Ausgabe 
1.8.1930
 
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War es denn möglich, Sah die alte Dynastie freiwillig auf ihre

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di« Bourbonen versuchen würden, ihre Machtstellung aus vergangenen Jahrhunderten mit legalen oder illegalen Müteln fieber Ser- M J Z ~ , Tnno ftirrtrh mnn tn l>pn «rpifpn

Als d derGlol Willkür ! drüben ix sich niemc rief jetzt nran in < wornten 1 nur der 1 üche Geg Dynastie, Aber i war kein an deren die Repu Bergangei greise Ges huldigte d ten ihn al Ziele verf sich ihre Lafoyette

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Über der ging, be stellen ft klagen, - mit eine schlechter und von radikalst, mahlen herrschte, rebellisch Barrikad menden

Der I Martigm nähme t einschritt wollte d festigen, der Boni der Spitz ster wüh sehnte. T wußte ni König be wer leich zwang, t man, in ! der liberc kommen

von einer neuen staatlichen Zukunft Frankreichs: als Kaiserreich, Regent­schaft des Herzogs von Orleans als Republik. .

Aber Ludwig XVIII. verstand die neue Zeit und führte eine kluge, zurückhaltende Politik, gewann die Emigranten durch Entschädigung, das Bürgertum durch die gute finanzielle Lage des Landes, die Armee durch die Erfolge des spanischen Feldzuges. Zwar hatte die Idee der Restaura­tion noch nicht gesiegt/ aber die Gefahren für die Zukunft erschienen gering, wenn auch die Anfänge des Napoleonkultus und die heimliche republikanisch« Propaganda immer wieder die Bourbonenherrschast beun­ruhigten. Ja die WorteNapoleon" undRepublik" wurden m einem Atem genannt. Sie waren die Symbole aller Unzufriedenen, dl« Staat und Gesellschaft über dieses Kompromißsystem der Restaurationszeit hm- Cl!53)ie Ruhe blieb bestehen, solange Ludwig XVIII. am Leben war. Mit der Thronbesteigung Karl X. aber traten nicht nur di« großen Gegensätze des Zeitalters aufs schärfste hervor, sondern drängten alle politischen Ereignisse so sehr ins Extreme daß K^'sen. Kanipse Rebellion nicht ausbleiben konnten. Und Karl X. war nicht der Mann, der durch Einsicht und Charakterstarke hatte ausgleichend wirken können. Er war der Freund aller Rechtspolitiker, der royalistischen .Ultras" und leugnete dies gar nicht. Seine staatsmannlsa^n Tugenden waren nur gering und recht unzureichend gegenüber einem Zeitalter, das ratlos zwischen Vergangenheit und Zukunft emhertaumelt«. Gerade der Rat der Politiker war dem König ^niger wichtig als die Schmeichelei seiner Höflinge. Hinzu kam der wachsende Einsluh der Priester und der Kirche Auch sie hatten die Verfassung beschworen, vertraten nach außen den Pseudoliberalismus des karlistischen Systems und entwickelten die Theorie einer modernen demokratischen Kirche. Praktisch aber führten die Jesuiten und verbreiteten eine kirchliche Stimmung, die vor allem den Königshof beherrschte. Offensichtlich zeigte KarlX den Pariser Straßen, auf denen vor Jahrzehnten die Revolution die Henschaft der Vernunft als der neuen Gottheit errichtet hatte, seine religiöse Gesinnung, und kaum «ine Prozession schritt durch die kirchenfeindliche Stadt, an der der König nicht teilnahm. Das Volk aber zog sich immer mehr von diesem König­tum zurück, und ohne daß man auf Umsturz saun, wurde die radikale Stimmung in allen Lagern immer mehr verstärkt. Ms Talma, der große Schauspieler des Kaisertums, starb, der in fernem Testament sich lebe Teilnahme von Geistlichen verbeten hatte, folgte die halbe Stadt diesem Sarge und legte so Zeugnis ab für das große Zeitalter, das man zu Grabe trug und für die kirchenfeindliche Gesinnung des toten Künstlers.

"$u"to5l Mr M>» gut fparm, st-, mir «I d»- W «N. »-">» »» Ä B Sb S>.Ä K''? "ich' --« ih Mantel an und eilte hinaus. Die Ladentllr knallte hinter ihr zu, r ' s-6 ßjiorfe Feueralarm schlug. Draußen hielt ein 2Bagen mit einem ,na^1maer$ferrbeiPnnnr Der Schlachter saß auf dem Bock im blauen S TS t SieWembl Er grüßte mit einer eleganten Bewegung seines Hutes, knallte mit der Peitsche und dann fuhren sieab.

Der Schuhmacher schüttelte resigniert den Kopf und fing an zu packen.

Das blaffe Wcheln unter seinem bekümmerten Bart wurde nach und nie er und breiter als ob er sich wieder die Stimme des kleinen

John in Erinnerung rief: So kommen wir also trotzdem dazu, allem I 1 zu reisen. .

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Ja das konnte Ich mir wohl denken, wo b'st du sonst mit dem Gel geschichtliche Machtstellung verzichten könnte, lag es nicht allzunahe, daß

geblieben, was du für Hansens Stiefel gekriegt ^st, und vom Kaufman^^ ^« ^ourbonen versuchen würden, ihre Machtstellung aus vergangenen

B Aber das wollte ich dir 1« gerade saaen, flüsterte er, ziemlich Jahrhunderten mit legalen oder illegalen Mitteln wieder her-

aelcklagen über die Einleitung zur glücklichsten Zeit seines Lebens. ^.stellen? Schon am Ende der hundert Tage sprach man tn den Krei en

ß 'sie9 "rbnete einige Locken vor dem Spiegel und musterte sich selbst -ustellenk^-chon am inoe.^ 0 der Restauration und

Mann und Weib.

Von Friedrich Theodor Vischer.

Nach Freiheit strebt das Weib, der Mann nach Regel. Gebieten mag die Laune, spricht das Weib; Gesetz und Rhythmus herrsche, spricht der Mann. So kann es komiMN, daß er Sklaven zieht Und kann auch kommen, daß er Sklave wird, vielleicht auch beides: herrisch und servil, Im kleinen selbst nicht läßlich, ein Pedant.

Drum ist ihm die Genossin beigegeben, Daß seines Lebens hartem Winkelmaß Das Spiel der freien Linie nicht fehle. Drum ist ihr der Genosse beigegeben, Damit der Ranke nicht der Stab gebreche.

Juli 1830.

Von Dr. Rudolf Kayser.

Der bekannte Herausgeber derNeuen Rundschau ent­rollt im folgenden ein fesselndes Bild der für die Zeiten­wende von der bourbonischen Restauration zum liberalen Bürgerkönigtum Ludwig Philipps entscheidenden Tage. Seine Schilderung gewinnt durch manche Anklange an die politische Entwicklung unserer jüngsten Vergangenheit beson­deres Interesse.

Die berühmte Frage des Sie^sQuest-M que le tan dat?" $iftoriter Guizot hat den Charakter KarlX. so beschrieben: Ein

iSESSesr&Ä ms dem erreichte dieses stürmisch bewegte Zeitalter - das m,t den Fan ar n fern en <Men,unb 'erschienen ihm in jedem

der Revolution begann, Napoleons antiklsche ^'umphe u^ dann seinen I gläubig . ^le P^ntome. Diese Phantome hatten recht viel

Untergang erlebte nur langsam em neues staatliches Gefilge, tn dem ^gen l °ls Zwe^b Revolutionäre und Republikaner war

Das kriegerische Genie des Imperators war seinen Feinden erlegen und | kalten f 1 öffentlichen Ereignisse, die sichtbare Ermüdung

L ÄÄ fSSÄJ-lfiÄÄ-*rung iB k"

durch die Dikiaturabgelöst hatte. So schlug jetzt wieder die Stunde für die Kammern genügten keineswegs uwberuh,gern Daß

alten bürgerlichen Rebellen, die dort wieder beginnen wollten, wo das Dieser König war als Se^giayriger z^^ ^g jog[eirf)

Kaisertum ein Ende gesetzt hatte. Aber das Land war ermüdet, es sehnte I er den E s jahrhundertealter Tradition in Reims krönen

sich nach einer freiheitlichen Legitimität, es war abgekehrt aller Revolution I dadurch, daß r f ch ch1 v 9. a(au6te vielleicht selbst an seine

und dem Glanz und der Abenteuerlichkeit des Kaisertums, das man letzt I k'eh- Er hatte keme sch w üon öcm Geist der Vergangen­schmähte und für alle Not verantwortlich machte. Aber auch im Innern konstitutionelle Gesinnung aber, umgeoen von oem ^e »

war seit den pathetischen Tagen der Revolution und der kaiserlichen Siege heit un' der. ^'«enschen PolM ^^Aicht'halber Entscheid,m- ein großer Wandel eingetret-en. (5rft wenige erkannten bt-c neuen okono- I Falsche. Er hebte nafnnnnbn (fr tat nichts um seiner Re-

misc^n Probleme, sahen ein Zusammengehen zwischen Wirtschaft, Gefell- gen und bte Unruhe b^ser gespannte 3ett. Gr hit d)I (|n&

schäft und Staat und damit die volle Größe der Entscheidungen dieser fferung einen M n Boden und d«s L-rtm:uen^ «am Beziehungen ersten bürgerlichen Jahrzehnte. Man wollte such mit sozialen Institutionen I Landes Vtt*rirk ^1'. unterhalten auf die sich jede Restaurations- begnüqen, sah auf bas englische Vorbild, dachte aber nicht immer daran, mit der liberalen Partei zu unteryaiken, aus me ,icy j i Sicherketten für den neuen politischen und gesellschaftlichen Geist zu Politik stu^n muhte.^ Spannungen der Zeit auch in ihren

Es"war die Paradoxie der Resiaurationsepoche, zugleich gegen Reak- I eigenen Reihen. ^"f ihren Flu^ln stanr^n Anhänger P^jej

tion und Revolution kämpfen zu müssen, und bei alledem eine neue 3bee wie; t>er fftenoluhon ©te : S^rtHenbeitHabm e o« P

Tradition beginnen zu sollen. Tocqueville, der große Staatsrechtslehrer, die um sogeringerwurdeals dw politischen ßeibentc) hoch.

Mit den Bourbonen war dieunbestrittene Familie" zurückgekehrt.! den bestehenden Staat. So traten die politischen Kampfe a der

Die Befürchtungen, die man von Anfang an gegenüber dem absolutistischen lichkett der Parlamentstr,butte frnaus; tn tas romant ^c0^im()«(ell> Frankreich haben mußte, tat man mit dem Hinweis auf die neue liberale Verschwörung, der die Polizei nachtaften mußte. 3n bie|en eye^^» Verfassung, dieCharte" ab, und der liberale Führer Safitte beruhigte schäften, deren größte den bezeichnenden NamenHilf dir, den zögernden Herzog von Ragusa durch den Hinweis auf diesever- Himmel dir helfen führte, sand der, repub'kamsche Ge^nke se 'unfe( brieften Bürgschaften'', als ob das Wort für alle Zukunft schon die Tat gebürt. Als im gegebenen Augenblick diese Gesellschaft aus dem bedeute. Diehundert Tage" Napoleons bedeuteten die erste Probe. Es | der Verschwörung an die Deffentlichkeit trat, brachten sie em zeigte sich, daß das Gestern noch keine tote Vergangenheit war, da I nete Organisation und eine entschlossene Taktik nut fta). Wst

üngeheure revolutionäre Leidenschaft die Nation besessen hielt und nun in Noch hatte KarlX. nichts unternommen, was dem Wort Mv oen das letzte napoleonische Abenteuer einftrömte, das sobald vorüber war, j der Verfassung widersprach. Aber der Argwohn war .Sa uno «n(<r

aber doch bewies, daß die Revolution keineswegs am Ende war. Viel- I Entfremdung zwischen Staat und Volk. Gegen ihre eigentliche, '. jn5

leicht hatte niemand an die Wiederaufrichtung des Kaisertums ernsthaft I dem Einfluß des Hofes wurde die Regierung Villele imme mie

geglaubt, aber Napoleons Rückkehr von Elba genügte, um nicht nur das i reaktionäre Fahrwasser gedrängt. Alle freiheitlichen Errungem / i gin

Heer sondern auch das Volk hinzureißen, das von der Wiederherstellung j Freiheit der Presse, Schwurgerichte, Burgerwehr schienen v -

des Köniztums nichts Gutes erwarten konnte. _ _ I maßloser Haß gegen diese Regierung wuchs von Tag zu xag. »