Ausgabe 
25.7.1932
 
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Nummer 57

Montag, -en 25. Juli

Jahrgang 1952

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Schoner."

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herabgerufen. Er stand neben mir. gemeldet worden. Auf einmal ist es der Kapitän,als wüßten sie nicht

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Den Kapitän hatte die Neugier Da sagte ich:

Das Schiff »ist doch Steuerbord Backbord."

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Sie zuckeln herum", antwortete wohin, weiß der Teufel! So 'n oller ------

Ich zog das Magazin des Gewehres heraus und hatte die Augen auf die Schar der Haie gerichtet, die in wildem Eifer das Wasser durch­schnitt. Jetzt waren sie, wie eine fahrende Unterseebootsformatton, einer hinter dem andern. Nur die starren, nach vorn steilen Dreiecke der Rückenflossen ragten außerhalb des Wassers wie grausige breite Messer.

Aber bald warfen sich die ersten Flossen um, die folgenden keilten sich zwischen die plötzlich umgekehrten, ein schlagendes, jumpendes Spielen begann. Bald schoß aus dem Bündel ein Kopf, bald weit und hoch ein

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Gießener ZamistenbMer

Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

Hinterlein heraus. ,

Jetzt hineinpfeffern! Hölle und Himmel, da gab s setzen!

Ich stoße das Magazin geladen wieder ein. Es war eine Wrnchester- büchse mit zwölf Schuß, richtiges Kaliber. Es wird singen. Etwas trillerte in mir wie eine eiserne Lerche, ein grausames, blutrünstiges Jagd- und Zerstörungsgefühl, Gegenkraft gegen die unter Vereinsamung und ein« engendem Zwang zerflatternden Nerven.

Jetzt hineinpfeffern! , ... .

Ich hatte nur eine Angst auszustehen, das Bündel käme auseinander und nehme seinen Wettlauf mit dem Schiff, einer hinter dem andern wieder auf, bevor ich schießfertig war. Aber sie überkugelten sich nach wie vor, mit der Fahrt des Schiffes widerstrebend, während ich das Gewehr an M Schulter setzte. . nf.

Ich zielte und drückte ab. Ein wenig zitterten mir die Ellbogen. Aber die Zunge des Abzugs gleitet ohne Widerstand unter meinem Singer, der nicht weniger gespannt war, als meine Phantasie, kraftlos zurück. Das Schloß war in Unordnung geraten. .

Bei allem Fluchen war nichts zu machen. Ich drohte mich tu der Flamme des Jagdgefühls zu verzehren!

Haben Sie nicht ein Gewehr an Bord?" fragte ich ungeduldig und unglücklich den Kapitän. .- ...

Nein nur 'n ollen Revolver, der verrostet ist, und ich weiß nicht einmal, wo er liegt. Aber der Maschinist kann doch mal ihre Buchse Nachsehen, erte öicjenl a[[0 das Gewehr aus, und als ich zurückkam an die Stelle, wo ich den Kapitän verlassen hatte, sah id), baß bas vorhin acTTietbcte Schisf nai)c vor uns war und denUnion Jacr hocyslerte.

,Wat will ber olle Yankee?" knurrte ber Kapitän.

Denn bas Hochziehen ber Nationalflagge bedeutet, baß bas Schiff einen Wunsch hat. Es war ein alter Dreimastschoner

Der Kapitän ließ stoppen. Der Schoner war letzt etwa dort wo auch die Haie gewesen wären. Er hatte sich in unsere Fahrtrichtung gedreht und durchs Glas erkannte ich sehr deutlich, daß aus dem unordentlich gehal­tenen Deck drei Männer, lange Stangen, faul am Boden ausgestreckt waren und sich mit dem Rücken gegen eine Ladeluke stutzten. Sie waren barfuß und trugen nur Hose und ein Leibchen. Einer hatte einen alten Hut auf, zwei andere zogen ein Segel ein. Drei Focksegel und das Groß- ieael standen Ein Mann arbeitete an der Flaggenleine und zog Signal­flaggen hoch, die sich nicht auseinanderlösen mollterr Sie blieben oben in einem Ballen -hängen. Da sah ich, wie die,er Mann, der ebenfalls barfuß war, nach Affenart an dem Mast hochkletterte, indem erjnit beiden Händen an gestreckten Armen sich voranzog und mit den- sohlen sich hintennach am Baum hochstemmte.

Die Flaggen kamen auseinander und flatterten geordnet unter­einander in dem leichten Nordost. Es waren zwei Zeichen. Das erste hieß R Z, gelbes Kreuz in rot und schwarzgelb, blaurot in guer geteiltem

Das bedeutet, wo bin ich? _ ....

Kannst du haben, Yankee!" hörte ich meinen Kapitän neben mir ia9$r rief zur Brücke hinauf, dem Steuermann zu: Gib ihm Bescheid."

Bald hörte ich, daß der Steuermann durch ein Sprachrohr hmuber- r'^Ünb ^sdannauch das^zweite Signal sich an der Flaggenleine erkenn- barBunnertieUe5)at auch'^Dat Hütt' ich nu nid) gedacht, 'n Geschäft auf ^"De?n"dieses°Zeichen hieß Y 0 und bedeutet: Haben unverzllgtich ßeb2)k'tteinenblauen 2Iugen des Kapitäns leuchteten gierig und glücklich.

Wir haben beigedreht. Der Schoner kommt rasch heran . Der ftaptton idiaut mit seinen Aeuglein verzückt .zu, rechnet wohl, was aus der Be­gegnung herausschauen wird. Wir hören, wie ber Leib des Schoners an un9fer Schiff sich anreibt. Der Kapitän schaut nach dem Bootsmann oder nach einem Maat aus, um Befehl zu geben, em Tau zu werfen, an dem der Schoner sistmachen kann

Gebet.

Bon Friedrich Hebbel.

Di« du, über die Sterne weg. Mit ber geleerten Schale Aufschwebst, um sie am ew'gen Born Eilig wieder zu füllen:

Einmal schwenke sie noch, o Glück,

Einmal, lächelnde Göttin!

Sieh, ein einziger Tropfen hängt

Noch verloren am Rande,

Und der einzige Tropfen genügt,

Eine himmlische Seele,

Dir hier unten in Schmerz erstarrt. Wieder in Wonne zu lösen.

Ach, sie weint dir süßeren Dank,

Als bi« aiiberen alle, Die bu glücklich und reich gemacht Laß ihn fallen, den Tropfen!

Begegnung am Wendekreis des Krebses.

Bon Norbert Jacques.

Oft werde ich gefragt: Welches war auf ihren Reifen die größte Lefahr, der sie zu begegnen hatten? Das ist eine Frage die man nicht >ei.ntroorten kann. Denn die Gefahren in fremden Indern und Bolkern ilid meist wie die Anwesenheit eines Geistes Brelleicht war einer da?

Im Jahre 1913 z. B. ging ich einmal in der Nahe mm «amatanei auf >ieu Mecklenburg in den Busch hinein, dem Inneren der Insel zu. Die Manner in den Dörfern dieser «üdseeine waren uicht freunbl ch zu nur inch nicht besonders entgegenkommend Ader wenn auch duftete, kletterte -iner einen Palmstamm hinauf und schlug mit jemem U ^messer eine vtotosnuß herab. Sie ließen mich ungehindert in 'hre Hutten emtreten und schauten untätig und gleichmütig allem zu, was: ich vernch ete. Ich Zatie das Gefühl einer Gefahr nicht starker, als wenn ich etwa am Hiiuibe einer autodurchrasten Stadtstraße über den Steig ge). d? B ich kann in jedem Augenblick die Steuerung eines Wagens versagen "uÄÄKtel^'Srb.« auch m .ton

Dörfer, durch die ich scheinbar ungefährdet

Forscher ermordet. Der Geist dieser Todesgefahr hatte wohl ebenMis ifc S teÄ1 M.LNÄ m7chSÄS" ,(

Sein Yankee-Schoner auf 22 Grad Nord und 42 ®rab Äe|t. ~as 9 iaft auf dem Wendekreis des Krebses und isteine Stelle ।etwa ha bwegs Äillwerpen, von wo ich ausgefahren war, und Westmd en wo auf «ner Fahrt von 3000 Seemeilen nichts anderes besteht, als d .)

meis über den Mafien und die Tiefe des Ozeans unter dem Schiff. Ss Neschah an jenem Tag, der mit dem ^onnenunterg g > fcbien «ganze westliche Welt wie in Gold und Blut verglühen z

Das Schiff war ein kleiner Frachlbampfer der Platz für M00 Donnen Ladung und für sechs Reisende hatte d. h. der Ri M f ^(appftutjl "vor karg zugemessen und ging nicht mn den Platz für einen -iibei das Allernotwendigste hinaus. Man hat bannStunde , in oen man diese Beengung nicht ertragen zu tonnen glaubt

einer Tätigkeit in der man sich vor chr rettet und b.e wunden (sänftigt

Da rief der Kapitän:

sÄttÄ °i-»»ffiS »efunben. Ich sah den Haien zu, die in einer ©ntfernu g Schiffes 301) Meter vom Schiff durcheinanberschneibend mit dem -auf De- ck> mitgingen.

3d) werde auf sie schießen! Augenblick melden,

Schis! an Steuerbord! horte ich die Wache . nucjd)(je^en

wo ich mir den Bootsmann nahm, um nur ben P Munition Schon f lasten. Ich packe bas Gewehr hervor, emeSchast -l Mantwn. Sch halte mich eine fast fieberhafte Ungebulb erfaßt, zu Itßieß« , id,c^lirf)en Beute etwas untergehen zu sehen. 2jrü(te hinauf,

. Als ich an Deck zurückkam, ging "'"st ' 2 auffteuen Dort

i ländern wollte mich hinter ber Kombüse bei La becanb -jch wenig «>ar man nach vorn gegen ben ^uhrwind beften

hoch über dem Wasser und m der Mitte des oa) u

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