neiaen sollte noch tn den neunziger Jahren wurde der Mangel eines brauchbaren' Kleinmotores brennend empfunden, und das Gewerbe, das den Vorsprung, den die Großindustrie mit Dampsheizung hatte, einzu- hchen trachtete, versuchte sogar, mit Wasserkraft-, Heißluft- oder Feder. Motoren sich zu Helsen. m
Natürlich hatte auch die Verkehrstechnik das volle Interesse des Vereines Deutscher Ingenieure und seiner Zeitschrist für sich. Daß der herein Öen Grafen Zeppelin, der im württembergischen Bezirksverem zuerst 1896 über sein lenkbares Luftschiff berichtete, lebhaft untersucht ha ist bekannt aber weniger bekannt durste sein, daß die Zeitschrift fcyon 22 Sabre vorher nämlich 1874, einen Entwurf Haenleins über eine Gasmaschine für ein lenkbares Luftschiff veröffentlicht hatte. Dieses in mancherlei Beziehung merkwürdige Schiss, das z. T. schon «ouz moderne Ideen verwirklichte, wurde auch gebaut, ist aber niemals pflogen. Daß bie Luftverkehrstechnik sich zu jener Zeit noch keiner bef anderen Wert- schäkung erfreute, geht drastisch daraus hervor, daß das kaiserliche Patentamt im Jahre 1877 die Luftschiffahrt in die Klasse „Sport und Spiele C" Bände ließen sich füllen, wenn man nur die aller wichtigsten der von der Zeitschrist mitgeteilten Neuerungen und Fortschritte anfuhren wollte. Allein die Titel der erschienenen Aufsätze wurden, wie em geschichtliche Ueberblick der jetzigen Schristleitung mitteilt, 664 Druckseiten füllen, und das vollständige Autorenregister müßte rund 400 Seiten umsassen. Lruiller fände man allerdings die klangvollsten Namen der deutschen Technik ohne jede Ausnahme. Schon der erste Redakteur, Franz Grashof war eine Zierde der deutschen technischen Wissenschaft di« Grashos- Medöille" die der BDI. verleiht, zu erhalten ist die größte Ehre sur einen
Ingenieur. __
mnrhen deren Bedeutung man auch heute noch nicht richtig etiischätzk. Die Zeitschrift des VDJ. trat sehr bald würdig an bie Seite der «üteren wissenschaftlichen Zeitschriften und teilte sich mit ihnen In den Ruhm, den das deutfche wissenschaftliche Schrifttum errang. m^dättnillen
Welch kühnes Unterfangen es war, unter den damaligen Verhältnissen an die Herausgabe einer Zeitschrift zu gehen, zeigt wohl am^ deutlichsten v__ Hmftnnh hnh beim Erscheinen des ersten festes der -üerem deutiu)er Inaen?eur"^er7172 Mitglieber zählte. Ünd nur auf diese kleine Schar L7 mm. Ä zunächst sowohl als Mitarbeiter wie: auch. - »a. ua u- aemäß noch schwerer wiegen mußte — als Bezieher zahlen. Honorare konnten nicht gezahlt werden, und auf das für eine Zeitschrift heute wichtigste Mittel, sich finanziell zu sichern, die Aufnahme von Anzeigen, verrichtete man weil gefürchtet wurde, die damals bestehende 2ln3eigen= steuer die wohl Nn Mittel war, „Gazetten zu ch camerech-, konnte die (Einnahmen ouhebren. Welcher Wandel der ZeitenI Bevor die Zeit- Ickrift herausqeqeben wurde, hatten sorgfältige Untersuchungen in den neu npnriinheten Bezirksvereinen über Stosswahl und Beteiligung staitgefun- 8en Da! Arbeitsgebiet des Vereines"selbst war nicht beschränkt, eme Spezialisierung der Technik hatte noch kaum stattgefunden, der Ingenieur mukte damals wie Max Eyth es in seinem köstlichen Lebenswerke ,Achter Pflug und Schraubstock" schildert, wechselsweise den Bau einer Brücke, die Konstruktion eines Dampfpfluges oder irgendeine andere Tätigkeit übernehmen So sollte die Zeitschrift denn auch »Aufsätze aus den gesam- teil Jnaenieurfächern, der Mathematik und den Naturwissenschaften, der Statistik und Nationalökonomie, soweit sie mit der Techmk in Zusmmnen- bnno fteben" bringen, ein Programm, das reichlich erfüllt worden tzi. Neben einer großen Anzahl Spezialfachzeitschristen steht heute "och die Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure als Vertreterin dn gesamten Tecbmk da uich es gibt kein Sondergebiet, auf dem sie nicht wichtige •ReUräae veröffentlicht hätte. Geistige Taten der deutschen Ingenieure finden Osich in großer Zahl in ihren Spalten. Da erschien 1884, also schon in ivüterer Zeit ein Aussatz des Bergingenieurs Pötsch, der das von ihm erfunbenc Gefrierverfahren schilderte, ein Verfahren, das den dent- jchen Bergwerken unvergleichlichen Nutzen gebracht hat. Man kann e dahin beim Abteufen von Schächten nur nut großen Schwierigkeiten du Schichten schwimmenden, d. h. stark wasserhaltigen Sandes durchbrmgen, die im deutschen Boden sich so häusig finden. Pötsch gad bas einfache Wittel an bas Wasser jener Schichten burch eingelegte Rohre, die v tiefgekühlter Sole burchflossen waren, zum Gefrieren zu bringen, unb mit$einem Schlage waren alle Schwierigkeiten beseitigt, in dem gefrorenen Boben" konnte wie im fefteften Erdreich gearbeitet werden. Vierzig Jahre später wurde an der gleichen Stelle das Joostensche Verfahren des Zem n fierens bas unter anberen Verhältnissen sich als praktisch erweist, ver-
Nebeii zahllosen technischen Einzelheiten, bie heute nicht mehr interessieren brachte bie Zeitschrift aus bem Gebiete bes Bergwesens auch zum ersten Male die Beschreibung einer Brikettieranlage, »nb Zwar im Jahre iRßl frrft in io svater Zeit ist bas uns heute unentbehrliche Brikett ersunden worben. Auf der Braunkohlengrube v. b. Heybt bei Halle waren bic ersten Kohlensteinpressen, wie sie damals besser als heute hießen, ausgestellt, von dort aus verbreitete sich die anfänglich noch> ganzunzu- innntirhp Malckine ohne die heute die Braunkohleninbustrie, eine der wichtigsten Deutschlands, gar nicht bestehen könnte. Auch sonst stnbenJul) unblretee Aufsätze über die Veredlung der Kohle, so ist die umiieuiing der Kokereien aus Nebenprobuktengewinnung, eine Deutschlands Wohlstand entscheidende Wendung (hierbei fielen den Chemikern du Teersarbenstofse in die Hände)'., in einigen Aufsätzen in den Jahren 1884 und 1885 geschildert. Gleichzeitig damit wurden bie Gaswerke vervollkommnet unb ausgebaut. . . .
ift uniuöalirf) selbst im flüchtigsten Umriß zu erwähnen, imeviele für bie beutsche Technik unb Jnbustrie grunblegenben Neuerungen in den Lpallen be? BDJ Zeikschrist bas Licht, der Welt erblidt Jaben JietJ« nur noch an das Bessemerverfahren erinnert, das schon im ersten Cayr gange der Zeitschrisk nuftgucht. Es bient zur Stahlherstellung unb gestaltete zum ersten Mche grabe bie deutschen Eisenerze mit ihrer eigenartigen chemischen Zusammenstellung wirklich auszunutzen. B,s dahin wurde.bie Stablfabritation von Verfahren beherrscht, wie bem Pubbeiverfahren und bem in der Kruppschen Fabrik zu hoher Vollkommenheit entwickelten Tieaelstahlguß bie mehr zur Herstellung kleinerer Mengen sich eigneten ober, wu> der Tiegelstcihlguß, ein äußerst bo<Wertifl6su®r3eugnis bas aber für allgemeine Verwendung viel zu «"t unb bementiprechei D zu teuer war Jrn Jahre 1855 trat nun in England 1)- Be|\ je mer mit feiner Birne hervor, einem riesigen, birnenförmigen Gesäß, in bas bas geschmolzene Eisen gebracht unb bann burch hinburchgepreßte l-uft n StchM verwanbelt würbe. Dies Verfahren kam gerabe recht für bie Zeit, in ber bie Welt, veranlaßt durch bie Enwicklung ber Eisenbahnen, vo einem förmlichen Hunger nach Stahl ergriffen worden wau Würbe bas Verfahren im ersten Bande noch nut e 1 n 1 g"Zur-cfhaltung betProchen, fo erkannte man bald seine Bedeutung gerade für die deutsche ^ilen industrie und im Jahre 1860 erbaute Alfred Krupp die erste deutsche
Lessemeiei. re gelang es Werner Siemens, wechanische Arbeit, nämlich die einer Dampfmaschine, durch die Dynamomaschine u'^Aekt^ frh<>n £5trnm Aii Dcrmortb^in, ben man bis bofyin nur in iicit n tmb zu sehr hohen Kosten in galvanischen Elementen zu erzeugen gewußt hntie Nock wenige Jahre vorher hatte sich eine Pariser Bank, die Feuersicherheit wegen eine elektrische Beleuchtungsanlage haben wollte, zu dem Zwecke eine riesige Batterie von Chrom,äureelementen aufgestellt. Siemens’ Erfindung machte erst die industrielle Erzeugung unb .
buna bes Stromes möglich. Schon zwei Jahre spater stellte bie Zeitschrift fest 0bafi „ber Fortschritt auf bem bezüglichen Gebiete '"ausgezeichneter
KÄÄ.fÄÄ ES tz werbe burch bie Konstruktion brauchbarer unb billiger Kleinmotoren PM
pankraz, der Schmoller.
Novelle von Oottfrieb Keller.
(Fortsetzung.)
Als enblich auch dieser Auszug wieder verschwunden unb es wieder still geworden indem die aufgeregten Nachbarn fi* mit l«lnem Gefolge ebenfalls aus dem Staube gemacht, um da oder dort zu einem iiveno- schöppchen unterzukommen, sagte Estherchen: „Mir ist " nun zu Mute als ob Pankraz ganz gewiß heute noch kommen wurde, da schon so viele unerwartete Dinge geschehen unb solche Kamele, Assen und Baren baqeroefen sinbl" Die Mutter warb böse barüder, daß sie Öen ormei Pankraz mit biefen Bestien.sozusagen rusammenzahlte unb auslachte und hieß sie schweigen, nicht inne werdend, bah sie ia selbst Das gieiaje getan in ihren Gedanken. Dann sagte sie seufzend: „Ich werde es nicht erleben, daß er wiederkommt!" ....... .. ,
cjubcm sie dies sagte, begab sich bie größte Merkwürdigkeit dieses laaes unb ein offener Reisewagen mit einem Extrapostillon fuhr m Wadit' auf bas stille Plätzchen, bas von ber Abendsonne noch halb bestreift war In bem Wagen sah ein Wann, ber eine Mütze trug wie bie sranzo- fifdien Offiziere sie tragen, unb ebenso trug er einen ed)mnr= und Klnn- bart unb ein gänzlich gebräuntes unb ausgebörrtes Gesicht zur Schau, bas überbies einige Spuren von Kugeln unb Sabe hieben zeig e. Auch mar er in einen Burnus gehüllt, alles dies, wie es französische Militärs aus Afrika mitzubringen pflegen, unb bie Füße stemmte er gegen ein kolossale Löwenhaut, welche auf bem Boben bes Wagens lag; auf bem Rücksitze vor ihm lag ein Säbel unb eine halblange arabische Pfeife nebi anberen fremdartigen Oegenftänben.
Dieser Mann sperrte ungeachtet bes ernsten Gesichtes, das et die Augen weit auf und suchte mit denselben rings auf dem 1^6 ein Lus wie einer, ber aus einem schweren Traume erwacht. Beinah taumelnd Ivrana er aus bem Wagen, ber von ungefähr auf ber Mitte des Plätzchens stillhielt; boch ergriff er bie Löwenhaut und feinen ®abel unb g ng sogleich sicheren Schrittes in bas Häuschen ber Witwe, als ob u ° U „or einer Stunbe aus bemfelben gegangen wäre. Die Mutter und Estherchen sahen dies voll Verwunderung und Neugierde und horch- t nllf nu der Fremde bie Treppe herauf käme; benn obgleich sie kaum n7ck von PaLrazius gesprochen hatten sie in diesem Augenblick keine Äbnunq"baß"er es sein konnte, unb ihre Gedanken waren von ber über, röteten' Neugierbe himmelweit von ihm weggefuhrtz Dochurplotzich
p n 11 ber Art wie er die obersten Stufen übersprang
2“ j,„ SU« •«« f"U Me S«nte ber Stuben.
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Ernste eines fremden Kriegsmannes, nur zuckte --ihm seltsam um die ,.y ' inSnffon hin Wntfpr erbitterte bet feinem 2Inblicf unb fiel) ni")t ^“helfen wußte und selbst Estherchen zum ersten Male gänzlich verblüsst
J «A niAt 3U regen wagte. Doch alles dies bauerte nur einen ata«
ntet alte Soldatengesicht und ließ schneeweiße Zahne sehen, als er auf sie
schon0 roi'e mit einem Zauberschlage berührt hatten. Denn noch ehe ba.


