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Rr.101 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Mittwoch, 2. Mai

Line Kundgebung des Gauleiters zum 1. Mi

°mSchl°PP°r'°oru'einhinten, das dampfte antiken Straßen aus denen EUpasten non -ro.n

Direttissima FlorenzBologna

Von unserem römischen E.-Korrespondenten.

Rom, Ende April.

vertieft wurde; es war der Tag des klassen­bewußten Proletariats.

Ein Jahrzehnt wurde diese Zerklüftung sogar durch den Staat autorativ gestützt und durch seine Machtmittel geschützt. Daneben standen all die deut­schen Jungens, all die deutschen Menschen, die die Mission des 1. Mai in ihrem Herzen trugen und den anderen 1. Mai nicht mitmachen konnten. Der Sieg Adolf Hitlers und seiner Mannen schlug die Brücke zwischen beiden. An Stelle der trennenden Klassen und Standesverbände und Ver­eine ist die Einigung aller schaffenden Deutschen getreten. 53 v. H., also mehr als die Hälfte derer, die der Geisel der Arbeitslosigkeit ver­fallen waren, sind zu Arbeit und Brot zu­rückgekehrt, sind freie deutsche Menschen ge­worden. In zahlreichen Betrieben, die ich in diesem Jahre besuchte, gleichgültig wo, gleichgültg in wel­chem Beruf, ob beim ohrenbetäubendem Lärm der Metallbearbeitung, ob in hiesigen Kruftwagen- fabriken, ab in städtischen Betrieben oder in Aus­stellungen, die der tätigen Arbeit galten", überall tauchte mein Blick in leuchtende zukunftsfrohe Au­gen. Roch sehe ich in einem Betrieb Jungarbeiter

drauf. In den letzten Jahren gab es durch die Elek- «Denn der Apenninentunnel besteht zwar aus einem ~ Verbesserung, Stollen mit Doppelglois, der Simplon mit seinen

auch meine bereits im Herbst abgefaßte Denk­schrift zur R e i ch s r e f o r m, die die Schaf­fung von Reichsgauen anstelle der bis­herigen Länder Vorsicht^ Nachdem im Verfolg der unter Ihrer Führung zu Beginn dieses Jahres neuerdings eingeleiteten Erwägungen über die Fortsetzung der Reichsreform, die zur Verabfchie- duntz des Gesetzes über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934 geführt haben, ein neuer weitausgreifender Schritt zur Vollendung des Deut­schen Einheitsreiches unternommen worden ist, halte ich mich wiederum für verpflichtet, die Maßnahmen des Reiches auf dem Gebiete der Reichsreform von Preußen aus in jeder Hinsicht zu unterstützen. Hierzu schlage ich Ihnen, Herr Reichskanzler, vor, bei Ernennung des Herrn Kultusministers Rust zum Reichsunterrichtsminister den Reichsmini st er des Innern, Herrn Dr. Frick, mit der Wahrnehmung der Geschäfte des preu- sischen Ministers des Innern zu beauf­tragen. Die Uebernahme der Geschäfte wird zweck­mäßig am 1. Mai erfolgen.

Ich kann mir kaum eine Maßnahme denken, die besser als diese geeignet wäre, der Reichserneuerung von Preußen her weiterhin den Weg zu bereiten. Denn mit der Verbindung der Lenung der beider­seitigen Innenministerien wird dem Reiche die ge­samte Sachkunde und Erfahrung zur unmittelbaren Ausnutzung für die Ziele der Reichserneuerung zur Verfügung gestellt, die sich in der umfangreichen und gut eingearbeiteten preußischen Staats- und Kommunalverwaltung in langer Zeit herausgebildet haben. Auf der anderen Seite wird durch den Ein­tritt des Herrn Reichsministers des Innern in das preußische Kabinett die volle Ueberein- stimmung zwischen Reichs- und preu­ßischer Staatsregierung auf den in Frage kommenden Gebieten der Verwaltung in einer Weise gesichert, die jede Möglichkeit zum Aus­einanderfallen der Meinungen und damit auch zu Störungen, die dem Fortgang der Reichserneuerung abträglich werden könnten, für die künftige Entwick- lich ausschließen wird.

Wenn ich mich mit diesem Vorschlag bereiterkläre,

Paris, 2.Mai. (DNB. Funkspruch.) Die Mai­feier, die fast in ganz Frankreich ohne nennens­werte Zwischenfälle verlief, ist im Osten von Paris zu einem regelrechten Aufstand der Arbei­ter gegen die Polizei ausgeartete. Ein ganzes Stadtviertel befindet sich im Be­la g e r u n g s z u st a n d. In den Abendstunden hatten die K r a f t d r o s ch k e n f ü h r e r des öst­lichen Bezirks ihre Wagen zum Nachtdienst aus der Garage geholt. Dies wurde von den Kommunisten als Bruch der Arbeitsruhe angesehen. Im Nu hatten sich mehrere hundert Demonstran- t e n zusammengerottet, die die Kraftwagen m i t Steinen b e w a r-s e n. Die Polizei, die zunächst nicht die Ruhe Herstellen konnte, forderte Verstär­kungen an. Als diese eintrafen, nahmen die Kom­munisten eine immer drohendere Haltung ein.

Schließlich zogen sie sich in einige Nebenstraßen zurück und verbarrikadierten sich in der sogenanntenLite I e a n n e d' Arc". Jetzt begann die Schlacht, die lebhaft an die blutigen Ereignisse von Dien erinnert. Aus den Fenstern wurden die Beamten be­schossen und mit allen zur Verfügung stehenden Gegenständen beworfen. Die engen Straßen gestalteten es der Polizei nicht, ener­gisch vorzugehen, ohne ihr Leben aufs Spiel zu sehen. Die Kommunisten nützten das aus und schickten immer wieder Grup­pen von etwa fünfzig Dann auf die Straße, die Pflastersteine in die Woh­nungen trugen, die dann aus den Fenstern als Wurfgeschosse benutzt wurden. An anderer Stelle wurden Schützengräben ausge­hoben und ebenfalls durch Steinbarrikaden geschützt. Gegen Ditternacht zählte die Polizei bereits einen Toten und elf Verletzte durch Schüsse oder Wurfgeschosse. Die Wut des Pöbels stieg von Stunde zu Stunde.

Die Polizei stand der Meute wegen der Dunkel­heit, vor allem aber auch wegen der zu engen Straßen, machtlos gegenüber. Nach und nach rückten aus allem Stadtteilen Polizeiverstär­

Schwere Slraßenkämpse in Paris zwischen Kommnnisten und Polizei. Ein ganzes Stadtviertel abgeriegelt und von Aufständischen gesäubert.

Berlin, 1. Dai. (DNB.) Amtlich wird mit­geteilt: Der Herr Reichspräsident hat einen Erlaß über die Errichtung des Reichs­mini st eriums für Wissenschaft, Er­ziehung und Volksbildung vollzogen. Die­sem Erlaß zufolge wird für gesamte Lr- ziehungs-, Bildungs- und Unterrichtswesen des Reiches, sowie für die Aufgaben der Wissenschaft ein Reichsministerium errichtet. Der Leiter dieser Behörde führt die BezeichnungReichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung". Die ein­zelnen Aufgaben des Reichsministeriums für Wif- senschaft, Erziehung und Volsbildung bestimmt der Reichskanzler. Er bestimmt auch die Aufgaben, die aus dem Geschäftsbereich der beteiligten Reichs­ministerien auf das neue Dinisterium übergehen, und zwar auch dann, wenn hierdurch der Geschäfts­bereich der betroffenen Dinifterien in den Grund­zügen berührt wird. Zum Reichsmini st er für Wissenschaft, Erziehung und Volks­bildung hat der Herr Reichspräsident auf Vor­schlag des Reichskanzlers Adolf Hitler den preu­ßischen Dinisler für Wifsenschaft, Kunst und Volks­bildung, Ku ft, ernannt, der bis zur anderweitigen Regelung gleichzeitig in diesem Amt verbleibt.

Bereits am 17. März d. I. hatte der preu­ßische Ministerpräsident an den Reichs­kanzler nachstehendes Schreiben gerichtet:

Seit jeher habe ich mich bemüht, den Aufbau des deutschen Einheitsstaates und seine Ausgestaltung zum Dritten Reich zu fördern, wo immer ich konnte. Insbesondere habe ich auch, seit­dem ich durch Ihr Vertrauen, Herr Reichskanzler, an die Spitze der preußischen Staatsregierung ge­stellt worden bin, mich unablässig bemüht, d i e Vereinheitlichung und Erneuerung des Reiches im nationalsozialistischen Sinne von Preußen aus voranzutrei­ben. In dieser Linie liegen eine Reihe von Maß­nahmen, die die Preußische Staatsregierung im ver­gangenen Jahre getroffen hat. In dieser Linie liegt

Der preußische Kultusminister Rust zum Reichsminister für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung ernannt

Reichsminister Dr. Frick übernimmt auch das preußische Innenministerium. Oes Reichskanzlers Dank an Göring. - Weitere Schritte auf dem Wege der Reichsreform.

kungen an, so daß gegen 1 Uhr bereits mehrere Tausend Mann versammelt waren, die unter dem unmittelbaren Befehl des Polizeipräsidenten stehen. Um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, hat sich die Polizei in den frühen Morgenstunden in ihre Stellung zurückgezogen und sich darauf beschränkt, das ganze Viertel abzurieaeln. Große Scheinwerfer bestrahlen die Häuserfassaden. Die Kommunisten errichten auf der Straße neue Barrikaden und legen an verschiedenen Stellen Holzfeuer an.

3 n den frühen Dorgenstunden fehle ein umfassender Polizeiangriff auf die Strahenbarrikaden ein, die auch genom­men und geräumt werden konnten. Die Kommunisten setzten jedoch das Feuergefecht aus den Fenstern der Häuser fort. Die angreifenden Beamten waren zum Teil eigens mit Brust panzern ausgerüstet worden. Als Deckung wurden die großen Dannschaftswagen der Polizei mit eingesetzt. Auch die Feuerwehr war herangezogen und ging mit Strahlrohren vor. Trotzdem kam man in den engen Straßen nur langsam von der Stelle.

Nach der Räumung der Straßen drang die Polizei gewaltsam in die Wohnungen vor, deren Türen mit Gewehrkolben eingeschlagen wer­den mußten. In allen Häusern wurde vom Keller bis zum Boden jeder Winkel durchsucht und über 20 Verhaftungen vorgenommen. Selbst die Dächer wurden überwacht, um die Flucht der umzingelten Kommunisten unmöglich zu machen. Die Haussuchungen dauern zur Stunde noch an. Das Straßenviertel ist nach wie vor abgeriegelt. Die Straßen bieten ein Bild wüster Zer­störung. Keine einzige Laterne ist heil geblieben. Die Fensterscheiben der niedriger gelegenen Woh- nr.ngen sind zertrümmert, und meterweise ist das Pflaster aufgerissen. Ueberall liegen Steine, Möbel­stücke, auch Gläser und Geschirr, sowie Bierflaschen, die von den Kommunisten als Wurfgeschosse benutzt wurden.

In Frankfurt hatte sich in drei mächtigen un­übersehbar langen Säulen der Aufmarsch auf der Ostparkwiese vollzogen. Etwa 200 000 Volksgenossen der Stirn und der Faust standen hier auf einem der schönsten Plätze Frankfurts.

Der Kreisleiter, Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, eröffnete die Kundgebung.

Als Vertreter des Gauleiters, Reichs­statthalter Sprenger, verlas sodann der Bezirks­leiter der Deutschen Arbeitsfront und Landesobmann der NSBO. Pg. Willi Becker eine Kund­gebung des Gauleiters, in der es hieß:

Deutsche Volksgenossen! Der größte Schmerz, der mich treffen konnte, ist der, daß mich Krank­heit ans Zimmer bindet und mir nicht ge­stattet, heute unter Euch zu sein. Der 1. Mai ist für den deutschen Menschen ein Feiertag im wahrsten Sinne des Wortes. Denke zurück an Deine Jugend! Folge der Stimme Deines Blutes und Du wirst die Weihe dieses Tages der erwachten Natur fühlen, wenn Du ihn nicht zu erkennen ver-

Der erste Gruß den gefallenen Arbeitern!

Wer auf schwellendem Polster oder im erstklassig geführten Speisewagen den Gotthard durchfahren hat und in Airolo einen Blick aus dem Fenster wirft, der bemerkt jetzt dem Auge unausweich- bar ein Denkmal für diejenigen, die beim Tun­nelbau ihr Leben lassen mußten. Ein halbes Jahr­hundert mit seinen Kriegen, Revolutionen und so­zialen Erdbeben mußte ins Land ziehen, bis der Gedächtnisgedanke sich durchsetzte. Als im Jahre 1881 der Durchschlag erfolgte, da sprach man noch von einem Betriebsunfall; als im Jahre 1934 der König von Italien vor dem Tunneleingang der Apenninen stand, um ihn zu weihen, da war sein Erstes die Gedenktafel dort in Prato, für die Ge­fallenen auf dem Ehrenfelde der Arbeit zu enthüllen. Wir heben den Arm zum römischen Gruß wahr­haftig, das ist etwas anderes als der Gladiatoren­gruß vor dem sinnlosen Schlachten.

Das ist die neue Zeit, die Leben und Opfeüod gerechter abzuwägen weiß und uns stolz machen könnte, wenn nicht auch sie vom Koloß des Mars beschattet würde. Niemandem entgehen die Schieß- luken und Maschinengewehrnester neben dem Gott- hardschlund, und der Weltkrieg war es, der dem Vlan einer Apenninendurchbohrung den Auftrieb aab Ein Blick auf die Landkarte verrät die mißliche strategische Lage des ins Mittelmeer hineinragenden St-aes' der Verkehr Italiens kann sich nid) m die Breite' entfallen, und in der Mitte stört ihn der Eielsrücken des 'endlosen Hohenzuges. Die 8al)n- linien aber längs der Küste sind dem 8euer femd- licber (Schiffe ausgesetzt auch eine Üeberlegung, di? gemacht werden muß, wenn man.heute einen französisch-italienischen Konflikt auf seine nächsten militärischen Möglichkeiten hm^?rpruf.

Unvergleichlich waren die Schwierigkeiten, die sich den Truppen- und Materialtransporten im^ großen Kriege entgegenstellten, denn die Zentralem, man Rückgrat oder Hauptnero des ganzen Verkehrs Organismus nannte, mußte naturgemäß ständig o - stopft oder überlastet sein. Davon bekam auch harmloseste Rompilger eine Ahnung, wenn erkurz nach Bolognain die Berge ging . Mit beängstigen dem Gepuff und Gepuste, wie ein Klavier in oen 5. Stock hinauf, wurde der Zug geschoben und gezogen.

zwei eingleisigen Stollen übertrifft ihn aber an Länge: 19 803 Meter. Erheblich größer waren die Bauschwierigkeiten in den Apenninen und dement­sprechend höher die Kosten. Die acht Baujahre des Simplontunnels verschlangen 75 Millionen Gold­franken, die 13 Jahre des Apenninendurchftichs 300 Millionen Goldfranken (genau 1 Milliarde 112 Mil­lionen Lire). Ohne das energische Einschreiten Mus­solinis würde sich das Riesenwerk sicherlich noch viele Jahre hingeschleppt haben. Mit seinen zahl­reichen Kunstbauten, Brücken und Dämmen erinnert es an die Wunderstraße rings um den Gardasee.

Adria ein.

Daß auch dem Geschäftsmann das umständliche Gezockel nicht behagte, daß er daran ging, die Eisen­bahn überhaupt zu schneiden und sich auf den Last­wagen zu werfen, das merkt zu seinem Leidwesen besonders der Autofahrer auf den Apenninenpässen. Ein Mammut mit Anhänger nach dem andern, fast o breit wie die Straße, rücksichtslos im Bewußtsein hrer Uebermacht ... da kommen wir mit unseren gebrechlichen Dingern leicht in die Enge.Minde- tens die Anhänger müßte Mussolini doch ver­bieten!" Die Mammutlenker grinsen bloß: wie sollen sie auch wissen, wie ihr Anhänger die Kurve zu nehmen gedenkt? Seine Sache! Die Straßenflohe sollen halt in den Graben springen.

Nun wird sich das hoffentlich auch, ändern, ein Anfang wurde bereits gemacht mit der Sonder­besteuerung der Anhänger, der neue Tunnel ist verlockend für den Warenverkehr. Er kürzt die Strecke BolongaFlorenz um die schwierigsten 35 Kilometer ab, die Scheitelhöhe der Direttissima beträgt nur noch 300 Meter, man spart eine Stunde Zeit und schluckt keinen Ruß mehr. Bald wird die ganze Linie von den Alpen bis Rom und schließlich bis zum äußersten Südzipfel elektrisch betrieben werden.

Diel erhofft sich der Verkehrsminisier von der neuen Linie, mehr der Finanzminister. Die Diret­tissima hat die Aufgabe, ihm seinen Haushaltsplan zu erleichtern. Sie soll Personen und Waren an- giehen, den Fremdenverkehr (der jährlich 1% Mil­liarden ins Land bringt) fördern und befruchtend auf das ganze übrige Bahnnetz wirken. Das wäre recht wünschenswert, denn die italienische Bahn ist ein Defizitbetrieb. Die letzte Jahresrechnung schloß mit einem Ausfall von 603 Millionen, wovon aber nur 27 auf die eigentliche Strecke sozusagen ent­fallen. Alles übrige fast ist Zinsenlast! Kalte Rech­ner werden daher finden, daß sich solche Unterneh­men überhaupt nicht rentieren, daß die Kosten des neuen Tunnels niemals amortisiert werden können.

Ein Glück, daß für den Staat höhere Gesichts­punkte gelten und nicht *;r Rechenschieber sein Tun und Handeln bestimmt. Würde er immer nur starr ins Hauptbuch schauen, so gäbe es auch keine Kolo­nien, keine Städtegründungen in den pontinischen Sumpfen, keinen immer sich erneuernden Geburts­tag von Rom.

Rakoczy-Marsch."

Es ist wie in den allerersten Anfängen des tönen­den Films, wie in derMelodie des Herzens": hier ist die ganze Welt grün-weiß-rot beflaggt, der großartig geschwungene Prospekt von Budapest und die weite ungarische Pußta geben den Schauplatz, der Czardas und die befeuernde Reitermusik des Rakoczy-Marsches bilden musikalisch Grundakkord und Leitmotiv zu einer Handlung, die ganz locker und lustspielhaft anhebt, fröhlich weitergesponnen wird in einem sommerlich-ländlichen Manöveridyll mit Tanzgesellschaft und Winzerfest, bis es mit einem Male ernst wird und die ganz spielerisch begonnene Liebesgeschichte überraschend zu einem ernsthaften Konflikt führt; der kann zwar auch mit einem Offiziersduell im Walde nicht aus der Welt geschafft werden, aber obwohl diese kavaliermäßige Begegnung um ein Haar sehr übel abselaujeo wärs, gibt sie doch der Handlung die

_____, v _ urch die Elek-1 trifizierung der Bergstrecke eine kleine Verbesserung, aber der große Buckel blieb doch so unbequem, daß | man ihn lieber umfuhr. Die großen Durchganaszüge bevorzugten die Maremmenstraße, die Linie Pisa Sarzana, und wer von Rom nach Budapest zu ähren hatte, schlug nicht ungern den Weg über die

entscheidende Wendung zum guten Ende. Die Regie (Gustav Fröhlich und Stefan Scekely) hat die zahlreichen Möglichkeiten, die der Schauplatz und die literarische Vorlage, ein Stück von Franz von Herczeg, boten, geschickt und großzügig ausgenutzt und eine Anzahl schöner und malerischer Aufnahmen geschaffen. Fröhlich selbst ist ein fescher und sympathischer Honved-Offizier, der sein Abenteuer auf eine ritterliche Weise zu Ende führt. Camilla Horn, seine Partnerin, hat sich von ihren naturkindhaften Anfängen zu einer eleganten und temperamentvollen jungen Dame von Welt ent­wickelt. Tibor von Halmay, Paul Wagner, Leopold Kramer und Anton Pointer sind vom Ensemble zu erwähnen. Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Im Bei- Programm hört man Willem Mengelberg mit den Amsterdamer Philharmonikern, sieht einen interessanten Bildbericht aus dem hannoverschen Landgestüt in Celle und außerdem eine reichhaltige Wochenschau.

Sochschulnachnchien.

Dr. Leo Rosenberg, o. Professor für Zivil­prozeß- und deutsches bürgerliches Recht an der Universität Leipzig, ist auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt worden. Professor Rosenberg wirkte vor seiner Berufung nach Leipzig an der Hessischen Landesuniversität Gießen.

Professor D. Alfred Uck eley, Ordinarius der praktischen Theologie an der Universität Königs­berg, ist nach Marburg versetzt worden.

Privatdozent Dr. Paul Meißner von der Uni­versität Berlin wurde zum ordentlichen Professor für englische Philologie und Direktor des englischen Seminars der Universität Breslau ernannt.

Professor Dr. Max Trautz, Direktor des Physi- kalisch-Chemischen Instituts in H e i d e l b e r g , hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der anorganischen Chemie an der Universität Rostock angenommen und bereits seine Ernennung zum ordentlichen Professor in Rostock erhalten.

Der Minister des Kultus und Unterrichts und Justizminister Dr. Wacker hat dem Wunsche des derzeitigen Rektors der Freiburger Universi- tät Professor Dr. Martin Heidegger entsprechend dessen Rücktritt von der Universitätsführuna geneh­migt. Zum neuen Rektor hat der Minister den ordentlichen Professor für Straf- und Prozeßrecht, Dr. Ewald Kern, ernannt.

Professor Dr. Wolfgang G a e d e an der Techni­schen Hochschule in Karlsruhe ist auf Grund des Gesetzes zür Wiederherstellung des Berufs­beamtentums in den Ruhe st and versetzt worden« - - ......>, - , ~ - -

Seit dem 22. April fährt man in 16 Stunden von München nach Rom, die Fahrzeit RomBer­lin beträgt nur noch die Hälfte gegenüber den ersten Jahren nach dem Kriege: 24 Stunden, sehr wenig, wenn man bedenkt, daß auch das schnellste moderne Flugzeug seine 8 Stunden braucht. (Immerhin also nur 16 Stunden für die Hin- und Rückreise von 2000 Kilometer, dem zwanzigsten Teil des Erd­umfangs!) In 8 Stunden schafft es auch der Rapido MailandRom, was besonders für die Verbindungen über die Schweiz wichtig ist. Don Zürich kann man also nach Rom fahren, ohne über- nachten zu müssen; ebenso von Bozen aus. In Rom hat man Anschluß an die Direttissima nach Neapel, der tiefe Süden wird somit erschlossen. Eine Direttissima nach Brindisi ist geplant mit Autobahnen und Schnellinien folgt so das moderne Rom der klassischen Ueberlieferung, dem System der antiken Straßen, auf denen Eilposten von Köln

magst. In der Vergangenheit hat uns niemand die Bedeutung des 1. Mai klar gemacht, und niemand hat uns gesagt, daß ein gemeinsames natürliches Sehnen uns an diesem Tage durchzittert. Und doch sind wir hinausgezogen in der Nacht zum 1. Mai, haben die Abendstimmung auf uns wirken lassen, das eigenartige Naturwirken unserer Wiesen und Felder in uns aufgenommen, der Stimme der Nach­tigall gelauscht, ihren Standort auszumachen ver­sucht, das wunderbare Konzert der gefiederten Sänger auf uns wirken lassen, um dann am Morgen jauchzend mit einem Strauß Primeln oder Maiblumen ins Vaterhaus zurückzukehren. Das war die eine Seite, auf der d i e Stimme der Natur und des Blutes zu uns sprach. Auf der anderen Seite trat uns dann in späteren Jahren insbesondere in den Städten und Großstädten das Zerrbild des 1. Mai entgegen: Der 1. Mai als Trennungstag des deutschen Volkes. Ein Tag der Klassenherrschaft des Arbeiters; ein 1. Mai, den jüdischer Geist gestaltete und der von Juden und verjudeten Helfershelfern erhalten und

vor mir, die mit einem Sprechchor, deren Worte aus ihnen herauskamen, die Zukunft begrüßten: Das neue Reich, das Reich der Arbeit. Eins find sie geworden, die ehemals getrennt waren. So, wie es im Reich nicht mehr geben kann und geben darf: Herrscher und Untertanen, so ist ver­schwunden in der Wirtschaft der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Jeder steht im Dienste des Gan­zen und gibt sein Bestes für Volk und Vaterland. Doch, meine lieben Volksgenossen, wir stehen e r ft am Anfang. Uns selbst ist es an die Hand ge­geben, das neue Werden des Volkes zu lenken, zu leiten, zu bestimmen. Deutschland ist nationalsozia­listisch. Alle Deutschen müssen nationalsozialistisch werden. Das bedeutet, daß Deutschland das mustergültige Land der Gemeinschaft werden wird, und daß jeder Deutsche von Kamerad­schaft durchglüht, versuchen muß, seine Kameraden an Gemeinschaftssinn zu übertreffen. So lege ich heute mit euch erneut das Bekenntnis ab, wir wer­den dem Vaterlands dienen, wir werden Deutschland dienen. Wir werden Deutsche sein, wenn wir Adolf Hitler folgen.