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Und es geschah mir einst, an Theokrit zu denken, der van jenen süßen Jahren gesungen hat und wie sie gütig waren und gebend und geneigt bei jedem Schritt;

und wie ich sah, antikischem Gedicht nachsinncnd, sah ich durch mein Weinen leise die siitzen Jahre, wie sie sich im Kreise ausstellten, traurig, diese van Verzicht

lichtlasen Jahre: meine Jahre. Da stand plötzlich jemand hinter mir und ritz aus diesem Weinen mich an meinem Haar.

Und eine Stimme rief, die furchtbar war: Rate, wer halt dich fa?"Der lob gewiß." Die Liebe", klang es wieder, sanft und nah.

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Dieser Liebe entsprießt ein Sohn, ein weiteres unb schönes Kind Sein Schatten bunfett über solcher Gemeinsamkeit, wenn man nicht einen Schotten nennen will, baß auch nach Jahren unversöhnlich Herr Barrett er jo spat aus seiner väterlichen Zucht Entflohenen noch grollt unb ihr ,nb ihrem Kinb zu begegnen schroff sich weigert. Nein, kem Schatten timkelt Denn baß bie Zeit hingeht und daß darüber dem großen Kind Äobert Browning die sehr stark, sehr zart geliebte Mutter stirbt bas ft nur jenes Gleiten immer tiefer die Bahn hinab, jenes Bedmgtsein lurch Gesetze, über benen erst das Einzelschicksal sich entfaltet. Und so nar es schließlich auch saft kein Schatten mehr, als unversehens aus den Urmen des Mannes bie leicht Schlafende ein sanfter Tob nut stcy nahm. Robert Browning:Bis zu ber Zeit, ba ich sie Wiedersehen werde für immer werde ich diese Erinnerung im Herzen tragen: wie ihr Gesteh Im Ausdruck der erfüllten Liede sich verklarte unb wie fie starb, ben Kops in meine Wange gelehnt.

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Lob des Odenwaldes.

Von K. H. R u p p c l.

Copyright 1930 by I. L. A. Vb ien.

w7r über Lob unb Tabel bes Stäblers erhaben. Ihm war's genug, wenn seinesgleichen ihm Ehre gab.

Da die Bürgermeisterstochter so klug unb tapfer rebete buchte ber Karl:Wo bu mit beiner Weisheit zu End bi ft, fangt ber Annegret >1)

Er wollte hinzufetzen:So is es meinem armen Vater gangen . aber er unterbrürftc bie bittere Regung unb sprach:Etz auf ben schonen Straften bie sie bie Boulevarbs heißen, ba merkst bu nix von Krankheck unb Elenb. Da is alles eine Pracht unb Herrlichkeit. Mir war s freilich doch zu eng. Hab' als nach Luft geschluckt. Ich muß weit sehn können, sonst is mir net wohl."

Die Annegret verstaub seine Empfindungen unb fie ie>ODtelJie in ber Stabt auch gelernt hatte, recht behaglich hatte sie sich bort nicht ge­fühlt. Sonntags nach ber Kirche war sie zuweilen aus ben Turm gefhegen bloß daß sie non fern bas heimische Gelanbe sah. Die Stäbler hatten Ja feine Ahnung, was es hieß, mit dem »oben, ber einen nährte, verwachsen zu sein. In ber Haushaltungsschule hatten die Bauersmadchen ben Stabte- tinnen gegenüber einen harten Staub. Eine Wormserin trug bie Nase o hoch als ob fie den Mond damit anfpieheii wollte, und führte gegen die bäuerlichen Schülerinnen verächtliche Reden. Der Dun(el hatte fie den

umgibt es. Aber man traut* biefer Natur ihren ^"^llen° aus"Äng!° "echt zu. Man mürbe sich ba nicht ins Gras legen wollen aus AmM, Halme zu verbiegen. Es ist bahinlen merkwurb g f

-die Natur hat etwas von den großen kühlen Hallen eines rjfl«« Jltu leums, in bem man sich zu stiller Zwiesprache mit einem befand g

Der Odenwald ist eine morgendliche Landschaft. Man lernt ihn am »leisten kurz nach dem Erwachen lieben, roenn der lichte ^onich des nähen Morgens die Hügel unb Hänge mit einer ichunmeri de <>fui liberfuntelt. Die Landschaft hat da noch feine eigentliche Farbe, hinter ^em schäumenden Weiß der morgendlich aufbrechenden S°nm' äeichne ich die Linien der Wälder und »liefen verlockend wie hinter einem Schleier ab. Man ahnt ein mildes und zartes Gesicht. In der Tatz wenn | iiie funkelnde »erbunftung ber nächtlich von ber ^eucht'gkeit uberkom- nenen Täler vorüber ist, liegt eine freunblidje, «"S vielen kleinen Formen jufammengefeötc Gegend vor einem, bie in nichts mehr an durch chren Namen kundgemachte heroifche Vergangenheit "innert Bon den Jagdgründen des hirfchhetzenden Odin fchemen nur die Lichtungen au ^ie'Nachfahren gekommen zu fein, a u fde rcn heblichgem" stjr tc'n Deppi )

»inn sich weit eher die minnefchlanke Göttin tfreia denn .>p"rschleuder iinb schildzerhaucnbe Helben vorstellen kanir Dennoch ist Jadjelnb I Odenwald der Ort des fchmählichen Verbrechens an dem Hilden Z--' il

rieb gewefen. Wenn ich nicht irre, streiten sich sogar mehrere Platze um das Recht der schmerzlich schänen Empfindung, ihre Blumen aus den

: Blut des schändlich Gefällten entsprossen fein zu lasten Wie dem auch | «i, sicher ist, daß fein Name heute noch daraus h'ndeutet baß der Odem I »alb jemals ein so uiiliebensroürbiges Amphibium wie ben c.roch

Siegsriebssage in seinen Grünben.beherbergt hat. Bewegliche Eidechsen, k bin man hin unb wieder durch die Graser Huschens!), »rufehen

-uch degenerierte - Abkömmlinge Isnes gefräßigen Gewürms anzufehen, I ermangelt meines Erachtens ber wiffenschaftlichen Beroeistraf ...

Den Odenwald muß man sich von Norden na£6 ~ s ollen <fr mäckckt bann aus einer angweiligen, anbroeUigeit .yugeirene

I rieinen Flüssen eilig durchlaufene Gegend hinüber b"cn ja te. | berne Grau unb Grün sich schließlich in bas kräftige Tonnenb aufchwarz de.

| Neckarlandes verwandelt. Dort findet man (wch versteckt m dem gimtrh I eigen Massiv des Katzenbuckels, die romantische.^uberb^

I der vbenwalb wie jede anständige Gebirgslandschaft 9 & (Semeinfdiäft I -mb bie von einer fürsorglichen $or ftUerroaltung

I mit ben Fremdenverkehrsvereinen nut äußerster Kultur im Jto urjiuft in erhalten wird. Jenes romantische Naturtheater..des Odenwalbes hecht ,Wolfsschlucht". Es ist in ber Tat ein Stuck amu^"Xa am %anb ber ein fchmoler, obstürzender Wasserlauf nut engem Gehsteg am Ranch ^ver

l immer von einem feuchten Sprühregen beschlag musizieren

| »litschig ist. Selbst Wandervögel, die bei jeher Art Marsch zu 13 ,

| Pflegen und mit Fanatismus die Laute schlagen, einerlei,mobonen Krach

I ®her bergab, in glühender Mittagshitze oder m dern P A n

I eines Gewitters geht, selbst diese St,mnienber Jlatur Derftummen, I roenn sie die heimtückisch glatten Pfade her _ 1 fZG überfäUt i Kommt man schließlich wieder auf bie Landstraße h n f j n einen die Hitze fast körperlich, wie wan aus einem kühlen dämmerigen

I Keller auf einen im Sonnenbrand liegenden Platz ^austritt

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liebten Stück leise und unbemerkt verlieren kann. Der Odenwald, der arm an Denkmälern der Kunst ist, hat sich da ein Zwifchenreich ge­schaffen, das als ornamentale Natur sozusagen eine Verbindung zwischen frei entwickelter Natur und planvoller Kunftsorm darstellt. Das Auge freut sich an schänen Lichtungen und würdevollen Baumgruppcn, aber es geht ein wenig auf Kosten des Lebendigen.

Otzberg, Lichtenberg, Fürstenau, ein paar Odenwaldburgen. Sie sind nicht angeschwärmt wie die Rheinburgen, ihr Ruhm ist bescheidener, von örtlicher Intimität gleichsam. Der Otzberg, breit und plump, ein stumpfer Kegel, liegt wie eine Wachlburg am Eingang des Odenwaldes. Ein Dorf befindet sich ba, eine Stabt, Hering geheißen, ein prachtvoll krummes, buckliges Nest. Nichts auf der Welt vermag zu erklären, wie diese aus Sand und Trockenheit zusammengeklebte windschiefe Architektur zu dem maritimen salzigen Namen kommt. Vielleicht muß bas bei bem dick- föpfigen Berg so sein, aus reiner Lust am Wiberspruch, akkurat so, wie bu es niemals glauben würbest. Otzberg, Motzberg etwas Ausbegeh- renbes, Widerborstiges liegt darin. Lichtenberg dagegen ist hell und freundlich, ein Cafe, das sich aus Laune als Schloß aufgetan hat. Die das gebaut haben, waren ruhebediirftig und friedlich, mögen auf dem Otzberg Raubritter gehaust haben sich weiß es nicht, historisches Inter­esse habe ich nie an- den Dingen gehabt, ich träume eben so durch bie Lanbschast durch; war es so, bann freut es mich, war es nicht so, bann bekümmert es mich nicht, niemand braucht zu glauben, was ich sage); die Lichtenberger waren sicher zu Standesherren avanciert unb haben Rüstungen unb Harnische gewiß nur wegen ihrer bekorativen Verwend­barkeit geschätzt. Fürstenau endlich, ein Talschloh, efeuumsponnen, mit einem einladenden, mit weiter Geste grüßenden Torbogen und vielen kleinen verliebten Fenstern, ein kleiner nordischer Tempel der schnell- s listigen Göttin Diane. Man weiß manchmal nicht recht, warum die Odenwaldschlößchen gerade an dieser Stelle stehen; es ist im Grunde keine zwingende Verbindung mit der Landschaft da. Aber man weiß es so wenig wie bei den Blumen, sie stehen doch am richtigen Platz. Mgn kommt eine Anhöhe herab, man ist auf bem Gipfel eines Berges, man schreitet in ber Windung eines Talweges, vlötzlich tauchen die Gebäude auf unerwartet, aber mit einer freundlichen und angenehmen lieber» raschung. Ich habe es schon gesagt, ber Odenwald ist aus vielen kleinen Formen zusammengesetzt; die wechselnden Ansichten, das von innen Be­wegliche ber Lanbschast, gehören zu seinem Wesen.

Je weiter es nach Süden geht, desto geräumiger, fester, gefügter wird bie Gegenb. Die Berge bekommen klare und zusanimenhängenbe (Sil­houetten, die Wälder stehen in schönen, gefaßten Gruppen, der Boden wird übersichtlich und terrassiert. Kurz vor Eberbach liegt dicht bei ber Bahn ein kleiner, merfroürbig klarer, ständig von kleinen leichten Wellen gekräuselter See. Die Berge treten vom Uferranb ziemlich zurück, so daß sich an heiteren Tagen ber Himmel in ber ganzen Fläche bes Sees spiegelt. Das gibt ihm etwas Durchsichtiges, Schimmernbes unb Kühles, fast wie bei ben Alpenseen. Alles Kleine, Zierliche ist ba völlig ver- fchwunden, bie Lanbschast wirb bestimmt unb markiert sich mit deutlichem Eindruck.

Einmal an einem Sommertag bin ich zu sehr früher Morgenstunde I über den Krähberg gekommen. Unter mir Härte ich bie Eisenbahnzüge I burch ben hohlen Berg wie burch ein Gewölbe donnern. Die Sonne bestrich langsam die geraden Fichtenstämme, erst waren nur die Spitzen I in ein kühles, wie nebliges Licht getaucht, bann würbe es wärmer unb I dunkler, es kam tiefer unb spannte sich wie golbene Decken zwischen die Aeste, schließlich legte es funfelnbe, vom Winb wie im Tanz bewegte I Kreise auf ben warm geworbenen Boben. Gerade als so die ganzen I Höhen ins Licht gekommen waren, trat ich aus dem Wald hinaus. Da lag die Landschaft im Dampf und Glanz ber Frühe, und bie Abhänge I ringsum waren goldbespiegelt wie die Wände eines blanken Kessels. Die Dörfer zogen sich, bunte Flecken, vom Tal zur Höhe, unb bie hohen I silbergrünen Halme bes reifenben Getreides spielten wie Wellenkämme I den Hang hinauf, roenn der Morgenwind sie mit anmutiger Gewalt von I unten faßte Ich war noch vom Wunder des wachsenden, auf der Hohe fast brausenden Lichtes erfüllt, als die hellen und scharfen Stimmen der I Glocken in reinen unb kühnen Intervallen zu klingen begannen unb der erwachte Tag sich ankündete im Staub, der in feinen grauen Wolken I heraufgewirbelt kam.

Oie pariser.

Roman von Alfred Vock.

(Fortsetzung.)