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Oie wirtschaftlichen Llrsachen der Deformation.
Von Dr. Jörg Lechler.
Kultur und Zivilisation schreiten in der Welt nicht überall gleichmäßig fort. In vielen abgelegenen Gegenden halten sich alte Zustände trotz des rasenden Fortschreitens der Neuzeit. So trafen deutsche Soldaten im Weltkrieg in Rußland Gegenden, in denen noch alle Geräte der Landwirtschaft, wie Pflug, Egge, Hausgeräte, völlig prähistorisch, nur aus Holz waren, wo Eisenmesser oder selbst Eisennägel eine Kostbarkeit bedeuteten. Auch die Auffassung über das Geld hat sich in den verschiedenen Gegenden der Erde verschieden schnell entwickelt. So endete die prähistorische Geldauffassung- in Deutschland erst vor 400 Jahren.
• Geld an sich ist eine Erfindung der Vorzeit, ein feststehender Wertmesser, deren gab es verschiedene: Vieh, wie Rinder, Pferde, Schafe oder Metall in Ringform oder Barrenform. Eine Erweiterung des Begriffes Geld kam vor 700 v. Ehr. in Kleinasien auf, wo der Staat die Metallbarren mit einem Stempel versah, um dadurch deren Gewicht und Güte zu garantieren. Die Münzen entstanden dann dadurch, daß bei dem Edelmetall — Gold nni) Silber — das ganze Metallstück mit einem Stempel bedeckte, um so die-Möglichkeit der Formveränderung oder des unbemerkten Abfchneidens zu verhindern. So war das Geld lediglich ein Wertaufbewahrungsmittel. Das ist eine Auffassung, die der in der Gegenwart kraß entgegengesetzt ist, wo man unter dem Wort Kapital das produktiv arbeitende Geld versteht. Diese Umwandlung der Einstellung des Menschen zum Gelds --- also das Verlassen der prähistorischen Eeldauffassung vollzog sich in Deutschland erst vor 400 Jahren und brachte als Begleiterscheinung wegen des plötzlichen Überangebotes von Geld als Kapital die schwerste Erschütterung des Wirtschaftslebens mit sich: den Valutasturz — und wurde somit Wegbereiter zugleich einer geistigen Revolution, der religiösen Reformation.
Gerade der Valutasturz vor 400 Jahren interessiert uns Deutsche ganz besonders, da wir ja kaum die Tage der selbsterlebten Inflation hinter uns haben. Wir alle haben noch die Eindrücke der SchreckensM in Erinnerung, wo das Markenbrot von Tag zu Tag sich sprunghaft verteuerte von der fünfstelligen Zahl auf die sechsstellige, von 50 000 auf 200 000 und so fort. Wie ging es uns zn dieser Zeit? Die Hausfrau oft weinend, verzweifelt, der Hausherr sich Luft machend in Schimpfkanonaden auf die „Wucherer und Schieber", die an allem Schuld haben. Jeder war überzeugt, daß unsere Zeit [o verdorben wie noch kein« andere mar, noch mehr überzeugt aber, daß die Welt noch nie das gleiche Schreckliche durchgemacht hätte. Und doch war es nicht so. Die Zeit der Reformation kennt genau so den Valutasturz wie dessen Folgen di« Zwangswirtschaft usw.
Im Jahre 1516 begann in Deutschland das, was unsere Generation in der Inflation erlebte, das Toben auf Wucherer und Schieber, nur daß damals sich niemand über die Ursachen der Teuerung klar war. Wenige merkten nur, daß die Geldentwertung die Ursachen bildete. Die eintretende Entwertung des Geldes mußte sich damals — .wie dies in der Gegenwart auch der Fall war — naturgemäß zuerst in den Auslandsprodukten äußern. So fliegen die Gewürze, die aus Ostindien kamen, rasend im Preise, und als erste luden die großen Handelsgesellschaften wie die Fugger in Augsburg das Odium des Wuchers auf sich. Doch es dauerte nicht lange, da ging es auch gegen die Händler und Kaufleute ganz im allgemeinen los; diese haben freie Hand und können sich infolgedessen der Geldentwertung in ihrem Preisaufschlag am schnellsten anpassen. Bald aber wurden von der Menge zu den „Sündern und Wucherern" auch die Bäcker, Fleischer und Handwerker gezählt, und ganz besonders die Landwirtschaft wurde des Wuchers bezichtigt. Es ist alles fast genau so verkaufen, wie wir dies aus der Inflation „bestens" in (Erinnerung haben.
Die Preissteigerung war auch enorm, und die Tatsache, daß jeder den anderen unter die Wucherer rechnete, zeigt, daß die allgemeine Erscheinung tiefere Ursachen hatte. Luther sagt z. B.: ;,Wenn man die Welt itzt ansieht durch alle Städte, so ist es nichts anderes, denn ein großer, weiter Stall voll großer Diebe." Sein Zeitgenosse, der Nationalökonom Sebastian Frank sagt: „Was für redlich Händel jetzt unter den Christen unb christlichen Kaufleuten, Gesellschaften, Wucherern, Zinskäufern, Geldwechslern fürgehen, empfinden wir freilich allzumal wohl, auch das Kind in der Wiegen: das ist eitel Zinskauf, Fürkauf und das ganze Land mit unnützem Händel Gewaaren und Handthieningen zu jedermanns Nachteil erfüllet. Viel wundert, daß fein Geld im Lande ist, die anderen, so die Sach baß bedenken, haben für ein merklich Wunderzeichen, daß wir uns naljren, wie es doch Deutschland zu mög kommen bei soviel unnützen müßigen Geyern."
' 1516 war das Unglücksjahr, wo die „Valuta" ins Rutschen kam. Der «chrsfel Korn — sozusagen das Grundmaß aller Preisbildung — sprang von 2 Groschen schnell auf 9, 10, 11, 12, und erst bei 12 Groschen blieb er länger sieben; in den Augen der Zeitgenossen nur als Folge von <7 u.nb Geiz. Eier gingen — ein zweites Beispiel — von 3 auf 17 Pfennig; der Wein stieg 1517 das Fuder von 5 Gulden auf 25, dann ouf 30. Alles schrie nach Zwangsmaßnabmen und Notgesetzen. Die Leute von damals waren durch die strengen Bindungen in den Ständen unb oura; die genauen Lohnfestsetzungen fast alle in der drückendsten Sage. to0 wurde z. B. unter den Geistesarbeitern zuletzt den Pfarrern 1541 . wohlgemerkt: 1516 war der Sturz — das Gehalt von 30 Gulden von bebetn auf 90 erhöht. Luther seufzte: „der Wucher sitzt zu Leipzig, Augs- urg, Frankfurt und dergleichen Städten und bandelt mit Geldsummen; oer wir fühlen sie gleichwohl hier auf unserem Markt und in der Küchen, bin m,r. roeber Pfennig noch Heller behalten; wir Pfarrherrn und Pre- nirfa n . b*e öon Zinsen leben, kein Gewerbe haben und unsere Pfennige
L ll^tgem noch mehren können, fühlen wohl, wie nahe uns die r£r toen: fressen mit uns aus unseren Küchen, trinken aus unserem tnrtCr * i „mmfte, schinden und schaben uns, daß uns Leib und Leben Üi-in '"'. Zauern, Bürger und Adel können ihr Korn und ihre Arbeit leirfu'J/11 Pfennig duppeln unb trippeln und den Wucher damit desto mUN-I fragen: aber die von der Schnur — wie man sagt — zehren 11 ", bte müssen herhalten und sich schinden und würgen lassen."
Aber die Gesetze waren all« vergeblich, da sie das klebe! nicht an der Wurzel packten, und Seb. Frank hatte recht, wenn er sagte: „Man kann kein Gesetz, List und Praktik erfinden, man erdenkt ein Gegensatz, List und Praktik. Laß gleich die Herren doppelt von ihren Untertanen fordern, so lehrt sie, die Untertanen, die Not alle Dinge doppelt zu nehmen. Nun laß gleich die Bauern dahin, daß sie ein Hof und Gut um 1000 Gulden geben, daß vor kaum um die Gült hat mögen verkauft werden unb ein Karren mit Heu um 4 ober 5 Gulden geben, eine Kuh um 10 (Bulben, unb gleich ein Horn auch um einen Gulden den Schwanz um 2, die Haut um 3 Gulden, so kann ihr die Welt nicht geraten, noch sic der Welt, so muß der Metzger das Pfund Fleisch um 7 oder 8 Pfennig geben, der Gerber eine Haut um 4 und bis in die 5 Gulden, der Schuster ein Paar Schuh um einen halben Gulden; bas kann der Hafner, Schneider unb Schmidt nicht leiden noch zukommen, er fahre denn auch hinauf unb geb ein Pfennighafen um 1 Kreutzer, der Schmidt das Hufeisen Um 3 Kreutzer, der Wagner das Rad dreimal so teuer, als er vor pstag. Also ifts gleich wie vor, da er wohlfeil war; allein, daß, all Ding in höherem (Selbe schwebt unb man jetzt der Kreutzer für den Pfennig spielt."
Worin hatte nun der Valutasturz seine Ursachen? Völlig sicher läßt sich heute bas noch nicht sagen, aber sicher wenigstens in den großen Linien. Durch die vermehrte Ueberausbeute der deutschen Silbergruben mußte das Silbergeld allein in etwa um 50 Prozent an Wert verlieren. (Die Entdeckung des silberveichen Amerikas spielt dabei keine Rolle.) Kaum wurde von den Fürsten di« produzierte Geldmenge als im Werte nicht mehr ausreichend empfunden, versuchten sie durch erhöhte Förderung — statt zurückzuhalten — dem liebel zu steuern und trieben so ben Teufel mit Beelzebub aus. Dann griff man zur weiteren gelbentroertenben Maßnahme der Münzverschlechterung — wir würden Papier gedruckt haben.
Auch die vielen Kriege Karls V. trugen das ihre dazu bei. Ferner wanderte alles Gold zur Bezahlung der ausländischen Waren ab, da bas Ausland Silber nicht mehr annahm. Die Hauptursacho aber lag in der Umwertung des Geldes als solchem. Bis dahin war das Geld Wert- aufbewahrungsmittel gewesen, man legte es in der Truhe „auf die hohe Kante". Jetzt verwandelte es sich in ein Umsatzmittel, man legte es produktiv an. Dadurch fing das Geld an schneller zu zirkulieren; der Gewinn reizte immer mehr Leute zur produktiven Anlage, und daburch tarnen riesige Mengen auf den Markt. Zur gleichen Zeit entstand aber auch das Kreditwesen, das seinerseits wieber das Geld flüssiger machte und zugleich solches ersparte, was wieder den Preis des Geldes senkte.
Die Geldentwertung rief damals — wie heute — auf der einen Seite-' Luxus, auf der anderen Elend hervor. Das Mittelalter war aber viel religiöser eingestellt als unsere Zeit, unb so suchte man von bieser Seite aus an bie Frage heranzukommen. Man sand in der Bibel die Bestätigung, daß Handel etwas Unrechtes sei, unb so würbe der Kaufmann ein Sünder. Zinsnehmen erschien gänzlich unmoralisch, weil man in der Vorstellung befangen war, baß man Geld nur leih« aus Not. Gerade in der fraglichen Zeit hatte sich aber ein Umschwung in der Wirtschaft vollzogen; Handel unb Verkehr waren zur ungeahnten Entwicklung gekommen, jedoch bie breite Mass« vermochte noch nicht einzusehen, baß man anderen Kapital geben konnte, damit er ein Unternehmen besser fundiere oder vergrößere. Zinsnehmen war und blieb sündhaft.
Sehr schön beleuchtet diese Auffassung Luthers naive Aeußerung in der „Vermahnung an die Psarrherren, wider den Wucher zü predigen". Wenn jemand einem anderen ein Darlehen von 100 Gulden gäbe, so dürfe er diesen wohl um die unentgeltliche Benützung seines Kellers bitten, beispielsweise, „es müße wenigstens ein sehr frommer Mann sein, ber sich daraus wolle ein Gewissen machen; warum solle man nicht einen Dienst nehmen für einen anderen?" Was ist da der Unterschied von Zins, fragen mir. Des weiteren konnte man sich nur vorstellen, daß dem Gewinn auf der einen Seite ein Verlust auf der anderen entsprechen müsse, also jeder Kaufmann danach von vornherein den Käufer betrog, denn wenn man auch einsah, daß der Kaufmann für feine Mühe entschädigt werden müsse, so setzte man dafür, weil man kein Urteil über bie Betriebsunkosten eines großen Unternehmens hatte, eine viel zu - gering« Summe an.
Die durch die Reformation hervorgerufene sittlich-moralisch« Anschauung der Zeit verdammte eben allen Eigennutz, alles Trachten nach Geld unb Gelderwerb als unsittlich und dem Gemeinwohl schädlich. Daher bie Idee, alle volkswirtschaftliche Tätigkeit durch ben Staat selbst leiten zu lassen, um dem „gemeinen Nutzen" ben Sieg über ben Eigennutz zu verschaffen, baher bie Verdammung des Handels, die Bevorzugung des Ackerbaues, daher auch di« Meinung von der allgemeinen willkürlichen Verteuerung durch den Eigennutz, daher stammen auch schließlich alle kommunistischen Tenbenzen dieser Zeit, wie sie die Wiedertäufer vertraten, welche in dem Aufgeben aller privatwirtschaftlichen Tätigkeit die einzige Möglichkeit sahen, ben Eigennutz völlig zu unterdrücken.
Die groß« Preisveränderung mit allen ihren Folgen, bie in all« Lebensverhältnisse eingriffen unb deren wahren Grund niemand versteht, sucht man auf alle mögliche Weis« zu erklären unb wenbet von diesen Erklärungen ausgehend falsche Mittel an, sie zu heilen und abzuwenden. So versucht man allen unb jeden Preis zu taxieren, daher läuft man Sturm gegen ben Wucher, daher klagt man bie Monopole ber Handelsgesellschaften an unb ben auswärtigen Handel, daher schasst man eine umfangreiche, hiergegen gerichtete Gesetzgebung, daher ber Druck auf ben Arbeitslohn unb bie Bewegung ber unteren Klassen, soweit sie von der städtischen Bevölkerung ausgeht, während bei den Bauern die Last der Feudalverhältnisse die große Erhebung herbeiführte: den Bauernkrieg.
Klar ist, daß seinerseits wiederum diese wirtschaftlichen Fragen, vor allem also ber Valutasturz, ben Boben für bie religiöse Bewegung der Reformation vorbereitete, wie andererseits z. B. die Fugger Augsburgs lediglich deshalb nicht zur Reformation übertraten, weil sie gegen den Handel so feindlich eingestellt war.


