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sich und legte sich nieder.

Zu

an seine 'Arbeit.

(Fortsetzung folgt.)

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Derantwortlich: Or. Hans Thhriot. Druck r-inb Derlag: Brühlfche Universitäts-Buch, und Steindruckerei, B. Lange, Gießen

vor mich hinbabbeln kann zu viel Respekt, das; ich

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* Barbara.

** wenig.

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is es ein Vogel ohne Flügel. Ctz ungedankfen* ich net. Und hab' vor unferm Herrgott viel ihn mit Lappali aushalten möcht'."

Sie bot der Blutter gute Nacht, entkleidete

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Verstand an." Grundgefcheit war sie und hatte einen praktischen Blick. Das mußte der blasse Neid ihr lassen.

Der Sturm, der tagsüber geruht hatte, setzte mit einem Male wieder ein. Dabei sprühte ein seiner Regen nieder. Eine Zeitlang gingen die jungen Leute dem Wetter entgegen, dann kehrten sie um. 'Als sie das Taubertsgäßchsn wieder erreicht hatten, sagte der Karl:

Im Frühjahr gedenkt meine Mutter ihr Auszugshüusi zu bauen. Dernach sein ich der Herr."

Allerlei Pläne schwebten ihm vor. Er wollte die Dränierung erwei­tern, wollte den Boden nutzbringender bearbeiten. Nicht daß feine Mut­ter vernünftigen Neuerungen abhold gewesen wäre, nur schien es ihm ungut, ihr ins Werk zu reden, nachdem sie all die Jahre auf ihre Weise gewirtschaftet und sich redlich abgerackert hatte. Nach einem'Vortrag, den der Oekonomierat Horn aus Friedberg kürzlich imLamm" gehalten, hatte er sich landwirtschaftliche Bücher angeschasft. Die hatten ihn an­geregt, darüber nachzudenken, ob das, was er gedruckt vor sich sah, mit seinen Erfahrungen übereinstimmte. Mancherlei Verschiedenheiten waren durch die örtlichen Verhältnisse bedingt, allein es war offenbar, daß vieles aus dem miitterlichen Hof geändert und verbessert werden-konnte.

Die Annegret lauschte mit gespannter Aufmerksamkeit. Hier war sie ganz in ihrem Element und hielt nun auch mit ihrer Meinung nicht zu­rück. Ob sie dem Karl recht gab ober eine andere Ansicht vertrat, immer ließ sie die überlegfame Haushälterin erkennen. Man müsse dem Acker viel leihen, wenn er mit Zinsen zurückzahlen solle, das galt ihr als Grund­regel jeglichen landwirtschaftlichen Betriebs. Wer gewinnen wolle, dürfe Opfer nicht scheuen. Trotz alledem sei Sparsamkeit für den Landmann die oberste Satzung. Sie unterhielten sich nicht anders wie verständige Brautleute, die sich mit der Absicht trugen, eine Wirtschaft zu über­nehmen oder neu einzurichten.

Einen Büchsenschuß weit von des Bürgermeisters Hosreite roars, daß der Karl, die Hand der Annegret fester saftend, mit stockender Stimme sagte:

Wann im Frühjahr alles so läuft, wies' laufen soll, brauch' ich auch eine tüchtige Frau." e

Ja, Karl, die brauchst im", versetzte sie leise, von einem tiefen Gliicks- geftihl durchdrungen.

Weiter wurde die Sache mit keinem Wort berührt. Glock zehn Uhr trennten sie sich.

Als die Annegret in ihre Kammer trat, war die Mutter nebenan noch wach. Sie hotte in der Missionszeitung, die ihr der Postkreuder brachte, eine wundersame Geschichte von der Bekehrung eines schweren Ver­brechers gelesen. Danach hatte sie lange gebetet. Das Gebet war ihr eine Wohltat, eine Befreiung. Jedes Wort, das sie emporschickte, dünkte ihr ein Schleuderstein wider den Versucher, der sich ihr als ein Goliath ent­gegenstellte. Was sie betete, schrieb Gott im Himmel droben auf. Half er nicht gleich, verlor sie darum nicht die Geduld. Er vergaß sie nicht und gab ihr doppelt und dreifach dereinst in freudvoller Ewigkeit. Daß in ihrer Familie so wenig gebetet wurde, daß die Weltgedanken darin die Oberhand hatten, war ihr ständiger Kummer.

Die 'Annegret hörte diese Klagen nicht zum erstenmal.

Mutter", sagte sie,zum Beten soll man teins net nötigen. Das muß jedes mit sich abmachen. Wann das Gebet net aus dem Herz kommt.

Doch wollte kein Schlaf in ihre Augen kommen. In ihren Ohren klangen noch die Worte des Spechtskarl:Wann im Frühjahr alles jo läuft, roie's laufen fall, brauch' ich eine tüchtige Frau." Und sie spürte den Druck seiner Hand. Es war keine Täuschung möglich, er warb um sie, stand am Verlobungsrand. Sie war überfelig. Was war der Karl für ein präch­tiger Mann! Die Gutheit leuchtete ihm aus den Augen. Und was er sprach, hatte Sinn und Verstand. Einen Dummrian hätte sie auch nie genommen. Sie schenkte sonst nicht leicht jemand ihr Vertrauen. Das mußte erst Wurzel lassen, mußte langsam wachsen. Merkwürdig! Dem Karl gegenüber roars gleich in die Höhe geschossen wie eine Wunder­blume mit Blättern und Blüten. Und alle Schlösser und Schlößchen waren bei ihr aufgesprungen, daß sie nichts, rein nichts vor ihm verbarg. In vielen erinnerte er sie an ihren verstorbenen Bruder, dem sie innig zu­getan war. Zuweilen, wenn er herzlich lachte, meinte sie, der Heinrich sei wieder lebendig geworden. Je näher sie ihn kennen lernte, desto mehr wurde sie ihrer Fehler inne. Sie hatte mancherlei Fehler. Bor allem den, daß sie öfter ihrer üblen Laune die Zügel schießen ließ. Sie wollte nie­mand wehtun. Herz und Zunge waren weit auseinander. Das fuhr her­aus, sie wußte nicht wie, und sie rafaunerte über Gott und die Welt. War sie nun mit dem Karl zusammen, fielen Gereiztheit und Mißmut von ihr ab wie Schlacken. Und kam ein wunderbarer Friede über sie, daß sie alles in einem reineren Lichte sah. Eh' daß der Karl ihr Schatz gewesen, hatte sie mit Bangen in die Zukunft geschaut. Der Vater in seiner unbegreiflichen Schwäche gab in die Sagemühle Geld um Geld. Schloß er einmal die Augen dessen war sie sicher brachte ihr Bruder, der Philipp, seine Habe durch und machte auch vor dem väter­lichen Hof nicht Halt. Schutzlos waren die Mutter und sie seinem Leicht­sinn preisgegeben. War der Karl aber erst ihr 'Kann, würde er dem Windbeutel das Handwerk legen und über den Besitz der Familie wachen.

Während ihre Gedanken bei dem Liebsten weilten, warf sich dieser ruhelos auf feinem Lager hin und her. Sonst hatte er breit und fest auf feiner Scholle gestanden, jetzt fühlte er den Boden unter sich wanken. Etwas Falsches, Unehrliches war in sein Wesen gekommen, das ihn mit Berger und Scham erfüllte. In der Spinnftube unter den Mädchen war

* gedankenlos.

VI.

Am Südende des Dorfes flaute sich der Hesselbach zu einem kleine« I < Teich und floß bann in südöstlicher Richtung durch ein anmutiges Wiesen > tat. Hier lag, ein Mertelstündchen vom Dors enUernt, die Säaemüijltl des Philipp Wallenfels. Dem Bach zunächst erhob sich der Hauptbau, bieI r ehemalige Rodmühle, mit bem gewaltigen Schaufelrab, besten Iriebtrm; in ble neu errichtete Schneidehalle übergesührt war. Es würben Bohlet I' geschnitten, Bretter, Riegel unb Latten. Das Gatter war stark genuft | bie Spannung mehrerer Sägen auszuhalten. Ein Schlitten schob büi Stämme vor. Die Maschine zu bedienen, lag dem Rohnspeter und bei, kleinen Hillgärtner von Kallenbach ob. Beide waren gelernte Zimmer- i leute. Während der guten Jahreszeit hatten sie vollauf zu tun, im Winter |1 konnten sie fich's behaglich machen.

In der Frühe eines klaren Novembertags wurden vor der Schneide- Halle Holzer abgelaben. Der Lieferant, der Holzhändler Hahn von Geils­hausen, war selbst zur Stelle, mit dem Sägemüller abzurechnen. Der laj noch in den Federn, wie seine Wirtschafterin, die alte Bermel*, meldete. Dem Holzhändler war mancherlei über die leichtfertige Geschäftsftihrurri des jungen Wallenfels zu Ohren gekommen. Er wollte bie GelegenheitI benutzen, einmal auf ben Busch zu klopfen. Der Rohnspeter, ber ein Soha feiner Schwester unb bas Faktotum auf ber Mühle war, konnte ihm hii beste Auskunft geben. Darum nahm er ihn beiseite.

Wie geht bann 's Geschäft?"

So lala."

Alleweil pressiert's net?"

Nee."

Gelle, ihr habt Holz gekauft?"

Ja."

Könnt ihr's bann etz brauchen?"

Freilich. Wir haben boch bie Lieferung fürs Bergwerk."

Das mußt' ich net emaL"

Samstag tarn he aus ber Stabt unb fagt's."

Was kriegt he bann?"

Wink** genung."

Wieviel?" .

Für ben Kubikmeter siebzehn Mark."

Der Holzhändler schlug die Hände zusammen.

Siebzehn Mark? Kreuzkränk! Da legt he ja Geld drauf."

Der Peter zuckte ble Achseln. I

He benft: besser gehanbelt unb eingebüßt, als daß bas Geschiss! 1 still steht."

Der Holzhändler kratzte sich Hinterm Ohr.

Das nimmt kein gut End'."

Vorderhand stoppt der Bürgermeister die Löcher zu."

Der tiefst' Born schöpft sich aus. Donner aber auch! Was stellt l|f I sich bann eigentlich vor?"

Daß sieben Pfund Rindfleisch eine gute Supp' kochen", platzte der I Peter los.Der is lauter Welt. Statt daß er sich um sein Werk tümnutt, I schwefelt er in ber Stabt crum. Ehnber ich auf die Mühl' kommen fein,! war hier bie rein polnisch Wirtschaft. Unb is viel uerruiniert morden I Guckt Euch etz emal bie Sägen an. Das ist all fein geschränkt unb ge-1 schärft. He eftimiert das gar net. He is halt aus den Wagen zu kurz un.D I -aus ben Karren zu lang. Mik so Leut' is net auszukommen. DessentwegenI bleib ich auch net."

Dem Holzhändler schien bie Sache nicht geheuer. Der Philipp schul- I bete ihm eine beträchtliche Summe. Sicherheit bot er nicht. Weil der I Vater vermögend mar, gewährte man bem Sohn Krebit. Aber alles halt'I seine Grenzen. Als umsichtiger Geschäftsmann mußte er vorbauem Da - Richtige war, wenn er versuchte, vom Bürgermeister einen Bürgschaft^ schein zu erlangen. Unb zwar sosort.

Wie lang schläft he bann?" fragte er, auf ben Hauptbau beutend seinen Schwestersohn.

Der Peter lachte.

Bis die Kuh ein Batzen gilt."

Dann mach ich mich fort. Ich hab' für uns' Lehrer im Dorf nw > I

er Immer einer der Stillsten gewesen, bei der Annegret redete er n», ein Wassersall, viel mehr als er verantworten konnte. In der Tiefe fein« MM Seele roars heut aufgeblitzt: deine Mutter lebt nicht ewig. Was für ein

gute Gehilfin könnt' dir das Mädchen roerden. Er hatte ben Gedanke«, IflA den er wie begangenes Unrecht empfand, gleich wieder in sich erstich INH Fehlte nur noch, daß er aus der Rolle gefallen wäre. Oder war ers III nicht schon? Nachgerade war ihm dieKumedie" zum Ekel. Konnte ir If I nicht auf geradem Weg zum Bürgermeisteramt kommen, auf krummen wollt ers nicht und leistete lieber Verzicht. Gut gesprochen, recht g sprachen. Heut zog sein Mut mit fliegenden Fahnen aus, morgen füll ihm das Herz in die Schuhe. Einmal in den Trug verstrickt, zog ihn eintI' dunkle Gemalt immer tiefer hinein. Bittere Reue mahnte ihn, dem Milk- c

chen zu offenbaren, daß er fein.Spiel mit ihm trieb, die Kriegslist gebrt 1 = ihm zu schweigen. Es lag roie Nebel auf feinen Augen, daß er nicht nichti _ wußte, wo aus, wo ein. Sein erwachtes Gewißen läutete Sturm, und «t durfte nicht darauf hören. Denn jetzt bie Karten aufbecken, hieß zun Verräter werben an ber eigenen Sache. II

bestellen. Ich sein schwinb wieder hier."

Ihr braucht Euch net zu beeilen", sagte der Peter unb ging wieder I