K bringen, sondern nur im Verein mit dem eignen geformten Laut. 5>ot)( wissen wir nicht, wie die alte Musik der Acgypter, Babylonier,
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Griechen und auch die der alten Chinesen geklungen hat. Die Noten der
Markte aufgebauten Theater kennenlernen und betrachtet dann gewöhn- ich diese Geräusche als einen unerhörten Lärm, der ihm recht wenig behütet, such wenn er noch so modern eingestellt ist. Er wundert sich über olche Musik, die oft stundenlang andauern farm, ohne daß das sich auf len Bänken vor dem Theater schiebende Publikum auch nur im geringsten «on diesen Tönen beeinflußt wird, bis dann plötzlich irgend ein Musiken und die mit ihr verbundene Wendung und Stellung eines Schau- xielers wahre Beifallsstürme entfesselt, die ebenso unverständlich sind, wie >ie Teilnahmslosigkeit, mit der die anderen Szenen und musikalischen Liorträge an den Zuhörern vorüberzogen. Wenn dann tagelang durch die Straßen der Chinesenstädte gerade diese mit so großem Beifall aufge- tommenen Tonfolgen, wie bei uns ein Schlager, vom Straßenpublikum jungen werden, dann ahnt man, daß diese Musik für den Chinesen doch twas anderes bedeutet, als nut willkürliche Geräusche mit der Kehle oder Järminftrumenten.
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«nannten chinesischen Volksliedersammlung sind längst verlorengegangen, «ährend die Worte im Volke fortleben, aber man darf wohl annehmen, dH diese Lieder ähnlich geklungen haben, wie man sie heute noch in kjina hört, begleitet von Pauken, Satteninstrumenten und Bambus- s.'len.
Gerade die Bambusslöte ist im fernen Osten noch immer eilt beliebtes Sftrument, zu der die kleine, einer Sanduhr ähnliche Trommel kommt, die lr t den Händen und den Fingern geschlagen wird. Beide Instrumente Üben nicht nur in China ihre Bedeutung, sondern auch in Japan, wo die Eitler und Straßenmusikanten sie.gerne benützen. Aber das sind nicht dir einzigen Instrumente, welche China sich bis zum heutigen Tage durch 1,1 die Jahrtausende hindurch erhalten hat. Es dürfte vielmehr kein «rüderes Volk der Welt geben, daß soviele Musikinstrumente hervorge- «ducht hat wie gerade das chinesische Volk, und man kann wohl aus dem gülter dieser Instrumente schließen, daß die Chinesen auch als die Er- Ililder vieler Musikinstrumente anzusprechen sind. Rechnet man die Jn- |ihumente hinzu, die von auswärts nach China kamen oder dort andere ■iftrumente beeinflußten, dann erreicht ihre Zahl die Höhe von über MD. Unter den klassischen Instrumenten sind zwei zitherartige Jnstru- || >« nie von jeher von großer Bedeutung gewesen, und zwar K'in und Si. Botr Zeit des Kaisers Schun (2250 v. Chr.), als die berühmte Schoo - Dusik entstand, hatte das K'in-Jnstrument fünf Saiten, die aber später äf1,1 der Tschouzeit auf sieben vermehrt wurden.
L Das Si-Inftrument ist ebenso alt wie das K'in, besaß-aber 50 Saiten, »Pier 25 Saiten. Diese beiden Instrumente, von denen das Si das K'in leitete, werden in dem schon erwähnten Volksliederschatz erwähnt und | inten als die Harmonie einer glücklichen Ehe. Von ihnen werden alle I glichen anderen Instrumente abgeleitet, wie die Pi-Pa-Lauke, die «°-ii-Sien-Zither, die Mondzither und die Erl Hu, eine Röhrengeige, ’ii natürlich allesamt nicht im entferntesten im Tonvolumen an unsere BWtönenben modernen Instrumente heranreichen.
H Unter den alten Blasinstrumenten, die in der Volksliedersammlung k' Konfuzius ebenfalls schon erwähnt werden, nimmt das ?)ü oder Mb eng, das aus 12, 13, 19 ober 36 Bambusröhren bestand, die mit Mirierenden Zungen versehen waren und als die Vorläufer unserer Müigen Orgel anzusehen ist, eine hervorragende Rolle «>n und zwar «dchalb, weil die Erfindung dieses Instrumentes den Chinesen Seram | ’fung gab, eine Harmonielehre aufzubauen.
. Gs verbindet sich mit der Erfindung der Bambusflöte auch eine sehr | reffante Sage, nach der der mythische Herrscher Huang T>, der Herr j [N gelben Erde, feinen Minister Sing Lun beauftragte ben (Srunbton II Rng Tschung, unserem C entsprechenb, zu erfinben. Ling Lun ging ""auffjin in bas Kun-Lun-Gebirge, wo er eine bestimmte Bambusart I fußte, bie sich für die Verfertigung der Flöten eignete und schnitt dann ■Rif Flöten von bestimmter Länge, aus denen ^r die zwols Tone «llüe. Neben den Saiten- und Blasinstrumenten hatten die Chinesen » eine Reihe anderer Instrumente. Die Schlagzeuge, die aus Stein, ff'lrn, Bronze und Holz bestanden, waren in China fo entwickelt, daß ' «Mein 40 Arten von Pauken und Trommeln gab, von denen viele lÜe noch auf Trommeltürmen oder in Tempeln benutzt werden.
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Wenn chinesische Musik und Gesang zuerst so wenig Eindruck auf den tremben machen, so hat bas seinen Grunb darin, daß diese Musik nicht Die die europäische sich auf Harmonie und Vielstimmigkeit aufbaut, son- !crn daß im Wesentlichen Rhythmus und Melodie vorherrschen, wie dies \i bei der Musik aller alten Völker der Fall war. Die Musik, soweit sie leute noch als ursprüngliche chinesische Schöpfung fortbesteht, ist eben ein Überbleibsel der antiken Musik, die als magisches Zaubermittel bei religiösen Festen, in Tempeln ober bei fürstlichen Feierlichkeiten im Gebrauch »ar. Denn bie Musik sollte nichts anberes bewirken, als eine Besriebigung ler Sinne unb der Sehnsucht des Menschen oder die Schaffung einer sormonischen, seelischen und staatlichen Ordnung. Sie galt gleichsam als liebet, wie ja auch die Theater als ein Opfer an die Götter angesehen »urben. Die Laute ber Natur, Donner, Winb, Sturm, Wasserrauschen md Gesang ber Vögel, würben dem alten Chinesen schon vor 5000 Jahren lie ersten Vorbilder für feine Tonkunst, die eine sehr interessante Seite Irr chinesischen Kulturgeschichte barfteüt. Das Buch ber Lieber, „S ch i s i n g", beispielsweise, bie schöne, unserem „Des Knaben Wunderhorn" ynelnde Volksliebersammlung, bie China Konfuzius (500 v. Chr.) oerbanten hat, ist ein Beispiel bafür, in wie hohem Maße Lieb unb ton in China schon vor unserer Zeitrechnung verknüpst waren. Ja, Kon- ßzius selbst, ber größte chinesische Philosoph, der ein leibenschaftlich aus« oenber Musiker war, baute fein ganzes System auf dem Geiste der kkllsik und den in ihr wohnenden Prinzipien der Formenschönheit und Anmut auf. Entsprechend der Auffassung der alten Chinesen unb ihrer Philosophie, baß der Mensch das Maß aller Dinge fei, wurde die Musik eich stets in Berbindung mit dem Gesänge gebracht, d. h. die Musik bereitete den Gesang, uni damit anzudeuten, daß das Instrument allein i'cht imstande fei, die jeweilige Stimmung des Menschen zum Ausdruck
Manche von den genannten Instrumenten werden als Soloinstrumente ihren Dienst getan haben. Aber es wäre verkehrt, sie allesamt nur als sulche zu betrachten. Denn auch die alten Chinesen kannten schon die orchestrale Wiedergabe der Musik. Aus der alten Geschichte Chinas wirb berichtet, baß biefe Orchester oft 700 Mann umfaßten, von benen ein Teil >m Saale, ber anbere im Hose musizierte. Das Zusammenwirken einer fü großen Zahl zarter Instrumente dürste sehr gut geklungen haben.
Zu allen Zeiten hatte die chinesische Musik im fernen Osten einen großen Rus. Die Japaner kamen schon im Mittelalter von ihrer Insel herüber, studierten Musik in China und nahmen das Gelernte nebst den Instrumenten mit in ihre Heimat, wo es bis zum heutigen Tage in hohen Ehren gehalten wird und im Grunde genommen dieselben Instrumente zu finden sind wie einst in China. Noch heute wird bei der japanischen Kaiserkrönung bie berühmte Friedenssymphonie des chinesischen Kaisers Tai Tsung (627—650 n. Chr.) gespielt.
Alte Liebe.
Novelle von Alsred Bock.
(Fortfetzung.)
Er legte des Vetters Verhältnisse dar, strich ihn barbarisch heraus unb meinte, jebes Mäbchen könne sich glücklich schätzen, in so ein gemachtes Bett zu kommen. Die Lehrmunden, insgeheim gleich Feuer unb Flamme, legte lief) bie größte Zurückhaltung auf. Sie gebe bei ihrer Kränklichkeit das Mäbchen nur ungern her. Die Karoline fei jung unb könne noch warten. Dem Abam ging ber Munb wie geschmiert. Er erzählte bie Vorteile ber Heirat an ben Fingern her. Die Gelegenheit sich entschlüpfen zu lassen, fei einfach unverantwortlich. Die Lehrmunben sagte, wenn geheiratet werbe, trügen alle Aecker Weizen, man könne nicht wissen, wie ber Hase laufe, sie werbe sich erst ertunbigen. Falle bie Auskunft gut aus, könne man weiter reben. Das letzte Wort habe die Karoline zu sprechen. Wolle ber Freiersmann mit feinem Vetter heut einmal vortreten, habe sie, die Mutter, nichts dagegen.
Die fo vorbereitete Zusammenkunft fand am Nachmittag statt. Die Karoline, die städtische Kleidung trug, war von mittlerer Gröhe, hatte ein volles rundes Gesicht und dunkle Augen. Obschon sie ein wenig zur Fülle neigte, waren ihre Bewegungen rasch und geschmeidig. Sic erzählte, der Kaufmann Gernhardt in Lauterbach sei ihr ein strenger Lehrherr gewesen. Es sei ja bekannt, daß er viel von seinen Leuten verlange. Er habe ihr kürzlich geschrieben, habe ihr angeboten, wieder auf ihren Posten zurückzukehren, doch wolle sie weiter und gedenke eine Stelle in Frankfurt anzunehmen. Man merkte es gleich, sie hatte was los und war in allen Sätteln gerecht. Der Meister empfing den günstigsten Eindruck von ihr. Auf der Heimfahrt kleidete er fein Urteil über sie in die Worte:
„Die ist nicht von gestern und kann die Welt schon bannen!"
Der Schwickartsadam setzte darauf:
„Möderchen gibt'? hier und da, aber sie sind nicht vom selben Zeug. Du müßt'st die Karoline einmal in der Arbeitsschürz sehen. Die hält mit vielem Haus und kommt mit wenig aus. Ehnder, daß sie dir weg- geschnappt wird, greif zu. Das heißt, wann sie dich nimmt!"
Wie oft der Adam in der Folgezeit die Fahrt nach Wallenrod unternahm, blieb fein Geheimnis. Als ein vollendeter Freiersmann führte er bie Unterhandlungen bald soweit, daß -die Lehrmunden und ihre Tochter beim Meister Allerhand zur Beschauung erschienen. Vom Keller bis zum Boden hinaus ward des Krämers Haus aufs genauste besichtigt. Zwei Wochen später sprach die Karoline das entscheidende Ja.
In aller Stille wurden die Brautleute zusammengegeben. Am Tag, da die junge Frau ihren Einzug hielt, entlud sich über dem Dorf ein schweres Gewitter. Der Blitz schlug, ohne zu zünden, in den Kirchturm ein. In der Nacht daraus wütete ein wahrer Orkan. Der Kobes am Wolfseck behauptete, er habe den wilden Fuhrmann gesehen und befürchtete Unheil für bie neue Eheschaft.
Die Karoline begann ihr Regiment bamit, daß sie Dortel, die Magd, ihres Dienstes entließ. „Die Drucksern", sagte sie zu ihrem Mann, „läßt den Besen am Boden liegen unb ist so faul, baß ein anbrer für sie niesen muß!" Ohne baß sie Hllse in Anspruch nahm, ging bie Karoline ans Werk, im Haus, wo vieles vernachlässigt war, roieber gründlich Ordnung zu schaffen. Sie holte aus dem Schrein das Zinngeschirr, das der Meister von seinen Eltern geerbt hatte, und rieb es spiegelhell, sie machte ben Sparherb, bie Scheiben unb Schlösser blank, daß alles einen festlichen Anstrich gewann. Ordnung war ihr das halbe Leben. Das Kramlädchen mit feiner geringen Losung tarn ihr, die in einem größeren Geschäft gewesen war, äußerst unbedeutend vor. In der Kasse waren die Markstücke dünn gesät, beim Gernhardt in Lauterbach wurde ein bißchen mehr auf die Zündpfanne gelegt. Spielend tat sie, was zu leisten war. Bei Gelegenheit sagte sie ihrem Mann: „Du machst ein groß Gesprauz von dem Lädchen. 'S ist nicht soviel wert, als man vom Nagel schabt. Wer nicht vorwärts geht, kommt zurück. Bau erst einmal um. Du hast ja das Geld und tust dir nicht weh. Du kriegst's dreidoppelt wieder heraus. Auch deine Ware ist zu gering. Wie kann man so Zeug sich auf= brennen lassen! Was nix taugt, ist umsonst zu teuer. Bei dir wird viel zu viel verschmolzen. Was die Leut auf dem Krämermarkt kaufen, hältst du nicht feil. Du könnt'st einen ganz anderen Zulauf haben. Ich kenn mich in dem Handel aus. Laß mich nur machen, ich bring’s in Zug!" Der Meister zog bie Brauen zusammen. „Du haft große Rosinen im Kopf. Ich bin dafür nicht zu haben. Ich will mir das Feld nicht zwerch machen lassen. Ich hab draußen ben Butterhanbel, hier bleibt alles beim alten!"
Im Dorf war bie Karoline wenig beliebt. Sie habe eine Elle verschluckt, wurde rafaunert, womit ihr Hochmut gekennzeichnet werden sollte und bas städtische Wesen, bas sie angenommen. Man gab jeboch zu, sie wisse, wo Barthel ben Most hole, lasse sich kein I für ein U vormachen.
Wenn ber Meister auf feinen Geschäftsreisen war, hatte er viele Eisen im Feuer. Dessenungeachtet blieb ihm Zeit, über feine zweite Ehe nach-


