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nett man in dem so klein aussehenden DKW.-Wagen schlafen kann, wi man die Füße in den Kofferraum steckt und sich die Rückenlehne tir Sitzkissen so richtig zurcchtlegt.

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Wir haben uns aber wiedergefunden wenn auch erst om nötf "Kj Tag, wir sind auch zusammen wieder nach Hause gefahren, glatt »N

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Verantwortlich: Or. Fr. W. Lange. Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, Gieß^"

löcher, Bodenwellen und tiefe Mulden, die auf den Straßen von 9 schoheinschlägen herrührten, das ganze Fahrgestell des kleinen DA zum Teufel gehen würde. Aber Lilla Löß hielt, brummte und schnrn wacker dahin, machte elegante Schlenker, wenn andere sie rammen i* ten, war Tag und Nacht unterwegs und erhörte gnädig meine inständss Bitten doch nicht schlapp zu machen. Tagsüber brauste das kleine Sil durch sengende Hitze, nachts stand es oft in eisiger Kälte, denn in i* Bergen fror es nachts noch, während unten bereits die Sommers« tagsüber heiß brütete. Eine Garage hat Lilla Löß in diesen natürlich niemals zu sehen bekommen. Ich selbst konnte manchmal lt sein, wenn ich so etwas als-Unterkunft fand. In Toledo zum BeW da war jedes Fleckchen mit Soldaten belegt und ich pries mich gW in einer Herberge untergekommen zu fein, um die man in frieW Zeiten wohl einen weiten Bogen gemacht hätte. Ich hatte ein Zim« dessen Fenster von einem Geschoheinschlag so weit vergrößert wa^ war, daß man ein Klavier hätte hindurch buxieren können. Mt " lagen in diesemschicken" Hotel, in dem man die wackligen Treppen « mit Gefahr heraufklettern konnte, noch einige Marokkaner und ein I!« zweifelhafteDamen". Lilla Löß aber stand auf dem Marktplatz, den Ruinen des Alkazar, während ein paar Kilometer weiter, am ® des Tajo, die nationalen Granaten bei der Schlußoffenfive auf die reif Stellungen herunterprasselten.

xag, wir pno aucy zusammen roieoer naaj jjauje geiuyicn, ohne jede Schwierigkeit. Stolz trug Lilla Löß am Armaturenbrett va das Zeichen der spanischen Falange als Erinnerung an die ersten ihres jungen Daseins, die sie gleich mitten im Bor ein paar Tagen aber ist uns das Zeichen in Berlin gestohlen und wir trauern darum. Weiter aber sind wir gemeinsam umerm^ mein kleines Kriegspferd und ich und inzwischen haben wir vc^ 25 000 Kilometer auf dem Kilometerzähler, das ist für 6 Monate iS gut. 8000 Kilometer davon aber kommen auf Konto Spanien.

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in Reims, der Kilometerzähler übersprang die 1200-Grenze. Wir konnten schon etwas mit dem Tempo zulegen. In Frankreich gab es schon den ersten Spargel und bei Bordeaux konnte man schon das Ver­deck herunterklappen zum ersten Mal, seitdem Lilla Löß und ich zu­sammengehörten. Warme Sonne dann blaue Meeresküste, herrliche Straße durch den Süden Frankreichs durch die zauberhaften kleinen Badeorte dort unten in der Ecke, durch Biarritz, entlang, dicht entlang an der Meeresküste. Dann Hendaye. Grenze. Zwischen Hendaye und Jrun spannt sich die Internationale Brücke. Auf der einen Seite son­niges Frankreich auf der anderen Spanien, wo noch der Krieg herrscht. Französischer Abschiedsstempel in den Paß, bann rollen wir über die Brücke. Drüben kriegserprobte Soldaten als Grenzwache. Sie tragen schußbereite Karabiner unterm Arm, malerisch dient ihnen die Felddecke als Umhang, verwegen sehen sie aus alles hier wirkt etwas abenteuerlich. Papiere heraus. Zu diesem Zeitpunkt ist es nicht seicht nach Spanien hineinzukommen. Man muß einen ganzen Sack voller Ausweise haben.

Bis nach San Sebastian müssen wir drei Mal an Posten der Gardia Zivil stoppen, die hier Wache auf den Landstraßen halten. Ausweise raus, Hinweis auf das Wagenschild, weiter. Wenn man nicht stoppt, schießt der Posten sofort.

Die Straßen sind von San Sebastian nach Burgos tadellos. Breite Fahrbahn, glatte Oberfläche, wenn es auch ein paar Kurven gibt, fo kann man ganz ordentlich loszwitschern. Lilla Löß hat inzwischen die ersten 2000 Kilometer auf dem Buckel, und wir beide drehen nun

langsam zusammen aus. Abends sind wir in Burgos. Biele Autos stehen vor dem HotelEondestables", dem ersten Haus am Platze. Autos, die vom Krieg gezeichnet sind, mit Beulen und dreckbespritzt, stehen neben eleganten Diplomaten-Wagen. Der blanke Lack von Lilla Löß ist inzwischen auch unter einer dicken Staub- und Schmutz­schicht verborgen, sie paßt also schon ganz gut zu den Kriegsautos. Nur die deutscheIA" Nummer unterscheidet sie von den andern. Im übrigen ist der kleine DKW. als deutsches Auto hier gar nicht ein­sam. Es hat in Spanien schon immer viele deutsche Wagen gegeben, jetzt aber sieht man in Burgos auch solche mit dem ZeichenL C" auf dem Nummernschild und das bedeutetLegion Condor". Vorher, bevor wir imEondestables ' einziehen, müssen Lilla Löß und ich aber noch Besuch im Innenministerium machen, wir parken vor der stummen Wache mit den Dreispitzen, die hier steht, ich melde mich an und hole mir eine Zimmeranweisung für bas Eondestables. Dann hinein in die moderne Halle des großen Hotels. Sie ist dicht gefüllt mit Men­schen, hohe Offiziere des Franco-Hauptquartiers sitzen hier neben Diplo­maten, Führern der Falange, Männern der nationalen Regierung, ele­ganten Frauen, internationalen Presseleuten. Stimmengewirr und buntes Durcheinander der Sprachen. Man hat hier in diesem Hotel ein Zimmer mit Bad eine im Krieg immerhin seltene und köstliche Sache, man ißt von weißgedeckten Tischen, wenn auch das Essen einfach ist und das Frühstück zum Beispiel nur aus einem Ersatzkasf.ee und einem trockenen Brötchen besteht. Aber das ist im Krieg nun mal nicht anders. Lilla Löß und ich, wir müßen uns ohnehin bald an ganz andere Quartiere gewöhnen. Einen Tag später zum Beispiel sind wir in Avila, wo zu diesem Zeitpunkt der Gefechtsstab der Legion Condor liegt. Tausendjährige Mauern umzingeln diese alte Stadt in den Ausläufern der Sierra de Credos. In den Straßen wimmelt es von Militär,

schlafen geht, von Berlin bis nach Kaiserslautern kommen. Dort Kundendienst, der letzte innerhalb der deutschen Grxnzen, und dann fragten die Zollbeamten mit einem etwas schiefen Blick auf Lilla Lötz und mich:Nach Spanien wollen Sie, ins Kriegsgebiet, mit dem kleinen Am Abend waren wir bereits

Marokkaner, Falangisten, ItaNener sieht man und dazwischen die schtz» A ten Felduniformen deutscher Soldaten von der Legion Eonvor. vii a y|| 1 j schlängelt sich durch die schmalen Gassen hindurch wir hupen lest II quetschen uns vorbei an andern Autos, schieben uns durch Solbite» i kolonnen durch und halten schließlich dort wo ein deutscher Posten, d» II Gesechtsstab der Legion Condor kenntlich macht. Der Weg hierhl W hatte ein paar Kilometer an der Front vorbeigeführt, die Straßen not Burgos nach Avila waren aber noch gut Das wird nun anders bei bet ununterbrochenen Fahrten, die von nun ab für uns beginnen. Eli paar Tage zum Beispiel suchen wir uns Quartier imParador de 6rt dos", einem herrlichen Berghotel 70 Kilometer von Avila entfernt. Ooq hinauf muß man in steilen Serpentinen klettern, immer höher, bis dl Baumgrenze erreicht ist und nur noch kahle Bergkuppen ringsumher i| den Himmel ragen. Lilla Löß, mein DKW., klettert wacker. Mir , . gens früh steigen wir von unserm Bergsitz ab hinunter nach AM MI oder hinüber nach Toledo, wo sich die letzte große Offensive oorber itet oder nach Torrijos, wo die Jagdflieger der Legion Condor liegen - Dann wieder heißt es scharf zufahren um in Salamanka noch die $ej maschine zu erreichen, die von hier ab nach Deutschland geht. lly Salamanka hin und zurück sind es rund 300 Kilometer und Lilla W muß Vollgas laufen, denn manchmal ist die Sache eilig. Nacht- i| es an sich verboten, auf den Landstraßen zu sein, denn es lungert * Hand Gesindel herum und oft kommen Raubüberfälle ober Verschlepp» gen vor. Die Berichte müssen aber trotzdem weg. Wie traurig jeboj war es, als wir beide nachts um 1 Uhr ausgerechnet 10 Kilometer m Avila ohne Benzin liegen blieben und uns trennen mußten. Lilla N blieb einsam auf der Landstraße ich pilgerte bei grimmig kaltem Eil zu Fuß weiter. Stockfinster dabei die Nacht und ferne, ganz ferne d verheißungsvollen Lichter Avilas. Dort dann noch einen Wagen in dann auch noch Treibstoff aufzutreiben, das war so um 3 Uhr her» auch nicht gerade einfach. Dann aber, als alles geglückt war, fdjnapp uns eine Wache und verbot uns die Weiterfahrt. Recht trübselig muflt wir in Avila den Rest der Nacht verbringen und ich lernte dabei, ®

MitLilla Löh" in Spanien.

Lin kleines Auko und ein großer Kriegsschauplatz.

Von K G. von Stackelberg.

Mein kleiner DKW-Reichsklasse-Zweisitzer heißtLilla Lötz", das ist schwedisch und heißt auf deutsch .Kleine Laus". Als Lilla Löß die ersten 100 Kilometer auf dem Kilometerzähler hatte, bekamen wir beide den Auftrag nach Spanien zu fahren, um von dort zu berichten. Es war im März dieses Jahres und man erwartete jeden Tag den Fall Madrids, der sich dann allerdings noch etwas hinauszögern sollte. Das aber wußten wir ja nicht vorher. Wir wußten nur, daß wir so schnell wie möglich hinunter kommen mußten.Lilla Löß" bekam Oberschmieröl und em paar gute Worte, bann begann die Jungfernfahrt. In Deutschland war cs noch winterlich. Wir schnurrten treu und brav mit 50 Spitze über die Autobahn. Und selbst mit ein ent solchrasenden" Tempo kann man an einem Tag, wenn man früh aufsteht und spät

Dann verlegten wir unser Hauptquartier nach Toledo. Da n»ni mir um Lilla Löß aber doch bange. Jeden Tag waren wir eingeteilt fange Kolonnen von Militärtransporten und mit ungemeiner Sorg|i schlängelten mir uns durch das Wirrwarr von marschierenden Solded rollenden Lastautos, ratternden Panzerwagen und Kanonen hindurch. Die Soldaten waren es vom Kriege gewohnt wild drauflos zu fahren - Q! Was machte es schon, wenn ein Kotflügel in die Brüche ging Mf1: kümmerte sich schon um einen Kratzer ober eine Beule. Die W sahen ohnehin schon schlimm genug aus. Meine Lilla Löß batj-get wollte ich boch, wenn irgend möglich, heil wieder nach Hause reffen. - Dann wieder fürchtete ich, daß bei den wilden Sprüngen über Scki«k

Erinnerung heißt die Kunst, einmal Genossenes nicht nur festzuhalien, sondern es immer reiner auszuformen, es goldiger und tieftöniger zu machen. Jeder von uns tut das unbewußt. Er denkt an feine Kinderzeit und sieht dabei nicht mehr ein Wirrwarr von kleinem Geschehen, sondern die zur Phantasie gewordene Erinnerung spannt selig blaue Himmel über ihm aus und mischt das Andenken von tausend Schönheiten zu einem ungetrennten, mit Worten nicht zu erschöpfenden Lustgefühl.

Indem so das Rückwärtsschauen die Genüsse entfernter Tage nicht nur wiedergenießt, sondern jeden zu einem Sinnbild des Glückes, zu einem Sehnsuchtziel und Paradies erhöht, lehrt es immer wieder neu zu ge­nießen. Wer einmal weiß, wie viel Lebensgefühl, Wärme und Glanz er in eine kurze Stunde pressen tarnt, der wird nun auch die Gaben jedes neuen Tages möglichst rein und restlos und unverdorben aufnehmen wollen. Und er wird auch dem Leib gerechter werden,' er wirb einen großen Schmerz ebenso lauter und ernst zu kosten versuchen. Denn er weiß, baß auch bas Anbeuten buntler Tage ein schönes und heiliges Besitztum ist.

rung an die ersten -uw 8-.'W Krieg zubringen mußte, -h, in Berlin gestohlen K

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Und bann, ja bann tarn die stolzeste Fahrt von Lilla Lotz. ?N jagten auf Madrid zu Spaniens Hauptstadt war gefallen, wir OT'® die ersten dort sein und Lilla Löß mußte alles fjergeben, was steckte. Wir brausten vorbei an jubelnden Soldaten, hindurch "ün geflaggte Ortschaften. Es war an einem Dienstag. Um 11 Uhr i)®1 mir in Toledo die Nachricht von dem Fall Madrids gehört 12 Uhr 30 Minuten stand Lilla Löß in einer zerschossenen Straß«' Vorstadt Carabanchell. Rettungslos waren wir eingeteilt in langen $ tonnen keiner konnte mehr vorwärts, keiner mehr zurück. 3m mußte ja weiter, nach Madrid hinein. Also auf Wiedersehen tla» DKW., hoffentlich auf Wiedersehen! Lilla Löß blieb in dem Tro allein, während ich durch die Gräben und Stellungen, durch die * barrikadierien Straßen Madrids ins Zentrum der Hauptstadt hastete.