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rutfdjt über Steine, die Männer stehen in Bug und Steven schreien sich Kommandos zu, stoßen die Stangen wie Lanzen mit voller Wucht in den Grund, zwischen Blöcken hindurch auf weißer Wasserbahn geht die Fahrt, es ist deutlich zu sehen, wie der Wasserspiegel voraus tiefer liegt als achteraus. Wir sind bald an der Schutzhütte und können uns gegen Mitternacht auf Birkenlaub und Fellen zur Ruhe legen. Früh am Morgen schrauben mir den Motor von der Bettkante und gehen von Strom und Propeller in pfeilschneller Fahrt nach Assebakte, der Sommer», und weiter nach Karasjok, der Winterstadt, zurück.
Oer Siegeszug des Kaffees.
Von Dr. Georg Kuhn.
Immer wieder kommt die Nachricht, daß Brasilien ein paar Tausend Sack Kaffee vernichtet hat, weil es keinen Absatz dafür findet. Bei uns tiber würden Hunderttausende glücklich sein, wenn sie von diesem lieber« fluh etwas abbekommen hätten, denn viele können sich den Genuß dieses Getränkes nicht gestatten. Dabei ist der „braune Trank der Levante" kein bloßer Luxus, sondern ein Mittel der Anregung und Belebung, das im Laufe der Jahrhunderte viel Segen gestiftet, ja das ganze Geistesleben befruchtet hat. Der französische Historiker M i ch e l e t hat geradezu den Aufschwung des französischen Geistes im 18. Jahrhundert aus dem Erscheinen des Kaffees erklärt. „Die Weinschenke ist entthront", schreibt er, „die ordinäre Weinschenke, in der die Jugend zwischen Tonnen und Weibern herumtollte. Kein Gejohle während der Nacht, weniger große Herren im Rinnstein. Der Kaffee, dieser besonnen machende Trank von so ge- Waltiger Wirkung aus das Gehirn, der die Klarheit und Helligkeit des Geistes verstärkt, — der Kaffee, der die dumpfe und lastende Poesie der schwelenden Phantasie unterdrückt, der aus der scharfen Beobachtung der Wirklichkeit den Funken der Wahrheit aufsprühen läßt, — der Kassee, der durch den Aufschwung des Geistes die niederen Begierden verdrängt ..."
Der geheimnisvolle Kaffee-Strauch mit seinen scharlachroten Früchten, die die Kaffeebohne enthalten, hat seine Urheimat in Abessinien, und zwar in der Nähe von Kaffa, woher er seinen Namen erhalten hat. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts ist dieser Strauch, dessen durch Verbrennung der sruchtbeladenen Zweige entstehendes Aroma dem Eingeborenen ausgefallen war nach Südarabien gebracht worden, nach dem Lande Jemen, dessen Ausfuhrhafen Mocca lange Zeit der Welt den köstlichen Trank vermittelte. Hier in Mocca erhebt sich noch heute die Moschee des Kaffee- Heiligen Ali ibn Omar al Schadhili, der 1418 den Kaffee als Getränk einsührte und seitdem als Patron der Kaffeeköche und Kasfee- irinter verehrt wird. Der fromme Mann gründete das erste Kaffeehaus, unb bald entstanden überall solche „Schulen der Weisheit", wie sie genannt wurden, wo besonders die Derwische und Mullahs den „roten Kahwa schlürften, um sich bei ihren Gebetsübungen wachzuhalten. Bald aber erstanden dem neuen Getränk Feinde, und auf der ersten Kaffeesynode in Kairo 1511 wurde der Kaffee dem Wein gleichgestellt und den Jüngern des Propheten verboten. Den Ungehorsamen predigte man, sie würden mit Gesichtern ins Paradies kommen, die schwärzer seien als der Kaffee, und die Strafe bestand darin daß die llebeltäter, rückwärts auf einem Esel sitzend durch die Straßen geführt wurden. Trotz aller Verfolgungen ließ sich jedoch der Siegeszug des Kaffees nicht aufhalten, und sein Ruhm drang Ende des 16. Jahrhunderts bis nach Europa. Die orientalische Dichtung ist voll von Hymnen auf den Kaffee. Dort hat man zuerst seme Freuden ausgekostet und seine belebende Wirkung auf Geist und Geselligkeit gefeiert. „O Kaffee, du zerstreust die Sorgen, du bist das Getränk der Gottesfreunde, du gibst Gesundheit denen, die arbeiten, um Weisheit zu erroerben. Nur der Mensch, der Kaffee trinkt, erkennt die Wahrheit. Der Kaffee ist unser Gold: da wo man ihn darbietet, genießt man die Eesell- schast der besten Menschen." So heißt es in einem Gedicht des Scheit Abd- Alkader, und in einem andern arabischen Gedicht hören wir von den Freuden des Kaffeehauses: „Eile zu genießen die Gesellschaft des. Kasfees ■an den Orten da er seinen Sitz aufgeschlagen, denn die göttliche Gute umgibt, die, die teilnehmen an seinem Feste. Siehe dort die Schönheit der Deppiche, die süßen Freuden des Lebens, das Gluck der Gaste, alles g *in Bild der Stätte, da die Seligen wohnen. Keine.Sorge vermag dem Kaffee zu widerstehen, und jeder Kummer flieht beim Anblick der v (gesetzten Tasse an dem Ort, wo der Kaffee herrscht." .
Von Konstantinopel, wo die ersten Kaffeehauser 1554 eingerichtet wur- iden, brachten bann Reisende am Anfang des 17. Jahrhunderts de s. lirfjen Bohnen nach Europa, zunächst um sie einem vertrauten Freundes- Ikreise vorzusetzen. Die frübften öffentlichen Kaffeehauser entstanden an Hasenplätzen, die mit dem Orient in enger Beziehung waren, 1° m Bene- idig 1647, in Marseille um 1659, in Hamburg 1677. Die
Verbreitung aber sanden der Kaffee und das Kaffeehaus ,n..®"9[a^:n7'” wurden Kaffeehäuser 1650 in Oxford und 1652 in London eröffnet SBiUiam Harvey, der Entdecker des Blutkreislaufes hinterließ den Londoner Geraten 50 Pfund Kaffee, damit sie Wirkung erproben konnten. «Seine Kollegen waren so begeistert, daß s’e das neue Getränk als e,n Heilmittel gegen alle Krankheiten empfahlen. So strömte denn. alles inden -Käsfeehäusern zusammen, und sie wurden bald ein Mittelst
Agitation. Die Frauen protestierten entrüstet dagegen, daß die Manner Vage und Nächte im Kaffeehaus verbrachten und die Regierung lleß 167o mlle Kaffeehäuser schließen. Doch dieses Verbot dauerte nicht lange, und „duld schossen wieder die Kaffeehäuser aus der Erde, die nun zum wich vmsten Element des gesellschaftlichen und literarischen Lebens Ebern In •änderen Ländern bürgerte sich der Kaffee langsamer ei . v $ 6em l Gilb bas erste Kaffeehaus 1672. In Wien erhielt em f°lba au. de
Z-ere Johann Sobieskis, der die Stadt von den Tunken befreit hatte Külschii-kj ols fiohn für seine Tapferkeit das erste Privileg für em Kaffeehaus, zu dem ihm der im türkischen Lager erbeutete affee u - Halfen wurde In Leipzig erstand das erste Cafe 1685 in Berlin. erst .
In der Frühzeit seiner Ausbreitung segelte der Kaffee। unter’ 0 “Q9
Arznei Es gab Aerzte, die ihm alle nur erdenklichen günstigen Lm aotrhingen auf die Gesundbeit nachrühmten, und sein beruhmttst - ■ Kampfer war der holländische Arzt B o n t e k o e. der wohl von der am
Kaffee-Geschäft stark beteiligten Holländischen Kompanie bestochen war. Bald aber setzte eine Gegenbewegung ein; man konnte die Wirkung des Kaffees nicht für schädlich genug erklären. Man behauptete, dieser schwarze Teufelstrank sei ein Gift, das die Nerven schädige. In den Briesen der Frau de Seoigne finden wir beständige Nachrichten vom Kriegsschauplatz des Kaffees; bald warnt sie ihre Tochter davor, weil er zum Ruin führe, bald empfiehlt sie ihn. Lieselotte von der Pfalz will von dem Kaffee nichts wissen und wünscht sich als Morgengetränk eine gute Bier- (upppe, aber leider gebe es kein anständiges Bier in ganz Frankreich. Trotzdem verdrängte der Kaffee allmählich als Morgengetränk die bis dahin übliche Bier- oder Mehlsuppe. Die Bekämpfung des Kaffees war besonders heftig im 18. Jahrhundert, in dem er auch aus wirtschaftlichen Gründen verboten wurde, weil die Fürsten nicht wollten, daß dadurch so viel Geld aus dem Lande ginge. Heute ist der Kaffee dasjenige Getränk der kultivierten Welt, das mit dem Tee um die größte Verbreitung ringt. Zwar wird ihm eine nervenschädigende Wirkung vorgeworfen, aber doch wohl zu Unrecht, denn die besten Kenner stimmen darin überein, daß die Reizwirkungen auf das Gehirn nicht schädlich sind, wenn der Kaffee nicht in übermäßigen Mengen getrunken wird. Bei llebererregung des Gehirns durch Kaffee tritt, wie der Toxikologe Lewin beobachtet hat, eine auffallende Redseligkeit auf. Anderseits ist von allen Geistesarbeitern, die dem Kaffeegenuß huldigten, von Buffon und Voltaire bis zu Balzac und Ibsen die außerordentliche Anregung der Phantasie durch den Kaffee betont worden. Mirabeau hat gesagt, daß Kaffee und Tee das Laster der Trunkenheit wirksamer bekämpft haben als alle Lehren der Moralisten, und die Kulturhistoriker heben den neuen Geist der Geselligkeit hervor, der sich mit dem Kaffee über die Welt verbreitete. Er hat „dem einförmigen und schwerfälligen Leben des deutschen Bürgerhauses eine erhöhte Regsamkeit und Beweglichkeit verliehen, er beförderte die auf größere Zierlichkeit und gefällige Repräsentation hin- zielenden Bestrebungen."
In England war zu Zeiten die Geschichte des Kaffeehauses aufs engste mit der des geistigen Lebens verknüpft. In den Kaffeehäusern Londons traf sich im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts die ganze Gesellschaft, und zwar sonderten sich nach anfänglichem Durcheinander bald die Kreise. So tarnen z. B. in Lloyds Kaffeehaus die Kaufleute zusammen, weil man hier die schnellsten Nachrichten über alle wirtschaftlichen und politischen Vorgänge erhielt.
Architektur in Muscheln.
Von Josef Ponten.
Die Westküste der Halbinsel Florida verhandelt mit dem Ostrand des Mexikanischen Golfs noch über die Grenze. Da sind nicht die klaren Verhältnisse von ziemlich tiefem Meer, felsiger Steinküste und hochgischtender Brandung wie an der bretonischen Küste geschaffen, da streicht das Land als ein außerordentlich breiter und flacher Schelf unter das Meer hin. Wenn man der Westküste der langen Jnselreihe der „Keys", die, Florida südlich vorgelagert und es fortsetzend, weit in den Golf von Mexiko hineinbiegen, entlangfährt, erstaunt man über die grüne Farbe des Meeres. Man erinnert sich nicht, ein solches Grün je gesehen zu haben. Kein Wunder, grün ist die Farbe der Meeresuntiefe, auf weite Entfernung hin ist das Meer nur einige Fuß tief, die Schiffahrt bedarf besonders flach gebauter Küstenboote, und da der Meergrund weißer Korallenfand ist, so scheint er durch, und das Meer ist hellgrün.
Einzelne Teile des Landes sind so niedrig und das umflutende Meer ist so flach, daß die Grenze unstet ist: eine Wattenlandschaft, amphibisches Land. Wie für Korallen, welche die Keys aufbauten, so ist flaches Meer günstiger Nährboden für Muscheln. Sieh, während wir da im warmen Februar auf der Veranda des kleinen Hotels der Insel Marko fitzen — was übertönt das harte Rauschen der Wedel der Palme vor dem Moskitogitter? Fabrikpfeifenton! Eine Muschelfabrik verarbeitet die gemeine, grobschalige kinderfaustgroße „Clam"-Muschel zu Konserven. Und da verstehen wir die Dämme und Wellenbrecher, die, aus Clammuscheln aufgebaut ,in den Sund hinausgeschüttet werden und auf die einfachste Weise kleine Häfen gewinnen lassen: der Abfall der Fabrik bewirkt Landsicherung und -gewinnung.
So auf die Spur gesetzt, untersuchen wir das Jnselland weiter und finden, daß andere Menschen mit anderen Muscheln, vorzugsweise mit der Schale der gemeinen Auster, landsichernde Dämme gebaut haben, offenbar vorgeschichtliche Menschen. Schon oberfächliche Untersuchung ergibt, daß nur die Schalen eßbarer Muscheln zu Wällen und Hausen aufgeschichtet sind, also hat man die Muscheln zuerst als Futter und dann als Baumaterial verwandt. Nicht etwa nur weggeworfen als „Kjökkenmöddinger", wie skandinavisch der Küchenmüll vorgeschichtlicher Menschen genannt wird, sondern aufgeschüttet in Verfolg einer Bauabsicht. Nun bringen wir — wir sind mittlerweile in Camaxas am anderen Jnselende und am offenen Meer, einige Meilen vom Hotel am Sunde entfernt — in den Busch hinein der die mounds (so nennt man in Amerika Hügel vorgeschichtlichen Charakters) toll überwuchert: wilde Ananas, Agave, die „spanisches Bajonett" genannte Pucca, besonders aber viele Arten des Kaktus, eine gefährlicher als die andere, suchen den Eintritt zu wehren, und man hat auch ein wachsames Auge für die Klapperschlange. Und nun wird es offen« bar' Die Anordnung dieser Hügel und Wälle hat System, sie stehen rechtwinklig zum Meer, zwischen ihnen laufen gerade, gegen das Land an« | steigende Mulden: das sind die Docks, in welche frühe Menschen ihre I Kanus von der See her heraufgezogen haben, und die ganze Bauanlage ist ein vielarmiger Hasen. Die Docks stoßen gegen eine Plattform, darauf steht das Haus eines Settiers, an derselben Stelle haben früher die Hütten der alten Ansiedler gestanden. Wir finden in den Muschelhaufen schwarze Striche und darunter Zemente: es waren die Feuerstellen, das Feuer hat den Kalk der Muscheln zu Zement verbacken. Zahllose Scherben von Topfen eines primitiven Hausgewerbes beseitigen die letzten Zweifel.
Nun war der Eifer eines Winterftischlers, ob auch nur eines Laien, dort im Mangrovenarchipel des Mexikanischen Golfes hoch entzündet. Es


