Dazu kamen äußere Storungen, welche ihr vollends alle Ruh« biofon nprimoifpffon ffinhm/inn ^ViniiOrfnhor unh
Zchrga,
(Schluß folgt.)
~ --------—________________________________________ _________________________________________ iviyt-y __
erantwortlich: Dr. Sans Thhriot. - Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts.Buch^nHeln^ruckerei. L. s’il*
Bald nachher kehrte der Freiherr zurück. Husaren auf dem Schlosse in Quartier lagen Frieden aufkommen ließen, fragte er doch bald
Tags darauf hörte der Freiherr von fernher, wie seine Frau sich ii» geheim wieder an den alten Blättern übte. — „Sie strebt doch wenigsts nach dem Geist des Andantes", dachte er, „und wenn mich mein inner« Ohr nicht trügt, so tut sie's doch mehr noch mir als dem ©aalta zuliebe."
Sechstes Kapitel.
Um diese Zeit besuchte der Graf den Freiherrn. Er trat so 'ftüffliisl ins Zimmer, wie damals, als er die verbotene Guarneri mitgebnch und rief, er komme, um Lebewohl zu sagen: er ziehe ins Feld. Jetzt,« das ganze weite Land von großen Kriegstaten Widerhalls, ertrage tri nicht länger, hinter den Geigen zu sitzen, der Soldat rege sich wieder!' ihm, und wenn alle Welt sich schlage, dann müsse auch er mitschlagen.
Die beiden Edelleute hatten in jüngeren Jahren beim Heere geffanta beide aber hatten damals rasch quittiert: der Graf, weil er für feine« Ehrgeiz zu langsam vorrückte, der Freiherr, weil das leere Garnis» leben seinem idealen Sinne ein Greuel war.
Der Entschluß des Grafen berührte den Freiherrn tief. Mehrere ging er nachdenklich umher; dann sagte er zu seiner Frau: „Dein toi® liebt die Musik um der Geigen willen, und als uns Haydn befnM glaubte er dem Meister das höchste Lob zu geben, indem er gegen ausrief: Für einen bloßen Komponisten urteilt der Mann nicht sW über die Geigen. So geht dein Bruder denn auch in den Krieg um M Fechtens willen. Auch ich werde mich wieder als Freiwilliger nrefiw aber nicht, weil ich so besondere Lust zum Fechten hätte, sondern m mein Kaiser in dieser Not eines jeden Armes bedarf."
Er war darauf gefaßt, daß Helene ihn zurückzuhalten suche. ®i’ unter Tränen pries sie begeistert seinen Vorsatz und beklagte nur, daß I» ^lchl selber mitziehen könne. — „Ich bin die Frau eines Edelmannes, prach sie, „und darf nicht weinen, wenn du mit dem Schwerte rifW zu Pferde steigst."
Der Freiherr blickte sie feierlich an und gerührt und liebevoll unb dachte: bie' stolze Schwärmerin hat doch ein großes Herz. -61 redeten viel und herzlich miteinander; sie hatten sich noch nie so * gestanden.
Mittag. i mnschendes stemmen he liches (Brün kidechje ersi stopf ins q Lrombeergef Kelche, lehn teftaubt'roie steigender S schwarz stehe
Einöde n Gebüsch i« den aucei winzigen Li- Wildheit, tie wuchert, ein spähen die tl
Pan, der
Da teilt s 1'chi man: ei ^fransten S dsr Spitze fli chiutel hängt !'« sich auf 'm Forst.
Nicht Pai «racken t- dovon, nicht Baum — nu schweigend Ser Alte ®Mie an, ar «trat ihren j , ..Er hustet Ni-re Bellen Roos; Blut. *'i lätzt, s """1 darauf s'" düsteres l 7!sh nur ihn 9sst und C ®»rte5 in bi, > kann "".chm zu feb
Augen bre; L^eidrt is "Vr ein tn
Obgleich gerade twp und wenig musikalisch! nach den alten Noten.
für diesen verzweifelten Gaßmann, Kamerloher unb Genossen m,’ Truppenmassen zogen an Schloß Strüth vorüber, die Ginquartiem, drängten sich; bei dem Trommelschall, welcher den wirklichen nicht der Parade galt, erzitterte auch das friedlichste Gemüt in fr;,1 rischer Aufregung. Und Helene war nicht einmal ein friedliches Sie hätte lieber sich selbst gleich aufs Roß schwingen und mitreiten m» und sollte statt dessen den Geist des Andantes aus verblichenen K über sich kommen lassen.
Zu einigem Tröste sah sie indes aus den Briefen ihres Mannes k es ihm draußen auch nicht friedlicher zumute war. Er schrieb im 2 k von Wien, seine nahe Rückkehr ankündend: „In meinem Leben darf.. Schloß Strüth keine Rote von Pleyel mehr gegeigt werden. Dieser Pl» der von einem darbenden Musiker zu einem reichen Musikverleger h« gesunken ist, widmet seinen Gesamtabdruck der Haydnschen Quartette k Konsul Bonaparte! Meine Wiener Freunde lachten mich aus, Q[s, dafür Acht unb Bann innerhalb des Strüthschen Gebietes über U. verhängte. Wie darf ein Deutscher diese gemütlichste deutsche Musik k ungemütlichsten Feinde Deutschlands huldigend zu Füße legen! Unb» sagte jenen, die da lachten: der Konsul Bonaparte wird uns noch i Ouartettlust vertreiben, zum Danke dafür, daß man ihm unseren reiG Ouartettschatz gewidmet hat. Mau faßt bas nicht! Früher glaubte U ich ganze sturmvolle zehn Jahre lang, wir könnten im Reiche rtf zusehen, wenn draußen die Völker sich zerkriegen, und könnten i»> lustig Quartett dazu geigen. Aber seit mir der Rastatter Gesandten« einen der schönsten Quartettabende verdorben hat, denke ich anders, unterrichteten Leute werden hier nachgerade sehr bestürzt, es soll U schiefgehen in Italien. Gestern sprach man von einem großen Siege, jx unsere Armee bei Marengo erfochten, unb heute heißt es, ber ®iM|f ein Schreibfehler gewesen und müsse in Niederlage verbessert werte Bonaparte wirft alles vor sich nieder; es kommt eine neue Welt ®i kommt eine neue Musik. Haydn war der letzte Fürst des Friedens unserer Kunst. Ich schicke einige neue Werke von Beethoven nach SD Strüth; sie sind verführerisch schön. Allein ich bitte, spiele sie nicht, b?« Du Dich in dem Schatzkästlein der gekritzelten Noten recht heimisch M unb ber Saalbau gesichert ist. Beethoven beunruhigt mich wie Bonaparte'
Helene berichtete ttagenb, wie sehr sie sich Rechtes herausgebracht habe, es sei aber auch sprach ihr Gemahl, wehmütig lächelnd: „Mir sind diese alten Melodie ein wahrer Seelengenuh. Sieh, das war die Musik, an welcher ich b fünfzehn Jahren zuerst musikalisch denken und empfinden lernte, ü Geist meiner Jugend ruhet verzaubert in ihr. So dünkt es mir wetz ftens. Oh, könntest auch du etwas von diesem Geiste heraushören! 1 ich die Mappe dir jetzt gebe, so gab ich sie vor Zeiten Erato. Aber st wußte gar nichts anzufangen mit den alten Blättern. Ich schrieb ui damals diese Sätze aus den Stimmen fürs Klavier, damit ich sie mi rechte Jugendfreunde immer zur Hand haben könne. Ich glaube, mein Klavierbearbeitung ist recht schlecht, ich kann nur inwendige Miß machen. Unb die Form der Originale selber ist oft steif, unb die Gedenk sind nicht glänzend und reich, aber es ruht doch ein herzlicher Friede M dieser Musik, der echte Geist des Andantes. Darum versuche immerfi noch einmal mir zuliebe, ob du nicht auch diesen Kinderfrieden her« spielen kannst."
Das Quartett.
Novelle von Wilhelm Heinrich Riehl.
(Sortierung.)
In jenen Septembertagen, da unser Held im Siegesjubel zur Verlobung ritt unb eine golbene Zeit allgemeinen Welt- unb Quartett« friebens nahe wähnte, schwamm Bonaparte bereits auf bem Meere zwischen Aegypten und Frankreich, unb als ber Freiherr eben recht weltvergessen in ben Flitterwochen schwärmen wollte, erschreckte ihn die Nachricht vom Staatsstreiche bes 18. Brumaire unb ber neuen Konsularherrschaft bes gefürchteten Sohnes unb Erben ber Revolution. Des Freiherrn gründlicher deutscher Sinn ließ ihn über bas kommenbe Geschick sein-s Laubes unb Volkes ebenso nachhaltig grübeln, wie über bie Durchführung eines Quarteitfatzes. Unb er hätte so sehnlich gewünscht, baß bie Deutschen in ber Politik auch einmal Meister würben, wie in der Kammermusik. Es sah aber zur Zeit noch gar nicht barnach aus.
Ganz anbers buchte ber Graf in beriet Dingen. Er fanb es äußerst ergötzlich, baß in Paris schon roieber ein neuer Bühnenakt beginne, unb baß man gar nicht mehr ins Theater zu gehen brauche, unb bennoch in dem bunten Szenenwechsel von Revolutionen unb Schlachten, von Thronensturz und Staatenausbau die spannendsten Tragödien fortwährend umsonst zu sehen bekomme. Der Freiherr sagte: „Er betrachtet auch die Weltgeschichte unter bem Gesichtspunkte bes Oellacks; ber größte Jdeenkampf fesselt ihn als Neuigkeit; Quartette schreibt man um ber Geigen willen, und die Völker erwürgen sich, damit bem Grafen Thürmer auf Schloß Neuhaus bie Zeit nicht lang werbe. Je näher wir beide uns treten, um so ferner rücken wir einander."
Das galt von Helenens Bruder, aber zum Glück nicht von Helenen. Sie schwärmte für alles Große, wenn auch meist übertrieben unb manchmal verkehrt, und begriff unb teilte ihres Mannes patriotischen Sinn und sein politisches wie sein musikalisches Sieben und Hassen.
Trotzdem fühlte sich dieser oft recht gedrückt in seiner jungen Ehe. Helene wollte ihm das Leben gar zu schön machen und übersah, daß eine liebenswürdige Genügsamkeit bisher ber eigenste Schmuck dieses Lebens gewesen war. Sie wollte glänzen mit ihrem Manne und durch ihren Mann, aber dieser Mann war unglücklich, daß er nun auf einmal glänzen sollte. Sie diente, um zu herrschen. Der Freiherr seufzte: „Als Haydn zu Besuche kam, entdeckte sie staunend, daß ein Genie auch bescheiden sein könne, unb sie ward bescheiden, weil sie ein Genie sein will. Jetzt bricht ihre anspruchsvolle Natur wieder hervor. Ich möchte Haydn auf ein ganzes Jahr zu Gaste bitten. Allein bas würde doch nichts helfen, binnen Monatsfrist wäre ihr der bescheidene Mann langweilig, und um des bloßen Gegensatzes willen würde sie bann ganz hoffärtig werden."
Statt des einfachen Quartetts schlug Helene ein Orchester vor, auch hätte sie gerne kleine Opern auf Schloß Strüth aufgeführt und hatte einen fertigen Plan, wie das Musikzimmer zu einem Theater auszubauen fei. Dem Manne schauderte vor diesem Plan, und erblickte schwermutsvoll nach dem Bilde ber unmusikalischen Muse Erato. — Helene, so dachte er still für sich, hat keinen Sinn für bie Größe im Kleinen. Sie überbraust bas Allegro unb überempfinbet bas Abagio, bas läßt sich hören; allein ihr mangelt jedes Verständnis fürs Andante. Unb bas ist ein großer Mangel; beim bas Andante ist das wahre Tempo der Ehe. Zart, bescheiden, mäßig bewegt schwebt es einher, gemütvoll beruhigend und erquickend wie die echte Weiblichkeit.
In ber Tat, je mehr sich Helene in ihrer neuen Würde fühlte und des endlich errungenen Sieges genoß, um so weniger fand und verstand sie bas Anbante.
So verging ber Winter; in ber Silvesternacht 1799 geigte man sich auf Schloß Strüth heiter unb bewegt ins neue Jahrhundert hinüber, unb als nun ber Frühling tarn unb bie gute Bauzeit, brang Helene immer bestimmter in ihren Gemahl, daß er bas Musikzimmer erweitern möge zu einem Orchester- unb Theatersaal. Unb da er eben im Begriffe stand, auf ein paar Wochen nach Wien zu gehen, so könnte er dort ja gleich mit einem Baumeister Rücksprache nehmen.
, Drr Freiherr sagte: „Wir wollen den Saal bauen; aber ich fordere einen Preis von dir, den du vorauszahlen, eine Vorbedingung, welche du er ' — Unt> b«i diesen Worten übergab er der Frau eine
große Mappe unb fuhr fort: „Diese Mappe nenne ich ein Schmuckkästchen- beim sie birgt allerlei kleine versteckte unb verstaubte musikalische Schmuck- unb Schaustucke, allein es erfordert ein geübtes Auge, deren Wert zu erkennen Versuch es mir zuliebe, ob du bie hier eingeschlossenen Noten mit rechter Empfindung spielen kannst, dir unb mir zum Genügen. Gelingt es dir, so gehen wir ungesäumt an ben Saalbau/
Helene ging mit Freuden auf die Grille ihres Gemahls ein und öffnete augenblicklich die geheimnisvolle Mappe. Eine Menge ichlechi geschriebener Notenblätter mit vielen Korrekturen und Hinten« E- »ergilbt unb abgegriffen, lag darin, die sahen gar nicht aus wie Brunh unb Schaustücke. So gar gefährlich schien diese Musik gerade nicht, wohl aber etwas langweilig. Es waren kleine Andantes, Menuette und "^^^lchmuslksatzen vom älteren Stamitz, von Kamerloher, Gaßmann, Cannabich, Holzbauer, Wagenseil und anderen halb ver- schollenen Komponisten, ziemlich ungeschickt fürs Klavier ausgezogen von der etwas kavaliermäßigen Notenhand ihres Mannes. a ä J
p[aJk J’* «rausarn, diesen trockenen, altmodischen - k I " ^schmack abzugewinnen. Die Musik war an sich zwar einfach; dennoch konnte sie vieles kaum lesen, so verworren war die Sb mn nn?.HiAn f° ,)0(Peri9 T, ber freiherrliche Klaviersatz, nnh , °"lche Takte bequem las unb spielte, ba empfand sie nichts ni!.r ™ ben Fingern, nicht mit ber Seele, die Tasten. Der Saalbau schien sich doch in einige Ferne zu schieben.
geplagt unb doch nitz gar zu harte Arbeit, ü


