Ausgabe 
26.6.1939
 
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Montag, -en 26. Juni

hrgang 1939

Nummer 48

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Er 1 es nötig sein sollte. Nun aber weg und zurück in den deutschen ««oen.

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3. Fortsetzung.

1 Die zweite und die dritte deutsche Sturmwelle bleiben ohnmächtig im ] Wnde liegen oder arbeiten sich nur mühsam und mit großen Verlusten i| in Ziel vor. Die vorderste Linie aber hat die französischen Gräben i tttvichi, ist hineingesprungen. Ueberall krachen die Handgranaten. Die j siche Kuppe derHöhe 185" dampft wie ein Vulkan.

1 Von Unterstand zu Unterstand, von Stollen zu Stollen stürmen die > kt Ischen und fordern zur Uebergabe auf. Einundzwanzig Offiziere und ! N Poitus strecken die Waffen. Fast ebensoviel Gegner liegen tot oder s mwunbert in den eroberten Stellungen oder in den Anmarschgräben, wo I; fe auf dem Wege zur zweiten Linie noch vom tödlichen Geschoß des 1 kchchen Vernichtungsfeuers getroffen wurden.

1 Jetzt rücken auch die draußen im Niemandsland harrenden Stürm­te! en nach und beginnen planmäßig das Zerstörungswerk in der feind- Blidfn Stellung. Die eroberten Maschinengewehre werden gesammelt, die Btnerftänbe geräumt und mit geballten Ladungen gesprengt, alle Schutz- i flhbe zerschlagen, die Schießscharten unbrauchbar gemacht.

| 5s ist nicht Absicht der deutschen Heeresleitung, sich hier festzusetzen, ipn, innerhalb von 15 Minuten soll die feindliche Stellung wieder Stimmt werden. Nur ein Handstreich, weiter nichts. Der Erfolg ist ja iu sichtbar, denn in langer Reihe ziehen die 21 Offiziere und 864 ent= iMfneten Poilus durch das Niemandsland, in der Wand des französischen Mprrseuers hastend, springend und laufend, hinüber zum rettenden deut- (fön Graben, von wo aus der Gang in die Gefangenschaft führt.

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Eine Armee meutert

SCHICKSALSTAGE FRANKREICHS 1917

Lin Bericht von p. s. Lttighoffec

Lopgright b y Bertelsmann Gütersloh

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i ließt ein Pfiff, von allen Stohtruppführern wiederholt und nach rechts 1 links durchgegeben, das Zeichen zum Rückzug, der Befehl zur Räu- »wg des eroberten französischen Grabens. Ein letzter Stoßtrupp, der, Wlbgefichert durch zwei leichte Maschinengewehre, den französischen tben verläßt, muß an einem zertrümmerten Unterstand vorbei. Mehrere 1 Franzosen liegen dort, soeben im Handgranaten-Nahkampf gefallen, |e auf dem Gesicht, andere auf dem Rücken, einer zusammengekauert »ein Tier. Und dieser hält etwas in den erstarrten verkrampften Händen. Aas ist's? Ein deutscher Unteroffizier tritt näher, beugt sich über den icllenen und sagt:Ein toter Offizier, ein Hauptmann sicher, er hat goldene Streifen am Aermel. Mit beiden Händen hält er eine gelbe rtasche."

'Eine Ledertasche?" wundert sich der Stoßtruppführer. Er war schon «g e Schritte weitergegangen bis zur Schulterwehr, kehrt aber jetzt sofort sck.Wegnehmen die Tasche, Menschenskind, das ist doch sicher eine il iantentasche, vielleicht sogar mit wichtigen Papieren."

$er Unteroffizier nimmt die Tasche. Nur widerwillig gibt fie der Tote r «Gewaltsam muh man sie ihm aus den wachsbleichen, blutllberkrusteten fl ern reißen. Der deutsche Stoßtruppführer nimmt die Tasche an sich, 'int sie zwischen Koppelschloß und Leib, wo sie festgeklemmt sitzt. Er

i beide Hönde frei haben zum Handgranatenwerfen oder zum Schießen,

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IN die Ecke werfen oder dem Feldöfchen anvertrauen, aber es ist nun einmal strenge Anweisung, alle auch unwesentlich scheinenden Papierstllcke aus französischen Gräben unbeschädigt auf den Dienstweg zu schicken und fie nach hinten zu befördern. Neugierig wird die Tasche aus bestem Leder abgetastet. Ja, seht, das ist doch noch wenigstens Leder! Die Franzosen drüben kennen anscheinend überhaupt keine Knappheit.

Einer fährt mit der Hand in die Tasche und wühlt darin herum und findet ein Geheimfach. Und siehe! In diesem Geheimfach knistern noch zwei Befehle, schon etwas stockfleckig. Man entfaltet die Papiere, man lieft.

Die sprachkundigen deutschen Offiziere schauen sich an. Das ist ja--,

das ist ja ein unerhörter Fang! Das ist eine Beute, die zehnmal mehr wert ist als die Gefangennahme von 21 Offizieren und 864 Soldaten! Allein dieser beiden Papiere wegen hat sich der Sturmangriff aufHöhe 185" glänzend gelohnt. Die Kameraden haben nicht umsonst geblutet. Und jene, die es draußen gepackt hat, sind wahrhaftig nicht umsonst gefallen. Ihr Opfertod hat es ermöglicht, daß die überlebenden Kameraden bis in die französischen Linien gelangen konnten, bis zum Handgranatenkampf und damit zum Fund der Ledertasche.

Telephone summen, Melder flitzen. Ein Offizier, begleitet vom Stoß­trupp, der das Glück hatte, diese Tasche aufzustöbern und mitzubringen, begibt sich auf kürzestem Wege zur Division.

Auch dort gerät alles in Staunen, denn dieser Fang ist geradezu un­wahrscheinlich kostbar. Die beiden Blätter enthalten nicht mehr und nicht weniger als die Note des Generals Nivelle, gelesen und vorgetragen vor dem Kriegsrat zu Chantilly am 14. Januar 1917, sowie den Armeebefehl des Generals Mangin an die VI. Armee, datiert vom 16. Januar 1917. Nun wissen die Deutschen, was Nivelle beabsichtigt, und was sich Mangin in der Gegend von Laon fest vorgenommen hat.

Große Verstärkungen ober Reserven können trotzdem nicht herbei­gezogen werden. Denn auch bei Arras, auch in Flandern machen sich Zeichen von bevorstehenden Großkämpfen deutlich bemerkbar. Es ist unmöglich, jetzt einen Frontabschnitt zu entblößen, um die ganze deutsche Abwehrkraft zwischen Reims und Soissons gestaffelt aufzustellen.

Was mit Rußland sein wird, weiß um diese Stunde noch kein Mensch. Man hat Nachrichten von drüben, daß die Revolution sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen wird, weil der Muschik müde ist unb nach Hause will. Man weiß, baß ber Krieg im Osten unter allen Umftänben balb beenbet fein muß. Aber noch gibts keine Möglichkeit, Truppen aus ber Ostfront zu ziehen unb an ben bebrohten Damenweg zu werfen. Mit ben vorhandenen Kräften muß die deutsche Truppe haushalten. Noch ist's zu früh zu irgendwelchen Schanzarbeiten in größerem Maßstäbe; die Erde ist noch steinhart gefroren.

Wann wird der Angriff gegen diese deutschen Stellungen am Damen­weg losbrechen? Es steht nichts davon in den beiden abgefangenen Be­fehlen. Jeder Tag kann den Beginn dieser Offensive bringen. Werden jetzt die Franzosen, nach dem Verlust ber beiden Meldungen, den Deutschen zuvorkommen und den Zeitpunkt des Angriffs beschleunigen? Nein, man verheimlicht Nivelle diese peinliche Sache. Er soll es nie erfahren, daß die Deutschen völlig über seine Pläne unterrichtet sind. Aber was macht's, daß bie Deutschen hier Bescheid wissen! Ihre zahlenmäßige Unterlegenheit, bie sehlenben Lebensrnittel, bas fehlende Material, bie fehlende Munition, dies alles kann niemals ausgeglichen werden. General Nivelle braucht sich wirklich keine Sorge zu machen.

Den ganzen Monat Februar über herrscht in seinem Hauptquartier eine geradezu übermütige Stimmung. Mit geschickter, ja geradezu brutaler Hand, wenn es sein mußte, hat General Nivelle alle Hindernisse beseitigt, hat eine vollkommene Einigung zwischen seinen Untergebenen und Mit­arbeitern erzielt und ihnen seinen Plan unverändert aufgedrängt. Er läßt keinerlei eigene Meinung zu.

Nicht mal Haig gelingt es, in irgendeinem Punkt zu widersprechen. Eine Zeit lang stehen die Briten trotzig abseits. Aber am 26. Februar wird in Calais ein Vertrag unterschrieben, der eine volle Einigung zwischen den französischen und britischen Streitkräften in Frankreich herstellt. Dieser Vertrag zu Calais bedeutet für Nivelle wiederum einen Sieg sonder­gleichen, denn er unterwirft Haig seinen Entscheidungen. Der britische Oberbefehlshaber ist zwar nicht Untergebener von Nivelle, aber alle seine Handlungen und künftigen Befehle dürfen nur unter dem Gesichtspunkt der großen Nivelleschen Durchbruchsschlacht gegeben werden.

Unternehmen Alberich" ft e i g t.

Unsere Oberste Heeresleitung muß sich auf einen Riefenkampf gefaßt machen. Wann er losbrechen wird, weiß kein Mensch. Aber alle Anzeichen dafür mehren sich. Die Artillerietätigkeit nimmt von Tag zu Tag zu. Keine deutsche Bakterie bleibt verschont. Anmarschwege, Stellungen, aus­fallende und gut sichtbare Punkte im Gelände, alles wird planmäßig ab- aetaftet. Man rechnet im Großen Hauptquartier mit dem Beginn der Offensive für die ersten Märztage. Wird es gelingen, das Cosbrüllen dieser Riefenschlacht hinauszuzögern? Nur die Zeit kann noch für Deutschland

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o Ausgangsstellung. Die Verwundeten wurden alle geborgen, die ge- Jl!nen Kameraden nach Möglichkeit auch mitgenommen. Langsam flaut ?,'üanzösische Feuer ab. UeberHöhe 185" hängt der Pulverqualm in ui,. , Mr schwarzer Wolke. Der deutsche Stoßtruppführer begibt sich pslicht- , I ls!} B Zu seinem Vorgesetzten und reicht ihm die drüben gefundene sran- r Me Ledertasche. Man öffnet fie. Lauter unwesentlicher Kram mit 'n vlti® t*Onen un& Regimentsbefehlen über den Gamaschendienst im Ruhe- r2[ii, t;'i einige Bestrafungen von Unteroffizieren und Mannschaften

rxLt!e[arreft wegen Urlaubsüberschreitungen ober sonstigen Dingen. Ostszier hatte keine Zeit mehr gesunden, die bereits vom Oberst Ichriebenen Bestrafungen den zuständigen Kompanien auszuhändigen.

tj ols wird einer der Bestraften diesen Arrest abzusitzen brauchen. Dann »i }neo Meldungen über Verpflegungsstärke des Stellungsbataillons. V wese Meldungen stimmen längst nicht mehr. Der Entwurf eines , >«chst hinter der Front stattfindenden Sportfestes ist auch habet und n} *.?n .einzelnen Kompanieführern zur Stellungnahme oder Ergänzung u, "pttet werden. Auch dieses Sportfest wird nie stattfinden. Der ganze iiri-m en Meldungen in der Ledertasche enthält leider wertlose und »"sttge Schreibereien. Am liebsten möchte man den ganzen Schwindel

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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger