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Oer Schornstein.
Von Hans Georg Brenner.
Im zweiten Kriegsjahre, so wird uns überliefert, an einem freundlichen Sommertag, wurde eine deutsche Jnsanterieabteilung zum Sturm aus eine französische Ortschaft angefetzt, die — der vorausgegangenen Be- jchießung durch unsere Artillerie zum Trotz — von dem hoch ausragen- 5en völlig unversehrten Schornstein einer Zuckerfabrik beherrscht wurde. Ls gelang den Unseren, das Dorf zu nehmen und den Feind in die dahinter liegenden Felder zurückzuwerfen, als ein Infanterist, ein Saar- pfäüer, zufällig gewahr wurde, daß hach oben auf dem Fabrikfchornftem rin Franzose saß und, scheinbar ohne jede feindliche Absicht, geruhsam das kriegerische Treiben unter sich verfolgte. Der Saarpsälzer vergewisserte rieh bei seinen Kameraden, daß er keiner Täuschung unterliege, formte die fiönbe vor dem Mund zu einem Trichter und bedeutete dem Manne oben in gutem Französisch: er möge ruhig herunterkommen, der Krieg fei nun Für ihn beendet. Der Franzose jedoch machte keine Anstalten, der Aufforderung Folge zu leisten und über die eingemauerten Eisensprossen an Der Außenseite des Schornsteins seinen offenbar recht bequemen Hochsitz ,u verlassen. Je dringender der Saarpfälzer ihn zum Abstieg ermunterte, ____föhhnHo fÄofton ipinpr 9Reiaeruna Aus-
Druck, ja, als der Saarpfälzer sich endlich dazu entschloß, nur mit bem Revolver am Koppel hinaufzuklettern und seine lebende Beute selbst hinunterzugeleiten, begann der Franzose in aller Ruhe eine Zigarette zu Drehen und vergnügt ein paar weihe Ringe gegen den blauen Himmel
Weile Wett und breites Leben.
Bon I. W. von Goethe.
Weite Welt und breites Leben, Langer Jahre redlich Streben, Stets geforscht und stets gegründet. Nie geschlossen, oft gerünbet, Aeltestes bewahrt mit Treue, Freunblich ausgefahtes Neue, Heitern Sinn unb reine Zwecke: Nun! Man kommt wohl eine Strecke.
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Noch ein wenig außer Atem, versuchte ber Saarpsalzer ihn oben von Der Sinnlosigkeit seiner Weigerung zu überzeugen, um enblich bem freunblich lächelnben Franzmann burch einen kamerabschaftlichen Schlag auf bie Schulter zu bebeuten, baß er fein Gefangener fei unb ihm unverzüglich zu folgen habe. Der Franzofe schüttelte ben Kops: jo weit wäre es noch nicht. Er wies mit ausgestrecktem Arm nach Narben unb erklärte dem verbüßten Pfälzer, daß borther eine starke Abteilung ber Seinen nahe unb ben Ort fraglos zurückerobern werbe. Unser braver Infanterist arschrak unb wollte sogleich roieber hinunter klettern, um feine Kameraben vor bem Feinb zu warnen. Bevor er jeboch bie erste Eisensprosse verlassen konnte, hielt ber Franzose ihn mit einem Hinweis auf fernen Revolver beim Hanbgelenk fest unb bebrütete ihm, er möge ruhig hier neben ihm Platz nehmen unb bie Entwicklung ber fraglos noch ungeklärten Vage
Ehe sich ber Saarpsälzer in feine ungewöhnliche Situation geschickt «satte, brehte ihm ber Franzose eine zweite Zigarette unb bot ihm obendrein noch Feuer an. Rauchenb beobachteten.bie beiben nun von ihrem luftigen Platz aus, wie bie Unseren unten von bem ungestüm ansturmen- fcen Feinb überrascht unb in erbittertem Gefecht wahrenb besten keiner der Kämpfenben auf bie Männer oben achtete, aus dem Ort wieber ve - drängt würben. Die atemraubenbe Spannung, in bie ihn die leicht zu vberfehenben Operationen unten versetzten, lieh unserem Saarpsälzer bie Zigarette ausgehen. Der Franzose, ber mit wachsender ©eniigtuung nur die Bewegungen feiner Kameraden verfolgt hatte, bot ihm aufmertfam zum zwEnmale ein Streichholz an. Er lächelte — ein teuflisches an- mutenbes Lächeln, ba er sich an bem Ruh auf bem Kaminsims bie Hande «-schwärzt unb mit biefen achtlos im Gesicht Herumgewi seht hatte, klopfte nun seinerseits den Deutschen auf die Schulter und erklärte ihn zu feme Gefangenen: er möge unverzüglich vor ihm hinuntersteigen, nun s
Un n Saarpfällzer^ blickte verloren in die Landschaft, die sich unter »Hw. weithin dehnte und verhältnismäßig unversehrt gebliebenmar, bis «hn die lebhaften Rufe von unten unb bie frohen Antworten des Fran- äofen neben ihm in bie mißliche Wirklichkeit zuruckr.efen Er solle m^ht länger zögern, erklärte ber Franzose. Ratlos sah sich der Saarpfal^r im Gelänbe um, unb sogleich hellte sich fein ebenfalls an^chwarztes Gepcht Wieder auf, da die Unseren vor dem Ort, 'M Schlitze wütend bellender Maschinengewehre, zu neuem Sturm ansetzten unb von Suben fer Härtung nahte, bie ben Franzosen keine Atempause gönnte. Elachte unb meinte, man täte vielleicht gut daran, noch eine Welle SU warten, »is die Lage unten restlos geklärt fei, und der Franzose nickte ernst Indes Das Gefecht von neuem entbrannte, nahm er bie Zigarette, bietjm ber Deutsche aus einer zerdrückten Schachtel bot, er rauchte un stellte ruhigt fest, daß unten fein Schicksal offenbar besiegelt tourbe. Die Dem Ichen griffen von zwei Seiten an, warfen ben Feinb, befferr »erftarfung nun nicht mehr genügte, enbgültig zurück unb "ahmen obendrein einig Franzosen, bie sich trotz tapferer Gegenwehr ber raschen Umklammerung nicht hatten entziehen können, gefangen. py,raü
Der Franzose fügte sich unb glaubte wieber ben mahnenden Schlag aus ber Schulter zu spüren; boch hätte ber nicht von einem MnenDen Laut begleitet sein dürfen, auch hätte der Deutsche neben^ihrn keine B anlassung dazu gehabt, traurig, wie um Hilfe bittenb, das s ) 0 • seme Schulter zu lehnen. Allmählich erst begriff der ffcanjBfe, bafi Der andere, dem er nun unweigerlich als (Befangener zu fo9,ö' ° ner Kugel getroffen war, von einer verirrten Kugel vielleicht, 0^^0011 fincr wohlgezielten französischen, die den Deutschen, ode g (« en deutschen, die den französischen Ausguck treffen follte. Mit gefchiosjenen
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Augen unb schmerzlich verzogenem Mund lehnte ber Deutsche neben ihm. Der Franzose legte aufgeregt den Arm um ihn, tastete mit der slachen Hand seine Brust ab, an der sich bereits der Unisormrock verfärbte, rief, flehte ben Kameraben an, er möge roieber zu sich kommen. Da er nur ein leises Stöhnen zur Antwort erhielt, machte er sich unverzüglich baran, ben offenbar Schwerverwunbeten zu bergen... Fraglos ein schwieriges Unternehmen. Die Eisensprosten, bie ben Abstieg ermöglichten, waren nicht breit, unb ber schmale Kaminsims, auf bem sie faßen, erlaubte keine gewagten Bewegungen. Dennoch gelang es ihm, ben Saarpfälzer, besten Gesicht sich schon oeränberte, behutsam über seine Schulter zu legen. Währenb ihn unten immer mehr Deutsche mit zunehmenber Spannung beobachteten, trug er Sprosse für Sprosse bie schwere Last hinunter, wohl bebacht, bem Berwunbeten jebe überflüssige Bewegung, jeben unnötigen Schmerz zu ersparen. Aber bie Last würbe von Minute zu Minute schwerer, unb bas Blut bes Deutschen sickerte schon burch seinen Rock.
Als er erschöpft unten lanbete unb von seiner Fracht befreit wurde« taumelte er, und die Arme, die ihm entgegenfprangen, galten nicht dem Gegner, ber noch im Besitz einer Waffe war. Er erholte sich rasch, und sobalb seine Augen auf ben am Boben liegenben Saarpfälzer fielen, besten Unisormrock man geöffnet, bann aber roieber zugeknöpft hatte, sagte er: dieser hier habe ihn gefangen genommen unb bann fein Leben gerettet. Er nahm Haltung an. Die Hanb an ber Mütze, gab er ben Umstehenben bas Beispiel, ben Toten zu ehren. Sie grüßten ihn, unb wie nach vorheriger Berabrebung galt ihr zweiter Gruß bem Franzosen, ben ber Tote in ihre Gewalt gegeben hatte.
Oie Spielschar.
Bon Georg von der Bring.
Wir hatten ihnen diesen Namen gegeben, weil sie spielen konnten wie Engel. Ich aber habe sie bewachen müssen, so oft es die Großmutter von mir forderte. Es waren vier kleine Knaben, Brüder im Alter von vier bis fieben Jahren; ihre Vornamen sind mir entfallen, ich weih nur noch, daß sie ziemlich ungewöhnliche Namen hatten; der jüngste wurde von feiner Mutter Sibo ober fo ähnlich genannt. Es ist lange her. Ich war bamals zwölf. , , , . .. . ,
Wer hätte benten können, baß sie fo schwer zu bewachen sein mürben 1 Sie tarnen ganz brav, Hand in Hand alle vier, mit ihrer Mutter die Straße herunter. Sie trugen saubere Matrosenanzüge, aber keine Mutzen; bei allen stand das helle Haar steil und feurig empor. Dies steile Haar hätte mich von Anfang an stutzig machen fallen. . _ ,
Die Mutter war eine kleine luftige Frau. Kaum hatte sie meine Groß« mutter erblickt, die vor der Haustür in einem der steinernen Sessel auf ihren Kissen sah, so nahm sie ihr gegenüber in dem anderen Sessel Platz. In diesen Sesseln war es an den heihen Sommernachmittagen so sehr angenehm. Bevor die kleine Frau Baurat zu plaudern begann, sagte bis Großmutter zu mir:
„Spiele derweil mit den Kleinen!"
Ich wäre lieber zu meinen Kameraden an den Hafen gelaufen; aber es muhte wohl fein. Die vier Knaben lächelten mir bann fo freubig zu, daß ich meine Unlust vergaß. Sie ließen ihre Hände los, putzten sich eifria die Schuhe ab und folgten mir auf den kühlen Flur. ;
Hier auf bem unteren Flur hing bas Bilb von Bismarck im Kurassier- belm. Wir blieben bavor stehen, unb ich erklärte es ihnen ausführlich« Was ich sagte, klang in bem leeren Hause roiber. In alle Räume drang es beren Türen offenftanben, in ben Oberstock hinauf unb wohl noch weiter empor ... unb bie Spielschar hörte mir brav zu, unb alle vier hielten sich wahrhaftig roieber bei ben Hänben gefaßt.
Als ich bann nichts mehr über Bismarck auszusagen wußte, führte ich sie ins Wohnzimmer. Sie nahmen auf Grohmutters Schaukelstuhl Matz. Sie saßen bört als eine kleine blauweiß gestreifte Gruppe. Sie schaukelten nicht einmal. Es war, als hielten sie in oller Unfdjulbvoif einem Photographen still. Ick) wußte mbesstn, baß bieser Ruhe nicht zu trauen war. Zwar lagen bie gefährlichen Punkte, auf bte id) bejonbers achten sollte, im Hof. Die Großmutter hatte sie mir genannt. Vor allem mußten bie Kleinen von ber Aschengrube ferngehalten werben wegen bes Kartoffelbrecks; zweitens vom Glasschuppen, ben Großvater regelmäßig abzuschließen vergaß; benn dort hätten sie sich die Fmgerchen zerschnei- ben können; unb brittens von ber Werkstatt, wegen ber Farb-rckopfe unb Dem Kitt. Viertens war ich von mir aus entschlossen, sie nicht an Die Regentonne zu lassen, in ber mein Schiff schwamm.
In ber Wohnstube waren sie vorläufig gut ausgehoben. Um ihre Gebauten auf eine ruhige Bahn zu lenken, ging ich an Großmutters Eckschrank unb holte bie Lupe. Jeder bürste hmburchsehen. Emer nach bem anbern richteten sie bie Lupe burch bie Fensterscheibe auf ben Hof, wo bie Hühne? irn Sanb lagen. Die brei älteren freuten sich über bie riesigen Hühnertiere, bie ihnen bie Lupe zeigte; aber als der längste biestr Sibo, fo An gewaltiges Huhn erblickte, begann er schmerzlich zu schluchzen Um ibn w beruhigen, brehte ich bie Lupe um, unb nun mußte auch Sibo lachen- benn bas Huhn war plötzlich in bie äußerste Ferne geruckt, klein wie ein Spielbing und äußerst ungefährlich. .
Die vier waren jetzt munter geworden. Sie kehrten nicht mel)r auf den Schaukelstuhl zurück, sondern umstanden mich mit begierigen B.ickem Schon war es nötig, daß etwas Neues geschah. Ich ging also und nahm die Zwerge vorn Bord herunter. Diese Zwerge mögen Damals das Modernste gewesen fein, was man sich denken kann. Es waren zwei hand- hohe Figuren aus bemaltem Blech, Weißbärte mit hohen Zipselmutzen, die auf Baumstümpfen saßen und lange Tabakspfeifen mHandenhielten Die Baumstümpfe unter ihnen waren (0 hohl roie sie selbst. Da drinnen befanden sich zimtbraune Räucherkerzen.
Ich zündete die Räucherkerzen an und stellte die Zwerge auf den Tisch. Alsbald kräuselte sich aus den offenen Mündern der Zwerge em ftmer, roeiüer Rauchfaden Die vier Knaben wandten kein Auge von diesem Schauspiel. Die Hellen Borsten auf ihren Köpfchen sträubten sich noch mchr als sonst. Darauf begannen sie durch die Nase zu atmen, und jie


