Jie °s j 'Einals
Nicht
Sort nt
"neZr «< sei«
sachmitt, itter Si l» auch lkens« Snet, i, ’ jauchz
»«» l ja g!e
t, wo | 'llte U
»tot" |j ° SUtl« !
>u UNI | “«föfiif ■ »RG , ohne । ■robefr«
siehst l innb. $1 t. Restli Angst«; Henl" >app!"
en Bei, nab. W
soll mi
itter Mi ist-"
konnte - versack« ft dn M
r in 6« fet Ha« den, red der ii weiterhi
in Tag!
fterhaw! Zsohn die 3°! i mit d! e. Behist
gar fei« cht hätte' eiche? . fer weu' päter da' mort 611
«nett; *
। Siehe'»
GiehenerKmiilieiibMer
Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger
Jahrgang MH Freitag, den b. April Nummer 2b
Frische Fahrt.
Von Joseph Freiherr von Eichendorfs.
Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein! Waldwärts Hörnerklang geschossen, Mutger Augen lichter Scheint Und das Wirren bunt und bunter Wird ein magisch wilder Fluß, In die schöne Welt hinunter Lockt dich dieses Stromes Gruß. Und ich mag mich nicht bewahren! Weit von euch treibt mich der Wind, Auf dem Strome will ich fahren, Von dem Glanze selig blind! Tausend Stimmen lockend schlagen. Hoch Aurora flammend weht, Fahre zu! ich mag nicht fragen, Wo die Fahrt zu Ende geht.
Gchnepfenftrich im Wawfrühling.
Erzählung von Egon von Kap Herr.
Der wilde West hatte das Eis des Waldsees-gebrochen und zusammengetrieben am Schilfnfer. Doch knickte das gelbe Dioljr, kleine durchlöcherte Schollen klimperten gegeneinander, losten sich aus, sanken unter. Im Schilf aber plätscherten Hechte — breite, grünschwarze Rücken tauchten auf, Flossenschwänze fchlugen, Wasser rauschte. „ < c
Eines Tages jedoch war alles still, und der See lag da, alv wär's im trägen Mittag heißen Sommertages — spiegelblank und ruhig. Nur ein paar Enten schwammen weit draußen auf dem glatten Spiegel, nordische Wanderer, die hier rasteten. Sonnenschein lag freundlich über See und Wald, und am lichtblauen Himmel zogen kleine, rundliche Schüfchenwolken.
Als der Jäger in den Wald zieht, kann,er sich freuen: ^n den kleinen Schonungen sonnen sich Rehe, Hasen hoppeln hintereinander her, vor ihren Bauen wischen die niedlichen, nichtsnutzigen kleinen Kaninchen hin und her, Spechte trommeln, als wär's schon nach Ostern, und hier und da pfeift eme Drossel, zwitschert ein Meisenpaar. In der klaren, lonnigen Luft kreisen Bussarde und lassen ihren miauenden Pfiff hören, schwingen sich mit wuchtigen Flügelschlägen auf, schwenken ttti Bogen, überschlagen sich abwärts im Spiel, ein paar Häher affen den Buhard- pfiff nach und kreischen empört, als der Jäger vorttberpirscht, eine Elster schlickert aufgeregt, und der starke Rehbock, der gerade aus der Dickung wollte, um allmählich den Wintersaaten der Bauern zuzuziehen, prallt erschreckt zurück und verschwindet schimpfend tm
Wie Hundebellen fast klingt sein ärgerliches Schrecken, tief und rauh. Der Jäger kennt den alten Burschen seit Jahren schon: Es ist der mit dem ungeraden Wtergehörn, der im Sommer täglich in Müllers Roggen steht und abends auf Dorffchulzenv Wiese _ so spät aber, daß der besten Schützen Kunst versagt,- wenn dichte Nebel brauen und der Wald schwarz ist, wenn die Sterne funkeln und kein „Zusammensehen" mehr ist zwischen Jägerauge, Korn, Visier und Bock. Heute ließ er sich einmal überraschen, der Schlaue, als ob er wüßte, daß sein graues Winterkleid, sein bastbezogenes Gehörn ihn schützen vor Nachstellungen gerechter ^ager. Gut hatte er auf, der Bursche — fast vereckt war das Bastgehorn schon, und wenn es auch „prahlte", wie der Jäger sagt, vertuet es doch, daß der Bock durch den Winter kam und ein kapitales Gehörn zur Jagdzeit haben würde. Das Rehwild kam überhaupt gut durch den Winter. ,
Neber all das freut sich der Heger, und- das Pfeifchen schmeckt ihm doppelt gut, wenn er daran denkt, wie sich der schwache Wild- bestand gemehrt hat unter Hege und Schutz. Er sitzt auf den alten Baumstumpf nieder und sinnt vor sich hin, träumerisch alter Zeiten gedenkend. Spielend umkreisen ihn tanzende Frühlingsmücken, harmlose, stachellose Tierchen. ,
Als aber der Jäger mit Schauen, Sinnen und Rauchen endlich fertig geworden ist, steht das Licht schon tief hinter den alten Heideföhren. Da pfeift der Mann seinem Hunde, schultert den Drilling und geht eilig weiter. Er kommt durch den Buchenhorsi, an Fichtenstangen vorüber, er überquert einen großen Hau, sieht gerade noch, wie ein paar Stück Rotwild im jungen Kiefernholz verschivinöen, bewundert im Vorüberschreiten die weißen Anemonensterne im Laubyolz und die kleinen blauen Leberblümchen am
Liang, schmunzelt vergnügt, als er den Schrei ziehender Kraniche über sich hört, und sieht einer Waldmaus zu, die emsig im Dürrlaube raschelt und nach irgend etwas sucht.
Dann kommt er auf die große Wiese, ärgert sich ein wenig über die großen Haufen, die der Moll, der sammetpelzige Wühler, ausgeworfen hat, und denkt, es werde wohl ein übles Ernten mit der Mähmaschine heuer werden, wenn die Heuzeit da und der Wald grün und voller Leben. Der Jäger geht über die große Blänke, folgt dem kleinen Trittwege, den schon in uralter Zett die Jäger gezogen und die Holzhauer, und der zum Dorfe hinter der großen Heide führt und weiter zum Landstädtchen mit dem ' alten grauen Rathause aus Fachwerk und dem kleinen, schiefen Türmchen mit den alten Bimmelglocken, die schon zur Feuersnot läuteten, als noch der Waldsteiner Stralsund belagerte und Tor- stensons tapfere Schweden plündernd durch Ländchen Pommern zogen. So mancher Fuß modert im Grabe oder ist gar schon verfallen zu Knöchlein und Staub, der hier geschritten in alter und neuer Zeit, der mitgeholfen, den Pfad immer tiefer und tiefer in den Torfboden der Wiese, in den Sand der Heide zu drücken: so manches Herz schlägt nicht mehr in Freud' und Leid, das hier höher geschlagen, als die Amsel sang und die frohe Singdrossel, als der Spielhahn kollerte und fauchte, die Enten reihten und dte Schnepfe zog. Die Schnepfe — der geheimnisvolle Vogel mit dem „langen Gesicht", die „Waldhexe", um die sich so manche Frühlingssage spinnt, manch schönes Märlein...
Sie waren einst zu vielen, sehr vielen hier int deutschen Lande, die Vögel mit den langen Stechschnäbeln, mit denen sie die Würmer aus alten Kuhfladen holen, aus sumpfigem Boden. Bis südländische Buben Netze zu Tausenden stellten, sie wegfingen zur Zugzeit, die müden Wanderer.
Die „Waldhexe" geht dahin, wohin schon so vieles gegangen — so Schönes, Sie geht dahin, wohin Märchen und Sagen gingen, Singen und Klingen und der gute Geist der Menschheit, dahin, wo das Schöne und Edle hingeht, um wiederzukehren, wenn in den Tagen die Götterdämmerung, die neue Gutendämmerung an- ^Mählich sinkt die Sonne — goldroter Schein zittert auf den Spitzen der Fichten und Föhren, brennt in den Wipfeln borstiger Erlen und läßt die weiße Rinde schlanker Birken glühen. Brauner Schein ist im Filigran der schwankenden Zweige — ein erster Frühlingshauch. Am Westhimmel ziehen langsam violette Wolken, gelb gerandet und geheimnisvoll leuchtend: die Lämmerwölkchen färben sich rosig, neben dem feurigen Vlutschein im Abend, unter den das Licht des Tages sank, flimmert rot der Schnepfenstern. Enten streichen zischenden Fluges herüber, quakend jagen sich eifersüchtige Erpel, die Singdrossel flötet von der höchsten Spitze der Fichte, irgendwo meckert eine Bekassine.
Schwankender, eilender Schatten im rötlichen Licht — unter der bläulichen Wolke, dann int Gewirr der Birken und Erlen — ein heiserdumpfer Laut — ein feines Pfeifen und Bisten... Auf fahren Jäger und Hund. Waap, waap, waap, waap — pstsitt, psi- sitt! Die „Waldhexe" grvhnt. Schräge, nach abwärts gebogene Sichelschwingen, langer Stechschnabel — deutlich zeigt sich die Schnepfe im Abendglanz, zieht dahin durch die Fichten —grohnt, Pfe@ine Drossel schocke rt ängstlich im Busch, in der Ferne kläfft ein ftitnö, rollt ein Wagen. Da tönt es aus der Dämmerung wieder leise — Schnepfengrohnen. Und lauter und lauter, näher und näher kommt das Rnfen, ein Schatten gleitet durchs Gezweig, ent zweiter - psisisitt, psisisitt! Im Bogen nach oben, stechend nach unten. Zornig kämpfen die Schnepfenhahne um irgendein Weibchen, das tief unten im Laube harrt. —
Als der Jäger heimgeht, fällt ihm erst em, — daß er doch eigentlich eine Schnepfe schießen wollte.
O süßeö Nichtstun.
Von,T h e o d o r Strom.
O süßes Nichtstun, an der Liebsten Seite Zu ruhen auf des Bergs besonnter Kuppe: Bald abwärts zu des Städtchens Häusergruppe Den Blick zu senden, bald in ferne Weite!
O süßes Nichtstun, lieblich so gebannt Zu atmen in den neubefreiten Düften: Sich locken lassen von den Frühlingslüften, Hinabzuziehn in das beglänzte Land: Rückkehren dann aus aller Wunder-Ferne In deiner Augen heimatliche Sterne.


