wie die Byzantiner sie bauten, Feldsteine durch dopple Logen von W dipn dünnen Ziegeln unterbrochen, die sich wie rote Adern durch den in der Sonne flimmernden, weihen Kalk dahinziehen. Dann ®’eö*1 unabsehbare, im Grün der Bäume sich verlierende Teile m.t Efeu bewachsen dellen Aeste sich wie Schlangen oder wie Riesenhande mit tausend langen Spinnensingern in den toten Stein gekrampft haben. Und überall , dazwischen die wuchtigen, breit hingepflanzten Turme aus rötlichen Ziegeln! weinlaubbewachsen, mit Zinnen und Fenstern und vermoderten, verbrannten eichenen Balkenresten. Da und dort find antike Reliefs vermauert, Schriftplatten und seltsame Götterbilder ...
Mer mächtige Tore durchbrechen dies Wunderwerk antiker Befesti- gungskunst diesen „Mauerkranz", der heute ein Nichts em schließt und der aussieht als habe hier ein Riesenkind mitten im freien Selbe .sich eme Burg eine in sich geschlossene chinesische Mauer errichtet. Diese vier Tore llegen genau in der Mitte der vier Hauptfronten, im Norden Süden, Westen und Osten, und sind durch zwei schnurgerade genau >m Zentrum der alten Stadt sich rechtwinkelig schneidende Straßen verbunden. Vom Tor von Lefke" erblickt man einen Ausschnitt des blitzenden, blauen, leuchtenden Sees, dort wo einst das „See-Tor" gelegen. Vom „Tor von Stambul" im Norden sieht man die Bastionen des „Tor von Jenlschehir , I 269 erbaut, bei dem einst die Kreuzfahrer unter Gottfried von Bouillon den Hauptangriff ansetzten und wo sie mit stürmender Hand m die Stadt eindrangen. Machtvoll und groß wirken diese drei gewaltigen, erhaltenen Tore mit Inschriften und Reliefs, mit Nischen und steinernen Theater- I masten geschmückt. Aber das „Lefke-Tor" ist doch das schönste unter ihnen: ein zierlicher, niedriger, mit Efeu bewachsener Aquädukt fuhrt darauf zu, mit Juristen des Imperators Hadrian und geschützt durch vorlvrinaende mächtige Rundtürme. Sie erinnern an die „dicke Mar- gareche"^in Reval, an mittelalterliche deutsche Befestigungen. Dabei eine Vormauer mit Zinnen und rieselndem Brunnen — so wohlerhalten, daß das überraschte Auge in der Wachstube die geharnischten Torhüter sucht, die mit langen Trompeten oder gewundenen Hornern auf dem Mauer- tranz wandern und das Nahen des Fremden verkünden ... Aber die I Türme sind verlassen und das Gras wuchert zwischen dem breltstemigen, uralten vom Lauf der Jahunderte polierten Pflaster der Straßen, Aus I mächtigen, überwucherten Schutthaufen klettern Ziegen, >rg«udwo ein pinfniriPi- nlter anatolischer Bauer, der verwundert die Hand an die I Augen legt, das Plätschern eines rastlosen Brunnens sonst das große Schweigen des melancholischen anatolischen Herbstes. Unter dein gew _ ten dämmernden Torbogen dröhnt und hallt der Tritt, noch ein Schritt _ Iras Auge hasst ein Stück Nürnberg ober Rothenburg zu erblitfen unwillkürlich stutzt man und wendet sich um. War das ganze em Sput, (fine i^ata Morgana? Nein! — Ruhig und schwer, massig und schweigend llegen die wuchtenden Mauern und Türme breit im herbstlichen Acker S _ fnmeit das Auge reicht — keine Spur einer menschlichen Siedlün-ft Nur ^stellte Felder, Gärten, Eukalyptusbäume, dichte satte, | immergrüne Olioenbäurne, zwischen denen die gepflasterte Straße Wtur= gerad/weiterläuft. Seltsam! Ms habe die Laune eines mächtigen Großen $ ,, QöHon im (fechprt aeboren, tius überftrömenbein Ühocqi-
und Kraftgefühl heraus, gänzlich unvermittelt diese schweigenden Kolosse in die schweigende Einsamkeit gesetzt. Wie die Chinesen es taten, als sie ihre Mauern über Berge und -i-äler der Einöden führten ...
Endlick werden Häuser sichtbar. Nicht Häuser: Hütten. Niedrig, aus Lehm flüchtig errichtet, halbfertig. Wie Notbauten der Bagagekolonnen im großen Kriege. Sie säumen die Lagerstraße ein: armselige Saden, h?er9unb da eine Lokanta, eine Teestube. Davor geruhsame Menschem die verwundert sich umblicken nach dem Wanderer aus der großen Welt. Schuttmauern und überwucherte Brandhaufen. wohin das Aiige sieht. Uralte Bäder und Kapellen, in Moscheen verwandelt, mit breiten, dicken, nkbriaen Plumpen Minaretts, nicht hoher als Telegraphenstangen. Ueberall 'Storchennester, hunberte mit schwarzbeimgen, schwarzschnabe- aen Jungen die schüchtern die ersten Flugversuche machen. Irgendwo «Sniib Hotel" Unten bie Kaffeestube, oben drei winzige Lme Aber das H?us ist leer Der Wirt erscheint: Fremde! Er traut seinen Äugen nicht. „Hosch geldims" ... Willkommen! Umständlich ent- *8$ JU’MÄÄ «I« °ul d>. „Stebl-, Ach! Einst wohnten hier 50 000 glückliche Menschen und wehr - heute
"r Mit dem Muchtar, dem Gemeindevorsteher streife ich diirchbie Ruinen. :Sä-s,Ä.~i
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eigene Kirche, die die Jahrtausende überbau er hat, beim Jtuffaug kl beAtten, also soMn M^auch die°Üngl°ubigen mcht^daran erfreuen und sie entweihen?' Vielleicht. Auch Herostrat war ein Grieche ...
Zwei wollen zum Theater.
Roman von Hans-Caspar von Zobeltitz.
Copyright 1930 by Carl Duncker-Verlag, Berlin.
(Nachbruck verboten.) e
(Fortsetzung.) „
Tier Chauffeur legte ein gewaltiges Tempo vor. Neben ihm saß -Haler Roft bunb^dräugte, wassonst nicht' seine Art war; im «egent^- sechzig Kilometer in der Stunde duldete et nicht. Aber heute tnev y 616 ^«r9[ah hinten neben Frau Rose. Ihr schien noch alles wie ein Traum- Gerties Anruf ihr eigener Anruf bei Roses, das Einpacken der Traum. Gernes unruf -i h Gespräch mit der Großmutter und K Mille ftWschnell gekommen, es war n e u (Sliirf im Unglück, daß Sonntag war: er zu Hause, der Wagen fahrbereit.
Großmutt'r hatte nicht gejammert, nein, sie hatte foflar jum Guten wird schon nicht so schlimm ein, owas sieht sich zuerst
hic sr rü hi na vor Dr Büchner war mißlungen: das hatte Isa ihr MSSW äv 55 esst ä- F-au Rose hätteÄn ersten Teil de- Weges ununterbrochen gesprochen- alle ihre Vermutungen, alle ihre Befürchtungen, he.he Wunsch^ur G ^
mehr" Si? sah auf die Bäume, bie vorübersausten und wünschte: wenn
ohne einen ^roect für ihre Mitwelt, und dort lagen zwei danieder: einer ohne einen ^rnea jur ; Schultern beschwert mit Verantwortung,
nu"en 'n rastloser Tatigtett,^die Schmißn^ n Qm ei SgÄiS KÄS
Sie zweifelte am Schicksal. — *
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Nur die kleine Kuppel in der Nähe, über dem historischen Taufbecken, In dem noch heute das klare Taufwasftr steht wie vor 1000 Jahren und mehr, jenes Wasser, das in alle Welt ging, roie das Jordanwasser ist erhalten geblieben. Hier, wo einst mächtige Große sich taufen liehen, waschen heute die Frauen der Rückwanderer amtliche Wasche
Nur der Platz des berühmten Konzils, die Hagia Sophia, ist als Ruine bis auf unsere Tage gekommen! In der großen Basilika stehen allerlei Bauernwagen herum, auf den Mauern nisten Storche, zersprungene Säulen und Marmortrummer ... Auch das buntglafterte Minarett der „Grünen Moschee", ein Werk der Kachelmeister von Jsmk ragt noch unverändert in seiner alten Schönheit empor "der die Statte der Verwüstungen und Zerstörungen. Ettoas Lastmdes Müdes und Hoffnungsloses liegt über dem Ganzen. Den Menschen hier fehlt das Abgeklärte, Harmonische, das die Siedlungen aus alter Zeit haben. Hie , im Schatten der Titanen, stören die Menschen mit ihren Sorgen und Mühen für das Morgen. Draußen erst in der Meerluft, am See, der wenige Schritte von der Mauer ruhelos raufd)t'toroi"bet ^ber
erstickende Gefühl. Von den Resten der alten Mole schweift der Blick über sjl unendliche tote Fläche, aus deren Grund man bei Windstille vom Boote aus Paläste und mächtige Städte aus Marmor und Granit erblicken soll — hinüber nach den blauen, kahlen Bergen und zuruck, nach den ariinverwachsenen Mauern am Wasser, an bereit Fuß Schilf und Rohr ttn Winde raschelt, wo die Möwen klagend schreien und silberne Wellen ^"Nrösttln^dtt Ernüchterung ... leer ist das Gestade, leer die Gassen de/stadt. Langsam kommt die Dämmerung, die Nacht ll^ogen, geiste^ haft leuchtet der Vollmond auf schweigende Zypressen, nur die Storche klappern auf den Mauern, auf den Trümmern, tat ... tat ... tat ... tattattattat .. wie fernes, rollendes Maschinengewehrfeuer .. . tat ... tat . tattattat ... plötzlich abbrechend, verebbend, verstummend.
Wie verzaubert wirten jetzt die nächtlichen Gassen, ^icr und dort em m m,« nprbanaenen Senftern. Ein schwelendes Dungseuer vor NS W fei im »•«»•* n*-«r«6. «- Elefanten, Saurier . - ■ Jsnit ... das Dorf.
Aber einst gab es Kaiser in diesem Rizaa ...


