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„'liber vielleicht wäre es doch gut, diesen (£afpar Fuchs em wenig im Äuge zu behalten!'
(Fortsetzung folgt.)
Ti«, Herr Fuchs, kennen Sie eigentlich in Gtralfunb einen Kunstmaler n"ä Sagfrtang ganz nebensächlich, und nicht für -inen Augenblick schwand das vergnügte Lächeln aus seinem vertrauenerweckenden Gesicht. Nur sein Blick zielte dabei scharf in di« Augen des Befragten. Fuchs rubelte nachdenklich die Stirn. Er schien zu überlegen — sem Gedachtnis nach diesem Namen zu durchwühlen. Dann sagte er achselzuckend. ÖQurc — nein —. 2en ^Udrin kenne ich niet)*!
Vielleicht war sein Nachdenken um den hundertsten Teil einer ’s* künde zu lang gewesen — oder der Ton seiner Entgegnung um einen einzigen Grad zu kühl, zu gleichgültig und konventionell. Jedenfalls hatt» Jensen den unverwischbaren Eindruck- der Mann li^ Und trotz, d-s mißbilligenden Blicks seines Vorgesetzten wurde er noch mehr geWM haben, wenn Inspektor Schars nicht das Zeichen zum Aufbruch gegeben
-verantwortlich: Dr. Hans Thyriot. - Druck und Verla»: BrÜhl'fche Univerfitäts-Vuch. und Steindruckerei, D. Lange, Gießen.
OtlCj)er brove Schars rang im Stillen verzweifelt nach einem möglichst dezenten Ausdruck für das, was er sagen wollte. Aber er kam gar nicht soweit. Fuchs schnitt ihm mit einer entschiedenen Geste das Wort ab:
, Niemals! Ich bin als eingefleischter Junggeselle ein Feind i«der Störung meiner Bequemlichkeit. 'Außerdem bin ich ,a mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage nur wenige Stunden des Tages zu Haufe, denn .
„Richtig, Sie sind ja Kunsthändler. Haben Sie em eigenes Geschäft oder vermitteln Sie nur die Käufe?"
Jetzt drückte die Miene von Caspar Fuchs wieder ehrlichstes Er-
„Jch danke Ihnen, Herr Fuchs, sagte er freundlich. „Und riechen Sie, wenn wir Sie in Ihrem Sonntagsfchiaf gestört haben. Ich will hoffen, daß wir Sie in dieser Sache nicht nochmals belästigen müssen. Ö Während er nach seinem Hut griff, fiel chm noch °bo>as e,n: Wurden Sie uns noch einen kurzen Gang durch Ihre Wohnung gestatten? Müder Form halber..
Fuchs verbeugte sich zustimmend und der Inspektor ging auf eme breite dunkle Flügeltür zu, die mit ordinären Juteportieren yertleibet mar Als er sie öffnen wollte, bemerkte er, daß ine Türklinke fehlte. Caspar Fuchs gab sofort die Erklärung: „Ich habe die Klinke abnehmen lassen, damit man nicht versucht ist, durch diese Tur zu S^en. ©ie ijt nämlich im Nebenzimmer durch einen Schrank verstellt. Ich Eß See bitten durch den Korridor zu gehen. Wenn Sie erlauben gehe ich voraus und öffne die Fensterläden. Es ist noch stockfinster im Schlafzimmer.
Die beiden folgten langsam. Im Gang sagte der Inspektor zu Jensen. „Sie können übrigens Herrn Fuchs allein durch die Wohnung begleiten Ich qehe inzwischen hinunter und rufe beim Revier an. 'Vielleicht kann ich auch beim Hausbesorger noch irgend etwas Zweckdienliches erfahren. Auf Wiedersehen." .
Er ging, und Jensen folgte dem Hausherrn.schweigend durch die Räume "Das angrenzende Zimmer war das Schlafzimmer, ein schmaler, einfenftrifler Raum, der in geschmackloser Weise mit Möbeln vollgepfropft mar Besonders unharmonisch wirkte darin ein alter Schrank von riesigen Ausmaßen ein prachtvolles Stück aus der Zeit Heinrichs des Achten. Er nahm beinahe die ganze Lange der Wand em und verbarg voC ständig die dahinterliegende Derbmdungstur. Das übrige Mobiüar war qewöhnliche Dutzendware. Und die kostbare Antiquität wirktt in dieser Umgebung beinahe wie eine Blasphemie. Sonst war nichts Bemerkens- i wertes in dem Raum. Beim Hinausgehen fiel Jansen em Telephon- ap parat ^in di7 Augen, der zwischen Bett und Waschtisch angebracht war. Sie haben Telephon?" fragte er verwundert. „Wir haben Sie vergeblich im Telephonregister gesucht. Wie kommt das?"
Ich habe mich absichtlich nicht eintragen lassen. Meine Bekannten kennen meine Nummer. Und sonst braucht s.e niemand zu wissen. Bor geschäftlichen Am-usen will ich zu Haufe meine Ruhe haben.
Der Beamte lächelte zustimmend.
I „Ich verstehe — wie die berühmten Kinostars — nicht wahr?
Niemand hätte behaupten können, daß auch nur der geringste ^>pott in seiner Stimme schwang. Nach einem flüchtigen Blick in die Küche und eine kleine Dunkelkammer, in der teere Stiften und aUerfyanb ®erumpel aufgeftapelt waren, verabschiedete er sich von Fuchs und flieg langsam die Treppe hinab. Aber auf dem ersten Treppenabsatz blieb er stehen und horchte zurück. Und als es oben still geworden sprang er mtt zw« lautlosen Sätzen noch einmal die Treppe hinauf, riß das oberste Blatt von dem Notizbuch und steckte es in feine Manteltasche Jur alle Falle dachte er bei sich. Obgleich er in diesem Moment nicht hatte erklären l können, warum er der spontanen Eingebung gefolgt war.
Auf der Straße traf er mit Schars zusammen, der mit verdrießlichem Gesicht mitten im Regen stand und nach einer Autodroschke Ausschau hielt.
„Blödsinnige Geschichte", knurrte er, „der reine Aprilscherz! Haben Sie' noch etwas Bemerkenswertes entdeckt?"
I Jensen verneinte. .
Ich dachte es mir. Der Mann macht einen völlig harmlosen Eindruck. Ich habe soeben den Hausmeister ausgehorcht. Der wußte aber auch nicht mehr zu sagen, als daß Fuchs schon sechs ^re un Hause wohnt und seine Miete pünktlich bezahlt. Ob und was für Besuche er empfängt, kann er natürlich bei der Unmenge von Leute, d,e in diesem Hau e aus- und eingehen, nicht wissen. Und eigentlich tummert uns bas auch verdammt wenig. Unsere Ausgabe war, zu erkunden, ob dieser Fuchs ermordet worden ist ober nicht. Diese Ausgabe haben wir erfuUL Weiter geht uns der Mann nichts mehr an. Magen die m Stralsund die Suppe auslöffeln, die sie sich eingebrockt haben
Jensen antwortete nicht. Er hatte seine eigene Ansicht über öie Harmlosigkeit von Caspar Fuchs. Und diese Ansicht hätte sich vielleicht noch um ein Erhebliches gefestigt, hätte er ein Telephongesprach mttanhoren kow nen das Fuchs kurz nach dem Weggang der Kriminalbeamten führte.
Dieses Gespräch bestand nur in ein paar kurzen Sätzen, die an eine ungenannte Person gerichtet waren und etwa folgenden Wortlaut hatten:
Hallo — hier Caspar. Es ist etwas gegen uns im Gange. Es wird gut'fein, wenn du dich vorläufig nicht bei mir sehen läßt. Aber ich muh dich sofort sprechen. Hast du sie fortgeschafft?"
Herr Jensen war nicht Zeuge dieses Anrufs gewesen. Und dennoch blieb er plötzlich mitten auf der Straße stehen und jagte laut vor
.Haben Sie einen Paß zur Hand, Herr Fuchs? Ober sonst >Mad- CtneGifftf Gng ^m Schreibtisch und zog
Nnd reichte schließlich bas Papier an Jensen weiter. Sluc^ btefer prüfte, verglich, brummt etwas in den Bart unb schrieb -bann Ausfertigungsdatum unb Paßnummer in sein Notizbuch.
„Stimmt", bemerkte er trocken. ,/Si« sind also gar nicht toi, J/err
®“®s Ich I« «Ifrwmer SerMSffuna «on -IMIN MM »ch---». Dm» *"SSm LIS«? - nein- »« *•* f> «• *-*"
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er" -g etwas Aehnliches. Wir haben nämlich vor einer Hachen Stunde aus' Stralsund die Nachricht bekommen, bah Sie gestern abend - er- morbet worben sinb." .
Es wollte Jensen erscheinen, als ob bei seinen in halbem Scherz hm- aeroorfenen Worten sekundenlang alles Blut aus dem Gesicht von Caspar Fuchs aewicken sei Und er fügte mit behaglichem Lachen hinzu: „Jetzt brauchen Sie nicht mehr zu erschrecken, Herr Fuchs 'Wemi man den Donner noch hort, hat einem der Blitz nichts geschadet. Jedenfalls sind I wir aufs angenehmste überrascht, Sie bei bester Gesundheit zu finden! I
Fuchs lächelte dünn, und es war, als unterdrücke er gewaltsam etn I Schwanken in feiner Stimme, als er entgegnete: „Oet»^, meine Herren, I aber es ist doch immerhin ein etwas unheimliches Gefühl, ermordet zu fein — und es bloß selbst noch nicht zu wissen. Finden Sw nicht?
Seine Heiterkeit hatte mit einmal etwas Nervöses, unnatürlich Gesteigertes. Dem schlauen Jensen entging die falsche Note in seinem La- tben nicht Und während Schars ein« kurze Vernehmung begann, ver- (egte er sich darauf, den Mann insgeheim zu beobachten. .beantwortete alle an ihn gerichteten Fragen mit höflicher Bereitwilligkeit ja, es kam Jensen so vor, als ob diese Bereitwilligkeit sogar um eine Nüance zu geflissentlich sei. ' |
Darf ich fragen, ob Sie gestern abend zwischen fünf und sieben Uhr zu Hause waren, Herr Fuchs?" fragte Scharf, ,',Oder wenn nicht können Sie uns angeben, wo Sie sich um diese Zeit aufgehalten haben? Fuchs nickte eifrig: „Gewiß kann ich das. Ich habe gestern bereits gegen drei das Haus oer-taffen und bin direkt mit der Bahn nach Potsdam hinaus- gefabren zu Pastor Üenck, wo ich an jedem zweiten Samstag meine Bridgepartie habe. Ich war kurz nach vier Uhr dort und hatte eigentlich die Absicht, mit dem Siebenuhrzug nach Berlin zuruckzusahren und bann in ein Theater zu gehen. Aber inzwischen kamen noch em paar Bekannte von Pastor Lenck, und er bat uns alle, zum Abendessen dazubleiben Nachher wurde noch ein wenig musiziert, und im Umsehen ging es auf Mitternacht. Ich habe mir des schlechten Wetters wegen und weil ich auch ziemlich müde war, vom Wannseebahnhof ab ein Auto genonv men. Es war genau dreiviertel eins als ich zu Haus« war. Ich kann es mit Bestimmtheit sagen, denn im Auto entdeckte ich, daß meine Uhr stehengeblieben war, und ich bat den Chauffeur um die genaue Zeit. Scharf machte sich einige Notizen.
Und — kann in Ihrer Abwesenheit niemand die Wohnung betreten haben? Hat vielleicht noch irgendeine andere Person einen Schlussel — ein Dienstbote oder sonst wer? Wer räumt bei Ihnen auf?
„Niemand, ich besorge alles selbst. Ich liebe es nicht, einen fremden Menschen in meiner Abwesenheit in meiner Wohnung herumschnuffeln zu' lassen. Und wenn ich von meiner Arbeit nach Hause komme, will ich meine Ruhe haben." .
„Sie leben also ganz allein? Sie haben auch niemals Logierbesuch
.Kunsthändler...?" fragte er kopfschüttelnd. "Wer hat Ihnen denn gesagt, daß ich Kunsthändler sei? Ich verstehe von Kunst nicht viel mehr als ein Matrose von Viehzucht. Ich bin Chemiker unb arbeite feit acht Jahren in den Farbwerken von Neff & Petersen am Vinetaplatz.
Was eigentlich beweisen würde, daß Sie mindestens von —■ ijarben mehr verstehen als der Matrose von Viehzucht!" fiel ihm Plötzlich der bisher so schweigsame Jensen ins Wort. Der Einwurf klang wie em harmloser Witz. Aber aus Fuchs' gesundem Auge streift« ihn em rascher, Z . . S. :.. ~ - GrlnnnaKummfon t rt X» atY) Ort d OnTrtlYWl
stechender Blick, der dem jungen Kriminalbeamten keineswegs entging, j Ein weniger geübter Beobachter hätte kaum erraten können, ob Fuchs । den Kwifchenruf überhaupt beachtet hatte. Denn er fuhr ohne Atempause fort: „Hier scheint irgendein Mißverständnis vorzuliegen — eine Verwechselung vielleicht?" , , . . ...
Ja es scheint so", bemerkte Scharf em wenig betreten und verfiel in Nachdenken. Ein paar Minuten blieb es still im Zimmer. Plötzlich aber platzte Jensens forsches Organ mitten in das Schweigen: „Sagen


