sagenhaften Ueberlieferungen im schlicht-dramatischen Spiel lebendig werden. In der Heldengestalt Siegfrieds, des Völsungenfproß, sind alle die Hochziele
von 1:35,10 Sekunden schneller war als der Deutsche. Oblt. M 0 m m belegte nur einen fünften Platz.
Abschluß der Ringer-Europameister« schäften.
Der dritte Tag des Internationalen Reitturniers in Rom brachte das mit 14 Hindernissen versehene Jagdspringen um den Premio Pincio. Unter den Reitern, die den schweren Kurs fehlerlos abfol-
Or. Drücke OT.-Bezirksführer.
Als Nachfolger des nach Worms übergesiedelten DT.-Bezirksführers für den Bezirk Gießen im Turngau Nordhessen wurde Dr. Drücke (Kirchhain), Turnkreisführer des Turnkreises Lahn-Ohm, berufen. DT.-Gauführer D am er nahm auf der Hanauer Führertagung die Verpflichtung des neuen DT.-Bezirksführers vor.
Meden-Tennisspiele im Gau Südwest.
Im Gau Südwest des Deutschen Tennisbundes nahmen am Sonntag die Medenspiele der A.-Klasse mit zwei Begegnungen ihren Anfang. Der TC. 1914 (Palmengarten) schlug in Mainz den dortigen TC. Rotweiß überlegen mit 6:3. Noch glatter fiel der Sieg des SE. Frankfurt 1880 über den SC. Forsthausstraße mit 7:2 aus.
Der dritte CReiferfag in 2Rom.
Bornotizen.
— Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Rakoczy-Marsch". — NS.-Frauenschaft, Og. Gießen, 20.30 Uhr, Hotel Viktoria, Heimabend.
setzen.
Gießener Reichswehr in Alsfeld und in Schotten.
Am gestrigen Feiertag der nationalen Arbeit hatte das Gießener Reichswehrbataillon eine Abordnung von je einem Offizier und 50 Mann nach Alsfeld und nach Schotten zur Beteiligung an den dortigen Aufmärschen entsandt. Die Abordnungen fuhren gestern früh von hier ab. Unseren Soldaten dürfte in den beiden Städten sicherlich ein herzlicher Empfang bereitet worden sein.
Pfundpäckchensammlung der Ortsgruppe Gießen-Ost.
Die für den 1.Mai angesagte Pfundpäckchensammlung findet heute, Mittwoch, den 2. Mai, durch Angehörige der NS.-Frauenschast statt.
Schneider, Ortsgruppenamtslerter.
AS.-Schwesternschaft Ortsgr. Gießen.
Mittwoch, 2. Mai, findet der Heimabend im Hotel Viktoria, Ecke Liebigstraße-Bahnhofstraße, statt. Beginn 20.30 Uhr. gez. Ruth Niemann.
Entlohnung deS 4. Mai im Saststätten- gewerbe.
Die Reichs-Betriebsgruppe I (Nahrung und Genuß), sowie der Reichseinheitsoerband des Deutschen Gaststättengewerbes teilen folgendes mit: Den im Gaststättengewerbe Beschäftigten wird an Stelle des 1. Mai ein besonderer Ruhetag außer den üblichen freien Wochentagen gewährt, ohne daß ein Abzug vom Lohn stattfinden darf. Prozentempfänger erhalten Vze des monatlichen Garantielohnes ohne Rücksicht auf Prozenteinnahmen für den 1. Mai besonders ausbezahlt.
Radfahrer, beachtet die Berkehrs- bestimmungen!
Die Polizeidirektion Gießen teilt uns
Am Sonntag.
Am Sonntagmorgen versammelten sich die Lagerteilnehmer zuerst zur M 0 r g e n a n d a ch t, die der Gießener Studentenpfarrer Wolfgang Surfer hielt. Nach dieser Andacht begrüßte der Hauptamtsleiter I der Deutschen Studentenschaft, Kamerad Dr. Br an (Berlin), die auf dem Gleiberg zusammen- gekommenen Vertreter der Studentenschaften aus dem Rhein-Main-Gebiet und überbrachte die Grüße der Reichsleitung. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die studentische Arbeit gerade in unserem Gebiet voll auf der Höhe sei, und hofft, daß die hiesigen Studentenschaften Kern- und Stoßtrupp der Deutschen Studentenschaften werden möchten.
Den ersten Vortrag am Sonntagmorgen hielt der neue Pädagoge an unserer Landesuniversität Prof. Pfähler (Gießen). Er sprach über das Thema: „Die Verantwortung des Kameradschaftsführers als Erzieher". Zuerst definierte der Redner den Begriff Verantwortung, dann kam er auf Führung und Gefolgschaft zu spre-
Wohlfahrt abzuführen.
Die NS.-Volkswohlfahrt hat große Aufgaben zu erfüllen. Niemand darf glauben, daß mit Beendigung des Winterhilfswerkes alles Not behoben fei. Auch nach Abschluß des Winterhilfswerks besteht die Notwendigkeit fort, für die zwar im Schwinden begriffene, aber immer noch große Zahl notleiden-! der Volksgenossen eein Opfer zu bringt!. Beträchtliche Mittel find hierfür erforderlich. Regelmäßige monatliche Spenden für die NS.-Volkswohlfahrt bedeuten einen geeigneten Weg für ein solches Opfer.
Dieses Ausschreiben geht nur den Behörden gu. Den Beamten uftn. ist es zur Einsicht vorzulegen. Das Hoheitsabzeichen an der Mühe der uniformierten Staats- und Gemeindebeamten.
Mit Beginn der warmen Jahreszeit hat auch der Radfahrverkehr wieder stark eingesetzt. Nicht unberechtigt werden aber schon wieder Klagen laut über das rücksichtslose Fahren auf den Gehbahnen und an den Straßenkreuzungen, an denen die Fußgänger die Fahrbahn überqueren. Don einem großen Teil der Radfahrer werden vielfach die Bestimmungen nicht beachtet, daß die E i n - und Ausfahrt von Grundstücken, Toreinfahrten und dergleichen, sowie das Schieben der Fahrräder auf den Gehbahnen verboten ist. Beim Passieren von unübersichtlichen Stellen, wie Straßenkreuzungen, Kurven und dergleichen haben die Radfahrer ein Glockenzeichen zu geben. Wie jeder andere Fahrzeugführer hat auch der Radfahrer anderen Personen die Absicht des Still- Haltens durch senkrechtes Hochhalten des Armes, die Absicht des Umwendens und des Verlassens der bisher verfolgten Fahrtrichtung durch waagrechtes Halten des Armes in der Richtung des Wechsels rechtzeitig zu erkennen zu geben. Zum Abgeben der Zeichen kann auch eine mechanische Einrichtung benutzt werden. Im übrigen müssen die Radfahrer langsam fahren und erforderlichenfalls sofort ab» steigen, wenn durch das Vorbeifahren mit dem Fahrrad Menschen oder Tiere in Gefahr gebracht werden.
körperlicher und geistig-seelischer Ertüchtigung umschlossen, die auch Wesen und Arbeitsrichtung der Deutschen Turnerschaft im Dritten Reich ausmachen. In zwei Bildern „Das Völsungenhorn in der Sieg- ried-Brunhildis-Sage" und „Völsungenhorn und Feldbergfest der DT." werden die sagenhaften und geschichtlichen, ebenso wie die turnerischen, die heimatlichen ebenso wie die vaterländischen Gegenstände in Einfachheit und Wucht dargestellt. Volkstum und Heimat, beseelt von Jahn-deutscher Gefühlswelt, erfüllt von dem Lebens- und Kampfwillen der großen, umformenden Gegenwart haben bluthafte, bodenständige Gestalt gewonnen. Und „Völsungenhorn"? Siegfried befreit Brunhilde, die Odin dienende Schlachtjungfrau, aus der Waberlohe am Brunhildisstein; zum Dank dafür rüstet Brunhilde ihren Helden mit den Gemässen der Weisheit, die aus dem Völsungenhorn strömen. Und ein „Völsungenhorn" ist der Mehrkampfpreis beim Feldbergturnen. So ist im Völsungenhorn „heroische Vergangenheit" mit „heroischer Gegenwart" zu starker Ueberzeugung geformt.
Oberturnwart Krarnb gab ein anschauliches Bild von der Gestaltung der Wettkämpfe beim diesjährigen Feldbergfest. Als grundlegende Hebung roirb eingelegt ein Gepäckmarsch, sowohl in den Mann- schastskampf um das historische Völsungenhorn, als auch in die Einzelwettkämpfe der Turner (100-Me- ter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Gepäckmarsch) und Jugendturner (100-Meter-Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, Gepäckmarsch). Die übrigen Wettbewerbe sind, da die Freiübung in Wegfall kommt, D r e i k ä m p f e, die für die Altersturner aus 75- Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen, für die Turnerinnen aus 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Kugelstoßen bestehen. Neu ist ein besonderer Wettkampf für Angehörige der SA. und SS., bestehend aus 100-Meter-Hindernis, Weitsprung mit Anlauf, zweistündigem Gepäckmarsch.
Die Umstellung der Satzung auf den Führer- grundsatz fand allgemeine Zustimmung. Zum Fuh- rer des Feldbergfest-Ausschusses wurde einstimmig Hugo Pfaff (Frankfurt a.M.) wiedergewählt, der seit dem Tode Ph. Röbigs mit viel Tatkraft und Umsicht das Werk im Geiste und Sinne seines Vorgängers weitergeführt hat.
Mit dem Gesang des alten Turnerliedes „O Deutschland, hoch in Ehren!" und mit einem begeistert aufgenommenen „Gut Heil!" auf den Führer des deutschen Volkes schloß die eindrucksvolle Turnertagung.
Der 9 3. Feldbergfe st-Turntag, der am Sonntag in H 0 f h e i rn a. T. der Vorbereitung des 81. Feldbergturnfestes galt, hob sich mit seiner feierlichen Eröffnung über die rein geschäftliche Sitzung hinaus zu einer eindrucksvollen Kundgebung für das älteste turnerische Bergfest, das seit 90 Jahren immer auch ein Fest wahrer Volksgemeinschaft und echten deutschen Volkstums gewesen ist.
Ein inhaltvoller Vorspruch W. Wollenbergs feierte den heimischen „Turner- und Freiheitsberg" und gedachte ehrend der toten Turnbrüder. Turner und Turnerinnen stellten zu dem Vorspruch das
♦* Die Dienststunden der Handwerkskammer und deren Neben st e l len. Die Hessische Handwerkskammer hat mit Wirkung vom 2. Mai ab mit Rücksicht auf die beim Ministerium und sonstigen Behörden eingeführte durchgehende Arbeitszeit für die Sommermonate ebenfalls die durchgehende Arbeitszeit eingeführt. Die Dienststun* den find von 7 bis 15 Uhr, Samstags von 7 bis 12 Uhr.
** 40jähriges Gefchäftsjubilaum. Die Eheleute Karl Euler in Gießen, Ludwigsplatz 3, blicken heute auf ein 40jähriaes Bestehen ihrer Brot- und Feinbäckerei zurück. Aus kleinen Anfängen heraus haben.die nimmermüden Jubilare es verstanden, durch ihre Backwaren sich besonderen Ruf und einen dankbaren Kundenkreis zu schaffen, dem sie die heutige Größe ihres Betriebs verdanken. Möge ihnen nach arbeitsreichem Leben noch ein gesegneter Lebensabend beschieden sein.
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In allem menschlichen Tun sind, rote un Sport, zweierlei Kräfte deutlich zu unterscheiden, die „Flie- iier" und die „Steher". Die einen beginnen mit ra- endern Lauf und blenden mit ihrer Anfangs- eiftung, um dann jäh abzufallen. Die andern sind dauerhaft, kommen immer besser in Fahrt und Form, je mehr sie sich dem entfernten Ziel nahen. Für die Langstreckenläufer der Wissenschaft ist das Alter der ihrer Natur angemessenste Zustand, in i>em sie ihre besten Taten vollbringen. Für sie gibt es keine wehmütig-schicksalhaften Abschnitte, sondern nur ein langdauernd-stetiaes Aufwärts. Zu ihnen gehört, wenn einer, Otto Behaghel, dieses Vorbild eines bedeutenden Lehrers und „fruchtbaren Forschers, eines tapfern und liebenswürdigen Menschen. A’u"
Oie Spenden für die NS.-Dolkswohl- fahrt.
Der Hessische Staatsminister I un g hat an alle hessischen Behörden, die Bürgermeistereien unb bie Körperschaften bes öffentlichen Rechtes in Hessen folgenbes Ausschreiben erlassen:
Das Winterhilfswerk bes Stotte»
1933/34 würbe mit Enbe Marz 1934 abgeschlossen.
gleichfalls auf bem Wege bes Gehaltsabzuges burch bie amtlichen Kaffen an bie NS.-Volkswohlfahrt abführen zu lassen. Im Einvernehmen mit bem Reichsführer ber NS.-Volkswohlfahrt unb Leiter bes Amtes für Volkswohlfahrt bei ber obersten Leitung ber PO. ber NSDAP. Hilgenfelbt bittet ber Herr Reicksminister bes Innern, von biefem Wege ber Förberung ber NS.-Volkswohlfahrt abzusehen. Es soll den Beamten, Angestellten und Arbeitern selbst überlassen werden, ihre Spenden für die NS.-Volkswohlfahrt an die für ihren Wohnsitz zuständige Ortsgruppe der NS.-Volks-
chen, Führer kann man nicht erlernen, sondern bas Führertalent muß angeboren sein. Dann müsse ein Führer in ber Lage sein, bie richtigen Beispiele zu geben unb selbst richtig vorzuleben. Zwischen Führern unb Geführten müßten auch einmal Konflikte unb Spannungen entstehen, denn dadurch offenbare sich erst die Charakterstärke des einzelnen. Bei allem müsse aber der Führer seine Verantwortung abhängig von dem Ruf des Volkes machen.
„Die Voraussetzungen der politischen Schulung" behandelte ein Vortrag von Prof. D u k e n (Gießen). Prof. Buten hob zuerst die Kameradschaft ber Frontsolbaten hervor unb sprach bann von ber Kameradschaft, die sich wieder in der SA. entwickelt habe. Die Kameradschaft müsse auch noch anhalten, wenn der Dienst vorüber und die gemeinsame Uniform nicht mehr vorhanden sei. Dann kam der Redner auf das Ideal zu sprechen, in bem man nicht aufgehen bürfe. Zur Frage ber polnischen Schulung sagte Prof. Buten, daß sie nicht nur ben Nationalsozialismus erklären müsse.
Die Ringer-Europameisterschaften in Rom fanden am Sonntag mit den letzten Entscheidungen ihren Abschluß. Bie deutschen Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt. Nur H 0 r n f i s ch e r (Nürnberg) tonnte im Schwergewicht einen Titel erringen unb somit seine Meisterwürde mit Erfolg verteibigen. Bie eigenartige Punktrechnung brachte es mit sich, daß der Darmstädter Siebert, der im Halb- schwergewicht alle Kämpfe gewonnen hatte, nur auf den zweiten Platz kam, da der neue Europameister Bietags (Lettland) in feiner Erfolgstabelle auch einige entscheidende Siege zu verzeichnen hatte.
Die neuen Europameister heißen: Bantamgewicht: Thuvesson (Schweden); Federgewicht: Pihlajamaeki (Finnland); Leichtgewicht: Reini (Finnland); Weltergewicht: Glans (Schweden); Mittelgewicht: Europameister Johanson (Schweden); Halbschwergewicht: Bietags (Lettland); Schwergewicht: Horn- sischer (Deutschland). In ber Länderwertung belegte Deutschland hinter Schweden (12) und Finnland
Am3. Mai 1934 vollendet Geheimerat Behaghel < fein achtzig st es Lebensjahr. Seit sechsund- j vierzig Jahren lebt und lehrt er in Gießen, einer ber Großen unserer hohen Schule, einer ber < wenigen, beren Bild, von Karl B a n tz e r s Meister- , Hand gemalt, bie Aula ziert. Dreimal war er ; Rektor; im Festjahr 1907, als bie Hochschule ihr 1 breihunbertjähriges Bestehen feierte, vertrat er sie ; in roürbigfter unb eindruckvollster Weise. 3*)m Der» • danken die Gießener Hochschulgesellschaft, die Hessische , Vereinigung für Volkskunde und manche andere ; bedeutsame Körperschaft ihr Entstehen. Um das , geistige Antlitz unserer Stadt, ihr Vortragswesen, ■ ihre Bühne unb ihr musikalisches Leben hat er sich entscheibenbe Verbienste erworben. So ist es nur billig, baß ihm neben den Amts- und Fachgenossen auch Stadt und Bürgerschaft zu feinem Ehrentag mit freudigem Dank huldigen.
Aeußerlich ist das Leben dieses deutschen Gelehrten schlicht verlausen. Am 3. Mai 1854 ist er in Karlsruhe geboren, wo sein Vater als Ober» kirchenrat wirkte. In Heidelberg führt ihn Karl Bartsch in die germanische Philologie ein, in bem umfassenben, vorurteilsfreien Sinn, ber jebes Verfahren beherrscht unb mit eigenem Urteil ben überreichen Stoff orbnet unb burchbringt. Als neun» unbzwanzigjährigen außerorbentlichen Professor erreicht ihn 1883 ber erste Ruf unb führt ihn für fünf glückliche Jahre nach Basel, auf alemannischen Boben, ber ben fränkischen Forscher mit anregender Kraft umfaßt unb bem Herausgeber von Hebels Briefen unb Werken feines Dichters Lanb in blühenbem Leben zeigt. 1888 beruft ihn bie hessische Regierung auf Grunb einer Liste, auf ber die Fakultät neben ihm Hermann Paul unb Friebrich Kluge nannte, an unsere Lanbes- Universität, ber er lebenslang, allen Versuchungen zum Trotz, treu geblieben ist, wie seinem Forschungsgebiet. Die beutsche Sprache ist unb bleibt Die Fackel, an ber sich seine wissenschaftliche Kraft immer neu entzünbet unb bie ihm burch ein langes Gelehrtenleben voranleuchtet. Lieblingsgebiet ber eigenen Forschung aber wirb, ihm unb unserer Wissenschaft zum Segen, bie germanische Syntax. Den „Mobi im Helianb" gilt 1876 bie Doktorschrift; 1897 erscheint sie erweitert zur umfassenben „Syntax des Heliand", unserer einzigen folgerichtig aufgebauten, beschreibenden Satzlehre eines grundlegend wichtigen Sprachdenkmals. Die Habilitationsschrift von 1878 gilt der „Zeitfolge der abhängigen Rede im Deutschen"; aus ihr erwächst 1899 der „Gebrauch der Zeitformen im konjunktivischen Nebensatz", ein über das Deutsche weit hinausgreifendes Kernwerk unserer Wissenschaft, das die innige Verbundenheit des Forschers mit der lebenden Sprache so deutlich zeigt, wie seine „Geschichte der deutschen Sprache", die von 1891 bis 1928 in fünf Auflagen erschienen ist. An allen diesen Leistungen ist Behaghels Kraft erstarkt zu seinem Meisterwerk, der „Deutschen Syntax", die er von 1923 bis 1932 in vier starken Bänden vorlegte, nach festem Plan fugenlos gezimmert, auf bas feinste gegliebert, mit vollenbeter Beherrschung bes für jeben anberen unabsehbaren Sprachstoffs — mit allebem fein Freibrief auf Unsterblichkeit.
Die neben diesen Hauptwerken einhergehenden Einzelarbeiten erreichen nahezu die Zahl tausend. Genannt seien hier nur, neben den Ausgaben des Heliand und der Eneibe Heinrichs von Veldeke, das lebendigste seiner Bücher, „Deutsche Sprache", seit 1886 in immer neuen Auflagen überallhin verbreitet, und das bunteste von allen, „Von deutscher Sprache" (1927), das eine vielseitige, auch lustige Sammlung von Aufsätzen und Reben abwechslungsvoll vereinigt. Mit beneibonswertem Kraftüberschuß hat es Behaghel verstauben, neben aller amtlichen unb gelehrten Tätigkeit dem Deutschen Sprachverein als warmherziger Berater immer wieder den dornigen Weg zu ebnen. Ebenso widmet er ber Deutschen Akademie seit ihrem Bestehen eine lebensvolle Tätigkeit. Der Bayerischen Akademie unb ber Gesellschaft ber Wissenschaften in Göttingen gehört er als Mitglieb an. Das Literaturblatt für germanische und romanische Philologie, bas er 1880 mit feinem jüngst verstorbenen Freund Fritz Neumann begründet hat, gibt er nun im 55. Jahrgang heraus, und jeder ber stattlichen Bände dankt feiner Mitarbeit bie wertvollsten Beiträge.
lieber allem aber steht der lebfrische, bebeutenbe Mann, ber schlagfertige Rebner unb warmherzige Lehrer,ber nie ermübenb wirkt unb ber auch ben fpröbeften Stoff lebenbig unb anziehend darzustellen weiß. Wie ihn alles Verknöcherte unb Beschränkte ab» stößt, so läßt er jebem seine Freiheit. Er kommt aus keiner Schule und hat keine begründet, aber gelernt haben wir alle von ihm. Seine Kunst ist, durch ermutigendes Beispiel und freudiges Vorarbeiten die Hörer zum Mitgehen zu beleben. Er gibt im Hörsaal, vor der Jugend, im gelehrten Kreis wie bei jeder Feier einfach sich selbst. So wird er von vielen verehrt, und bei ber lebensprühenden Art, wie er jetzt seinen 80. Geburtstag begeht, ist kein Zweifel: er wird sich bie frische Gabe, solcher Verehrung froh zu werben, auch in Zukunft er»
Der hessische Staatsminister Jung hat an die zustänbigen Ministerialabteilungen, ben ßanbes» polizeiführer unb bas Staatspolizeiamt folgenbe Verfügung gerichtet:
Die bisher von ben uniformierten Beamten usw. an ber Mütze getragene rotweiße Kokarbe fällt mit ofortiger Wirkung weg. An ihre Stelle tritt bie chwarzweißrote Kokarbe. An die bisherige Stelle )er schwarzweißroten Kokarbe tritt das Hoheitsabzeichen in silberner Ausführung nach bem für Preußen herausgegebenen Muster. Besonbere Mittel für die Beschaffung können nicht zur Verfügung gestellt werden, lieber bie Hoheitsabzeichen am Tschako unb Stahlhelm ber Polizei unb Genbar- merie ergeht besonbere Bstimmung. Alle bisher erlassenen entgegenstehenben Bestimmungen werben hiermit aufgehoben. Die unterstellten Dienstbehörden sind von der Anordnung schnellstens in Kenntnis zu
Mit diesem Zeitpunkt endigen daher auch die Spenden der Beamten, Angestellten und Arbeiter, die auf dem Wege des Gehaltsabzuges an die Empfangsstellen abgeführt worden sind.
Bei dem Herrn Reichsminister des Innern ist angeregt worden, ob die Vorstände der Behörden entsprechend ihrem Vorgehen zur Förderung des Winterhilfswerkes nunmehr die Beamten, Angestellten und Arbeiter aufrufen sollen, an Stelle
** Gegen die böswillige Verunreinigung der Lahn. Die Dolizeidirektion hat schon mehrfach darauf hingewiesen, daß vorsätzliche und fahrlässige Verunreinigung des Lahnwassers strafbar ist. Das Werfen von Unkraut, Kadavern
(________ ____ __________(______t Gegenständen, sowie das Gießen von verun-
ber Spenben für das Wmterhilfs'werk regelmäßige reinigenden Flüssigkeiten aller Art in die Lahn monatliche Spenden für die NS.-Volkswohlfahrt j stellt also eine strafbare Verunreinigung des Fluß- ........ ™ ' *- waffers dar. Die Polizei- und Feldschutzbeamten werden in der Folge auf die Verunreinigung des Lahnwassers ein besonderes Augenmerk richten und vorkommendenfalls unnachsichtlich Anzeige erstatten.


