Ausgabe 
9.7.1934
 
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Das alte Siebt dachte Julia. Sie ist mal wieder verliebt oder will verliebt fein! Sie ist schrecklich weiblich. Sie hat das stets ungeheuer ernst

Auch Kinder. Gug?"

Etwas, das noch nicht getan ist. Manchmal fahre ich hmaus, wo es besonders still und bürgerlich ist, und sehe voll Verlangen durch die Zäune, wo saubere Menschen in herzlicher Eintracht, rote es scheint, spazierengehn und an Blumen riechen, und fahre getröstet wieder Herrn.

Das geht bei dir leicht durcheinander, wie Lachen und Heulen. Wie war' das mit Vitus? Du hast nicht viel davon gesprochen."

Eine unruhige Ehe: mehr eine Liebschaft und das Haus voll merk­würdiger Gäste. Keine Kinder: es war zu nichts Zeit drei kurze^ hübsche Jahre. In vier Jahren bin ich vierzig. Das ist grauenvoll. Ich habe Angst, Julia. Richtige Angst!" Sie preßte die schmalen, langen Hände zusammen. , _ , .

Da sagte der Doktor, als klovfe und horche er an Katarinas hübscher weißer Brust:Ich kenne eine Katarina, die ihren Beruf leidenschaMich liebt, die der Natur sehr nahesteht: dem Element, die sich immer leiden­schaftlich neben, verschenken und verschwenden muß."

Ich traue der Dame nicht sehr, Liebling. Sie ist setzt auf längere Zeit verreUt Cs gibt sehr viele von uns,Verschwendern", die in Wahr­heit das G-aenteil viel höher schätzen.Das Beste war die Abkehr zu Weib und Kindern und zu meinem Bauerngut und die Erinnerung, die nicht mehr weh tut!" las ich neulich in den Geständnissen eines be­rühmten Clowns Es hat mich ergriffen. Das ewige Sichquälen und Tanzen, Jtckm für wen, wow? Wie lange noch? Für ein paar hundert ober tausend Leute, die eine Weile schwärmerisch den Kopf schräg halten und danach noch andächtiger ein Schnitzel und eine warme Wurst ver­zehren Da« lohnt doch nicht io sehr! Julia vielleicht nur zu bald ist es mit Toni und Seiet, V->rehrung und Bewunderung und Sporn des Ersaias nnrhei". bekannte sie klagend und preßte die Hände wieder im Schob Na Julia: Ich stirchte mich oft vor der ungestüm drängen­den Jiig-md die natürlich olles viel besser kann und weiß, so unbesorgt sie mich und gewih auch einmal alles viel besser können wird,

von mir a-länat und genährt .. Auch das ängstigt mich. Nein, das alles labnt nicht so sehr! Eine verhinderte oder verdrängte Bürgerin __ je äft-r ich werde, je mehr!" sagte sie lächelnd.

W-WMMHM- Hoge fitt ihm ein -, die so eine Verbindung niemals bereut hatten. Einerlei.. Ganz und gar gleichgültig...

Er dröhnte hart durch die Zimmer, wurde noch stattlicher und fpurte ariSMüfÄ

Baf w aUuben M das lebendige Leben und Geschehen, das Expen- Lt'viel mehr wett sei und zwingender als alles Deuteln und Wagen.

An einem andern Abend es war schon weit »ach Mitternacht ging Louis Hasselbrink wieder mit unermüdlichen Schritten durch seine Zimmer Er hatte überall Licht gemacht. Er war heute mit den Damen zusammengewesen auch mit dieser scharmanten Doktorin Julia S)tUer= b"ck Die Dame hatte in Tegel die gescheitesten Fragen gestellt famose cErnu| Dann waren sie nach Paretz gesahren, wunderhübsche Fahrt, Katarina selbst war den ganzen Nachmittag und Abend über stiller als sonst gewesen und blaß.Erschütternd, so daß noch jetzt ihr Bild vor ihm stand Nicht bloß ihr Bild lebendigstes, wärmstes, spürbares, erschütterndes Leben!

Eine Frau Bloß eine Frau. Die Frau. Er hatte sie unausdenkbar unsinnig lieb. Er hatte beim Abschied ihre Hand lange festgehalten. Und sie hatte ihn ernst und schweigend angesehen. Wie nur eine Frau einen qnfieht. Es war nicht anders zu jagen.

Er war noch im Innersten ergriffen und aufgewühlt. Ein Kind von dieser Frau -1 Er reckte sich stolz. Er spurte sie wieder ganz nahe Sah sie in hundert unvergeßlichen Situationen vor M): tl)re Schönheit, ihre heitere, natürliche, erdnahe Unbefangenheit ihr lächelndes und darunter ungestümes Temperament, ihr kindliches Still- und Zufnedensem. Vor ihr knien, vor dieser Frau! dachte er aus mächtiger Seele. .

1 Eine ungeheuer starke, mysteriöse Sache! Ein Sohn.. Natürlich kein Tänzer oder unruhiger Geniehase; auch kein Narr Dagobert; auchi tetn Diez der in manchem noch schwieriger war; ein vollkaratiger Hasselbrink seiner schönen Mutter ähnlich. Das rührte und ergriff ihn gewaltig ... Nanananana! Sachte, mein Bester! Er lachte laut und (oder. Das erfrischte fein Gemüt. Er legte die Zigarre weg. Em Unfug so spat noch zu rauchen! Das hatte jetzt aufzuhören; er hatte erst selber mal vor-

dachte an die ferne geliebte Frau. Er hatte sie und sich noch niemals fo klar gesehen. Was früher gewesen ein großes Versäum­nis, Man spürte und erkannte einander von Leben zu Leben, die unab­lenkbar mächtig zueinander hinstrebten.

Also- Was ist das mit dir und ihm, Gug? forschte Julia Hlllerbeck mit 'türkisblauen Augen am Abend des Potsdamer Ausflugs, eine Frau mit festem Fleisch um Brust und Schultern, hübsch, straff klug, dunkel, mit belustigter Unterlippe, zweiundvierzig kein Mensch glaubte es. Er erinnert in manchem an Amandus." Ein gewaltiges Lob in Julias Mund, obschon Amandus Hlllerbeck klein und dick gewesen war.

Zärtlichkeit, Verwöhnung, Wärme, Güte, Halt ein Innenleben, Gemeinschaft, weißt du, glückhafte Geborgenheit. Mann und Kinder tm Gehege", erzählte Katarina treuherzig.Idiotisch, wie? Rückfall ins Mittelalter ..."

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"Im finsteren Asien natürlich: schreibt sonst grundsätzlich bloß be

rlL ®er( der kleine lange Wil aus Rostock! Hat inzwischen

de7n er war ttizwischen ein wichtiger Mann geworden, sonst der unver-

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richtigen Knockout-Wunsch für Peter im Herzen, w'-'ch Laube. Kata- ril;n spate bie Knie anders übereinander und schlug lachend mit oer Nacken Hand darauf, daß es angenehm klatschte.Also der kleine, lang Wil kommt? Das ist hübsch. Schick ihn mir für ein paar Tage herüber! Vielleicht tritt dann auch Lord Peter überraschend und leibhaftig wieder in Erscheinung? Wer kann das wissen? Alles ist mogltckp ^etcjJ*amcPl boch aus Neuruppin hier dichtbei und hat dort liebe Verwandte. Ich werde nicht erblassen."

-z,io blieb der Mund offenstehen, denn die Uhr schlug plötzlich zwei und Julia schlug laut auf den Tisch.Also Schluß letzt! Da hort doch'olles auf! Nun auch noch Hellseherei tm Morgengrauen. Leg di« verdammte Zigarette weg! Wir mutzen morgen zeitig heraus. Und sie

Denn am"nächste^ Tag in aller Herrgottsfrühe fuhr Julia zu einem ärztttchen Kongreß nach Kiel. Sie hatte sich feit Amandus' Tod zum erstenmal wieder zu einem Rutsch in die Welt losgelassen. Katarina be­reitete sie auf Julias Wunsch. Es war herrlich, rote in alter Zett.---

9 ,Sa bin ich wieder!" sagte eine vertraute Stimme eines Morgens am Fernsprecher Der Morgen wurde noch heller im Dahlemer Labo­ratorium; der ganze Tag.

(Fortsetzung folgt.)

^"shHiatte wie Julia wußte, immer die feinen Bürger geschützt und HMMZMZÄW

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