Ausgabe 
13.6.1930
 
Einzelbild herunterladen

besucht > Prinz wieder- wirklich chrosjen w ganz nämlich eutschen en aus-

Haupt- war der t seinem der mit Brahms ser auch als des- >n Rein- t'ung im aus die Künstler- ten hätte ätz zeigte Problem efahrt - >ruch des »endigkeit

Wunder- Murnau, Das sollte im Sinne nigin der nzwischen ayerischen : vorigen itte. Auch und vor !gangenen m, denen zleichliches lschast des . darstellte wie durch s Dekors

Material mmerndcn nen Wald- was das t Lebens- oelche jetzt 'er zu er-

Landsitzl azurn bend- " und den

Einhorn, ckelträgern inritt, um allen jene t von der tabes und

sMeist--- d Irians« im letzt-« e, Rich°" neue @i! die Gd*

nq «erd!» n s ipin* hliehlich i mente * ernsthaft- aretts * cht'zu «J uheit, » ® klänge e«1

Zeit im kunftj« icht mehr, spielenden tabsührunS ausregend! impliziert' Jahre end der erste« s schnellst ahme de« unente o«'

zückt, sich mehr für den Zauberer interessiert, dem die vielköpfige Schar untertan ist, als für den Sänger oder Solovirtuosen, der nichts anderes tut, als was Generationen von Virtuosen und Sängern schon vor ihm getan haben.

Aeußerlich wäre somit die überragende Stellung des Dirigenten unserer Tage ganz berechtigt; wir dürfen aber nicht vergessen, daß die Schwierigkeit eines Orchesterstückes oder eines musikdramatischen Bühnen­werkes nicht nur von der Kompliziertheit seiner Instrumentierung und der Anzahl der mitwirkenden Musiker abhängt. Es gibt ganz einfache Partituren, wenigstens solche, die ganz einfach aussehen, und trotzdem zu den gefürchtetsten Aufgaben des Kapellmeisters gehören. Die Opern Mozarts, hauptsächlichDon Giovanni" undCosi fan tutte", rangieren, obgleich jeder auch nur einigermaßen geübte Laie ihre Par­tituren ohne große Mühe zu lesen vermag, unter die Musikdramen, welche am meisten vom Orchefterleiter verlangen; denn hier müssen die inneren Werte der Musik mit sehr viel einfacheren Mitteln zum Ausdruck ge­bracht werden als bei einem, schon durch die Vielheit seiner Klänge bestehenden Werke. Mit Beethovens und Bachs Schöpfungen »erhält es sich nicht anders, so daß also die 'Fähigkeit, moderne Werke zu dirigieren, noch keine ausreichende Prüfung für die Begabung eines Dirigenten zu bilden vermag. Diese Erkenntnis hat sich denn auch bei einem großen Teil des Publikums Bahn gebrochen, und die alten, viel­fach bis zum Ueberdruß abgespielten Werke haben neuen Glanz und neues Aussehen gewonnen, wenn einer der Lieblinge des Konzertsaals und der Opernbühne seine Kräfte an ihnen zeigte. Die Technik der Dirigenten ist natürlich mit den umfangreicheren Aufgaben ebenso ge­wachsen, wie die Technik der Pianisten, denen die Schwierigkeiten der Epoche vor 50 Jahren gar nichts bedeuten; vielmehr sind sie in der Lage, technische Wunder zu vollführen, an die zur Zeit Liszts oder T a u s i g s noch niemand zu denken gewagt hätte. So waren denn auch Partituren wie Alban B e r gsWozzek", M i l h a u d sColumbus" ober KreneksOrestes" ohne daß hier gerade von ihrer Qualität gesprochen werden soll, früher nicht zu denken und zu dirigieren ge­wesen; da Technik aber immer etwas Erlernbares ist, wenn anders eine dahingehende Begabung vorhanden, so sollte diese Seite der musi­kalischen Betätigung niemals allzuhoch bewertet werden, so viel Be­wunderung sie auch wert ist.

An der Spitze der modernen Dirigenten steht Arturo T o s c a n i n i, der nach seinen beispiellosen Berliner Erfolgen vom letzten Jahr zu den diesjährigen Festspielen mit seinem Orchester, den Neuyorker Phil­harmonikern, aus 'Amerika herüberkam. Er gehört dem Verband« der Mailänder Scala an, hält sich aber jedes Jahr einige Monate jenseits des Ozeans auf. Er ist ein Gedächtnisphänomen, da ihn ein Augenleiden zwingt, alles auswendig zu dirigieren; es ist schwer, sich allein von der Gewaltigkeit der mnemotechnischen Leistung ein Bild zu machen. Seine Interpretation von Werken, die jeder genau zu kennen glaubt, wie etwa desTroubadours", bedeutet ohne jede lieber« treibung eine Offenbarung, da sich das Bild der von ihm geleiteten Klangkörper, fei es Chor ober Orchester, in ganz neuen Farben, Nuancen und Tönen vor den Ohren der Zuhörer aufbaut. Durchsichtige Klarheit, architektonischer Aufbau, feinste Schattierungen aller Stärke­grade und besonders eben jene der genialen Intuition entspringende und als solche mit Worten nicht näher zu fassende Verinnerlichung der auf- gesührten Werke bilden die charakteristischen Elemente seiner Kunst; er probt zwar nach allem, was von seiner Arbeitsmethode bekannt ist, mit völliger Rücksichtslosigkeit, ohne Zeit und Kräfte zu scheuen; das Erreichte ist denn aber auch unübertrefflich. Man erzählt sich, daß er nach der ersten Aufführung der neu einstudiertenMeistersinger" in der Skala die Oper vom Spielplan absetzte, weil sie ihm noch nicht genügend gut durchgearbeitet schien und, ehe er sie wieder aufführte, noch weitere drei Wochen Proben abhielt. Er wird zum ersten Male in diesem Jahr einige Werke der Bayreuther Festspiele dirigieren, es wird mit Spannung erwartet, wie er sich in den durch Tradition fest­gelegten Rahmen der Aufführung fügen wird.

Wagner ist übrigens, als er infolge der Mißerfolge feiner Opern Geld auf andere Weise verdienen mußte, eine Zeitlang reisender Dirigent gewesen; obwohl bai^ats ber Begriff besStardirigenten" noch unbe­kannt war, ist er als einer ber genialsten Orchesterleiter aller Zeiten Interpret vieler Werke gewesen, bie, für uns unvorstellbarer^veise, lange gerutjt hatten, wie z. B. ber neunten Sinfonie; er leitete sie zur Feier der Grundsteinlegung des Festspielhauses im alten Rokokotheater zu Bayreuth.

Als Komponist und Dirigent in gleicher Weise ausgezeichnet ist Wagners großer Verehrer Richard Strauß, der, moderne Werke natürlich in der Vollendung beherrschend, eine besondere Qualität als Mozartbirigent hat, wie er während seiner Berliner und Wiener Rapellmeisterzeit sowie anläßlich der Salzburger Festspiele oft zu be- «ns-n Gelegenheit hatte. Aus feinem Munde weiß ich, daß er den ,,-triftan" für die vielleicht schwierigste Aufgabe Hält, die ein Dirigent 3u lösen haben kann, und daß er feine Interpretation berElektra" mr die vollkommenste ansieht, welche biesem Werk zuteil werben kann, ^eine große Leichtigkeit unb sein Talent, am Cembalo ober Klavier on Seccorezitation älterer Opern zu begleiten, finb als besondere Diri- gententugenben hervorzuheben.

' Bmno Walter finbet seine Höhepunkte wohl ebenfalls bei Mo- L"ri, mssenEntführung" er vor einigen Jahren in ber Berliner ,Oper ganz meisterhaft leitete; feine Liebe gehört in ausge« iprottjener Weise ber Oper, also ben drei größten Musikdramatikern Mozart, Wagner unb Verbi, bei benen er sich c> wer fühlt als bei ben ganz Mobernen. Im Gegensatz zu ihm ist klniur h 9 r e r ausgesprochener Konzertbirigent; seine Wiedergabe nennt » Eerke (als berühmte Glanzleistung sei hier Beethovens Fünfte 61 r n -Un^ Döberner Kompositionen, wie besSacre du Printemps" Der ® - s-1kys, finb in ber Tat von hinreißendem Schwung getragen. Sräf. s Junge Star bes Dirigentenpultes scheint in letzter Zeit feine

1 Oer Oper in fteigenbem Maße widmen zu wollen.'

Wasser oder Kohle?

Zur Weltkrafttagung Berlin 1930.

Bon Dr. H. Schmidt-Stölting.

Warum müht sich die Menschheit fortgesetzt, die Kohle aus dem Berg Zu holen, um ihren Bedarf an Kraft, Wärme und Licht, kurzum a« Energie damit zu befriedigen? Jahraus, jahrein fließt doch das Wasser zu Tale, völlig kostenlos wird es von den Sonnenstrahlen wieder hinanf- befördert, und es ist längst erwiesen, daß man auch daraus Energie gewinnen kann. Je allgemeiner das Interesse für kraftwirtschaftliche Dinge in allen Ländern wird, desto häufiger wird so gefragt, und um so leb« Hafter werden die Wünsche, das stürzende Wasser zur Kraftgewinnung nutzbar zu machen und die Menschheitvom Sklavenjoch bes Kohlenberg­baues zu befreien".

Es ist ein recht verlockender Gedanke, von ben bisherigen Ansätzen aus allmählich ganze Länder und schließlich Erdteile mit einem Retz von elektrischen Leitungen zu Überziehen, das aus Wasserkräften gespeist wirb und unseren Motoren die Betriebskraft, unseren Wohnungen Heizung und Beleuchtung zuführt, während die Sonne umsonst dauernd die Mi­scher und die Flußläufe auffüllt und nur ein paar Mann zur Beaufsich­tigung der fast selbständig laufenden Krafwerke nötig sind. Allein, so sauer wir unser Brot erarbeiten müssen, obwohl die Sonne der schwarzen Acker­krume weißes Weizenkorn auch umsonst entlockt, so ist auch der Weg vom rauschenden Wasserfall zur leuchtenden Lampe und zum dahineilenden Schnellbahnwagen durch eine Kette recht verwickelter Anlagen gekenn­zeichnet, die erst einmal erstellt und dann verzinst und instand gehallen sein wollen.

Bedenkt man, baß nicht immer gerade Hochwasser herrscht, wenn an langen Winternachmittagen Städte und Fabriken gleichzeitig ben meisten Strom fordern, daß das Wasser aber munter zu Tale brauft, auch wenn etwa am Sonntag niemand seine Kraft haben will, so kommt man auf ben schwierigsten Punkt in der Wasserkraftwirtschaft. Denn die Kohle kann man jederzeit, ganz nach Bedarf, zutage fördern; man kann durch Mehreinftellung von Arbeitskräften und durch Maschinen die Erzeugung in weiten Grenzen heben, wenn sich Absatzmöglichkeit bietet, und man kann die geförderte Koh.le lange Zeit hindurch ohne nennenswerte Verluste an Heizwert lagern, auf die Halde schütten, wenn ber Absatz stockt. Anders bei ber Wasserkraft. Das Wasser drängt zu Tal, wie die Natur es will. Bald spendet eine Regenzeit gewaltige Kraftmengen, bie unmöglich verbraucht werden können, wenn sie sich zufällig gerade bieten; bald taut bie sengende Sommersonne die Gletscher ab und läßt die Fluten unausnutzbar zu Tak stürzen. Dafür aber treten Zeiten des Niedrigwassers der Dürre, des Einfrierens ein, die jede Kraftentnahme aus den Flüssen versagen, und zwar häufig dann, wenn sie das an das Kraftwerk angefchloffene Abneh­mernetz am nötigsten braucht.

In diesem Falle gibt es nur einen Ausweg, das Aufftellen von Tur­binen und Stromerzeugern zur Wafserkraftausnutzung überhaupt lohnend zu machen: Man muß das Wasser, wenn es sich bietet, aufstauen können, bis es gebraucht wird. Dies erfordert je nach der Lage des Werkes, ben Wetter- und Bodenverhältnissen sowie nach der Größe der Bedarss- fchwankungen Stauweiher, Seen oder gar riesige Talsperren. Nicht nur der Bau, schon der Geländeerwerb hierfür, bie Enteignung oft hoch­wertigen Kulturlandes, in erster Linie sogar der teuersten Wohngrund­stücke, die dem Wasserlauf am nächsten zu liegen pflegen, binden so gewaltige Geldmittel, daß di« Maschinenanlagen und die ganzen Kosten des Betriebes, wie Aufwendungen für die Bedienung und die Unterhal­tung, die Verwaltungskosten, ja selbst das sehr kostspielige Hochspannungs- verteilungsnetz dagegen gering erscheinen. Vollends schwierig wird die Sache, wenn zur Erzielung der nötigen Fallhöhe und einer hinreichenden verfügbaren Wassermenge ganze Talmulden durch eine Sperrmauer abgeschlossen und überstaut werden müssen, wobei womöglich Ortschaften zu überfluten und oberhalb der Staugrenze neu anzufiedeln find.

Der Zinsendienst spielt daher in der jährlichen Betriebsrechnung der Wasserkraftwerke bie entscheidende Rolle. Man kann für mittlere Werke jährlich etwa 10 bis 15 v. H. der Anlagekosten hierfür anfetzen. So erklärt es sich, daß für die Kosten der Wasserkraft ein weiter Spielraum gegeben ist, der auch vom Zinsfuß in hohem Grade abhängig ist. Der gewonnene Strom muß im allgemeinen höchstens zum Preise der Kohlenkraft abgegeben werden können, da sonst deren Wettbewerb die Wasserkraft ausschlöße und den Ausbau verböte. Einen schwierigen Stand hat die Wasserkraft daher in ben kohlenreichen Bezirken, wo die Kilowattstunde Wärmekraft nicht mit Beförderungskosten für den Heizstoff belastet ist. Bei Strompreisen unter 20 Pfennig im Ruhrgebiet und in den englischen Kohlenbezirken lassen sich die dortigen Niederdruckwasserkräfte nicht aus- nutzen, da die Berzinsung ihrer ungeheuren Ausbaukosten teuerer würde. Wo jedoch Kohle teuer ist, wie in der Schweiz, in Norwegen oder in Italien, klettert die Wasserkraft im Preise keineswegs nach.

Erhellt schon aus Vorstehendem, daß die Wasserkraftwerke unter örtlich ganz verschiedenen Verhältnissen arbeiten müssen, da die Niederdruck­kräfte in den regenreichen Winterwochen am meisten Wasser haben und Strom liefern können, während bie Hochdruckkräfte im Gebirge im Som­mer am ergiebigsten sind, so ist es verständlich, daß ein Zusammen­schluß und ein Ausgleich im größten Stil vorgenommen werden muß, der auch vor Landesgrenzen nicht halt machen darf. Stromaustausch­abkommen zwischen verschiedenen Staaten sind daher heute keine Selten­heit mehr. Aber mehr noch, ein Austausch der Erfahrungen aller Länder ist auf kaum einem Gebiet so wichtig, wie hierin, da ja die Erfahrungen überall noch nicht vierzig Jahre zurückreichen.

Das haben denn auch die weltwirtschaftlichen Führer aller Kultur­staaten erkannt, und es war ein Zeichen der wiederkehrenden Wirtschafts­einsicht, als im Jahre 1924 in London die erste Weltkrafttagung zusam- menfrat und auf dem Gebiet der planmäßigen Bewirtschaftung der Kraft­vorräte der Erde grundlegende Arbeit leistete. Sie tritt nun nach einigen Zwifchentagungen in diesem Jahre wieder zusammen; und zwar hat man Deutschland mit feinen hochentwickelten Krafterzeugungsanlagen als Treff­punkt und Berlin als Tagungsort gewählt.