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Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch,!. August (93^

a n

igen.

F. Kern.

Nachdruck verboten!

3. Fortsetzung.

man vergißt sich

Wer in Blumen schwelgen, wer sich an den leuch­tenden und den zartesten Farben satt trinken will, der kommt in der Blumenschau am Ber­liner Funkturm zu seinem Recht.

Auf dem Ausstellungsgelände, wo vor wenigen Wochen noch Maschinen hämmerten und die Deutsche Arbeit" verherrlichten, hat der deutsche Gartenbau ein Sommerparadies geschaffen, das einem schon beim ersten Anschauen das Herz auf­gehen läßt. Heber 600 000 Pflanzen sind von fleißigen Gärtnerhänden hier zusammengetra­gen worden. Aus den deutschen Blumenländern in Schleswig-Holstein, um Erfurt und Quedlinburg tarnen die stolzen oder lieblichen Sommerkinder, wurden mit vieler Mühe durch die heißen, trocke­nen Wochen gebracht und zeigen nun pünktlich zur Eröffnung der Schau ihre ganze herrliche Blüten­pracht. Durch jahrelange Beobachtung können un­sere Gärtner das Aufblühen der Pflanzen auf den Tag genau berechnen.

Der Sinn dieser Ausstellung ist nicht, die Schön­heit der einzelnen Blume herauszustellen. Hübsche Gartenecken, ganze blühende Gärten wur­den zu geschlossener Einheit aufgebaut. Es kam auf

Die zierlichen, bunten Krönchen des Eisenkrauts stehen neben dem vielfarbigen, großblumigen Lö­wenmaul. Zartestes Gelb geht über in flammendes Braunrot. Die purpurnen Riesenköpfe der Zin­nien heben sich eindrucksvoll von den blasseren Gla­diolen ab. Die blauen Teppiche des Leberbalsam und der Skabiosen ziehen sich die kleinen Hügel empor, die zur Gliederung der Fläche aufgeschüttet worden sind und auf ihrer Höhe Springstrahlen und Plastiken tragen. Denn, das will uns dieser Teil der Schau sagen, Blumenfelder allein tun es noch nicht, der Garten will durch bewegten Stein oder durch plätscherndes Wasser belebt werden. Da­mit wird die Verbindung zum Heim ge­schaffen, der Garten selbst soll ja zum Heim wer­den. So finden wir denn hier und da kleine Brünnchen mit einer Gruppe spielender Kinder oder einem Flötenbläser, von ernsten Tannen um­geben oder von schmiegsamen Zweigen der Weide halb verhangen. Aus dunklem Grün steigen schlanke menschliche Gestalten empor, die die Blicke auf sich sammeln und zur Ruhe kommen lassen.

Den Garten in Perbindung mit dem

Jeder Blumenliebhaber, jeder Gartenfreund wird in den folgenden Wochen am Funkturm Anregun­gen für den eigenen Garten und das eigene Heim finden. Denn ' die Blumenschau will nicht nur

Das weite Rund des Terrassengartens gliedert sich in bunteste, bewegteste Blumenringe, die einen fröhlichen Reigen von Sommerblumen, Rosenstämmchen und Staudengewächsen darstel­len. Der äußerste Ring ist 22 Einzelgärtchen vor- behalten, von denen jedes anders aufgeteilt ist, je nach dem Zweck, dem es dienen soll. Wer Augen und Nerven ausruhen will, wird sich vor der glatt- grünen Rasenfläche wohlfühlen, um die als ein­ziger Schmuck ein weißschimmerndes Band von Astern läuft, während im Hintergrund Wasser­lilien ein kleines Bassin umstehen. Buntere Gärten, in denen Rittersporn und Phlox, die Flammen­blume, sich in leuchtenden Farben überbieten; wechseln ab mit Ob st gärten, wo Aepfel am Spalier und an freistehenden Bäumen heranrei­fen. Die Laubenfrage wird hier aufgegriffen und an praktischen Beispielen abgewandelt.

Den nördlichen Teil des Ausstellungsgeländes um­gibt eine 'geschlossene Pergola, in der die Garten­bau-Industrie untergebracht ist und der Berliner Zoologische Garten an Hand von Terrarien und Aquarien die Belebung des Gartens mit Tieren veranschaulicht. Hier werden auch im Verlauf der Ausstellung mehrere Sonderschauen gezeigt werden.

die künstlerische G e l ä n d e g e st a l t u n g an, die der Eigenart jeder Pflanzensorte in ihrer Ge­samtheit gerecht wird. Darum ist besonderes Ge­wicht auf die Gliederung einzelner Gartenteile ge­legt und das Ausstellungsgelände entsprechend auf- geteilt worden.

Umgrenzt von einem lieblich berankten Säulen­gang zeigt der Große Blumengarten lange Beet­reihen edelster Gewächse. Zwischen Kübeln von blauen Hortensien und dekorativen Heliotrop ragen stolz die hohen Stiele und kostbar geschnittenen Blüten der Calla, des Blumenrohrs, empor, bie in Rot, Gelb und Orange leuchten. Gesteigert wird dieser vornehm dekorative Eindruck noch im Haus der Gartenkultur, wo seltene exotische und subtro­pische Gewächse sich an bastbehangene Wände schmiegen oder ihre bizarren Formen wirkungsvoll zur Geltung bringen. Von der Sonnenterrasse sieht man die zvrtrosafarbigen Flamingos, die der Zoologische Garten hergeliehen hat, in einem Was­serbecken umherstelzen.

Rechts und links von diesem Gelandeteil dehnen sich Gärten mit'Sommerblumen, die zu wunder­baren Farbensymphonien zusammengestellt sind.

hingegangen? Daß wir nun so lange mit dem Essen warten müssen?"

Es klang sehr ungehalten.

Doris wollte sich einige kleine Toilettengegen­stände besorgen."

Na ja! Hoffentlich kommt sie bald. Mutter hat mich sehr verwöhnt. Ich habe nie warten müssen auf sie."

Mutter ist eine liebe Frau gewesen. Aber sie ist doch anders erzogen als die heutigen, modernen, jungen Frauen."

Es klang gereizt. Und gerade aus diesem gereizten Ton spürte der alte Herr deutlich, daß auch der Sohn mit Doris nicht zufrieden war. Vielleicht bereute er die schnelle Heirat schon.

Na ja! Alt und jung paßt nicht zusammen. Wir wollen sehen, einander zu ertragen!" sagte der alte Herr begütigend.

Doris kam dann auch zurück.

Und da mußte sie alle Selbstbeherrschung auf- bieten, als sie sah, daß Fritz Farnhorst der junge Beamte war, von dem ihr Schwiegervater so ge» schwärmt hatte.

Sie reichte ihm die Hand, und ihre Augen baten ihn um Schweigen.

Da wußte Fritz Farnhorst, daß diese Frau ihre Ehe auf einer Lüge aufgebaut hatte.

Er sah an ihr vorüber. Er wies es weit von sich, mit dieser Frau ein Geheimnis teilen zu wollen.

Dennoch war aber ein Geheimnis da.

Aber er hatte doch wiederum auch kein Recht, darüber zu sprechen. Es war ein böses Omen für ihn, daß gerade diese Frau die Gattin des jüngeren Feller war!

Doris Feller aber sah dem großen, schönen Men­schen nach, dessen helle graue Augen an ihr vor- übergingen. Der nichts mit ihr gemein haben wollte. Nicht einmal ein Stück Vergangenheit!

Sie hatte geglaubt, ihn zu hassen. Aber jetzt haßte sie ihn nicht mehr. Jetzt war ein merkwürdiges Gefühl in ihr. Vielleicht war es doch nur eine weh­mütige Erinnerung...?

Neinl Es war etwas anderes.

Fritz Farnhorst war jetzt ein junger, kraftvoller, begehrenswerter Mensch.

Ihre erste Ehe war eine Versorgung gewesen. Sie hatte die rettende Hand des alten Bankiers Vorbach ergriffen, als rings um sie alles zufammen- ^"Die Mutter war vor zwei Jahren gestorben. Der Vater war nach Verbüßung seiner Strafe nach Amerika ausgewandert. Bankier Vorbach war an einer Blutvergiftung gestorben. Sie war wieder frei! Frei von einem Manne, der viel älter als ihr Vater gewesen war.

Und sie war wieder vermögend!

(Fortsetzung folgt.)

Volksgenossen finden, aber wir wollen auch den Ruf unserer wahrhaft gemeinnützigen christlich-na­tionalen Arbeit nicht geschmälert «sehen. Wir wollen das allein durch Leistung gewonnene Vertrauen nicht durch Reden und auch nicht durch Dorent- halten unserer Leistungen schmälern lassen. Das aber ist gewisser Rede dunkler Sinn. Diese Sprache ver- stehen wir nicht mehr.

Wir lasteten niemals bie religiöse Einstellung der von uns Betreuten an, wir lassen bet Kirche, was ihr gehört, aber wir lassen uns auch in unser großes beulsches Liebeswerk von keiner Seite ftörenb Hineinreben.

Es gibt nur eine gemeinschaftliche AktionMutter und Kind", die unter der Führung der NSP. steht. Ein eigenes Werk konfessioneller Verbände, wie es gefordert wurde, widerspricht den Anordnungen und dem Sinn der Aufgabe, die genau so national wie positiv christlich ist.

Wenn evangelische Kinder in katholische Gegenden kommen und umgekehrt, dann werden hiermit christliche Brücken geschlagen werden, die der nationalsozialistische Staat um des inneren Friedens willen fordert und ersehnt.

Die NS.-Volkswohlfahrt ist webet profe- stanlisch noch katholisch, sonbern ein nationalsozialistisches Liebeswerk. Wit wollen Katholiken und Protestanten als Deutsche er­fassen. Es ist genug mit bem Vruderkampf im Vaterland, es hat ein Ende mit dem konfessio­nellen habet, eine neue Generation kennt nur noch bas große unb gemeinsame Deutschlanb

Oer zehnte Tag: 1. August.

1 .55 Uhr: Telegramm Wilhelms II. an König Viktor Emanuel III. von Italien: Erklärung bet Vorgänge; Hinweis auf Freundschaft unb Bündnis.

g bis 13 Uhr: Französischer ZHinifferrat; Mobil- machungsbeschluh.

Vormittags: Kaiser Wilhelm stimmt bem Tenor der Kriegserklärungen zu.

11 Uhr: Sitzung bes britischen Kabinetts; kein Beschluß über Mobilmachung.

12 Uhr. Das beutsche Ultimatum an Rußland läuft ab; Rußlanb antwortet nicht.

13 Uhr: Die französische Regierung antwortet auf bas beutsche Ultimatum:Frankreich wirb tun, was seine Interessen ihm gebieten.

Die beutsche Kriegserklärung Rußland geht an Graf Pourtales ab.

"Gonnnerblumen am Funkturm."

Sonderbericht von der Eröffnung der Ire landblumenschau Berlin 1934.

England sichert Frankreich zu, Durchfahrt deutscher Schiffe durch englischen Kanal zu ver­hindern und französische Küste gegen deutsche Flotte zu schützen.

14.05 Uhr: Fünftes Telegramm Niko­laus II. an Wilhelm II.: Erbittet Garantie, daß bisherige russische Maßnahmennicht Krieg bedeuten"; brückt Hoffnung auf weiteres Verhan­deln aus:Unserer langbewährten Freundschaft muh es mit Gottes Hilfe gelingen, Blutvergießen zu vermeiden".

16 .23 Uhr: Lichnowsky meldet, Vorschlag Greys, England wolle neutral bleiben und Passi­vität verbürgen, wenn Deutschland erkläre, daß es

Am anderen Tage war der Vertrag unterzeichnet. Farnhorst ging auf vorläufig zwei Jahre nach Salheim.

Nach einigen Monaten liebte er seine Stellung. Zuerst hatte er manchmal gedacht, daß er wohl mit den Beamten, alles ältere Leute, nicht allzu gut auskommen könne. Aber dann hatten sie sich doch aneinander gewöhnt.

Der Landarzt, ein sehr gemütlicher Herr, hatte ihn ein paarmal zu sich eingeladen. Aber da waren zwei Mädels im Hause, und die Frau Doktor Spiller machte ihm so mütterliche Augen, daß er da auch nicht mehr oft hinkam. Als er einmal zu seinem Chef zum Vortrag reiste es war ungefähr ein halbes Jahr nach feiner Anstellung, da traf er auf der Treppe zu der Wohnung des Kommer­zienrats eine rotblonde, junge, elegante Dame.

Erkannte sie!

Doris Langer!

Wie kam die in dieses Haus? Wohnte sie hier?

Als er droben um die Biegung der Treppe ging, sah er, daß auch sie sich nach ihm umsah. Und er bemerkte ein höhnisches Lächeln um ihren üppigen Mund.

Dieses Zusammentreffen war unangenehm. Aber die Zeit ihrer damaligen Bekanntschaft lag so weit hinter ihm, bedeutete ihm so gar nichts mehr, daß ihn diese Begegnung nicht erschütterte.

Er dachte nur noch einmal:

Wie kommt nur Doris Langer gerade in dieses Haus? Wohnte sie hier? Denn das ist ja selbst­verständlich, daß sie nach dem damaligen Vorfall nicht in ihrer Heimatstadt geblieben sind, die Langers!

Der Geheimrat empfing ihn sehr bald. Doch saß der alte Herr nicht allein in dem großen schonen Arbeitszimmer. Sein Sohn, ein schlanker, hübscher Mann in den Dreißigern, war bei ihm. Der Kom­merzienrat stellte vor.

Die Herren reichten sich die Hande. Dann nahm auch Richard Feller mit an der Besprechung teil. Einmal meinte er lächelnd: .

Ich werde wohl noch nicht gleich nach Salheim kommen. Meine Frau war entsetzt, als sie hörte, daß sie mit dorthin sollte. Nun, Sie haben sich ja tadellos eingearbeitet. Und da geht es ja ganz gut, wenn Sie hierher zum Vortrag kommen."

Fritz Farnhorft erhielt nun eine Einladung zum Mittagessen. Bis dahin unterhielten sich die Herren von allem möglichen. Die Gattin des Kommerzien­rats unterhielt sich eine Weile mit Farnhorst m ihrem kleinen, hübschen Salon. Drüben sagte Richard Feller zu seinem Vater:

Noch sehr jung, aber offenbar tüchtig. Obwohl ich nie dafür war, einem Menschen in diesem Alter solch verantwortungsvollen Posten anzuvertrauen.

Laß gut sein! Ich bin sehr zufrieden, und du wirst es auch sein können. Aber wo ist nur Dons

Vor 20 Fahren.

Oie Tragödie der 13 Tage. Ein Zeitkalender der Tage des Kriegsausbruchs vom 23. 7. - 4. 8.1914.

AS.-Volkswohlsahrl - katholisches oder protestantisches Liebeswerk? Don Gauamtsleiter pg. Bürgermeister Haug, Darmstadt.

Haus zeigen uns mehrere wirklichkeitsgetreu nach­gebildete Modelle. Bauernhaus und Bau­erngarten bilden eine stilechte Einheit, beide sind den besonderen Bedürfnissen des Landlebens angepaßt. Das deutsche Blockhaus geht über die blumengeschmückte Veranda fast unmerklich in den prächtig angelegten Gartenhof über. Der Garten ...... - - ' . . -

des Einfamilien-Siedlerhauses wird in seiner Zwei- Freude des Augenblicks schenken, sondern An- teilung als Wohn- und Nutzgarten den Anforderun- Hänger werben für die Bewegung der d e u t - gen der Siedlerfamilie durchaus gerecht. Alles dies schen Gartenkult u r und gefunoe Erholung sind geschlossene, wohlgelungene Einzellösungen der und blühendes Gartenglück ins Volk tragen, verschiedensten Probleme. Kern.

Farnhorft war aufgesprungen.

Eine ungeheure Erregung war in ihm.

Das wollten Sie tun, Herr Kommerzienrat? Ich würde Ihnen diese Tat durch Treue und unermüd­liche Arbeit lohnen."

Na, dann wär das also abgemacht. Sie kommen jeden Monat einmal zu mir und erstatten mir Bericht. Ab und zu komme ich einmal hin. Aber Mu gern reife ich nicht mehr. Mein Sohn ist zur Zeit auf Reisen. Er übernimmt später alles. Trotz­dem werden Sie ihren Posten behalten, dafür sorge ich schon. Und mein Sohn schrieb uns in seinem letzten Brief, daß er sich zu verloben gedenke. Er hat eine reizende junge Witwe tennengelernt. Sie ist obendrein sehr vermögend. Also gibt's nichts dagegen einzuwenden. Nun werden da wohl ein paar Jahre vergehen, ehe er sich in Salheim ver­gräbt. Später muß er aber hin, da sich die Brüche sehr rentieren. Es soll weiter ausgebaut werden, das ganze Unternehmen. Man kann dann dort viele Menschen beschäftigen. Und ein wundervoller alter Park ist in der Nähe. Wenn Sie sich einarbeiten, kann es wahrscheinlich eine Lebensstellung - fein. Aber wiederum Sie sind noch sehr jung. Diel los ist in Salheim nicht. Vielleicht wird es Ihnen mit der Zeit doch zu einsam werden."

Bestimmt nicht, Herr Kommerzienrat. Ich bin gern für mich. Und arbeiten kann ich!"

Und hungern wahrscheinlich auch!, dachte der alte Herr. Laut sagte er:

Na, dann freut es mich, Ihnen den Weg ebnen zu können. Dann kommen Sie morgen vormittag zu mir. Da sprechen wir weiter. Mein Neffe, Hans Segler, hatte mich gebeten, etwas für Sie zu tun. Ich habe ihm nichts versprochen. Ich wollte Sie aber erst sehen. Aus meine Menschenkenntnis habe ich mich immer verlassen können."

Freundlich nickte der alte Herr dem Jüngeren $u, und dann ging er wieder zu den anderen zurück.

Farnhorft stand noch da. Er konnte es beinah nicht fassen, das Glück, das da so plötzlich gekommen war.

Aber es war gekommen! Und nun wollte er es festhalten!

Arbeit!

Er wollte abreiten! Nichts sollte ihm zuviel fein. Der alte, gütige Mann sollte mit ihm zufrieden sein.

Farnhorst ging auch wieder hinüber. Er suchte Hans Segler. Der stand da und sah ihm fröhlich entgegen.

Na? Was hat Onkel Feller gesagt?" Farnhorft drückte ihm die Hand.

Das werde ich dir nie vergessen. Du hattest das alles arrangiert. Daher die Einladung? Hans, das werde ich dir nie vergessen!"

Der Abend verlief sehr schön und anregend Es wurde auch gesungen. Eines der jungen Mädchen sagte ein Gedicht, und die weiche, junge Stimme schmeichelte sich den Hörern ins Ohr.

Ein ganz vorzügliches Essen hatte es auch ge­geben. Es war spät geworden, als man sich endlich ^Farnhorft und Hans Segler bummelten noch ein Stückchen durch die Anlagen, sprachen von diesem und jenem.

Die Eltern Seglers wohnten in Berlin. Der Vater leitete dort ein großes Büro, war em be­kannter Architekt, der viele Auftrage hatte. Der Sohn studierte Ingenieur-Wissenschaft Er wollte noch ein paar Semester nach Rostock. Sie wurden

sich also doch trennen. .

Das ist nun einmal fo Der eine wird dcchm abgetrieben, der andere dorthin. Hauptsache ist, sich nicht ganz."

Pärchen zogen an ihnen vorüber. Segler lachte

^Morgden^gehe ich mit meiner kleinen Shanna ins Konzert ^Jch habe schon Karten. Sie ist Ver- täuferÄ Wotty. N? ist blond und reifen , kommt aber nie für eine Heirat in Frage. Selbst­verständlich nicht."

,',Ich'denke sthon, daß sie es weiß. Ich habe in dieser Beziehung mal was sollen lassen Aber da sie auch weiterhin mit mir ousg h, Erkenntnis nichts ausgemacht hobem und ich bin froh darüber. In Rostock wird s ja auch was Nettes für mein Herz geben."

Farnhorft schwieg.

Er beqriff das nicht. Wie konnte man feine Siebe !o leichtfinnia verschenken? Und was waren das für Sen8 bie da wußten, daße sich nur zum Spielball hergaben?

»Ach l°>. Di- Aällt das nicht?Ja, s°^°m ^ln'8Abe? ch sag°dtt: Lm bift'bu? Saßt deine cm- y Jk Lafore oorubergehen. Und nun jungen und sch f begraben. Du lieber Gott! Dar faaenlich dke N-b?i hellichtem Tage schon

Ä ' Zür mich wäre das nichts. Ich war mal iMt Onkel dort. Beinah wollte er mich nämlich dorthin lotsen. Aber ich hab ihm gleich eine erboste Abskiae aeaeben. Und er meinte dann, das sei wirk- tich nichts für mich. Ra, nun ist dir geholfen. Du liebst die Einsamkeit."

Allerdings!"

Sie trennten sich am Bismarckplatz und gingen jeder ihrem Heim zu.

IßeoUie Sie Me wM.

Vornan von Gert Nothberg.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)

Seit -em ersten Tage ihrer Gründung durch den Führer hat die Nationalsozialistische Volswohlfahrt nur Arbeit und Einsatz für das ganze Volk gekannt. Wir fragten bei keinem Betreuten nach Stand, Beruf, Religion oder frühere Parteizugehörigkeit. Die Not und der Hunger tut bei jedem Volksgenossen weh, und

wir kannten nur die große Aufgabe, einen echten Sozialismus der Tat als das Wesen des nationalsozialistischen Staates unter Beweis zu stellen.

Waren dies die Grundsätze im vergangenen Winterhilfswerk, so gilt dies auch nun bei den gegenwärtigen Aufgaben der NS.-Dolkswohlfahrt. Die AktionMutter und Kind" kommt dem ganzen deutschen Volke zugute. Stand die Notwen­digkeit fest, irgendeine hilfsbedürftige Mutter oder ihre Kinder zu verschicken, so hat die NSV. ge­handelt und nach nichts anderem gefragt.

Um so bedauerlicher, daß man diese Arbeit am ganzen deutschen Volk nun schon wieder zu stö­ren sucht, zu stören aus einer fanatisch ein­seitigen Gesinnung heraus, welche nicht an die umfassende Volksgemeinschaft denkt, sondern eigene Gemeinschaften gesondert be­handelt wissen will. Die aus der gemeinsamen Kraft aller Volksgenossen so starke Leistungsfähig- keit der NSV. wird in geradezu gehässiger Einseitig­keit geschmälert, oder aber aus einer sich wiederbele­benden Klassengesinnung heraus vorgeschlagen, auf diese von der NSV. gebotenen Erholungs.möglich- keiten einfach zu verzichten. Die NSV. würde im­mer noch genügend hilfsbedürftige und dankbare

16.40 Uhr: Mobilmachung Frankreichs.

17 Uhr: Mobilmachung Deutschlands.

18.04 Uhr: Lichnowsky meldet, Grey wolle ihm heute nachmittag Vorschläge für Neutralität Eng­lands machen, selbst für den Fall, daß Deutschland mit Rußland und mit Frankreich Krieg hätte". Beratung beim Kaiser über Greys vermeintliches Angebot; Deutschland ist bereit, Frankreich nicht an­zugreifen, wenn England unbedingte Neutralität Frankreichs verbürgt (Telegramm nach London um 19.15 Uhr).

19 Uhr: Eingang eines Telegramms König Georgs an Kaiser Wilhelm:habe an Nicky telegraphiert, bin bereit, alles zur Vermitt­lung zu tun". Kurz zuvor Telegramm des Kaisers an König Georg über Greys Vor­schlag: Deutsche Mobilmachung nach zwei Fronten ist nicht mehr rückgängig zu machen; bei Garantie Englands für französische Neutralität wird Deutsch­land Frankreich nicht angreifen.

19 Uhr: Graf Pourtales übergibt Sasonow die deutsche Kriegserklärung.

22 Uhr: Die französische Mobilmachung wird in Deutschland bekannt.

23 Uhr: Der Kaiser gibt den uneingeschränkten Aufmarsch an der Westfront frei. Nachts: Bera­tung in Berlin über die Kriegserklärung an Frank­reich.

22.45 Uhr: 5. Telegramm Wilhelms II. an Nikolaus II.: Mitteilung der Mobilmachung; letzter Appell; Ersuchen, jede Verletzung der deut­schen Grenzen zu verbieten.

bei Neutralität Frankreichs in deutsch-russischem 23.55 Uhr: Bethmann-hollweg meldet Greys ver­wiege Frankreich nicht angreifen werde (Lich- meintliche Bereitschaft an die Botschafter in Wien nowskysches Mißverständnis"). unb Rom.