davon.
das,
®) habe eine Borlieb« für Ueberraschungen und besonders für
schon auswendig kann.
di« Augen auf, bemerkte mich und flog
lleberraschungen.
Von Sigismund v. Radecki.
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A^Da "konnte ich nun sehen, welch ein blitzschnell kombinierender Lügner der Traum ist. Kaum hatte er „Kuckuck" gehört, so baute er mir auch schon diensteifrig eine ganze, runde, braune Schwarzwalderuhr als Ursache — oder es war gar kein« Uhr, es war ein richtiggehender Kuckuck der über mir wirklich im Birkenlaub sah und losprophezeit«. Neugierig guckte ich sogleich nach seinen Augen: ob er ju beim Rusen ebenso zudrucke wie sein Bruder in Apoll, der Gockel, beim Kikeriki. Denn der Sänger „drückt die Augen ein" beim Krähen, und fragst du warum, so sag ich: weil er's —«-»"Mn
Allein der Kuckuck behielt
« yvut: eine tooweue ur r—... •
•sinnen im Gemüt entspricht: das Staunen. Natürlich gibt «s auch iimmes Staunen, das sogenannt« Maulaujreihen, syrnbolisch dar- kltlt durch jene Kuh, die völlig fassungslos das »«u« Hoftor anglotzt, 'i'rfes ist bloß ein Emrosten des Intellektes der ede Abweichung oon V Mouline für den Weltuntergang nimmt. Ebenso dursüg wie solche vor der Ueberraschung ist jene Sucht nach chr, die Sensauonslust ^.Dagegen ist die wahr« Ueberraschung ftuchtbar und ruft rn uns ^'lchöne Drama der Erkenntnis hervor, dessen erster Art Staunen und der zweite Berstehen, oder besser noch Jnnewerden, ■*)
bj.ontte, der Schlußakt, .wiederum m ein Staunen aus auch Den
(£ine andere Ueberraschung erlebte ich einmal in Sardinien.
In schläfrigem Pferdetrott rollte uns der Landauer durch ein langgestrecktes Tal. Es hieß „Flumini" und mit Recht, denn in der heißen Ieierstille der Aoselsinenwälder hört« man nichts als die dreißig Siwer- bäche welche es' traumhaft durchflossen und murmelnd aus dem Schlaf sprachen. Die Apfelsinen vom Daum waren noch warm und so fuß, wie ich sie nie mehr geschmeckt habe. Rechts und links an den Berghängen hielten die Korkeichen ihr düsteres Mondlaub ,ns Tages,cht, hier unten aber gab es nichts als ein versonnenes, saumseliges Reisen. Rot ivieaelten sich die Früchte im slüchtigen Silberwasser.
Und wie der Weg jetzt in Serpentinen zum Derchattel aufstieg sah man bei jeder Biegung immer wieder Flumini zum Entzücken daliegen So wurde ich'- gar nicht gewahr, daß mein Landauer den Bergsattel
WL"°--i»n«„<n. id> -<» w w , unabsichtlich aus di« ander« Seite. Und fah nun, eben noch m Flumini versunken mit einem Male etwas Unermeßliches vor mir:
8 unten stießen sieben gelbe Vorgebirge, eines nach dem anderen in das Meer hinaus, welches weiß an ihnen brandete und sich ln toi mattblauer Unendlichkeit hinaus bis zum Horizonte hinzog- Weit , draußen tanzte wie ein betrunkenes Pünktchen ein dreifchlouger Messa "eries-Maritimes^ampi«r mit Kurs auf Karthago. Ein« neue, (tatfe Luft zog über den Sattel hin. Flumini, addiol Nach einem Peitschenknallen war es verschwunden, als wär es nie gewesen.
Ganz anders war die Ueberraschung, di« ich einst ^lpulien er- iubr Es gibt dort so ein Städtchen namens San Benevento. Hoch oben steht es steinern aus dem kahlen Stein und glüht und snert, denn es tann die Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen Jein- ' Dort zogen wir um die Mittagszeit durch die chattendunklen Gassen, erfreut in dem Bewußtsein, soeben Spaghetti essen lernt zu haben. rc, j» ganz einfach: man quirlt die Gabel auf dem Löffel und lpult dadurch di«^Nudeln sauber auf. Immerhin war das für uns ,0 neu wie ganz Italien, und darum hatten wir im Gespräch gar nicht bemerkt, daß mi/aus der Stadt wieder in die Sonne hlnausgeschntten waren.
Zufällig wandten wir uns um. Dort ragte dicht hinter uns (und afto ietit vor uns) ein ungeheurer Marmortriumphbogen — wir waren unter ihm, ohne es zu merken, hindurchgeschritten - neu wie von gestern, und auf ihm lasen wir geblendet die Lettern:
immer tiefer gräbt er seinem Staunen nach. und fördert immer neue Schichten Kindheit zutage, bis er schließlich hübsch unten bleibt und gar nicht mehr herauskommt — wahrscheinlich auch nicht mehr aus dem StaunenI Denn sicher, Engelsein bedeutet ewiges Staunen ... Darum lieben wir das Staunen, auch am anderen: so soll wenigstens er über das staunen, was uns nicht mehr staunen macht.
*
Ein Gelehrter in Queensland <so las ich als Knabe) schleppte einen völlig wilden Australneger drei Wochen lang bis zum nächsten Eisenbahnstrang, weil er sehen wollte, wie der über den v0rbeibrausenden Schnellzug staunen würd«. Allein her Wild« würdigte den Zug kaum eines Seitenblicks und redete gleich darauf von was anderem. Und das nicht aus Angst, sondern es war ihm wirklich ganz gleichgültig, was für ein Monstrum der weiße Teufel da herbeigezaubert hatte — er hätte einen rofa-grünen gesprenkelten Drachen mit gleicher Kühle zur Kenntnis genommen. (Dagegen sank der Troglodyt vor dem Buchstabenwirrsal eines Zeitungsfetzens in die Knie und bekam das Zittern.) Von einem ganz anderen und doch ähnlichen Fall las ich neulich in der Zeitung. Auch dort gab’s einen Menschen, der Eisenbahn, Auto, Kino und die übrigen Spielfachen noch nie gesehen hatte — aber nicht weil er ein Australneger, sondern weil er blind war von Geburt ... Es war ein junges Mädchen in London; sie sollte durch eine Operation ihr Augenlicht erhalten, und alles wartete gespannt darauf, was denn ihr größtes Staunen fein würde. Und siehe, die Lokomotive, die Kinos, die Autos waren chr völlig gleichgültig. Dagegen konnte sie sich vor einem nicht fassen und brach in Tränen aus, in glückliche: vor den Blumen. Das hatte sie nicht für möglich gehalten. Bor solcher Andacht beschleicht uns andere ein Zweifel, ob wir auch wirklich Augen im Kopfe haben.
Darum wohl dem, der noch zu staunen vermag und dessen niederste Form, das Maulaufsperren, für die höhere, für das „große Augen machen" hingegeben hat. Aber das ist es ja eben, daß man das Staunen zwar läutern, doch auf keine Weise erzwingen kann. Selbst das Unwillkürlichste, das Niesen, mag immerhin durch Tabakschnupfen stimuliert werden — nur das Staunen, das kannst du dir nicht kaufen und nicht erjagen. Darum fei hier mit Dankbarkeit eine Handvoll kleiner Ueber- raschungen herausgegriffen, die mich einst zum Staunen gebracht haben.
Ich ging einmal in Finnland an einem Aprilmorgen spazieren, wurde von der starken Frühlingsluft müde und legte mich unter einer Birke schlafen. Man träumt unter einer Birke anders als unter einer Tanne, und wieder anders unter einer Linde: ist es der Duft oder wohl der Geist des Baumes, den der Schläfer einatmet? Jedenfalls träumte- mir daß ich von einer lauten Kuckucksuhr geweckt werde und schlug die
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M k S dem, der beim Verstehen stehenbleibt. Keine Wissenschaft, keine keine Liebe ohne Staunen; wer nicht mehr staunt leb
l !? mehr, und so will ich zu Ben Akibas Ehre annehmen daß
>»it ?:,'Ä •’Wens darüber gestaunt hat, das alles schon dagewesen s -
>€ Grundstaunen des Philosophen ist eines, vorüber die meisten
' iN?4' lachen werden: nämlich, daß es das Wort „ist 8'bt -Wunen W i ^laupt etwas existiert; wahrend der Dichter ewig darüber staunen ™ daß es di« Welt gibt unbauf dieser Welt ihn, den DM" Darum
gUlH** I Staunen um fo wertvoller, je alltäglicher die „Uebe W1
. M n^dem Genie genügt schon das leise Geräusch eines he > .
es staunend ein Weltgefetz anklopfen hort Uud damm tXl 1 ist das Staunen des Kindes, dem des Weifen zutiefst verwandt. I erstaunen „über nichts", beide erschauern vor der Majestät de . I Maligen, vor jener Erstgeburt der Erkenntnis, die dem Kind als w Vv I und dem Weisen als Lohn zuteil wird. Und so gtt das Wort
L lol ihr nicht werdet wie die Kinder —" gerade auch für das Iche
' Unkindlichste, für das Denken.
Staunen erkennt man den Menschen; ja, " ist ei-entttch «is 6 1 und Staunen gemacht, denn woraus besteht unser Inn , t
V'V- I E aus Erinnerungen, und was macht denn Erinnerung,
Faunen? Und roirb der Mensch, alt, so beginnt er «uf seiner mr m Gegenwartsebene die großen archäologischen Ausg ö
Wirkung in die Ferne.
Von I. W. von Goethe.
Die Königin steht im hohen Saal, Da brennen der Kerzen jo viele; Sie spricht zum Pagen: „Du läufst einmal Und holst mir den Beutel zum Spiele. Er liegt zur Hand Auf meines Tisches Rand." Der Knabe, der eilt so behende, War bald an Schlosses Ende.
Und neben der Königin schlürft zur Stund Sorbet die schönste der Frauen.
Da brach ihr die Tasse so hart an dem Mund, Es war ein Greuel zu schauen.
Verlegenheit! Scham!
Ums Prachtkleid ist's getan! Sie eilt und fliegt fo behende Entgegen des Schlaffes Ende.
Der Knabe zurückzulaufen kam Entgegen der Schönen in Schmerzen.
Es mußt es niemand, doch beide zusamm, Sie hegten einander im Herzen;
Und 0 des Glücks,
Des günstigen Geschicks, Sie warfen mit Brust sich zu Brüsten Und herzten und küßten nach Lüsten.
Doch endlich beide sich reihen los;
Sie eilt in ihre Gemächer;
Der Page drängt sich zur Königin groß Durch alle die Degen und Fächer.
Di« Fürstin entdeckt
Das Westchen befleckt:
Für sie war nichts unerreichbar, Der Königin von Saba vergleichbar.
Und sie die Hosmeisterin rufen läßt: „Wir tarnen doch neulich zu Streite, Und Ihr behauptet steif und fest. Nicht reiche der Geist in die Weite; Die Gegenwart nur, Die lasse wohl Spur;
Doch niemand wirk in die Ferne, Sogar nicht die himmlischen Sterne.
Nun seht! Soeben ward mir zur Sekt Der geiftige Süßtrank verschüttet. Und gleich darauf hat er dort hinten so weit Dem Knaben die Weste zerrüttet. — Besorg dir sie neu!
Und weil ich mich freu,
Daß sie mir zum Beweise gegolten, Ich zahl sie! sonst wirst du gescholten.
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