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Und je reifer und vollendeter sie wurde, um so klarer und selbstverständlicher überschrieb dieser Gedanke reden Wunich nach (',e9t6ei'te^tfam in all den Jahren, während welcher Jula ausblühte, das Schicksal, und alsdann anfing zu altern, nicht der Manu, der Julas Frage in ihrem Sinne richtig beantwortet
tut ein großes und gutes Werri ^ay um oeren
neu vollfüllt in diesem Dienst, nachdem da» Schicksal es ihr leer- gelassen, darauf werden die wenigsten kommen.
Mittlerweile stand sie ganz allein im Leben mit dem großen verbliebenen Erbe ihres Vaters. Und gerade zu der Zeit, .als die Steinhauersamilie, deren drittes Kind von sieben die klerne Rix ist auf die Siedlung GotteSland hinauszog, schlug das Fraulein Jula eines Tages ebenfalls einen Zaun um ein grunweiß- kariertes Siedlerhaus und trennte vom Gartenland den Raien- svielvlatz für die Gotteslandkinder ab. ... . .
Der Entschluß war jäh mit dem Bewußtsein herangereift, daß bas Schicksal ihr eigene Kinder unter der Voraussetzung, wie sie eine kommende Zeit nötig hat, nicht schenken will, daß rhr aber viel unverbrauchte Kraft und reiche Mittel gegeben sind, die zu verschenken Pflicht und Freude ist. ra ,,p. , .
So wachsen sortan die Krnder der Siedlung Gottesland in jedem Sommer ein Stück hoher und stärker herauf aus ihrer neuen, gemeinsamen Heimatwurzel, mögen ihre Eltern sie auch - - verschiedenen deutschen Gauen zusammengetragen haben, dem Rasenplatz der Mutter Jula spielen sie alle die Spiele, singen sie die gleichen Lieder, und aus dem Her- Vielmutter Jula ziehen sie alle die gleichen Kräfte, kleine Rix und alle Mütter von Gottesland werden bis letzten Tag in Dankbarkeit denken: die Siedlerin ^ula -roßes und gutes Werk! Daß sich deren Herz auch immer
Oie Dichter und die Kunst des Lesens.
Von Hanns Martin El st er.
Ratlos stehen die einfachen, das heißt nicht beruflichen Leser der anschwellenden Bücherflut gegenüber. Sie wissen keine Antwort auf die Frage: Wie sollen wir diese Massen gedruckten Papiers bewältigen? Wie sollen wir aus diesen unzähligen Neuerscheinungen und 'Neuausgaben das für uns Richtige herauv- suchen und finden? Zumal da uns auch alle literarischen Sammel- blötter eine zu große Menge empfehlen. — Ich glaube, daß die Dichter selbst bei dem Bestreben des Lesers, das Weittragende, das Lebensvolle in der Gegenwartskunst für sich zu finden und aufzunehmen, die besten Ratgeber sein können. Einmal sind sie die Schaffenden, die Schöpfer selbst, die aus innerer Freiheit heraus Sehnsucht danach haben, klar zu erkennen, ob ihre Werke neue oder neu erlebte alte Werte enthalten oder nicht, und zweitens sind sie die Erfahrenen, die die Kunst des Aufnehmens, des Lesens verstehen müssen, mehr als der einfach Gebildete, da sie sie eindringlich an ihren eigenen Werken studiert haben: drittens aber haben sie auch das Verantwortungsgefühl dafür, daß das Gute aufgesunden und richtig gelesen werde. Es ist also voll berechtigt, wenn wir uns an die Dichter wenden und fragen: Welche Ratschläge gebt ihr uns für unsere Lektüre? Ihr, die ihr euer Leben den Büchern aufopsert?
Je nach der Art und Anlage der Dichter sind nun die Antworten, die ich nur in Auswahl vorlegen kann. Sie ergeben alle zusammen einen gemeinsamen Grundakkord: das ist die Ehrfurcht vor dem Buche. Nichts ist den Dichtern mehr zuwider als jene Halbbildung, die sich besonders vornehm dünkt, wenn sie das Buch verachtet oder nachlässig behandelt, wertvollste Dichtungen mit „Schmöker" bezeichnet und tief erlebte, gedruckte Wahrheiten, eben weil sie Kunstform geworden sind, verlacht. Sie bekämpfen alle die Menschen, die Bücher nur für oder gegen die Langeweile lesen. Das heißt für sie, das Lesen entwürdigen. Und das Lesen ist ihnen nicht eine Technik, sondern der Beginn aller geistigen Entwicklung schon vom Kind an. Ernst Zahn, der Dichter des „Albin Jndergand" sprach es einmal aus: „Die Schule sängt an, zum Lefen zu erziehen und das ist nach meiner Meinung ein Großes. Wer in der Jugend gelehrt worden ist, daß er lesen und daß er Gutes lesen soll, der hat ins Leben hinaus nicht nur das beste Gegenmittel gegen die Gehilfen der Sünde, den Müßiggang und die Langeweile, sondern er hat auch eine leicht zugängliche Sonntagssreuöe, einen Trost in kranken Tagen, einen Wegweiser in Seelenwirrnis. Der Beruf des ernsthaften Schriftstellers ist so gut wie Seelsorgerberuf, wie der des Predigers und jede reine Poesie ist Predigt und Erbauung." Ganz ähnlich empfand Friedrich der Große: „Man muß ein sehr hartes Herz haben, wenn man die menschliche Gesellschaft des Trostes und Beistandes berauben will, den sie aus Kunst und Poesie wider die mannigfachen Bitterkeiten des Lebens schöpfen kann" Und schon Thomas aKempis gestand: „Nirgends habe ich Ruhe gefunden, denn in Büschen und Büchern." Beides vereinen — Einsamkeit und Bücher — gilt manchem heute noch als ein Ziel, der Mühen wert. Denn der Umgang mit Büchern ist der Gemeinschaft mit den erlesenen Geistern der Menschheit gleichzusetzen. Freilich, ein Mann wie Caesar F l e i s ch l e n woüte nicht nur die vielen wunderbaren Dinge, das viele Große, Befreiende und Erlösende, das in den Büchern steht, lesen, sondern auch mit seinen Mitmenschen besprechen. Gesellige Naturen werden so immer nach einem Austausch der aufgenommencn Gedanken und Gefühle verlangen, während der einfame Denker Genüge daran hat, das Gelesene in sich und für sich zu verarbeiten, Neues aus dem Erfahrenen zu bilden und zu gebären.
Dazu gehört vor allen Dingen aber die Scheu, zu flüchtig zu lesen. Hat man erst einmal den Standpunkt überwunden und erreicht, den der deutsch-ungarische Heimatdichter Adam Muller- Guttenbrunn charakterisierte: „Den Dichter entwürdigen heißt, ihn gebunden in einem Bücherschrank verstauben zu lassen, ihn ehren heißt, den geistigen Inhalt seiner Werke als edlen Samen ins Volk zu bringen": ist man erst einmal zu dieser Ueber- zeugung gelangt, so wird man nicht so leichtsinnig sein, sich bei guten Büchern mit einmaligem Lesen zu begnügen. Jch sage wohl- gemerkt bei guten Büchern! Denn selbst der einfache Leser hat doch im Großen und Ganzen ein sicheres Gefühl dafür, ob ein Buch f ü r i h n gut oder schlecht ist, wenn er es auch nicht in Bestehung ans den allgemeinen Kunst- und Kulturwert als gut oder schlecht beurteilen kann. „Um aber das Gute zu lesen , sagt Schope - Hauer, ein vortrefflicher Beobachter dev Leicrs, „ist eine Bedingung, daß man das Schlechte nicht leie: denn das Leben ist kurz, Zeit und Kräfte beschränkt!" Ebenio wie vor dem Lesen schlechter Bücher hat man sich aber auch vor dem Zuviel-Lesen zu hüten. Allerdings hat Adam Müller-Guttenbrunn leider noch Recht, wenn er meinte, der Kreis derer, die gar nicht lesen oder jedem geistigen Unrat zugänglich seien, wäre viel großer,alv derer, die von der Lesewut besessen seien. Und auch Gustav Freytag fragte noch in seinen letzten Lebensjahren: „Ist es notwendig, daß unser Nachbar, der Landmann, so selten ein gute» Buch liest und noch viel seltener ein Buch kauft? Ist es notwendig, daß er in der Regel keine andere Zeitung zur Hand nimmt, als etwa ein kleines Blatt seines Kreises? Wer jetzt ein Gedicht von Goethe in die Truhe einer Bauersfrau legen wollte, der wurde wahrscheinlich etwas Unnützes tun und bei einem ''Sebildeten Zuschauer ein vornehmes Lächeln erregen. Muß das Schönste, das wir besitzen, der Hälfte unserer Nation unverständlich sein? Vor 600 Jahren wurde doch das Gedicht von Meier Helmbrecht auch in den Dorfstuben verstanden, der Reiz seiner klangvollen Verse, die Poesie und warme Beredtsamkeit feiner Sprache. Und die Rhythmen und Weisen jener alten Tanzlieder des XIII. Jatzr- hunderts, sie sind gerade so zierlich und kunstvoll wie nur die feinsten Verse in den Gedichten des größten modernen Dichters. Es gab eine Zeit, wo das deutsche Landvolk dieselbe lebhafte Empfänglichkeit für eine edle Poesie hatte, welche wir jetzt als Vorrecht der Gebildeten in Anspruch nehmen mochten. Nun, seitdem Gustav Freytag vor mehr als vier Jahrzehnten so sprach, ist vieles besser geworden. Die Teilnahme des Volkes, besonders auf dem Lande, ist in jeder Hinsicht gewachsen und persönlicher geworden. Im Dritten Reich erleben wir jetzt das Streben, dem Landvolk, dem Arbeiter die gesamte Kunst und Dichtung ebenso zum Lebensbedürfnis zu machen, wie sie es ehedem nur den „geistigen", den „gebildeten" Deutschen war. Wer einmal in das Geisterreich der Bücher eingetreten ist, der müht sich auch ernsthaft um die wahrlich nicht grade leichte Kunst des Lesens. Dabei höre man vor allem aus I e a n Paul: „Was fünfmal geschrieben, hundertmal gedacht, sollte, wenn nicht einmal, doch zweimal gelesen zu werden verlangt werden dürfen" und auf Friedrich Rückert:
„Manch art'ges Büchlein läßt sich einmal lesen, Zu dem der Leser nie dann wiederkehrt: Doch was nicht zweimal lesenswert gewesen, Das war nicht einmal lesenswert."
„Jedes irgend wichtige Buch soll man sogleich" — sagt Schopenhauer — „zwei Mal lesen, teils, weil man die Sachen das zweite Mal in ihrem Zusammenhänge bester begreift, und den Anfang erst recht versteht, wenn man das Ende kennt, teils, weil man zu jeder Stelle das zweite Mal eine andere Stimmung und Laune mitbringt als beim ersten, wodurch der Eindruck verschieden aussällt, und es ist, wie wenn man einen Gegenstand in anderer Beleuchtung sieht." Wertvolle Bücher soll man womöglich also noch öfter als zweimal lesen, damit sich das innere Verhältnis zu ihnen festige. Man soll sie immer zur Hand nehmen, wenn man Laune, Stimmung und Lust danach hat. Um das zu können, muß man die Bücher natürlich besitzen. Bei ihrem Ankauf kommt es nicht auf die Menge an, die man erwirbt, — denn man kann nicht mit dem Ankauf der Bücher auch die Zeit, sie zu lesen, einhandeln. Aber man verwende das Buch vor allem für Geschenke, wozu es Wilhelm von Humboldt „vorzugsweise" geeignet fand. Und Heinrich Sohnrey rät:
„Gib deinem Kind ein gutes Buch und sei gewiß, du gabst genug. Ein gutes Buch ist Sonnenschein, der tief sich legt ins Herz hinein, ist Samen auf ein Blumenbeet, darüber Gottes Odem weht."
Bei allem Kaufen und Schenken bleibt freilich die Hauptsache daS Lesen, wie Gustav Falke stoßseufzt:
„Wenn ihr uns nur wolltet lesen!
Was haben wir von dem Deukmalwesen?
Ach, wohin wir gestrebt im Leben: jetzt könnt ihr es so leicht unS geben: ein wenig Liebe. Der Tod macht uns billig: Kauft uns. Aufs Denkmal verzichten wir willig. Mehr freut uns, wenn ihr ein Lied von uns kennt, als wenn unser Bild in der Sonne brennt. Eure Liebe sei unser Postament."
Die Liebe kommt aus dem Herzen und nicht aus dem Kopfe. Beim Lesen soll nicht der Verstand allein herrschen. Wer alles auf die Vernunft hin liest, wendet sich von der Poesie ab. In ihr herrschen


