Ausgabe 
15.8.1930
 
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t,ie(em Hause. Wie der Adel sie trug. Aber wie konnte er, Robespierre, der das Volk erläsen wollte, in den Kleidern der Vornehmen sich in MMS sehen lassen? Das hätte man nun gar zu gerne gesehen und nur dieserhalb war das Ganze inszeniert. Aber Robespierre war das, was die Geschichte von ihm behauptet, einer, der seinen Idealen niemals un­treu wurde und er lieh eine Droschke kommen an bas Haus ber Gräfin, bestieg sie in seinen wollenen Unterhosen, fuhr bleich vor Demütigung vach Hause unb viele Leute hatten ihn auf dieser Fahrt, beim Ein- und Aussteigen besonbers, mit brüllenbem Gelächter überschüttet. Aber er glaubte, von keinem Bekannten gesehen worben zu sein jedenfalls tat ihm gegenüber niemals jemand davon gesprochen; das geschah aber- nur deshalb, weil bereits einige Tage darauf seine Karriere begann; in Wirklichkeit hatten alle seine Bekannten Spalier gebildet, um diesen Anblick zu haben.

Sagen Sie noch, Bürgerin", begann Robespierre noch einmal __ 'was wollte eigentlich der Graf von Ihnen?"

Geld", sagte Madame Fifo.

Fifo, ja Fifo, aber natürlich, Fifo" schrie da Dantondas m der Bankier, der dem Tribunal eine so große Zuwendung gemacht hall Robespierre! Fiso! Weißt du denn gar nicht mehr? Eine Million Franken hat der wackere Mann für das Vaterland gestiftet und wir sind imstande und schicken feine Frau unb sogar noch so eine reizende Fwu auf bas Schassot. Die Hänbe frei, sage ich--!!!"

Gebulb, Gebulb, nicht so hastig" Robespierre trommelte auf ber Tischplatte, er machte ein Gesicht, als hätte er Salz unb Zitronen ver­schlucktwenn es so ist, müssen wir die Angelegenheit vertagen!"

Da der Graf ßagrace bereits schon einen Tag vorher hingerichtet worden war, der Bankier bereit war, der neuen Verfassung mit einigen weiteren Millionen unter die Arme zu greifen und Robespierre um des Ansehens feiner Gerechtigkeit willen die persönlichen Motive seiner Rach­sucht nicht auf die Waagschale legen durste, ward Angelique Fiso nach zwei Tagen auf Dantons Betreiben ihrer Haft entsetzt.

Sie soll ihm vieles, gewährt haben, aber was zwischen ihr unb Robespierre damals gewesen ist, das gab sie niemals preis, so sehr Dan­ton sie auch danach gefragt. Manchmal in schlaflosen Rächten spürte sie noch den Todesschweiß von neuem im Gesicht wie damals, als sie vor dem Konvent in die böse lächelnden Augen des Robespierre sehen mußte.

Wir Mütter.

Bon Ilse Franke.

Ihr fremden Mütter, meine Schwestern alle, Ich liebe Euch! Uns hat das gleiche Leid, Das gleiche Glück zum heiligen Dienst geweiht. Es wölbt sich über uns die Kuppelhalle Des Himmelsdoms. Die Erde ist der Raum, Wo unser Glück im kleinen Kreis sich gründet, Wo unsres Schicksals voller Kranz sich rünbet Und unser Haus erfüllt den liebsten Traum; Den Traum, der Leben wird in reinster Fülle, Das Ich erlöst und goldne Ernten reift, Der kühn unb selig die Gestirne streift. Dem sich auch Tiefen zeigen ohne Hülle. Wer hat der Qualen tiefste so erfahren. Die sich im Grund der Liebe offenbaren. Wie nur die Fran, die ihr umhegtes Leben Der dunklen Urkraft opfernd hin-gegeben!

Ihr Mütter, meine Schwestern, seht, wir tragen Das schwerste, schönste Los; laßt uns nicht klagen! Wer weiß wie wir, was tiefstes Beten heißt! Wer kennt wie mir die Erde unb den Geist!

Mathilde Möhring.

Roman von Theobor Fontane.

(Sortierung.)

Ein Mädchen müsse freilich auf sich halten im Leben und Ge­spräch und in Theaterstücken und dürfe nicht alles sehen und hören wollen, denn gerade die Neugier sei ja der erste Versucher gewesen, aber ein Mädchen müsse sich auch vor Prüderie zu wahren wissen, wenn ihr ihr Gefühl sage, selbst das Stärkste stehe hier um einer großen Sache willen. Unb bas sei nicht bloß in Theaterstücken unb Romanen so, das sei auch schon so beim Lernen und im Konsirmandenunterricht. Sie habe früher bei Pastor Kleinschmidt aus der Bibel vorlesen müssen, da wären mitunter furchtbare Worte vorgekommen, und sie denke noch bisweilen mit Schrecken daran zurück. Aber immer, wenn sie gemerkt habe, daß so was komme, dann habe sie sich zusammengenommen und bie Worte Sons klar und deutlich und mit voller Betonung ausgesprochen.

Hugo nickte nur und fand bestätigt, was Doktor Pirubaum eben über Ibilbe gesagt hatte. Wie richtig, wie gescheut war das alles! Und er freute pH über ihre tapferen und aufgeklärten Ansichten.

-Es ist ein merkwürdiges Mädchens grübelte er, «nicht eigentlich schön, wenn man sie nicht zufällig im Protti sieht, aber klug und tapfer, ich mochte sagen, ein echtes, deutsches Mädchen, charaktervoll, ein Wesen, das leben glücklich machen muh, und von einer großen Innerlichkeit, geistig 'm» moralisch.' ,

5n dieser Richtung gingen von Stund an Hugos Gedanken, und als er vielleicht zwei Wochen vor Weihnachten, Mitte Dezember, wieder in f'N eigenes Zimmer hinüberquartiert wurde, was der alten Möhring eine heimliche Genugtuung verursachte, hatte sich bie Ueberzeugung bei *Jeft8e(ett, baß Thilde ganz die Frau sei, die für ihn passe. So gewiß r i,tv für einen ästhetisch fühlenden und mit einer latenten Dichterkrast husteten Menschen hielt, so war er im Leben selbst doch von großer Midenheit, beinah zaghaft, und hatte kein rechtes Vertrauen zu feinem «'!!en unb Können.

Ich bin ein unnützer Brotesser", hatte er zu Rybinski gesagt, der ihn lachend mit ber Versicherung getröstet hatte:Dann gerade schmeckt's am besten". Unb diese Beurteilung seiner selbst war richtig, und weil sie richtig war, war auch das richtig, daß Thilde sür ihn passe. Sie hatte gerade das, was ihm fehlte, war quick, findig, praktisch. Er wollte sich noch vor Weihnachten ihres Jaworts versichern. Daß ihm das nicht ver­sagt würde, davon hielt er sich überzeugt. Denn schließlich war er doch immer ein Bürgermeistersohn, während Thilde so viel sah er wohl auf Geburtsstolz verzichten muhte.

Fräulein Thilde", sagte er, als sie gleich am ersten Abend seiner, Wiederumquartierung ihm den Tee brachte und kleingeschnittenen Schin­ken und Butterbrot,Fräulein Thilde, Sie sind immer gleich gegen mich in Ihrer Güte, und weil Sie glauben, es würde mir alles noch schwer, so haben Sie auch den Schinken schon zerschnitten. Sie haben mich gepflegt und verwöhnt und mir all die Wochen über erst gezeigt, wie glücklich man im Leben sein kann. Eine liebevolle Hand ist das, was man im Leben am meisten braucht. Aber setzen Sie das Teezeug erst hin... Und nun geben Sie mir Ihre liebe kleine Hand, denn es ist eine kleine Hand, unb treten Sie hierher mit mir ans Fenster und sehen Sie mit mir auf bas Bild da, bas Gewölk, das am Mond vorüberzieht und sich wieder aushellt im Vorüberziehen. Es läßt sich vielleicht ausdeuten, aber ich mag es nicht, und auch ohne das, nur angesichts dieses Bildes frage ich Sie, ob ich Ihre liebe kleine Hand auch noch weiter behalten darf, lange noch ein Leben lang."

Sie gab nicht unmittelbar Antwort und beschäftigte sich vielmehr damit, das Rouleau herunterzulassen. Dann faßte sie ihn sachte beim Arm, führte ihn vom Fenster weg bis an das hochlehnige Sofa zurück und sagte, während sie sich auf bie anbere Seite bes Tisches stellte unb beide Hände auf die Kante legte:Sie sind noch so angegriffen, ich höre es an Ihrer Stimme, in der noch die Krankheit zittert, und daran, bah Sie gerade den Mond in unser Gespräch gezogen haben... Ach, Herr Großmann, der Mond ist nichts für Sie, Sie brauchen Sonne... Sonne gibt mehr Kraft."

Das mag schon sein, aber das ist keine Antwort, Fräulein Thilde. Sie sollen ja nur ,ja oder ,nein sagen."

Run denn also ja. Trotzdem es noch lange dauern wird, bis es dahin kommen kann..."

Auf dem alten Weg, ja. Aber es gibt auch neue Wege."

Sie lächelte fragend:Rybinski-Wege?"

Hugo schwieg, weil sie seine Gedanken erraten hatte.

Nein, Hugo, davon darfst du nicht reden, dann nehme ich mein ,Ja' gleich wieder zurück. Ich will nicht in der Welt herumziehen unb bir die Königsmäntel zurechtschneidern. Ich bin für's Ernste, sür's Hergebrachte und auch für Religion, nicht bloß für Standesamt. Alles, meine ich, muß seinen Zweck haben. Ich rechne darauf, daß du mir durch Arbeit den Beweis deiner Liebe gibst. Erst das Examen. Das andere findet sich. Dafür will ich schon sorgen... Aber nun komm, daß wir's Mutter sagen. Oder nein, heute lieber nicht. Du bist noch nicht fest genug auf den Füßen, ich werde es ihr selbst sagen, heute abend im Bett, unb morgen früh kommst bu bann. Ob sie sich freut, weiß ich nicht, aber ,ja wird sie schon sagen."

Sie stellte bie kleine Teekanne vor ihn hin, und was sonst auf dem Tablett stand. Und als sie alle geordnet und die Decke geradegezupft hatte, nahm sie das Tablett unter den linken Arm, bückte sich zu ihm herab und gab ihm einen Kuß auf bie Stirn. Er wollte sie, vielleicht in unklarer Vorstellung von Bräutigamsrecht unb -pflicht, festhalten unb einen Sturm auf ihre schmalen Lippen versuchen, aber sie entwand sich ihm sonst. An ber Türe legte sie den Zeigefinger an die Sippen und nickte ihm nochmals zu. *

Das geplante Bettgespräch hatte stattgefunden und war unter Ver­meidung aller Umschweife mit dem Satz begonnen worden:Mutter, weiht du was?"

Was denn, Thilde?"

Ich habe mich mit ihm verlobt."

Die Alte richtete sich auf wie ein Gespenst, sah Thilde an und sagte dann:Jott, was soll nu aus mir werden."

Gar nichts, Mutter, du bleibst, was du bist, und ein Esser is weni­ger. Und wenn du was brauchst, bann schick' ich es bir."

Ja, kann er denn hat er denn was?"

Noch nicht, Mutter. Aber wenn ich ihn bloß erst habe, so richttg ver­lobt vor Gott und den Menschen, dann wird er schon werden. Er sieht ja doch aus wie auf der Kanzel, und so einer kommt immer an. Ich werde ihn schon anbringen."

Und wirklich verlobt und nicht bloß so gesagt, unb nachher sitzt du da, wie so ganz, ganz arme und unglückliche Mädchen dasitzen..."

Mutter, was du nur immer denkst! Vater hat doch gesagt: ,Thilde, halte dich propper*, und hab ich etwa nicht? Und nu kommst bu immer mit solchen Geschichten. Ober benkst du wirklich, dah ich so dumm bin? Er wollte mir schon einen Kuh geben und war sehr stürmisch, weil er noch krank is, aber ich habe ihn in seine Schranken zurückgewiesen."

Das is recht, Thildchen. Und wann denkst du denn, daß es ins Blatt kommt, ober soll es ganz stille unb verborgen bleiben? Es is doch immer bester, andere wissen es auch. Dann geniert er sich mehr, wenn er sich vielleicht noch anders besinnt."

Ach, anders besinnt. Er darf sich nicht anders besinnen, und er wird auch nicht, und er will auch nicht. Er wird nu morgen früh bei dir anfragen, und da mußt du was Gutes sagen und nicht so klein und ängsttich sein, und er muh sehen, bah wir nicht auf ihn gewartet haben.

Ja, ba hast bu recht, aber was soll ich sagen? Du mußt mir was zurechtmachen, was paßt."

Das geht nicht, Mutter. Dann verschnappst du dich und sagst es an der unrichtigen Stelle."

Ja, bas is möglich. Na, denn werb' ich bloß sagen: ,Gott sei mit dir'.

,Das is geiiug, aber bu barstst ihn nicht gleich ,bu nennen. ,Du< kommt erft wenn es bringeftanben hat unb wir richtig Verlobung gefeiert haben. Ich bente so Heiligabenb. Unterm Christbaum, bas hab ich mir immer