Nr. 101 'Drittes Blatt Sietzener Anzeiger (Generol-Anzchn für Sderheffen)
Mittwoch, 2. Ma!
Der Feiertag der nationalen Arbeit in Gießen.
Viele Tausende demonstrieren in Einmütigkeit und freudiger Geschlossenheit für Arbeit, Ehre und Frieden.
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Blick aus einen Teil des F-stpIatzes während der Ansprache des Kreisleiters und Kreisdirektors K l ost er ma n n. - (Ausnahme: Photo-Pfass.)
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Gebietsschulungsloiter des Gebiets Hessen-Nassau der HI. Willy R u d e r bei seiner Ansprache während der Morgenfeier der Jugend. — (Aufnahme: Photo-Pfass.)
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9fnf dem Trieb während der Kundgebung. Von links nach rechts: ©fanitartcnabiutant ©turm- hanSrerTOünf e r »ataiUonsfoimnanÖeur Major oon Wachter, Ma,or Schmidt, HauptmannSchi-1. BatMonsadjuiant Oberleutnant Brei t h au p'. B°,g-°rdn°ier Pg^ Bartholomäus, Stabszahlmeister Bock, daneben lagernd Hauptmann Caesar,
Die Spitze des Festzuges, die SS. unter Führung des SS.-Sturmführers Hainb ach, anschließend die Ehrenkompanie der Reichswehr. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Der gestrige Feiertag der nationalen Arbeit, der zweite im nationalsozialistischen Deutschland, übertraf in Gießen im Mitschwingen der Herzen unserer deutschen Volksgenossen und an Schönheit des Festverlaufs in weitem Ausmaß den ersten Festtag der Arbeit vom vorigen Jahre. Die Kreisleitung der NSDAP. — verantwortlich für die Vorbereitungsarbeit Kreispropagandaleiter Schmelz, für den gestrigen Aufmarsch stellv. Kreisleiter Hopfenmüller — hatte in wenigen Tagen durch zielklare und umsichtige Arbeit den organisatorischen Rahmen geschaffen. In diesem Gefüge gingen unsere Mitbürger so freudig und so weitgehend an die Gestaltung des Arbeitsfesttages, daß schon der Auftakt am Montag und dann erst recht der gestrige Feiertag selbst zu einem Ruhmesblatt für unsere Stadt Gießen wurde. Es war ein gewaltiges und erhebendes Erleben, ein erneutes überwältigendes Bekenntnis zu der von Adolf Hitler geschaffenen und immer mehr ausgebauten Volksgemeinschaft aller deut-
ch e n Menschen, das als unvergeßliches Ergebnis dieses Feiertages der Arbeit von dem Gießener Zeitchronisten zu registrieren ist.
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Selbst die bekannten ältesten Leute werden bezeugen können, daß Gießen noch nie zuvor eine so überwältigende Fülle von Straßen- und Hausschmuck aufzuweisen hatte. Bereits am Montag morgen begann allenthalben in der Stadt in eifriger 2Leise die Ausschmückungsarbeit, und je mehr der Tag voranschritt, umso emsiger wurde auf allen Platzen, in allen Straßen und Gassen an der festlichen Herrichtung geschafft. Es ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit, hier alle Einzelheiten dieses prächtigen Straßen- und Häuserschmuckes aufzuzeichnen. Wir müssen es — angesichts der außerordentlichen Fülle der bewundernswerten Leistungen — notgedrungen bei dem Gesamturteil bewenden lassen: alles in Gießen hat sich in höchster und schönster Weise angestrengt, den hohen nationalen Feiertag aufs würdig st e zu ge st alten, und der Erfolg dieses Mühens war vollkommen! Maienbäume, Girlanden, Blumen, Grüngewinde der verschiedensten Art und dann vor allen Dingen Fahnen, Fahnen, Fahnen der Bewegung und in den Farben Schwarz-Weiß-Rot — das war einfach eine bis gestern nicht noch für möglich gehaltene mehrfache Steigerung alles dessen, was man bisher in puncto Fahnenschmuck hier erlebt hat. Diese Feststellung trifft nicht nur auf die Hauptstraßen oder auf die Marschstrecke des Festzuges zu, sondern sie gilt auch für die vielen Seitenstraßen, Gassen und
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Kreisteiter und Kreisdirektor Klo st ermann links im Vordergrund — auf dem Festplatz beim Hören der Rede des Führers. (Aufn.: Photo-Pfaff.)
Gäßchen, in denen dieses Ausmaß des Schmuckes kundtat, wie stark Adolf Hitlers Gewinnung aller deutschen Menschen schon im Verlaufe des ersten Jahres seiner Aufbauarbeit in die Breite und in die Tiefe gegangen ist.
Am Montag gegen Abend gaben das Musik» korps unserer Reichswehr unter Leitung von Obermusikmeister Krauße und die Ge» sangvereine ein schönes Konzert am Hitlerwall beim Liebigdenkmal. Eine riesige Menschenmenge erfreute sich an den prachtvollen instrumentalen und gesanglichen Darbietungen, die mit großer Dankbarkeit ausgenommen wurden.
Oer Festplatz auf dem Trieb.
Wir haben bereits in unserer Montag-Ausgabe die wesentlichen Einzelheiten der Festplatzgestaltung mitqeteilt. In dem lachenden Maiensonnenschem, der außerordentlich warmes Frühlingswetter brachte, präsentierte sich der Festplatz in herrlicher Weise. (Erfreulicherweise kam ein durch die gestrige Hitze ausgelöstes Gewitter erst gegen 19.30 Uhr zum Losbrechen, so daß der Festtag nicht beeinträchtigt wurde.) Die riesigen zehn Meter hohen und vier Meter breiten sechs Hakenkreuzfahnen, in ihrer Mitte noch überragt von der noch größeren Fahne mit dem Hoheitszeichen, sowie die rund 70 Hakenkreuzfahnen um den weiten Festplatz herum, die Sturmfahnen der SA. auf der Rednerbühne vor den Aufbauten, die Fahnen der PO.
seitlich davon, der frühlissgsfrische Wald als Hintergrund, die Waldwiese und der lachende Sonnenschein, dazu die riesige Menschenmenge im Feiertagskleid — all das zusammen bot ein herrliches, farbenfrohes und unvergeßliches Bild. Umfangreiche Lautsprecheranlagen, die die gute Uebertragung der Reden auf den großen Festplatz und das angrenzende Wiesengelände ermöglichten, trugen sehr wesentlich zu der vollkommenen Gestaltung der ganzen Festplatzanlage bei. In diesem Zusammenhang sei noch einmal bemerkt, daß der Festplatz unter der Oberleitung des Kreispropagandaleiters Schmelz vom Stadtbauamt (verantwortlich Stadtbaurat G r a v e r t) hergerichtet wurde.
Walpurgisfeier auf dem Gleiberg.
In der Dämmerung des Vorabends zum 1. Mai sah man zahlreiche alte und junge Menschen oon nah und fern den alten Gleiberg ersteigen. Spärliches Fackellicht zeichnete gespensterhaft nur undeutlich den Weg über Stufen und Steine. Eine dichte Menschenmenge stand und lagerte zu Füßen des Bergfrieds, auf den Mauerresten des ältesten viereckigen Turmes bis hinauf zum Wehrgang.
Von hier, wie aus Nischen und Ecken und Fensterhöhlen des ehemaligen, 1646 zerstörten, Merenberger Baues flackerten die „Besenfackeln", die Tags zuvor von den Lagerteilnehmern im Dorf eingesammelt worden waren. Lustiger Funkenflug stob alsbald von dem im ältesten Hof der Oberburg entzündeten Walpurgisfeuer. Trotz vieler Tränen ob des beißenden Rauches, hielt alles aus, um den frei
zeitlich vorbereiteten Darbietungen zuzuhören. Studentische Sprechchöre in Abwechselung mit Gesängen und Volkstänzen wiesen auf den Charakter der nächtlichen Feier hin. Recht stimmungsvoll machte sich „Volkers Nachtgesang" eines Sängers zur Laute. Ein Lagerteilnehmer sprach über die Bedeutung des ersten Lagers der rhein-mainischen Studentenschaft auf Bürg Gleiberg, das durch diese Veranstaltung einen erlebnisvollen Abschluß bilden solle, und das durch seinen Verlauf gezeigt habe, welchen Geist für die kommende Zeit im Interesse der deutschen Volksgemeinschaft ein jeder mit an seine Universität zu nehmen hat. Die Feuerrede hielt der Hochschulgruppenführer der Universität Gießen Edler von Graeve. Anknüpfend an die alten schönen Sitten unserer Vorfahren, besonders hin-


